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Die Toleranzpolitik Michel de l'Hopitals im 16. Jahrhundert in Frankreich

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 36 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Vorbemerkungen

II. Der Begriff „Toleranz“ und seine Problematik im 16. Jahrhundert - eine Annäherung

III. une foi, une loi, un roi - Frankreichs Religionspolitik in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

IV. Die Ausbreitung des Protestantismus

V. Die Bezeichnung

VI. Michel de L' Hôpital und die Entwicklung seines Toleranzkonzeptes
VI.I 1560 - Der Wendepunkt der Religionspolitik
VI.II Michel de L' Hôpital
VI.III Romorantin und Fontainebleau
VI.IV Die Generalstände in Orleans - 13. Dezember
VI.V Zwischen Orleans und Saint Germain
VI.VI Die Rede vor der Versammlung der Parlamentsdelegierten zu Saint Germain am 3. Januar 1562 und das Januaredikt

VII. Das Scheitern der Toleranz

VIII. Schlussbemerkungen

Quellenverzeichnis

I. Vorbemerkungen

„Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und die selben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden.“ (Johannes 10 Vers 16)

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts sah sich die katholische Kirche durch die rasche Verbreitung reformatorischen Gedankengutes, insbesondere der Lehre Luthers, mit einem für sie existenz- und machtbedrohlichen Problem konfrontiert. In ganz Europa entstanden von dem bis dahin noch weitestgehend unangefochtenen katholischen Glauben abweichende Strömungen, die durch ihr stetes Anwachsen schon bald eine ernsthafte Gefahr für die katholische Kirche und der von ihr abhängenden politischen Machtverhältnisse darstellten.

Da die Religion, als letzte grundlegende, die Menschen verbindende Einheit, ein sogenanntes vinculum societatis verkörpert, musste man durch die Abspaltungen der einzelnen Strömungen vom Katholizismus nun mit einer enormen Störung der gesellschaftlichen Verhältnisse und einem daraus resultierenden Unfrieden unter den Menschen rechnen.

Die Frage nach der richtigen Vorgehensweise zur Beilegung dieses Problems und der Aufrechterhaltung von ausschließlich einer Religion als menschenvereinendes Band stand fortan im Mittelpunkt der religionspolitischen Diskurse der Frühen Neuzeit.

Versuchte man anfangs noch die Anhänger anderer Lehren gewaltsam auszurotten, musste man bald erkennen, dass dieses Vorgehen nur wenig Erfolg versprach. Andere Mittel und Wege, um den Frieden und das allgemeine Wohler­gehen zu sichern, mussten gefunden werden.

Toleranz gegenüber religiös Andersdenkenden, die zu Beginn des 16.Jahrhunderts vor allem von philologisch und theologisch gebildeten Persönlichkeiten propagiert wurde, stellt dabei ein mögliches Mittel zur Wahrung des Friedens und der bisherigen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse dar.

In dieser Arbeit soll ausgehend vom Begriff der Toleranz, dessen Entwicklung und praktische Umsetzung durch den Kanzler Michel de L’Hôpital, vor dem Hintergrund der sich seit Mitte des 16. Jahrhunderts verstärkenden religiösen Auseinander­setzungen in Frankreich, untersucht werden. Hierbei stehen besonders drei Reden Michel de L’Hôpitals im Vordergrund, die, meiner Ansicht nach, mehr Aussagekraft bezüglich der Entwicklung seines Toleranzgedankens aufweisen, als aus den politischen Festlegungen der aus ihnen resultierenden Edikte mitunter ersichtlich ist.

Da der Höhepunkt der religiösen Ausschreitungen erst mit den Religionskriegen, und somit weitestgehend nach der praktischen Kanzlertätigkeit Michel de L’Hôpitals erreicht wurde, wird auf deren Verlauf und Folgen für die Umsetzung von Toleranz nur am Rande eingegangen.

II. Der Begriff „Toleranz“ und seine Problematik im 16. Jahrhundert - eine Annäherung

Der Begriff Toleranz ist abgeleitet von lateinisch tolerantia bzw. vom Verb tolerare und entspricht der Übersetzung mit dulden, leiden oder zulassen. Er impliziert das Vorhandensein eines, von einer bisher gültigen und anerkannten Meinung abweichenden, Gegenübers sowie das Umgehen mit jenem.

Dabei wäre zu betonen, dass der Begriff Toleranz und die mit ihm verbundene Problematik erst dann an Bedeutung gewinnt, wenn die Andersartigkeit des Gegenübers als solche erkannt und in ihrem Anspruch ernst genommen wird.

In diesem Sinne ist Toleranz ein „Relationsbegriff “ dessen Entstehen eng mit der Absicht, Beziehungen unter Menschen normativ zu gestalten, verknüpft ist.[1]

Die ursprüngliche Übersetzung des Begriffes mit Duldsamkeit und Ertragen, wobei vorrangig das Ertragen und Ausharren gegenüber physischen oder psychischen Leiden gemeint ist, wird vor allem in der Frühen Neuzeit unter dem Eindruck eines vermehrten Anwachsens von Häresien in seiner Semantik und Komplexität auf den religiösen Bereich ausgedehnt.

Das Problem des richtigen Umgangs mit religiös Andersdenkenden, existierte zwar bereits in der Antike, doch forcierte sich dieses im 16. Jahrhundert durch die drohende Gefahr einer Glaubens- und Kirchenspaltung. Der Absolutheitsanspruch der katholischen Lehre und die vorherrschende Glaubenseinheit als gesellschaftliches Band innerhalb eines Staates gerieten ins Wanken und stellten somit eine Bedrohung für das bisherige System von Staat, Kirche und Gesellschaft dar.[2]

In diesem Zusammenhang ist Toleranz weniger als ein abstrakter Begriff, sondern vielmehr als eine mögliche Handlungsweise im Umgang mit einer anderen Religion, namentlich dem Protestantismus, zu sehen.

„Unter religiöser Toleranz kann man die ganze Stufenleiter verstehen von der Anerkennung nur der Gewissenfreiheit - unter der Bedingung, dass der Andersgläubige seine Überzeugung nicht öffentlich äußert - über das Zugeständnis privater Kultausübungen zum verbrieften Recht, öffentlich Gottesdienst zu halten, bis zur höchsten Stufe einer unbeschränkten Freigabe aller Kulte, die von den ursprünglich alleinherrschenden differieren.“ [3]

Dementsprechend ist der Begriff in der Geschichte durch ein „Spannungsverhältnis zwischen passiver Geduld und aktiver Duldung, zwischen Fähigkeit Leiden zu ertragen, also zwischen dem Zulassen dessen, was man nicht ändern kann und der Anerkennung anderer in ihrem jeweiligen Anderssein“ geprägt.[4]

Der Begriff der religiösen Toleranz ist von dem der Religions- und Gewissens­freiheit dahingehend zu unterscheiden, dass diese auf Toleranz beruhen und somit selbst die positivste Erscheinungs- bzw. Entwicklungsform von Toleranz darstellen. Andererseits erfordert Religions-, Glaubens- bzw. Gewissensfreiheit auch die unabdingbare Anwesenheit von Toleranz, um bestehen zu können.

„Toleranz ist grundsätzlich als eine menschliche Haltung oder Disposition zu verstehen. Ein Mensch übt Toleranz, wenn er einen andern Menschen duldet, der sich in seinen Meinungen und Anschauungen (...) von ihm unterscheidet. Eine Obrigkeit praktiziert Toleranz, wenn sie religiöse Minderheiten, die sich von der offiziellen Kultausübung distanzieren, in ihrem Staatswesen leben läßt. (...)Religionsfreiheit hingegen bedeutet ein gewährtes Recht und dadurch einen Zustand, den die Bürger eines Staatswesens genießen, und zwar als Konsequenz der von der Regierung praktizierten Toleranz.“ [5]

Die praktizierte Toleranz im 16. Jahrhundert bezog sich in erster Linie auf die Anhänger der verschiedenen christlichen Gemeinschaften, die sich auf die gleichen christlichen Grundauffassungen berufen konnten.

Eine universale Toleranz, im heutigen Sinne fand man lediglich in literarischen Erörterungen und die uneingeschränkte Religionsfreiheit war zwar Forderung der Protestanten, stand jedoch von ihrer Umsetzung weit entfernt.[6]

Ein anderes Problem, besonders des 16. Jahrhunderts, betrifft das Setzen von Prioritäten beim Wirksamwerden von Toleranz. Durch das vermehrte Auftreten neuer, reformatorischer Denkansätze und dem Versuch der Konsolidierung einer zweiten Religion neben der des Katholizismus in der frühen Neuzeit, wurde, wie bereits erwähnt, die alte Ordnung, die Einheit von Kirche und Staat in Frage gestellt. In Anbetracht dieser Situation sah man sich gezwungenermaßen vor die Wahl gestellt, Kompromisse, die entweder zu Lasten des Staates oder zu Lasten der katholischen Kirche gingen, einzugehen.

Hinsichtlich dieser Tatsache versteht sich Toleranz nicht nur als eine Umgehensweise zwischen zwei gegensätzlichen Parteien, sondern differenziert sich innerhalb der jeweiligen Parteien abermals.[7]

III. une foi, une loi, un roi - Frankreichs Religionspolitik in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

„"Das konfessionelle Zeitalter" war sowohl im katholischen als auch im protestantischen Bereich von der Dominanz der kirchlichen Institutionen geprägt. Kirche und Staat gehörten fast überall noch untrennbar zusammen, etablierte Staatsreligionen herrschten vor, religiöser Dissenz wurde zum politischem Dissenz gleichgesetzt und dementsprechend behandelt. Die Reformation hatte die mittelalterliche Einheit von "lex Dei" und "lex naturae" nicht aufgebrochen, sie hatte lediglich eine Mehrzahl geistlich-weltlicher Einheiten geschaffen. Obwohl dem Protestantismus von Anfang an der Keim des religiösen Individualismus innewohnte, standen seiner Verwirklichung zunächst noch mancherlei und vielgestaltige Kräfte entgegen. Wo er sich im 16. Jahrhundert manifestierte, wurde er fast immer als Ketzerei verrufen...“ [8]

Nach dem Ende des 100jährigen Krieges hatte Frankreich bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts eine bedeutende Machtstellung innerhalb Europas. Die Innenpolitik war gekennzeichnet von Stabilität, wenig Krisen und einer unangefochtenen Macht des Königtums.

Durch das Konkordat von Bologna 1516 erhielt der französische König das Recht auf die Vergabe von Bischofsstühlen und verfügte somit über mehr Macht und Einfluss auf die Kirche seines Landes als der Papst.

Eine vom Papst unabhängige französische Nationalkirche, im Zeichen des Gallikanismus, konnte sich entwickeln.[9] Die Einheit von Kirche und Staat sowie der Katholizismus als Staatsreligion galten als unantastbare Gegebenheit.

Die Ausbreitung reformatorischen Gedankengutes in Frankreich stand in enger Verbindung mit der Ausbildung des französischen Humanismus unter Einfluss Petrarcas und dessen Förderung durch den damaligen König Franz I..

Der sichtlich anwachsende Verfall der Klosterzucht und die zunehmende Verweltlichung des Klerus ebenso der steigende Ämtermissbrauch innerhalb der Kirche rief eine breite Missstimmung und Forderungen nach Reformen innerhalb der katholischen Kirche zu Beginn des 16. Jahrhundert hervor.

Ein Reformkatholizismus, u. a. getragen vom Bischof von Meaux, der keinesfalls einen Bruch, sondern lediglich Erneuerungen der alten Kirche anstrebte, bildete sich heraus.

Bereits seit 1520 fand die Lehre Luthers Verbreitung in Frankreich, wurde jedoch 1521 durch die Sorbonne und das Parlament verboten.

Franz I., der einen Reformkurs innerhalb der alten Kirche durchaus unterstützte, andererseits eine Spaltung der nationalen Kirche unter keinen Umständen wünschte, nahm zunächst eine ambivalente Haltung gegenüber den neuen sich über Frankreich ausbreitenden reformatorischen Strömungen ein. Neben seiner humanistischen Gesinnung war für die Behandlung der französischen Protestanten sein Bündnis mit dem Schmalkaldischen Bund gegen Karl V. ausschlaggebend. Härte und Großzügigkeit kennzeichnen daher sein Verhalten bis zur sogenannten Plakataffaire, dem Anbringen eines protestantischen Pamphlets gegen die katholische Messe 1534 in ganz Frankreich.[10]

Franz I. betrieb gegenüber den Protestanten jedoch stets eine Schaukelpolitik, die weniger von religiösen Überzeugungen oder gar toleranten Denkansätzen, als vielmehr von außen- und innenpolitischen Zwängen, bestimmt war. Er brauchte die französische Kirche als politisches Instrument und Einkommensquelle. Mit dem Frieden von Crepy (1544) zwischen Karl V. und Franz I. war der französische König nicht mehr auf die Hilfe der deutschen protestantischen Fürsten des Schmalkaldischen Bundes angewiesen. Eine Verschärfung der Verfolgung und Gewaltmaßnahmen gegenüber den Protestanten zur Aufrechterhaltungen der eigenen Macht, welche ihm die alte Kirche sicherte, war die Folge.

Waren bislang die durch die Lehre Luthers geprägten Protestanten ohne Führer und auch zahlenmäßig noch keine ernsthafte Bedrohung für die französische Kirche und demzufolge dem französischen Staat, änderte sich dies mit dem Erscheinen von Calvins Werk „Institution religionis christianiae“ 1541 und der damit einhergehenden Formung und Vereinheitlichung der bisherigen reformatorischen Strömungen zum Calvinismus.[11]

Die Lehre Luthers rückte vor dem Calvinismus, obwohl dieser in seinem Wesen weitaus strenger war, immer mehr in den Hintergrund.

„Auf den Trümmern des Evangelismus, dessen Traum von einer Reform der katholischen Kirche von innen heraus zerronnen war, baute nun der Calvinismus auf (...) Ein wesentlicher Grund für seine große Wirkung war die klare und eindeutige Lehre, welche eine Synthese dessen bildete, was die Reformatoren gewollt hatten.“ [12]

Gegenüber dem Luthertum unterstreicht der Calvinismus die Allmacht Gottes im Kontrast zur Ohnmacht des Menschen, welche sich in der damit verbundenen Prädestinationslehre, also der Vorherbestimmtheit des menschlichen Schicksals durch Gott, niederschlägt.[13]

Calvin gab somit der französischen Reformation ein theologisches System - ein Lehrgebäude, welches wahrscheinlich auch aufgrund der gleichen Muttersprache in Frankreich schneller und vor allem mehr Anhänger fand als die Lehre Luthers.[14]

Es muss jedoch betont werden, dass, obwohl Luthers Lehre von der des Calvinismus verdrängt wurde, diese eine enorm wichtige Vorraussetzung für den Calvinismus darstellte.[15]

Nach dem Tode Franz I. wurden die Verfolgungen der Protestanten durch den Machtantritt Heinrich II., einen erbitterten Verfechter des Katholizismus, nochmals gesteigert. So wurde ein chambre ardente, welches ausschließlich für Ketzerprozesse zuständig war, an den Gerichtshöfen eingeführt, und im Edikt von Compiegne (1557) die Todesstrafe für Protestanten festgesetzt.[16]

IV. Die Ausbreitung des Protestantismus

Die Zahl der Anhänger der neuen Lehre, die bislang noch keine konkrete Führerpersönlichkeit hatte, wuchs stetig an. Durch einen Klimawechsel, der Missernten und Hungersnöte Mitte der 50er Jahre zur Folge hatte und die Missstimmung gegenüber der alten Kirche und deren Ablasswesen forcierte, begann sich ein Netz protestantischer Gemeinden über ganz Frankreich auszubreiten. In Städten mit sozialen Problemen wie beispielsweise Toulouse hielt der Protestantismus ebenfalls sehr schnell Einzug. Hinsichtlich der Ausbreitung des Protestantismus in Frankreich ist zu erwähnen, dass während sich dieser im Süden Frankreichs eher flächenmäßig ausbreitete, er im Norden nur von einzelnen Zentren wie Rouen, La Rochelle getragen wurde. Zwischen den Jahren 1559 und 1565 erlebte der Protestantismus mit einem Anwachsen auf 700 im Süden und 500 Kirchgemeinden im Norden Frankreichs seine größte Expansion. Die Zahl der Gläubigen wird dabei auf rund zwei Millionen geschätzt.[17]

Entscheidender noch als die ständig wachsende Zahl der Anhängerschaft der protestantischen Lehre war der Übertritt zahlreicher adliger Familien unter ihnen Antoine de Bourbon, Louis de Condé, Gaspard de Coligny, zum Protestantismus. Sie verbanden ihre religiösen Einstellungen mit dem Ziel, eine größere politische Selbständigkeit zu erlangen und übernahmen die politische Führung dieser neuen Religion.[18] Auf diese Weise bekam die bislang noch religiöse Minderheit eine militärische Führung und dementsprechend entscheidendes politisches Gewicht, welches den Staat, die Allmacht des Königs und der alten Kirche durchaus zu gefährden vermochte.

Seit 1559 traten die Protestanten zunehmend an die Öffentlichkeit, störten katholische Messen, verwüsteten Bilder und hielten schließlich im Mai des selben Jahres ihre erste Nationalsynode in Paris ab. Hier formulierten und sanktionierten sie ihr Glaubensbekenntnis und formierten den Calvinismus somit als Konfession.[19]

V. Die Bezeichnung

Die katholische Kirche hatte plötzlich ein Gegenüber bekommen, mit dem sie sich ab sofort auseinandersetzen musste.

Im Hinblick auf die Entstehung von Toleranz ist, wie bereits erwähnt, die Wahrnehmung des Anderen in dessen Andersartigkeit von großer Bedeutung.

Das Wahrnehmen und Erkennen des Anderen schlägt sich als erstes in dessen Benennung bzw. Bezeichnung nieder. Die katholische Kirche nannte die, von ihrer Lehre abweichende Strömung, zunächst religion prétendue réformée [20] und brachte damit den Unrechtscharakter, den diese neue Lehre nach ihrer Meinung aufwies, zum Ausdruck. Diese Begrifflichkeit wandelte sich später in religion réformée und wurde selbst von den Protestanten als Bezeichnung übernommen. Einen andere Bezeichnung der Protestanten war einfach la cause - die Sache.[21]

Weitaus geläufiger wurde jedoch Anfang der 60er Jahre in Frankreich die Bezeichnung der französischen Protestanten als Hugenotten. Der Name Hugenotten ist etymologisch nicht eindeutig nachweisbar und vermutlich aus dem Schweizerischen von Eyguenots hergeleitet, was soviel wie Eidgenossen bedeutete. Ilja Mieck führt den Begriff auf eine Konfrontation zwischen Katholiken und Calvinisten in Genf, bei der den Truppen des Herzogs von Savoyen Schweizer Verbündete, also Eyguenots gegenüber standen, zurück[22], während Marc Venard eine Beziehung zwischen dem deutschen Wort Eidgenossen und einem König Hugo von Touraine vermutet.[23]

Folgt man Ilja Mieck, so weitete sich diese Benennung einer kleinen Gruppe schweizerischer, protestantischer Verbündeter als Bezeichnung auf die Anhänger der neuen Religion in Frankreich aus. Das Bemühen der französischen Regierung sich auf die veränderte Lage hinsichtlich der religiösen Situation einzustellen, zeigt die Gesetzgebung bis 1560 deutlich.

Die Instrumentarien, mit denen man gegen die Ausbreitung des Protestantismus vorging, wurden verfeinert. Worte wie assemblee illicite fanden nun Eingang in die Gesetzgebung gegenüber den Protestanten.[24]

Es folgten Plünderungen und Zerstörungen der Häuser, in denen man protestantische Versammlungen vermutete oder vorfand bis hin zur Verhängung der Todesstrafe. Mit dem plötzlichen Tod von Heinrich II. während eines Reitturniers setzte die dynastische Krise der französischen Monarchie ein. Die Krone ging an seinen erst 15jährigen Sohn Franz II. über. Der Protestantismus begann sich durch das Konvertieren zahlreicher Adelsfamilien am Hofe zunehmend zu politisieren und stellte bald eine ernste Gefahr für die Einheit von Kirche und Staat dar. Schon bald geriet der junge König in die Mühlen jener um Macht und politischen Einfluss konkurrierenden Adelsfamilien am Hofe und Katharina di Medici gelang es nur sehr schwer einen Ausgleich, durch den sie die Macht ihres Sohnes zu sichern hoffte, zwischen diesen beiden religiösen Parteien zu schaffen.[25]

Die Ausbreitung dieser anderen christlichen Lehre war fortan nicht mehr nur das alleinige Problem der Kirche, sondern nun auch eine Bedrohung der französischen Regierung. Der Grundsatz „une foi, une loi, un roi“ verlor angesichts der schwierigen politischen Lage, in der sich Frankreich befand, als auch aufgrund des Bestehens einer neuen, wenn auch noch nicht anerkannten, Religion neben dem Katho­lizismus, an Glaubwürdigkeit. Die traditionelle Methode, Einheit durch die Unter­drückung der abweichenden Meinungen herzustellen, versagte und bürgerkriegs­ähnliche Zustände begannen den Staat zu bedrohen. Die Regierung musste nun auf juristischem Weg gegen die Ketzer vorgehen. Teile des Justiz­apparates stellten sich jedoch gegen eine rigide Ketzerverfolgung, so dass die Regierung gezwungen wurde eine Religionspolitik, mit der die Justiz im großen und ganzen konform gehen würde, zu machen.[26]

VI. Michel de L' Hôpital und die Entwicklung seines Toleranzkonzeptes

VI.I 1560 - Der Wendepunkt der Religionspolitik

Die Einsetzung einer Toleranzpolitik, in Anbetracht der nicht auszurottenden protestantischen Massen und einer drohenden Spaltung von Gesellschaft, Kirche und Staat sowie die Beendigung des Krieges mit Schottland in außenpolitischer Hinsicht war unumgänglich.

Nach der Verschwörung von Amboise im März 1560, bei der alle teilhabenden protestantischen Verschwörer, die versucht hatten den König in ihre Hände zu bekommen, festgenommen wurden, setzte mit dem Gnadenedikt von Amboise eine neue Religionspolitik ein. Im April 1560 wurde Michel de L’Hôpital Kanzler.

Es ist jedoch zweifelhaft, ob dieser bereits zu jenem Zeitpunkt Einfluss auf die nun, nach dem Gnadenedikt von Amboise, einsetzende, neue Religionspolitik hatte und ob diese vor dem Hintergrund eines fundierten und toleranten Reformkonzeptes ablief oder nur eine Notlösung war, die den bedrohlichen Umständen jener Jahre geschuldet war.[27]

„Die historische Literatur hat zu diesem Punkt hauptsächlich Spekulatives zu bieten: Die Toleranz sei der Regierung Guise von der Königin Mutter, dem Admiral Coligny, dem Kanzler Olivier, gar den späteren Kanzler L' Hôpital abgerungen wurden.“ [28]

Volker Roeser widersetzt sich jedoch dieser Ansicht, indem er den Kardinal von Lothringen den alleinigen Verdienst um die Toleranz von 1560 zu schreibt.[29]

Zum einen ist das mildere Umgehen mit den Ketzern dem sensiblen und milden Wesen Franz II. geschuldet, zum anderen muss man betonen, dass dessen Amnestien für Religionsvergehen, z. B. die für die Verschwörer von Amboise, nicht als umfassende Toleranzpolitik gewertet werden können. Nichts desto trotz waren sie entscheidende Schritte in jene Richtung der Toleranzpolitik, die Michel de L'Hôpital fortsetzte.

„...und man griff mit der Selbstverständlichkeit zu den Attributen Milde, Jugend, Mütterlichkeit, mit der man vorher väterliche Strenge und Verteidigung des rechten Glaubens in den Vordergrund gestellt hatte.“ [30]

Im Frühling 1560 wurden, in der Hoffnung diese Art von Toleranz würde zur Wahrung der Einheit der französischen Kirche beitragen, die Verfolgungen gegen Protestanten eingestellt, die bis zu diesem Zeitpunkt aus religiösen Gründen Gefangengenommenen freigelassen und den Protestanten ein Petitionsrecht gewährt, welches ihnen die Möglichkeit gab als Partei im Staate aufzutreten.[31]

Einzuschränken wäre jedoch, dass diese Beendigung der Verfolgung keine Toleranz im Sinne einer Erlaubnis der Gewissenfreiheit der Protestanten oder gar deren Legalisierung mit sich brachte.

Nach Volker Roeser[32] hatte diese Politik bereits Züge humanistischer Toleranz. „Sie will die Spaltung der Kirche nicht zulassen, den Gehorsam gegen die Obrigkeit auch auf religiösen Gebiet wieder ermöglichen, sie hat erkannt, dass die Tötung der Ketzer ein Irrweg ist, und strebt einen Weg der Selbstreinigung der Kirche von allen Mißbräuchen und Fehlern für die Kirche an.“[33]

In der Tat galt der Verfall der alten Kirche als ebenso tiefgreifendes Problem wie die zunehmende Konsolidierung einer neuen Religion, welche, wie bereits erwähnt, in einem engen Zusammenhang mit jenen Missständen der alten Kirche stand.

VI.II Michel de L' Hôpital

„In den ersten beiden Dritteln des 16. Jahrhunderts war der Toleranzgedanke hauptsächlich von philologisch und theologisch gebildeten Persönlichkeiten getragen worden, die mehr oder weniger am Rande des gesellschaftlichen und politischen Lebens standen (...). Im letzten Drittel des Jahrhunderts erschienen neben diesen Toleranzverteidigern nun immer häufiger auch Vertreter des politischen "Establishment", d.h. Staatsmänner, Amtsträger und Juristen, die in ihren Äußerungen den Übergang vom humanistischen Versöhnungsideal zur rein politischen und an den praktischen Erfordernissen der Zeit orientierten Argumentation vollzogen.“ [34]

Nach dem Tod des Kanzlers Olivier am 30. März 1560 fiel die Wahl hinsichtlich seiner Nachfolge auf Michel de L'Hôpital, welcher noch im April 1560 sein Amt antrat.

Aufgrund der ansteigenden Polarisierung des Hofes durch den Übertritt vieler Familien des Hochadels zum Protestantismus, war Katharina di Medici bei der Wahl eines Kanzlers auf unbedingte Loyalität gegenüber der Krone angewiesen.

Durch die Herzogin von Montpensier wurde sie auf Michel de L'Hôpital aufmerksam, der, obwohl er ein Zögling des Hauses Guise war, bis zum Tod von Heinrich II. den Intrigen und Rangeleien am Hof distanziert gegenüber gestanden hatte. Er hatte als Freund des verstorbenen Kanzlers den Ruf eines pflichtgetreuen, strengen aber unbestechlichen Staatsdieners, Finanziers und Juristen, der noch dazu in Problemen, die die Religion anbelangten sehr qualifiziert und kulant schien und den von der Regierung angestrebten Reformkurs tragen würde.[35]

Michel de L'Hôpital fand bei seinem Amtsantritt ein Land vor, in dem sich die Schwierigkeiten häuften. Überall wüteten religiöse Aufstände, der protestantische Adel begann, sich gegen die Regierung auf zu lehnen, die Guisen buhlten am Hof um den Einfluss auf den König. Der französische Staat war finanziell am Boden und erste Verhandlungen mit Schottland zur Beilegung des Konflikts scheiterten.[36]

Michel de L’Hôpital, ein Verfechter der religiösen Toleranz, hielt dieselbige für das einzige Mittel einen Bürgerkrieg zu verhindern. Auch in seinem Freundeskreis weilten u.a. Paul de Foix und Arnauld Ferrier, die schon energisch für Milderungen gegenüber Häretikern eingetreten waren. Zugleich war er, wie bereits gesagt, ein Schützling des katholischen Hauses der Guise, weshalb es für ihn zunächst noch darauf ankam, vorsichtig und behutsam bezüglich einer Toleranzpolitik zu agieren.[37]

Seine Fürsprache für das Edikt von Romorantin, welches in seinen Bestimmungen gegenüber Ketzern einerseits sehr hart ist, anderseits aber auch die Wiederein­führung einer Inquisition abwendet, muss daher vor diesem Hintergrund gesehen werden.

Da das Edikt jedoch bereits im Mai unterzeichnet wurde, erscheint eine direkte Mitwirkung Michel de L'Hôpitals an dessen Inhalt eher unwahrscheinlich.

VI.III Romorantin und Fontainebleau

Der Begriff der Toleranz fand im Edikt von Romorantin keine Erwähnung, doch zeigt es eine Konzeption auf, die eindeutig weg von der Unterdrückung und hin zu Reformen führte.

Nach der Weigerung der Registrierung dieses Edikts durch das Pariser Parlament, sah sich Michel de L'Hôpital gezwungen am 7. Juli 1560 eine Rede für die Annahme dieses zu halten, in welcher er versucht, das Parlament für eine Mitwirkung an der neuen Religionspolitik zu gewinnen.[38]

In dieser Rede geht Michel de L'Hôpital bezüglich des Religionsproblems vor allem auf die Stellung der alten Kirche, deren Missstände und notwendige Reformen dieser ein. In diesem Sinne führt er die andauernden religiösen Wirren auf die schlechten Sitten innerhalb des Klerus, sowie auf den schlecht funktionierenden Justizapparat und die Verschuldung der Krone zurück.

Bereits hier greift er, hinsichtlich der Ausbreitung der Protestanten und dem Umgang mit diesen, das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen auf, rechtfertigt die bisher gewaltsame Vorgehensweise gegenüber den Häretikern, stellt diese aber zugleich als erfolglos dar und betont, dass das Heilmittel nur aus der Hand Gottes komme und das Übel nicht mit Gewalt beseitigt werden könne.

Das wichtigste Resultat des Edikts, welches nach der Rede registriert wurde, war jedoch die geforderte Einführung einer schnellen Justiz, wodurch sich der Staat nun aus den Ketzerprozessen zurück zog und sich somit das Verhältnis zwischen Kirche und Staat neu definierte.[39]

Michel de L'Hôpital hält bei der Rede vom 7. September 1560 für das Edikt von Fontainebleau, welches im August 1560 konzipiert wurde, an seinen Ausführungen zum Edikt von Romorantin weitestgehend fest. Er negierte die Auffassung, dass die Einstellung der Verfolgungen, gleichzeitig Gewissensfreiheit erlaube. Er wollte vielmehr, dass sich jeder wieder in die althergebrachten Formen einfügte. Für ihn blieb die Einheit der Kirche weiterhin oberstes Ziel. So sollten, gleich dem guten Hirten im Evangelium des Johannes, die „verirrten“ Schafe mit Milde wieder zur alten Herde zurück geführt werden.

„Der Zerfall der religiösen Einheit hat die Strafe Gottes in Gestalt von gesellschaftlichen Unruhen hervorgerufen, darin ist eine letzte Mahnung an den Herrscher zu sehen, diese Einheit wieder herzustellen.“ [40]

Mit dem Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen und der Hinwendung zu einem gewaltlosen Umgang mit den Protestanten, die er abermals in der Rede für das Edikt von Fontainebleau 1560 bestätigt, knüpft Michel de L'Hôpital an eine Toleranzargumentation im Sinne Erasmus von Rotterdam an.

Erasmus von Rotterdam wählte jene Unkrautparabel (Matthäus 13 Vers 24-30) im Zusammenhang mit einem Toleranzplädoyer gegenüber den Protestanten.

Diese seien gleich dem Unkraut dem Weizen, also den Katholiken, von Gott als Strafe und zugleich, um deren Geduld zu prüfen, untergemischt worden. Aufgrund ihrer Vielzahl sei das Auslöschen dieser unmöglich, ohne dass das Gute Schaden davon tragen würde. Aus diesem Grunde solle man sie erdulden und nicht versuchen, gewaltsam zu beseitigen.[41]

„Wenn es überhaupt zulässig ist, das Gleichnis auf die christliche Häresie anzuwenden, dann hat man hier das absolute Toleranzargument für die Reformationsepoche vor sich.“ [42]

Dieses Erdulden und Gelten lassen von anderen war für Erasmus die einzig rechte philosophia christi, in deren Sinne die gewaltsame Ausrottung von Häretikern, also des anderen, als unverantwortlich gelte. Da, nach Erasmus Ansicht, ein lebendiger Glaube keine ihn sichernde Gewalt bedürfe, war für ihn das Aufzwingen eines Glaubens ein Zeugnis des Schwundes der eigenen Glaubenskraft und einer mangelnden Kenntnis der Bibel.[43]

Auch Michel de L'Hôpital betont in der Rede von Fontainebleau, dass der Umgang mit Häretikern allein eine Sache Gottes sei. Über diese werde er am Weltende richten und bis dahin müsse man diese im Vertrauen auf Gott unter sich dulden.[44]

Michel de L’Hôpital vertritt wie der Kardinal von Lothringen zum damaligen Zeitpunkt auch noch die Ansicht, dass es die oberste Pflicht des Königs sei, die Einheit der Kirche aufrechtzuerhalten.

Ein Nationalkonzil sollte nach seiner Auffassung, die religiösen Wirren besänftigen und die „Verirrten“ würden durch eine Anhörung ihres Standpunktes wieder auf den rechten Weg geführt werden können.[45]

Auch in diesem Punkt knüpfte Michel de L'Hôpital an Erasmus an, der ebenfalls ein Konzil zur Wiederherstellung der Eintracht für unabdingbar hielt.[46]

Der Vorschlag, eines Konzils mit Teilnahme und Anhörung der Protestanten beinhaltet zugleich die Anerkennung jener als eigenständige Gruppe und das Eröffnen der Möglichkeit für jene, ihre Lehre öffentlich und ohne Angriffe zu verkünden. Dies jedoch konnte wiederum die Gefahr einer Stärkung der Protestanten und die damit verbundene Gefahr einer konfessionellen Spaltung zur Folge haben.

Michel de L'Hôpital glaubte fest an die positive Wirkung eines Konzils und gab die Hoffnung auf eine friedliche Einigung und Wahrung der Kirchenunion nicht auf. Er hielt die Unterschiede die zwischen den beiden Konfessionen vorherrschten ebenso wie Erasmus von Rotterdam, aufgrund ihrer theologischen Gemeinsam­keiten für überbrückbar, wodurch eine Einigung beider Religionen bzw. das Leben beider in Eintracht, nicht in bloßer Duldung der andren, greifbar zu sein schien.[47]

Insofern ist in dieser Toleranzargumentation Michel de L'Hôpitals nicht eine Einwilligung in die Konsolidierung oder Zulassung einer zweiten Religion zu sehen, sondern lediglich eine Möglichkeit den religiösen Streit zu befrieden und eine Einheit der Kirche u.a. durch schnelle Reformen zu bewahren.

Den Protestanten wiederum bot diese neue Toleranzpolitik, Zeit zum Aufatmen und eine, wenn auch befristete, Erleichterung ihrer Lebensumstände.

„Noch nie war der Toleranz als politische Theorie im Reformzeitalter in vergleichbarer Weise Gelegenheit geboten worden, ihren Wert für die Wiederherstellung der inneren Ruhe eines großen Landes und darüber hinaus ihre Brauchbarkeit für handfeste machtpolitische Interessen zu zeigen.“ [48]

VI. IV Die Generalstände in Orleans - 13. Dezember 1560

„In welchem Zustande befand sich Frankreich! Ein Knabe König, eine Frau an der Regierung, alle Großen untereinander in Feindschaft, das Volk wegen der Religion in Empörung“ [49]

Nach dem plötzlichen Tod Franz II. und der Thronbesteigung seines neunjährigen Bruders Karl IX. übernahm Katharina di Medici die Regentschaft und Antoine von Navarra wurde zum Generalleutnant ernannt.[50] Die Guisen verloren am Hof an Einfluss, so dass sich die politische Situation erneut veränderte.

In Anbetracht des nicht mehr ausrottbaren Protestantismus war die Rettung der Einheit des Staates und die Wahrung der königlichen Autorität ihres Sohnes Katharina di Medicis oberstes Ziel. Nun mussten Mittel und Wege gefunden werden, um die Koexistenz zweier unterschiedlicher Religionen zu organisieren.

1560 hatte Katharina di Medici mehr Macht denn je in ihren Händen, was sich gleichermaßen auf ihren Kanzler Michel de L'Hôpital übertrug, der nun, fast gänzlich losgelöst vom Einfluss der Guisen, frei agieren konnte.

Die Rede Michel de L'Hôpitals zur Eröffnung der Generalstände, welche erstmalig nach 80 Jahren in Orleans am 13. Dezember 1560 wenige Tage nach dem Tod Franz II. wieder zusammen trafen, kann demnach als erste offizielle Stellungnahme zur Religionspolitik der neuen Regierung gesehen werden.

Neben der hohen Verschuldung des Königs und der Unzufriedenheit der Stände als eine Ursache für die im ganzen Land währenden Wirren, gibt Michel de L'Hôpital die Religion als Hauptursache des Aufruhrs an.[51] Dies lässt ihn darauf schließen, dass die Religion als Grund der bedrohlichen und gewaltsamen Aufstände in ihrem Wesen ebenfalls schlecht wäre. Da die christliche Religion aber Gewaltanwendung verbiete und das Ertragen und Dulden von Gewalt lehrt, handeln nach Michel de L’Hôpital jene Christen, die gewaltsam für ihre Religion kämpfen, unrechtmäßig.

„Wie unsere Religion nicht mit Waffen begonnen hat, so wird sie auch nicht durch Waffen erhalten und bewahrt.“ [52]

Er spricht sich demnach für ein gewaltloses Vorgehen gegen die Häretiker aus. Einzig die Überzeugungskraft der Worte solle diese wieder auf den richtigen Weg führen.

Auch die Benutzung von Waffen als Verteidigung gelte in seinen Augen, da die Pflicht zum Gehorsam gegenüber dem König ein Auflehnen gegen diesen strengstens verbietet, als verwerflich.

An diese Argumentation schließt Michel de L'Hôpital ein Plädoyer gegen den Tyrannenmord an. Auf diese Weise verbindet er auf der Basis des christlichen Duldens und Ertragens, zwei für ihn wichtige Aspekte.

Zum einen ist dies das gewaltfreie Zusammenleben der beiden Religionen und die daraus resultierende Beendigung von Aufständen und Übergriffen, der jeweils einen oder anderen Seite, welches eine Befriedung des Landes und eine Stärkung der Krone mit sich brächte. Zum anderen hebt er gleichermaßen die uneingeschränkte Macht und den unbedingten Gehorsam, der dem Herrscher zu erweisen sei, hervor und plädiert auf diese Weise für eine Stärkung der Position der Regierung und eine Vermehrung von deren Macht.

Das Toleranzkonzept des sittsamen christlichen Ertragens im steten Vertrauen auf Erlösung von Leiden und Übeln, die man nicht ändern kann, durch Gott, findet in dieser Argumentation zunächst ihren Niederschlag. Wie Erasmus von Rotterdam verweist auch Michel de L'Hôpital auf das Dulden und Gelten lassen des Anderen als wahre philosophia christi und spricht sich für ein gewaltloses, allein auf verbaler Überzeugung beruhendes Umgehen mit den Protestanten aus.

„Es ist Torheit auf Frieden, Ruhe und Verträglichkeit zwischen Menschen zu hoffen, die verschiedenen Glaubens sind. Es gibt keine Überzeugung, die so tief in die Herzen der Menschen dringt wie der Glaube und die so tief Menschen entzweien kann.“ [53]

An dieser Stelle wird die Macht und der große Einfluss, welcher von der Religion ausgeht, betont und auf die Gefahr einer religiösen Spaltung hingewiesen, die Ungehorsamkeit gegenüber dem König verbunden mit Unruhen oder gar Bürgerkriege zur Folge haben könnte. Folglich ist es seiner Ansicht nach sinnvoll und dem Wohle des Staates das Dienlichste, wenn die Einheit der Religion gewahrt bliebe.

Gemäß dem Grundsatz: une loi, une foi, un roi ließen sich bürgerkriegsähnliche Zustände zukünftig vermeiden, das Land wäre befriedet und die Macht des Königs gesichert.[54]

Obwohl Michel de L'Hôpital das friedliche Dulden der anderen Religion für unabdingbar hält, steht für ihn gleichermaßen eine Koexistenz zweier Religionen in ein und dem selben Staat außer Frage. Die Einheit der Kirche bleibt für ihn weiterhin das oberste Ziel, mit der er gleichzeitig die Hoffnung auf Frieden im Land verknüpft.

In dieser Hinsicht beinhaltet Michel de L'Hôpitals Toleranzkonzept zu diesem Zeitpunkt weder eine umfassende Legalisierung der neuen Religion noch deren Freiheit. Vielmehr sieht es eine Toleranz wie sie auch bei Erasmus von Rotterdam zu finden ist, vor, die davon ausgeht, dass Gott jene Häresien bewusst ins Leben rief, um die Menschen in ihrer christlichen Geduld zu prüfen. Die neue Religion soll daher lediglich zur Vermeidung von Aufständen, die den Staat wiederum schaden würden bis zu einem Konzil, welches die Einheit der Kirche wieder herstellen würde, toleriert werden.[55]

Wie in der Rede von Fontainebleau knüpft der Kanzler, indem er eine Wiederver­einigung beider Religionen nicht ausschließt, hier ebenfalls an Erasmus von Rotterdam an. Auch führt er abermals die Missstände der alten Kirche als Ursache für das Aufblühen der neuen Religion an und betont wie in Fontainebleau die Möglichkeit der Wiederherstellung der Einheit der Kirche durch schnelle Reformen innerhalb dieser.

„Wir müssen uns zuerst mit Tugend und Sittsamkeit wappnen und dann mit den Waffen der Nächstenliebe, des Gebetes und des Gotteswortes angreifen, welche allein die richtigen Waffen für einen solchen Kampf sind.“ [56]

Michel de L'Hôpital schließt seine Rede mit einem flammenden Plädoyer für eine milde Vorgehensweise unter Besinnung auf theologische Gemeinsamkeiten bei der Rückführung der Protestanten zur wahren Religion, das ganz im Zeichen des Humanismus jener Zeit steht.

„Wir müssen mit allen Mitteln jene, die sich im Irrtum befinden, auf den rechten Weg zurückbringen (...) wir müssen ihnen helfen, ohne darauf zu warten, daß man uns zu Hilfe ruft. Wer das nicht tut hat keine Nächstenliebe: Menschen zu hassen ist aber schlimmer als deren Fehler (...) Mit Sanftheit kommen wir weiter als mit Strenge. Verbannen wir diese teuflischen Wörter, die Parteien, Fraktionen und Zwietracht bezeichnen: Lutheraner, Hugenotten (...) lassen wir nicht von der einen Bezeichnung Christ ab.“ [57]

Die Betonung der Gemeinsamkeiten beider Religionen in ihrem Glauben, deutet auf Michel de L'Hôpitals noch andauernde Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der Glaubensrichtungen, aufgrund der als überbrückbar erscheinenden Gegensätze, hin. Gleichwohl ist dies ein Zeugnis dafür, dass der Kanzler, da es seiner Ansicht nach nur eine wahre Religion geben kann, zu diesem Zeitpunkt eine Legalisierung einer zweiten Kirche ablehnt. Auf diese Weise betrachtet er wie in der Rede von Romorantin die Protestanten als verirrte Schafe, die nur wieder zur Herde zurück geführt werden müssten.

Zwei wesentliche Punkte Michel de L'Hôpitals Toleranzpolitik lassen sich aus dieser Rede ableiten. Zum einen ist dies der uneingeschränkte Vorzug des Staatwohles. Er stellt dieses zwar noch nicht gänzlich über die religiösen Differ­enzen, doch ist bemerkbar, dass das primäre Ziel seiner Toleranzkonzeption, die Befriedung und die damit verbundene Stabilität des Staates und der Krone ist.

Zum anderen verfechtet er das humanistische Menschheitsideal und verurteilt den wie auch immer gearteten Hass zwischen Menschen zutiefst.

Demnach ließe sich überspitzt formulieren, dass Michel de L'Hôpital nicht nur das Wohl des Staates, sondern auch den Menschen und dessen Wohlergehen über die Religion stellt.

VI.V Zwischen Orleans und Saint Germain

Die Versammlung der Generalstände in Orleans war erfolglos geblieben. Die Stände standen einer Übermacht des Königs, wie sie Michel de L'Hôpital propagierte, weitestgehend skeptisch gegenüber und versuchten dessen Handlungsspielraum weiter einzudämmen, indem sie u.a. keinerlei Zusagen zur Behebung der finanziellen Krise der Krone machten.

Durch die stetige Ausbreitung des Protestantismus geriet die Krone immer mehr in Bedrängnis. Sie konnte es sich nun, ihrer eigenen Machtstellung wegen, nicht mehr erlauben, sich auf die eine oder andere Seite zu stellen. Der Hochadel war in zwei sich feindlich gegenüberstehende Lager gespalten, die die Regierung zunehmend unter Druck setzten. In der fortwährenden Hoffnung Michel de L'Hôpitals auf ein friedenstiftendes Konzil, strebte er bis zu dessen Zusammentritt einen Interimszustand an, der der Krone relative Unabhängigkeit ermöglichen sollte.[58]

Die andauernden Unruhen und Kämpfe zwischen Katholiken und Protestanten gaben schließlich Anlass zu einem neuen Edikt.

Das Edikt von Fontainebleau im April 1561 trug der Idee Rechnung, dass man die Gesinnung breiter Bevölkerungskreise nicht mehr zum Inhalt von Strafprozessen machen dürfe.[59] Sein Toleranzkonzept eines gewaltfreien Umgangs bzw. Erduldens des Anderen, in Anbetracht des nicht mehr ausrottbaren Protestantismus, ohne selbst daran Schaden zunehmen, findet hier wie auch in seiner Rede „Ermahnung an die Fürsten“ Ausdruck.[60]

Da man einer Konsolidierung einer zweiten Kirchenorganisation jedoch entgegen­treten wollte, ist unter diesen Umständen nicht von einer Gewährung der Gewissens­freiheit zu sprechen. Die religiöse Überzeugung des Einzelnen war zwar durch das Edikt geschützt, doch durfte diese unter keinen Umständen öffentlich verbreitet werden. Man gestattete den Protestanten Versammlungen in Privathäusern, religiös Gefangene wurden frei gelassen und die aus religiösen Gründen Exilierten bekamen unter der Bedingung fortan katholisch zu leben das Recht auf eine Rückkehr.[61]

„Ehe nicht in Frankreich die Kirchenreform durchgeführt war, die unverzichtbar zum Toleranzkonzept von 1560 gehörte, mußte der Rückstrom den Konflikt verschärfen statt zu dämpfen.“ [62]

Stand dieses Edikt auch im Zeichen der angestrebten Befriedung des Landes, kam es doch keiner der beiden Parteien entgegen. Die Protestanten fühlten sich in ihren Forderungen übergangen und begannen offen von einem drohenden Bürgerkrieg zu sprechen. Auf katholischer Seite hingegen widersetzte man sich, der nach ihrer Meinung aus dem Edikt, resultierenden Zulassung einer zweiten Religion. Anstatt also den Konflikt zu mildern, verschärfte das Edikt die Fronten zwischen beiden Religionen um so mehr.

Ein Religionsgespräch in Poissy, bei dem beide Parteien angehört werden würden, sollte nach Michel de L'Hôpital den gewünschten Ausgleich bzw. eine versöhnliche Atmosphäre bis zur Einberufung eines allgemeinen Konzils schaffen. Die Hoffnung auf die Überwindbarkeit der Gegensätze und einer daher möglichen Einigung hielt noch immer an. Aus diesem Grund kam es dem Kanzler, in Anlehnung an Erasmus von Rotterdam besonders darauf an, dass man sich bei diesem Religions­gespräch auf Gemeinsamkeiten bezüglich der christlichen Grundwahr­heiten und nicht auf dogmatische Unterschiede konzentrierte. Für ihn stand eine Reform der Sitten, die Abschaffung kirchlicher Missstände und die Wiederher­stellung der Ruhe im Staat im Mittelpunkt. Spitzfindigkeiten wie z.B. die unterschiedlichen Auffassungen beider Konfessionen bezüglich der Ausführung des Abendmahls sollten lediglich eine untergeordnete Stellung einnehmen.[63]

Eine gewünschte Versöhnung beider Parteien blieb am 9. September 1561 bei dem Religionsgespräch von Poissy aus.[64]

Die kontroversen Reden von Theodor Beza und dem Jesuitengeneral Lainez legten die Kluft zwischen beiden Religionen offen[65] und vertieften diese so stark, dass selbst Michel de L'Hôpital nun von der Idee einer friedlichen Einigung und Wiederzusammenführung beider Parteien abkommen musste.[66]

Die Lage schien nahezu ausweglos. Man konnte zum einen mit allen Mitteln auf der alten Religion beharren, was aber wie die Vergangenheit zeigte wenig Erfolg versprach. Zum anderen bestand die Möglichkeit, die neue Religion zur Staatsreligion zu erheben. Dies hätte jedoch wiederum die gleichen, wenn nicht noch größere Unruhen und Kämpfe mit sich gebracht. Die Organisation einer Koexistenz beider Religionen in einem Staat schien unausweichlich. Doch

„konnte ein Nebeneinander zweier Religionen, die sich unversöhnlich gegenüber standen , von der Staatsmacht überwacht werden, dass man nicht in den von den Calvinisten schon vorhergesagten Religionskrieg hineintrieb?“ [67]

VI.VI Die Rede vor der Versammlung der Parlamentsdelegierten zu Saint Germain am 3. Januar 1562 und das Januaredikt

„Manche Leute vertreten die Meinung, der König müsse sich auf die eine oder andere Seite stellen, und dadurch könnte die Glaubensspaltung aufgehoben werden. Das kommt meiner Meinung nach auf das Gleiche heraus, wie wenn man dem König riete, sich auf die eine oder andere Seite zu stellen und dann zur Zerschlagung der anderen eine Armee zu sammeln; das schlüge aber nicht nur unserem Wesen als Christ direkt ins Gesicht, sondern dem Menschen überhaupt. (...) Ein Sieg, welcher Seite er auch zufiele, könnte nichts anderes als Unheil bringen sowohl den Siegern als auch den Unterlegenen, genau wie wenn die Glieder eines Körpers sich einander bekämpften. Vielleicht ginge das noch an in einer Republik; aber in einem Königreich, das auf den Gehorsam einem einzigen König gegenüber gründet, können wir solche Parteilichkeiten nicht dulden.“ [68]

Auch in dieser Rede plädiert Michel de L'Hôpital für eine Toleranz im Sinne eines Duldens und Ertragens des nicht besiegbaren Anderen. Abermals beruft er sich auf jene Wahrheiten, die beiden Religionen zu Grunde liegen. Diese Rück­besinnung auf Gemeinsamkeiten verbindet er nun nicht mehr mit der Hoffnung auf eine mögliche Wiedervereinigung der Religionen, sondern unterstreicht die Grundwahrheiten zum Zwecke eines friedlichen Neben­einander­lebens.

Das Religionsgespräch von Poissy führte dem Kanzler die Unvereinbarkeit der religiösen Überzeugungen vor Augen. Die Erkenntnis, dass der Protestantismus nicht mehr auszuschalten sei, veranlasste ihn, nun Mittel und Wege des gemeinsamen Miteinanders zu suchen.

An die Annahme der Unvereinbarkeit bzw. der Unmöglichkeit der Rückführung der Protestanten zum katholischen Glauben knüpft sich gleichermaßen die Inkaufnahme einer Koexistenz beider Religionen unter einem König. Damit bricht Michel de L'Hôpital erstmals mit der bis dahin noch verfochtenen mittelalterlichen Ansicht, dass die staatliche Einheit eine kirchliche Einheit zur Voraussetzung habe.

In seiner Rede am 3. Januar lehnt er es ab, über religiöse Streitfragen zu debattieren und stellt die Staatsangelegenheiten eindeutig in den Vordergrund. Indem er die religiösen Fragen den „Kirchenmännern“ überlässt[69] und sich ausschließlich um Ruhe und Ordnung im Staat sorgt, trennt er die kirchlichen Angelegenheiten von denen des Staates und stellt das Wohl des Staates ausdrücklich über die Religionsfrage.

„Und (nach römischen Recht) können mehrere Bürger sein, auch wenn sie nicht Christen sind: sogar ein Exkommunizierter verliert sein Bürgerrecht nicht. Und ebenso kann man in Ruhe mit solchen zusammenleben, die eine verschiedene Anschauung haben...“ [70]

Nicht länger das Ertragen und Ausharren der anderen Partei mit der stringenten Rückbesinnung auf theologische Gemeinsamkeiten, steht im Mittelpunkt dieser Aussage, sondern der Aufruf zu einer bürgerlichen Toleranz. Diese zielt auf ein friedvolles Neben- und Miteinander der unterschiedlichen Religionen ab, indem sie wie Michel de L'Hôpital nicht die Unterschiede der Anschauungen, sondern die Verbindung der Menschen als Bürger in ein und dem selben Staat in den Vordergrund stellt.

„...wie wir in einer Familie sehen, in der die katholischen Glieder in Frieden und Liebe mit Anhängern der neuen Religion zusammen leben.“ [71]

Hatte Michel de L'Hôpital zwei Jahre vorher auf der Ständeversammlung von Orleans auf dem Prinzip une foi, une loi, un roi bestanden, war er nun von diesem abgekommen und schien einem religiösen Pluralismus nicht mehr im Wege zu stehen.

Die religiöse Toleranz wurde von einer politischen bzw. bürgerlichen Toleranz, die nahezu ausschließlich dem Wohle des Staates, nicht dem der Kirche, dienen sollte, abgelöst. Diesbezüglich zieht Michel de L’Hôpital die Wahrung der Nation einer Wiederherstellung der religiösen Einheit vor.

Er folgt nun einer Toleranzargumentation, die man in dieser Weise erstmals 1561 in der Flugschrift „ Exhortation aux princes et seigneurs du conseil privé du poy pour obvieraux sédition qui semblent nous menacer pour le fait de la religion“ von Estienne Pasquier vorfindet und die später von der Partei der „politiques“ getragen wird.[72] Es drängt sich sogar die Vermutung auf das Jean Bodin in seinen „six livres de la republique“ an das Toleranzkonzept Michel de L'Hôpitals anknüpfte, indem er den Herrscher, der sämtliche Staatsgewalt in seiner Person sammelt, als neutrale Macht über allen Parteien propagiert und auf die Wiederherstellung einer Glaubenseinheit weniger Wert legt als auf das Handeln im Sinne der christlichen Religion, ganz gleich welcher Konfession.

Das in dieser Rede Michel de L'Hôpitals dargelegte Toleranzkonzept findet seine praktische Umsetzung im Edikt von Saint Germain (Januaredikt), welches den Glaubenszwang aufhob und somit die mittelalterliche Glaubenseinheit auf offizieller Ebene aufbrach.[73] Der Wunsch einer Wiedervereinigung beider Konfessionen durch ein allgemeines Konzil ist zwar im Edikt noch vorhanden, doch wird die Existenz der protestantischen Religion durch die Erlaubnis für das öffentliche Abhalten von Gottesdiensten außerhalb der Städte, das Organisieren von Synoden und die Garantie der Sicherheit bei Versammlungen in Privathäusern anerkannt.

Ebenso wird im Edikt zu einem friedlichen Miteinander aufgerufen, bei dem der Mensch als Bürger, also das Konzept der bürgerlichen Toleranz, und nicht religiöse Fragen im Mittelpunkt stehen.

„...einander nicht der Religion wegen zu beleidigen, zu schmähen oder zu reizen, keinen Aufstand zu erregen zu organisieren oder zu begünstigen, sondern sich einer gegen den anderen ruhig und friedlich zu betragen.“[74]

Frieden und Gewaltlosigkeit werden als Mittel der Umsetzung einer religiösen Koexistenz gepriesen.

Wenngleich das Januaredikt die protestantische Lehre indirekt anerkennt und ihren Anhängern, das Recht gibt, ihr religiöses Leben weitestgehend selbst zu gestalten, nimmt die katholische Lehre doch eine privilegiertere Stellung ein. Da die Verbreitung der protestantischen Lehre noch immer gewissen Beschränkungen unterliegt, kann man weder von einer gewährten Religionsfreiheit noch von einer gleichberechtigten Koexistenz zweier Religionen in einem Staat sprechen. Doch bot das Edikt dem Protestantismus erstmals eine rechtliche Existenzgrundlage und kann als praktisches Ergebnis der Kanzleraktivität Michel de L'Hôpitals betrachtet werden. Er blieb während dieser zwei Jahre seines Kanzleramtes konsequent seiner humanistischen Toleranzpolitik im Sinne Erasmus von Rotterdam treu. Neben Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit stand für ihn außerdem das Wohl des Staates und die Wahrung der Autorität der Krone an erster Stelle. Ging er anfangs noch von einer Glaubenseinheit aus, die unter allen Umständen, aber ohne Gewalt wieder herzustellen sei, wich er im Zuge der immer deutlicher hervor tretenden Differenzen zwischen den beiden Religionen, von diesem Konzept ab und stellte nun die bürgerliche Toleranz, welche die religiösen Fragen zu Gunsten des bürgerlichen Allgemeinwohls und des Staatswohls in den Hintergrund rückt, in den Mittelpunkt.

VII. Das Scheitern der Toleranz

„Obwohl das Januaredikt bereits deutlich in die Richtung des Edikts von Nantes wies, vermochte es den Ausbruch der Religionskriege doch nicht mehr aufzuhalten. L'Hôpital hatte die Bedürfnisse der französischen Nation klar erkannt, seine praktische Pazifikationspolitik aber war ein Mißerfolg.“ [75]

Die Katholiken, insbesondere der katholische Adel am Hofe befürchtete eine Minderung seines Einflussbereiches und damit verbunden einen enormen Machtverlust. Durch seine Toleranzpolitik war Michel de L’Hôpital in ihren Augen ein Hugenotte geworden.[76]

Nach dem Massaker von Vassy (1562), bei dem unter Führung von Franz von Guise ein protestantischer Gottesdienst gewaltsam aufgelöst und 60 Hugenotten umgebracht worden, erhob sich die protestantische Partei zum bewaffneten Rückschlag. Begleitet von Bauernaufständen, aufgrund von Missernten und Preisanstiegen, sowie dem Aufstand der Niederlande gegen Spanien, begann der erste Religionskrieg.[77]

Dementsprechend kann man das im Bestreben für Toleranz und inneren Frieden stehende Januaredikt, sogar als eigentlichen Auslöser der Religionskriege, welche in den folgenden Jahren Frankreich heimsuchten, werten.

Die katholische Partei versuchte nun mit aller Gewalt, die Macht am Hof an sich zureißen. Die humanistischen Ansichten Michel de L’Hôpitals fanden im königlichen Rat kein Gehör mehr. Seine dennoch fortwährende Stellung als Kanzler in der Zeit der ersten Religionskriege, hatte er einzig und allein dem Wohlwollen Katharina di Medici zu verdanken.

Politisch weitestgehend isoliert, zog er sich in die Poesie zurück. Seine Gedichte schildern das Grauen der Kriege und dokumentieren sein Festhalten an einer friedlichen Lösung zur Beilegung der religiösen Konflikte.

Der Hass zwischen beiden religiösen Parteien steigerte sich im Verlauf des ersten Religionskrieges mehr und mehr. Franz von Guise wurde von einem protestantischen Fanatiker ermordet.

Nach einer protestantischen Niederlage bei Dreux, wurden die Bestimmungen des Januaredikts im Frieden von Amboise 1563 eingeschränkt.[78]

Es schien jedoch als wüchse durch diesen Frieden der Einfluss Michel de L’Hôpitals wieder am Hofe. Die Unvereinbarkeit und der Hass zwischen beiden Religionen blieb hingegen bestehen und setzte sich in weiteren Religionskriegen fort. Die jeweiligen Friedensverträge zu den Kriegen bestätigten weitestgehend die Bestimmungen von Amboise und bedeuteten dem zu Folge eine Einschränkung der Bestimmungen des Januaredikts. Michel de L’Hôpital gelang es immer weniger sich mit seiner Toleranzpolitik durchzusetzen, so dass er schließlich 1568 ganz aus seinem Amt verdrängt wurde.[79] Den blutigen Höhepunkt der Religionskriege, die Bartholomäusnacht von 1572, erlebte er auf seinem Landgut bei Vignay, auf das er sich zurückgezogen hatte und wo er am 23. März des folgenden Jahres starb.[80]

Der Schrecken der Bartholomäusnacht, die ca. 10.000 Menschen das Leben gekostet hatte, bewog zahlreiche Katholiken, u.a. angeregt durch Bodins Werk „Les six livres de la republique“, die Einheit und den Frieden des Staates höher als religiöse Differenzen zu stellen. Die Partei der „politiques“, als deren Vorläufer Michel de L’Hôpital durchaus zu sehen ist, waren bereit, da sie den wirtschaftlichen Niedergang und den sozialen Aufruhr, der aus den Bürgerkriegen resultierte zu Gunsten eines stabilen und starken Staatswesens beenden wollten, einen modus vivendi mit den Protestanten zu finden.[81]

Seit 1573 spalteten sich diese auf katholischer Seite zunehmend von der radikal katholischen Liga, die immer noch die gewaltsame Ausrottung des Protestantismus anstrebte, ab.[82] Diese Bestrebungen blieben jedoch im allgemeinen erfolglos.

Erst ca. 30 Jahre nach Michel de L’Hôpitals Tod wurde von Heinrich IV. dessen Toleranzpolitik fortgesetzt und führte mit der dem Edikt von Nantes (1598) zu einer sozialen und politischen Gleichberechtigung der Hugenotten in Frankreich, die erst 1685 unter Ludwig XIV. wieder aufgehoben wurde.

VIII. Schlussbemerkungen

Aus dem hier Dargelegten lässt sich deutlich der Wandel in Michel de L’Hôpitals Toleranzgedanken ablesen. Beharrte er anfangs noch auf der Einheit der Kirche und plädierte für eine Toleranz im Sinne eines Ausharrens und Ertragen der Umstände, die von Menschenhand nicht zu ändern seien, ging er bald zu einer bürgerlichen Toleranz, die den Menschen und den Respekt vor dem Individuum in den Vordergrund rückte, über. Insofern handelte es sich hier nicht mehr um eine eher passive und in ihrem Wesen einschränkende Toleranz, sondern doch vielmehr um eine Toleranz, die den Anderen in seinem Wesen anerkennt und diesem die Möglichkeit einer freien Entfaltung bot.

Obgleich Michel de L’Hôpitals Toleranzbestrebungen weitestgehend erfolglos blieben und statt der ersehnten Ruhe und Ordnung im Staat Anlass zu immer neuen Ausschreitungen zwischen Protestanten und Katholiken gaben, eröffneten sie doch für die protestantische Bewegung eine, wenn auch nur für eine bestimmte Zeit, rechtlich gesicherte Existenzgrundlage, auf der sie sich organisieren und weiter ausbauen konnte.

Zu betonen bleibt, dass seine Toleranzpolitik neben seiner humanistischen Gesinnung einzig auf dem Ziel der Erhaltung und Wahrung des Staatswohles basierte. Insofern konnte auch Heinrich IV. an jene Toleranzpolitik anknüpfen und diese mit dem Edikt von Nantes erneut verwirklichen.

Aufgrund seiner Politik kann Michel de L’Hôpital durchaus als ein Wegbereiter jener Toleranzidee gesehen werden, wie sie erst im Zeitalter der Aufklärung durch Locke oder Voltaire systematisch vertreten und verbreitet wurde.

„Mit denjenigen, die von wahrer Gottesverehrung und echter Frömmigkeit nichts wissen wollten, welche sich sträuben die priesterlichen Pflichten zu erfüllen (...) mit diesen führe ich wie durch ein Schicksal bestimmt Krieg. Gegen sie habe ich gekämpft mit Gesetzen und Edikten, aber ich habe nichts als Hass und Feindschaft davongetragen...“[83]

Quellenverzeichnis

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L’Hôpital, Michel de: Ermahnung an die Fürsten. S.107-111. ebenda.

L’Hôpital, Michel de: Rede vor der Versammlung der Parlamentsdelegierten zu Saint Germain. 3. Januar 1562. S.107-111. ebenda.

Das Januaredikt 1562. S.252-253. In: Lantemann, Wolfgang/ Schlenke, Manfred (Hg.): Geschichte in Quellen. Renaissance, Glaubenskämpfe, Absolutismus. 3. Auflage. München 1982.

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Wagner, Michael: Kreuzzug oder Klassenkampf? Zur Sozialgeschichte der französischen Religionskriege im späten 16. Jahrhundert. Gießen 1995.

[...]


[1] Vgl. Schreiner, Klaus: Toleranz. S.445-605. In: Bunner, Otto/ Conze, Werner;/Koselleck, Reinhart (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Bd.6. Stuttgart 1990. S.446.

[2] Vgl. Hassinger, Erich: Religiöse Toleranz im 16. Jahrhundert. Motive, Argumente, Formen der Verwirklichung. Vorträge der Aeneas - Silvius - Stiftung an der Universität Basel. Heft VI. Basel 1966. S.7-9.

[3] ebenda. S. 6.

[4] Schreiner, Klaus: Toleranz. a.a.O. S. 446.

[5] Guggisberg, Hans R.: Wandel der Argumente. S. 455-481. In: Lutz, Heinrich (Hg.): Zur Geschichte der Toleranz und Religionsfreiheit. Darmstadt 1972. S. 459.

[6] Vgl. Hassinger, Erich : Religiöse Toleranz im 16. Jahrhundert. Motive, Argumente, Formen der Verwirklichung. a.a.O. S. 6.

[7] Zum einen ist hier der Umgang mit Häretikern, also Abweichlern z. B. innerhalb der protestantischen Bewegung gemeint. Und zum anderen die Streitfrage nach dem Vorzug des Wohles entweder der Kirche oder des Staates.

[8] Guggisberg, Hans R.: Wandel der Argumente. a.a.O. S. 457.

[9] Vgl. Klueting, Harm: Das konfessionelle Zeitalter 1525-1648. Stuttgart 1989. S.232-234.

[10] Vgl. Mieck, Ilja: Die Entstehung des modernen Frankreichs. 1450-1610. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen. Stuttgart, Berlin, Mainz 1982. S. 233.

[11] Vgl. Klueting, Harm: Das konfessionelle Zeitalter 1525-1698. S.237-239.

[12] Venard, Marc: Frankreich und die Niederlande. S.447-509. In: Venard, Marc (Hg.): Geschichte des Christentums. Religion. Politik. Kultur. Die Zeit der Konfessionen. Bd.8. Breisgau, Basel, Wien 1992. S. 467.

[13] Vgl. Voss, Jürgen: Geschichte Frankreichs II. Von der frühneuzeitlichen Monarchie bis zur ersten Republik. 1500 - 1800. München 1980. S.29-30.

[14] Vgl. Sieburg, Heinz Otto: Geschichte Frankreichs.5 Auflage. Stuttgart, Berlin, Köln 1995. S.93-94.

[15] Vgl. Venard, Marc: Frankreich und die Niederlande. a.a.O. S. 467.

[16] Vgl. Meyer, Jean: Frankreich im Zeitalter des Absolutismus. In: Favier, Jean: Geschichte Frankreichs. Bd.3. Stuttgart 1990. S.186. und Mieck, Ilja: Die Entstehung des modernen Frankreichs. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen. 1450-1610. S.232-236.

[17] Vgl. Voss, Jürgen: Geschichte Frankreich II. 1500-1800. S. 31.

[18] Vgl. ebenda. S.30. und Hinrichs, Ernst: Renaissance, Religionskriege und Begründung der absoluten Monarchie. S.128-163. In: Hinrichs, Ernst (Hg.): Kleine Geschichte Frankreichs. Stuttgart 1994. S.145.

[19] Vgl. Klueting, Harm: Das konfessionelle Zeitalter 1525-1698. S.239.

[20] Vgl. Mieck, Ilja: Die Entstehung des modernen Frankreichs. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen. S.235.

[21] Vgl. Venard, Marc: Frankreich und die Niederlande. a.a.O. S. 479.

[22] Vgl. Mieck, Ilja: Die Entstehung des modernen Frankreichs. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen. S.234.

[23] Vgl. Venard, Marc: Frankreich und die Niederlande. a.aO. S. 479.

[24] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. Basel, Frankfurt am Main 1985. S.57.

[25] Vgl. Hinrichs, Ernst: Renaissance, Religionskriege und Begründung der absoluten Monarchie. a.a.O. S.150-152.

[26] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.55-67.

[27] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S. 68-69.

[28] ebenda. S. 69

[29] Vgl. ebenda. S. 70.

[30] Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S. 73.

[31] Vgl. Guggisberg, Hans R.(Hg.): Religiöse Toleranz. Dokumente zur Geschichte einer Forderung. Stuttgart, Bad Cannstatt 1984. S. 102.

[32] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.79.

[33] ebenda. S.78.

[34] Guggisberg, Hans R.: Wandel der Argumente. a.a.O. S.467.

[35] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hôpital. Duisburg 1877. S.8 und Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.79.

[36] Vgl. Roeser, Volker: ebenda. S. 79-80.

[37] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hôpital. S.9.

[38] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.84.

[39] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich.. S.88.

[40] ebenda. S.110.

[41] Vgl. ebenda. S.129.

[42] ebenda.

[43] Vgl. Schreiner, Klaus: Toleranz. a.a.O.S.472-476.

[44] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.120.

[45] Vgl. ebenda. S.98.

[46] Vgl. Schreiner, Klaus: Toleranz. a.a.O. S.475.

[47] Vgl. Schreiner, Klaus: Toleranz. a.a.O. S.476.

[48] Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S. 105.

[49] Ranke, Leopold: Französische Geschichte. Essen 1996. S.110.

[50] Vgl. Babel,Rainer: Karl IX. S.99-119. In: Hartmann, Peter C. von: Französische Könige und Kaiser der Neuzeit von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870. München 1994. S.100.

[51] Vgl. Guggisberg, Hans R.(Hg.): Religiöse Toleranz. Dokumente zur Geschichte einer Forderung. S. 102.

[52] L’Hôpital, Michel de: Rede vor den Generalständen in Orleans13. Dezeber 1560. S.104-107. In:

Guggisberg, Hans R.(Hg.): Religiöse Toleranz. Dokumente zur Geschichte einer Forderung. S.104.

[53] L’Hôpital, Michel de: Rede vor den Generalständen in Orleans13. Dezeber 1560. a.a.O. S.105.

[54] Vgl. ebenda. S.106.

[55] Vgl. L’Hôpital, Michel de: Rede vor den Generalständen in Orleans13. Dezeber 1560. a.a.O. S.105.

[56] ebenda.

[57] ebenda. S.107.

[58] Vgl. u.a. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S. 140-142. und Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hôpital. S.20-21.

[59] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S. 142.

[60] Vgl. L’Hôpital, Michel: Ermahnung an die Fürsten. S.107-111. In: Guggisberg, Hans R. (Hg.): Religiöse Toleranz. Dokumente zur Geschichte einer Forderung.

[61] Vgl. Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.143.

[62] ebenda. S.144.

[63] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’ Hôpital. S.30.

[64] Vgl. Mieck, Ilja: Entstehung des modernen Frankreichs. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen. S.238.

[65] Ein Hauptproblem war u.a. die verschiedenen Auffassungen bezüglich des Abendmahls.

[66] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hopital. S.35.

[67] Roeser, Volker: Politik und religiöse Toleranz vor dem ersten Hugenottenkrieg in Frankreich. S.145.

[68] L’Hôpital , Michel de: Rede vor der Versammlung der Parlamentsdelegierten zu Saint Germain. 3.

Januar 1562. In: Guggisberg, Hans R. (Hg.): Religiöse Toleranz. Dokumente zur Geschichte einer Forderung. S.111.

[69] Vgl. L’Hôpital, Michel de: Rede vor der Versamlung der Parlamentsdelegierten zu Saint Germain. 3. Januar 1562. a.a.O. S.111.

[70] ebenda.

[71] ebenda.

[72] Guggisberg, Hans R.: Wandel der Argumente. a.a.O. S.103.

[73] Vgl. Das Januaredikt 1562. S. 252-253. In: Renaissance, Glaubenskämpfe, Absolutismus. In: Lantemann, Wolfgang/ Schlenke, Manfred: Geschichte in Quellen. 3. Auflage. München 1982.

[74] ebenda. S.253.

[75] Guggisberg, Hans R.(Hg.): Religiöse Toleranz. Dokumente zur Geschichte einer Forderung. S.104.

[76] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hôpital. S.41.

[77] Vgl. Klueting, Hartmut: Das konfessionelle Zeitalter 1525-1648. S.241-244.

[78] Vgl. ebenda. S.244.

[79] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik es Kanzlers Michel de L’Hôpital. S.48-52.

[80] Vgl. Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hôpital. S.52.

[81] Vgl. Venard, Marc: Frankreich und die Niederlande. a.a.O. S.482. und Wagner, Michael: Kreuzzug oder Klassenkampf? Zur Sozialgeschichte der französischen Religionskriege im späten 16. Jahrhundert. Gießen 1995. S.102.

[82] Vgl. Lutz, Heinrich: Reformation und Gegenreformation. 3.Auflage. München 1991. S.81.

[83] Michel de L’Hôpital in einem Brief an Papst Pius IV. zitiert in: Geuer, Friedrich: Die Kirchenpolitik des Kanzlers Michel de L’Hôpital. S.42.

Details

Seiten
36
Jahr
2002
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111179
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,0
Schlagworte
Toleranzpolitik Michel Hopitals Jahrhundert Frankreich

Autor

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Titel: Die Toleranzpolitik Michel de l'Hopitals im 16. Jahrhundert in Frankreich