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Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung anhand eines Produktbeispiels der Firma dmb Metallverarbeitung GmbH & Co. KG

Facharbeit im Fach BWL

Facharbeit (Schule) 2007 15 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Vorwort und Danksagung

1. Ziel und Aufbau der Facharbeit

2. Begriffserklärung
2.1 Der Begriff Qualität
2.2 Definition und Inhalt des Begriffs Qualitätsmanagement
2.3 Der Begriff Qualitätssicherung
2.4 Die DIN EN ISO 9000 ff. als Norm für Qualitätsmanagementsysteme

3. Vorstellung des Betriebes dmb Metallverarbeitung & CO KG und des gewählten Produktbeispiels

4. Herstellung und Prüfung hinsichtlich der einzelnen Arbeitsschritte
4.1 Vorbereitungen
4.2 Herstellung und Prüfung
4.2.1 Das Zuschneiden
4.2.2 Das Zurollen
4.2.3 Das Gewindeschneiden
4.2.4 Das Buckelschweißen
4.2.5 Die Oberflächenveredelung
4.2.6 Das Verschrauben
4.2.7 Verfahrensweg bei negativ ausgefallener Prüfung bei einem Arbeitsgang
4.3 Zusammenfassung

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

7. Anlagenverzeichnis

8. Selbständigkeitserklärung

0. Vorwort und Danksagung

Ich danke allen, die mir mit ihrem Wissen und ihrer Kenntnis geholfen haben, die nun vorliegende Facharbeit anzufertigen. Ich danke meinen Eltern, welche mir viel Arbeit abgenommen haben, indem sie auf meine beiden Kinder aufgepasst haben, damit ich Zeit finden konnte, diese Facharbeit zu erstellen.

Ganz besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Firma dmb Grünhain-Beierfeld, allen voran Frau Scholz. Sie hat mir alle wesentlichen Schritte des von mir ausgewählten Produktbeispiels durch die Qualitätssicherung ausführlich erklärt und auch gezeigt. Ebenfalls Dank sagen möchte ich Herrn Baumgarten, welcher mein Betreuer während dieser Facharbeit war.

1. Ziel und Aufbau der Facharbeit

Ziel dieser Facharbeit soll es sein, einen kleinen Überblick und Zusammenhang des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung in einem Unternehmen für dessen Wirtschaftlichkeit und Bedeutung in unserer Wirtschaft zu geben. Dies soll mit dem Beispiel eines Benzinfilterhalters, hergestellt im Betrieb dmb Metallverarbeitung GmbH & Co. KG Beierfeld, erklärt werden.

Als Erstes wird in dieser Facharbeit näher auf alle relevanten Begriffe eingegangen. Ebenso wird eine grundlagen- und begriffsdefinierende Norm vorgestellt und kurz erklärt. Im weiteren Verlauf erfolgt die Vorstellung des ausgewählten Produkts und es wird beschrieben, wie das Produkt den Prozess der Qualitätsprüfung durchläuft. Zum Schluss werden die gewonnenen Erkenntnisse nochmals kurz reflektiert und ein kleiner Ausblick gegeben. Der Facharbeit liegen Anlagen bei, die bei der Prüfung des ausgewählten Produkts zum Einsatz kommen. Diese finden sich am Ende der Arbeit wieder.

2. Begriffserklärung

Die Qualitätssicherung und das dazugehörige Management nehmen immer mehr zu. Die Bedeutung der beiden Komponenten ist für viele Unternehmen in der heutigen Zeit mehr als wichtig. Lassen Sie mich hierfür die beiden wichtigen Begriffe Qualität und Qualitätsmanagement näher erläutern und erklären.

2.1 Der Begriff Qualität:

Der Begriff der Qualität definiert die Beschaffenheit und Güte sowie den Wert einer Ware oder Dienstleistung, wobei sich der Begriff in vorliegender Facharbeit mehr auf die Güte und den Wert einer Ware bzw Produkts bezieht. „ Qualität wird meist im Zusammenhang mit vergleichenden Bewertungen gleichartiger Produkte verwendet.“[1] Man unterscheidet hierbei auch noch zwischen objektiver und subjektiver Qualität. Bei objektiver Qualität richtet sich die Untersuchung auf die messbare Beschaffenheit eines Materials. Subjektive Qualität ergibt sich dahingegen aus der Prüfung gleichartiger Produkte nach Kriterien individuellen Nutzens. Dem Verbraucher erschließt sich die Qualität, besonders die Produktqualität, nicht häufig auf den ersten Blick. Aus diesem Grund legen immer mehr Anbieter einen Wert auf einen Qualitätssicherungsnachweis, mit dem sie Vertrauen bei den Nachfragern erwerben.[2]

„In einer Marktwirtschaft wird ein Unternehmen langfristig nur bestehen können, wenn von ihm erzeugte Waren oder angebotene Dienstleistungen den Kunden durch Qualität zum Kauf überzeugen.“[3]

2.2 Definition und Inhalt des Begriffs Qualitätsmanagement

Management leitet sich aus dem angloamerikanischen Begriff „ to manage“ ab, was soviel heißt wie handhaben oder leiten. Management meint hierbei die Führung eines Unternehmens durch leitende Angestellte ohne wesentliche Kapitalbeteiligung. Die Funktion des

Managements beinhaltet alle Aufgaben, welche die Leitung eines Unternehmens mit sich bringt.

In einer Institution werden dabei alle Führungskräfte, welche auf verschiedenen Hierarchieebenen tätig sind, mit eingeschlossen.[4] Qualitätsmanagement sind alle Aufgaben, die sich mit der Leitung und Überwachung der Qualitätssicherung befassen.

Die Hauptaufgaben des Qualitätsmanagements der Firma dmb befasst sich mit der Planung und Auswertung interner Audits, welche planmäßige Untersuchungen auf vorgegebene Abläufe und Tätigkeiten beinhaltet. Es wird geprüft, „ ob diese in der Praxis eingehalten werden und sich als richtig, angemessen und optimal erweisen.“[5]

2.3 Der Begriff Qualitätssicherung

Qualitätssicherung sind alle „ Maßnahmen eines Unternehmens, um die Qualität seiner Produkte zu kontrollieren und zu sichern.“[6] In den Unternehmen werden Qualitätssicherungssysteme aufgebaut, um die Fehlerfreiheit der Produkte sicherzustellen sowie den Erfordernissen der Hersteller oder Lieferanten zu entsprechen. Die Vorteile der QS liegen auf der Hand: Hat der Kunde etwaige Beanstandungen oder sogar Ersatzansprüche, so kann diesen besser begegnet werden. Ebenso wird dadurch die Wettbewerbsfähigkeit gesichert.[7]

Ein Unternehmen kann sich durch die DQS (= Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitätssicherungssystemen) zertifizieren lassen und sich dadurch ihr Qualitätssicherungssystem bescheinigen lassen.[8]

2.4 Die DIN EN ISO 9000 ff. als Norm für Qualitätsmanagementsysteme

Das ISO (International Standard Organization) Verfahren ist das wohl bekannteste Modell der Qualitätssicherung. Entwickelt wurde es vor allem aus wirtschaftlichem Interesse und stammt aus dem Produktionsbereich. Die ISO ist ein umfassendes Managementsystem . Hierbei geht es um Prozessbeherrschung, kontinuierliche Verbesserung und um Selbstkontrolle . In Deutschland wurde die DIN ISO 9000 ff. erstmals im Jahre 1987 vom Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) herausgegeben. Sie gilt als eine internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme.[9]

Beispielsweise kann ein Unternehmen nach der ISO-9000-Normengruppe zertifiziert sein, welches die organisatorischen Maßnahmen in allen Bereichen des Herstellungsprozesses umfasst. Die DIN ISO 9001 umfasst alle Grundlagen des Herstellungsprozesses.[10]

Diese Grundsätze der Normenreihe DIN ISO 9000 ff. bilden gemeinsam einen „ zusammenhängenden Satz von Normen für Qualitätsmanagementsysteme, die das gegenseitige Verständnis auf nationaler und internationaler Ebene erleichtern sollen “.[11]

Der Betrieb dmb ist derzeit nach DIN ISO/TS 16949 zertifiziert, welches die höchste Zertifizierungsstufe darstellt und ein weltweiter Standard ist. Er setzt einheitliche Maßstäbe für Qualitätsmanagementsysteme der Automobilindustrie. Diese Zertifizierung wurde im Jahr 2002 eingeführt und basiert auf der ISO 9001:2000, welche alle Normen und Forderungen für die Automobilindustrie mit Zusatzforderungen enthält.[12]

3. Vorstellung des Betriebes dmb Metallverarbeitung & CO KG und des gewählten Produktbeispiels

Der Betrieb dmb ist seit 1992 in Grünhain-Beierfeld ansässig. Die Firma übernahm den Geschäftsbetrieb der Metallwarenfabrik Beierfeld, welche Abgas- und Ansauganlagen für die Automobilindustrie und die bekannten Sturmlaternen für Übersee herstellte. Heute ist das Unternehmen auf individuelle Zulieferungen von Baugruppen aus Metall für die Automobil-, Elektro-, Möbel- und Beschlagbranche sowie für den Maschinenbau spezialisiert.[13] Derzeit sind im Unternehmen 94 Mitarbeiter beschäftigt, welche sowohl in der Verwaltung als auch in der Verarbeitung und im Versand tätig sind.

Hauptabsatzquellen sind größtenteils Automobilindustrien, wie z.B. BMW, VW oder Porsche. Es werden aber auch andere Industriezweige beliefert. Es werden zum Beispiel auch Teile für Bürodrehstühle hergestellt. Um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden und sich weiterhin stabil auf dem Markt behaupten zu können, ist das Qualitätsmanagement und die dazugehörige Qualitätssicherung Bestandteil des Unternehmens seit Übernahme im Jahre 1992.[14]

Um die Qualitätssicherung anschaulich zu gestalten, habe ich mit Hilfe des Qualitätsinspektors Frau Scholz als Produktbeispiel einen Filterhalter für den Benzinfilter ausgewählt, welcher für die Automobilmarke MAZDA hergestellt wird. Die Herstellung des Produkts gliedert sich in 6 Arbeitsschritte, welche vorher von der Arbeitsplanung festgelegt werden. Hierzu zählen:

1. der Zuschnitt
2. das Zurollen bzw Zubiegen
3. das Gewindeschneiden
4. das Buckelschweißen
5. die Oberflächenveredelung, welche außer Haus erfolgt sowie
6. das Verschrauben.

Nachdem alle Fertigungsschritte und alle Prüfungen ohne Beanstandung erfolgt sind, wird die Ware in den Versand zur Auslieferung freigegeben.[15]

4. Herstellung und Prüfung hinsichtlich der einzelnen Arbeitsschritte

4.1 Vorbereitungen

Wird ein Produkt zur Herstellung ausgewählt bzw wird ein Produkt von einem Kunden in Auftrag gegeben, so wird vor Beginn der Herstellung von der Arbeitsvorbereitung ein Arbeitsplan für die verschiedenen Arbeitsgänge festgelegt. So auch bei der Herstellung der Halterung des Benzinfilters für die Automarke MAZDA. Dies hat recht wenig mit der eigentlichen Qualitätssicherung zu tun, ist aber dennoch ein wichtiger und entscheidender Teil davon, denn er enthält die auszuführenden Arbeitsschritte wonach der Prüfplan erstellt wird. Anhand des Arbeitsplanes wird von der QS (Qualitätssicherung) eine Prüfanweisung (siehe Anlage 4) erstellt, welcher für jeden Arbeitsschritt einzeln zu erarbeiten ist. Speziell auf das Produktbeispiel Benzinfilterhalter heißt das: Es müssen 6 Prüfanweisungen erstellt werden und zwar für die Arbeitsschritte des Zuschneidens, des Zurollens, des Gewindeschneidens, des Buckelschweißens, der Oberflächenveredelung sowie zu guter Letzt für das Verschrauben. Die Prüfanweisung enthält für den jeweiligen Arbeitsschritt entweder ein Bild oder eine Zeichnung, worin sämtliche Vorgaben des Kunden verankert sind, wie z. Bsp. Materialvorgabe, Maße, Farbe oder Oberflächenbehandlungen.[16]

4.2 Herstellung und Prüfung

4.2.1 Das Zuschneiden

Die Halterung für den Benzinfilter besteht aus zwei Teilen (siehe Anlage 1, Bild 1 und Bild 2), welche im ersten Arbeitsschritt zugeschnitten werden und bei denen geforderte Aussparungen gleich mit gestanzt werden. Nach dem Herausfallen der beiden Halbteile aus dem Stanzautomaten erfolgt, wie bei jedem weiteren folgenden Arbeitsschritt, die Erststückprüfung durch die Qualitätssicherung (QS). „ Die Erststückprüfung ist zu Auftragsbeginn erforderlich und nach Prozesseingriffen mit möglicher Maßänderung (Werkzeugbruch, Anlagenstörung, neue Charge) zu wiederholen. Das Erststück wird mit „Referenzstück“ gekennzeichnet und an die Musterwand gehängt.“[17] Im ersten Arbeitsschritt wird bei der Prüfung besonders auf die Materialvorgabe Acht gegeben. Dies bedeutet, dass laut Kundenvorgaben unbedingt Stahl verwendet werden muss und kein anderes Material. Des Weiteren werden die beiden Halbteile hinsichtlich Materialstärke, Lochdurchmesser, Lochstärke, Winkelvorgaben und Höhen geprüft. Zum Einsatz kommen hierbei Messschieber und Winkelmesser genauso wie Prüfstifte oder Prüfdorne. Ebenso wird eine Sichtprüfung vorgenommen, bei der die Kennzeichnung des Halters laut Kundenvorgaben auf Vollständigkeit und genaue Bezeichnung überprüft wird. Die zu verwendenden Prüfmittel sind in der Prüfanweisung festgelegt und müssen auch zwingend verwendet werden. Sämtliche erhaltene Werte werden dann in die Kontrollkarte zur Fertigungsprüfung (siehe Anlage 5) eingetragen. Nachdem die Erststücksprüfung ohne Beanstandung erfolgt ist, wird die Produktion fortgesetzt. Während der gesamten Produktion sind die Arbeiter angehalten, immer wieder Werkerselbstprüfungen durchzuführen. Dies ist auch im Qualitätsmanagementhandbuch (QM-Handbuch) festgelegt und bedeutet, dass der Arbeiter den von der QS vorgegebenen Prüfzyklus einzuhalten hat und selbstständig die hergestellten Stücke in den geforderten Zeitabständen und zu entnehmender Stückzahl prüfen muss. Der Prüfzyklus richtet sich hierbei entweder nach internen Vorgaben der QS oder wird vom Kunden mitgeteilt.[18] Im Arbeitsschritt eins der Herstellung beträgt der vorgegebene Prüfzyklus ca. 3 bis 5 Stück pro Stunde.[19]

4.2.2 Das Zurollen

Bei dem Arbeitsschritt zwei wird das Halbteil 1 (siehe Anlage 1, Bild 1) in eine Einlegepresse eingelegt und in die gewünschte Form gerollt. Die Erststückprüfung erfolgt durch die QS und durch den Vorarbeiter dieses Bereichs. Nach diesem Arbeitsgang wird die Rundheit des Halbteils (siehe Anlage 3, Bild 1) mit einer Filterlehre überprüft. Gleichzeitig gibt man Acht auf die in der Prüfanweisung vorgegebenen Höhen und Breiten. Nach Beendigung des Arbeitsganges Zurollen und Freigabe durch die QS gehen die beiden Halbteile weiter in die Schweißerei.[20]

4.2.3 Das Gewindeschneiden

Bei dem jetzigen Arbeitsschritt wird das Halbteil 1 in die Gewindeschneidmaschine eingelegt. Das Gewinde wird geschnitten und das Halbteil wieder aus der Maschine entfernt. Wie bei den vorangegangenen Arbeitsgängen erfolgt auch hier eine sofortige Erststückprüfung durch die QS. In die Kontrollkarte werden die ermittelten Werte eingetragen. Überprüft wird mit einem Gewindedorn. Es gilt die Anweisung des Einhaltens des zur Werkerselbstprüfung vorgegebenen Prüfzyklus von 3 bis 5 Stück pro Stunde.[21]

4.2.4 Das Buckelschweißen

Dieser Arbeitsgang macht aus den beiden Halbteilen das Fertigteil. Die beiden Halbteile, Halbteil 1 und Halbteil 2 (siehe Anlage 1, Bild 2), werden in die Schweißmaschine eingelegt, auf die richtige Lage in der Maschine kontrolliert und maschinell verschweißt. Wieder erfolgt die Erststückprüfung durch die QS und eine Eintragung aller Werte in die Kontrollkarte. Die Festigkeitskontrolle der Schweißpunkte wird mit Hammer und Meißel durchgeführt. Ebenso erfolgt eine Sichtprüfung auf Verformung, die Oberfläche wird auf Schweißrückstände und sonstige Beschädigungen hin kontrolliert und es wird Acht gegeben auf die Maßgenauigkeit der Schweißpunkte, also dass die Schweißbuckel an der richtigen Stelle sitzen. Der Arbeiter muss sich an die Werkerselbstprüfung halten, wobei er stündlich 3 bis 5 der Stücke selbst zu überprüfen hat.[22]

4.2.5 Die Oberflächenflächenveredelung

Die Oberflächenveredelung findet außer Haus statt. Dies heißt, dass die Fertigteile nach dem vorangegangenen Arbeitsschritt, dem Buckelschweißen, zum Beschichten in eine andere Firma kommen. Die Firma dmb teilt der Fremdfirma mit, nach welchen Vorgaben die Oberflächenbehandlung durchzuführen ist. Bei dem mir gewählten Beispiel wird die Beschichtungsart und die Dicke der Beschichtung laut Kundenvorgaben mitgeteilt. Nachdem das Fertigteil wieder bei der Firma dmb ist, werden nach Wareneingang stichprobenartig Prüfungen der außer Haus erfolgten Oberflächenbehandlung durchgeführt. Es werden also aus jeder Palette wahllos Fertigteile entnommen und durch die QS mittels Schichtdickenmessgerät geprüft. Liegt der erhaltene Wert im vorgegebenen Toleranzbereich, wird die Ware zur innerbetrieblichen Fertigstellung freigegeben. Sollten Fehler gefunden werden, so wird eine Reklamationsanzeige (siehe Anlage 7) erstellt und die gesamte Charge, also die gesamte Lieferung, gesperrt. Es wird ein Sperrzettel (siehe Anlage 8) angehängt, so dass jeder Arbeiter sieht, dass diese Teile nicht weiter bearbeitet werden dürfen. Sollte die Stichprobenprüfung der QS positiv ausgefallen sein, aber eine Prüfung der Arbeiter im letzten Arbeitsschritt ein anderes Ergebnis zu Tage bringen, dann wird die gesamte Lieferung der zur Oberflächenbehandlung gesendeten Teile innerbetrieblich, durch eigene Arbeiter, selbst aussortiert. Hierbei ist es dann notwendig, einen Qualitätsabweichungsbericht (QAB, siehe Anlage 6) zu verfassen.[23]

4.2.6 Das Verschrauben

Im sechsten und letzen Arbeitsschritt wird das Fertigteil mittels Schrauben verschraubt. Voraussetzung ist, dass die Teile durch die QS freigegeben worden sind, d.h., die Prüfung der Oberflächenbehandlung ist ohne Beanstandung erfolgt. Die Teile werden aber zusätzlich vor dem Einlegen in die Maschine nochmals vom Arbeiter auf eventuelle Oberflächenfehler kontrolliert. Es erfolgt also eine Sichtprüfung. Nachdem das erste Teil verschraubt worden ist, prüft die QS das Erststück, ob der Abstand der Schraubenenden (siehe Anlage 3, Bild 2) bis zur Schelle im Toleranzbereich liegt. Der Durchmesser wird auf Rundheit geprüft und wieder erfolgt die Oberflächenkontrolle auf Grate, Risse, Riefen und zusätzlich auf ordnungsgemäße Ausführung der Verschraubung. Der Prüfzyklus der Werkerselbstprüfung ist wieder stündlich angesetzt mit 3 bis 5 Stück pro Stunde. Ebenso erfolgt eine 100%-Prüfung nach Fertigstellung aller Teile durch den Werker auf Genauigkeit, das bedeutet, dass alle hergestellten fertigen Werkstücke kontrolliert werden müssen.

4.2.7 Verfahrensweg bei negativ ausgefallener Prüfung bei einem Arbeitsgang

Sollte bei einem der Arbeitsschritte ein Halbteil oder ein Fertigteil die Prüfung durch die QS nicht bestehen oder bemerkt der Arbeiter Abweichungen bei seinen Prüfungen, so wird als Erstes die gesamte Produktion gestoppt. Es erfolgt eine Prüfung der fehlerhaften Teile, wonach entschieden wird, ob es zur Aussonderung- also Verschrottung- kommt oder ob eine Nachbearbeitung möglich ist und dann auch erfolgt. Im Falle einer Nachbearbeitung kann ein QAB erstellt werden, ist aber nicht zwingend erforderlich, da es von der Schwere des Fehlers abhängig ist. Der QAB beinhaltet die genaue Fehlerbeschreibung, eventuelle Fehlerursachenhinweise, sowie Korrekturmaßnahmen. Da dies ein Prozesseingriff ist, welcher maßgebliche Veränderungen mit sich ziehen kann, muss nach erneuter und korrigierter Herstellung wieder eine Erststückprüfung durch die QS erfolgen. Meist ist es dann auch so, dass intern festgelegte Prüfzyklen geändert werden. Konkret heißt das, dass im Abstand von 15 Minuten bis zu 10 Werkstücke durch den Arbeiter zu überprüfen sind. Dies bringt auch eine Änderung der Prüfanweisung mit sich, ist aber von der Schwere der Fehler abhängig.[24]

4.3 Zusammenfassung

Jede durchzuführende Prüfung basiert also auf der festgelegten Prüfanweisung. Prüfungen nach dem Arbeitsgang eins, dem Zuschneiden, basieren auf den vorhergehenden. Folglich wird bei jedem Arbeitsgang darauf geachtet, ob das bereitgestellte Vormaterial auch freigegeben wurde. Sichtprüfungen hinsichtlich der Oberfläche auf eventuelle Grate, Risse, Riefen oder Kanten werden erneut durchgeführt. Bei jedem Arbeitsgang muss bei Beginn eine Funktionsprüfung der Maschinen erfolgen und eine Einweisung des betreffenden Arbeiters stattfinden. Für jeden Arbeitsschritt während der Herstellung existiert ein Einweisungsnachweis, in dem Einstellparameter der betreffenden Maschine, Produktionsabläufe, Prüfblätter und Einrichtungspläne lückenlos zu dokumentieren sind.[25]

Haben nun aber alle Fertigteile die Erststückprüfung und die Werkerselbstprüfung immer ohne Beanstandung durchlaufen, so werden an die einzelnen Paletten mit dem Fertigmaterial Freigabescheine, grüne Zettel mit dem Aufdruck i. O., (siehe Anlage 9) angehängt, was darauf hinweist, dass die Teile durch die QS endgültig freigegeben sind, in den Versand gehen und zur Auslieferung bereit stehen.[26]

Ist ein QAB zu erstellen, so ist dies nur maßgeblich für eine innerbetriebliche Verwendung, um eventuell entstandene Kosten zu ermitteln. Solche Kosten können zum Beispiel entstehen durch Überstunden der Arbeiter bei einer Aussortierung fehlerhaft beschichteter Teile. Dabei kommt es zwangsweise auch zu einem Arbeitsausfall der betreffenden Arbeiter an einer anderen Produktionsstätte.[27]

Das Qualitätsmanagement einer Firma, meist die Geschäftsführung, veröffentlicht seine beabsichtigten Ziele bezüglich der Qualität in einer Qualitätspolitik. Diese werden dann durch die QS umgesetzt durch die permanente Überwachung der Herstellungsprozesse, Erstellung von Prüfanweisungen und Einweisung der Werker. Der Werker muss über die beabsichtigten und bereits erreichten Ziele, eventuelle Fehler und deren Ursachen ständig informiert werden. Ein reibungsloses Zusammenspiel von QM, QS und dem ausführenden Werker garantiert es, den allgemeinen Forderungen an ein QM-System gerecht zu werden.[28]

5. Fazit und Ausblick

Fakt ist, Fehler kosten dem Unternehmen Geld und durch geringe Qualität gehen dem Unternehmen Kunden verloren. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt, nicht das Produkt.“ [29] Nach diesem Leitspruch arbeitet auch die Firma dmb.

Heute ist es so, dass Produkte häufig nicht mehr an einer Stelle vollständig zusammengebaut werden, sondern an unterschiedlichen Stellen, auch über Landesgrenzen hinweg. Es muss also ein Weg gefunden werden, um sicherzustellen, dass alle Teile am Ende dennoch zusammen passen. Daher bedarf es verbindlicher Normen und verlässlicher Wege, um sicherzustellen, dass diese genormte Qualität am Ende immer erreicht wird. Folglich weisen zertifizierte Unternehmen anhand von Qualitätsmanagementsystemen darauf hin, dass sie von außen überprüft worden sind und dass all ihre Zulieferer ebenfalls eine Zertifizierung besitzen. Ebenso wird eine gesicherte Prozessqualität nach dem Stand der Technik gewährleistet. Vorteile der Zertifizierung nach der DIN ISO sind, dass ein hoher Bekanntheitsgrad und eine hohe öffentliche Anerkennung dieser zugrunde liegen, was also bedeutet, dass die ISO eine öffentlichkeitswirksame Dimension hat. Ein weiterer Pluspunkt für eine Zertifizierung nach der DIN ISO ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, welcher vertrauensbildende Merkmale gegenüber dem Kunden aber auch hinsichtlich möglicher Gewährleistungsansprüche aufweist. Durch die in regelmäßig stattfindenden Überprüfungen, Audits genannt, können Schwachstellen im Produktionsablauf aufgedeckt werden und unter anderem Vorteile bei der Lieferantenwahl erzielt werden. Ein Nachteil dieses Verfahrens zur Sicherung der Qualität im Unternehmen ist, dass dieser Prozess sehr kostenaufwändig ist.[30]

Jedoch bin ich der Meinung, dass ein jedes Unternehmen sich es gut überlegen sollte, sich nicht auch zertifizieren zu lassen. Es wird ein Maßstab gesetzt, welches dem Kunden mehr Vertrauen und auch Zufriedenheit schenkt. Desweiteren kann ein Unternehmen auch neue Kunden gewinnen. Durch eine Zertifizierung repräsentiert sich ein Unternehmen noch besser und kann sich von eventueller Konkurrenz abheben. Es sollte eventuell an den Kosten einer solchen Zertifizierung gearbeitet werden und an der Übersichtlichkeit der verschiedenen Unterscheidungs- und Zertifizierungsmaßstäbe, um es Unternehmen, Kunden und außenstehenden Dritten einfacher zu machen.

6. Literaturverzeichnis

Bücher:

Vodel, Frank: Qualitätsmanagementhandbuch der Firma dmb Metallverarbeitung GmbH & Co. KG. Grünhain-Beierfeld: 2004

Broschüren:

Effenberger, Gunter Dr.- Ing.: In- House- Schulung im Unternehmen dmb Metallverarbeitung GmbH & Co. KG zum Thema Werkerselbstprüfung- wichtiges Element im QM- System eines Automobilzulieferers. Chemnitz: TEQ 2006

Informationsmaterial der Firma dmb, Stand 2004

Software:

Microsoft Encarta: 14.0.0.0603, Microsoft Corporation

Internetquellen:

Europäische Förderation für Erwachsenenbildung: Verfahren zur Qualitätssicherung, 2006. http://www.google.com/search?q=cache:r4NuJCTgSN8J:feeca.org/downloads/Qualitaetssicherung.doc+feeca.org+din+iso&hl=de&gl=de&ct=clnk&cd=1

Gebhard, Klaus: QM-Lexikon, 2002. http://www.quality.de/lexikon/ts_16949.htm

Heinen, F., Pentschke, St.: Qualitätsmanagement-System und Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 ff. IMW Institutsmitteilung Nr. 20, 1995.

http://www.imw.tu-clausthal.de/fileadmin/Bilder/Forschung/Publikationen/Mitt_1995/95_12.pdf

Mohr, Rolf Dipl. Wirt. -Ing. : Qualitätsmanagement, 2004. http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/32706.html

Qualitätsmanagementnorm. http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4tsmanagementnorm.

Literaturverzeichnis

Bücher:

Qualitätsmanagementhandbuch der Firma dmb Metallverarbeitung GmbH & Co. KG

Broschüren:

Informationsmaterial der Firma dmb, Stand 2004

Software:

Microsoft Encarta: 14.0.0.0603, Microsoft Coporation

Internetquellen:

Gebhard, Klaus: QM-Lexikon, 2002. http://www.quality.de/lexikon/ts_16949.htm; [06.01.07]

Qualitätsmanagementnorm. http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4tsmanagementnorm; [10.01.07]

Heinen, F., Pentschke, St.: Qualitätsmanagement-System und Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 ff. IMW Institutsmitteilung Nr. 20, 1995.

http://www.imw.tu-clausthal.de/fileadmin/Bilder/Forschung/Publikationen/Mitt_1995/95_12.pdf

Europäische Förderation für Erwachsenenbildung: Verfahren zur Qualitätssicherung, 2006. http://www.google.com/search?q=cache:r4NuJCTgSN8J:feeca.org/downloads/Qualitaetssicherung.doc+feeca.org+din+iso&hl=de&gl=de&ct=clnk&cd=1;[12.01.06]

7.Anlagenverzeichnis

Anlage 1 - Bild 1: Halbteil 1

Bild 2: Halbteil 2

Anlage 2 - Bild 1: Halbteil 2 nach dem Arbeitsschritt des Zurollens

Bild 2: das Fertigteil Benzinfilterhalter

Anlage 3 - Bild 1: Prüfanweisungsbild zum Arbeitsgang Zurollen

Bild 2: Prüfanweisungsbild zum Arbeitsgang Verschrauben

Anlage 4 – Prüfanweisung

Anlage 5 – Kontrollkarte zur Fertigungsprüfung

Anlage 6 – QAB

Anlage 7 – Reklamationsanzeige

Anlage 8 – Sperrzettel

Anlage 9 – Freigabeschein

Anlage 10 – Informationsheft der Firma dmb Metallverarbeitung

GmbH & Co. KG

8. Selbständigkeitserklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen Hilfsmittel als angegeben verwendet habe. Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.

Grünhain-Beierfeld, d. 19.01.07 Unterschrift

[...]


[1] Microsoft ® Encarta ® Enzyklopädie 2005

[2] ebd.

[3] Rolf Mohr

[4] a.a.O.S.2 2

[5] Gespräch mit Gabi Scholz, Qualitätsinspektor der Firma dmb Beierfeld, 23.10.2006, nach Aufzeichnung des Verfassers

[6] a. a. O. S. 2 2

[7] ebd.

[8] ebd.

[9] Heinen, F.; Pentschke, St

[10] a. a. O. S. 2 1

[11] http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4tsmanagementnorm

[12] Gebhard, Klaus

[13] Informationsmaterial der Firma dmb Stand 2004

[14] Gespräch mit Gabi Scholz, 23.10.06, nach Aufzeichnung des Verfassers

[15] 15 a. a. O. S. 4 14

[16] Gespräch mit Gabi Scholz, 23.10.06, nach Aufzeichnung des Verfassers

[17] Vodel, Frank

[18] Gespräch mit Ingo Benzner, Mitarbeiter Schweißerei der Firma dmb, 12.01.07, nach Aufzeichnung des Verfassers

[19] Gespräch mit Gabi Scholz, 12.01.07, nach Aufzeichnung des Verfassers

[20] ebd.

[21] a. a. O. S. 6 16

[22] Gespräch mit Gabi Scholz, 23.10.06, nach Aufzeichnung des Verfassers

[23] Gespräch mit Gabi Scholz, 12.01.07, nach Aufzeichnung des Verfassers

[24] Gespräch mit Frau Gabi Scholz,12.01.07, nach Aufzeichnung des Verfassers

[25] Gespräch mit Ingo Benzner, 12.01.07, nach Aufzeichnung des Verfassers

[26] Gespräch mit Gabi Scholz, 12.01.07, nach Aufzeichnung des Verfassers

[27] ebd.

[28] Gunter Effenberger, 20.5.5

[29] Verfasser unbekannt

[30] http://feeca.org/downloads/Qualitaetssicherung.doc

Details

Seiten
15
Jahr
2007
Dateigröße
366 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111053
Note
1,5
Schlagworte
Qualitätsmanagement Qualitätssicherung Produktbeispiels Firma Metallverarbeitung GmbH

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