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Die Einflussfaktoren auf die Aktien der Luftfahrtindustrie

Hausarbeit 2007 34 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhalt

1 Einführung

2 Externe bzw. interne Einflussfaktoren
2.1 Terroranschläge wie z.B. der 11. Sep. 2001
2.2 Ölpreis
2.3 Leitzinsen
2.4 Konjunkturdaten
2.5 Ad-hoc Mitteilungen und Übernahmefantasien als kurzfristige Einflussfaktoren
2.6 Quartalsberichte bzw. Jahresabschlüsse
2.7 Wechselkurse

3 Empirischer Teil
3.1 Korrelationskoeffizient
3.2 Lineare Regressionsanalyse
3.3 Multiple Regressionsanalyse

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einführung

Der Börsenhandel ist ein ständiges AUF und AB von Angebot und Nachfrage. Es besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zum normalen makroökonomisch definierten Markt. Der Börsehandel ist ein verhaltens- und psychologisch beeinflusster Markt, auf den es keinen Marktpreis für eine bestimmte Aktiensorte gibt. Anonyme menschliche Entscheidung verursacht somit den Aufwärts – bzw. Abwärtstrend der Aktie.

Die Frage ist, warum die anonyme Entscheidung zum Anstieg oder Abschwung bzw. Verlust oder Gewinn der Aktie führt. Für die Beantwortung dieser Frage werden die Einflussfaktoren, die die menschlichen Entscheidungen beeinflussen und sich damit unmittelbar auf den Aktienkurs auswirken, betrachtet.

Im Rahmen der Börse bzw. Aktienbetrachtung der Luftfahrtindustrie ergeben sich internen Einflussfaktoren auf die Schwankung des Aktienkurses wie z.B. der Quartals-, Jahresbericht, die Kapitalerhöhung, und das Übernahmenangebot des Unternehmens usw. Externe Einflussfaktoren sind der Ölpreis, der Wechselkurs, die Leitzinsentscheidung der Zentralbanken, das BIP und die Konjunktur. Ein Terroranschlag wie der 11.Sep.2001 ist dabei ein besonderes Ereignis, das im gesamten Börsenmarkt einen Kursrutsch verursachte.

Diese Projektarbeit zielt daher zum einen auf die Betrachtung einzelner Luftfahrtaktien und deren Kursschwankungen, die durch die oben genannten Einflussfaktoren entstanden sind, hin. Zum zweiten werden die Einflüsse der einzelnen Faktoren auf die Luftfahrtaktien wie der Ölpreis, Wechselkurs, Zins, Arbeitslosenzahl und der Cashflow gemessen. Dabei wird der Trend der künftigen Aktienkurse in Abhängigkeit der relevanten Einflussfaktoren eingeschätzt.

Die dafür angewendeten Methoden sind statistische Verfahren wie der Korrelationskoeffizient und die Regressionsanalyse. Als Hilfsmittel für die Berechnung einer multiplen Regressionsgerade wird das Programm Matlab verwendet. Als Basisdaten dienen die historischen Aktienkurse des Lufthansa Konzerns, der Ölpreis, der US$-Euro-Wechselkurs, der Euribo-Monatszins, das BIP sowie die Arbeitloszahlen usw. von Jan.2001 bis 30.09.2006.

2 Externe bzw. interne Einflussfaktoren

2.1 Terroranschläge wie z.B. der 11. Sep. 2001

Die Terroranschläge des 11. September haben die Welt grundlegend verändert. Dies gilt insbesondere für die Luftfahrtbranche. Nach Schätzungen der IATA, der Dachorganisation des internationalen Luftverkehrs, beliefen sich die Umsatzeinbußen und die zusätzlichen Kosten für die Fluggesellschaften auf 10 Mrd. US-Dollar. Das Passagieraufkommen im internationalen Luftverkehr sank insgesamt weltweit um 4% und bei der Fracht um 8%. Die Belastung alle Fluggesellschaften stieg durch die dramatisch abgeschwächte Nachfrage, steigende Kosten für Versicherungsschutz und für zusätzliche Sicherungsmaßnahmen1.

Für einige Fluggesellschaften wie Swissair und Sebana brachten die Krise der Terroranschläge in New York und Washington das Aus. In den USA überlebten viele Fluggesellschaften dank des 5 Milliarden $-Hilfsprogramms der US-Regierung2.

Der Lufthansa Konzern war durch die negativen Auswirkungen der Terroranschläge direkt betroffen. Dies führte zu operativen und wirtschaftlichen Belastungen durch die Sperrung des amerikanischen Luftraums. Somit mussten in den Tagen danach 223 Flüge gestrichen werden und 56000 Fluggäste konnten ihre gebuchten Reisen nicht antreten. Die Erlösausfälle und die Zusatzkosten für die Betreuung der gestrandeten Passagiere betrugen 46 Millionen Euro3. Die folgende Tabelle spiegelt die Einbrüche in der Verkehrslogistik sowie die damit verbundene Ergebnisbelastung des Lufthansa-Konzerns nach dem 11. September wieder:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Jahresabschluss 2001 des Lufthansa-Konzerns

Insgesamt sind 69,5 Mio. als unmittelbarer Schaden augrund der US-Luftraumsperrung, der EU-Maßnahmen für den Lufthansakonzern innerhalb von 4 Tagen angefallen. Die wirtschaftliche Belastung für die Lufthansa stieg bis zum 30.September auf 107,9 Mio. Euro. Dafür sind neben der gesunkenen Nachfrage die von den Versicherungsgesellschaften erhöhten Versicherungsprämien und die Aufwendungen für erhöhte Sicherungsmaßnahmen z.B. durch zusätzliche Kontrolle von Passagieren, Gepäcke und Luftfracht an den Flughäfen verantwortlich.4

Die negative Auswirkung der Terroranschläge verursachte starke Aktienkursverluste der gesamten Luftfahrtbranche. Die Aktienkurse der europäischen Luftverkehrgesellschaften entwickeln sich seit Beginn des Jahres 2001 parallel. Jedoch aufgrund der schwachen Weltkonjunktur und der amerikanischen Konkurrenzen gaben die Aktienkurse immer weiter nach bis sie Ende September nach den Terroranschlägen ihr Tief erreichten.

Terroranschläge sind wie andere Katastrophe nicht vorhersagbar. Durch die Nervosität der Anleger fallen bzw. stürzen die Aktienkurse ab. Vor den unklaren Markt- und politischen Entwicklungen sichern die Anleger ihr Kapital durch den Ausverkauf ihrer Aktien ab. Dadurch steigt das Handelsvolumen in diesem Zeitraum enorm an. Aufgrund der geringen Nachfrage und des Ausverkaufes fällt der Aktienkurs. Der Aktienkurs des Lufthansa Konzerns stand am 10.11.2001 noch bei 13,16 Euro (Schlussstand). Nach den Terroranschlägen in New York und Washington am 11.9.2001 verlor er fast 2 Euro pro Aktie, entsprechend 15% in einem Tag. Bis 24.09.2001 zwei Wochen nach den Terroranschlägen stand der Aktienkurs bei einem Tiefststand von 7,7Euro mit einem Verlust von über 50% im Vergleich zum Durchschnittskurs vom 01.01.2001 bis 10.09.2001 von 17,9 Euro. Durch den starken Kursverlust nutzten viele Anleger wieder die Gelegenheit in die Aktien der Lufthansa zu investieren. Denn die Lufthansa Aktie war mit 7,7 Euro nach der fundamental Analyse total unterbewertet. Durch die steigende Nachfrage bei großem Handelsvolumen erreichte der Aktienkurs am 30.12.2001 12,76 Euro. Der tägliche Aktienkurs von 09.09.2001 bis 30.09.2001 ist in der folgenden Tabelle gegeben.

Der tägliche Aktienkurs von 09.09.2001 bis 30.09.2001 ist in der folgenden Tabelle gegeben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.yahoo.de/Finance

Das Jahr 2001 war kein gutes Börsejahr. Die schwache Weltkonjunktur und die starken amerikanischen Konkurrenten waren neben den Terroranschlägen zwei bedeutende Einflussfaktoren auf die Aktien der europäischen Luftverkehrsgesellschaften. Der DAX verlor 18% seines Wertes. Die Lufthansa Aktie erlitt von 01.01.2001 bis 30.12.2001 unter Berücksichtigung von Dividende einen Wertverlust von 42%5. Die Auswirkung des Terroranschlags von 11 September auf den DAX und den Lufthansa Aktienkurs wird in der unteren Graphik dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Aktionäre Brief 2002, Lufthansa

Man sieht, dass die Lufthansa Aktie nach dem 11 September deutlich höhere Verluste hinnehmen musste als der DAX. Charttechnisch gesehen, verzeichnete die Lufthansa aber einen konstanten Aufwärtstrend. Die folgenden dargestellten Graphiken geben einen Überblick der Aktienkursentwicklung der Lufthansa und des DAX-Index vor und nach dem 11.September 2001 wieder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.onvistar.de

In den USA erreichte die Aktie des Flugzeugherstellers Boeing nach dem 11. September die Talsohle. Bis Ende September verlor die Boeing Aktie fast 15 US$/Aktie entsprechend 30%. Der tiefste Aktienkurs war bei 33,15 US$ am 20/09/2001, an dem auch der Lufthansa ihren Tiefpunkt von 7,7 Euro erreichte. In der folgenden Tabelle sind die Boeing Aktienkurse vom 10/09 bis 21/09/2001 aufgelistet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.yahoo.de/Finance

Die Lage der amerikanischen Fluggesellschaften hat sich inzwischen erheblich gebessert. Sie waren nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in starke Bedrängnis geraten. Mehrere der größten US-Fluggesellschaften mussten Insolvenzverfahren einleiten, darunter Delta, Northwest, US Airways und die United Airlines- Mutter UAL. Zurzeit befinden sich noch Delta und Northwest in Insolvenzverfahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einfluss des Terroranschlags auf die Boeing Aktien am 11.Sep.2001

Quelle: www.onvista.de

Wie dramatisch die Terroranschläge die Luftfahrt beeinflussten, kann neben dem Einbruch des Aktienkurses durch die Absatz-, Erlösensergebnisse im September bemessen werden.

Der Lufthansakonzern hat für das operative Ergebnis von Januar bis September 2001 von 290 Mio. Euro ausgewiesen. Im Vorjahr wurden im gleichen Zeitraum 794 Mio. erzielt. Der Ergebnisrückgang ist auf den Umsatzrückgang und die zusätzlichen Kosten für Personaleinsätze sowie die steigenden Treibstoffkosten und die Kosten für Versicherungsschutz nach dem 11 September 2001 zurückzuführen6.

Die Terroranschläge verursachten einen Einbruch der internationalen Börsemärkte. Dieser Crash ist mit der Psychologietheorie der Börse zu erklären. Die Anleger besitzen allgemeine Erwartungen und Hypothesen darüber, wie sich die Aktienkurse in naher Zukunft entwickeln werden, die sog. Gesamtstimmung bzw. Superhypothesen. Wenn die Anleger negative Erwartungen über die Entwicklung an der Börse verspüren, können sie von minimalen neuen Informationen die Hypothese bestätigen bekommen, dass jetzt der Anfang vom Ende gekommen sei und dass man schnell das sinkende Schiff verlassen müsse. Wenn eine Masse der Anleger gleichzeitig dieselben pessimistischen Erwartungen und Hypothesen über die zukünftige Entwicklung der Börse haben, dann kommt es zu einem spürbaren Einbruch an der Börse. In dieser Situation reichten minimale Signale wie z.B. das Steigen des Ölpreises um wenige Zehntel Prozent aus, um die Erwartung, dass der „Bear“ Markt beginnen wird, zu bestätigen7.

2.2 Ölpreis

Der Ölpreis spielt eine wichtige Rolle für die Luftfahrtindustrie, da die Schwankung des Kerosinpreises die Ergebnisse der Luftfahrt wesentlich beeinflussen. Ein steigender Ölpreis mindert den Gewinn, da die Steigerungsrate nicht eins zu eins an den Kunden weitergegeben werden kann.

Der Ölpreis wird nicht nur durch Angebot und Nachfrage sondern auch durch Förderquoten und Raffineriekapazität bestimmt. Dadurch ist er besonders für psychologische Faktoren anfällig, wie der ungewisse Ausgang des Irak Krieges, die Furcht vor Terroranschlägen auf Ölterminals und Tanker etc.

Aufgrund der Abhängigkeit von dem schwarzen Gold für die Luftfahrt, sichern sich die meisten Luftfahrtgesellschaften ihren Treibstoffbedarf bzw. Treibstoffpreis durch eine vorausschauende Treibstoffpolitik ab. Bei fallendem Ölpreis werden große Menge auf Vorrat gekauft oder durch den Terminmarkt bzw. Devisenhandel realisiert.

Die Auswirkung des Ölpreises auf die Aktien der Luftfahrtindustrie ist enorme z.B. verlor die Aktie der Lufthansa beim Öl-Schock in einem Monat 11,5% und der DAX verlor 6%8. Bei rückläufigem Ölpreis z.B. von 75,05 auf 73,95 Euro profitierten die Aktien der Fluglinien wieder. Beispielsweise verteuerten sich die Lufthansa Aktien bis 13.05 Uhr um 2,10 Prozent auf 14,61 Euro am Montag den 24. Juli 2006 - das Tageshoch lag bei 14,70 Euro. Der deutsche Leitindex DAX gewann 0,84 Prozent und stieg auf 5.496,88 Punkte (FRANKFURT- dpa-AFX). Die Aktie der Flugzeugherstellers Boeing stieg von 62,04 Euro auf 63,57 Euro an diesem Tag.

Der Einfluss des Ölpreises auf die Aktien vor allem auf die Luftfahrtaktien kann durch die anderen Einflussfaktoren wie Übernahmenfantasien, die Veröffentlichung von Quartals- bzw. Jahresabschlussergebnissen, von den Wechselkursen und der Konjunktur verstärkt bzw. verschwächt werden.

Aktien verlieren stärker bei einem Treibstoffanstieg und einem schwachen operativen Ergebnis, welche hinter den Erwartungen von Branchenexperten zurückbleibt. Das Lufthansa-Papier beispielsweise verlor bis zum Mittwochmittag an der Frankfurter Börse knapp 3,5 Prozent auf 7,86 Euro nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts9.

Ein rückläufiger Ölpreis kann aber auch keine Garantie dafür sein, dass Luftfahrtaktien steigen werden, wenn die anhaltende Konjunkturflaute in Deutschland bzw. in den USA, der Krieg im Irak und die Auswirkungen der Lungenepidemie SARS z.B. im ersten Halbjahr 2003 gleichzeitig die Nachfrage nach Luftverkehrsleistungen dämpfen. Die schwache Konjunktur und der drohende Irak-Krieg führten im März 2003 zu neuen Tiefstständen (5,98 Euro) der Lufthansa Aktie, die sogar noch unter den Kursen nach dem 11 September 2001 lagen. Am 12 März 2003 erreichte die Boeing Aktie 22,35 Euro ihren Tiefstand.

Die konkrete Einflussgröße des Ölpreises auf die Luftfahrtaktien wird im empirischen Teil mittels statistischer Methoden gemessen.

2.3 Leitzinsen

Zinserhöhungen gelten als Konjunkturdämpfer, weil sie die Investitionen der Unternehmen verteuern. Von den Notenbanken wie der US-Zentralbank FED und die europäische Zentralbank (EZB), werden sie aber als Instrument gegen Inflation eingesetzt. Für die Anleger führt die Leitzinserhöhung zur Angst vor fallenden Aktienkursen, was negative Erwartungen und damit zu Gewinnmitnahme geführt hat. Der Leitindex DAX verlor am Mittag 11.09.2006 beispielsweise durch die negativen Vorgaben aus Tokio und die Zinserhöhung der EZB 0,73% auf 5753,19 Punkte10. Für den MDAX ging es um 0,62% auf 8076,86 Punkte nach unten. Der TecDAX verlor 0,73% auf 633,50 Punkte. Die Lufthansa Aktie legten gegen den Trend um 0,65 Prozent auf 15,41 Euro zu. Händler verwiesen auf den weiter sinkenden Ölpreis, von dem die Fluggesellschaft profitiere.11 Die Leitzinserhöhung hat nur kurzfristige Auswirkung auf die Börsenmärkte. Wenn die Entscheidung zur Zinserhöhung getroffen ist, verhalten sich die Märkte wieder positiv. Die Luftfahrtaktien wurden meist nicht dadurch beeinflusst. Im empirischen Teil wird der Einfluss der täglichen Euribo- Zinsen auf die Lufthansa Aktien berechnet.

2.4 Konjunkturdaten

Die Konjunktur eines Landes besteht aus dessen Wachstum und seinen Arbeitsmarktdaten, welche durch das BIP und die Arbeitsloszahl gekennzeichnet werden. Die Luftfahrtindustrie ist durch konjunkturelle Schwankungen besonders betroffen, da die Nachfrage nach Passagiertransport- und Logistikleistungen abgeschwächt ist. In Deutschland dämpfte nach Einführung des Euros als Zahlungsmittel eine steigende Arbeitslosigkeit und die Nachfrage nach Konsumgütern. Die pessimistische „Teuro“- Stimmung ließ den privaten Verbrauch um 0,5 Prozent schrumpfen – trotz einer Steigerung des verfügbaren Einkommens um 1 Prozent. In Deutschland wuchs die Wirtschaft in 2002 lediglich um 0,2%12.

Das US-BIP-Wachstum stieg um 2,4 Prozent, die Weltwirtschaft ging in der zweiten Jahreshälfte 2002 zurück. Die stagnierende Konjunktur führte unmittelbar zur schrumpfenden Passagierzahlen, 3,8% weniger als im Vergleich zum Jahr 2001. Der Logistikzweig der Lufthansa verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr eine um 4,7% geringere Tonnage.13 Die Lufthansa Aktie verlor in der zweiten Jahreshälfte stark an Wert und stand zum Jahresende bei 7,55 Euro während der DAX sich bei 2892 Punkte einpendelte. Die untere Graphik stellt den Verlauf der Lufthansa Aktien im Vergleich zum DAX dar: In den USA verlor die Boeing Aktie 28% des Wertes mit dem sie zum Anfang des Jahres gestartet war. (03.01.2002: Schlusskurs: 43,05 Euro, 31.12.2002 Schlusskurs:31,15Euro).14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Kursverlauf Lufthansa Aktien im Vergleich zum DAX seit Anfang 2002

2.5 Ad-hoc Mitteilungen und Übernahmefantasien als kurzfristige Einflussfaktoren

Anleger reagieren empfindlich auf Meldungen des Unternehmens durch Pressemitteilungen. Bei negativen Informationen kann die Aktie schnell abstürzen. Ein drastisches Beispiel hierfür die Veröffentlichung über Lieferverzögerungen bei der Auslieferung des A380 vom Airbus -ein Tochterunternehmung der EADS.

Die dadurch angekündigten Gewinneinbußen im Milliardenbereich ließ die EADS-Aktie gleich zum Börsenauftakt am 14.06.2006 zeitweise um mehr als 30 Prozent bis auf 16,75 Euro abstürzen. Der Börsenwert sackte in kurzer Zeit um fast sieben Milliarden Euro ab15.

Sechs Monaten später am 20.12.2006 stiegen die Aktien von EADS um 3% auf 25,21 Euro nach der Meldung des Verkaufes weiterer A380 Flugzeuge an Singspore-Airlines. Somit war an diesem Tag EADS größter Gewinner im MDAX16.

Die detaillierten EADS Kurse vom 13.06.2006 bis 22.12.2006 sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.yahoo.de/Finance

Das Übernahmeangebot der australischen Fluggesellschaft Qantas durch eine private Finanzinvestorengruppe um die Investmentbank Macquarie schürte in der Branche Phantasien. Die Lufthansa Aktie setzte ihren Höhenflug mit einem Aufschlag von 1,36% auf 20,88 Euro fort.17 Im SDAX gewannen Air Berlin 1,03% auf 16,62 Euro18. Qantas hat am Berichtstag ein Übernahmegebot über 10,9 Mrd. AUD von einem Konsortium von Beteiligungsfirmen unter Beteiligung der Texas Pacific Group und der Macquarie Bank zurückgewiesen19.

Nach dem öffentlichen Übernahmeangebot der Lufthansa AG an den Aktionären der Fluggesellschaft Swiss-Airlines AG am 04.05.2005 notierte die Lufthansa Aktie mit minus 0,20% bei 10,15 Euro. Die Anteilsscheine der SWISS kletterten dagegen in Zürich 0,34 % auf 8,90 CHF.20 Durch einen Interview der spanischen Wirtschaftszeitung mit Iberia – Finanzvorstand Enrique Dupuy de Lome am 30.11.2006 stieg die Lufthansa Aktie um 1% bei 19,15 Euro. Der Grund für den Kursanstieg waren die Äußerungen des Finanzvorstandes dass für die spanische Fluglinie langfristig eine Fusion mit Lufthansa denkbar wäre. Iberia-Aktien wurden an der Heimatbörse in Madrid am 30.11.2006 mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent auf 2,72 Euro gehandelt21.

Ad-hoc Mitteilungen bzw. Übernahmefantasien beeinflussen die Anleger lediglich kurzfristig. Dieser Einfluss entstand durch die Phantasie bzw. die Spekulation der einzelnen Anleger. Die quantitative Bestimmung dieses Einflusses ist schwierig, denn es gibt keine Methode, mit der das Verhalten der Anleger bzw. ihre Phantasie zu einer bestimmten Mitteilung ermittelt werden kann.

2.6 Quartalsberichte bzw. Jahresabschlüsse

Das operative Ergebnis des Unternehmens ist die Grundlage für die fundamentale Analyse der Aktie. Mit den realisierten vergangenen Daten kann die Entwicklung bzw. der Trend der Aktienkurse prognostiziert werden. Die Kennzahl Cashflow wird meistens verwendet um den Barwert des Unternehmens einzuschätzen um dadurch zu erkennen, ob das Unternehmen unterbewertet oder überbewertet ist.

In der Luftfahrtbranche wirken sich die verkauften Tonnenkilometer bzw. Sitzkilometer, Zahlen der Fluggäste unmittelbar auf das operative Ergebnis aus. Die schlechte Konjunktur bzw. der Terroranschlag am 11 September 2001 dämpften die Nachfrage nach Luftverkehr. Die operativen Ergebnisse aller Luftfahrtgesellschaften waren dadurch massiv beeinträchtig. Die Folge dieser schlechten Geschäftzahlen verursacht eine Talfahrt der Aktienkurse nach Veröffentlichung des Jahresergebnisses.

Bei guten Geschäftszahlen, die die Erwartung der Anleger bzw. der Branchenexperten übertreffen, steigt die Aktie oder setzt ihren Aufwärtstrend fort. Die Lufthansa Aktien z.B. endete am 25.10.2006 mit einem Plus von 1,4% auf 17,85 Euro. Dieses Plus war auf die guten Geschäftszahlen zurückzuführen, die das Unternehmen an diesem Tage vorlegte.22 Die Quartalergebnisse und deren Einfluss auf die Aktienkurse werden neben Ölpreis, Zinsen und Wechselkurs im empirischen Teil weiterbetrachtet und bemessen.

2.7 Wechselkurse

Auswirkungen des Wechselkurses entstehen wenn ein Unternehmen mit fremden Währungen handeln muss. Beispielsweise bei der Lufthansa hatte der drastische Kursanstieg des Euro zum US- Dollar kaum Einfluss auf die Geschäftszahlen. Da der Kerosinverbrauch in US$ abgerechnet wird ist ein schwacher Dollar für die Lufthansa vorteilhaft.

Beim japanischen Yen sieht das Verhältnis hingegen anders aus. Ein niedriger Yen macht sich für die Airline schon bemerkbar, da das Passagier- und Frachtgeschäft durch die abgeschwächte japanische Währung niedrigere Umsatzerlöse erzielt.23

3 Empirischer Teil

Der empirische Teil zielt darauf ab, den Einfluss der hauptsächlichen Faktoren wie Ölpreis, Leitzinsen, Wechselkursverhältnis, Arbeitslosenzahl, BIP und die verkaufte Tonnenkilometer auf die Aktie mittels statistischer Methoden quantitativ zu bemessen.

Die Lufthansa wird als repräsentatives Beispiel der Luftfahrtbranche analysiert. Das Ziel ist, die Abhängigkeit der Aktien von den obengenannten Faktoren und damit die quantitative Einflussgröße dieser jeweiligen Faktoren auf die Lufthansa Aktie zu gewinnen. Als Basisdaten für die Berechnung sind die täglichen Lufthansa Aktienkurse, die täglichen Ölpreise, die täglichen Wechselkurse, die monatlichen Euribo-Zinsen, das BIP und die Arbeitslosenzahlen auf den deutschen Markt sowie die Lufthansa Quartalsergebnisse von 01.01.2001 bis 30.09.2006 herangezogen worden. Dieser Datensatz besteht aus 31 Variablen mit 2097 Datenpunkten..

3.1 Korrelationskoeffizient

Es wird zunächst die tatsächliche lineare Abhängigkeit zwischen der Lufthansa Aktie und den einzelnen Faktoren zu untersucht. Dafür wird die statistische Methode, der Korrelationskoeffizient angewendet.

Der Korrelationskoeffizient ist ein dimensionsloser Koeffizient, welcher den Zusammenhang zwischen zwei Zufallsvariablen beschreibt. Der Korrelationskoeffizient liegt immer zwischen –1 und 1. Sind zwei Variablen unabhängig voneinander, so ist ihr Korrelationskoeffizient gleich Null. Man betrachtet die Korrelation zwischen zwei Variablen X und Y, ohne dass die einen als abhängig und die anderen als unabhängig anzunehmen24.

Die Formel für Berechnung des Korrelationskoeffizienten lautet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1)

Es ist hier der Korrelationskoeffizient der Grundgesamtheit und der Stichprobe zu unterscheiden. Die Stichprobe erhält lediglich die Werte, die einer tatsächlich ausgeführten Beobachtung entstammen. Die Werte einer Stichprobe werden daher nur als eine begrenzte Wertemenge aus der Grundgesamtheit aller möglichen Messwerte angesehen, die bei der Ausführung der Beobachtung vorkommen können25.

Aufgrund der Schwankung der Aktienkurse sowie des Ölpreises, Wechselkurse in US$, beispielsweise der Höchst-, Tiefst-, und Schlusskurs an einem Tag werden die entnommenen Werte als Zufallvariablen betrachtet, die jeweils in einer zugehörigen Stichprobe von n Wertpaaren. ( x, y ),... (xAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenyAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) zugeordnet sind.

Es werden hier die Korrelation zwischen der Lufthansa Aktie mit den jeweiligen Faktoren mittels dem Kennzahl r Korrelationskoeffizient untersucht, ohne dass die Lufthansa Aktie Y als abhängig und die anderen Faktoren X als unabhängige Variable festzulegen. Durch die Korrelationskoseffizientmessung ist möglich zu bestimmen ob die Stichprobenwerten (x, y ), (xAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenyAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten); hier die täglichen Lufthansa Aktiekurse und der Ölpreis, Wechselkurs, Euribo-Monatzins, BIP, monatliche Arbeitsloszahl bzw. Cashflow auf einer Geraden liegen.

Um die exakte Korrelation zu messen, werden zunächst die jährlichen Aktienkurse z.B. vom Jahr 2001 mit dem in 2001 notierten Ölpreise in einer Stichprobe aufgenommen. Weitere Stichproben ergeben sich aus den Folgejahren. Der Umfang der jeweiligen Stichprobe ist daher auf n = 365 Datenpunkte eines Jahres begrenzt.

Mit der Anwendung der Formel (2) ergeben sich die folgend gerundeten Ergebnisse der Korrelationskoeffizienten r:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Zusammenführung der Daten von 2001 bis 30.09.2006 in einer Stichprobe, ergeben sich die folgenden Ergebnisse:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach der Berechnung liegen die Korrelationskoeffizienten r zwischen –1 und +1 und keiner ist gleich Null. Damit können die Werte der Lufthansa Aktien Y und der Faktoren: Wechselkurs (X1), Ölpreis ( X2), Zinse (X3), BIP (X4), Arbeitslosezahlen (X5), Cashflow (X6) auf eine Gerade liegen und korrelieren mit einander. Diese Gerade entspricht der linearen Funktion y = ax + b. Somit besteht eine lineare Abhängigkeit zwischen der Lufthansa Aktie und dem Ölpreis, dem Zins, dem Wechselkurs, dem BIP, dem Arbeitsloszahl und dem Cashflow. Der Grad dieser linearen Abhängigkeit ist unterschiedlich und liegt im Intervall nach der jährlichen Betrachtung von –0,93 bis 0,89.

3.2 Lineare Regressionsanalyse

Die Regressionsanalyse ist ein statistisches Analyseverfahren. Mit ihr sind Beziehungen zwischen einer abhängigen Y und einer oder mehrerer unabhängigen Variablen X festzustellen.

Es wird zunächst eine Regressionsgerade bestimmt, die die Vorhersage einer Variablen aus einer anderen bei Vorliegen eines linearen Zusammenhanges zwischen diesen beiden Variablen (Y, X) ermittelt. Dieser lineare Zusammenhang hat die Form:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bezogen auf die Betrachtung der Einflussfaktoren auf den Kurswert der Lufthansa Aktie wird Y als abhängige Variable und X als unabhängige Faktoren wie der Ölpreis, Wechselkurs, Zinsen, BIP, Arbeitsloszahl und Cashflow betrachtet. Y besteht aus dem täglichen beobachteten Aktienkurse von 01.01.2001 bis 30.09.2006 entsprechend einem Umfang von n=2097 Datenpunkten: Y = y1 y2097. X ist ein der obengenannten Einflussfaktoren und hat auch jeweils X = x1..x2097 Datenpunkte.

Da a + bX von einer Störgröße ε überlagert wird, kann der funktionale Zusammenhang Y = f(X) zwischen Y und X nicht exakt festgestellten werden.

Diese Störgröße wird als Zufallsvariable konzipiert, die nichterfassbare Einflüsse wie Verhalten, Psychologie der Anleger am Börsenmarkt oder auch Messungsungenauigkeiten widerspiegelt. Mit dieser Berücksichtigung wird der lineare Zusammenhang zwischen der Lufthansa Aktie und den jeweiligen Einflussfaktoren mit dem Modell26

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

dargestellt.

Die Größe a, b sind hier nicht bekannt. Daher kann Y in die Komponenten α + β x und ε nicht zerlegt werden. Dafür verwendet man eine mathematische Schätzung a, b um die Parameter a, b zu bestimmen. Damit ergibt sich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mittels der kleinsten Fehlerquadrat-Methode können die Parameter a, b bestimmt werden, wobei die Summe der Quadrate der Störgröße ei minimiert werden soll.

Die Summe der Quadrate der Störgröße ei ist die Summe der Abstandsquadrate und es gilt:

ei2 = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Summe ist nur minimiert wenn: Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten= 0 und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten=0 sei.

Der gesuchte Regressionskoeffizient ist die Lösung nach der Formel:

b = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

SAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten: Kovarianz der Stichprobe

SAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten: Varianz der x-Werte in der Stichprobe

und a = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten- bAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieser Zusammenhang und die Regressionsgerade werden in der Graphik (Abb. 4) dargestellt.

Ein Punkt (xi, yi) der Stichprobe hat von einer Geraden y= a + bx den vertikalen Abstand Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: die Regressionsgerade und der Abstand der Störgröße e

Basieren auf die herangezogenen Daten vom Lufthansa Aktienkurs, Ölpreise, Wechselkurse, Zinsen, BIP, Arbeitslosezahlen, und Lufthansa Cashflow ergeben sich die folgenden Ergebnisse:

1. Nach der jährlichen Berechnung lauten die Mittelwerte Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Kovarianz:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Varianz:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Regressionskoeffizient b:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die geschätzte Regressionsgerade lautet somit:

1. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen des Wechselkurses (X1):

2001: y = 15,85 X1 + 0,86

2002: y = -44,88 X1 + 54,67

2003 : y = 23,12 X1 - 16,66

2004 : y = -3,34 X1 + 14,75

2005 : y = -9,02 X1 + 21,57

2006 : y = 18,90 X1 - 9,45

2. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Ölpreis (X2):

2001: y = 0,75 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten- 3,57

2002: y = -0,59 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 27,41

2003 : y = 0,13 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 5,64

2004 : y = -0,26 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 20,80

2005 : y = 0,06 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 6,90

2006 : y = 0,04 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 11,24

3. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Zinssatz (X3):

2001: y = 5,8 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten- 9,44

2002: y = 12,69 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten- 29,98

2003 : y = -5,67 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 22,80

2004 : y = -22,92 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten- 58,28

2005 : y = 5,20 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten- 0,84

2006 : y = 3,58 XAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten+ 4,11

5. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf das BIP (X4):

2001: y = 6,19 X4 + 10,62

2002: y = -2,18 X4 + 12,17

2003 : y = 0,18 X4 + 9,49

2004 : y = 4,09 X4 + 4,28

2005 : y = 0,13 X4 + 10,17

2006 : y = 0,02 X4 + 13,94

4. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf die Arbeitsloszahl (X5):

2001: y = 0,00001398 X5- 38,41

2002: y = 0,00000768 X5- 19,17

2003 : y = -0,00000875 X5+ 47,78

2004 : y = 0,00000762 X5- 22,90

2005 : y = -0,00000229 X5+ 21,25

2006 : y = -0,00000276 X5+ 26,79

5. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Cashflow (X6):

2001: y = 0,002 X6+ 2,83

2002: y = 0,005 X6+ 9,14

2003 : y = 0,009 X6+ 6,87

2004 : y = -0,012 X6+ 16,26

2005 : y = 0,002 X6+ 9,31

2006 : y = 0,005X6+ 11,68

2. Nach der Berechnung aller Datenpunkte für den Y Wert und die X Werte von 2001 bis 2006 ergeben sich die folgenden Ergebnisse:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die geschätzte Regressionsgerade lautet somit:

a. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Wechselkurs (X1):

y = -8,67 X1 + 21,59

b. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Ölpreis (X2):

y = -0,01 X2 + 12,34

c. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Zinssatz (X3):

y = 2,53 X3 + 4,79

d. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf das BIP (X4):

y = 0,61 X4 + 11,41

e. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf die Arbeitslosenzahlen (X5):

y = -0,0002932 X5 + 1284,39

f. Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Cashflow (X6):

y = 0,001663193 X6 + 11,17

Der gesamte Datensatz von 2001 bis 2006 bzw. die in (a) berechnete Regressionsgerade lässt vermuten, dass mit dem erhöhten US$-Euro-Wechselkursverhältnis der Kurs der Lufthansa Aktie sinkt.

Mit der geschätzten Regressionsgerade in (b) lässt sich einschätzen, dass mit dem Anstieg des Ölpreises der Lufthansa Aktienkurs sinkt bzw. bei Verbilligung wieder steigt. Es ist erkennbar, dass die Schwankung aller Aktienkurse von 01.01.2006 bis 31.09.2006 gleich 0,01mal der Schwankung des zugehörigen Ölpreises war. Z.B. stieg der Ölpreis um 0,7 US$ am 05.01.2006 auf 64 US$/Barrel im Vergleich zum Vortag am 04.01.2006 mit 63,3US$/Barrel sank der Aktiekurs nach dem geschätzten y am 05.01.2006 von 11,70 Euro um 0,007 Euro im Vergleich zum Vortag dem 04.01.2006 von 11,707Euro, also 0,01 * 0,7 =0,07. Diese Abweichung kam auch an den anderen Tagen vor.

Nach der Berechnung (c) entwickelt sich der Trend des Aktienkurses und der Zinsen in einer Richtung. Der Anstieg bzw. der Rückgang des Euribo- Monatzinssatzes führte auch zum Gewinn bzw. Verlust des geschätzten Aktienkurses im Vergleich zum Vortag.

In Abbildung 8 liegt die geschätzte Regressionsgerade recht flach. Das deutet darauf hin, dass der Aktienkurs der Lufthansa nicht sehr stark vom BIP beeinflusst wird. Jedoch mit positivem BIP wird der Aktienkurs steigen.

Die zurückgegangene Arbeitslosenzahl in Deutschland im Jahr 2006 führte zu einem steigenden geschätzten Aktienkurs y. Die Reduzierung der Arbeitslosen gibt ein positives Signal für die Konjunktur und das wirtschaftliche Wachstum eines Landes. Damit steigen die Aktienkurse, vor allem in der Luftfahrtindustrie aufgrund der steigenden Nachfrage, welche die Umsatzerlöse erhöhen.

Die geschätzte Regressionsgerade zeigte eine Auswirkung des Cashflow Ergebnisses auf die Aktie. Mit steigendem Quartalsergebnis stieg der Aktienkurs yi. Z.B. nach Veröffentlichung des Quartalsberichtes am 01.07.2001 bis zum 03.07.2001 stieg die Aktie von 16,13 Euro auf 16,69 Euro.

Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie Y in Bezug auf die Einflussfaktoren wird in den folgenden Abbildungen dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Wechselkurs (X1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Ölpreis (X2)

Abbildung 7: Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Zins (X3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf das BIP(X4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Die geschätzte Regressionsgerade der Aktie (Y) bezogen auf den Cashflows (X6)

3.3 Multiple Regressionsanalyse

Es wird hier eine Variable Y betrachtet, die von mehreren fest vorgegebenen Kovariablen X1...Xn abhängt, wobei X = ( x 1. .x n )T ein n-dimensionaler Vektor und die einzelnen X-Werte untereinander unabhängig sind27.

Der Lufthansa Aktienkurs wird als abhängige Variable Y und der Ölpreis, Zins, Wechselkurs, die BIP-Wachstumsrate, Arbeitslosenzahlen und Quartalergebnisse als unabhängige Variablen X aufgefasst.

Annahme:

Y: Aktienkurs der Lufthansa von 2001 bis 2006

X1: Ölpreis von 2001 bis 2006

X2: Euribo-Monatszins von 2001 bis 2006

X3: Wechselkurs von 2001 bis 2006

X4: BIP-Wachstumsrate von Deutschland

X5 : Arbeitslosenzahl von 2001 bis 2006

Xn: Ergebnis pro Aktie des Lufthansa Konzerns von 2001 bis 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten: Regressionskoeffizienten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten: Schätzfehler, Störgröße

Bedingung: Die Abhängigkeit der Aktien (Y) von den gesamten Einflussfaktoren

(X1 bis Xn) ist linear.

Die lineare Funktion lautet damit:

Y(X) = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wobei Y ein Vector mit n x 1 Spaltenvektor (n= 30) und X als ein Datenmatrix ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Störgröße ε als Zufallsvektoren und der Regressionskoeffizient β j, mit (p+1) x 1 , j = 1...n.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Schritte der Bestimmung von der geschätzten Regressionsgerade sind ähnlich wie bei der oben durchgeführten linearen Regressionsanalyse. Kompliziert ist die Berechnung einer großen Datenmenge, die nun in Form von Vektoren und Matrizen beschrieben werden. Hierfür wurde das Software-Programm MatlabR12 eingesetzt28.

Der Code für die multiple Regressionsgerade wurde wie folgt programmiert:

clc

clear all

close all

load Daten_2001_2006g.txt

Y = Daten_2001_2006g(:,1); %( :,1) die erste Spalte wird an Vector Y übergeben

X = Daten_2001_2006g(:,2:end); %( :,2:end) Spalte 2 bis n wird an Matrix X übergeben

Y = [Y(1:end,:)];

X = [X(1:end,:)]; %X – Matrix: 30 x 2097, Y-Vektor: 2097 x 1

[K N] = size(X); % K ist die Anzahl der Zeilen und N ist die Anzahl der Spalten K = 2097, N = 31

ystd = std(Y);

ymean = mean(Y); % Mittelwert (mean) und Standard Abweichung (standard deviation)

Y = (Y - ones(K,1)*ymean)*inv(diag(ystd)); % Mittelwert abziehen und durch Standard Abweichung teilen.

X = (X - ones(K,1)*mean(X))*inv(diag(std(X))); % K ist die Summe der Zeile, K = 2097

[V S V] = svd(X'*X,0);

invSxx = V(:,1:30)*inv(S(1:30,1:30))*V(:,1:30)'; % um das Rankproblem umzugehen, V als Varianz.

clear Daten_2001_2006g;

β = invSxx*X'*Y; % Parameterbestimmung nach der Fehlerquadratmethode, β als Regressionskoeffizient oder auch Steigungsmaß.

Yhat = X*β; % Bestimmung des vorhergesagten Aktienkurses durch die geschätzte Regressionsgerade

Yhat = Yhat*diag(ystd) + ones(K,1)*ymean;

var(Y-Yhat)

Y = Y*diag(ystd) + ones(K,1)*ymean; % Hier wird der Mittelwert und die Standard Deviation wieder aufaddiert.

figure % um die Zeichnung zu gewinnen

subplot(311), bar(β,'w'), axis tight % die Regressionsparameter

subplot(312), plot(Y,'k'), hold on, plot(Yhat,'r'), hold off

axis tight

subplot(313), plot(Y-Yhat,'k')

axis tight

Die Regressionskoeffizienten β sind in der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Standardabweichung Ystd = 3,1459

Mittelwert Ymean = 11,949

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10 : Die multiple Regressionsgerade der Lufthansa Aktie.

Die erste Abbildung zeigt die Varianz einzelner Einflussfaktoren. Die zweite Abbildung beschreibt den Verlauf des realen (die schwarze Linie) und des geschätzten Aktienkurses (die rote Linie). Der Verlauf der geschätzten Regressionsgerade in einzelnen Diagrampunkten verläuft nicht gleich wie der reale Aktienkurs. Beispielsweise am 24.02.2004 verlor die Lufthansa Aktie 3,72 Euro (Zeile 1150). Der Grund dieses Verlustes war die Meldung der Kapitalerhöhung des Lufthansa Konzerns im Jahr 200429. (Vgl. Geschäftsbericht Lufthansa 2004):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Kapitalerhöhung in 2004 führte zum Kurseinbruch am 24.02.2004 (Zeile 1150)

Die Folge der Terroranschläge in den USA am 11.Sep.2001 für die Lufthansa Aktie lässt sich in der Abbildung 12 erkennen. Am 20.09.2001 erreichte die Lufthansa Aktie den Tiefstpunkt (7,66 Euro, Zeile 263). Die negativen Erwartungen der Anleger führten zum Massenverkauf der Lufthansa Aktien. Solche Ereignisse lassen sich nicht vorhersagen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Einfluss des 11.Sep. auf die Lufthansa Aktie am 20.09.2001 (Zeil 263)

4 Zusammenfassung

Die Einflussfaktoren auf die Luftfahrtindustrie Aktien bestehen aus internen und externen Faktoren. Die internen Einflüsse können Gewinn oder Verlust der Aktie verursachen. Eine Kapitalerhöhung mindert beispielsweise den Wert der Aktie durch die Ausgabe der neuer Aktienmengen. Bei Veröffentlichung positiver Quartals- bzw. Jahresergebnisse setzen die Aktien ihren Aufwärtstrend fort. Ein steigender Ölpreis, schlechte Arbeitsmarktdaten und die Meldung der Leitzinserhöhung der Zentralen Bank bedeuten einen negativen externen Einfluss auf den Börsenmarkt.

Aktien der Luftfahrtbranche wie Lufthansa, American Airline, Air France usw. leiden besonders unter Ölpreisschwankungen. Denn die Ausgaben für Kerosin betragen mehr als 1/3 der Summe der Aufwendungen. Die Konjunkturflaute dämpft die Nachfrage nach Luftverkehrsdienstleistung im Passagier- und Frachtgeschäfte. Besondere Ereignisse wie Terroranschläge, die Lungenepidemie SARS haben unmittelbar die Umsätze der Luftfahrtbrache beeinflusst.

Die Größe dieser Einflüsse kann mittels statistischer Methoden ermittelt werden. Die Berechnung im empirischen Teil basiert auf den Lufthansa Daten und dem Wechselkursverhältnis US$-Euro, Ölpreise, Euribo-Monatszins, BIP und Arbeitslosenzahlen von 2001 bis 30.09.2006.

Mit dem Korrelationskoeffizient wird untersucht, ob die Lufthansa Aktie tatsächlich in einer linearen Abhängigkeit vom Ölpreis, Wechselkurs, Zinsen, Arbeitsloszahl und Cashflow steht. Die Einflussstärke hängt daher von dem Zusammenhang zwischen der Aktie und dem jeweiligen Faktor ab. Je stärker dieser Zusammenhang ist, desto großer ist der Einfluss des Faktors auf die Aktie. Die lineare Abhängigkeit der Aktie ist durch den Korrelationskoeffizient r (-1≤ r ≤1) zu erkennen.

Weiterhin wurde der Einfluss des Ölpreises, Zins, Wechselkurses und Cashflows auf die künftige Entwicklung der Aktie betrachtet. Mit der einfachen linearen Regressionsanalyse wurde der künftige Aktienkurs in Abhängigkeit von den Werten des jeweiligen Faktors ermittelt. Dies wurde in Form einer geschätzten Regressionsgerade dargestellt.

Die Aktie kann andererseits gleichzeitig von mehreren Einflussfaktoren beeinflusst werden. Beispielsweise steigt der Aktienkurs oder sinkt er beim Anstieg des Ölpreises während der guten Konjunkturdaten und der Veröffentlichung eines positiven Quartalergebnisses. Mittels der multiplen Regressionsanalyse wurde der Aktiekurs der Lufthansa in Abhängigkeit von mehreren Einflussfaktoren geschätzte.

Die durch MATLAB gewonnen Graphiken zeigen jedoch eine Abweichung zwischen dem tatsächlichen Lufthansa Aktienkurs und dem geschätzten Aktienkurs in einzelnen Datenpunkten. Diese Abweichung kann durch die Erwartung und psychologische Reaktion der Anleger auf die Aktie entstanden sein.

Literaturverzeichnis

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9. Lufthansa Geschäftsbericht 2004,S94,95

10. Lufthansa ist künftiges Wachstum gut gerüstet, Börse Zeitung N191, 05.10.2005

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12. www.br-online.de

13. www.ad-hoc-news.de

14. Erwin Kreyszig, 1979, s257, S17,18 Statische Methoden und ihre Anwendung

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16. http://www.mathworks.com/

17. http://www.mathworks.com/

18. http://de.biz.yahoo.com

19. http://www.finanztreff.de

20. http://www.4investors.de

21. www.faz.net

[...]


1,2,3: Vgl. Lufthansa Geschäftsbericht 2001, S28

4: Vgl. Lufthansa Geschäftsbericht 2001, S29

5: Vgl. Lufthansa Geschäftsbericht 2001, S34

6. Vgl. Lufthansa - Geschäftsbericht 2001, S28,29

7. Peter Maas/ Jürgen Weibler, 1990, Börse und Psychologie

8.Notker Blechner 25.05.2004: Die "Ölverlierer" im DAX, Quelle: http://boerse.ard.de

9. Stand: 12.08.2004, www.hr-online.de

10 11. Aktien Frankfurt, 11.09.2006: Etwas schwächer - Leicht negative Vorgaben; Zinsangst

12. Lufthansa-Geschäftsbericht 2002, S86,87

13 Jahresbericht 2002, s93-95

14.www.yahoo.com/finance

15. ZDF, Nachrichten, www.heute.de

16. Börsemeldung, 20/12/2006, www.br-online.de.

17.www.ad-hoc-news.de

18. http://de.biz.yahoo.com

19. http://www.finanztreff.de

20.http://www.finanztreff.de

21.http://www.4investors.de/

22. vgl. Lufthansa-Aktie setzt den Steigflug fort www.faz.net

23. vgl. Lufthansa ist für künftiges Wachstum gut gerüstet, Börse Zeitung N191, 05.10.2005

24. vgl: Erwin Kreyszig, 1979, s257, Statische Methoden und ihre Anwendung.

25. vgl: Erwin Kreyszig, 1979, Statische Methoden und ihre Anwendung, s17,18,

26 vgl.http://de.wikipedia.org/wiki/Regressionsanalyse

27. vgl: http://de.wikipedia.org/wiki/Regressionsanalyse#Multiple_Regression

28. vgl. http://www.mathworks.com

29. Vgl. Geschäftsbericht Lufthansa 2004, S94,95

Details

Seiten
34
Jahr
2007
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110996
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Schlagworte
Einflussfaktoren Aktien Luftfahrtindustrie

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Titel: Die Einflussfaktoren auf die Aktien der Luftfahrtindustrie