Lade Inhalt...

Heideggers Deutung des transzendentalen Schematismus in Kants Kritik der reinen Vernunft

Zwischenprüfungsarbeit 1993 65 Seiten

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung
1.1. Ausgangspunkt und Zielsetzung der Untersuchung
1.2. Allgemeine Problematik des Schematismus bei Kant
1.3. Der systematische Ort der Schematismusdeutung bei Heidegger
1.4. Äußere Darstellung des Schematismus im Kantbuch (1929)

2. Das Deduktionsproblem als Wurzel des Schematismus
2.1. Die den Schematismus vorzeichnende Darstellung bei Heidegger
2.2. Kant zum vorläufigen Vergleich: Die Deduktion in der Fassung A
2.3. Vorläufiger Vergleich der Darstellung bei Kant u. Heidegger

3. Transzendenz und Versinnlichung

4. Bild und Schema: Schematismus der empirischen Begriffe

5. Schema und Schema-Bild: Schematismus der mathematischen Begriffe

6. Der transzendentale Schematismus bei Kant und Heidegger
6.1. allgemeiner Charakter: Verwurzelung im Deduktionsproblem
6.2. Kants Schematismus der Quantitätskategorien
6.3. Schematismus der Qualitätskategorien
6.4. Schematismus der Relationskategorien
6.5. Schematismus der Modalitätskategorien
6.6. Das Subsumtionsproblem

8. Aspekte der Deutung
8.1 Die Kantdeutung Heideggers und der Begriff von Sein und Zeit in SZ
8.1. Hermeneutischer Ansatz und philologische Grundlage
8.3. Heideggers Kantbild und der Neukantianismus
8.4. Phänomenologische Methode

9. Zusammenfassung

10. Anhang

11. Anmerkungen

12. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Ausgangspunkt und Zielsetzung der Untersuchung

Die Bedeutung des Schematismusproblems in der Kritik der reinen Vernunft habe ich zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem Begriff der 1

Einbildungskraft in den frühen Schriften Fichtes2 und ihrer durchdringenden Analyse in den Fichte-Studien des Novalis erfahren und von dort aus einen Zugang zu Heideggers andersartiger und zugleich verwandter Behandlung der Thematik in den Kantbüchern wie zu seinem Denken überhaupt gefunden; also nicht - wie üblich - auf SZ oder das Spätwerk konzentriert, von der dekonstruktiven Postmoderne (Derrida), der geschichtlichen Hermeneutik Gadamers, dem Existenzialismus der Nachkriegsära (Sartre) oder vom Dekadenzdenken des ausgehenden 19. Jahrhunderts her (Nietzsche, Kierkegaard, Bergson). Dies erklärt die Hauptzüge meiner3 transzendentalphilosophisch orientierten Auffassung Heideggers, ist aber dem Verständnis Heideggers in der Absicht des gedanklichen Nachvollzugs sicher4 dienlicher und insgesamt sachlich fruchtbarer , auch wenn die Bedeutung von Nihilismus, Historismus, Vitalismus und Expressionismus für Heideggers Denken nicht geleugnet werden kann und die sogenannte Spätphilosophie als konsequente Folge der von ihr aus neu zu verstehenden `ersten Phase' seines Denkens aufgefaßt werden muß.

Im Nachdenken über Heideggers klassische Neu- und Uminterpretation Kants und besonders des Schematismuskapitels der Kritik sehe ich in erster Linie auch nicht die Aufgabe des antiquarischen historisch-kritischen Erkenntnis-`gewinns' oder gar der heute als Zeugnis richtiger Gesinnung geltenden politischen `Entlarvung', sondern eine erneute Möglichkeit zum ansatzweisen Versuch, ein vertieftes Verständnis des Grundproblems der menschlichen Existenz - der wesentlich unaufhebbaren Spannung der bewußtseinskonstitutiven Dialektik von Spontaneität und Rezeptivität - zu erreichen und das zeitgenössische Denken von diesem Problem aus in seinen geschichtlichen Grundlagen zu fassen, denn "es sind die Fragen der Zeit, die in dieser Philosophie gestellt und ausgetragen werden." (PÖGGELER, 1984, 24), ohne daß es dabei eine kurzatmige Modephilosophie gewesen ist.

Diese Orientierung an der "Sache" ist Bedingung jeder Art des Verständnisses, auch des reproduktiv philologischen oder rekonstruierend historischen, und ist ihr einzig möglicher Sinn, was für das philosophische Verständnis selbstverständlich ist, dem es darum geht, im Überstieg über das dem gesunden Menschenverstand naiv gegeben Erscheinende die "ungegebenen" Bedingungsgründe seiner Möglichkeit in der permanenten Unruhe des iterierenden Regresses der Reflexion tiefer zu erfragen, und dem darin selbst geschichtlich zum Ausdruck kommenden Grund eben diesen ihm entsprechendsten Ausdruck (zurück) zu geben. A. Vergleiche zu diesem Philosophieverständnis FUNKE, 1966, besonders den Aufsatz "Was ist Philosophie, S. 5-24., zum interpretatorischen Grundverständnis "Erörterung der Interpretation" in KOPPER 1955,12-28; zur klassischen Kontroverse um hermeneutische Grundfragen bei Gadamer, Betti, Hirsch SEEBOHM 1966.

Insgesamt erscheint mir das Denken Heideggers geschichtlich gesehen am besten als eine an Kierkegaard, Nietzsche und besonders an Schellings Spätphilosophie anknüpfende (und damit insgesamt der antiaufklärerischen Frühromantik verhaftete) Negation der Systemphilosophie Hegels verständlich zu werden (x), den Heidegger auch als radikalen konsequenten Erben Kants interpretiert (vgl. 3 244). Heideggers Denken, in dem sich die typische Denkform der gegenaufklärerischen Moderne ausbildete, erscheint dabei als größte Herausforderung an das bisherige Denken der Philosophiegeschichte, wie es mit zu Höhepunkt und Hegel an sein Ende kam, und damit an das (metaphysische) Denken überhaupt: Es umfaßt und voll-endet, zumindest dem Anspruch nach (wie Hegel), das gesamte abendländische Denken und geht zugleich (gegen Hegel) auf dessen Wurzeln zurück. Das abendländische Denken führte zuerst zur Lehre dauernder Wesensordungen (Plato), dann zur Geschichtlichkeit des sich selbst findenden überzeitlichen Geistes (Hegel) und in Heidegger zur Erfahrung der Endlichkeit eben dieser Geschichtlichkeit.(x) vgl. MÜLLER, 1964, 37f, wenn auch die Rede von einer "absoluten Geschichtlichkeit" in sich aporetisch ist (x) vgl. VOLKMANN-SCHLUCK 1963.

Im transzendentalen Denken (X) Kants hatte sich das menschliche Selbstbewußtsein als in seinem ursprünglichen Ausgang vom gegenständlichen Sichzeigen der Welt unbewußt-entfremdetes Selbstverständnis überwunden. Das Sichzeigen des Vielen wurde ihm erstmals als die Erscheinung des selbst nicht mehr gegenständlich verstandenen einen Unbedingten offenbar. Dabei nahm das Bewußtsein dieses Sichzeigen selbst aber noch nicht bewußt in die Einheit der Vernunft zurück und verfestigte sich in einer neuen Dogmatik. (vgl. KOPPER 1961, 39ff; 1962, 146ff)

Heidegger hat dieses ursprüngliche transzendentale Denken in seinem doch wieder dogmatisch-behauptend verfahrenden Charakter erkannt und zu seinem modernen Selbstverständnis geführt, in dem das Denken selbst zu Ende und gewissermaßen zu Grunde geht, insofern in ihm die Weltlichkeit als das Sichbezeugen des Nichts auf die Weise des Seienden von sich aus das Verlorensein des Denkens ausweist. (vgl. KOPPER 1961, 146ff; 1962, 181ff): Das Sein ist selbst in seinem Wesen endlich und offenbart sich nur in der Tanszendenz des in das Nichts auf dem Grunde der verborgenen Angst hinausgehaltenen Daseins, das der "Platzhalter" des Nichts ist. (Vgl. 9 (WiM), 118-120).

Ziel der nachstehenden Untersuchung ist es, die Deutung des transzendentalen Schematismus in ihren verschiedenen Fassungen bei Heidegger darzustellen, zu kommentieren, ihre Bedeutung für das Denken Heideggers herauszustellen und daraufhin zu analysieren, inwieweit seine Deutung dem Text und der Absicht Kants im einzelnen und im Ganzen entspricht. Dabei soll Heideggers Deutung in Abhebung von der metaphysisch-ontologischen Kantdeutung E. Heimsoeths, G. Martins und I. Heidemanns (x) dargestellt werden, auch deshalb, weil von hier aus das Eigentümliche der Heideggerschen Interpretation am deutlichsten wird. Die Eigenart seiner Deutung soll im Anschluß daran in verschiedenen Hinsichten dargestellt und diskutiert werden. A: Dabei konnten natürlich nicht alle wichtigen Themen abgehandelt werden: Am wichtigsten für ein tieferreichendes Verständnis der Deutung wäre ein Vergleich der Deutung Heideggers mit Husserls Aussagen zur Theorie der Zahlen, zur Bildlichkeit und zur kategorialen Anschauung, sowie mit dem Neukantianismus, dem Heidegger mehr verdankt, als er sich selbst bewußt war.

1.2. Allgemeine Problematik des Schematismus bei Kant

Das Schematismuskapitel in der "Kritik der reinen Vernunft" als 1. Hauptstück) im 2. Buch (Analytik der Grundsätze)des 2. Teils (transzendentale Logik) der Transzendentallehre, mit 11 Seiten das bei weitem kürzeste "Hauptstück" der Kritik überhaupt, hat in der Geschichte der Philosophie und der Kantforschung die meisten Klagen und die vielfältigsten und widersprüchlichsten Deutungen und Beurteilungen erfahren, die sich (wenn überhaupt) sachlich meist auf das Verhältnis zum vorangehenden Deduktions- und zum nachfolgenden Kapitel der Grundsätze, die Vollständigkeit einer "Schematafel", die Schemastruktur, die Frage der transzendentalen Zeitbestimung ]und die Rolle des Raums bei der Schematisierung der Kategorien bezog. Die einen lobten es (Fichte, Schelling, Hegel); hielten es für das wichtigste Kapitel überhaupt (Heidegger, Daval), die anderen für wunderlich (Schopenhauer), sorglos und verwirrt (Paton) oder schlechthin überflüssig (Adickes). Dabei wurde es außerdem seiner lapidaren und oft nur in Andeutungen verfahrenden Ausführung halber für dunkel gehalten. Kants eigenes Urteil darüber war eindeutig: er hielt es für "eines der schwierigsten Punkte", aber auch "für eins der wichtigsten". Es ist völlig unverändert in die zweite Auflage der Kritik übernommen worden. Der Schematismus war für Kant in einer Bemerkung, die unvermittelt die Analyse der allgemeinen Schemastruktur unterbricht, also als spontaner Ausdruck der Schwierigkeit und des Ernstes der Reflexion, "eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele, deren wahre Handgriffe wir der Natur schwerlich jemals abraten und sie unverdeckt vor Augen legen werden."(A 141). Diese echte Bescheidenheit Kants in ihrer feinen erkenntniskritisch auf die Dialektik der Vernunftlehre zu beziehenden Ironie sollte dann bei Heidegger als "Zurückschrecken" Kants vor dem "Abgrund" seines Denkens gedeutet werden.

Das Thema des transzendentalen reinen Schematismus ist, kurz gesagt, das dem empirischen Schematismus analoge regulative Verfahren der restringierenden Anwendung (Realisierung) von reinen Verstandesbegriffen auf Erscheinungen überhaupt - mittels der reinen Anschauung der Zeit durch ein rein zeitbestimmendes "Schema" der Kategorie (Vermittlung als figürliche Synthesis). Auf diese Weise werden reines Denken und Sinnlichkeit, Spontaneität und Rezeptivität vermittelt, Kategorien sensifiziert und Zeit- Anschauung kategorialisiert. Dies bereitet der Einteilung der traditionellen Logik folgend und anschließend an die Lehre vom Begriff als Leistung des Verstandesvermögens die Lehre vom Urteil als Leistung der Urteilskraft vor und gehört, da der reine Begriff (notio) verlassen ist, gewissermaßen eher zum Urteil, wenn man es schon nicht an einen eigenen Platz stellen will. Dies ist charakteristisch für die innere Verlegenheit der Systematik Kants und zeigt zugleich, daß der Schematismus die verstandesmäßige Unabhängigkeit der Kategorien in keiner Weise antastet (die Deduktion ist abgeschlossen und steht für sich), sondern nur als die Anwendungsfrage mitbetreffend konzipiert, beziehungsweise zurechtgestutzt wird.

Die Schwierigkeit des Schematismuskapitels erklärt sich aus dieser seiner systematischen vor- und nachbereitenden und zugleich die Synthesis überhaupt fundierenden Stellung zwischen der Deduktion der Kategorien und den transzendentalen Grundsätzen. Ein solches Zwischenglied ist in seiner Problematik grundsätzlich auf eine Weise gekennzeichnet, die philosophiegeschichtlich an das Problem des "dritten Menschen" bei Platon erinnert:

1. gehört es gewissermaßen nicht mehr zum ersten Teil, aus dem es fließt, andererseits noch nicht zum zweiten Teil, der aus ihm fließt; es erscheint also als Überleitung und damit in gewisser Weise als unbedeutend, da das Wesentliche vorher schon gesagt wurde (das Wesen der Kategorien) oder nachher ausgeführt wird (Anwendung der Kategorien im Urteil).
2. Der Verbindungscharakter muß in gewisser Weise schon im zu Verbindenen als Möglichkeit angelegt sein, sodaß die Herausstellung der Verbindung als Wiederholung oder Vorwegnahme erscheinen mag - oder als künstliche Trennung der zu verbindenden Aspekte.
2. Andererseits ist das Verbindungsglied äußerst wichtig, da ja ohne die logische Kohärenz weder die Berechtigung des Vorhergesagten aus der Konsequenz, noch die Berechtigung der Konsequenz aus dem Vorgehenden ersichtlich wird, insofern beide Teile sich in einer Gesamtargumentation gegenseitig stützen.
3. Dieser Verbindungscharakter macht die Darstellung der Verbindung aber zugleich schwierig, weil dadurch die Stringenz der systematischen Darstellung gestört und die Ebene der Untersuchung vertieft werden muß zu einem beiden Teilen gewissermaßen Vorausliegenden.
4. Der fundierende Aspekt des geschilderten Verbindungsproblems ist das Problem der Synthesis des synthetischen Urteils a priori, die in ihrer Möglichkeit geklärt werden, ohne die Synthesis analytisch aufzuheben. Die Heterogenität der Erkenntniskräfte und -vermögen muß bewahrt bleiben, Identität und Differenz miteinander bestehen, insofern die Analyse mit der Synthese zusammenfällt, da jene diese immer voraussetzt (vgl. B 130). Die Analyse darf sich also nicht soweit verselbständigen, daß sie ein Element als primäres nimmt oder ein drittes als beiden vorausliegendes. Das Schematismuskapitel hat diese Schwierigkeiten vermieden, indem das Thema der Einbildungskraft offen gelassen wurde.

Dies erklärt alle in der Rezeption herausgestellten Merkmale des Schematismuskapitels:

1. seine Kürze und Lapidarität: das Wesentliche scheint schon anderswo gesagt zu sein.
2. seine Dunkelheit: die Fragestellung würde, weiter geführt, die äußere Systematik untergraben; an dieser hängt aber Kants Philosophie, insofern die Trennung von Spontaneität und Rezeptivität im synthetischen Urteil bewahrt bleiben muß .
3. seine Tiefe: es klärt den Bezug des vorhergehenden zum nachfolgenden der beiden Bücher der transzendentalen Analytik und damit die Berechtigung beider.

Diese Eigenschaften erklären rechtverstanden alle Klagen und Differenzen der Interpretation als berechtigte: Das Schematismuskapitel ist zugleich dunkel, tief und zugleich zu oberflächlich, zu kurz und trotz seiner äußerst großen Bedeutung doch eigentlich überflüssig, es führt zu größerer Deutlichkeit und ist doch absonderlich.

Diese Eigenschaften zeigen aber auch Größe und Grenzen der Philosophie Kants, die intellektuelle Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit, aber auch die Fixierung auf den Verstand gemäß der rationalistischen Tradition. Besonders hervorzuheben sind die Bescheidenheit des Denkens, nicht mehr zu behaupten, als erklärt werden kann, auch wenn dies wenig ist und die Offenheit des Denkens, in der die Reflexion die Ansätze und Widersprüche stehen läßt, ohne sie zu verschleiern.

Sie tragen auch zur Erklärung bei, warum Heidegger das Schematismuskapitel für seine Interpretation in den Mittelpunkt stellen konnte:

1. Die Dunkelheit ermöglicht es, vom eigenen Standpunkt aus "Licht" hineinzubringen, es also im Sinne der eigenen Philosophie auszulegen.
2. Die Tiefe ermöglicht es, eine Kantdeutung anspruchsvollerer Art vorzubringen.
3. Die Kürze und Unklarheit ermöglicht es, die eigene philosophische Fähigkeit in der Vervollständigung und Erklärung zu beweisen.

1.3. Der systematische Ort der Schematismusdeutung im Denkweg und Werk Heideggers

Die Bedeutung des transzendentalen Schematismus im Denkweg Heideggers kann zunächst aus seinem systematischen Ort im Zusammenhang mit der Werkgeschichte aufgezeigt gemacht werden.

Die erste veröffentlichte Darstellung der Schematismusdeutung Heideggers findet sich im ersten seiner beiden Kantbücher, "Kant und das Problem der

Metaphysik". Es wurde im April 1929 (x) nach früheren Vorträgen in Riga (Sept. 1928) im Anschluß an die Davoser Vorträge (März/April 1929) mit der berühmten Abschluß-"disputation" (x) zwischen Heidegger und dem "Kulturphilosophen" Cassirer, dem Schüler Cohens und Natorps, verfaßt. (x) Heideggers Absicht war, mit der Methode seiner über Husserls Ansatz hinausgetriebenen hermeneutischen Phänomeno-Logie des geschichtlichen Daseins und in Frontstellung gegen die neukantianische Deutung (im Sinne einer Erkenntnistheorie der mathematischen Naturwissenschaften) Kants Vernunftkritik erster Auflage als eine "erste und ausdrückliche" (3, 271o) Grundlegung der Metaphysik auszulegen, "um so das Problem der Metaphysik als das einer Fundamentalontologie vor Augen zu stellen." (3,1). Dabei wird Fundamentalontologie als vor- und gegenanthropologisch/kulturphilosophische (x) mit der Kritik an der Anthropologie sucht Heidegger vor allem Scheler zu treffen, der seine Anthropologie besonders eindringlich in "Die Stellung des Menschen im Kosmos" (1929) dargestellt hat; mit der Kritik an der Kulturphilsüosophie vor allem die südwestdeutsche Schule des Neukantianismus, aber auch die Philosophie der symbolischen Formen E. Cassirers, in der er hegelianisierende Züge entdeckt. Metaphysik (x) auf dem Grunde einer Analytik des menschlichen Daseins verstanden (vgl. ebda). Das Ziel der Auslegung ist zugleich ihre "leitende Idee", die sich "bewähren und darstellen" soll und der Maßstab der Richtigkeit des Ergebnisses - womit zugleich die zirkuläre Frage-Hermeneutik Heideggers in ihrem "fragwürdigsten" Kern getroffen ist. (x) Heideggers Entwurf der Kantdeutung, ihr Ansatz und ihre Zielsetzung kann zunächst wie folgt kurz umrissen werden: Auf der Suche nach einer tragfähigen metaphysica specialis als "eigentlicher" "Metaphysik im Endzweck" habe Kant die ontische Orientierung der in aristotelisch-scholastischer Schultradition wurzelnden metaphysica specialis und generalis (ens commune) erkenntniskritisch vom Bereich des der Vernunft Zugänglichen ausgrenzen müssen. Dabei sei er in der zunächst naturwissenschaftlich orientierten methodisch-propädeutischen Bestimmung der Grenzen der menschlich/sinnlich/endlichen Erkenntnis - erstmals seit Aristoteles - zu den Bedingungen der Möglichkeit ontischer Erkenntnis überhaupt zurückgegangen, so unter dem Titel einer Transzendental-philosophie zu einer neuen metaphysica generalis (sive `fundamental'-onto-logia) vorgestoßen, um von diesem sicheren Fundament aus eine neue metaphysica specialis innerhalb eines Wissenschaftssystem zu begründen. Zur entscheidenden Frage mußte ihm dabei im Rahmen der überlieferten Auffassung des Erkennens als (synthetisch-verbindenden) Urteilens die Möglichkeit synthetischer Urteile a priori als Frage nach der Bedingung der Möglichkeit der vorgängigen Einheit von reinem Verstand und reiner Anschauung werden. Kant sei auf diesem Wege zu dem Punkt gelangt, beide Elemente auf eine gemeinsame Wurzel und Grundquelle, die Einbildungskraft, zurückzuführen. Damit hatte Kant aber seinen ursprünglichen "Ansatz in der Vernunft" "gesprengt", die "bisherigen Grundlagen der abendländischen Metaphysik (Geist, Logos, Vernunft)" zerstört und sich durch diesen "Radikalismus" in eine Position gebracht, vor der er "zurückschrecken" mußte. (3, 273). Daher werden die an der Transzendenzbildung beteiligten Vermögen des Gemütes und damit die reinen Anschauung Zeit nicht explizit von der aufgespürten transzendentalen Funktion her bestimmt, sondern bleiben im ersten Ansatz stecken, weshalb auch die zeitliche Interpretation der Schemata letztlich versagen muß (vgl. 3, 200f). Von diesem Ergebnis aus will Heidegger eine erneute, radikale, "anfängliche" Enthüllung des "ursprünglichen" Wesensgrundes der Metaphysik als Metaphysik des Daseins vornehmen.

Dieser Ansatz des Kantverständnisses und Vorentwurf als "leitender Idee" seiner Kantdeutung findet sich im ersten vorbereitenden von vier Abschnitten des Kantbuchs, als erste einer vierfachen Grundlegung der Metaphysik, aber auch im 3. und 4, Abschnitt und, prägnanter und konziser, im der Zusammenfassung der Davoser Vorträge in der Davoser Revue (3, 271-273).

Die Schematismusdeutung gehört im Kantbuch zur zweiten Grundlegung, die nach der beschriebenen ersten "Grundlegung der Metaphysik im Ansatz" von der "Grundlegung der Metaphysik in der (historischen, A.d.V) Durchführung" handelt, also von der im Ansatz vorentworfenen Grundlegung der Metaphysik bei Kant in Form einer Kritik der reinen Vernunft. Die Schematismusdeutung macht in diesem zweiten Abschnitt das vierte von fünf Unterkapiteln aus, die die fünf Stadien der historischen Durchführung enthalten. Dies bedeutet, daß eine durchgehende Interpretation der "Kritik der reinen Vernunft" (Fassung A) in fünf Schritten bis zum Ende des Schematismuskapitels durchgeführt werden soll.

Das vierte Stadium als der entscheidende Schritt der Interpretation der historischen Grundlegung mit der Deutung des Schematismus als Frage nach dem "innersten Wesen der ontologischen Erkenntnis" (3, 111) trägt den Titel "Grund der inneren Möglichkeit der ontologischen Erkenntnis" (3, 88-113; von 246 Seiten) . Er wird später als erreicht erklärten Zielpunkt der (historischen) Grundlegung bezeichnet (vgl. 3, 113).

Im folgenden fünften Stadium der zweiten Grundlegung erfolgt die Zusammenfassung des Ergebnisses hinsichtlich des Wesens der ontologischen Erkenntnis. In den zwei folgenden Grundlegungen der Metaphysik, der Metaphysik "in ihrer Ursprünglichkeit" (Dritter Abschnitt) und der Metaphysik "in einer Wiederholung" (Vierter Abschmitt) wird das Ergebnis der historischen Durchführung der Metaphysik als Vernunftkritik vertieft.

1. Zunächst wird Kants Grundlegung "über den vulgären Zeitbegriff zurückgetrieben () zu dem transzendentalen Verständis der Zeit als reiner Selbstaffektion, die in ihrem Wesen mit der reinen Apperzeption einig ist" (3, 243); dabei wird der Abgrund aufgedeckt, vor dem Kant "zurückweicht", nämlich vor einem erweiterten und gesteigerten Verständnis der Einbildungskraft und der ihr zugrundeliegenden Anschauung der Zeit, in dessen Konsequenz die Reinheit einer selbständigen Vernunft im Theoretischen und Praktischen verloren zu gehen drohte; Diese Aufdeckung von Kants eigentlicher und ursprünglicher Einsicht geschieht dadurch, daß Heideggern nochmals auf das Deduktionskapitel Kants zurückkommt, um den Begriff der Einbildungskraft zu vertiefen und zugleich die Verdeckungsstrategie der 2. Auflage auf die Motive der Angst des Selbstverlusts und der Bedrohung seiner Autonomie durchleuchtet.
2. Im letzten Abschnitt wird die Frage nach dem Dasein in seiner Endlichkeit aufgenommen. Diese Fragerichtung versteht sich als "Metaphysik des Daseins als Fundamentalontologie". Dieser vierte Teil ist so gesehen eine Überleitung und Einleitung zur Seinsfrage von SZ, insofern dort zum ersten Mal die Fundamentalontologie ausführlich dargestellt und publiziert wurde.(Dieser Teil ist nach Heideggers Auffassung für Sartres Heideggerverständnis fundierend.)

Insgesamt man man über die Gliederung des Kantbuchs sagen, daß Heidegger hier von den eigenen Voraussetzungen ausgehend, den kantischen Gedankengang bis zu dem Punkt verfolgt, wo der eigentliche Zeitbegriff Kants aufleuchtet und dann von der Konsequenz dieser Einsicht aus den Gedankengang wieder zurückläuft, um die Begriffe der Hinführung zu vertiefen. Heidegger stellt das dar, was Kant "sah", und konsequenterweise hätte ausführen müssen, und sucht die Gründe seines Scheiterns in Kants `Nichtsehen-wollen'. Der letzte Schritt der Darstellung führt, den Kreis der Untersuchung schließend wieder in den Ausgangspunkt zurück: zur fundamental- ontologischen Fragestellung, die sich nun durch den Aufweis ihrer "Ursprünglichkeit" in einem geschichtlichen "Ursprung" als echte "Wiederholung" im Sinne der tieferen Neugründung ausweisen kann.(x) Unter der Wiederholung eines Grundproblems verstehen wir die Erschließung seiner ursprünglichen, bislang verborgenen Möglichkeiten, durch deren Ausarbeitung es verwandelt und so erst in seinem Problemgehalt bewahrt wird." (3, 204). "Sein und Zeit" wird als Thema verstanden geradezu zur Leitidee des Kantbuchs erklärt (vgl. 3, 203). So gesehen führt gerade der letzte fundamentalontologische Teil des Kantbuchs zur Seinsfrage von SZ zurück. Der kritische Schwerpunkt dieses Teils auf der Abggrenzung gegen Kulturphilosophie und Anthropologie und die Vertiefung der fragestellungg beider Wissenschaften zur Frage nach dem Dasein im Menschen muuß in diesem Rahmen auch als Kritik von typischen psychologischen, kulturkritischen und anthropologischen Mißverständnissen von SZ verstanden werden.

Die Schematismusdeutung bildet somit schon äußerlich, thematisch und systematisch das Zentrum der Kantdeutung Heideggers in seinem ersten "Kantbuch"; Es schließt den eher darstellenden Teil der Kantauslegung sachlich ab und bereitet die `Tiefendeutung' Kants als Überleitung zum Entwurf des Transzendenz- und Zeitverständnisses der Fundamentalontologie Heideggers vor, wobei dieser sich gerade als in fruchtbarer Auseinandersetzung aus der historischen Grundlegung hervorwachsend versteht.

Von SZ aus gesehen, dessen Gesichtspunkte aber nicht mehr wie früher üblich verabsolutiert werden sollten (x), gehört der Stoff des Kantbuchs zum geplanten 2. Teil der projizierten "Destruktion der Geschichte der Ontologie" (2, 39f), die als Destruktion der Tradition zur Aufdeckung der Vergangenheit und Ermöglichung eigentlicher Kommunikation mit ihr zu verstehen ist (19,413f). "Das Dasein "ist" seine Vergangenheit in der Weise seines Seins, das, roh gesagt, von der Zukunft her "geschieht"."(2,20). Das Dasein in seiner "überkommene(n) Daseinsauslegung" ist "elementar geschichtlich", das heißt iimer schon , ween auch nicht unbedingt explizit, traditionsbestimmt. Die "Seinsart historischen Fragens" bezieht sich auf ihren sie auch im Forschen fundierenden geschichtlichen Grund. Auch das Fragen nach dem geschichtlichen Sein ist durch Geschichtlichkeit charakterisiert. "Die Ausarbeitung der Seinsfrage muß so aus dem eigensten Seinssinn des Fragens selbst als eines geschichtlichen die Anweisung vernehmen, seiner eigenen Geschichte nachzufragen, d.h. historisch zzu werden, um sich in der positiven Aneignung der Vergangenheit in den vollen Besitz der eigensten Fragemöglichkeit zu bringen. Die Frage nach dem Sinn des Seins ist ... als vorgängige Explikation des Daseins in seiner Zeitlichkeit und Geschichtlichkeit (,) von ihr selbst dazu gebracht, sich als historische zu verstehen." (2,20f). Insofern ist auch die Schematismusdeutung wesentlicher Teil des "Geburtsbriefs" der Ontologie (2, 22). Dabei wird in SZ besonders die thematische und grundsätzliche Aufdeckung dessen, wovor Kant gerade im Schematismuskapitel "zurückweicht" (A 141; 2, 23), ausdrücklich von Heidegger mit der Begründung gefordert, "... wenn anders der Ausdruck "Sein" einen ausweisbaren Sinn haben soll." (2, 23; Hervorhebungen vom Verf.)! Das Schematismuskapitel Kants ist also für Heidegger gerade auch schon in SZ kein zufällig oder beiläufig gewählter Gegenstand wie etwa für eine historisch-philologische Kantforschung, von der sich Heidegger überlegen distanziert, sondern sie ist in der Deutung als notwendige geschichtliche Explikation ihrer eigenen Ursprünge zugleich sachlicher Maßstab und damit denkerische Bewährung der letzten von Anfang an tragenden Absicht seiner Philosophie: die Frage nach dem Sein als Grund des Seienden im Dasein tiefer zu fassen. Insofern zielt das Kantbuch auf das Zentrum von Heideggers Fundamentalontologie: die Seinsfrage, zu der die Analytik des zeitlich ekstatischen Daseins der Sorge, die meist in den Vordergrund gestellt wird, nur hinführt, um dann in einem philosophischen Verständnis der vorgängigen, mithin nicht dem daseinstypischen "Verfallen" unterworfenen reinen "Temporalität" des Seins aus dessen "Perspektive" vertieft zu werden. Im Vorwort zur 1. Auflage des Kantbuchs hat Heidegger ausdrücklich auf das destruktiv-freilegende Programm und den 2. Teil von SZ als auf etwas schon vorliegendes oder zumindest Konzipiertes bezug genommen und die separate Kantinterpreation als "vorbereitende Ergänzug" des Teiles 2.1 von SZ und "geschichtliche Einleitung" zur Problematik von SZ bezeichnet.

Dem entspricht allerdings nicht ganz, daß Heidegger das Ziel der Fundamentalontologiem im Kantbuch gegenüber SZ neu bestimmt: Wenn die Problematik der Metaphysik des Daseins als die von "Sein und Zeit" benannt wird, so kann jetzt aus der Verdeutlichung der Idee der Fundamentalontologie klar geworden sein, daß in diesem Titel das "und" das zentrale Problem in sich birgt. "Sein" sowohl wie "Zeit" brauchen die bisherige Bedeutung nicht aufzugeben, wohl aber muß eine ursprünglichere Auslegung ihr Recht und ihre Grenze begründen." (3, 242).

Diese Erklärung des inneren Zusammenhanges führt zur Klärung der Frage, warum der Inhalt des Kantbuchs nicht als der geplante Teil 2.1 von SZ veröffentlicht wurde. Heidegger mußte die Konzeption von SZ schon aufgegeben haben, als er den Stoff zu Teil 2.1 zu einem eigenständigen Werk ausarbeitete. Das Kantbuch war Einführung und Erweiterung von SZ und Beitrag zur geforderten Destruktion, aber es brachte auch einen Neuansatz in der Vertiefung der Seinsfrage, durch die der rahmen von SZ verlassen war.

Diese Zusammenhänge des Kantbuches mit der Thematik von SZ hat Heidegger dadurch deutlicher und zugleich fragwürdiger gemacht, daß er Mitte der Dreißiger Jahre in privaten Notizen und anhand ihrer im Vorwort zur 4. Auflage des Kantbuches 1973 und außerdem in den "Beiträgen" darauf hinwies, er habe das Kantbuch aus dem Beweggrund geschrieben, daß die in SZ gestellte Seinsfrage verkannt worden sei (3, xiiif). Das würde die separate Publikation aber nur teilweise erklären, denn die Darstellung der Seinsfrage war ja für die schon ausdrücklich konzipierten Teile von SZ geplant.

Zugleich sei aber auch in dieser "Zuflucht" zu Kant als "Fürsprecher", der "eigene Weg versperrt und mißdeutbar gemacht worden...", wobei Heidegger besonders auf den 4. (fundamentalontologischen) Abschnitt des Kantbuchs verweist (3, xiii). Heidegger meint damit, wie sich aus ...ergibt, daß man nun seine Philosophie für eine Anknüpfung oder Fortbildung der Transzendentalphilosophie halten konnte, was ein Fehlverständis sei. Dabei hat er doch selbst noch im Kantbuch ausdrücklich festgestellt, Transzendentalphilosophie und Fundamentalontologie seien synonym! - Das Buch sei ein "fragwürdiger Umweg" (3, XV), eine Einleitung zur Seinsfrage von SZ. - Dabei sollte doch die Seinsfrage selbst in SZ in der breit dargestellten Analytik des Daseins nur vorbereitet werden! SZ sei so zum Vorgriff auf die versuchte Kantauslegung geworden, als er bei der Ausarbeitung seiner Vorlesung von 1927/28 auf das Schematismuskapitel "aufmerksam" wurde- dies widerspricht dem Programm der Destruktion in SZ und der Rolle die dort der Klärung des Schematismusproblems zugewiesen wird.

All dies ist unvereinbar mit Heideggers Beurteilung Kants und des Schematismuskapitels in SZ (1926/27), seinem Rückblick auf ein einige Jahre zurückliegendes ihn zutiefst bestätigendes "Kanterlebnis" aufgrund des erneuten Studiums des Schematismuskapitels schon in der Vorlesung von 1927/28 (x), mit dem Vorwort des Kantbuchs und mit der Tatsache, daß der Schematismus spätestens schon 1926/27 in der Logikvorlesung ausführlich interpretiert worden war. H. kehrt also mit seiner späteren Deutung seines Werks die wirklichen Verhältnisse völlig um. Es ist auch unvereinbar mit der gesamten Bewegung seines Denkens seit der für Heideggers Geschichtsverständnis richtunggebenden Vorlesung zu Aristoteles 1921/22 (61), der Problemskizze von 1922 und der Ontologievorlesung von 1923. (x) Als richtig bleibt demgegenüber festzuhalten daß Heidegger in SZ von einer schon früher erreichten Einsicht in den "destruktiven" Wert des Schematismuskapitels aus dessen Untersuchung für den 2. Teil von SZ aus systematischen Gründen einer historischen Erhellung der Grundlagen von SZ, also im Sinne einer Vertiefung und Vorbereitung, gefordert hat, und nur in diesem Sinne ist die Gliederung und die gedankliche Entwicklung des Kantbuchs von 1929 und der Vorlesung von WS 27/28 zu verstehen. Aus dem Rahmen fällt üeberraschenderweise der an SZ anknüpfende 4. und letzte Abschnitt, der zu SZ hinleitet und zugleich der Seinsfrage einen Vorrang gibt, der den Rahmen von SZ sprengt.

Die Verwirrung klärt sich etwas auf, wenn man hinzuzieht, daß Heidegger auch SZ spätestens 1935 (Brief an E. Blochmann) HBBr 87f als unvorsichtigen Sprung und gebunden an Zeitgenössisches, Gelerntes und Gelehrtes bezeichnet hat, 1942 sogar als "Verunglückung" Komerell). Das Kantbuch wird, so gesehen, gerade durch den Bezug des 4. Teils auf SZ, aus denselben Gründen verworfen wie SZ. Problem bleibt, daß das Kantbuch 2 Jahre anch SZ veröffentlicht wurde, obwohl doch Heidegger schon das Problem gesehen haben mußte, als er vor Teil 1, 3 von SZ bei der Frage steckenblieb, ob sich die Zeit nicht als Horizont des Seins offenbare (2,437).

Fest steht, daß Heidegger den Ansatz von SZ und damit auch den des Kantbuchs spätestens in den dreißiger Jahren aufgegeben hat, daß der Bruchpunkt seiner Konzeption allerdings schon viel früher lag, und daß alle Gehalte in neuer Perspektive in das denken Heideggers integriert sind, abgesehen davon daß dieses Denken sich selbst aus seiner Geschichte versteht und damit alle "Brüche" Entwicklungssprünge sind, deren Bedeutung erst vom Späteren sichtbar wird.

[...]

Details

Seiten
65
Jahr
1993
ISBN (eBook)
9783640088850
ISBN (Buch)
9783656366973
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110724
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,5
Schlagworte
Heideggers Deutung Schematismus Kants Kritik Vernunft

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Heideggers Deutung des transzendentalen Schematismus in Kants Kritik der reinen Vernunft