Lade Inhalt...

Arbeit, Beruf und Profession - Definition und Darstellung von Zusammenhängen

Hausarbeit 2006 16 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Arbeitsmarkt und Beruf
1.1. Arbeitsmarkt
1.2. Beruf und Ausbildung
1.3. Duale Berufsausbildung

2. Profession

Fazit

Literatur
Weitere Quellen:

Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Strukturen von Arbeit, Beruf und Profession. Hierbei soll die Konzentration allerdings hauptsächlich auf der Klärung der Begriffe und Zusammenhänge von Beruf und Profession liegen. Auf die Begriffe Arbeit und Arbeitsgesellschaft wurde bereits in dem beiliegenden Ergebnisprotokoll ausführlich eingegangen, welches somit als Einführung in die Thematik verstanden werden soll.

Weiterführend wird nun also diese wissenschaftliche Arbeit ihren Einstieg über die Erörterung der Begriffe Arbeitsmarkt und Beruf vornehmen. In diesem Sinne beginne ich mit der, im Seminar erarbeiteten, Definition von Arbeitsmarkt als, durch die Industrialisierung notwendiger Weise entstandene Institution, zur Vermeidung bzw. Verringerung von aufkommenden Ungerechtigkeiten im Zusammenhang von Arbeitsverhältnissen. Hierzu sollen auch die jeweiligen Teilarbeitsmärkte kurz beschrieben werden.

Weiterhin wird auf den Beruf, als spezielle Form der Erwerbstätigkeit eingegangen. Auch in diesem Zusammenhang wird von einer Institution gesprochen, was in dieser Arbeit näher erläutert werden soll. Aus diesem Grund werden Faktoren zur Bestimmung von Berufen dargelegt, sowie Vor- und Nachteile erläutert. Als besonderes Beispiel wird im Einzelnen schließlich noch näher auf das Konzept der Dualen Berufsausbildung eingegangen.

Die bis hierher vorgestellten Ergebnisse beziehen sich maßgeblich auf die diesbezüglichen Ausarbeitungen im Seminar und deren Literarischen Quellen.

Im zweiten Kapitel der vorliegenden Arbeit soll schließlich ein weiterer neuer Aspekt dieser Thematik aufgegriffen werden, die Profession. Hierzu werden Erläuterungen und Zusammenhänge der Begriffe Profession, Professionalisierung und Professionalität aufgeführt. Als Einstieg wird ein kurzer historischer Rückblick zur Entstehung dieser neuen berufssoziologischen Kategorie gegeben, welcher übergeht in die Vorstellung der vier verschiedenen Typen zur Systematisierung von Professionalisierung nach Weidener (1995).

Im Weiteren werden die Übergänge von Arbeit zu Beruf und von Beruf zur Profession nach Hartmann erläutert.

Abschließen werde ich den Hauptteil der Arbeit mit einer kurzen Darstellung der rückläufigen Prozesse von Professionalisierung und Verberuflichung.

1. Arbeitsmarkt und Beruf

1.1. Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt ist eine notwendige Institution zur Lösung des doppelten Allokationsproblems, welches sich im Laufe der Industrialisierung aufgebaut hat. Auf eben diesem Markt bietet der Arbeiter seine Arbeitskraft als Ware an, um im Gegenzug eine Entlohnung als Preis zu erhalten. Um Ungerechtigkeiten zu vermeiden soll die Verteilung von Arbeitskraft und Einkommen über den offiziellen Markt reguliert werden. Die Schwierigkeit liegt hierbei im herrschenden primären Machtgefälle. Da das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nicht ausgeglichen ist, folgt also die Entstehung eines Institutionensystems von Teilarbeitsmärkten; den unstrukturierten, den fachlichen und den betriebsinternen Arbeitsmärkten. Diese sind selbstverständlich bestenfalls als Idealtypen zu verstehen. Der unstrukturierte Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch Homogenität und geringe Qualifikationen. Hieraus folgen häufige Wechsel der Arbeitsplätze und eine Allokation fast ausschließlich über den Lohn. Der Vorteil dieses Arbeitsmarkttypus für den Arbeitnehmer liegt in der geringen Ausbildungsinvestition. Der Nachteil aber in einem unsicheren Arbeitsverhältnis, schlechten Aufstiegschancen und niedrigem Verdienst. Der fachliche Arbeitsmarkt ist geprägt durch den beschränkten Zugang, da eine fachliche Ausbildung mit festgelegten, beruflichen Qualifikationen als Eintrittbedingung besteht. Die Struktur ist institutionell und über überbetriebliche Akteure geregelt. Vorteile für die Arbeitgeber liegen in den geringen Transaktionskosten, doch das primäre Machtgefälle wird weitestgehend aufgelöst. Die Vor- und Nachteile für die Arbeitnehmer verhalten sich genau umgekehrt zu denen des unstrukturierten Arbeitsmarktes. Wesentlicher Aspekt der betriebsinternen Arbeitsmärkte ist, dass die Qualifikation, Allokation und Weiterbildung in den Unternehmen stattfindet. Zudem wird das Arbeitsverhältnis in der Regel auf lange Zeit angesetzt und Aufstiegs- und Versetzungsprozesse werden betriebsintern geregelt. Die Vorteile für die Arbeitgeber liegen in den Produktionspotentialen, der Loyalität und den geringen Transaktionskosten. Einen Nachteil stellt allerdings die relativ unflexible Personalanpassung dar. Arbeitnehmer erhalten Vorteile in Form von einem hohen Grad an Sicherheit und verhältnismäßig guten Aufstiegschancen. Nachteile entstehen dagegen in einer geringen zwischenbetrieblichen Mobilität auf Grund einer engen Bindung an das Ausbildungsunternehmen.

1.2. Beruf und Ausbildung

Eine spezielle Form der Erwerbstätigkeit wird als Beruf bezeichnet. Es wird auch von der Institution „Beruf“ gesprochen, da man die gängige Definition von Institution darauf anwenden kann. Es handelt sich im Zusammenhang mit dem Beruf um gesellschaftlich anerkannte Regeln und Normen, die unwillkürlich entstanden sind und nicht einfach so aufgelöst werden können. Diese Regeln und Normen besagen, dass der Beruf die Verbindung von erworbenen Qualifikationen mit entsprechenden Tätigkeiten bedeutet. Ebenso zählen spezielle Handlungskompetenzen und soziale Anerkennung zu den definitorischen Aspekten des Berufs.

Als weiterer wichtiger Faktor zur Bestimmung einer Tätigkeit als Beruf dient die Ausbildung. Diese beschreibt einen Lernprozess, in welchem die notwendigen Qualifikationen zur Ausübung erworben werden. Ebenso findet eine Routinisierung der verlangten Fähigkeiten und Fertigkeiten statt.

Der Berufsinhalt legt fest, welche Ausbildungsgänge und Qualifikationen notwendig sind. Hierbei regelt das Bundesinstitut für Berufsbilder die Ordnung und Modernisierung dieser Berufsbilder seit 1969 im Berufsbildungsgesetz.

Der Beruf verfügt über verschiedene gesellschaftliche Bedeutungen. So beinhaltet er die Bedürfnisse, Interessen und biographischen Orientierungen des Arbeitenden und steuert zu technischen und ökonomischen Problemlösungen der Individuen bei. Zudem verfügt der Beruf über Signalfunktionen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dem Arbeitgeber wird die Garantie für die erwünschten Qualifikationen bei dem Bewerber gegeben, und dem Arbeitnehmer soll garantiert werden nach seinen Interessen und Fähigkeiten tätig sein zu können. Dies waren die positiven Aspekte der Institution Beruf; doch es lassen sich auch Nachteile feststellen. So ist eine gesellschaftliche Schneidung durch den Beruf möglich, die auf Grund von strikter Trennung von Aufgabenfeldern und klar zugeschnittenen Qualifikationen Grenzen zwischen den Betroffenen aufzeigt.

1.3. Duale Berufsausbildung

Eine besondere Form der Berufsausbildung, die sich im Laufe der Zeit etabliert hat, stellt die duale Berufsausbildung dar. Zu verstehen ist unter dieser Form der Ausbildung die Verbindung fachtheoretischer, allgemeiner Ausbildung mit fachpraktischer Ausbildung. Die fachtheoretische Ausbildung findet in der Berufsschule parallel zur fachpraktischen Ausbildung im Betrieb statt. Die betriebliche Ausbildung wird hierbei durch das Berufsbildungsgesetz und die Schulausbildung durch einheitliche Ausbildungsordnungen und Lehrpläne auf Bundes- und Länderebene reguliert. In diesem Zusammenhang sind die Kammern; wie die IHK, Handwerkskammern, Ärztekammer etc.; für die Durchführung der Ausbildung und Prüfungen sowie für die Beratung der Ausbildungsbetriebe zuständig.

Die Vorteile einer dualen Berufsausbildung werden hauptsächlich in der Verbindung von praktischen und theoretischen Aspekten gesehen. Zudem liegt ein besonderes Augenmerk auf der Orientierung am neuesten wissenschaftlichen und technischen Stand, so dass sich die beruflichen Perspektiven positiv anpassen sollen. Den Auszubildenden soll die Möglichkeit zu einer hohen inner- und zwischenbetrieblichen Mobilität gewährleistet werden, ebenso wie vergleichbaren Entlohnungsdifferenzen. Allerdings lassen sich auch einige Nachteile aufzeigen, welche sich maßgeblich aus der starken überbetrieblichen Regelung dieses Ausbildungsverfahrens ergeben. Diese lassen sich über drei Ebenen benennen; die zeitliche, sachliche und soziale Ebene. Auf der zeitlichen Ebene beziehen sich die Kritiker auf die Bildungsexpansion, welche eine Expansion der Weiterbildung und Schulabschlüsse mit sich brachte. Diese Entwicklungen hatten zur Folge, dass die Betroffenen sich mittlerweile auf mehrere Ausbildungen konzentrieren müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Die sachliche Ebene umfasst die Steigerung der Vielfalt der Ausbildungsplätze. Diese Vielfalt zieht eine enorme Heterogenität des beruflichen Ausbildungsniveaus nach sich, welche mit neuen, speziellen Anforderungen an die Arbeitskräfte verknüpft ist, den so genannten Schlüsselqualifikationen. Auf der sozialen Ebene liegt das Hauptaugenmerk auf der Veränderung der schulischen Vorbildung und der dazu kommenden demographischen Entwicklung. So hat sich z.B. das Alter der Auszubildenden erhöht, aber auch die Ausbildungsteilnehmer selbst, bezogen auf Geschlecht und Herkunft.

2. Profession

Die Begriffe der Professionalität, der Profession und der Professionalisierung sind im Allgemeinen inhaltlich sehr umfassend. So versteht man sie im Alltag weitestgehend als Hinweis auf bestimmte Entlohnungssysteme, spezielle Wissensstrukturen und Arten ausgeführter Tätigkeiten. In wissenschaftlicher Hinsicht dient der Begriff der Profession letztlich der systematischen Beschäftigung mit dem Wandel der Berufe. So wird er z.B. als Antithese zum Beruf verwendet oder dient dazu auf besondre Arten von Berufen zu verweisen. Ebenso werden mit Hilfe der gesonderten Begriffswahl Unterscheidungen zwischen so genannten einfachen und gehobenen Berufen getroffen, hierbei gelten die gehobenen Berufe in der Regel als Professionen. Oft werden auch akademische oder auch so genannte freie Berufe als Professionen bezeichnet.[1] Der Professionalisierungsbegriff ist immer im Kontext der Beruflichkeit gesellschaftlicher Arbeitsteilung zu verstehen, da die Sozialgeschichte der Industriegesellschaften viele Fälle der Entwicklung neuer Berufe durch besondere Kombinationen von Tätigkeiten aufweist. Hierbei soll noch einmal darauf verwiesen werden, dass der Beruf als besondere Form von Arbeit verstanden wird, welche sich durch Spezialisierung, Spezifizierung und Kombination von Leistungen auszeichnet.[2] Historisch betrachtet entstand die neue Kategorie der Profession speziell in den USA. In Deutschland hingegen kamen erste berufssoziologische Debatten zu diesem Aspekt erst gegen Ende der 60er Jahre auf und erreichten ihren vorläufigen Höhepunkt in den Anfängen der 70er Jahre. Der Ausgangspunkt der begrifflichen Definition von Profession liegt seither in der Bestimmung der Abläufe einzelner Berufe, genauer besonderer Berufe mit speziellen Merkmalen und spezifischen Differenzierungen.[3] Als besonders geeignete Beispiele dienen meist die so genannten traditionellen Berufe der Bereiche Recht, Theologie und Medizin. Diese wurden im Laufe der Zeit durch die Entwicklung wissenschaftlicher Disziplinen und deren Verankerung in akademisch-wissenschaftlichen Arbeitsgebieten Anfang des 20. Jahrhunderts zu neuen Strukturbildungen gezwungen. So kam es zu sozialgeschichtlichen Entwicklungen von Arbeit zu Beruf und von Beruf zur Profession.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Übergangsprozesse 1[4]

In der vorliegenden Literatur wird also nur selten von einem direkten Übergang von Arbeit zur Profession ausgegangen. Zur Systematisierung von Professionalisierung eignen sich vor allem die vier Typen nach Weidener (1995). Er unterscheidet in den Merkmalsorientierten, den funktionalistischen, den machttheoretischen und den interaktionistischen Typus. Der Merkmalsorientierte Typus definiert Professionalisierung über die besonderen Merkmale die eine Profession einschließt. Bezogen auf die Wissensstruktur umfasst er fachliches, wissenschaftliches, sowie berufsbezogene, tradiertes Wissen und auch Alltagswissen. Ein weiteres wesentliches Merkmal einer Profession besteht in der Ausgewogenheit zwischen Empathie und Distanz im Bezug auf angesprochene Konsumenten bzw. Klienten. Wendet man sich dem funktionalistischen Typus zu, wird eine Definition der Tätigkeiten im Hinblick auf ihre gesellschaftlichen Bedeutungen angesetzt. Hierbei haben gesellschaftliche Modernisierungsprozesse einen großen Einfluss auf die Bewertung. Von einem politisch motivierten Prozess geht man aus,wenn von dem machttheoretischen Typus von Professionalisierung gesprochen wird. Es wird eine Motivation zur Monopolisierung und Kontrollzentralisation unterstellt, um eine Vormachtstellung auf dem Arbeits- und Berufsmarkt zu erhalten. Das Gegenteil stellt letztlich der interaktionistische Typus dar. Hierbei steht lediglich die Verbindung zum Konsumenten bzw. Klienten im Vordergrund.[5]

Heinz Hartmann zieht zur Definition der Übergänge zwei Dimensionen heran, die funktionale Dimension und die gesellschaftliche Dimension. Die funktionale Dimension umfasst in seinen Überlegungen die Erörterung von Fertigkeiten, Leistungen und Wissensstoffen, so dass der Entwicklungsprozess auf dieser Ebene als Systematisierung bezeichnet wird. Die gesellschaftliche Dimension bezieht sich folglich auf die soziale Bedeutung der ausgeübten Tätigkeiten, ihrer Prestige- und Einflussstrukturen auf und durch die Gesellschaft. Der Entwicklungsprozess wird hier als Vergesellschaftung bezeichnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entwicklungsprozesse der Dimensionen[6]

So wie nun also von einem vorwärts gerichteten Prozess, der Professionalisierung, ausgegangen wird, entstanden im Laufe der Zeit auch Theorien zu einem gegenläufigen bzw. rückläufigen Prozess, der Deprofessionalisierung. Nach Wilensky befinden sich weitestgehend alle Berufe auf dem Weg der Professionalisierung, was eine Relativierung der Definition einer Tätigkeit als Profession nach sich zieht. Ebenso aber führe die immer weiter gehende Partizipation und somit zunehmende Mündigkeit von Laien zu einer Entkräftung der so genannten Professionellen. Diese könnten immer mehr durch das Medium Computer ersetzt werden. Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt für Wilensky auch die zunehmende Bürokratisierung dar. Schließlich habe sie eine begrenzte Autonomie der Handelnden und eine Dezentralisierung von Kompetenzen, Entscheidungen und von Kontrolle zur Folge.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Übergangsprozesse 2[8]

Fazit

Nach eingehender Beschäftigung mit der Thematik Arbeit, Beruf und Profession lassen sich mehrere Schlussbemerkungen festhalten. So verhält es sich mit der Berufsaus- und -weiterbildung eher nachteilig. Als erster Kritikpunkte ließe sich nennen, dass die Weiterbildung bisweilen unzureichend reguliert wird und die immer neuen Qualifikationsanforderungen vom Ausbildungssystem noch nicht abgedeckt werden konnten. Allerdings hängen die jeweiligen Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Aufstiegschancen immer mehr vom Ausbildungsberuf ab. Weiterhin lässt sich eine steigende Konkurrenz von schulischen und beruflichen Ausbildungsformen feststellen, was letztlich zu einer starken Verbetrieblichung beruflicher Ausbildungen führen kann. Im Bezug auf die Duale Berufsausbildung zeigt sich eine sinkende Motivation der Auszubildenden, wodurch die Aufstiegschancen berufsfachlich Ausgebildeter auch zu sinken drohen.

Als Fazit aus den vorgestellten Aspekten zur Professionalisierung lassen sich vor allem die vier Typen der Systematisierung von Professionalisierung kritisch betrachten. So ging beispielsweise nicht aus der Literatur hervor, ob es sich dabei um Beschreibungen von Prozessen handelt, die wie sie beschrieben wurden, entweder die eine oder die andere Ausrichtung haben. Oder ob es sich dabei um Idealtypen handelt, die in variierter und wahrscheinlich sogar kombinierter Form auftreten. Aus meiner Sicht kann es sich allerdings bloß um Idealtypen handeln, da jede Form an Sich zu spezifisch und extrem ausgelegt werden könnte. Sinnvoller erscheint mir sogar die Vorstellung einer Kombination aller vier Typen in der Realität wieder zu finden. Hierzu möchte ich kurz erläutern, was ich mir, nach der Auseinandersetzung mit den Typen der Systematisierung, unter einer Profession vorstelle. Eine Profession ergebe sich demnach aus den jeweiligen, vorgestellten Merkmalen, da ein weiter spezialisiertes Wissen jeder Form unabdingbar erscheint, damit sich die ausgeführte Tätigkeit von Arbeit und Beruf, im erläuterten Sinne, deutlich unterscheidet. Auch funktionalistisch müsse sich die Tätigkeit deutlich von Arbeit und Beruf abgrenzen, indem sie sich nicht, wie bei der Arbeit hauptsächlich auf die Individuen, oder wie bei dem Beruf auf den direkten Zusammenhang von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bzw. Unternehmen beziehe. Vielmehr beziehe sich die Leistung des Professionellen maßgeblich auf das Gesamtwohl der Gesellschaft. Trotz der Ausrichtung auf das Gemeinwohl, dürfe eine machttheoretische Auslegung nicht außen vor gelassen werden, da bis zu einem gewissen Grad auch Monopolisierung und Kontrollzentralisierung notwendig wären. Schließlich ließe sich höchstwahrscheinlich kein Gemeinwohl erreichen, wenn jeder alles könnte und zu wissen meinte. In meinen Ausführungen fehlt bis jetzt noch der interaktionistische Aspekt der Profession, welcher letztlich gewährleisten würde, dass die zu bearbeitenden Belange nicht bloß einer scheinbar qualifizierten Person überlassen würden. In diesem Zusammenhang spielt die Kommunikation und die darüber entstandene Empathie, aber auch notwendige Distanz zum Thema eine wesentliche Rolle.

Mit diesen abschließenden Verknüpfungen soll dargestellt werden, dass gerade im Bereich des Entwicklungsprozesses von Arbeit zu Beruf zu Profession große Erwartungshaltungen entstanden sind, welche sich nicht mit einmalig vereinbarten Verhältnisbestimmungen nicht für alle Ewigkeit regeln lassen. So wie sich stetig die gesellschaftlichen Strukturen wandeln, müssen sich die daran angeschlossenen Institutionen weiterentwickeln und nach Perfektion streben.

Literatur

Tauch, Jörg: Professionalisierung der innerbetrieblichen Fortbildung. Eine empirische Studie in der psychiatrischen Pflege. Münster. 2002

Hartmann, Heinz: Arbeit, Beruf, Profession. In: Luckmann, Th./ Sprondel, W.M. (Hrsg.): Berufssoziologie. Köln. 1972, S. 36 – 52.

Weitere Quellen:

Ergebnisprotokoll: Arbeitsmarkt und Beruf

Lit.: Heidenreich, Martin: Die Duale Berufsausbildung zwischen industrieller Prägung und wissensgesellschaftlichen Herausforderungen. In: Zeitschrift für Soziologie Jg. 27 (Oktober 1998) H. 5. S. 321 – 340.

Deutschmann, Christoph: Postindustrielle Industriesoziologie – Theoretische Grundlagen, Arbeitsverhältnisse und soziale Identitäten. Weinheim. München. 2002

Hirsch-Kreinsen, Hartmut: Wirtschafts- und Industriesoziologie. Grundlagen, Fragestellungen, Themenbereiche. Weinheim. München. 2005.

Kern, Horst; Sabel, Charles F.: Verblasste Tugenden – zur Krise des deutschen Produktionsmodels. In: Beckenbach, Nils; van Treeck, Werner (Hrsg.): Umbrüche gesellschaftlicher Arbeit. Soziale Welt. Sonderausgabe 9. S. 605 – 624. Göttingen. 1994.

Mikl-Horke, Gertraude: Industrie- und Arbeitssoziologie. 5., vollständig neu bearbeitete Auflage. München. Wien. 2000.

[...]


[1] Vgl. Hartmann S. 36

[2] Vgl. Hartmann S. 37

[3] Tauch S. 92

[4] Vgl. Hartmann Bild 2 S. 40

[5] Vgl. Tauch S. 106 - 115

[6] Vgl. Hartmann Bild 1 S. 40

[7] Vgl. Tauch S. 120 - 122

[8] Vgl. Hartmann Bild 4 S. 43

Details

Seiten
16
Jahr
2006
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110456
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
Schlagworte
Arbeit Beruf Profession Definition Darstellung Zusammenhängen Einführung Arbeits- Industrie- Organisationssoziologie

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Arbeit, Beruf und Profession - Definition und Darstellung von Zusammenhängen