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Psychosoziale Begleitung

Skript 1998 7 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Zu dem Begriff PSB gibt es keine genaue Definition was uns auch das Problem bei der Eingrenzung des Themas bescherte.

Überleitung : Was wirklich unter PSB fällt Versuch von SA/SP Individualität im Berufsleben zu zeigen.

Geschichtlicher Hintergrund der Drogenkonsums

- Dokumentiert seit 3.000 v.Chr. Ausgegrabenen Keilschrift-Tontafeln ist die Rede vom „Glück des Schlafmohns“
- Riten zur Bewusstseinserweiterung im Bereich des Schamanentums

Heute: Drogen schwerpunktmäßig einigen Kulturkreisen zugeordnet z.B. Indianer in Südamerika, Indien (Kokablätter, Canabis)

Illegaler Rauschgifthandel bietet große Verdienstmöglichkeiten zwischen Hanfbauer und Endverbraucher von bis zu 50.000 Prozent

Das Für und Wider der Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger mit „Methadon“ ist vor allem in der BRD bis Ende der 80er Jahre noch sehr kontrovers debattiert worden.

Substitutionsbehandlung haben, so zeigen alle wissenschaftlichen Begleituntersuchungen,

- Besserung des Gesundheitsstatus
- Rückgang des illegalen Drogenkonsums
- Rückgang der Kriminalität
- Anstieg der Erwerbsbeteiligung

Stabilisierung und Veränderung in den ersten zwei Jahren Weitergehende soziale Rehabilitation zusätzlicher zwei Jahre Aus diesen Gründen ist Substitutionsbehandlung als Langzeitbehandlung angelegt die sich am Individuum orientiert

- individuellen Lebenslage
- der Suchtentwicklung
- der aktuellen psychosozialen Befindlichkeit
- Bedürfnissen der Drogenabhängigen ausgerichtet

Wichtige Rolle spielte die Verabschiedung der NUB Richtlinien NEUE UNTERSUCHUNGS- UND BEHANDLUNGSMETHODEN die von 1991 von der Bundesvereinigung der Ärzte und Krankenkassen erlassen wurde Die NUB Richtlinien bilden den Hintergrund für die PSB.

NUB definiert die in der Indikation seit 1994 gültigen Indikatoren, nach denen Krankenkassen die Kostenübernahme für Substitutionspräparate übernehmen soll.

In ihr sind die finanziellen Grundlagen der Kostenübernahme geregelt

- Alleiniges Auswechseln des Opiats durch Substitutionsmittel keine Leistungsübernahme
- Oberes Ziel der Behandlung ist die Suchmittelfreiheit nach NUB
- Ist dieses Ziel nicht unmittelbar erreichbar und zeitnah erreichbar → umfassendes Behandlungskonzept mit begleitende psycho –soziale Beg.
- Die nach BTMVV (Betäubungsmittelverschreibungsverordnung vorgesehene PSB fällt nicht unter die Leistungen der GKV gesetzlichen Krankenversicherungen
- Richtlinien regeln die Voraussetzung zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung bei langfristiger Opiatabhänigigkeit
- Substitution nur von Ärzten die gegenüber der KV ihre fachliche Befähigung gezielt haben
- 3 verschiedene Indikationen unbefristete Substitution, 12 Monate befristete Sub., für 6 >Monate befristet
- der Arzt darf nur solche Sub verwenden, die gemäß BTMVV für diesen Bestimmungszweck zugelassen sind. Wirtschaftlichkeit kostengünstigste, so gering dosiert wie möglich

zweite Möglichkeit Ermessensentscheidung der jeweiligen Krankenkasse im Einzelfall mit PSB durch entsprechende Einrichtung

Am 9.1.1995 wurde in NRW Methadonvereinbarung Rahmenkonzept und Gesamtvereinbarung der Kostenträger Fünf verschiedene Fallgruppen Fallgruppendefinierung

FOLIE

Im Rahmen der METHADONGESTÜTZTEN KRANKENBEHANDLUNG NACH NUB hat nun das Land entsprechen der gültigen BTMVV einen Projektförderung Psychosoziale Betreuung von substituierten Drogenabhängigen

Ausgangssituation

Das Grundkonzept der Sub. und Betreuung bei Opiatabhängigen basiert auf der Annahme, daß durch die pharmakologische Wirkung des Opiatersatzstoffes eine Entzugssymptomatik nicht auftritt, dies eine Distanzierung von der Drogenzene ermöglicht und somit Angebote zur gesundheitlichen und psychosozialen Stabilisierung wahrgenommen werden können

Substitutionsmaßnahmen sind so zeigen wissenschaftliche Begleituntersuchungen gesundheitsstabilisierende und lebenserhaltende Behandlungsmöglichkeiten und bieten die Chance den Betroffenen eine Weg aus der Drogenszene

Grundlage in EPU Entwicklungsbegleitende psychosoziale Unterstützung ist das selbstbestimmungsrecht der betroffenen

- Zwangsmechanismen werden abgelehnt
- Bewusste def. der EPU im Sinne des Empowernment
- Dies bedeutet die akzeptanzbezogene Orientierung an die vorhandenen Stärken der drogengebrauchenden Mitbürger
- Intervention zur Selbstbestimmung im Sinne von Banduras mit Ziel der Selbstwirksamkeit → gefordert auch im Akzept in den Leitlinien für die PSB im Rahmen einer Substitutionsbehandlung
- PSB keine Lösung der Illegalität und sozialer Probleme
- PSB und Substitution keine Wundermittel
- Zielorientierung nicht als Endstand (soziale Integration, Berufliche Rehabilitation, psychische Stabilität Absetzung des Sub., Abstinenz) sondern aus der Entwicklungsdynamik langsame Entfernung von einem meist desolaten Ausgangszustand

Begleitende Betreuungsmaßnahmen müssen insofern entwicklungsbegleitend und individuell Abgestimmt sein

Möglich mit PSB Anamnese

- biographischer Entwicklungsprozess
- drogaler Entwicklungsverlauf
- vorhandener sozialer Stützsysteme
- erfassen der gegenwärtigen Lebenssituation

Dokumentation in allen Bereichen

Mögliche Maßnahmen

FOLIE

- Bei Betreuung nach Möglichkeit & Bedarf eine Gesprächsitzung pro Woche Gruppengespräche gegebenenfalls einzelne Gespräche
- Erstkontaktknüpfung, regelmäßige Kontakthaltung
- Sichern der sozialen und materiellen Existenz gegebenenfalls Unterstützung bei Behörden, Ämter, Klärung der Ausbildungsmöglichkeit ...
- Vermittlung von Informationen siehe oben Kooperation der verschiedenen Stellen
- Zusammenarbeit mit Lokaler Schuldenberatung und Marianne von Weizäckerstiftung Schuldenregulierung
- Bei Rückfallen Beigebrauch und Schwierigkeiten Alltagsbewältigung
- Lösung aus Drogenszene und Beschaffungskriminalität. Innere Lehre
- Alle Maßnahmen soll die autonome Befähigung zur Org. und Struk. Des Alltags sein. Ziel Stärkung und Erweiterung der Selbstverfügungskräfte
- Austausch mit den dazugehörigen Stellen Ärzten, Drogenberatung

Ergebnisthesen

→ Substitutionsmaßnahmen sind gesundheitsstabilisierende und lebenserhaltende Behandlungsmöglichkeiten.

→ Psychosoziale Begleitung bietet den Betroffenen die Chance einen Weg aus der Szene zu finden.

→ Im Vordergrund der psychosozialen Begleitung steht das Prinzip Unterstützung von Selbstorganisationsbestrebung (Empowerment). (Hilfe zur Selbsthilfe)

→ Psychosoziale Begleitung hat zum Ziel:

- soziale Integration
- berufliche Rehabilitation
- psychische Stabilität
- Absetzung des Substitutionsmittels
- Abstinenz

→ Ziel aller Maßnahmen soll die autonome Befähigung zur Organisation und Strukturierung des Alltags sein.

Literatur

akzept e.V.: Leitlinien für die psycho-soziale Begleitung im Rahmen einer Substitutionsbehandlung. Münster 1995

Lorenz Böllinger: Drogenrecht, Drogentherapie Frankfurt am Main 1983

Bernhard Schmidtobreick: Erfahrungen aus der ambulanten Arbeit mit Suchtkranken Lambertus-Verlag Freiburg 1982

Rheinland-Pfalz: Drogen Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger Frankfurt am Main 1995

R. Gerlach, W. Schneider: Substitutionsbehandlungen in Bonn Institut zur Förderung qualitativer Drogenforschung Münster 1993

K. & B. Hackenberg: Sucht und Suchttherapie Dustri-Verlag 1992

http://mir.drugtext.org/indro/konzept.html

http://www.lzg-bayern.de/zis/online/leitfad/Ifad_04.html

Details

Seiten
7
Jahr
1998
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110128
Institution / Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz
Note
2.0
Schlagworte
Psychosoziale Begleitung

Autor

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Titel: Psychosoziale Begleitung