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Literatur im Internet

von Silvio Haase (Autor) Robert Penzis (Autor)

Facharbeit (Schule) 2006 30 Seiten

Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Einleitung

2 Die Geschichte des Internets

3 Literatur im Wandel der Medien in Deutschland
3.1 Die Entwicklung der „Schwarzen Kunst“
3.2 Die Geschichte des Rundfunks
3.3 Einblick in die Entwicklung von Film und Fernsehen
3.4 Literatur und neue Medien

4 Entwicklung der Literatur im Internet

5 Formen der Literatur im Internet
5.1 Definition und Einteilung
5.2 Aufgaben

6 Sind elektronische Texte ein Ersatz für das Buch?
6.1 Lesen am Bildschirm
6.2 Vor- und Nachteile der elektronischen Texte gegenüber dem Buch

7 Resümee

8 Sachwortverzeichnis

9 Quellenangabe

10 Erklärung

1 Einleitung

580 Millionen Menschen nutzten nach Schätzungen im Mai 2002 bereits das Internet. Sie surfen im WWW, sie versenden E-Mails, chatten, besuchen Newsgroups und Foren oder regeln online ihre Bankgeschäfte. Der Nutzen des Cyberspace ist nicht nur für Privatpersonen oder Firmen als Datenautobahn zu sehen, sondern bietet auch für Künstler ein multimediales Betätigungsfeld. In diesem Informationswirrwarr stellt sich leicht die Frage wie sich Literatur digital präsentieren kann. Hierbei muss sich der Autor mit zweierlei Fertigkeiten auseinandersetzen: literarisches Kunstverständnis und Kenntnisse vom Erstellen eines Hypertextes. Die Symbiose dieser Fähigkeiten stellt die Herausforderung für die Literatur im Internet dar.

Weitere Probleme der Onlineliteratur sind, neben der Erstellung und Digitalisierung, ihre Etablierung und Nutzung. Vor allem in den 90er Jahren sind vermehrt Thesen über die Entwicklung der digitalen Literatur aufgekommen. Viele dieser Behauptungen stellen das Internet und die digitale Literatur als eine Erfindung, die vorwiegend den Büchern, aber auch anderen Medien, den Rang abläuft dar. In der vorliegenden Facharbeit soll es um die Beantwortung der Frage gehen, ob dies zutrifft oder eine solche Behauptung aus der Luft gegriffen ist. Außerdem stellt das Internet eine große Bedeutung als Massenmedium dar. Um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Entstehung, Entwicklung und demzufolge auch der Durchsetzung von anderen Medien und dem Internet auf Basis der Literatur aufzuzeigen, wird dieses Thema ein weiterer zentraler Punkt in dieser Facharbeit sein.

Dabei wird die Recherche durch die Schnelllebigkeit des Internets erschwert. Viele Seiten im World Wide Web werden aufgrund mangelnder Aktualität oder zu großer Betriebskosten schon nach wenigen Monaten geschlossen. Oft erscheinen Meldungen wie „Diese Seite kann nicht angezeigt werden“. Deshalb soll hier nur ein Überblick, eine Bestandsaufnahme von bekannten literarischen Projekten gegeben werden. Zusätzlich können Bücher nur beschränkt Auskunft über aktuelle Strömungen in und Einflüsse auf Internetliteratur geben, da sie schon während des Entstehungsprozesses vom „Informationszug“ überholt werden. Weiterhin werden durch die Möglichkeit der Mitarbeit eines Jeden genauere Autorenangaben erschwert oder sogar unmöglich.

Mit dem Sachwortverzeichnis im Anhang werden die wichtigsten Begriffe, die vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung des Internet stehen, kurz definiert. Um kein weiteres Begriffschaos entstehen zu lassen, wurde auf eine ausführliche Erklärung der Funktionsweise des Internets oder seiner Protokolle verzichtet.

2 Die Geschichte des Internets

In den ersten drei Jahrzehnten wird das noch entstehende Internet vor allem durch die US-Regierung, vornehmlich aus militärstrategischen Zwecken, geprägt und gefördert.

Im Jahr 1957 startet der erste russische Satellit „Sputnik“ ins All. Dieser Vorsprung des Feindes Sowjetunion im technischen Wettlauf gibt der USA Anlass zur Gründung der Advanced Research Projects Agency (ARPA). Die ARPA beschäftigt sich mit Technologien im Bereich Kommunikation und Datenübertragung. Am 30.08.1969 schließt sich der erste ARPANET Host, die Universität von Kalifornien an eine SDS Sigma-7 an. Zwei Tage vor dem festgesetzten Termin hat BBN geliefert. Das hiermit entstandene Netz wird ARPANET genannt, die Hosts des ARPANET benutzen das NCP (Network Control Protocol), das erste Host-to-Host Protocol. 31 Tage später schließt sich der zweite ARPANET Host, das Stanford Research Institute an eine SDS 940/Genie an. Jetzt können erste Nachrichten zwischen beiden Institutionen ausgetauscht werden. Es folgen weitere Hosts: bis 1971 sind 15 Knoten am ARPANET angeschlossen.

Mit dem Jahr 1974 ändert sich die ARPA-Geschichte. Bisher schlossen sich nur Universitäten und andere Forschungseinrichtungen aus den USA an. Jetzt aber gibt es die ersten Rechner außerhalb der USA (England, Norwegen und Hawaii), die sich ans ARPANET anschließen. 1977 steigt die Zahl der angeschlossenen Rechner auf 111, sechs Jahre später wird die 4000-Marke überschritten. Über die Universität von Kalifornien in Berkeley entstehen 1981 die ersten Verbindungen zwischen ARPANET und Usenet, welches schon auf 23 Universitätsrechnern benutzt wird und 1979 von Steve Bellovin mit den ersten Shell-Scripts zur Automatisierung von uucp-Kommunikation entwickelt wurde. Die US-Regierung finanziert 1987 den Aufbau eines neuen Rückgrats, das NSFNet (National Science Foundation Net) für das bisherige ARPANET (27.000 angeschlossene Rechner). Mit dem Ende des Kalten Kriegs wird auch das ARPANET 1990 offiziell eingestellt. Die Erkenntnisse der kommunikativen Computervernetzung bleiben aber der Nachwelt erhalten.

1963 erfindet Douglas Engelbart die Maus, deren damaliger Name: „X-Y Position Indicator“ lautet und womit er das Fundament für die modernen Rechner legt. Er beginnt seine Arbeit am Augmentation Research Center am Stanford Research Institute und entwickelt ein Hypermedia-System mit dem Namen „for oN-Line System“ (NLS).

Die „Second Conference on Information System Science“ tagt 1964 in Hot Springs, Virginia. Hier werden die Computernetze von Larry Roberts und J.C.R. Licklider als die herausragende zukünftige Forschungsaufgabe beschrieben. Die Entwicklung des Netzwerkes steht im direkten Zusammenhang mit der des Internets. Am MIT gibt es 1966 unter der Leitung von Larry Roberts praktische Experimente mit größeren Computernetzwerken. Diese werden vom US Department of Defense gefördert. So wird auch im Oktober 1972 in Washington, DC die erste internationale Konferenz über Computerkommunikation abgehalten.

Ted Nelson prägt 1965 den Begriff „Hypertext“. Drei Jahre später hat er gemeinsam mit Andries van Dam das „Hypertext Editing System“ (HES) an der Brown University entwickelt. 1971 stellt Intel den ersten Mikroprozessor (4004) vor und das File Transfer Protocol (FTP) wird veröffentlicht. Im März 1972 wird von Ray Tomlinson (BBN) die erste Software für E-Mail freigegeben. Bob Kahn und Vinton Cerf publizieren im Mai 1974 „A Protocol for Packet Network Internetworking“. Hier wird zum ersten Mal der Begriff Internet gebraucht und das erste Mal das Transmission Control Protocol (TCP) dargestellt, was später in TCP und IP gegliedert wird.

Steve Wozniak und Steve Jobs gründen 1975 Apple und Paul Allen und Bill Gates im selben Jahr Microsoft. Durch die Zusammenarbeit mit IBM (erster IBM PC wird 1981 vorgestellt) gelangt Microsoft der Durchbruch - später auch Apple. Somit wird der Grundstein für die weltweite Verbreitung von Computern, nicht nur auf industrieller und geschäftlicher, sondern vor allem auch auf privater Ebene, gelegt und die größtmögliche Vernetzung zum Informationsaustausch angestrebt.

Das moderne Internet, speziell der Teil des WWW gründet auf den Erkenntnissen der Vernetzung von Computern und die Identifikation der Rechner. Paul Mockapetris veröffentlicht deshalb Ende 1983 die Funktionsweise des Domain Name Service (DNS). Jarkko Oikarinen erfindet den Internet Relay Chat (IRC) Ende der 80er Jahre. Tim Berners-Lee gilt als Vater des World Wide Web. Er präsentiert dem CERN (European Council for Nuclear Research) im Jahr 1989 das World Wide Web und schreibt 1990 den Prototyp für das WWW, welches auf seinen Entwicklungen HTML, URL und http basiert und im Mai 1991 auf zentralen Rechnern des CERN freigegeben bzw. 1993 der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Es finden 1992 die ersten Sitzungen über Audio und Video im Netz statt. Die Internet Society (ISOC) entsteht. Im Oktober des gleichen Jahres gibt es bereits 1.136.000 Internet-Hosts. Studenten und Mitarbeiter des National Center for Supercomputing Applications der Universität von Illinois entwickeln 1993 ein grafisches Navigationsprogramm für das Internet mit dem Namen NCSA Mosaic.

Jim Clark und Marc Andreesen gründen Netscape Communications im Jahr 1994. Sie bringen ihren ersten Browser auf den Markt (Navigator 1.0). Die Zahl der kommerziellen Nutzer übersteigt die Anzahl der wissenschaftlichen Teilnehmer - es sind 3.000.000 Hosts. Die TERENA (Trans-European Research and Education Network Association) wird gegründet, um dem Ziel einer qualitativ hohen Infrastruktur für internationale Informationen und Telekommunikation in Forschung und Bildung näher zu kommen. Im Oktober gründet das Computer Science Laboratory des MIT das World Wide Web Consortium (W3C).

Java wird als Programmiersprache im Mai des Folgejahrs zur Entwicklung systemunabhängiger Applikationen vorgestellt. Das erste Java-Applet heißt „Duke“. FTP wird als Service mit dem höchsten Datenaufkommen vom WWW abgelöst. Erste Internetzugänge werden für Kunden (User) von Prodigy, AOL und CompuServe angeboten. Microsoft gibt Anfang 1996 seinen Internet Explorer 2.0 und das W3C den HTML-Standard 4.0 frei. Das Internet hat jetzt 16.000.000 angeschlossene Rechner.

Die 2-Millionste Domain wird bei Network Solutions 1998 registriert. Beim US Postal Service werden Briefmarken zum Download und Ausdruck angeboten. Fünf Firmen, darunter MusicMatch, MP3.COM, Diamond Multimedia, GoodNoise, Xing Technology schließen sich zur MP3 Association zusammen. Es soll die Weiterentwicklung und Akzeptanz des MP3 Audiokompressions-Standards ermöglicht werden. Laut Urteil vom Oberlandesgericht Karlsruhe genießen Internetadressen in Deutschland Markenschutz.

1999: Das Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat fünf Firmen benannt, die in Zukunft für Domain-Namen im Internet als Registraturen fungieren können. Geplant sind weitere 29 Firmen als Registrierungsstellen. Im gleichen Jahr können Domain-Namen laut Beschluss des US State Court als Gut gepfändet werden. Nach Angaben der Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft eG (DENIC) überschritt die Zahl der deutschen Domains die Millionengrenze. Außerdem wird das erste Internet-Handy der Welt auf dem GSM World Congress in Cannes von Nokia vorgestellt. Mit dem Dualband-Handy Nokia 7110 kann mobil ein Zugang zu Internet-Inhalten aufgebaut werden. Die Grundlage dafür bildet das Wireless Application Protocol (WAP) im Mobile Media Mode (WWW:MMM).

Im neuen Jahrtausend gibt die ICANN neue Domains frei: .biz, .info, .name, .pro, .museum, .aero und .coop. Außerdem stehen große Anbieter wie Yahoo, eBay und Amazon unter massivem Service-Anschlag. Die aufrufbaren Webseiten übersteigen eine Milliarde.

Im Folgejahr kann jetzt auch jeder Autofahrer im Internet surfen: Mit dem Car.NET-System von Microsoft wird dies 2001 möglich. Auch muss man beim Kaffeetrinken künftig nicht mehr auf den Internetzugang verzichten. Die Kaffeekette StarBucks plant in Zusammenarbeit mit Microsoft in allen US-Filialen einen drahtlosen, Breitband- Internet-Zugang für Notebooks und Organizer.

Aufgrund der Terroranschläge vom 11. September 2001 werden in vielen Ländern neue Gesetze eingeführt, die die Anonymität der Internetbenutzung erheblich einschränken. Google ist 2002 die bedeutendste Suchmaschine mit ca. 2.5 Milliarden indizierten Webseiten. Laut Studien verfügt jede zweite deutsche Familie über einen Internetzugang.

3 Literatur im Wandel der Medien in Deutschland

3.1 Die Entwicklung der „Schwarzen Kunst“

Mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1444 durch Johann Gutenberg beginnt eine neue Zeitrechung in der Literaturgeschichte.[1] Jetzt können schnell und preiswert literarische Werke veröffentlicht und verbreitet werden. 1455 entstand die 42-zeilige Gutenbergbibel. Erste Flugblätter kommen auf und die ersten Wochenzeitungen erscheinen 1609 in Straßburg und Wolfenbüttel. Für eine anfangs noch geringe Leserschaft wird das Medium Literatur zu einem alltäglichen Gebrauchsgut, denn 1650 erscheint in der Messestadt Leipzig die erste Tageszeitung.

In den darauf folgenden Jahren gründen sich immer mehrere Zeitungsgesellschaften, wie 1722 die Berlinische privilegierte Zeitung, die sich später Vossische Zeitung nennt. Der Zeitungs- und Buchdruck ist jetzt zum bedeutendsten Medium zur öffentlichen Meinungsäußerung geworden. Durch heftigste kontroverse Diskussionen wurden auch Schriften wie beispielsweise die von Luther durch ein reichseinheitliches Druckgesetz („Wormser Edikt“ von 1521) verboten. Sogar auf das Vervielfältigen, den Kauf und Besitz wurden Strafen verhängt. So blieb es nur eine Frage der Zeit zur Presse-Emanzipation. In der Zeit des Vormärz und der Restauration werden Schriftsteller, wie Heinrich Heine, zu Verbrechern und müssen vor der Zensur fliehen. Die ersten Forderungen nach Pressefreiheit wurden in den Revolutionsbewegungen von 1789 und 1848 geäußert und in den entstehenden Verfassungen verankert. Langsam etablierte sich das Pressemedium neben dem altvertrautem Buch, beide stehen sich jedoch nicht konkurrierend gegenüber. Das Buch bleibt das Hauptpublikationsmittel der Schriftsteller. Durch die Entwicklung der Presse entstehen auch Formen, die ausschließlich auf (Tages-) Zeitung aufbauen. Kalendergeschichten werden jetzt nicht nur auf Kalenderblättern, sondern auch in Magazinen und Zeitschriften veröffentlicht.

Im Zuge der Industrialisierung wird 1860 die Rotationsmaschine erfunden. Dadurch können größere Mengen Zeitungen und Bücher gedruckt werden. Die Produktionskosten werden somit gesenkt und die Preise für Zeitungen oder Bücher sinken. Das gedruckte Wort wird mehr und mehr der breiten Masse zugänglich, da auch die Anforderungen an Fachpersonal und folglich auch die Alphabetisierungsrate steigt. Diese Umwälzung der Literatur geht nicht spurlos an den Autoren vorbei. Durch die Zusammenarbeit in Salons werden nun literarische Themen und Bücher, die vor der Veröffentlichung stehen, diskutiert. In der Gründerzeit wurden auch die ersten großen Pressekonzerne durch R. Mosse, A. Scherl und L. Ullstein aufgebaut. Letzterer gründet 1904 die erste deutsche Boulevardzeitung („BZ am Mittag“).

Durch die Entwicklung des Radios und des Fernsehens im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts bekommt das Medium Presse starke Konkurrenz. Seit der Machtübertragung 1933 wird alle Presse-, aber auch Film- und Rundfunkarbeit unter Aufsicht des neuen Reichsministeriums für Volksaufklärung geleitet. Somit ist die jahrelang erkämpfte Pressefreiheit plötzlich Geschichte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beherrschen die Besatzungsmächte Deutschland und somit auch die Presserechte. Ab dem 24.11.1944 sind alle publizistischen Tätigkeiten in Deutschland durch die SHAEF (Supreme Headquarters of the Allied Expedtionary Forces) verboten. Jedoch lockern die alliierten Mächte schnell dieses Verbot, so dass schon am 24.01. Lizenzpressen genehmigt werden und als erste deutsche Zeitung die „Aachener Nachrichten“ unter amerikanischer Kontrolle bzw. am 15.05.1945 „Die tägliche Rundschau“ unter sowjetischer Kontrolle erscheinen. Weitere Tageszeitungen, wie die Süddeutsche Zeitung, folgen nach und werden unter Kontrolle der jeweiligen Besatzungsmacht veröffentlicht. Durch die Kontrollratsdirektive Nr. 40 werden weitere Pressefreiheiten garantiert. Darunter fallen vorwiegend die Kommentierung der Politik der Besatzungsmächte und die Berichterstattung über das Ausland durch die deutsche Presse. Weiterhin erscheinen erstmals die Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Programmzeitschrift „Hör zu“. Später werden durch weitere Kontrollratsdirektiven (wie Nr. 54) weitere Freiheiten in Aussicht gestellt. Jetzt kann ein freier Austausch der Medien zwischen den Zonen erfolgen.

In den Jahren 1947 und 1948 erscheinen erstmals das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die Ausgaben des „Stern“ und der „Welt am Sonntag“. Durch das am 23.05.1949 verkündete Grundgesetz werden in der Bundesrepublik laut Artikel 5 die Pressefreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert. Außerdem wird die Lizenzpflicht in den Westzonen aufgehoben. In den folgenden Jahren erscheinen die Erstausgaben der „Bild“-Zeitung (1952), der „Bravo“ (1956) und die von Alice Schwarzer gegründete alternative Frauenzeitschrift „Emma“ (1977). Auch durch angloamerikanische Einflüsse profitiert die Zeitung. Kurzgeschichten oder Kolumnen etablieren sich auf dem deutschen Markt ohne jedoch das Buch, mit dem Hauptvertreter Roman, ernsthaft zu gefährden.

Durch die Spiegel-Affäre 1962 wird der Einfluss der Presse deutlich. Sie erzwingt den Rücktritt von Franz-Josef Strauß. Die Presse besitzt also immerhin noch eine große Potenzialkraft der Massen und ist auch der steigenden Konkurrenz von Radio und Fernsehen gewachsen. Ein weiterer Medienskandal wird mit der Veröffentlichung von gefälschten Hitlertagebüchern im Stern ausgelöst. Am 05.02.1990 hebt die DDR das Einfuhrverbot für bundesdeutsche Presseprodukte auf und gewährleistet somit die Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit seiner Bürger.

Mit der Entwicklung der Presse wurde die Literatur erneuert und einem größeren Lesepublikum zugänglich. Autoren begannen nur noch für Zeitungen zu schreiben – der Beruf des Journalisten entstand. Jedoch konnte die dominierende Rolle des Buches, wenn, nur unwesentlich gemindert werden.

3.2 Die Geschichte des Rundfunks

Im Jahr 1923 startet das Radioprogramm der Weimarer Zeit, welches über das Netz der Reichspost läuft und regional von privaten Rundfunkanstalten gestaltet wird. Auf der Funkausstellung 1932 begrüßt Albert Einstein das neue Medium mit seiner Rede, die sich an die Anwesenden und die zugeschalteten abwesenden Hörer zugleich wendet: „Verehrte An- und Abwesende. Wenn ihr den Rundfunk höret, so denkt auch daran, wie die Menschen in den Besitz dieses wunderbaren Werkzeugs gekommen sind. Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers und nicht minder die konstruktive Phantasie des technischen Erfinders.“[2]

Das neue Massenmedium Rundfunk kommt ab 1933 unter der nationalsozialistischen Diktatur zum Tragen: Joseph Goebbels baut den Hörfunk zum stärksten Propagandaapparat aus. Um die Gevolkschaft ideologisch zu beeinflussen wird der mit 75 RM sehr preiswerte Volksempfänger eingesetzt. Jener diente nur zum Empfang der legalen deutschen Sender. Sendungen aus dem „feindlichen“ Ausland konnten nicht mit dem Empfänger gehört werden. So konnte auch die „Blut und Boden“-Literatur publik gemacht werden. Nicht nur bei Aufmärschen der SA oder SS, sonder auch im täglichen Rundfunk wurde durch das Hörmedium NS-Literatur verbreitet.

Durch die Kriegsniederlage und die somit folgende Potsdamer Konferenz wurde ein Hauptaugenmerk auf die Dezentralisierung, also das Revidieren der „Gleichschaltung“, gelegt. Darunter fiel auch der Auftrag die regionalen Rundfunksender aufzubauen und zu entnazifizieren. Die späteren öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Westzone dienen zunächst als Sender der jeweiligen Militärregierung. Einer der ersten von ihnen ist vier Tage vor der bedingungslosen Kapitulation das Radio Hamburg in der späteren britischen Zone. Erster Sender der amerikanischen Besatzungszone ist Radio München am 12.05. RIAS Berlin beginnt 1946 anstelle des DIAS (Drahtfunks im amerikanischen Sektor) sein Programm.

In den Nachkriegsjahren bildete der Rundfunk für die Literatur eine Art Übergangslösung an: das Hörspiel. Da Papier knapp war und rationiert werden musste und noch viele Haushalte den „Volksempfänger“ besaßen, konnte so Literatur verbreitet werden. Nicht nur Hörspiele, sondern auch Hörbücher wurden entwickelt. Außerdem wurden viele Druckfabriken infolge des Krieges zerstört und konnten so schnell nicht wieder aufgebaut werden, da extreme Wohnungsnot herrschte. Also blieb der Literatur nur der Weg über die Bühne und das Radio.

In den Jahren 1948 und 1949 gründeten sich schrittweise die Anstalten des öffentlichen Rechts mit dem Recht auf Selbstverwaltung: der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR), Radio Bremen (RB), der Hessische Rundfunk (HR), der Südwestfunk (SWF), der Süddeutsche Rundfunk (SDR) und der Bayerische Rundfunk (BR, als Nachfolger von Radio München). Diese sechs Anstalten bilden seit 10.06.1952 die „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ (ARD), die mehr als dreißig Jahre zusammen mit den regionalen Sendern die Radiolandschaft bestimmt.

Erst als es 1984 zu den ersten „Kabelpilotprojekten“ in Ludwigshafen und München kommt, wird der Rundfunk in einem vollständigen Wettbewerb umstrukturiert. Jetzt konkurrieren private und öffentlich-rechtliche Rundfunksender miteinander („duales Rundfunksystem“).

In der DDR wird unter sowjetischer Obhut der Rundfunk, wie auch die Literatur, zentralistisch gestaltet. 1952 löst Walter Ulbricht (SED) alle Regionalsender, wie den MDR oder den Berliner Rundfunk, mit der Gründung eines staatlichen Rundfunkkomitees auf. Dadurch werden der DDR-Fernsehsender in Adlershof und die Sender Berlin I, II und III zentral verwaltet und gesteuert. Mit dem „Bitterfelder Weg“ sollen vor allem neue Autoren aus dem Proletariat rekrutiert werden. Durch Eingliederung in den Arbeitsprozess soll das sozialistische Bewusstsein gefördert werden und somit eine engere Bindung an die Partei bewirkt werden. Außerdem bestimmten lange Kulturhäuser und kollektive Freizeitangebote das Kulturbedürfnis der Bevölkerung, die sich auch in Film, Rundfunk und Schauspiel aktiv beteiligte. Jedoch bleibt den meisten Nichtparteiangehörigen der Weg zu höheren Posten im Rundfunkgewerbe versperrt. Das SED-Zentralkomitee „empfiehlt“ eine Selbstzensur („Schere im Kopf“[3] ) den Journalisten, Redakteure und Rundfunkangestellte, letztere gehören bis 1989 zu 70 Prozent der Partei an. So werden, offiziell also auf Zensur verzichtend, stattdessen Anweisungen für die Presse und den Rundfunk gegeben. So werden auch noch zuletzt die Widerstandsbewegungen im Herbst 1989 von den DDR-Medien linientreu einseitig wiedergegeben oder sogar ganz verschwiegen.

Durch das Internet kann jetzt auch jeder Ottonormalverbraucher ein Radioprogramm erstellen und senden, da keine Sendegenehmigung mehr erworben werden muss. Aber auch die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender präsentieren sich im Internet mit Live-Streamings. Ferner breiten sich auch reine Webcasting-Stationen aus.

3.3 Einblick in die Entwicklung von Film und Fernsehen

Anfangs bildeten Schnittpunkte zwischen Literatur und Film nur die Kinos. Schnell etablierten sich Themengebiete von Sentimental bis Erotisch und von Komik zu Action. Aber dieser „Sittenverfall“ stellte die Filmemacher schnell auf eine Belastungsprobe, denn Kritiker sahen die eigentlichen Aufgaben in Volksbildung durch beispielsweise Naturaufnahmen oder Neuigkeiten aus der ganzen Welt. Der Unterhaltungszweck wurde schnell verpönt. Schließlich gründete sich 1907 die „Kinematographische Reformvereinigung“[4], die dem Kino eine verderbende Wirkung auf das Kulturbewusstsein der Menschen nachsagte. Durch die kontroversen Diskussionen, ob nun Film eine Kunst sei, verlor sich auch die Krise der Literatur und des Kunstbegriffs. Nach Ansichten einiger Kritiker, u.a. auch Egon Friedell, verlor das Wort an Ausdrucksmöglichkeiten aufgrund der steigenden Konsumierung. Erste Verfilmungen, wie Werke von Arthur Schnitzler, Gerhard Hauptmann und Hugo von Hofmannsthal, schienen bereits deutliche Signale in die Richtung eines Auswegs zu sein.

Durch die zunehmende Technisierung musste also auch die Literatur industrialisiert werden. Auch wenn es erste Startschwierigkeiten gab, konnten sich die Medien Film und Fernsehen durchschlagen.

In Berlin geht als Versuch 1935 der erste Fernsehprogrammdienst nach Plan auf Sendung. Schnell entdeckt auch das Reichsministerium für Volksaufklärung das neue Medium zur Massenpropaganda. So kann das deutsche Volk seinen Führer nicht nur hören, sondern auch sehen. „Dem nationalsozialistischen Fernsehrundfunk erwächst die großartige Aufgabe, im wahrsten Sinne des Wortes ein Volk zum Sehen aufzurufen."[5], so Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky am 22.03.1935. Die Olympiade 1936 wird mit großem Aufwand übertragen, doch in den folgenden Jahren, vornehmlich die des Zweiten Weltkriegs, stagniert die Weiterentwicklung des Fernsehens.

Erste Fernsehsendungen werden 1948 in Hamburg ausgestrahlt. Nach Vorbild der Rundfunkentwicklung gestaltet sich auch die Geschichte des „Flimmerkastens“. Die Fernsehlandschaft jedoch verliert laut des Bayerischen Rundfunks immer mehr die Aufgabe zur Bildung und verschreibt sich mehr und mehr der Unterhaltung. So beginnen 1964 die „Dritten“ ihre Sendeprogramme. Mit der Präsentation des Farbfernsehens auf der Funkausstellung in Berlin 1967 beginnt die Colorisierung der deutschen Haushalte.

Ähnlich wie im Rundfunkbereich kommt es zum Dualismus durch die ersten Privatsender, die in den 80er Jahren aufkommen und sich nicht aus Rundfunkgebühren, sondern aus Werbeeinnahmen finanzieren. Um immer mehr Zuschauer für das TV-Programm interessieren zu können, werden Kriminalität, Erotik und Sport stark frequentiert gesendet. Die Devise lautet nicht selten: „höher, schneller, weiter“.

In der DDR entwickelt sich das Fernsehen schwächer als in der Bundesrepublik. Rechtzeitig zu Stalins 73. Geburtstag wird 1952 aus Berlin Adlershof die erste amtliche Nachrichtensendung, die „Aktuelle Kamera“, ausgestrahlt. Genau wie im Rundfunk werden Verfasser und Konzept von der Partei überwacht und damit entsteht eine weniger glaubwürdige Berichterstattung. Am Sylvester 1991 geht das DDR-Fernsehen zum letzten Mal auf Sendung und räumt den Markt für das beliebtere Dualrundfunksystem der Bundesrepublik. Dadurch verlieren auch 4000 Beschäftigte ihre Arbeit. Doch bleiben auch Klassikerserien wie der „Polizeiruf 110“ am Leben und dem ehemaligen DDR-Publikum erhalten.

Film und gerade das alltägliche Fernsehen entstanden aus der Idee Literatur zu verbildlichen also für das Erzählen mit und in Bildern. Denn so wie das Fernsehen ein großer Geschichtenerzähler ist, der auf vielfältige Weise uns immer wieder Geschichten erzählt, so ist natürlich der Film als das bevorzugte Kinomedium, ein Mittel, auf eine sinnlich mehrdimensionale Weise uns „gefangen zu nehmen“. Das gelingt durch die Schilderung und Darstellung von Ereignissen. Werden im Filmgenre Science Fiction die Ängste vor der technischen Zukunft formuliert und gebändigt, so müssen auch durch Katastrophenfilme wie Independence Day kulturelle Ängste durch den Film bearbeitet werden. Hier lässt der Film uns an anderen Erlebniswelten teilhaben und konfrontiert uns mit ihnen. Das geschieht freilich auf einer anderen Weise als über die literarischen Formen. Im Grunde genommen aber gibt es hier viele Übereinstimmungen von Literatur und Film.

Auch wie Literatur besitzt der Film Kenntnisse über die Gestaltung von Zeit, den Erzähler und das Erzählte, die Lust am glücklichen Augenblick aber auch Tod und Liebe. Weiterhin kann das bewegte Bild, das geschriebene Wort mit der Sinnlichkeit des Bildes, der Farbenvielfalt und dem Klang der Stimmen und Töne übertreffen. So ist Film auch als ein großartiges Erzählmedium zu sehen, da einzigartige Erzählweisen und Darstellungsformen angewendet werden können.

Die Sichtweisen der Literaten haben sich unterschiedlich zum Film verhalten. Brecht hat sich um das Schreiben von Drehbüchern bemüht, denn er sah im Film ein Medium, um ein großes Publikum zu erreichen. Doch Verfilmungen blieben die Ausnahme. Als Pabst Brechts „Dreigroschenoper“ verfilmte, reagierte Brecht mit einem Prozess, weil er sich ausgebeutet sah und seine Konzeption nicht verwirklicht fand. Er selbst schrieb über diese Auseinandersetzung wiederum ein Buch („Dreigroschenroman“). So produktiv kann der Streit um das Verhältnis von Literatur und Film sein. Thomas Mann wiederum stand dem Film distanziert gegenüber. Er hat zwar nie ein Drehbuch verfasst, aber die Verfilmungen seiner Romane zumeist wohlwollend hingenommen. Seiner Auffassung nach hatten seine Romane neben den Filmen weiter Bestand. Er betrachtete die Filme als eine Art Werbung für seine Romane, nicht als deren Ersatz.

Nun wird wie in der Literatur, auch im Film unterschiedlich erzählt. In einem Film wie Tom Tykwers „Lola rennt“ wird eine Geschichte in drei Varianten erprobt. Die Figuren erleben etwas ganz Unmögliches, ganz Unwirkliches, dass sie plötzlich, im Augenblick des Sterbens „Stop“ sagen können, und die Geschichte fängt ganz von vorn noch einmal an. Sie erproben eine neue Variante, in der durch einen kleinen Zufall entschieden wird, ob es nicht doch ein anderes Ende geben kann. Welch eine Idee, nicht an die Unabänderlichkeit des Lebens zu glauben.

Beim Lesen erzeugen wir eigene Bilder im Kopf. Diese eigenen Bilder können durch die einer Verfilmung zerstört werden oder die eigene Vorstellungskraft reduzieren. Deshalb wehrt man sich oft instinktiv vor Buchverfilmungen, indem die Bilder des Films für weniger gelungen gehalten werden als unsere eigenen. Trotzdem muss man sie als individuelle Sichtweise auf die Geschichte auffassen. Mit der Verfilmung erfährt man welche Vorstellungen ein anderer Leser, hier der Regisseur, von der Geschichte gewonnen hat. Natürlich ist es nicht bei diesen ersten Leseeindrücken geblieben. Wie bei jedem künstlerischen Prozess haben sich auch hier die ersten Lektürebilder im Verlauf der Filmgestaltung verändert. Speziell wirken auch äußere Einflüsse wie Zeitumstände oder individuelle Lesart bzw. Kunstverständnis auf diese Kunstwerke ein, dessen Grundlage einige Jahre bis Jahrhunderte zurück liegen.

Literaturverfilmungen sollten also nicht nach den Verlusten befragt werden, nicht danach, was wir von der Literatur im Film nicht mehr wieder finden, sondern danach, was uns denn der Film an Neuem von der Geschichte erzählt.

Bilder machen etwas auch sichtbar, was man derart vorher nicht so gesehen hatte. Vielleicht hat gerade der Eindruck, hier habe der Film doch den Roman nun völlig verfehlt, eine andere Sicht auf den Roman gegeben, so dass wir ihn daraufhin noch einmal lesen, nachprüfend, vielleicht distanzierter betrachten oder aber auch mit neuen Entdeckungen von Eigenheiten, die uns bislang verdeckt blieben.

3.4 Literatur und neue Medien

Literatur muss jetzt besonders für das offen sein, was auf den ersten Blick gar nichts mit ihr zu tun hat: Sie muss offen sein für die Eindrücke und Erfahrungen, die andere Medien zu bieten haben. Bei vielen Schriftstellern oder bei Verteidigern der Literatur herrscht, getarnt als Argumente, große Ahnungslosigkeit über diese neuen Medien. Damit einher geht auch eine große Unwissenheit über die alten Medien. Diese kulturkonservativen Beobachter sehen nur aus den Rückfenstern ihrer alten Fahrzeuge. Damit sehen sie nicht einmal „die Schlusslichter der längst abgefahrenen Züge“.[6] Thesen über ein „Ende der Gutenberg-Galaxis“[7] knicken leicht ein und reduzieren sich auf längst bekanntes, nämlich dass Druckmedien die Alleinherrschaft längst nicht mehr innehaben. Einige Medienpessimisten äußern die Befürchtungen, dass die neuen Medien nicht nur die Medienlandschaft erweitern, sondern dass diese die traditionellen Medien verdrängen werden. In einer Konkurrenz um Aufmerksamkeit, Zeit, Geld und auch Ansehen werden sich die neuen Medien immer zu behaupten wissen. Neben dieser Entwicklung wird auch, laut Befürchtung, ein Prozess der Vereinsamung einsetzen.

Andere denken über diese Entwicklung, dass sie begrüßenswert und notwendig sei. Das Buch ist linear, es wirkt sich daher verengend auf das menschliche Bewusstsein aus. Elektronische Medien können den Menschen wegen ihrer Vielstimmigkeit aus der Einseitigkeit lösen. Dadurch werden die Kreativität und die geistige Offenheit geweckt.

In den 90er Jahren wurde diese These etwas entschärft, man war der Meinung, dass das Buch nicht länger das vorherrschende Medium für eine Präsentation des Wissens sei. Dennoch wird das Buch nicht verdrängt werden, es wird zur Befriedigung luxuriöser Bedürfnisse weiter existieren.

Den meisten literaturtheoretischen Werken der 90er Jahre liegt die Befürchtung zugrunde, dass das Buch als Unterhaltungs- und Informationsmedium und damit auch das Lesen unüblich wird. Medienforscher befürchten, dass der digitale Text zum Feind der bisher gedruckten Bücher wird. Schon beim Fernsehen kamen in den frühen Jahren die Ängste auf, dass es keine Zeit mehr zum Lesen lasse. Umso mehr keimten diese Ängste erneut bei Computern und dem Internet auf.

Für die einen ist das Buch mit seiner Kultur die eigentliche Grundlage unserer intellektuellen Zivilisation, den anderen gilt das Buch als hemmend für das Fortschreiten dieser. Während die einen das Buch hervorheben, weil die vermeintlichen Folge von diesem die Befähigung zur Objektivität und zum logischen und eigenständigen Denken sei, so erhoffen sich die anderen von den neuen Medien eine Auflösung des linearen Denkens zu Gunsten von assoziativem. Sie erhoffen sich weiterhin eine Vernetzung der Gesellschaft zu einer Einheit, dadurch soll ein demokratischer Zugang zu Wissen zustande kommen.

Es gibt nicht hier Literatur auf der einen und dort Medien auf der anderen Seite. Wenn man Sprache als ein Medium mit all seinen Konsequenzen sieht, so zeigen technische und elektronische Medien mit voller Deutlichkeit, was für die Sprache und für Literatur schon von Anfang an gegolten hat: jedes Medium bringt durch seine technischen Eigenschaften eigene Möglichkeiten zur Veränderung von Inhalt und Form mit sich. Jedes Medium wirkt auf seine eigene Art und Weise anders auf den Betrachter bzw. Zuhörer ein. Die wahrscheinlich wichtigste Dokumentation („Heimat“ und „Zweite Heimat“ von Edgar Reitz) über die Geschichte Deutschlands liegen nicht in etwa Buchform vor, sie bestehen viel mehr aus Bildern und Musik.

Man muss klar akzeptieren, dass „Bildwahrnehmung grundsätzlich auch sprachlich codiert ist: Marilyn Monroe auf einem Luftschacht, Willy Brandt kniet, Einsteins Zunge – diese kurzen Formeln, gesprochen oder geschrieben, reichen aus, um die entsprechenden Bilder zu sehen.“[8] Wer nicht in der Lage ist, im neuen Schriftkomplex Internet zu lesen und zu schreiben, ist nicht mehr auf dem neusten Stand. Interaktive Medien sind heutzutage der breiten Masse und nicht mehr nur Wissenschaftlern an Forschungsinstituten zugänglich. Die Schriftverbreitung von digitalen Schriften über das Internet übersteigt jene von gedruckten durch den Buchhandel bei Weitem. Dieses Massenmedium vereint allseitige Beliebtheit und anspruchsvolle Herausforderungen durch multimediale Aktivität für den User. Ein Teil der modernen Literatur ist ohnehin nur noch im Internet zu finden.

Die Grenzen zwischen bildender Kunst, Musik und Literatur verschwimmen immer mehr. Das Internet trägt besonders dazu bei. Es stellt sich die Frage nach dem Wert einer Literatur, die diese traditionellen Schranken wahrt. Literatur sollte sich in Zukunft eher der Form und weniger dem Inhalt, also mehr auf mediale Erfahrungen stützen.

Computer und Literatur lassen sich mittlerweile in vielen Punkten verbinden. Der Meinungsunterschied zwischen Verfechtern der Printmedien und Fürsprechern der digitalen Literatur ist aufgrund der starken Verbreitung von vernetzten Computern stark geschwunden. Literaturrecherche und Textverbreitung sind über die neuen Medien, insbesondere über das Internet, einfach, schnell und günstig zu verwirklichen.

Die neuen Medien haben ihren Platz in der Gesellschaft gefunden. Auch deren Produkte sind in ihrem Vormarsch nicht mehr aufzuhalten. Dennoch sind die alten Medien nicht wegzudenken.

4 Entwicklung der Literatur im Internet

Die ersten algorithmischen Dichtungen stammen aus der griechischen Antike, wo nach einer Überlieferung zufolge ein Satz durch Vertauschung (Permutation) seiner Wörter variieren und vervielfachen konnte. Diese Form erlangt Popularität vor allem in der deutschen Barocklyrik. Durch die Verbindung von Mathematik, Dichtung und Gesellschaftsspiel erscheinen die „ Mathematischen und philosophischen Erquickstunden und Frauenzimmer-Gesprächspiele“ des Nürnberger Dichters Georg Philipp Harsdörffer als frühe Prototypen einer algorithmischen Netzdichtung.

Sie ist geschrieben für und charakterisiert durch die Schnelllebigkeit, die alle Informationen unseres Informationszeitalters auszeichnet.

Im Schluss des 1923 veröffentlichten Manifests „Topographie der Typographie“ lässt der russische Autor El Lissitzky Zukunftsvisionen für die Buchkunst erahnen. Seiner Meinung nach muss der gedruckte Bogen, die Unendlichkeit der Bücher, überwunden werden[9]. Das Ziel dieser Überwindung ist die „Elektro-Bibliothek“[10].

Selbst wenn dieser Gedanke den Datennetzen konform scheint, bleibt er eine reinste Utopie, auch wenn das Massenmedium Internet, vor allem das WWW, immer mehr an Bedeutung gewinnt. Doch dass der elektronische Hypertext das Ende der ergreifbaren Bücher bedeuten würde, bleibt eher eine Vision der frühen 90er Jahre. Im Gegenteil, Bücher sind heute Schrittmacher des elektronischen Versandhandels (E-Commerce). Hier übernimmt das World Wide Web die Funktion eines riesigen Versandkataloges.

Die ersten gedanklichen Versuche einer Literatur im Internet wurden bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angestellt. Zu einer Zeit als die Idee des Internets noch in den Kinderschuhen steckte, veröffentlichte Vannevar Bush, wissenschaftlicher Berater des US-Amerikanischen Präsidenten Roosevelt, den Artikel „As we may think“. In diesem Artikel zeichnete er einen visionären Entwurf für eine Wissensordnung der Zukunft. Weil der Umfang des menschlichen Wissens rasend schnell zunahm, war er der Meinung, dass ein neues System für eine angemessene Orientierung von Nöten sei. In diesem System, von ihm als „Memex“ bezeichnet, sollten alle schriftlichen Überlieferungen der gesamten Menschheit verfügbar gemacht werden. „Memex“ ist die Kurzform für die englische Wortgruppe „memory extension“, übersetzt bedeutet es „Gedächtniserweiterung“. Dieses System sollte vom Benutzer auch beliebig verknüpfbar und erweiterbar sein. Damit entwarf Bush die Möglichkeit Texte jenseits seiner Klassifizierung der klassischen Bibliothek individuell zu verknüpfen. Bush entwickelte also ein utopisches Konzept, das mit der Einführung des Internets neu belebt wurde.

Die Stuttgarter Gruppe um Max Bense, welche besonders an experimenteller Literatur interessiert war, widmete sich bereits Ende der fünfziger Jahre der theoretischen Basis und der Produktion von zufallsabhängigen Computertexten und Computergrafiken. 1959 publizierte Theo Lutz einen Aufsatz über „Stochastische Texte“. Diese Texte wurden mit Hilfe der Großrechenanlage „ZUSE Z 22“ erstellt. Diese von Bense als „künstliche Poesie“ bezeichneten literarischen Texte wurden mit syntaktischen Regeln und mit einem festgelegten Wortvorrat maschinell erzeugt. 1967 erzeugten Manfred Krause und Götz Schaudt mit der Großrechenmaschine „ZUSE Z 23“ erstmals „Computerlyrik“, eine „Poesie aus dem Elektronenrechner“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein breites Publikum bot sich für diese Art der Literatur jedoch nicht.

5 Formen der Literatur im Internet

Die Literatur ist grob betrachtet ein Produkt aus Buchstaben. Internet, im Quellcode betrachtet, ist im Grunde genommen nichts anderes, nur dass die Buchstaben- und Zahlencodes für den Laien nichts als Buchstabensalat bedeutet. Für den Kenner könnte also das Internet an sich auch als weltumspannende Literaturform gelten. Indem das Internet Telegraph und Textspeicher zugleich ist, vereint es die Funktionen von Buch, Bibliothek und Salon. Aber nicht nur alte Medien, wie Bücher und Zeitungen, basieren auf dem geschriebenen Wort. Alle Texte, Bilder und Töne basieren auf numerischen Codes und schriftlichen Befehlen. So wird jede Bilddatei mit Textcodes übertragen und gespeichert. Deshalb ist auch nur herkömmlicher Text suchbar. Will man einen Text über einen Baum suchen und beansprucht die Hilfe einer Suchmaschine, so werden Naturgedichte oder Dokumentationen zur Papierherstellung angezeigt. Sucht man aber ein Bild, wo ein Baum abgebildet ist, oder ein Lied, indem er vorkommt, so erhält man, ohne künstliche Intelligenz, höchstens Grafiken oder Lieder, in dessen Dateiname das Wort Baum vorkommt.

Die Frage nach der Durchsetzungskraft dieser Literatur obliegt schließlich einzig und allein dem Konsumenten. Er entscheidet nach seinem subjektiven Empfinden nach Dichtung oder Zeichencodes. Hat man futuristische oder dadaistische Einflüsse, so kann einem ein Internetquelltext zu einem spannenderen Eindruck führen, als die normale Nutzeroberfläche auf dem Browser.

5.1 Definition und Einteilung

Die heutige Literatur im Internet lässt sich in zwei Kategorien unterteilen: Der „Literatur im Netz“ und der „Netzliteratur“.

Der Begriff „Literatur im Netz“ ist eine Beziehung an das Internet als Distributions- und Publikationsmedium. Gemeint ist damit alles, was im Internet veröffentlicht wird.

Das World Wide Web bietet jedem einzelnen die Möglichkeit Dokumente zu veröffentlichen - vorausgesetzt er besitzt einen Computer mit Internetanschluss. Jeder kann damit - im Gegensatz zum schwerfälligen und teuren Buchdruck - sein eigener Verleger sein. „Das WWW ist ein riesiges Publishingsystem, das aus unzähligen Mikroöffentlichkeiten besteht.“[11] Soziale Gemeinschaften dieser Öffentlichkeiten bilden Webringe, Newsgroups und Mailinglisten. Hier werden Text-, Bild- und Tondokumente publiziert, es besteht die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, es werden Kenntnisse, Fragen oder Erfahrungen ausgetauscht. Dies alles hat mit den bisherigen Instanzen des Buchdrucks wenig zu tun. Damit kommen zu den klassischen Massenmedien „neue diskursive Ebenen“[12].

Bei Literatur im Internet unterscheidet man im deutschsprachigen Raum zwischen jenen, die im Internet nur publizieren und jenen, die die technologischen Gegebenheiten nutzen. „Null“ hieß ein Netz-Schreibprojekt des Verlages DuMont. Im Laufe eines Jahres schrieben rund dreißig Autoren an diesem Projekt, darunter Georg M. Oswald und Helmut Krausser. Nur war 1999, dem Entstehungsjahr von „Null“, diese Idee nicht neu: Rainald Goetz hatte sein Projekt „Abfall für jeden“ genannt. Dieser Name spiegelt vor allem die Unsicherheit wieder, was mit dem neuen Medium geleistet werden kann. Goetz fütterte seine Homepage täglich mit Niederschriften des Vortages. Was als Experiment begann, wurde schnell zum Klassiker. Für seine Buchausgabe bekam er den Wilhelm - Raabe - Preis.

Was keine genaue Netzliteratur ist, kann problemlos gedruckt werden. Und so wurde das Buch „Null“ schließlich 2000 veröffentlicht. Mittlerweile ist das erste dieser Projekte vollständig aus dem Internet verschwunden.

Goetz hatte sich immer ein Art Forum gewünscht, in dem über Geschriebenes diskutiert werden konnte. Auch bei „Null“ war eine solche Art der Konversation nur in Ansätzen vorhanden. Schließlich sollten sich hier Texte mit hohem literarischem Anspruch versammeln.

Weitere solche Projekte waren zum Beispiel „Pool“ und in Österreich „Die Flut“. Bei „Pool“ wirkten 33 ausschließlich geladene Autoren mit. Andere Autoren hatten ausschließlich die Möglichkeit ihre Kommentare im Forum „Loop“ zu hinterlassen, konnten selbst aber keine Texte bei „Pool“ niederschreiben. Am „Pool“ wirkten unter anderem wieder Helmut Krausser und Georg M. Oswald mit. Der „Pool“ vereinte seine beiden Vorgängerprojekte. Es war „schnell, laut und kurzweilig“[13], deshalb existierte es auch nur bis 2001.

Anfangs hatten viele Texte einen zu großen Umfang, es hieß also „learning by doing“[14]. Die Suche nach der richtigen Form konnte aber auch schief gehen, denn literarisch unbrauchbares Material war nicht erwünscht.

Eine angemessene Form wurde schnell gefunden: nummerierte Abkürzungen in Text-Miniaturen hatten eine Geschwindigkeit ähnlich dem Seitenwechsel im Internet zur Folge.

Nach kurzer Zeit wurde das Schreiben und Lesen normal. Damit hatte „Pool“ seinen Reiz für viele verloren.

Aus „Pool“ entstand ein Buch, genannt „The Buch - Leben am Pool“. Es handelte sich hier jedoch um eine „planlose Aneinanderreihung von „Pool“ - Texten“[15]. Damit war „The Buch“ nichts weiter, als der Versuch die literarisch hochwertigen Texte in das Printmedium Buch zu überführen. Jedoch fehlten die direkten Anreden und die offen geführten Diskussionen. Was im Netz funktioniert, muss als Buch nicht zwangsläufig funktionieren. Bei „Pool“ und „The Buch“ sieht man das. Alle Beiträge sind ohne System zusammengepackt, man kann nicht von einem Abschluss nach zwei Jahren sprechen.

An „Pool“ und auch an „Null“ arbeiteten Autoren mit, die zum Teil mit dem Internet noch keine Erfahrungen gemacht hatten. Die Literatur im Netz konnte, trotz ihrer Kurzlebigkeit, viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Im Gegensatz zur Literatur im Netz steht die Netzliteratur, welche sich auf die künstlerischen Möglichkeiten des Internets bezieht. Dieser Gegensatz zwischen den beiden Literaturen bildete sich vor allem durch „Pool“ und „Null“. Diese waren auch die ersten Vertreter der digitalen Literatur.

Als Netzliteratur wird vor allem die deutschsprachige digitale Literatur bezeichnet. Gebildet hat sich diese Form der digitalen Literatur im Zusammenhang mit dem Literaturpreis „Pegasus“. „Pegasus“ existierte von 1996 bis 1998, veranstaltet durch Die Zeit, ARD, Radio Bremen und 1998 auch von IBM. Ab 1999 existierte der dem Preis „Pegasus“ ähnliche „Ettlinger Literaturwettbewerb“. Weitere Internet-Literaturpreise waren 2000 der in Linz verliehene „Marianne von Willemer-Preis“ und 2001 „Literatur.digital“ von t-online und dtv.

„Netzliteratur, das sind Werke einzelner Autoren ebenso wie kollaborative Schreibprojekte, sind digitale Maschinen, die Text automatisch generieren und permutieren, Netzliteratur sind digitale Spiele, ist Browserkunst.“[16] Viele denken über Netzliteratur sie könne nicht auf CD-ROM oder Diskette erscheinen. Sie denken die Netzliteratur wäre vom Internet abhängig. Dies ist aber nicht der Fall. Es gibt noch keine vorhandenen Normen für die Netzliteratur, es gibt auch noch keine offizielle Liste mit Werken. "Literatur als Text verschwindet also, Text als Kommunikationsform wird im Gegensatz dazu verstärkt. Soweit Kommunikation also ein inhärenter Teil künstlerischer Projekte ist, wird Text als ästhetisches Phänomen zentral, erhält also eher einen funktionalen als einen schönheitsgebundenen Charakter."[17] Die Bildschirmoberfläche des Computers verleitet zu sehr oberflächlichem Lesen. Mit dem Computer entstehen neue Erzählformen, die so leicht nicht als solche zu identifizieren sind.

5.2 Aufgaben

Das Erscheinungsbild von literarischen Texten gibt dem Internet drei Grundaufgaben:

Das Internet wird von verschiedenen Literaten als so genannter Distributionskanal genutzt. Vorwiegend soll Text schnell und möglichst weltweit vielen Lesern zugänglich sein. Aber auch andere Gründe fallen dem Veröffentlichungszweck zu. So kann der Text beispielsweise nicht auf Papier erscheinen, da dem Schriftsteller ein Verlag fehlt oder sich der Druck wirtschaftlich nicht lohnen würde.

Anderweitig kann Internetliteratur auch dem Entstehungsprozess zugeordnet werden. Texte können durch die vernetze Zusammenarbeit von Autoren entstehen. Dabei können sich auch Leser beteiligen, wenn dies öffentlich angeboten wird. Das Internet wird also als Schreibplattform genutzt.

Um auf wissenschaftliche Erkenntnisse oder neugewonnene Informationen und Erfahrungen zugreifen zu können, wird das Internet auch als weltweite Bibliothek bzw. literarische Datenbank genutzt. Die veröffentlichten Texte sollen mit Suchmaschinen recherchierbar sein.

Durch das Internet wird eine Vielzahl für die Veröffentlichung und Gestaltung von Literatur möglich und das einst nur starr gedruckte Medium Buch bekommt neue Formen und Freiheiten:

Für den Buchhandel eröffnet sich durch das Internet eine stärkere Präsenz beim Kunden, welcher sich rund um die Uhr über Werke informieren, wie durch abgegebene Rezensionen oder via Leseproben, und bestellen kann. Führende Internetbuchhandlungen sind www.amazon.de oder www.libri.de.

Andere Interessenten für neue aber auch vergriffene Bücher wenden sich an Bücherbörsen, wie www.bod.de (Books on Demand also Bücher auf Verlangen). Hier können aber auch Autoren noch ohne Verlag ihre Manuskripte gebührenpflichtig drucken lassen. Damit werden die traditionellen Verlags- und Vertriebsinstitutionen für Schriftsteller und Verbraucher umgangen, die nicht nur Kaufpreise bestimmen, sondern auch mögliche Erscheinungen filtern. Da auch Bücher angeboten werden, die nicht mehr verfügbar oder von zum Teil noch unbekannten Autoren auf dem Buchmarkt sind, übertrifft jenes Angebot alles Bisherige um ein Weites.

Seit 1971 wird mit dem Projekt Gutenberg das Ziel verfolgt komplette literarische Werke auf ASCII-Basis zu sammeln und online zur Verfügung zu stellen. Das Vorbild für die deutsche digitalisierte Bibliothek ist das amerikanische Projekt, das Gunter Hille ins Leben rief. Der erste auf diese Art digitalisierte Text ist die „Declaration of Independence“. Heute bietet diese Werksammlung Texte in deutscher Sprache von mehr als 1.000 Autoren zum Lesen und Downloaden an. Zusätzlich kann man auf www.gutenberg2000.de durch die Volltexte auch Zitate oder konkrete Informationen im Werk suchen.

Im Internet kann auch besser auf Benachteiligte eingegangen werden, die nun auch wieder Literatur konsumieren können. Texte können für Sehbehinderte durch Vergrößerung der Schrift (Bildschrimlupe) oder durch digitale Leseapparate erfassbar werden. Durch Seiten wie www.vorleser.net wird Literatur zum Hören angeboten. Hier gibt es Hörbücher im mp3-Format zum Download. Vor allem Werke, die nicht mehr unter das Urheberrecht fallen, wie von Kafka oder Goethe.

Eine neue Freiheit zu schreiben und anders zu schreiben entsteht: Hypertext löst das lineare Kompositionsprinzip ab, Bilder, Töne, Videosequenzen, Animation, kurz multimediale Elemente ergänzen die Texte im Internet. Beispiel hierfür wäre „Zeit für die Bombe“ von Susanne Berkenheger[18]. Die Hypertexte generieren auch ein anderes Lesen, denn der Leser bestimmt nun die Abfolge des Textes entscheidend mit. Ob dies das Lesen ruiniert, weil der Textfluss zerfasert wird, oder zum aktiven Verstehen befreit, darüber streiten sich die Geister.

Andere Seiten agieren als Leserplattform. www.literaturcafe.de ist dafür ein geeignetes Beispiel. Hier kann der Leser seine Literaturbeiträge zur Diskussion im Forum veröffentlichen. Aber auch Homepages zur Forderung der jungen Autoren bilden keine Ausnahme mehr. Auf www.literature.de werden umfangreiche Informationen zu Neuerscheinungen oder Buchrezensionen gegeben und Buchvorstellungen bzw. Leseproben ermöglicht. Darüber hinaus gibt es Links zu Literaturagenten oder Verlagadressen.

Es war schon vorher "schöne Literatur" oder "Textkunst". Digitale Literatur dagegen ist im Unterschied zu digitalisierter Literatur eine Form der Kunst, die es ausschließlich in digitaler Umgebung geben kann. Eine Kurzgeschichte mit Flashanimationen wie "Der Apfel" könnte in Buchform nicht kreiert werden.

Digitale Literatur ist also ein Genre, das die Möglichkeiten des Computers und des Internets so nutzt, dass Textkunst entsteht, die anders nicht denkbar wäre.

6 Sind elektronische Texte ein Ersatz für das Buch?

6.1 Lesen am Bildschirm

Bei vielen Menschen ruft eine Kombination von Lesen und einem technischen Medium Irritationen vor. Lesen wird meist als Lesen von Literatur gesehen. Die Literatur wird wiederum mit „schönen“ Büchern verbunden. So entsteht das Gefühl, dass Lesen und ein technisches Medium nicht zusammengehören. Der Akt des Lesens aber umfasst viel mehr als nur Literatur. Und Lesen am Bildschirm bedeutet nicht zwangsläufig nur Lesen von Literatur.

Wer liest am Bildschirm?

Mittlerweile ist bekannt, dass annähernd jeder zweite Computerbesitzer täglich, oder wenigstens mehrmals wöchentlich am Bildschirm liest. Verstärkt sind dies Jugendliche und junge Erwachsene unter 30 Jahren. Dieses Phänomen liegt wohl ihrer bereits veränderten Mediensozialisation zugrunde. Im höheren Alter nimmt die Zahl der am Bildschirm Lesenden ab, es ist nur noch jeder Dritte. Diese Differenz lässt sich auch bei Männern und Frauen nachweisen. Jeder zweite männliche Computerbesitzer liest häufig am Bildschirm, dagegen tut dies nur jede dritte Frau.

Man kann diese Aussagen auch auf die Bildung übertragen. Über die Hälfte der Computernutzer mit Abitur lesen häufig am Bildschirm, Nutzer mit Realschulabschluss tun dies zu einem drittel. Daraus lässt sich der typische Bildschirmleser ermitteln: er ist männlich, jünger und hat eine höhere Ausbildung durchlaufen.

Aussagen wie „Ja, ich lese am Bildschirm“ werden heutzutage meist mit einem „aber“ ergänzt, was die Frage nach Hindernissen beim Lesen am Bildschirm aufwirbelt.

Lesehindernisse

Bei der Frage nach Hindernissen beim Lesen werden meist die physischen Probleme angesprochen. Man muss sich umgewöhnen, was meist mit einer Anstrengung verbunden ist. Die Probleme mit dem Lesematerial, also mit den Texten, zurechtzukommen werden meist nicht so stark in den Vordergrund gesetzt. Das Sitzen vor einem Bildschirm wird mit der Zeit unbequem und die Augen ermüden meist bei längerem Betrachten des künstlichen Lichts eines Bildschirms. Hinzu kommt, dass der Bildschirm die am Buch geschätzten Qualitäten nicht zur Verfügung stellt. So erfolgt das Umblättern nicht mit dem Finger, sondern, wenn man überhaupt von „umblättern“ sprechen kann, mit Eingabehilfen wie Maus und Tastatur. Anmerkungen und Anstreichungen können nicht mehr in gewohnter Weise durchgeführt werden. Der Bildschirm ist in Bezug auf den Leseort eher unflexibel. Wenn man nicht gerade über einen Laptop verfügt, ist es unmöglich den Computer kurz entschlossen mit in den Garten zu nehmen. Für viele Menschen ist das Flimmern des Computerbildschirms ein zusätzlicher Nachteil, vor allem weil es schädlich für die Augen ist.

Als transportable Alternative ist das E-Book („elektronisches Buch“) vorgestellt worden. Doch auf die Dauer wird diese Art des Buches als kalt empfunden - es fehlt das Gefühl ein Buch in den Händen zu halten. Der sinnliche Aspekt, den das Lesen in einem Buch bewusst oder unbewusst übermittelt hat, geht verloren. Viele sind der Meinung, dass das Lesen in einem E-Book stillos wäre. Des Weiteren fehlen vielen Menschen die Einbandgestaltungen, das Gefühl des Papiers zwischen den Fingern.

Eine Alternative zum Lesen am Bildschirm ist das Ausdrucken der Texte. Meist wird diese Alternative auch genutzt. Ein Nachteil dieses Weges um digitale Literatur zu lesen, ist der Kostenpunkt für Papier und für Tinte. Bei kleineren Texten ist dies noch erschwinglich, werden die Texte jedoch größer, beginnt das Ausdrucken auch teuer zu werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lange Texte lassen sich so eher schlecht mit dem Computerbildschirm verbinden. Am Bildschirm fehlt einem der frei wählbare Leseort, der Leser hat für Textarbeit lieber einen Stift in der Hand, als die Tastatur. Geschätzt wird also eher die schnelle und effiziente Informationssuche am Bildschirm, intensivere und längere Lektüre wird abgelehnt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Literarische Texte, obwohl diese in großen Mengen vorhanden sind, werden nicht sehr häufig gelesen. Digitale literarische Texte auf Datenträgern wie CD-ROMs werden da schon häufiger gelesen. Hinzu kommt beim Lesen von Netzliteratur und Literatur im Netz der Kostenfaktor. Am Bildschirm wird das Lesen pro Minute abgerechnet. So kann ein Verweilen bei einer Textpassage oder nochmaliges Lesen eines Werkes sehr kostenintensiv werden.

Die informative Funktion des Internets wird von der Mehrheit gut aufgenommen. Der kommunikative Aspekt ist von vielen auch von großer Bedeutung. Am meisten als kommunikative Funktion des Internets wird die E-Mail genannt.

6.2 Vor- und Nachteile der elektronischen Texte gegenüber dem Buch

Wichtig bei der Betrachtung, ob elektronische Texte dem Buch den Rang ablaufen, ist die Untersuchung von Vor- und Nachteilen beider Medien.

Als wahrscheinlich komfortabelster Vorteil des Internets und der elektronischen Texte ist hier wohl die Funktion der Volltextsuche zu nennen. Im Internet besteht die Möglichkeit, Textpassagen oder einzelne Wörter zu suchen. Dies hilft vor allem wenn man eine bestimmte Textpassage wiederfinden möchte. Weiterhin ist diese Funktion von großer Bedeutung bei einer Recherche. Man kann so schnell zum Gewünschten finden ohne Zeit bei nicht relevanten Themen zu verschwenden. Diese Volltextsuche ist in Büchern natürlich nicht möglich, dadurch kann das Recherchieren in großen Büchern sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Ein weiterer Vorteil für die elektronischen Texte ist eine große Platzersparnis. Dies trifft vor allem auf die E-Books zu. Werden diese zum Beispiel auf einem PDA gespeichert, ist es leicht, hunderte von Büchern mit sich zu tragen. Bücher sind oft relativ groß und schwer, es ist selten möglich mehrere große Bücher mit sich zu tragen. Auf Geschäftsreisen hätten viele Menschen gern mehrere Bücher in ihrem Gepäck. Es ist ihnen aber nicht möglich, weil die Bücher zu groß für das Handgepäck sind oder der Platz schon anderweitig benutzt wird. Hier bietet sich ein E-Book besonders an.

Im Internet besteht die Möglichkeit, Bücher vor dem Kauf anzulesen. Bücher aus dem Laden sind zuweilen eingeschweißt. Man kann zwar den Einband bewundern und den Text auf ihm lesen, doch manchmal erfährt man genau an dieser Stelle nicht viel über das Buch. Hier kann man im Internet nachlesen, wie der Autor schreibt und ob einen das Buch inhaltlich anspricht.

Auch sehbehinderte Menschen haben von der digitalen Literatur Vorteile. Durch die bei Microsoft Windows integrierte Bildschirmlupe kann kleiner Text auf dem Bildschirm vergrößert werden. Der Text ist besser lesbar. Viele älterer Menschen schätzen dies und trauen sich dadurch auch eher an einen digitalen Text.

Dennoch haben elektronische Texte auch Schattenseiten, zumindest was den Vergleich mit dem Buch angeht.

Ein Buch besitzt man, man kann es berühren, man spürt den Materialwert des Papiers. Man hat einen gestalteten Einband vor sich. Genau dieses Erlebnis geht bei elektronischen Texten und dem Internet verloren. Man kann den Text eben nur auf einem Bildschirm lesen.

Einen weiteren Nachteil findet man bei der Untersuchung der Portabilität. Ein Buch kann man fast überall hin mitnehmen, ob in den Garten oder in den Zug. Man kann es auf dem Sofa oder im Flugzeug lesen. Diese Transportfähigkeit findet man bei Computern nur bedingt. Besitzt man nicht gerade einen Laptop, ist der Transport eher schlecht zu bewältigen. Zumindest ist dieser mit sehr viel mehr Aufwand verbunden. Man kann einen Personal Computer auch nicht überall betreiben. Ein Laptop bietet den Vorteil, dass man ihn überall mit hinnehmen kann. Leider ist der Betrieb auch mit Stromverbrauch verbunden. Früher oder Später geht bei diesem Gerät dann das Licht aus. Dann bleiben einem im Endeffekt nur noch die E-Books. Die Geräte zum Anzeigen dieser haben aber einen relativen hohen Kostenfaktor, sodass der Kauf eines Buches erschwinglicher ist.

Viele Menschen fassen gedruckte Texte als glaubwürdiger auf. Dies kommt wahrscheinlich daher, dass im Internet fast jeder seine Gedanken veröffentlichen kann. Demnach ist es auch fast jedermann möglich, im Internet unwahre Dinge zu verbreiten und diese als wahr dastehen zu lassen. Texte in einem Printmedium sind, so denken viele, von kompetenten Menschen geschrieben oder zumindest kontrolliert. Damit werden solche Texte für viele Menschen glaubwürdiger als Texte im Internet. Bei anderen elektronischen Texten trifft dies nur bedingt zu. In einem E-Book zum Beispiel stimmt dies nicht, da diese Texte meist nur digitale Abbilder der gedruckten Texte sind.

Weiterhin als Nachteil dem Buch gegenüber zu nennen, ist die Textverständlichkeit. Die meisten Menschen, die elektronische Texte lesen, verstehen diese Texte schlechter als gedruckte Texte. Wahrscheinlich liegt das am Bildschirmlesen. Durch die größere Anstrengung für die Augen, welche durch das Lesen sehr schnell müde werden, können einzelne Wörter verschwimmen. Der komplette Satzzusammenhang kann verloren gehen, man versteht unter Umständen den kompletten Abschnitt nicht.

Beim Lesen am Bildschirm entsteht ein gewisses Unbehagen. Wenn man vor einem Bildschirm sitzt, hat man die meiste Zeit eine schlechte Sitzhaltung. Das ist schlecht für Rücken und Wirbelsäule. Des Weiteren wird das Sitzen mit der Zeit ungemütlich. Mit einem Buch kann man sich dann aufs Sofa zurückziehen und eine gemütlichere Sitzhaltung einnehmen. Außerdem werden die Augen beim Bildschirmlesen zu sehr beansprucht, das Sehvermögen kann nachlassen.

Als Hilfe, die Texte nicht auf dem Bildschirm lesen zu müssen, wäre das Ausdrucken dieser zu nennen. Bei kleineren Texten ist das auch eine sehr gute Möglichkeit, erschwinglich die Druckkosten betreffend und ähnlich wie das Buch. Doch was im ersten Moment wie ein Vorteil aussieht, ändert sich rasch, wenn es ans Ausdrucken von größeren Texten oder gar von ganzen Büchern geht. Wer ein fünfhundert Seiten langes Buch ausdrucken will, sollte sich darauf einstellen, viel Tinte parat zu haben. Für diese Menge an Seiten wird natürlich einiges an Tinte benötigt. Die Kosten dafür können schnell die Kosten für das gekaufte Buch übersteigen. Es bietet sich noch die Möglichkeit, die Bücher mit einer kleineren Schriftgröße auszudrucken. Dies spart zwar Tinte, ist aber nur schwer zu lesen, wie die Abbildung aufzeigt, und es schadet wiederum den Augen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für geübte Internetnutzer bietet sich die Möglichkeit, E-Books von Büchern kostenlos, aber illegal, aus dem Internet herunter zu laden. Viele Bücher von populären Autoren sind dafür ein gutes Beispiel. E-Books von Büchern in englischer Sprache sind oft schon zwei Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart der englischen Ausgabe im Internet auffindbar. Die deutschen Versionen dieser Bücher können in manchen Fällen bereits drei Wochen vor dem deutschen Verkaufsstart auf einigen Internetseiten herunter geladen werden. Diese Möglichkeit der illegalen Beschaffung von Büchern schadet natürlich der Bücherindustrie und auch den Autoren. Glücklicherweise ist diese Art des Raubkopierens noch nicht so ausgeprägt wie das Kopieren von Kinofilmen, Musik und Software. Dieser Fakt ist ein weiterer Punkt der einen Nachteil des Internets aufweist. Jene, die Bücher aus dem Internet illegal herunterladen, sind hier natürlich anderer Meinung. Für sie ist das ein großer Vorteil. Sie sparen viel Geld, weil sie sich die Bücher nicht kaufen müssen.

Internetnutzer, die digitale Texte direkt im Internet lesen, geben meist zu, dass sie nicht merken, wie die Zeit vergeht. Dadurch wird die Telefonrechnung zum Teil extrem in die Höhe gerieben. Auch wenn die Internetkosten pro Minute heutzutage nicht so hoch sind, ist die Nutzung des Internets für längere Zeit eine teure Angelegenheit. Das zeigt einen weiteren Nachteil auf, denn ein Buch, einmal gekauft, kann zum einen immer wieder gelesen werden und zum anderen muss man sich nicht ins Internet einwählen, um es zu lesen.

Will man herkömmliche Dichtung ins Internet stellen oder einfach nur abrufen, ist dies problematischer als ein Buch zu schreiben bzw. zu kaufen. Für das Internet benötigt man zuerst einen Zugang, der zu einem Unkostenbeitrag von Internetprovidern gern bereitgestellt wird. Natürlich ist ein Computer mit zugehöriger und leistungsfähiger Hard- und Software, wenn man schnell surfen und eine gute Darstellung haben möchte, von Nöten. Trotzdem sind stockende Netzverbindungen oder Programmabstürze nicht vermeidbar. Nicht vergessen darf man auch den teuren Speicherplatz auf den bereitgestellten Servern für Anbieter und die monatliche Telefonkostenabrechnung. Der noch hinzukommende Gerätelärm schafft mit den anderen Einflüssen eine feindliche Umgebung für ein konzentriertes Lesen schwieriger Texte. Außerdem verdient nicht der Autor das Geld vom Leser, sondern eher die Anbieter- und Bereitstellerfirmen, obwohl es nach außen kostenlos scheint.

7 Resümee

Der Mensch empfindet das Lesen am Bildschirm und das Lesen von elektronischen Texten komplett anders, als das Lesen eines Textes auf Papier. In Bezug auf Informationen, vertraut der Mensch eher der Zeitung als dem Internet. In bestimmten Situationen ist ein digitaler Text dem gedruckten weit voraus, dennoch ist es nicht absehbar, dass der Bildschirm Zeitungen oder Bücher verdrängen wird. Vielmehr müssen Computer und Internet als neue und ergänzende Medien gesehen werden. Es gelten völlig neue Regeln, die Übertragung von Gedrucktem auf den Bildschirm funktioniert in wenigen Fällen. Texte im Internet, zumal Dichtungen, müssen gegenüber dem Buchdruck also einen Mehrwert bieten, um diese Handicaps auszugleichen. Ohne einen solchen Mehrwert gäbe es keinen einleuchtenden Grund, einen Text im Internet statt auf Papier zu veröffentlichen. Dennoch kann es sein, dass sich der Mensch langsam an den Bildschirm als Papier-Ersatz gewöhnt und somit eine gravierende Veränderung in seinem Leben zulässt. Vielleicht erwartet uns irgendwann eine Zukunft, in der Bücher nicht mehr in Bibliotheken, sondern in Museen zu finden sind. Es ist zumindest fraglich, ob wir dies noch miterleben.

Die Internetliteratur läuft noch in Kinderschuhen. Trotz erheblicher Startschwierigkeiten, erreichten vor allem Medien wie Rundfunk, Film und Fernsehen ihren Status in der heutigen Medienwelt. Ihre Bedeutung in Informationsübermittlung, Unterhaltung, aber auch im Bildungsbereich ist nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken. Selbst das Internet hat diesen Status schon erreicht. Für den literarischen Teil des Internets könnte eine ähnliche Entwicklung stattfinden. Jedoch wird in näherer Zukunft kein Medium durch das Internet ersetzt werden können. Viel mehr wird es als Ergänzung fungieren und somit den künstlerischen Gestaltungshorizont erweitern. Im Internet entsteht neuartige Literatur, die die herkömmliche Literaturtheorie durch ihre ungewohnten Möglichkeiten vor eine neue Herausforderung stellt.

8 Sachwortverzeichnis

erstellt auf der Grundlage der freien Enzyklopädie WikipediaArchie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [19]

9 Quellenachweis

Textquellen:

- http://www.geschichte-des-internet.com/
- http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/faecher/deutsch/medien/ folge_1/
- www.netlit.de/literatur/theorie/theorie.php3?id=1 ff
- www1.uni-hamburg.de/DigiLit/boehler/netz_beschreiben.html
- http://www.medienobservationen.uni-muenchen.de/artikel/literatur/Literat.html
- http://computerphilologie.uni-muenchen.de/jg02/boesken.html
- www.websprache.uni-hannover.de/workshop/downloads/suter/suter.htm
- http://de.wikipedia.org/wiki

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Zitiert nach: http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/faecher/deutsch/medien/folge_1/

[2] © http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/faecher/deutsch/medien/folge_1/literatur.shtml

[3] Zitiert nach: http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/faecher/deutsch/medien/folge_1/ fakten.shtml

[4] Zitiert nach: http://www.sinn-haft.at/nr_12/nr12_prinz.html

[5] Zitiert nach „Fernstudium Kommunikationswissenschaft 1“ Hrsg.: Modellversuch Journalisten-Weiterbildung FU Berlin. 2 Bde. München 1984 S.119

[6] Zitiert nach: http://computerphilologie.uni-muenchen.de/jg02/boesken.html

[7] Ebd.

[8] Zitiert nach: http://computerphilologie.uni-muenchen.de/jg02/boesken.html

[9] Zitiert nach Lissitzky, El: Topographie der Typographie. In: El Lissitzky Maler Architekt Typograf Fotograf. Dresden: VEB Verlag der Kunst, 1976 (1923), S. 360

[10] Ebd.

[11] Zitiert nach www1.uni-hamburg.de/DigiLit/boehler/netz_beschreiben.html

[12] Ebd.

[13] Zitiert nach http://www.morgenwelt.de/kultur/010813-ampool.htm

[14] Ebd.

[15] Ebd.

[16] Zitiert nach www1.uni-hamburg.de/DigiLit/boehler/netz_beschreiben.html

[17] Ebd.

[18] Text: http://ourworld.compuserve.com/homepages/berkenheger/index.htm

[19] Quelle: http://www.at-mix.de/nsfnet.htm

Details

Seiten
30
Jahr
2006
Dateigröße
800 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110096
Note
14
Schlagworte
Literatur Internet

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