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Das Kommunikationsnetzwerk der deutschen Entwicklungszusammenarbeit - eine Netzwerkanalyse der kommunikativen Beziehungen deutscher EZ-Organisationen

Magisterarbeit 2002 172 Seiten

Soziologie - Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhangsverzeichnis

0 Einleitung

1 Die deutschen Entwicklungshilfeorganisationen
1.1 Staatliche EZ-Organisationen
1.1.1 Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
1.1.2 Durchführende staatliche Organisationen
1.2 NROs der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit als System von Organisationen
2.2 Horizontales Lernen durch Kommunikation
2.3 Kommunikation als Mittel des Informationsaustauschs zwischen Organisationen
2.4 Theoretische Erklärungsmodelle für kommunikative Beziehungen
2.4.1 Kommunikationsbeziehungen als Ausdruck von Macht und Einfluss
2.4.2 Kommunikationsbeziehungen aufgrund von Zielübereinstimmung
2.4.3 Strukturelle Zwänge als Entscheidungslimiter für die Wahl des Kommunikationspartners
2.5 Zentrale Fragestellung und hypothetische Annahmen

3 Methodisches Verfahren
3.1 Die Operationalisierung der zentralen Fragestellungen
3.1.1 Information bzw. Informationsaustausch
3.1.2 Relevanz der horizontalen Lernfunktion
3.1.3 Bereitstellung von Informationen via Internet
3.1.4 Weitergabe schriftlicher Informationen
3.1.5 Empfangen schriftlicher Information
3.1.6 Erhalt von Informationen via Internet
3.1.7 Institutionalisierungsgrad der Organisation bezüglich der Generierung und Verbreitung von Evaluationen
3.2 Die Stichprobe
3.3 Verlauf der Untersuchung

4 Ergebnisse der Untersuchung
4.1 Die Relevanz der horizontalen Lernfunktion
4.2 Das Informationsangebot der deutschen EZ-Organisationen im Internet
4.2.1 Die Angaben der Organisationen
4.2.2 Die Internetrecherche
4.2.3 Unterschied zwischen den Angaben der Organisationen und der Dokumentenanalyse
4.3 Der Versand schriftlicher Informationen – Welche Organisationen erhalten die größte Menge an schriftlichen Informationen von den anderen EZ-Organisationen
4.4 Das Sender-Empfänger-Netzwerk deutscher EZ-Organisationen
4.4.1 Die Netzwerkdichte
4.4.2 Zentralität von Akteuren
4.4.3 Prestige von Akteuren
4.4.4 Cutpoint-Positionen
4.4.5 Cliquen
4.4.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle
4.4.7 Zentralisierung des Netzwerks
4.4.8 Die Struktur des Sender-Empfänger-Netzwerks
4.5 Das Empfänger-Sender-Netzwerk deutscher EZ-Organisationen
4.5.1 Die Netzwerkdichte
4.5.2 Zentralität von Akteuren
4.5.3 Das Prestige von Akteuren
4.5.4 Cutpoint-Positionen
4.5.5 Cliquen
4.5.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle
4.5.7 Zentralisierung des Netzwerks
4.5.8 Die Struktur des Empfänger-Sender-Netzwerks
4.6 Bestätigtes Senden – Das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen
4.6.1 Die Netzwerkdichte
4.6.2 Zentralität von Akteuren
4.6.3 Prestige von Akteuren
4.6.4 Cutpoint-Positionen
4.6.5 Cliquen
4.6.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle
4.6.7 Zentralisierung des Netzwerks
4.6.8 Die Struktur des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen
4.7 Die Nutzung des Internets zur Informationsgewinnung – ein User-Server-Modell
4.8 Der Institutionalisierungsgrad der Organisationen bezüglich der Generierung und Verbreitung ihrer Informationen.

5 Diskussion und Ausblick

Literatur

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Elemente im Kommunikationsprozess

Abbildung 2: Das Verfahren der Stichprobenziehung

Abbildung 3: Bewertungen der Relevanz der verschiedenen Zielgruppen anhand des Mittelwertes für die verschiedenen Organisationsarten

Abbildung 4: Clusteranalyse zur Bereitschaft der Informationsverbreitung im Internet

Abbildung 5: Bereitstellung von Informationen im Internet insgesamt

Abbildung 6: Art der im Internet zur Verfügung gestellten Daten nach Organisationstyp (Mittelwerte)

Abbildung 7: Internetangebot ‚Jahresberichte‘ der verschiedenen Organisationen

Abbildung 8: Internetangebot ‚Projektberichte‘ der verschiedenen Organisationen

Abbildung 9: Internetangebot ‚Sonstige Studien zu entwicklungspolitischen Themen‘ der verschiedenen Organisationen

Abbildung 10: Bereitschaft, der Organisationen Informationen im Internet zur Verfügung zu stellen

Abbildung 11: Netzwerkzentraliserungsmaße des Sender-Empfänger-Netzwerks

Abbildung 12: Modell des Sender-Empfänger-Netzwerks

Abbildung 13: Netzwerkzentraliserungsmaße des Empfänger-Sender-Netzwerks

Abbildung 14: Netzwerkzentraliserungsmaße des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen

Abbildung 15: Modell des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen

Abbildung 16: Internetnutzung verschiedener Organisationstypen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zuwendungen des Bundes an NROs von 1962 bis 1994 in Mio. DM

Tabelle 2: Stichprobe nach Organisationstyp (alphabetisch geordnet)

Tabelle 3: Rücklaufquote des Fragebogens

Tabelle 4: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsanteil im Internet bezüglich ihrer gesamten Informationsmenge

Tabelle 5: Kreuztabelle: Organisationsart und deren Angabe über das Senden von Informationen an andere EZ-Organisationen

Tabelle 6: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der größten Informationsmenge

Tabelle 7: Kommunikationsdichten ‚Sender – Empfänger‘ des Kommunikations­netzwerks deutscher EZ-Organisationen

Tabelle 8: Kommunikationsdichten ‚Sender – Empfänger‘ des Kommunikations­netzwerks deutscher EZ-Organisationen (Katholische und evangelische EZ-Organisationen)

Tabelle 9: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Sender-Empfänger-Netzwerks

Tabelle 10: Kommunikationsdichten ‚Empfänger – Sender‘ des Kommunikations­netzwerks deutscher EZ-Organisationen (Katholische und evangelische EZ-Organisationen)

Tabelle 11: Kommunikationsdichten ‚Empfänger – Sender‘ des Kommunikations­netzwerks deutscher EZ-Organisationen

Tabelle 12: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Empfänger-Sender-Netzwerks

Tabelle 13: Kommunikationsdichten des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen (Katholische und evangelische EZ-Organisationen)

Tabelle 14: Kommunikationsdichten des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen

Tabelle 15: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Kommunikations­netzwerks deutscher EZ-Organisationen

Tabelle 16: Kommunikationsdichten des User-Server-Modells

Tabelle 17: Besuchte Internetseiten und Nutzung des Internetangebots der Organisationen

Tabelle 18: Kreuztabelle: Organisationen und deren Zuständigkeitsbereich für die Informationsverbreitung

Anhangsverzeichnis

Anhang 1: Anschreiben und Fragebogen
Abbildung 1.1: Das Anschreiben
Abbildung 1.2: Der Fragebogen

Anhang 2: Berechnung von Unterschieden und Ähnlichkeiten zwischen den Organisationsarten in der Beurteilung der Relevanz der Zielgruppen
Tabelle 2.1: U-Test: Unterschied Staatliche Organisationen – Sonstige NROs
Abbildung 2.1: Clusteranalyse zur Identifikation von Organisationen mit ähnlichen Beurteilungen hinsichtlich der Relevanz ihrer Informationen für die vorgegebenen Zielgruppen

Anhang 3: Schaubilder und Tabellen über die Nutzung des Internets zur Informationsverbreitung
Tabelle 3.1: Kreuztabelle: Bereitstellung von Informationen im Internet durch die verschiedenen Organisationsarten
Abbildung 3.1: Angebot der Informationsart „Statistiken und Zahlen“ durch die ver­schiedenen Organisationen im Internet nach Benutzerfreundlichkeit
Abbildung. 3.2: Angebot der Informationsart „Länderevaluation im Bereich eines Sektors“ durch die verschiedenen Organisationen im Internet nach Benutzerfreundlichkeit
Abbildung 3.3: Angebot der Informationsart „Länderevaluation (Zusammenfas­sung)“ durch die verschiedenen Organisationen im Internet nach Benutzerfreundlichkeit
Abbildung 3.4: Angebot der Informationsart „Hand- und Fachbücher“ im Internet durch die verschiedenen Organisationen im Internet nach Benutzer­freundlichkeit
Tabelle 3.2: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu politische Stiftungen hinsichtlich des Internetangebots von „Statistiken und Zahlen“
Tabelle 3.3: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu sonstige NROs hinsichtlich des Internetangebots von „Jahresbericht“
Tabelle 3.4: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu sonstige NROs hinsichtlich des Internetangebots von „Statistiken und Zahlen“
Tabelle 3.5: U-Test: Unterschied von staatlichen zu kirchlichen Organisationen hinsichtlich des Internetangebots von „Länderevaluationen im Sektorbereich (Zusammenfassung)“
Tabelle 3.6: U-Test: Unterschied von politischen Stiftungen zu kirchlichen Organisationen hinsichtlich des Internetangebots von „Länder­evaluationen im Sektorbereich (Zusammenfassung)“
Tabelle 3.7: U-Test: Unterschied von sonstigen NROs zu kirchlichen Organisationen hinsichtlich des Internetangebots von „Länder­evaluationen im Sektorbereich (Zusammenfassung)“
Tabelle 3.8: Varianzanalyse zur Überprüfung des Einflusses der Variablen Organisationsart auf das Internetangebot der verschiedenen Informationsarten

Anhang 4: Tabellen über das Verhalten der Organisationen beim Senden von Informationen
Tabelle 4.1: Kreuztabelle: Angaben der Organisationen, wieviel % ihrer Gesamt­information sie weitergeben
Tabelle 4.2: U-Test: Unterschied politische Stiftungen - staatliche Organisationen hinsichtlich ihrer Angaben über den Anteil der Gesamtinformation, den sie weitergeben
Tabelle 4.3: U-Test: Unterschied staatliche Organisationen – kirchliche Organisa­tionen hinsichtlich ihrem Antwortverhalten, welche Organisationen die meisten Informationen erhalten
Tabelle 4.4: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der zweitgrößten Informationsmenge
Tabelle 4.5: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der drittgrößten Informationsmenge
Tabelle 4.6: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der viertgrößten Informationsmenge
Tabelle 4.7: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der fünftgrößten Informationsmenge
Tabelle 4.8: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der sechstgrößten Informationsmenge

Anhang 5: Schaubilder und Tabellen über das Sender-Empfänger-Netzwerk der deutschen EZ-Organisationen
Abbildung 5.1 Komponenten des Sender-Empfänger-Netzwerks (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern)
Tabelle 5.1: Prestigemaße des Sender-Empfänger-Netzwerks
Abbildung 5.2: Cutpoinpositionen im Sender-Empfänger-Netzwerk
Abbildung 5.3: 2-Clans des Sender-Empfänger-Netzwerks
Abbildung 5.4: k-Plexe des Sender-Empfänger-Netzwerks
Abbildung 5.5: k-Core des Sender-Empfänger-Netzwerks
Abbildung 5.6: Strukturell äquivalente Positionen des Sender-Empfänger-Netzwerks nach der CONCOR-Methode
Abbildung 5.7: Strukturell äquivalente Positionen des Sender-Empfänger-Netzwerks nach der Burt-Methode

Anhang 6: Schaubilder und Tabellen über das Empfänger-Sender-Netzwerk der deutschen EZ-Organisationen
Abbildung 6.1: Komponentenanalyse des Empfänger-Sender-Netzwerks (Kompo­nenten mit einem oder mehr Mitgliedern)
Tabelle 6.1: Prestigemaße des Empfänger-Sender-Netzwerks
Abbildung 6.2: Cutpoinakteure im Empfänger-Sender-Netzwerk
Abbildung 6.3: k-Plexe des Empfänger-Sender-Netzwerks
Abbildung 6.4: k-core des Empfänger-Sender-Netzwerks
Abbildung 6.5: Strukturell äquivalente Positionen des Empfänger-Sender-Netzwerks nach der CONCOR-Methode
Abbildung 6.6: Strukturell äquivalente Positionen des Empfänger-Sender-Netzwerks nach der Burt- Methode

Anhang 7: Schaubilder und Tabellen über das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen
Abbildung 7.1: Komponentenanalyse des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern)
Tabelle 7.1: Prestigemaße der einzelnen Netzwerkakteure des Kommunikations­netzwerks deutscher EZ-Organisationen
Abbildung 7.2: Cutpoinakteure im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organi­sationen
Abbildung 7.3: k-plexe des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organi­sationen
Abbildung 7.4: k-cores des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organi­sationen
Abbildung 7.5: Strukturell äquivalente Positionen des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen nach der CONCOR-Methode
Abbildung 7.6: Strukturell äquivalente Positionen des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen nach der Burt-Methode

Anhang 8: Schaubilder über die Nutzung des Internets zur Informationsgewinnung durch die Organisationen
Abbildung 8.1: Einzelkomponentenanalyse des User-Server-Modells (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern)
Abbildung 8.2: Cutpointakteure des User-Server-Modells

Anhang 9: Tabelle zum Institutionalisierungsgrad der Organisationen bezüglich der Generierung und Verbreitung ihrer Informationen
Tabelle 9.1: Kreuztabelle: Angaben der Organisationen über den Besitz einer eigenen Evaluationsabteilung bzw. eigenem Evaluationspersonal

0 Einleitung

‚Wir leben in einem Informationszeitalter‘ – diese Aussage gehört wohl zu den wenigen un­umstösslichen Tatsachen der heutigen Zeit. Es besteht sowohl ein riesiges Informa­tions­angebot, als auch eine dazugehörige Nachfrage, z.B. um in der Wirtschafts­welt konkurrenz­fähig zu bleiben. Dies gilt für Menschen – aber auch für Organisa­tionen. Denn gerade Organisationen sind mithilfe von Informationen im Stande zu lernen und sich weiterzu­ent­wickeln, um dadurch ihre Effizienz zu steigern. Daher sind Organisationen also ständig be­müht, den eigenen In­formationsfluß zu optimieren um hinzu zu lernen, was nicht nur Organisationen aus dem Bereich der Wirtschaft auszeichnet, sondern auch Non-Profit-Organisationen. Demzufolge wurde auch im Bereich der Entwicklungs­zusammen­arbeit (EZ) erkannt, dass organisationales Lernen unumgänglich ist. Zu diesem Zweck werden heute gerade Evaluationen von der Mehrzahl der Entwicklungshilfe­organisationen als Chance gesehen, Fehler zu entdecken, daraus zu lernen und sich entsprechend dadurch zu verbessern. Denn Evaluationen besitzen – auch im Bereich der Entwicklungs­zusammenarbeit – neben Erkenntnis-, Kontroll-, Dialog,- und Legitimitäts­funktion vor allem auch eine Lernfunktion, welche natürlich eng mit der Dialogfunktion verbunden ist (vgl. STOCKMANN, 2000: 5ff). Kennzeichnend für eine Evaluation ist nämlich, dass sie „one of the feedback mechanisms capable of stimulating (...) learning“ ist (LEEUW u.a., 2000: 4). So hält auch die Deutsche Gesellschaft für Evaluation e.V. in ihren ‚Standards für Evaluation‘ fest, dass gerade „Lern- und Reflexionsprozesse Zwecksetzungen [sind,] die Evaluation verfolgen soll.“ (DeGEval, 2002: 15) Ebenfalls eine im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vom Hamburger Weltwirt­schaftsarchiv (HWWA) durchgeführte Studie zum Thema ‚Reform der Erfolgskontrolle in der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit‘ verzeichnet, dass „Evaluation[en] als Quelle individuellen und institu­tionellen Lernens“ (BORRMANN u.a. 2001: 19) von den EZ-Organisationen verstanden werden. Weiterhin wird vermerkt, dass „durch die bereits realisierten und geplanten Verbesserungen der Erfolgs­kontrollsysteme [wozu Evaluationen gehören] (...) sich die Voraussetzungen für evaluierungsbasierte Lernprozesse verbessern“ dürften (BORRMANN u.a. 2001: 19). Dies gilt zumindest für interne Lernprozesse, was bedeutet: Organisationen wissen um die Bedeutung, welche Informationen aus Evaluationen für sie selbst haben. Zudem kennen sie die daraus resultierende Möglichkeit zu lernen, um ihre eigene Effizienz zu erhöhen.

Darüber hinaus zeigt diese HWWA-Studie auch, dass der horizontale Austausch von Information, d.h. die Transferierung von Information zwischen den Organisationen und somit das horizontale Lernen – das ‚Voneinander Lernen‘ der Organisationen unter­einander durch horizontalen Austausch von Informationen – noch als defizitär betrachtet wird (vgl. BORRMANN u.a. 2001: 22f). Zwar konnte durch die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Evaluation e.V. (DeGEval) im Jahre 1997 ein Forum geschaffen werden, welches Wissenschaft und Praxis zusammenführt und somit eine Plattform für horizontales Lernen bildet, dennoch fehlt es an der „Institu­tionalisierung und Intensität des horizontalen Austausches“ (BORRMANN u.a. 2001: 23). Es kann also festgestellt werden, dass in der deutschen EZ durchaus die Nachfrage nach größerem Informationsaustausch zum Zweck des horizontalen organisationalen Lernens besteht als bisher stattfindet. Das bedeutet aber ebenfalls, dass es bereits kommunikative Wege zwischen den EZ-Organisationen gibt, auf denen Informationen ausgetauscht werden. Es existiert also eine Art kommunikative Struktur oder ein Netzwerk kommunikativer Beziehungen zwischen den deutschen EZ-Organisationen, innerhalb dessen Informationen ausgetauscht werden. Dieser Informa­tionsaustausch wird zur Zeit, wie bereits gesagt, als defizitär ‚empfunden‘. Jedoch ist es schwer, Verbesserungen an diesem Informationsaustausch vorzunehmen, ohne dessen genaue Problematik zu kennen, denn bisher gibt es keinerlei Informa­tionen darüber, wie der Informationsaustausch zwischen den deutschen EZ-Organisatio­nen an sich geregelt ist und wie das Netzwerk des Informationsaustauschs aussieht.

Die vorliegende Arbeit nimmt dieses Defizit zum Anlass, erstmals detailliert die Gestalt des Kommunikationsnetzwerkes der deutschen EZ-Organisationen deskriptiv zu erfassen, d.h. zu beschreiben, wie sich der horizontale Informationsaustausch zwischen den deutschen EZ-Organisationen gestaltet. Schließlich kann aus der ermittelten Kommunika­tionsstruktur die Möglichkeiten des horizontalen organisationalen Lernens der deutschen EZ-Organisationen herausgestellt werden.

Zur Gliederung der Arbeit:

In einem ersten Teil (Kapitel 1) wird der Unter­suchungs­gegen­stand – die deutschen Orga­nisa­tionen der Entwicklungszusammenarbeit – beschrieben. In diesem Punkt werden insbesondere die vier Organisationsarten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit her­vorgehoben, welche auch später für die Stichprobe der Untersuchung relevant sind: Staat­liche Organisa­tionen, politische Stiftungen, kirchliche Organisationen und sonstige Nicht­regierungs­organi­sa­tionen (NROs). Anschließend wird in einem zweiten Teil (Kapitel 2) das theoretische Konstrukt der Arbeit vorgestellt: Aus der Organisationssoziologie heraus wird ein Weg aufgezeigt, die Vielzahl der unterschied­lichen Organisationen als ein Gebilde zusammenzufassen, und jede einzelne Organisation als ein Element dieses Gesamtkomplexes darzustellen (Kapitel 2.1). Hierbei sind aber nicht die Elemente selbst, sondern ihre Beziehungen – oder genauer ihr horizontaler Informations­austausch, ihre Kommunikation – untereinander von Interesse. Schließlich stellt diese Kommunikation die Grundlage für gegenseitiges organisationales Lernen dar und wird somit zum zentralen Thema dieser Arbeit. Im folgenden Abschnitt (Kapitel 2.2) wird der Begriff des horizontalen organisa­tionalen Lernens näher erläutert. Dies erfolgt nur, wenn das Wissen der einzelnen Organisationen zwischen den Orga­nisationen ausgetauscht wird, so dass sich jede Organisation das Wissen der anderen Organisation aneignen kann und dadurch im Stande ist, zu lernen. Hierfür wird anschließend (Kapitel 2.3) der Begriff der Kommunikation näher beleuchtet. Erstens wird die Funktionsweise von Kommunikation an sich aufgezeigt, damit der Prozess, welcher bei der Kommunikation abläuft, verständlich wird. Zweitens sind die Besonderheiten der Kommunikation von Organisationen untereinander von Interesse, um deren charakteristische Abläufe in Ab­grenzung zum allgemeinen Kommunikationsprozess hervorzuheben. Drittens werden die verschiedenen erdenklichen Entwicklungsstufen der Kommunikation, in denen der Infor­mationsaustausch zwischen den Organisationen stattfindet, vorgestellt, da diese Aufschluss über den möglichen Institutionalisierungsgrad von horizontalem Informationsaustausch geben. Nachfolgend (Kapitel 2.4) werden mit Macht und Einfluss, Zielübereinstimmung und strukturellen Zwängen im System Gründe für ein Zustandekommen von Kommu­nikation zwischen Organisationen geschildert. Abschließend (Kapitel 2.5) wird ausgehend von der Tatsache, dass es sich um einen noch unerforschten Forschungsbereich handelt, dem sich diese Arbeit widmet, zum einen aufgezeigt, nach welchen Kriterien das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen deskriptiv erfasst werden soll. Die Methode, die dafür genutzt wird, ist die Netzwerkanalyse. Zum anderen werden zusätzlich hypothetische Annahmen über die Gestalt des Kommunikations­netzwerks formuliert, welche aus den Theorien der Kommunikationsforschung abgeleitet werden.

Im dritten Teil der Arbeit (Kapitel 3) werden die methodischen Probleme dieser Unter­suchung umfassend erörtert und dazugehörige Lösungsansätze vorgestellt. Um das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen vollständig beschreiben und die Hypothesen dieser Arbeit prüfen zu können, war es notwendig einen stand­ardisierten Fragebogen mit teilweise offenen Antwortkategorien zu entwickeln, dessen Operationalisierung als erstes geschildert wird. Um den Fragebogen verschicken zu können, musste zunächst geklärt werden, welche Organisationen der Entwicklungs­zusammenarbeit den Fragebogen erhalten. Da eine Voll­erhebung sowie eine probabi­listische Stichprobe für diese Arbeit nicht angemessen und nicht sinnvoll war, wurde in einem zweiten Schritt des Methodenteils ein mehrstufiges Auswahlverfahren entwickelt, dessen Ergebnis eine disproportional geschichtete Stichprobe mit 37 EZ-Organisationen darstellte, welche die Grundgesamtheit angemessen repräsentierten. Nach dem Verfahren der Stich­proben­ziehung wird schließlich noch der Verlauf der Untersuchung sowie der Rücklauf des Fragebogens geschildert.

Im empirischen Teil (Kapitel 4) erfolgt dann ausgehend von den Daten aus der eigenen Erhebung und einer Dokumentenanalyse eine detaillierte Beschreibung des Kommunika­tionsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen, sowie eine Überprüfung sämtlicher dazu vorgestellter Hypothesen.

Kapitel 5 beinhaltet letzten Endes die Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse, sowie eine daraus resultierende Diskussion und Beurteilung der Resultate. Eine Erörterung der Ergebnisse für eine mögliche weiterführende Untersuchung bilden den Schluss der Arbeit.

1 Die deutschen Entwicklungshilfeorganisationen

Um einen Einblick in den Untersuchungsgegenstand deutsche Entwicklungshilfeorganisa­tionen zu erhalten, werden diese nun im folgenden kurz skizziert. Dabei werden allerdings nicht alle Organisationstypen bzw. alle Organisationen innerhalb der verschiedenen Organisationstypen erläutert, sondern nur diejenigen, welche für die spätere Stichprobe (s. dazu Kapitel 3.2) relevant sind. Weiterhin werden die Organisationen nicht detailliert beschrieben, da das Ziel der Arbeit nicht in der Beschreibung der Funktions­weise der Organisationen, sondern in der Beschreibung der kommunikativen Beziehungen der Organisationen untereinander liegt. Die hier untersuchten deutschen Entwicklungs­hilfeorganisationen werden unterteilt in staat­liche und nichtstaatliche Orga­nisationen (NROs).

An der Spitze der staatlichen EZ-Organisationen steht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ führt selbst jedoch keine Projekte durch - dafür gibt es im staatlichen EZ-Bereich Organisationen, die im Auftrag des BMZ eigens für die Durchführung dieser Projekte zuständig sind. Die wichtigsten durchführenden staatlichen EZ-Organisationen sowie das BMZ werden an dieser Stelle vorgestellt. Auch die nichtstaatlichen Organisationen lassen sich weiter unterteilen, und zwar in politische Stiftungen, kirchliche EZ-Organisationen und sonstige NROs. Auch diese drei Organisationstypen werden kurz erläutert, jedoch nicht die einzelnen Organisationen selbst.

Details

Seiten
172
Jahr
2002
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109820
Institution / Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,1
Schlagworte
Kommunikationsnetzwerk Entwicklungszusammenarbeit Netzwerkanalyse Beziehungen EZ-Organisationen

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Titel: Das Kommunikationsnetzwerk der deutschen Entwicklungszusammenarbeit - eine Netzwerkanalyse der kommunikativen Beziehungen deutscher EZ-Organisationen