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Definition von Gewalt und Aggression

Hausarbeit 2005 6 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ‚Gewalt’ – ein umfassender Begriff

3. Definition des Begriffs ‚Aggression’

Aggression – Triebverhalten oder Erziehungsfehler?

Formen von Aggression

4. Gewalt und Aggression eine Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der folgende Text beschäftigt sich mit den Definitionen der Begriffe ‚Gewalt’ und ‚Aggression’, die in einem engen Beziehungsgefüge zueinander zu stehen scheinen. Eine Begriffsklärung soll hierbei Aufschluss über die verschiedenen Formen und Ausprägungen der beiden Bereiche geben und den kleinen, aber doch deutlichen Unterschied herausarbeiten.

2. ‚Gewalt’ – ein umfassender Begriff

Der Begriff ‚Gewalt’ ist ein sehr umfassender Begriff, der verschiedene Entsprechungen hat. Gewalt tritt an der Stelle auf, an der Aggressivität manifestiert wird und das Gegenüber beabsichtigt physisch oder psychisch angegriffen wird[1]. Es handelt sich um eine Machtausübung, bei der die Durchsetzung der eigenen Ziele im Vordergrund steht. „Ein entscheidendes Kriterium für Gewalt ist die Illegitimität des Zwangseinsatzes“[2]. Gewalt hat dabei verschiedene Gesichter.

Die strukturelle Gewalt erhielt ihren Namen von dem norwegischen Friedensforscher Johan Galtung[3]. Seiner Auffassung nach entsteht Gewalt dort, wo eine Differenz zwischen Potentialität und Aktualität besteht, (vgl. Internet: http://lexikon.freenet.de/ Strukturelle_Gewalt, [gefunden: 18.05.2005, 18:19 Uhr]).

Es handelt sich hierbei um eine indirekte Gewalt, die legal von Institutionen durch den Erlass von Gesetzen und Regelungen hervorgerufen wird[4]. Dies äußert sich durch eine weltweit deutlich unterschiedliche Verteilung der Arbeitssituationen, Lebensumstände, Lebenserwartungen und Einkommensverhältnisse[5].

Die häusliche Gewalt bezieht sich auf gewalttätige Ausschreitungen Personen eines Haushalts gegenüber. Dies kann Gewalt in der Ehe, in der Partnerschaft, zwischen Geschwistern und von Erwachsenen gegen Kinder betreffen. Die häusliche Gewalt beinhaltet physische, psychische, sexuelle und ökonomische Formen.

Die physische Gewalt schließt körperliche Angriffe und Attacken mit ein. Diese beginnen mit Beißen, Kratzen, Schütteln oder Schlagen und können bei schweren Körperverletzungen oder Tötungsdelikten enden.

Die psychische Gewalt wirkt sich durch Mobbing, Drohungen, Verspottung, Ignoranz oder Beschimpfungen aus. Auch Stalking, Freiheitsberaubung, Nötigung, Bevormundung und die Aussprache von Verboten lassen sich dazu zählen.

Sexuelle Gewalt hat leider auch in der häuslichen Umgebung ihren Platz. Hierbei geht es um Vergewaltigungsdelikte, sexuelle Nötigung oder sexuelle Belästigung.

Die ökonomische Gewalt innerhalb der Familie bezeichnet oft einen Zustand zwischen den Ehepartnern. Ein Partner wird zum Arbeiten gezwungen, das Arbeiten wird verboten oder der Lohn des Partners wird ihm entzogen und vorenthalten[6].

3. Definition des Begriffs ‚Aggression’

Die Bezeichnung ‚Aggression’ stammt ursprünglich aus dem lateinischen Wort „aggredi“ und bedeutet „herangehen, angreifen“[7]. Aggression ist ein feindseliges und herausforderndes Verhalten. Oft wird auch von Aggressionslust und angriffslustigem oder streitsüchtigem Verhalten gesprochen. Aggression entsteht durch ein andauerndes Spannungsverhältnis, wie Dauerstress oder gehäufte Frustrationserlebnisse. Die Gesellschaft fördert aggressives Verhalten durch Konkurrenzkämpfe und Leistungsdruck beachtlich.

Aggression – Triebverhalten oder Erziehungsfehler?

Es gibt verschiedene Theorien, die sich mit dem Thema Aggression beschäftigt haben. Der Psychologe Sigmund Freud erklärt die Ansammlung von aggressiven Energien eines jeden Menschen anhand seiner Trieblehre. Demnach hat der Mensch einen inneren Todestrieb, Destrudo, der nach außen hin abgeleitet werden muss um eine Selbstzerstörung zu verhindern. Probleme, Stresssituationen und Druck von der Umwelt werden angesammelt und durch die Verlagerung nach Außen abgebaut. Diese Energien können durch Sport oder durch Entspannung verringert werden[8].

Die Theoretiker Belschner und Bandura verfolgen hingegen die Theorie des Imitationslernens[9]. Im Bereich der Sozialisation erfahren Kinder und Jugendliche häufig, dass aggressives Verhalten eher zu einer Durchsetzung der eigenen Interessen führen kann. Dollard führt die Frustrations- Aggressions- Hypothese an[10]. Durch Niederlagen und Versagen werden aggressive Gefühle aufgestaut und Frustration entsteht. Durch eine steigende Anzahl der Frustrationserlebnisse kommt es zu einer Entladung dieser Gefühle[11].

Formen von Aggression

Es lassen sich verschiedene Formen von Aggression darstellen. Darunter zählen die, der physischen, verbalen und emotionalen Aggression. Des Weiteren zählt die Selbsterhaltungsaggression dazu. Aggressives Verhalten dient zum Schutz der eigenen Art. Sie bildete sich im Laufe der Evolution aus. Die Revier-, Nachwuchs- und Nahrungsverteidigung und die Sicherung der Fortpflanzung sind einige Beispiele für die Wichtigkeit eines aggressiven Potentials[12]. Auch im Bereich des Austestens der eigenen Grenzen, für die eigene Sicherheit und ein positives Selbstwertgefühl erhält und erweitert der Aggressionstrieb lebenswichtige Ressourcen[13].

Eine letzte Form ist die destruktive Aggression. Hierbei werden eigene Ziele und Interessen auf schädigende Weise durchgesetzt. Das Gegenüber wird unterdrückt, gezwungen oder in sonstiger Weise verbal, emotional oder physisch geschädigt. Der Abbau angestauter negativer Gefühle wie Hass, Ärger oder Wut werden somit ermöglicht.

4. Gewalt und Aggression – eine Zusammenfassung

Diese beiden Begriffe werden in der Theorie weiterhin stark diskutiert. Es ist schwierig genaue Unterscheidungskriterien anzuführen, da die Übergänge zwischen den Definitionen von Gewalt und Aggression fließend sind. Die Formen von Gewalt und Aggression sind ebenso vielfältig wie zum Teil identisch. Es handelt sich um eine meist beabsichtigte Beeinflussung eines Menschen um die eigenen Ziele durchsetzen zu können. Dass Aggression rein affektbedingt sei und Gewalt nur eine Machtausübung darstelle, sei eine Definition. In beiden Fällen scheint es sich um einen (aufeinander aufbauenden) Prozess zu handeln. Meines Erachtens baut sich Aggression bei jedem Menschen nach häufigen Frustrationserlebnissen auf. Eine Entladung der Aggressionsenergien kann durch Konfliktbewältigung, Gespräche oder Sport erreicht werden. Wir dieser Abbau nicht gefördert, entlädt sich die aufgestaute Aggression in Form von Gewalt.

Literaturverzeichnis

Internet: http://bs.cyty.com/elmbs/lexikon.htm#AGGRESSION, [gefunden: 19.05.2005, 21:45 Uhr]

Internet: http://lexikon.freenet.de/Aggression [gefunden: 12.05.2005, 15:47 Uhr]

Internet: http://lexikon.freenet.de/Gewalt, [gefunden: 18.05.2005, 18:02 Uhr]

Internet: http://lexikon.freenet.de/ Strukturelle_Gewalt, [gefunden: 18.05.2005, 18:19 Uhr]

Internet: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/a_e/aggressi.htm

[...]


[1] Internet: http://bs.cyty.com/elmbs/lexikon.htm#AGGRESSION, [gefunden: 19.05.2005, 21:45 Uhr]

[2] Internet: http://lexikon.freenet.de/Gewalt, [gefunden: 18.05.2005, 18:02 Uhr]

[3] Internet: http://bs.cyty.com/elmbs/lexikon.htm#AGGRESSION, [gefunden: 19.05.2005, 21:45 Uhr]

[4] Internet: a. a. O.

[5] Internet: a. a. O.

[6] Internet: http://bs.cyty.com/elmbs/lexikon.htm#AGGRESSION, [gefunden: 19.05.2005, 21:45 Uhr]

[7] Internet: http://lexikon.freenet.de/Aggression [gefunden: 12.05.2005, 15:47 Uhr]

[8] Internet: a. a. O.

[9] Internet: a. a. O.

[10] Internet: http://lexikon.freenet.de/Aggression [gefunden: 12.05.2005, 15:47 Uhr]

[11] Internet: a. a. O.

[12] Internet: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/a_e/aggressi.htm [gefunden: 15.05. 2005, 09:12 Uhr]

[13] Internet: a. a. O.

Details

Seiten
6
Jahr
2005
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109779
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
Schlagworte
Definition Gewalt Aggression Soziologie Kindheit

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