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125 Jahre MRG - Entwurf eines Radio-Features

Facharbeit (Schule) 2003 55 Seiten

Didaktik - Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Rundfunk
2.1 Entwicklung des Rundfunks
2.1.1 Technische Voraussetzungen
2.1.2 Geschichte des Rundfunks
2.1.3 Entwicklung der Speichermedien
2.2 Radio heute – Rezeptionsforschung

3 Das Feature
3.1 Definition des Begriffs „Feature“ und Abgrenzung zu verwandten Sendeformen
3.1.1 Definition des Begriffs „Feature“
3.1.2 Abgrenzung zu verwandten Sendeformen
3.2 Geschichte des Features
3.3 Elemente des Features
3.4 Formvarianten des Features
3.5 Produktion eines Features
3.5.1 Idee
3.5.1.1 Schriftliche Fixierung
3.5.1.2 Stoffsammlung
3.5.1.2.1 Fakten-Recherche
3.5.1.2.2 Originalton-Recherche
3.5.2 Manuskript
3.5.2.1 Form
3.5.2.2 Dramaturgie
3.5.2.3 Sprache
3.5.3 Vertonung
3.5.3.1 Sprechen des Manuskripts
3.5.3.2 Bearbeitung der Originaltöne
3.5.3.3 Montage
3.5.3.4 Rezeption

4 Beispiel für ein Feature: 125 Jahre Max-Reger-Gymnasium
4.1 Manuskript
4.2 CD

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang

1 Einführung

Das Facharbeits-Thema „125 Jahre Max-Reger-Gymnasium – Entwurf eines Radio-Features“ wählte ich vor einem Jahr, weil ich mich ohnehin für Journalismus interessierte. Es war mir somit möglich, ein Medium kennenzulernen, mit dem ich mich bis dahin kaum auseinandergesetzt hatte.

Das Thema „125 Jahre Max-Reger-Gymnasium – Entwurf eines Radio-Features“, das in dieser Facharbeit behandelt wird, umfasst vier Aspekte.

Der erste ist der Rundfunk: wie entstand er, wie entwickelte er sich und welche Stellung nimmt heute das Radio in der täglichen Rezeption der Bevölkerung ein?

Der zweite Aspekt befasst sich mit dem Feature: was ist ein Feature, wie wurde es weiterentwickelt, welche Elemente beinhaltet es und welche Arten von Features gibt es?

Drittens geht es um den Entwurf einer solchen Sendung, um die Produktion von der Idee über das Manuskript[1] bis hin zur fertigen Tonsendung.

Die Theorie konkretisiert sich im vierten Teil der Facharbeit, nämlich in einem Feature zum 125-jährigen Jubiläum des Max-Reger-Gymnasiums. Die Arbeit enthält das Manuskript und eine CD, auf der die Sendung in vertonter Form vorliegt und die in einem CD-Spieler wiedergegeben werden kann.

Somit werden alle vier Aspekte behandelt, die das Thema „125 Jahre Max-Reger-Gymnasium – Entwurf eines Radio-Features“ umfasst.

2 Rundfunk

2.1 Entwicklung des Rundfunks

2.1.1 Technische Voraussetzungen

Für die Entstehung des Rundfunks waren bestimmte physikalische Erkenntnisse notwendig, die im 19. und 20. Jahrhundert gewonnen worden sind.

James Clerk Maxwell stellte die Hypothese auf, dass elektromagnetische Schwingungen existieren, die sich als Wellen mit Lichtgeschwindigkeit im Raum ausbreiten. Heinrich Hertz gelang es im Jahre 1888, diese Wellen experimentell nachzuweisen.

1895 erfand Aleksandr Stepanowitsch Popow die Antenne, eine Vorrichtung zum Senden und Empfangen elektromagnetischer Wellen. Die Sende-Antenne wandelt elektrische Energie um in Feld-Energie elektromagnetischer Wellen gleicher Frequenz, während die Empfangs-Antenne diese Feld-Energie in Wechsel-Ströme und -Spannungen umwandelt, die verstärkt einem Empfänger zugeführt werden.

In den Jahren 1896 und 97 erprobten Wissenschaftler drahtlose Signalübertragungen.

1898 führte Karl Ferdinand Braun den geschlossenen Schwingungskreis zur Abstimmung ein – dabei wird ein aufgeladener Kondensator über eine Spule entladen, sodass gedämpfte elektrische Schwingungen entstehen.

1903 gelang es Valdemar Poulsen, ungedämpfte Wellen zu erzeugen – die Voraussetzung für die drahtlose Telefonie. Diese Wellen entstehen, indem im Schwingungskreis die nachgelieferte Strom-Energie kontinuierlich in Schwingungs-Energie umgewandelt wird.

In den folgenden Jahren gelang es, die Elektronenröhre zu erfinden und schrittweise zu verbessern. Bei ihr handelt es sich um einen luftleer gepumpten Glaskolben mit mindestens zwei Elektroden, zwischen denen ein Elektronen-Übergang stattfinden kann.[2] Damit können elektrische Spannungen und Ströme gleichgerichtet oder verstärkt werden.

1911 gab Otto von Bronk die Schaltung zur Hochfrequenz-Verstärkung an, mit der sehr kleine Hochfrequenzen oder Leistungen über etwa 20 Kilohertz verstärkt werden.

1913 erfand Alexander Meissner den Rückkopplungs-Oszillator, eine Schaltung, mit der das Ausgangssignal eines Verstärkers teilweise auf dessen Eingang zurückgeführt wird. Dieser Oszillator ist ein unentbehrliches Element aller Sender und der meisten Empfänger.

Schließlich, im Jahre 1918, erfanden Walter Schottky und Edwin Howard Armstrong den Überlagerungs-Empfänger. Fast alle Rundfunk-Empfänger sind heute als Überlagerungs-Empfänger ausgelegt.[3]

2.1.2 Geschichte des Rundfunks

Am 2. November 1920 ging der erste regelmäßig tätige Sender in den USA in Betrieb. Rund drei Jahre später, während der Weimarer Republik, – am 29. Oktober 1923 um 20 Uhr – wurde der deutsche Rundfunk offiziell mit einer Sendung eröffnet, die vom Berliner Voxhaus im Mittelwellen-Bereich verbreitet wurde. Ende 1924 gab es in Deutschland 15 Sender, die von rund 99.000 Menschen gehört wurden. Binnen zwei Jahren hatte sich die Zahl der Hörer fast verzehnfacht.

1929 ging der erste deutsche Sender im Kurzwellenbereich in Betrieb – in den USA war das bereits vier Jahre zuvor geschehen.

Am 15. Mai 1925 wurde die „Reichsrundfunk-Gesellschaft“ (RRG) gegründet, welche die Dachorganisation des deutschen Rundfunks bildete. Ihr Vorsitzender war Hans Bredow; die „Deutsche Reichspost“ hielt 51 Prozent der RRG-Anteile.

Die Aktiengesellschaft „Drahtloser Dienst“ (DRADAG) wurde am 24. Juli 1926 ins Leben gerufen. Sie hatte das Monopol für alle Nachrichtensendungen und andere Formen politischer Berichterstattung. Weil das Reichsinnenministerium der DRADAG übergeordnet war, hatte es entscheidenden Einfluss auf den Inhalt der Rundfunk-Sendungen.

Mit dem 30. Januar 1933 begann die Zeit des Nationalsozialismus. Am 30. Juni 1933 wurde die RRG Eigentum des Reichs und direkt dem Propaganda-Ministerium unterstellt; regionale Rundfunk-Gesellschaften wurden aufgelöst.

Die Nationalsozialisten „schalteten“ den Rundfunk in den folgenden Jahren „gleich“. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges sollten Kurzwellen-Sender nationalsozialistische Propaganda ins Ausland verbreiten. 1940 wurde ein Reichs-Einheitsprogramm eingeführt. Zudem wurde der Rundfunk „personell gereinigt“, indem „Nichtarier“ und politisch nicht im Sinn des Nationalsozialismus Denkende entlassen wurden.[4]

Die Menschen in Deutschland konnten relativ billig sogenannte „Volksempfänger“ kaufen: der „VE 301“ kostete 76, der „DKE 301“ 35 Reichsmark – die Zahl „301“ sollte dabei an den Tag der Machtergreifung erinnern. Dieser Empfänger diente einerseits den Nationalsozialisten als Propaganda-Instrument. Andererseits war er für die Bevölkerung oftmals überlebenswichtig, weil über ihn während des Krieges vor Bombenangriffen gewarnt wurde. Wer mit den Geräten jedoch ausländische Sender abhörte, „ konnte mit dem Tode bestraft werden[5].

Nach den Erfahrungen der Weimarer Republik und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wollte man im Nachkriegs-Deutschland keinen Rundfunk, der im Dienst einer Partei stand, außerdem keinen kommerziellen – das heißt ausschließlich von Werbung finanzierten – Rundfunk, wie er in den USA existierte. Deshalb wurde die Organisation des deutschen Rundfunks in dezentraler Form und nach dem öffentlich-rechtlichen Modell der BBC[6] gestaltet. Die westlichen Besatzungsmächte errichteten in ihren Zonen Sender:

- In der Britischen Zone entstand der Nordwestdeutsche Rundfunk, der 1956 in den Norddeutschen (NDR) und Westdeutschen Rundfunk (WDR) geteilt wurde.
- In der Amerikanischen Zone wurden vier Rundfunk-Anstalten errichtet: der Bayerische, der Hessische, der Süddeutsche Rundfunk und Radio Bremen.
- In der französischen Zone entstand eine zentrale Rundfunk-Anstalt, nämlich der Südwestfunk.

Die Besatzungsmächte übergaben die Sender nach anfänglichen Kontroll- und Zensurmaßnahmen in die Hände deutscher Mitarbeiter.

In der DDR waren Hörfunk und Fernsehen zwei selbstständige staatliche Einrichtungen, die dem Ministerrat unterstanden und durch Gebühren und staatliche Zuschüsse finanziert wurden.

In den Jahren 1948 und 1949 wurden auf der Grundlage des Landes-Rundfunk-Gesetzes öffentlich-rechtliche Landes-Rundfunk-Anstalten gegründet. 1950 schlossen sie sich zur „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ (ARD) zusammen.

Das „Zweite Deutsche Fernsehen“ (ZDF) wurde im Jahre 1963 auf der Grundlage eines Vertrages zwischen Ländern und Bund gegründet.

Die 1970er Jahre waren geprägt von kommunikationspolitischen Kontroversen. Zum einen wurde über die inhaltliche Ausgewogenheit des Rundfunks und die Einflussnahme der Parteien auf ihn diskutiert, zum anderen über die Zulassung privater Anbieter. Das „Fernsehurteil“ des Bundes-Verfassungsgerichts vom 16. Juni 1981 machte schließlich den Weg frei für die Einführung des Privatfunks.

Nach der Wiedervereinigung wurden zwei neue Länder-Anstalten gegründet: am 30. Mai 1991 der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), der die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bediente und am 25. September der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) für Berlin und das Land Brandenburg. Mecklenburg-Vorpommern schloss sich am 11. September dem NDR an.

Am 4. Juli 1991 beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder, dass die drei Anstalten „Radio im Amerikanischen Sektor 1“ (RIAS 1), „Deutschlandsender – Kultur“ und „Deutschlandfunk“ zum „Deutschlandradio“ zusammengefasst wurden, einer neuen, nicht rechtsfähigen Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF mit Sitz in Köln.

Am 31. Mai 1997 einigten sich die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in einem Staatsvertrag auf den Zusammenschluss des Süddeutschen Rundfunks und des Südwestfunks zum Südwestrundfunk.[7]

2.1.3 Entwicklung der Speichermedien

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, Schall auf Tonträger zu speichern. Die für den Rundfunk wichtigen Speichermedien sind Schallplatte, Tonband, Compact Disc und Digital Audio Tape, die sich auch in dieser Reihenfolge entwickelten.

Die Schallplatte ist eine kreisrunde Scheibe. Auf der analogen Schallplatte sind die Schallsignale in zum Mittelpunkt der Platte verlaufenden Rillen gespeichert. Die Auslenkung der Rillen schwankt dabei analog zur Schallamplitude. Sie kann durch den Tonabnehmer des Plattenspielers in elektrische Spannung und daraufhin in Schall umgewandelt werden. Die Schallplatte ist beidseitig abspielbar. Weil die Rillen aufgeprägt sind, können die Schallsignale nicht gelöscht oder überspielt werden.

Beim Tonband handelt es sich um ein Kunststoffband, das mit magnetisierbarem Material beschichtet ist, und auf dem Schall magnetisch gespeichert werden kann. Die Qualität des Tonbands ist abhängig von der Beschichtung. Bänder, die mit Chromdioxid beschichtet sind, („Chrombänder“) können höhere Frequenzen wiedergeben und niedrigere Band-Geschwindigkeiten vertragen als solche, die mit Eisenoxid beschichtet sind („Eisenbänder“). Die höchste Qualität besitzen „Reineisenbänder“. Für ihre Wiedergabe sind jedoch spezielle Tonköpfe notwendig. Bei den Tonbändern unterscheidet man zwischen sogenannten „offenen Wickeln“, die in Spulenkörper eingefädelt werden müssen und geschnitten und geklebt werden können, und den international genormten Tonband-Kassetten, bei denen Schneiden und Kleben nicht möglich sind. Bei der Aufnahme werden durch das Tonsignal im Aufnahmekopf magnetische Feldlinien erzeugt, welche die Kristalle auf dem Band unterschiedlich magnetisieren. Bei der Wiedergabe wird das Band am Wiedergabekopf entlang geführt. Die Magnetfelder der Kristalle induzieren in der Kopfspule je nach Magnetisierung elektrische Schwingungen, die im Lautsprecher verstärkt und in Schall umgewandelt werden.

Die Compact Disc (CD) ist eine digitale Festspeicherplatte in Form einer metallisierten kreisrunden Kunststoffscheibe, die einen Durchmesser von 12 Zentimetern hat und 1,2 Millimeter dick ist. Sie hat eine höhere Abspielqualität als die Schallplatte, zudem können Einzeltitel direkt angewählt werden. Die Schallinformationen sind als digitale Signale in Form einer dichten Folge von Pits auf der CD-Oberfläche gespeichert. Diese mikroskopisch feinen Pits sind spiralförmig angeordnet und verlaufen von innen nach außen. Werden die Schallinformationen abgespielt, tastet ein opto-elektronisches Tonabnehmer-System die Pits bei 200 bis 500 Umdrehungen pro Minute ab. Je nach Reflexion entstehen unterschiedliche digitale Signale, die per Digital-Analog-Wandler in das übliche Stereosignal umgewandelt und im Lautsprecher verstärkt werden. Die Spieldauer einer CD beträgt rund 70 bis 80 Minuten.

Das Digital Audio Tape (DAT) ist eine Kassette, die 20 Gramm schwer ist und die Abmessungen 73 mal 54 Millimeter besitzt. Sie enthält ein 3,8 Millimeter breites Magnetband mit zwei Stunden Aufnahmedauer, auf dem Schallsignale in digitalisierter Form gespeichert werden. Die Wiedergabe erfolgt mit einem DAT-Kassetten-Recorder in der gleichen rausch- und verzerrungsfreien Tonqualität wie beim Original. Die gespeicherten Schallsignale können gelöscht werden, DAT-Kassetten sind somit wiederverwendbar.[8]

2.2 Radio heute – Rezeptionsforschung

Halbjährlich veröffentlicht die „Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e. V.“ eine Studie namens „Media-Analyse“ (MA), die Aufschluss gibt über das Rezeptions-Verhalten der Bevölkerung. Die MA hat eine hohe Bedeutung im Rundfunk. Beispielsweise ermitteln Sender anhand der MA-Daten die Preise für die Schaltung von Werbespots.

Bei der Ende August vergangenen Jahres veröffentlichten „MA 2002 Radio II“, der zweiten Media-Analyse über den Rundfunk im Jahr 2002, führten die Mitarbeiter von acht Marktforschungs-Institute Interviews mit insgesamt 61.113 Menschen, die zufällig ausgewählt worden waren. Dabei fragten sie unter anderem , wie oft, wann und wie lange die Menschen Radio hören und welche Sender sie kennen.

Dabei gaben 94,5 Prozent der Befragten an, innerhalb der letzten 14 Tage Radio gehört zu haben (in der MA als „weitester Hörerkreis“ bezeichnet). 79,5 Prozent hatten am Vortag zwischen fünf und 24 Uhr Radio gehört („Hörer gestern“). Die „durchschnittliche Hördauer pro Person“ betrug 202 Minuten, wobei Männer 207 und Frauen 197 Minuten gehört hatten. Am meisten hören 30- bis 49-Jährige. Sie lagen mit 236 Minuten vor den 14 bis 29 Jahre alten mit 169 Minuten und den Menschen, die 50 Jahre und älter sind, mit 189 Minuten.[9]

Anhand dieser Ergebnisse kann man feststellen, dass das Radio eine relativ hohe Bedeutung im Medienkonsum der deutschen Bevölkerung hat.

3 Das Feature

3.1 Definition des Begriffs „Feature“ und Abgrenzung zu verwandten Sendeformen

3.1.1 Definition des Begriffs „Feature“

Der Begriff „Feature“ geht auf das englische Substantiv „feature“ zurück, das mit „Zug“, „Merkmal“, „Charakteristikum“ und „Attraktion“ übersetzt werden kann.

Schneider und Raue bezeichnen das „Feature“ als „ Allerweltswort für […] lebendig gestaltete Sendungen abseits des strengen Nachrichtenstils[10].

Arnold definiert „Feature“ als Sendeform, die in subjektiver Prägung objektive Themen behandelt. Die Themen werden dabei „ für den Hörer durch die Form der Darstellung gefällig und spannend gemacht[11]. Das „Feature“ bewegt sich somit „ zwischen Journalistischem und Dichterischem, zwischen Mitteilung und Hörspiel[12].

Zindel und Rein bezeichnen diejenigen Sendungen als „Feature“, „ die sich neben journalistischer Sorgfalt und solider Recherche auch durch dramaturgische Gestaltung, akustische Phantasie, technische Kunstfertigkeit und eine große Vielfalt sprachlichen Ausdrucks auszeichnen[13]. Die beiden Autoren zählen zudem Merkmale auf, die der Sender „Freies Berlin“ aufgelistet hat. Demnach bearbeitet das Feature reale Stoffe, es gestaltet sie kunstvoll und dramaturgisch, die Erzählhaltung ist dabei subjektiv.[14]

Kribus bietet eine umfassende Definition des Begriffs „Feature“ an:

„Das Feature ist eine Rundfunksendung, die die akustischen Bestandteile (Sprache, Geräusch und Musik) aus verschiedenen inhaltlichen und zeitlichen Zusammenhängen zu einem elaborierten Thema (Person oder Sache) verarbeitet, in der radiophonen Auflösung eigenproduktiv wird und damit eine neue Realität für den Hörer erschafft. Die Intention der Sendung richtet sich nach der Funktion der akustischen Teile.“[15]

Die Bezeichnung „Elaboriertes Thema“ soll das Feature dabei zu Kurzbeiträgen abgrenzen und zu Sendungen, die keinen analysierenden Anspruch stellen. „Radiophone Auflösung“ heißt, dass sich das Feature an den Eigengesetzlichkeiten des Rundfunks orientiert.

3.1.2 Abgrenzung zu verwandten Sendeformen

Oft wird der „Feature“-Begriff definiert, indem ihm verwandte Sendeformen aufgelistet werden, nämlich Dokumentar-Sendung, Kommentar, Reportage, und Hörspiel.[16]

Der Begriff „ Dokumentar-Sendung “ enthält das Wort „Dokument“, das auf das lateinische Verb „docere“ zurückgeht, was mit „lehren“, „zeigen“ übersetzt wird. Das Substantiv „documentum“ heißt unter anderem „Beweis“.

Die wesentliche Eigenschaft der Dokumentar-Sendung ist, dass sie Informationen in Form von Dokumenten auf objektive Weise darlegt. Der Sprecher dient dabei lediglich als Moderator. Werden die Dokumente verfremdet oder werden Inhalte zurückgehalten, die für die objektive Beurteilung notwendig sind, so handelt es sich nicht mehr um eine Dokumentar-Sendung.

Wie beim Feature werden bei dieser Sendeform die verschiedenen Teile durch Montage zusammengeführt.

Das Ziel der Dokumentar-Sendung ist, den Hörer durch objektive Darstellung zur Meinungsbildung zu motivieren. Beim Feature lässt der Autor dagegen seine Subjektivität mit einfließen. Zudem dauert die Entstehung des Features länger als die der Dokumentar-Sendung, und auch die Ausbreitung der Materialien vor dem Hörer benötigt mehr Zeit.[17]

Der Begriff „ Kommentar “ geht auf das lateinische Verb „commentari“ zurück, das übersetzt „durchdenken“ oder „sorgfältig überlegen“ bedeutet.

Das wesentliche Merkmal des Kommentars ist die kritische Bewertung und Auslegung eines aktuellen Themas oder Ereignisses, um den Hörer zur eigenen Meinungsbildung zu bewegen. Durch seine persönliche Wertung sucht der Autor dabei bewusst die Konfrontation mit dem Hörer.

Die Gemeinsamkeit zwischen Kommentar und Feature ist ihre Subjektivität.

Beim Feature wird jedoch das Thema umfangreicher dargestellt. Der Kommentar besteht im Gegensatz zum Feature nur aus der Stimme des Sprechers und ist kürzer als das Feature.[18]

Der Begriff „ Reportage “ geht auf das französische Verb „reporter“ zurück, was mit „zurückbringen“ oder „mitbringen“ übersetzt wird.

Bei der Reportage beschreibt der Reporter ein aktuelles sichtbares Ereignis vor Ort und lässt dadurch den Hörer daran teilnehmen.

Der Reportage und dem Feature gemeinsam ist der subjektiv-impressionistische Zugang zum Gegenstand.

Während die Reportage immer an ein Ereignis und dessen Konsequenzen gebunden ist, lässt sich das Thema des Features freier wählen, auch weil das Feature keine Ereignisse, sondern Sachen behandelt. Die Reportage steht in unmittelbarer Nähe zum Gegenstand, beispielsweise wenn über den Brand einer Fabrikanlage berichtet wird; das Feature-Thema lässt sich dagegen vom Schreibtisch aus recherchieren.[19]

Der Begriff „ Hörspiel “ setzt sich zusammen aus dem Verb „hören“ und dem Substantiv „Spiel“. Es handelt sich also um ein „Spiel zum Hören“, was auch darauf hinweist, dass der behandelte Stoff fiktiv ist.

In einer Szene oder in mehreren stellt das Hörspiel die psychische Entwicklung eines Menschen dar, der einen Konflikt lösen muss. Dabei konzentriert es sich auf die Aussagekraft des Wortes, auf beispielsweise eingespielte Geräusche wird verzichtet. Besonders durch den Monolog wird der Schauplatz in die Psyche des Menschen verlegt.

Wie das Feature besitzt das Hörspiel literarische Qualitäten.

Doch während das Hörspiel fiktiv ist, behandelt das Feature sowohl Realität als auch Fiktion. Das Hörspiel zeigt die Charakterentwicklung eines Individuums, das Feature dagegen konzentriert sich auf eine Sache. Das Hörspiel, das auch als „Wortkunstwerk“ bezeichnet wird, ästhetisiert den Stoff durch Literarisierung der Sprache und des Inhalts beim Feature geschieht das neben der sprachlichen auch auf der nicht-sprachlichen und formalen Ebene.[20]

3.2 Geschichte des Features

Anfang der 20er Jahre entstand in England und Deutschland der Unterhaltungsrundfunk. Das Radio diente vor allem „als Lautsprecher für Theater-Inszenierungen und Literatur-Lesungen“[21]. Darüber hinaus wurden auch akustische Experimente durchgeführt, die besonders Menschen und Heldentaten in den Mittelpunkt stellten. Diese Experimente waren die Vorläufer für das spätere Feature. Die BBC produzierte bereits 1930 sogenannte „featured-programmes“ für besondere Anlässe. Dabei handelte es sich jedoch um journalistische Zweckformen ohne künstlerischen Anspruch.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in England sogenannte „german features“ hergestellt, welche die Hörer über die Taten der Nationalsozialisten aufklären sollten. Währenddessen wurden in Deutschland Features aus dem Programm genommen und durch Propaganda- und Weihestücke ersetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten Features hauptsächlich dazu, umfangreich über die aktuelle Situation und die Versorgungslage zu berichten. Weil Features eindringlicher wirken als die meisten anderen Sende-Formen[22], waren sie geeignet, „die Bevölkerung moralisch und psychisch auf[zu]bauen“[23].

Anfang der 50er Jahre wurden viele Städte- und Reise-Features produziert. Damit sollte auch der Informationsmangel der Bevölkerung beseitigt werden, der durch zwölf Jahre Nazi-Herrschaft entstanden war. Je mehr sich die Versorgungslage besserte, desto stärker rückten subjektive Themen in den Hintergrund und gesellschaftliche und soziologische in den Vordergrund. In der zweiten Hälfte der 50er Jahre gewann das Fernsehen immer mehr an Bedeutung. Für das Feature hatte das Folgen: erstens „verlor es viele seiner begabtesten Autoren und Regisseure an das Fernsehen“[24], zweitens wurde weniger für den Rundfunk ausgegeben, wodurch sich auch die Bedingungen für das Radio verschlechterten. Das Feature verlor somit an Qualität und an Bedeutung.

Anfang der 60er Jahre verstärkte sich in der Bevölkerung das Bedürfnis nach Verbürgtheit – das Dokumentar-Feature entstand. Als tragbare Tonbandgeräte auf den Markt kamen, wurde auch der Originalton entdeckt. Nun war es möglich, selbst mit Passanten Interviews zu führen – somit wurde auch „die Alltagssprache im Rundfunkprogramm salonfähig“[25]. Zugleich trat der künstlerische Anspruch in den Hintergrund. Mit der Entwicklung der stereophonen Originalton-Aufnahme, wodurch die Wirklichkeit noch realistischer als zuvor abgebildet werden konnte, emanzipierte sich das Geräusch zum selbstständigen, aussagefähigen Handlungsträger – somit trat das Originalton-Feature in den Mittelpunkt.

Mit dem „neuen Feature“ Mitte der 70er Jahre wurde das Wort wiederentdeckt und die Bedeutung des Geräuschs relativiert. Nun standen sprachliche und nicht-sprachliche Elemente gleichberechtigt nebeneinander.

In den 80er Jahren wurden die bewährten Formen und Methoden weiterentwickelt.

Weil die öffentlich-rechtlichen Sender – die alleinigen Abnehmer von Features – Geld sparen mussten, konnten sie in den 90er Jahren den Autoren kaum Angebote für Features machen. Zudem droht diese Form der Sendung im Konkurrenzkampf mit den Privat-Anbietern unterzugehen und überflüssig zu werden.[26]

3.3 Elemente des Features

Ein Feature kann sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Elemente enthalten. Kribus zählt zu den sprachlichen Monolog, Dialog, Zitat, Interview, Umfrage, Nachricht, Reportage und Kommentar. Zu den nicht-sprachlichen gehören Geräusch und zum Teil Musik. Der Originalton nimmt eine Sonderstellung ein.

Der Begriff „ Monolog “ stammt ab vom griechischen Wort „monolgós“, das „mit sich selbst redend“ bedeutet. Beim Monolog handelt es sich um ein Selbstgespräch – er bezeichnet „jede Äußerung eines Menschen, der längere Zeit nicht unterbrochen wird“[27]. Durch ein solches Selbstgespräch werden die Gedanken und der Denkprozess eines Menschen für den Hörer akustisch fassbar und nachvollziehbar. Trägt der Sprecher – oder Schauspieler – den Monolog überzeugend vor, kann sich der Hörer direkt angesprochen fühlen und Anteil nehmen am Schicksal der Figur. Zudem dient der Monolog „der Verbalisierung des visuellen Geschehens und der eigenen Gedanken“[28]. Im Feature wird der Monolog zur Veranschaulichung und zur Verstärkung von Eindrücken verwendet.[29]

Der Begriff „ Dialog “ geht ebenfalls auf das Griechische zurück und bedeutet „Gespräch“ oder „Unterredung“. Es handelt sich dabei um eine Kommunikations-Situation, in der mindestens zwei Menschen über ein Thema sprechen. Über diese dialektische Denkweise können neue Erkenntnisse erworben werden. Durch den Dialog kann sich der Hörer eigene Gedanken machen, zudem bekommt er einen Eindruck darüber, wie vielschichtig das behandelte Thema ist. Kribus unterscheidet zwei Arten von Dialogen: den formalen und den inhaltlichen Dialog. Beim formalen Dialog dienen die Gesprächspartner lediglich als Stichwortgeber. Die Information könnte genauso gut ein einziger Sprecher wiedergeben. Ein solcher Dialog dient vor allem dazu, die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder zu wecken. Dagegen besitzt der inhaltliche Dialog eine Frage-Antwort-Struktur und beinhaltet somit eine echte Kommunikation Er zählt zu den Hauptkomponenten des Hörspiels. Im Feature soll der Dialog vor allem Informationen vermitteln und Eindrücke verstärken.[30]

Der Begriff „ Zitat “ geht auf das lateinische Substantiv „citatum“ zurück, was etwa „das Angeführte“ oder „das Erwähnte“ bedeutet. Beim Zitat handelt es sich um die wörtliche Wiedergabe der Äußerung eines Menschen, beispielsweise eines Satzes, einer Redewendung oder eines Verses. Es ist die direkte Vorstufe des Originaltons, welcher um den akustisch-lautlichen Informationsgehalt erweitert ist. Kurz:

Zitat = Originalton – (Phonetik + Akustik).

Das Zitat hat im Feature hauptsächlich drei Funktionen: es kann erstens ein Thema untermauern oder widerlegen, zweitens dient es der Charakterisierung von Personen und drittens kann das Zitat die Sendung lebendiger wirken lassen, indem es einen Originalton substituiert oder den Inhalt beispielsweise durch ein historisches Zitat auflockert.[31]

Der Begriff „ Interview “ geht auf das französische Substantiv „entrevue“ zurück, was „verabredete Zusammenkunft“ heißt. Das Interview ist also ein „verabredeter Termin zwischen zwei Personen“[32], ein Gespräch zwischen einem Fragenden – dem Interviewer – und einem Befragten – dem Interviewten. Haller unterschiedet drei Grundtypen des Interviews:

- das „Recherche-Interview“, dessen Zweck es ist, Informationen zu beschaffen und zu überprüfen;
- das „geformte Interview als Darstellungsform“, das im dialogischen Ablauf die Produktion von Aussagen vorführen soll, und bei dem sich die befragte Person mit Sachaussagen und Beurteilungen selbst präsentiert;
- das „Reportagen-Interview“: indem die befragte Person durch Erzählen und Kommentierung sich selbst darstellt, lernt der Rezipient sie näher kennen.

Das „Recherche-Interview“ ist auf einen Gegenstand bezogen, das „Reportagen-Interview“ auf eine Person. Das „geformte Interview als Darstellungsform“ nimmt eine Position zwischen den beiden Typen ein.[33] Der Interviewer lenkt das Gespräch. Als Vertreter des Publikums muss er den Interviewten besonders dazu zwingen, allgemein verständlich zu sprechen und zu erklären. Durch das Interview soll sich der Hörer eine Meinung zum Thema, zur Person oder zu beidem bilden können. Das Rundfunk-Interview hat eine besondere Bedeutung: indem es Intonation, Akzent, Lautstärke und Stimmfarbe des Interviewten präsentiert, informiert es auch über dessen emotionalen Zustand.[34]

Die Umfrage ist eine Montage von Äußerungen von verschiedenen Personen zu einer bestimmten einheitlichen Fragestellung. Diese Personen sind im Allgemeinen Passanten. Weil sie sich auf einfache Weise ausdrücken, kann sich auch der Hörer leichter mit ihnen identifizieren und sich mit ihren Aussagen solidarisieren. Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie dient eher dazu, die Sendung aufzulockern und das Interesse des Hörers zu wecken.

Die Nachricht informiert sachlich über Ereignisse, Vorgänge und Zustände auf der Welt. Sie gibt das Wesentliche eines Sachverhalts aktuell und in komprimierter Form wieder, ohne dabei vorauszusetzen, dass der Hörer über viel Vorwissen verfügt. Problematisch ist dabei die sogenannte „Scheinaktualität“: von vielen Sachverhalten sind die Hörer nicht betroffen, sodass der Begriff „Nachricht“ unpassend ist.[35]

Die Reportage konkretisiert einen Sachverhalt und lässt die Hörer direkt und ohne Zeitverzögerung ein Ereignis miterleben.[36]

Der Kommentar ist eine subjektive Äußerung des Autors und soll über die kritische Bewertung eines Sachverhalts den Hörer zur eigenen Meinungsbildung anregen.[37]

Das Geräusch bezeichnet „alle Schallvorgänge, d. h. Modulationen, die nicht (oder sehr selten) von der menschlichen Stimme erzeugt werden“[38]. Es zählt neben Wort und Musik zu den drei Hauptkomponenten des Rundfunks. Sein wesentliches Merkmal ist die Nicht-Sprachlichkeit, wodurch weniger die Ratio des Hörers sondern eher seine Emotionalität angesprochen wird. In der Zeit der Weimarer Republik war das Geräusch dem Wort untergeordnet. Erst Ende der 60er Jahre mit der Stereophonie, wodurch das Geschehen relativ plastisch und authentisch vorgeführt werden konnte, wurde das Geräusch dem Wort gegenüber gleichberechtigt. Das Geräusch ist dem Originalton-Feature immanent. Im klassischen Feature hat es dramaturgische Funktion. Es kann zum einen den Inhalt strukturieren, wenn es beispielsweise als Leitmotiv eingesetzt wird, zum anderen kann es flankierend wirken, indem es beispielsweise die Worte des Sprechers unterstreicht.[39]

In der medientheoretischen Literatur wird manchmal der Begriff „Atmosphäre“ erwähnt, jedoch unterschiedlich definiert: als Zusammenfassung mehrerer gleichartiger Geräusche, als Schallereignis der unbelebten Natur oder als ein Synonym des Begriffs „Geräusch“.

Der Begriff „ Musik “ stammt aus der griechischen Sprache. „Mousiké“ kann mit „Musenkunst“ übersetzt werden. Bei der Musik handelt es sich um ein Kunstwerk, in dem Töne in melodischer, harmonischer und rhythmischer Ordnung zusammengefügt werden und damit eine Einheit bilden. Aufgrund seiner Nicht-Sprachlichkeit wendet es sich besonders an die Emotionalität des Hörers. Wie das Geräusch kann es im Feature strukturierend und flankierend eingesetzt werden. Die Musik wirkt zudem ästhetisierend auf das Gesamtwerk ein.[40]

Der Begriff „ Originalton “ bezeichnet ein Schallereignis, das außerhalb eines Tonstudios aufgenommen worden ist in der Absicht, es in einen neuen Inhalt einzubetten. Kribus betont, dass er eigentlich kein weiteres Element des Features ist, sondern „die Art einer Aufnahme [beschreibt]“[41]. Der Originalton besitzt mehrere Funktionen. So kann er beispielsweise die Aussage eines Menschen konservieren, die damit verbürgt ist. Somit kann er auch die Sprechweise dieses Menschen vermitteln, wodurch auch dessen Emotionen und Charakter erkennbar werden. Zudem lassen sich mit dem Originalton die Worte des Sprechers untermauern.[42] Der Originalton kann aber genauso Geräusche oder andere Elemente konservieren.

Diese Elemente können im Feature zum Einsatz kommen, müssen es aber nicht.

Das Beispiel-Feature beinhaltet die Elemente Monolog, Dialog, Zitat, Nachricht, Kommentar, Geräusch, Musik und Originalton.

3.4 Formvarianten des Features

Kribus unterschiedet drei Varianten des Features: das klassische, das Dokumentar- und das Originalton-Feature. Sie unterscheiden sich vor allem darin, welche Elemente sie enthalten.

Der Hauptbestandteil des klassischen Features ist das Wort. Es wird von einem Erzähler oder einem Erzählerpaar vorgetragen. Daneben kommen in relativ geringem Maße Geräusche und Musik zum Einsatz. Das klassische Feature wird meistens im Rundfunk-Studio aufgenommen.[43]

Das Dokumentar-Feature besteht meist aus den gleichen Elementen wie das klassische Feature: aus dem Wort, das ein Sprecher oder ein Sprecherpaar präsentiert, Geräusch und Musik. Weiter enthält es Zitate und O-Töne. Weil diese beiden Elemente direkt auf die Realität bezogen und überprüfbar sind, gewinnt das Feature an Authentizität – im Gegensatz zum klassischen Feature, bei dem der behandelte Stoff auch fiktiv sein kann. Das Dokumentar-Feature entsteht sowohl im Studio als auch außerhalb.[44]

Das wesentliche Element des Originalton-Features ist – neben Geräusch und Musik – „eine Modulation, die aufgrund ihrer formalen und inhaltlichen Eigenschaften vom Autor für so relevant gehalten wird, dass der Hörer sie im Original und nicht durch einen Sprecher referiert vernimmt“[45]. Meist handelt es sich dabei um einen Originalton, der die Stimme eines Menschen enthält. Er dient dabei weniger als Beweis – wie es im Dokumentar-Feature der Fall ist –, sondern soll dem Hörer eher bestimmte Eindrücke vermitteln.[46]

Diese Varianten kommen jedoch nur selten in Reinform vor, die Übergänge zwischen ihnen sind vielmehr fließend.

Das Beispiel-Feature bewegt sich zwischen allen drei Varianten.

3.5 Produktion eines Features

Der Prozess der Entstehung ist unterschiedlich je nach Form des Features. So entsteht das klassische Feature hauptsächlich am Schreibtisch. Zuerst recherchiert der Autor Fakten, schreibt sie dann im Manuskript nieder, das anschließend vertont wird. Beim Originalton-Feature ist der Prozess etwas verändert: bevor der Autor das Manuskript verfasst, führt er Interviews mit verschiedenen Gesprächspartnern. Die gewonnenen Originaltöne bilden das Fundament des Features. Im Manuskript reagiert der Autor lediglich auf sie, indem er sie referiert, analysiert und bewertet. Das Originalton-Feature entsteht also sowohl vor Ort als auch am Schreibtisch. Somit vereinigt der Feature-Autor in sich mehrere Funktionen gleichzeitig: „Er ist Redakteur, Reporter und Techniker in Personalunion.“[47]

Für das Beispiel-Feature wurden verwendet: ein Nieren-Mikrofon, ein Kassetten-Recorder mit Übertragungs-Kabel und ein Computer, der neben der üblichen Ausstattung eine Soundkarte, ein Ton-Bearbeitungs- und ein Ton-Montage-Programm enthielt.[48] Die Zahlen in Klammern geben die Stelle im Beispiel-Feature an, an der das jeweils beschriebene Phänomen auftritt, beispielsweise (17:43).

3.5.1 Idee

Am Anfang des Produktions-Prozesses des Features steht die Idee des Autors, die Kribus als den „erste[n] mediale[n] Zustand“[49] bezeichnet. Prinzipiell kann der Autor jedes Thema wählen – es gibt nur eine Einschränkung: der Gegenstand, über den das Feature berichtet, muss in der Realität existieren.[50]

Der Autor konkretisiert die Idee, indem er sie schriftlich festhält und dann den Stoff dazu sammelt.

3.5.1.1 Schriftliche Fixierung

Um die Idee zu konkretisieren und zu gliedern, ist es sinnvoll, sie schriftlich festzuhalten. Zindel schlägt hierzu fünf Methoden vor:

- Im „ Exposé “ werden das Thema, seine Form und seine dramaturgische Gestaltung knapp schriftlich zusammengefasst. Das Exposé lässt so „mögliche Schwächen eines Entwurfs ahnen“[51].
- Beim „ Kartenspiel “ wird „jedes Element [des Features] mit seinen wichtigsten Merkmalen auf ein eigenes Blatt“[52] notiert und auf dem Boden ausgelegt. Die schlüssigste Variante dient als Vorlage für die Gliederung des Features.
- Im „ Mischplan[53] werden die verschiedenen Elemente an Spuren nebeneinander gelegt. So wird der Ablauf sichtbar, zudem überladene und unausgewogene Passagen.
- Bei der „ Partitur “ wird jedes Element auf eine Karteikarte geschrieben, dann werden die Karteikarten zu Gruppen zusammengefasst und entsprechend farbig markiert. Anschließend ordnet man sie in der Reihenfolge ihres Auftretens über- und nebeneinander. Dadurch werden „Rhythmus und Dynamik [des Features] sichtbar“[54].
- Das „ Prinzip der Keimzelle “ funktioniert folgendermaßen: man notiert die Stellen des Features, von denen man schon konkrete Vorstellungen hat und arbeitet sich immer weiter vor, sodass die Sendung allmählich zusammenwächst.[55]

3.5.1.2 Stoffsammlung

Die Stoffsammlung gliedert sich in die Fakten-Recherche und die Originalton-Recherche, die man als Sonderform der Fakten-Recherche ansehen kann.

3.5.1.2.1 Fakten-Recherche

Fakten sind dabei alle Informationen über die sinnlich erfahrbare Wirklichkeit.

Haller definiert den Begriff „Recherche“ folgendermaßen:

„Das Recherchieren ist im engeren Sinne ein Verfahren zur Beschaffung von Aussagen über reales Geschehen, die ohne dieses Verfahren nicht preisgegeben, also nicht publik würden. Im weiteren Sinne ist es ein Verfahren zur Rekonstruktion erfahrbarer, d. h. sinnlich wahrgenommener Wirklichkeit mit den Mitteln der Sprache.“[56]

Arnold teilt die Recherche in die Basis- und in die Nachrecherche ein.

Ziel der Basisrecherche ist die „Verwirklichung eines eigenen Beitrags“[57]. Der Journalist sammelt Fakten und Meinungen, um sie anschließend in einer geeigneten Darstellungsform zu präsentieren. Laut Arnold verläuft sie in zwei Phasen. In der „explorativen Phase“ trägt der Rechercheur alle verfügbaren Informationen zusammen. In der Phase der „gerichteten Recherche“ werden einzelne Quellen speziell genutzt, „wobei […] sowohl verifiziert als auch falsifiziert werden muss“[58].

Im Gegensatz zur Basisrecherche dient die Nachrecherche lediglich zur Überprüfung und Ergänzung bereits vorhandener Informationen.[59]

Haller betont dabei, dass man pragmatisch und nicht perfektionistisch recherchieren soll: „Die Recherche ist nicht dann zu Ende, wenn der Journalist alles weiß (dann dauert sie nämlich ewig), sondern wenn alle nahe liegenden Fragen beantwortet […] werden können.“[60]

3.5.1.2.2 Originalton-Recherche

Die Originalton-Recherche kann man als Sonderform der Fakten-Recherche ansehen, weil die Originaltöne ebenfalls Fakten sind – auch sie geben Informationen über die sinnlich erfahrbare Wirklichkeit.

Originaltöne werden über ein Mikrofon aufgenommen und mit Hilfe eines Bandgeräts auf Tonträger gespeichert.[61] Anschließend werden sie per Kabel auf einen Computer übertragen, wo sie bearbeitet und montiert werden können.

La Roche unterscheidet drei Typen von Mikrofonen: das Kugel-, das Nieren- und das Keulen-Mikrofon.

- Kugel-Mikrofone „hören in jede Richtung gleich gut“[62].

- Der Aufnahmebereich des Nieren-Mikrofons ist beschränkt. Es „hört nierenförmig nach vorne“[63].

- Das Keulen-Mikrofon ist noch stärker gerichtet. Es nimmt nur Schallwellen auf, die von vorne aus einem schmalen keulenförmigen Bereich kommen.

Originaltöne kann man auch gegen Gebühr von Rundfunkarchiven beziehen, beispielsweise vom Deutschen Rundfunkarchiv in Frankfurt.

3.5.2 Manuskript

Die Umsetzung der Idee im Manuskript bezeichnet Kribus als den „zweiten medialen Zustand“[64]. Das Manuskript ist gekennzeichnet durch seine Form, die dramaturgische und die sprachliche Gestaltung.

3.5.2.1 Form

Ein formal schlecht verfasstes Manuskript kann den Sprecher ablenken, kann Versprecher, Überlängen, falsche Originalton-Einspielungen und ähnliche Pannen verursachen. Für die äußere Gestaltung des Manuskripts sollte man daher bestimmte Regeln einhalten.[65]

So sollte nur eine Seite des Blattes beschreiben werden, um unangenehme Nebengeräusche zu vermeiden, die beim Umblättern entstehen könnten. Ein großer Zeilenabstand ermöglicht sicheres Lesen und bietet Platz für Korrekturen, Aussprache- und Betonungszeichen. Absätze erleichtern die Übersicht über den Text. Zudem sollte man Wörter am Zeilen- oder Seiten-Ende nicht trennen. Zahlen werden am besten ausgeschrieben, um dadurch einen besseren Überblick über die Textlänge[66] zu erhalten.

3.5.2.2 Dramaturgie

Laut Zindel zählen „die ersten Sendeminuten […] zu den Schlüsselstellen eines Features“[67]. Der Einstieg bestimmt Struktur, Tonfall, Tempo und Grundfarbe der Sendung. Daher sollten zu Beginn „alle wichtigen Elemente […] vorgestellt werden“[68], die möglichst auch im weiteren Verlauf mehrmals auftauchen „mit durchdachter dramaturgischer Funktion“[69].

Er gibt sechs Möglichkeiten an, ein Feature zu gliedern:

Während beim „ Zirkelschluss “ das Anfangsmotiv am Schluss in verändertem Licht erscheint, wird die Geschichte bei der „ chronologischen Erzählung “ allmählich entfaltet, ohne Zeitsprünge oder Unterbrechungen. Getrennte Handlungsstränge können zusammenlaufen und sich zu einem schlüssigen Ganzen verknüpfen. Werden Beschreibung und Analyse gegeneinander montiert, wechseln sich reportageartige Schilderungen und hintergründige Deutung ab. Das Feature kann aber auch in Szenen unterteilt werden, die entweder aufeinander aufbauen oder auch alleine stehen können. Die „ Rahmenhandlung “ klammert dagegen eine durchgehende Erzählung ein oder teilt sie in mehrere Kapitel.

Diese Formen der Dramaturgie treten in der Praxis jedoch nur selten in Reinform auf.[70]

3.5.2.3 Sprache

Der Inhalt des Features erreicht mit der Vertonung seinen flüchtigsten und informationsreichsten Zustand. Zudem wird die Aufmerksamkeit des Hörers stärker gefordert als die des Lesers. La Roche begründet dies, indem er die Umstände des Hörens mit denen des Lesens vergleicht:

- Beim Hören ist man meist weniger konzentriert als beim Lesen.
- Im Gegensatz zum Hörer hat der Leser ständigen Überblick über den Text.
- Geschriebenes, das nicht verstanden worden ist, kann man unmittelbar darauf noch einmal lesen, beim Hörfunk gibt es diese Möglichkeit so jedoch nicht.[71]

Deswegen muss im Manuskript die Verstehbarkeit der Aussagen gewährleistet bleiben. Das geschieht am besten auf einer Sprachebene, die sich am Niveau des Durchschnittshörers orientiert. Dieser Sprachstil weist semantische, syntaktische und phonetische Besonderheiten auf.

Es werden konkrete Worte, Allerweltsausdrücke und wenig Fremdwörter verwendet. Die Wiederholung von Wörtern impliziert dabei eine Erhöhung der Redundanz.

Die Satzkonstruktionen sind einfach, das Aktiv wird dem Passiv und Parataxe der Hypotaxe vorgezogen. Die vorherrschenden Tempora sind Präsens und Präteritum.

Auf der lautlichen Ebene „kann es zu Kontraktionen und Assimilationen kommen“[72].

Der Feature-Autor kann sich dabei bestimmte sprachliche Freiheiten – beispielsweise syntaktische Brüche oder Verwendung von Dialektausdrücken – herausnehmen, um gegebenenfalls Figuren, die einen Dialog sprechen, besser darzustellen.[73]

3.5.3 Vertonung

Die Vertonung ist laut Kribus der dritte mediale Zustand. Sie stellt die „letzte Zugriffsmöglichkeit auf das Werk“[74] dar. Das vertonte Feature besitzt für den Hörer den größten Informationsgehalt.

Der Prozess der Vertonung teilt sich auf in das Sprechen des Manuskripts, die Bearbeitung der Originaltöne, die Montage und die Rezeption.

3.5.3.1 Sprechen des Manuskripts

Die Vertonung des Manuskripts geschieht meistens in Zusammenarbeit von Redakteur, Regisseur und Schauspieler.

Der Redakteur besetzt die verschiedenen Sprecher-Rollen mit passenden Schauspielern.

Der Regisseur vermittelt den Schauspielern seine Vorstellungen, die er über die jeweilige Rolle hat, führt und betreut sie beim Sprechen. Er ist somit die zentrale Figur in diesem Produktionsprozess.

Die Aufgabe des Schauspielers ist es, den schriftlich festgehaltenen Inhalt hörbar zu machen. Zugleich soll er das Interesse des Hörers wecken und ihm durch die Artikulation das Verstehen erleichtern. Seine Stimme formt den Satz durch Klang, Lautstärke, Intonation, Akzentsetzung und Duktus.[75]

La Roche schlägt darüber hinaus vor:

- Man sollte das Tempo dem Gewicht der jeweiligen Textstelle anpassen. Zentrale Passagen werden demnach langsamer gesprochen als nebensächliche.
- Der Sprecher sollte die natürliche Stimmlage wählen, die sogenannte Indifferenzlage.
- Der Text sollte durch Pausen gegliedert werden.
- Der Sprecher sollte versuchen, den Text nach dem Inhalt zu betonen.
- Zudem empfiehlt La Roche, „Sprechzeichen“ im Manuskript einzutragen: so werden beispielsweise Atempausen durch senkrechte Striche dargestellt, Staupausen durch Apostrophe, Betonungen durch doppelte und einfache Unterstreichungen. Die Stimmführung – Anheben, Absenken der Stimme – wird durch Pfeile deutlich gemacht.[76]

Nur in Ausnahmefällen wird der sachliche Sprecher-Tonfall abgelegt, und zwar in Spielszenen.

3.5.3.2 Bearbeitung der Originaltöne

Nachdem das Manuskript vertont worden ist, werden die Originaltöne bearbeitet, mit denen der Sprecher in Wechselwirkung tritt. Die Töne können sowohl äußerlich (durch Schnitt) verändert werden als auch innerlich (durch Bearbeitung der Tonsignale an sich). Das Programm „Nero Wave Editor, Version 1.0“[77], das auch für die Produktion des Beispiel-Features verwendet worden ist, bietet dafür verschiedene Möglichkeiten.

Beim Schnitt werden Tonsignale entfernt, die überflüssig sind. In „Nero Wave Editor“ geschieht das, indem man den gewünschten Abschnitt markiert und anschließend löscht.

La Roche hat einige Regeln für das Schneiden formuliert:

- So soll man Sinn- und Satzkomplexe entfernen, nicht lediglich „Einzelschnipsel“[78].
- Am Ende des Ausschnitts sollte die Stimme des Sprechers „unten“ sein, das heißt, die Satzmelodie sollte absinken.
- Das Anatmen des Sprechers zu Beginn der Aufnahme sollte man entfernen, Nachklang und -hall am Ende dagegen erhalten.

Zindel empfiehlt, sich bei der Bearbeitung der Originaltöne zurückzuhalten: „Ein verträgliches Maß an Pausen, Versprechern und Ääähs wirkt im Feature natürlicher als makellose Wortgebäude.“[79]

Die Veränderung der Ton-Signale an sich geschieht in dem Programm mittels verschiedener Funktionen. Zur Bearbeitung des Beispiel-Features wurden hauptsächlich die im Folgenden dargestellten sechs Funktionen verwendet.

- Mittels „Normalisieren“ wird die Lautstärke des lautesten Signals auf 100 Prozent ausgesteuert, die Lautstärken der übrigen Signale werden relativ dazu verändert. Diese Funktion wurde im Beispiel-Feature auf nahezu alle Ton-Dateien angewendet.

- Mit dem „Equalizer“ kann man die Lautstärken bestimmter Frequenzbereiche erhöhen oder erniedrigen. Wird beispielsweise ein niedriger Frequenzbereich verstärkt, bekommt die Aufnahme „mehr Bass“. Fast alle Ton-Dateien des Beispiel-Features wurden auf diese Weise bearbeitet.

- Durch „Transponieren“ werden die Signale eines bestimmten Abschnitts in ihrer Tonhöhe verändert: mit der „Grob-Abstimmung“ in Halbton-Schritten, mit der „Feinabstimmung“ in Hundertstelton-Schritten (0:54, Glockenschläge).

- Mit Hilfe der Funktion „Zeitkorrektur“ kann ein bestimmter Abschnitt langsamer oder schneller abgespielt werden. Dabei kann die Tonhöhe entweder proportional verändert oder beibehalten werden, wobei jedoch mitunter Verzerrungen entstehen, besonders wenn der Abschnitt langsamer wiedergegeben wird (4:50, die Schreibmaschinen-Geräusche wurden „beschleunigt“).

- Durch „Verzögerung“ wird ein bestimmter Abschnitt dupliziert. Die Duplikate werden nach dem Original jeweils zeitlich verzögert wiedergegeben. Mit jedem Mal werden sie dabei leiser, bis ihre Lautstärke schließlich null Dezibel beträgt. Durch diese Funktion kann beispielsweise ein Echo simuliert werden (15:22, „Willen…“).

- Durch „Hall“ werden die Reflexionen eines realen Raumes simuliert (10:56).

3.5.3.3 Montage

In diesem Arbeitsschritt werden die Sprecher-Texte und die Originaltöne montiert und gemischt. Die Montage geschah bei der Produktion des Beispiel-Features mit dem Programm „Magix Music Maker, Version 3.0“[80].

Die Wirkung des Gesamtwerks hängt hauptsächlich von drei Faktoren ab, die man bei der Montage beeinflussen kann, und zwar von den Übergängen zwischen den Tönen, von Lautstärke und Tempo.

Zindel unterscheidet zwischen neun verschiedenen Formen des Übergangs:

- Beim Schnitt lösen sich aneinander gereihte Töne ohne Ankündigung in Sekundenbruchteilen ab. Dieser Übergang wirkt rasch und zumeist hart (5:42).
- Relativ angenehm empfindet der Hörer den harmonischen Schnitt. Dabei werden nur solche Töne aneinander gereiht, die akustisch zueinander passen (0:01 bis 0:14).
- Beim disharmonischen Schnitt, der durch „‚Abreißen’ des einen Geräusches und ‚Hereinplatzen’ des anderen“[81] gekennzeichnet ist, erschrickt der Hörer mitunter und fühlt sich überrumpelt (21:27).
- Die Blende stellt dagegen einen weicheren Übergang dar als der Schnitt. „Eingeblendete Melodien tauchen allmählich neben bereits Hörbarem auf“[82], indem sie von null Dezibel auf ihre eigentliche Lautstärke angehoben werden (9:30, Händel-Musik).
- Bei der Kreuzblende werden Töne so ineinandergeblendet, dass „ein Element das andere in fließendem Übergang ablöst“[83]. Diese Art des Übergangs wirkt ruhig und harmonisch (ab 15:21, Geigen).
- Unruhe und Spannung erzeugt dagegen die Sturzblende. Dabei werden die Töne schneller ineinandergeblendet als in der Kreuzblende (10:35, Gemurmel).
- Beim allmählichen Zumischen werden mit der Zeit immer mehr Töne hinzugefügt, so dass sie einen Gesamtklang ergeben, der anschwillt. Durch diese Methode wird der Hörer „regelrecht in Bann geschlagen“[84] (23:00).
- Das allmähliche Ausdünnen ist das Gegenteil des allmählichen Zumischens; die Wirkung ist in etwa gleich (ab 48:10, Gemurmel).
- Akzente markieren Zeitsprünge und Ortswechsel. Oft dient dabei ein relativ lauter Ton als Verbindung zwischen den jeweiligen Teilen (10:30).[85]

Die Lautstärke hat eine hohe Bedeutung für die Dramaturgie eines Features. Der Wechsel zwischen laut und leise kann Spannung erzeugen, hohe Lautstärken können bestimmte Passagen hervorheben und somit das Feature strukturieren.

Jedoch sollte man Steigerungen in der Lautstärke dramaturgisch vorbereiten, indem man Stimmungen mit leisen Tönen andeutet, „damit sich Lautes entsprechend abheben kann“[86].

Eine Sonderstellung räumt Zindel der Stille ein: „Die vollkommene Stille zählt zu den wirkungsvollsten dramaturgischen Mitteln des Features.“[87]

Laut Zindel ist für das Feature ein langsames Tempo charakteristisch: „Grundsätzlich sollte der Erzählstrom einer langen Sendung ruhiger fließen als der eines zweiminütigen Beitrags – Ruhe heißt nicht Langeweile“[88].

Er gibt vier Gründe dafür an, warum ein „akustischer Film“ langsamer ablaufen sollte als ein optischer: Erstens ist das Erkennen von akustischen Bildern schwieriger als das von optischen Bildern. Der Zuhörer braucht daher mehr Zeit als der Zuseher, um die Bilder wahrzunehmen. Zweitens benötigen Originaltöne Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Drittens besteht die Gefahr, dass der Hörer abschaltet, wenn er mit einer zu großen Informationsmenge überflutet wird. Viertens sind Töne aufgrund ihrer Räumlichkeit[89] komplexer als Bilder.[90]

Langsames Tempo wird beispielsweise erzeugt durch lange Sprecherpassagen, Stimmen relativ alter Menschen, Kreuzblenden, langsame Musik oder große Zäsuren.[91]

Schnelles Tempo erreicht man durch rasche Sprecherwechsel, knappe Sätze oder harte, laute Geräusche.[92]

3.5.3.4 Rezeption

Indem das Produktionsteam das Feature abhört, kann es mögliche Schwächen entdecken, die im Studio behoben werden können. Das ist die erste Stufe der Rezeption.

Die zweite Stufe bildet die Rezeption durch den Hörer. Sie hängt von drei Faktoren ab:

- von der Affinität des Hörers zum Thema – der Hörer muss interessiert und neugierig sein;
- von der intellektuellen Gleichheit zwischen Sendung und Hörer bezüglich Sprache und Inhalt;
- von der äußeren Hörsituation: der Hörer darf beispielsweise nicht abgelenkt werden.

Mit der Rezeption durch den Hörer ist das Feature als Gesamtkunstwerk abgeschlossen.[93]

4 Beispiel für ein Feature: 125 Jahre Max-Reger-Gymnasium

In dem Beispiel-Feature „125 Jahre Max-Reger-Gymnasium“ wurden die Erkenntnisse aus Kapitel 3 angewendet.

In zwei Jahren wird das Max-Reger-Gymnasium 125 Jahre alt. In diesem Feature soll die Geschichte der Schule dargestellt werden.

4.1 Manuskript

„125 Jahre Max-Reger-Gymnasium“

45-minütiges Feature

Regie:

Wind, Geigen, acht Glockenschläge, dann Gemurmel aus der Fußgängerzone.

Stadtführer:

Willkommen in der heimlichen Hauptstadt der Oberpfalz – in Amberg! Wir stehen hier auf dem Marktplatz. Die Kirche vor uns ist die Basilika St. Martin. Sie gilt als die bedeutendste gotische Hallenkirche der Oberpfalz. Im Jahre 1421 hat man damals angefangen, sie zu bauen – mehr als hundert Jahre später war sie endlich fertig.[94]

Und von dem Berg da oben grüßte damals die Burg der Ammenberger ins Tal. Amberg hat seinen Namen von dieser Burg. Später bauten die Amberger, im dreißigjährigen Krieg, wegen der Pest eine Kapelle, die aber bald zu klein wurde. Um 1700 entstand diese Kirche, die Mariahilf-Bergkirche.[95]

Regie:

Schritte, Gemurmel wird leiser, dann Rauschen der Vils, Schritte hören auf.

Stadtführer:

Schon vor tausend Jahren hat Amberg Erz und Eisen an andere Städte verkauft. Auf der Vils, das ist der Fluss, der durch Amberg fließt, sind Schiffe in Richtung Regensburg gefahren. Dort ist das Eisen in Salz umgetauscht worden und die Schiffe sind wieder zurückgefahren. Obwohl – so richtig gefahren sind sie nicht, sie sind flussaufwärts von Pferden getreidelt worden.[96]

Die feinste Spezialität unserer kleinen Stadt ist das Bier. Vor hundert Jahren hat es gut ein Dutzend Brauereien hier gegeben.[97] Jetzt sind es nur mehr sechs.

Regie:

Schritte, Vils-Rauschen leiser, Schritte hören später auf.

Stadtführer:

Haben’S schon gewusst, dass das kleinste Hotel Europas hier in Amberg steht? Es heißt „Eh’-Häusl“ und ist bloß ungefähr drei Meter breit. Wer früher vorgehabt hat zu heiraten, hat Grundbesitz gebraucht. Paare, die arm gewesen sind, haben deswegen die Ämter ausgetrickst: sie haben das „Eh’-Häusl“ für nur sieben Gulden gekauft, haben somit ein Grundstück besessen und heiraten dürfen. Später haben sie dann das Haus weiterverkauft an andere Heiratswillige.[98]

Regie:

Schritte.

Stadtführer:

Amberg ist zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde erwähnt worden. Das war im Jahr 1034. Für fast ein Viertel Jahrtausend, von 1388 bis 1621, war die Stadt das Zentrum der Oberpfalz. Deswegen heißt Amberg heute auch „ die heimliche Hauptstadt der Oberpfalz“. Seit dem 17. Jahrhundert hat es politisch immer mehr an Bedeutung verloren.[99]

Aber als Schulstadt hat sich Amberg mittlerweile einen Namen gemacht. Denn bei uns stehen – bei nur vierundvierzigtausend Einwohnern – bedeutende Bildungseinrichtungen wie die Provinzialbibliothek und das Staatsarchiv.

Regie:

Verkehrslärm.

Stadtführer:

Wir haben fast zwanzig Schulen: eine Fachhochschule, eine Wirtschaftsschule, eine Fachoberschule, mehrere Volks- und Berufsschulen, eine Realschule – und vier Gymnasien.

Regie:

Schritte hören auf, Reger-Musik leise unter Text.

Stadtführer:

Eines davon ist das da: das Max-Reger-Gymnasium. In der ganzen Oberpfalz ist es das einzige Gymnasium mit einem Internat.

Die Geschichte des MRG ist lang. Es ist eine Geschichte mit viel Licht aber auch viel Schatten. Übrigens: heuer feiert das Max-Reger-Gymnasium Jubiläum. Es wird hundertfünfundzwanzig Jahre alt.

Regie:

Reger-Musik lauter.

Uhrticken, geht in Schreibmaschinengeräusch über, darüber Zitator.

Zitator:

Amberg. Am 2. Oktober 1880 wurde die Lehrerbildungsanstalt eröffnet. Regierungscommissär Tucher vereidigte den Vorstand und mahnte in seiner Ansprache die zweihunderteins Zöglinge zu Fleiß, zu Gehorsam gegen ihre Vorgesetzten und zu pünktlicher Befolgung der Hausordnung; Anschließend besichtigte er mit den Lehrern die Anstalt. Am Abend fand ein Konzert statt zu Gunsten der Lehrerwaisenstiftung.

Die Lehrerbildungsanstalt war – unter Protest konservativer Kreise – erbaut worden, um künftigen Oberpfälzer Lehrern eine Ausbildung in ihrem Heimatbezirk zu ermöglichen. Zuvor hatten sie dazu nach Eichstätt oder in Städte anderer Bezirke ziehen müssen.

Die Ausstattung der Unterrichtsräume erfolgte unter dem besonderen Aspekt der musischen Erziehung: Zehn Prozent der bereitgestellten hunderttausend Mark wurden für Musikinstrumente aufgewandt.[100]

Regie:

Naturgeräusche, Vogelstimmen oder ähnliches.

Sprecher:

Zwei Jahre lang hatte man an ihr gebaut, jetzt, 1880, stand sie endlich da: die Lehrerbildungsanstalt. Ein Gebäude mit Elementen des Neu-Barock und der Neu-Renaissance, drei Etagen hoch, über dem Portal das Wappen des Königreichs Bayern. Im Innern, vom Schulgebäude umgeben, lag der Lichthof, an dessen Seiten zwei Toiletten-Türme die Wände empor ragten. Hinter dem Schulhaus befand sich das Wirtschaftsgebäude mit einem Badelokal, einer Waschküche und einem Schweinestall; dazu der Turnhof mit Halle und Kegelbahn.[101]

Drinnen im Gebäude saßen die Schüler, zweihunderteins an der Zahl, davon einhundertvierzig Internatsschüler.[102] Erst hatten sie sechs Jahre lang die Volksschule besucht, nun sollten sie zu Lehrern ausgebildet werden, erst für drei Jahre in der Präparanden-Schule, danach für zwei Jahre im Lehrerseminar. Ab 1912 wurden die beiden Abschnitte zu einem einzigen zusammengelegt, der sechs Jahre dauerte.[103] Lehrer sollten aus den Schülern werden, und sie sollten sich auch so benehmen, wie man es von einem Lehrer erwartete. Die Hausordnung machte ihnen strenge Vorschriften:

Zitator:

[Die Zöglinge] sollen [den Lehrern der Anstalt] mit Offenheit entgegenkommen und jede Heuchelei und Verstellung vermeiden. Ungehorsam gegen die Vorgesetzten und Beleidigungen jeder Art werden mit geschärfter Strafe und im Wiederholungsfalle mit der Entlassung aus der Anstalt beahndet.

In den Wintermonaten wird morgens um ½ 6 Uhr, in den Sommermonaten um 5 Uhr, an Sonn- und Feiertagen eine halbe Stunde später aufgestanden. Um 9 Uhr abends wird […] zu Bette gegangen. In den Schlafsälen herrscht unbedingte Ruhe. Dieselben sind während der Nacht beleuchtet.

Karten- und Würfelspiele, sowie Spiele um Geld sind untersagt. Die Privatlektüre der Zöglinge unterliegt der Kontrolle.

Den Zöglingen [wird] als ein Zeichen des Vertrauens gestattet, an zwei […] Wochentagen unmittelbar nach Tische eine Stunde lang auszugehen.

Der Besuch von Gasthäusern, Bier- und Weinschenken, öffentlichen Vergnügungsorten und Tanzplätzen, Kaffeehäusern und Konditoreien ist wie die Zusammenkunft zum Trinken und anderen unerlaubten Zwecken in Privathäusern strengstens verboten.[104]

Sprecher:

Das Benehmen war das eine. Doch künftige Lehrer sollten auch viel wissen. Daher wurden sie in vielen Fächern ausgebildet: in traditionellen wie Religion, Deutsch, Mathematik, Geschichte und Musik, zwar in keiner Fremdsprache, dafür aber in exotischen Fächern wie Schönschreiben, Gemeindeschreiberdienst, Kirchendienst oder Obstbaumzucht.[105] Das letzte, die Obstbaumzucht, beherrschten die Schüler offenbar recht gut. 1883 wurde ein Obstgarten eingerichtet, den die Schüler so sorgfältig pflegten, dass sie ihr Obst ausstellen konnten und Diplome und Medaillen für ihre Äpfel und Birnen bekamen.[106] Selbst von oben erhielten die Schüler Lob für ihre Bäume:

Zitator:

Am 8. April 1905 besuchte Herr Obstbaukonsulent Rebholz mit Herrn des ebenhier sattfindenden Obstbaukurses den Garten der Anstalt und sprach seine Befriedigung aus über den Stand der Obstkultur, der seine vorbildliche Wirkung auf den ganzen Regierungsbezirk nicht verfehlen werde.[107]

Sprecher:

Bis 1900 gab es so viele Äpfel und Birnen, dass jeder Schüler bis in den März hinein wöchentlich einen Teller voll davon bekam. Doch die Schüler ernährten sich nicht nur gesund, sie trieben auch viel Sport: im Winter liefen sie Eis, im Sommer gingen sie ins Bad und spielten Fußball.

Dennoch gab es viele Todesfälle: Jedes zweite Jahr starben ein oder zwei Schüler, meist an Lungentuberkulose.

Da kam den Schülern ein bisschen Abwechslung ganz gelegen. Sie machten bei Vorträgen mit, besuchten Physik- und Theatervorführungen und spielten manchmal selbst. Auch hohe Feste gab es, so beispielsweise eines zum hundertsten Geburtstag des Königreichs Bayern, eines anlässlich des Regierungsantritts von Wilhelm II. vor fünfundzwanzig Jahren, und welche zu den Wiegenfesten des Prinzregenten Luitpold.

Eines Tages, im Jahre 1887, war der übrigens zu Besuch gekommen. Das war zugleich der Höhepunkt in der Geschichte der LBA in der Zeit bis 1914.[108]

Regie:

Traditionelle Musik aus dem 17. oder 18. Jahrhundert wird eingeblendet, beispielsweise Händel, Wassermusik.

Zitator:

Das erfreulichste Ereignis in der Geschichte des letzten Schuljahres und zugleich in der Geschichte der Anstalt bildete die Besichtigung der letzteren durch Seine Königliche Hoheit den Prinz-Regenten Luitpold am 6. Mai 1887. Da dieser allerhöchste Besuch völlig unerwartet stattfand, konnte Seine Königliche Hoheit in der Anstalt leider nicht den Empfang finden, der angemessen gewesen wäre. […] Königliche Hoheit geruhten, von der Einrichtung der Wohn- und Schlafräume Allergnädigst Kenntnis zu nehmen, Speisesaal und Festsaal zu besichtigen, sich über die Lebensweise der Zöglinge und über verschiedene Anstaltsverhältnisse zu erkundigen, auch über Haltung und Aussehen der Schüler Höchstihre Befriedigung auszusprechen.[109]

Regie:

Schüsse, Geige, Gemurmel, darüber Zitator.

Zitator:

Einer grauenvollen Bluttat sind der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn und seine Gattin, die Herzogin von Hohenberg, zum Opfer gefallen. Durch Schüsse serbischer Fanatiker wurden sie ermordet, nachdem sie einem Bombenattentat, durch das einige Offiziere aus ihrem Gefolge und einige Personen aus dem Publikum verwundet wurden, entgangen waren.[110]

Sprecher:

Österreich nahm den Mord an dem Thronfolger zum Anlass, Serbien anzugreifen. Und Deutschland, das mit Österreich verbündet war, wurde mit in den Konflikt gezogen. Am 1.August 1914 erklärte es Russland den Krieg.

Am selben Tag beschlagnahmte die Militärbehörde das Gebäude der Lehrerbildungsanstalt und besetzte es bis zum Dezember. Im Januar kehrten die Zöglinge schließlich in die Schule zurück. Es waren allerdings nur recht wenige, weil sich ein großer Teil freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte. Während des Schuljahres zogen immer mehr Schüler freiwillig in den Krieg, so dass am Ende nur mehr siebzig Schüler in der Anstalt blieben – von ursprünglich einhundertachtundachtzig. Sechsundvierzig Kriegsteilnehmer aus der LBA überlebten das Jahr 1915 nicht.

Diejenigen, die in Amberg zurückgeblieben waren, wurden als Erntehelfer eingesetzt oder sammelten für das Rote Kreuz.

Doch während die Schulleitung die Erfolge des Heeres an der Front bis zum letzten Kriegsjahr pries, erwähnte sie nicht die katastrophale Versorgungslage in der Heimat. Die Heimschüler an der LBA hatten kaum etwas zu essen. Zu den wichtigsten Nahrungsmitteln gehörten Futterrüben, an denen sich in besseren Zeiten nur Kühe und Schweine sattgefressen hatten.

Die Bilanz des Krieges war erschütternd: Drei Lehrer und einhundertneunundneunzig Schüler starben in dem Krieg, der vom Deutschen Reich ursprünglich als Blitzkrieg geplant war, sich jedoch über vier Jahre hinzog und in einer schweren Niederlage für Deutschland endete.[111]

Regie:

Geige verhallt, Text steht alleine, ohne Musik.

Sprecher:

Dem Krieg folgten im November 1918 Unruhen im Inneren des Landes. Am 9. November erklärte Reichskanzler Prinz Max von Baden, dass der Kaiser Wilhelm II. abgedankt hatte. In Bayern wurde Ludwig III. vom aufgebrachten Volk vertrieben. An die Stelle der Monarchie trat die Weimarer Republik.[112]

Eine neue, bessere Zeit schien anzubrechen, auch in der Amberger Lehrerbildungsanstalt. Die Schule wurde modernisiert. Sie bekam einen Telefonanschluss und elektrisches Licht, was in den dunklen Räumen der Anstalt auch notwendig war. Einige Jahre zuvor, 1913, hatte der Unterricht im Winter eine Viertelstunde später begonnen – um die Augen der Schüler zu schonen.

Bald aber schlitterte die Weimarer Republik in die Krise, so auch die Lehrerbildungsanstalt. Von 1920 bis 28 ging es der Schule finanziell derart schlecht, dass sie nicht einmal mehr Jahresberichte drucken lassen konnte. Auch um weitere Kosten zu sparen, verordnete das Ministerium im Jahre 1924, dass die LBA jährlich nur mehr zehn neue Schüler regulär aufnehmen durfte. Die strenge Auswahl und die kleinen Klassen führten letztendlich zu einer Leistungssteigerung innerhalb der Schule. In dieser Zeit wurde übrigens auch eine Art Schuluniform eingeführt. Sie bestand aus einer violetten Mütze und einem Band, das je nach Klasse verschiedenfarbig war.

Doch trotz aller materieller Nöte gab es auch weiterhin Gedenkveranstaltungen und Feste, beispielsweise anlässlich des zehnten Jahrestages des Versailler Friedensvertrags, des Weltrundflugs des „Grafen Zeppelin“ und zum sechzigsten Geburtstag des Deutschen Reichs, das zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr existierte. Die Weimarer Republik war aber offenbar keiner Feier wert. Es gab weder ein Fest beispielsweise zum zehnten Geburtstag der Republik, noch wurden die Verfassung und das neu eingeführte allgemeine Wahlrecht in irgendeiner Form berücksichtigt.[113]

Doch darin – im Nicht-Beachten der Weimarer Republik – machte die LBA keine Ausnahme. Die neue Staatsform war vielmehr im größten Teil der Bevölkerung nicht verankert, sehnten die Leute doch die gute alte Zeit des Kaiserreichs herbei. Krisen und Unruhen verstärkten das Misstrauen in die Demokratie und in die neue Republik, an deren Spitze zudem ein greiser Mann stand, der am liebsten wieder die Monarchie eingeführt hätte.

Die Folgen waren katastrophal.

Regie:

Applaus der Masse, Hitler (aus der Rede vom 10. Februar 1933 im Berliner Sportpalast): „Und es ist nicht vermessen… Gib uns vier Jahre Zeit... Ich tat es um deiner selbst Willen…“, verhallt; Geigen.

Sprecher:

Mit der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 begann das wohl dunkelste Kapitel der Geschichte Deutschlands – und auch auf die Amberger Lehrerbildungsanstalt warf der Nationalsozialismus Schatten.

Nach ’33 machte das Kultusministerium den Lehrern und Schülern immer mehr und immer radikalere Vorschriften. Die Religion beispielsweise war vor dem Jahr der Machtergreifung ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Schüler. Jeden Sonntag, jeden Feiertag und dreimal pro Woche gingen sie in die Kirche, viermal im Jahr zur Beichte und jedes Jahr marschierten sie bei der Fronleichnamsprozession mit. Der Schülerchor trat bei verschiedenen Anlässen in den Kirchen auf, und in den Jahresberichten war der Abschnitt über das religiöse Leben viele Seiten dick.

Doch nach 1933 änderte sich das: Lehrer und Schüler durften nun nicht mehr bei der Prozession mitmachen. Die Seiten, auf denen in den Jahresberichten über religiöse Aktionen der Schüler berichtet wurde, wurden immer weniger, ab 1939 gab es überhaupt keinen solchen Abschnitt mehr. Das Kultusministerium verbot schließlich der Schule, Gottesdienste zu gestalten.

Zitator:

Die Veranstaltung von Gottesdiensten ist Aufgabe der Kirchen, nicht der Schulen. Von Schulen sind [deshalb] keine Gottesdienste mehr zu veranstalten.[114]

Sprecher:

Feste für die Nationalsozialisten zu veranstalten, war der Schule dagegen erlaubt. In den Jahren 33/34 beispielsweise war das vierzehnmal der Fall; eine der Feiern war der „ Eröffnung des neugewählten Reichstages und […] [der] nationalen Erhebung[115] gewidmet. Ein Lehrer, der zugleich Ortsgruppenführer der NSDAP war, wurde zum Oberbürgermeister der Stadt Amberg ernannt. Und deshalb sang der Schülerchor nun nicht mehr in der Kirche, sondern bei der Weihnachtsfeier der NSDAP-Ortsgruppe. Die Lehrer der LBA waren überhaupt recht aktiv, was das Feiern anging. Am 1. Mai kamen sie im Schulgebäude zusammen und feierten den Tag der Arbeit im kleinen Kreis – die Schüler waren derweil noch in den Ferien.

Am 27. September des gleichen Jahres wurde der „Deutsche Gruß“ verbindlich, am 7. März 34 die „erweiterte“ Fassung. Damit Schüler und Lehrer ja keinen Fehler machten, lieferte das Kultusministerium die Anleitung dazu gleich mit:

Zitator:

Der Lehrer tritt vor Beginn jeder Unterrichtsstunde vor die stehende Klasse und grüßt als erster, indem er den rechten Arm erhebt und dabei die Worte ‚Heil Hitler’ spricht. Die Klasse erwidert den Gruß in der gleichen Weise.[116]

Sprecher:

Selbst im Religions-Unterricht war der Gruß vorgeschrieben – neben dem „gelobt sei Jesus Christus“.

Vor 1933 war es den Schülern verboten, in der Schule irgendwelche Abzeichen zu tragen. Nach 33 jedoch durften sie Nazi-Abzeichen zeigen.

Nazi-Gegner unter den Lehrern wurden per Bescheid vom Kultusministerium aus der LBA verbannt:

Zitator:

Lehrer, deren freidenkerische und marxistische Grundsätze in der Schule sich auswirken, können für die Zukunft mit einer Ausübung ihrer Lehrtätigkeit an bayerischen Schulen nicht mehr rechnen.[117]

Sprecher:

Die Schüler dagegen wurden systematisch „umerzogen“. Der Lehrplan im Fach Geschichte war aufgeteilt in vier große Themen: Das erste war der Weltkrieg. Pflichtstoff darin: die Dolchstoßlegende. Thema zwei und drei gingen über die Jahre 1918 bis 30; Schlagwort: „Deutsche Not – deutscher Freiheitskampf“. Das vierte schließlich behandelte die Jahre bis zur Machtergreifung. Pflichtstoff hierin: „Hitler wird Kanzler. Von hier ab Aufbruch der Nation von nie dagewesenen Ausmaßen.“[118] Dafür, dass den Schüler die neuen geschichtlichen Fakten in guter Erinnerung blieben, hatte das Kultusministerium ebenfalls ein Rezept parat:

Zitator:

Nach Abschluss dieses Lehrgangs […] soll die letzte Stunde zu einer erhebenden Schulfeier ausgestaltet werden mit kurzen Ansprachen eines Lehrers und eines Schülers über den Aufbruch der Nation. Singen vaterländischer Lieder. Flaggenschmuck.[119]

Sprecher:

Rassengesetze und die Vererbungslehre der Nazis waren Pflichtstoff im Abitur – niemand durfte davon befreit werden.

Werke, die nicht in die NS-Ideologie passten, wurden befehlsgemäß entfernt.

Zitator:

Bücher und Schriften bolschewistischen, marxistischen international-pazifistischen und atheistischen Inhalts sind sorgfältig auszuscheiden.[120]

Sprecher:

Die Schüler hatten nun zwar weniger Bücher zum Lesen, dieses Defizit wurde aber ausgeglichen, und zwar durch die Nazi-Zeitschrift „Hilf mit!“ – die lasen Schüler aller Klassen.

Um sicherzugehen, dass die Lehrer ihren Schüler ordnungsgemäß die neue Ideologie einpaukten, ließ sich das Kultusministerium Hausaufgaben zuschicken.

Aber recht viele Unterrichts-Proben wird das Ministerium von den Schülern der LBA wohl nicht bekommen haben. Denn laut Befehl von oben durften die Lehrer denjenigen Schülern kaum Hausaufgaben aufgeben, die der Hitlerjugend angehörten. Und das waren unter den LBA-Schülern nicht gerade wenige: bereits 1933 waren sechsundneunzig Prozent von ihnen HJ-Mitglieder und ab 1937 waren alle Schüler verpflichtet, der HJ beizutreten.[121]

Regie:

Allmählich hellerer Ton, der in Dur übergeht.

Sprecher:

Auch Hans Baumann, einer der bekanntesten Schüler der LBA, begeisterte sich für die Hitlerjugend. Er wurde am 22. April 1914 geboren und kam 1927 an die Lehrerbildungsanstalt. Bereits dort fiel er mit eigenen Gedichten und Prosastücken auf. Wenige Jahre später wurde er HJ-Führer und schrieb Lieder für die Hitlerjugend. Bald, im Jahre 1933, entdeckten die Nationalsozialisten seine Begabung für Literatur und Poesie und holten ihn nach Berlin, wo Baumann Mitarbeiter in der „Abteilung Laienspiele der Reichsjugendführung“ wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich offenbar seine Einstellung. Nun schnitzte er Holz, schrieb Kinderlieder und Jugendbücher, die teilweise sogar mit Preisen gekrönt wurden, und übersetzte Kinderliteratur aus dreiundzwanzig Sprachen, selbst aus dem Japanischen und aus so exotischen Sprachen wie Afrikaans oder Zulu. Am 7. November 1988 starb Hans Baumann.[122] Noch immer wird über seine Rolle im Nationalsozialismus diskutiert. Einige meinen, dass er zu den Verführern gehörte – andere zählen ihn dagegen zu den Verführten des Nationalsozialismus und sogar zu den „ wichtigsten Autoren für den Neubeginn der westdeutschen Kinder- und Jugendliteratur[123].

Regie:

Hitler über Kriegsbeginn (aus der Rede vom 1. September 1939 im Reichstag), Herzklopfen, MG-Feuer.

Sprecher:

Am 1. September 1939 überfiel Hitler Polen. Der Zweite Weltkrieg begann. Die Lehrerbildungsanstalt hieß bereits seit vier Jahren „Deutsche Aufbauschule“, und führte nun innerhalb von sechs Jahren zum Abitur. In ihr wurden seit Neuestem auch Mädchen unterrichtet. Doch bald war von der Schule nicht mehr viel zu sehen:

Im Februar 39 wurde die Turnhalle zum Getreidelager, sodass die Schüler zum Sportunterricht in den Speisesaal ausweichen mussten. Im September des Jahres 44 wurde die Mädchen-Oberrealschule in die Aufbauschule verlegt, während der Weihnachtsferien war die Schule ein Auffanglager für Flüchtlinge. Einen Monat darauf wurde im Erdgeschoss und im ersten Stock ein Hilfskrankenhaus eingerichtet, im zweiten Stock lagerten Flüchtlinge. Die Zöglinge hatten kaum mehr Unterricht. Alle vierzehn Tage versammelten sich die Amberger Schüler zu Unterrichtsappellen. Dort bekamen sie Arbeiten für zuhause auf. Den auswärtigen Schülern wurden die Aufgaben zugeschickt. Ab dem 10. April gab es überhaupt keinen Unterricht mehr.[124]

Schließlich kam der Krieg auch nach Amberg: Am 9. April fielen im Südosten der Stadt Bomben. Zwei Wochen später rückten die Amerikaner in Amberg ein.[125]

Regie:

Sirene, Bombenexplosion, Hall.

Dann mehrere Sekunden lang Stille.

Leise, melancholische Musik, beispielsweise Wagner, Lohengrin-Ouvertüre

Sprecher:

Am 9. Mai 1945 unterzeichnete Deutschland die bedingungslose Kapitulation. Der Zweite Weltkrieg war nun endgültig vorbei. Vier Lehrer und zweihundertdreiundzwanzig Schüler hatten ihn nicht überlebt. Drei Tage nach der Kapitulation kam die UNRRA, eine Organisation zum Schutz von Flüchtlingen und sogenannten „verschleppten Personen“.[126] Sie besetzte das Gebäude der Aufbauschule. Die neuen Bewohner gestalteten die Schule nach ihren Wünschen um: sie durchwühlten das Haus, verbrannten Bücher, rissen Instrumente aus den Schränken und im Juni zündeten sie sogar das Gebäude an. Das Feuer zerstörte das Heim und das Dach. Weil erst ziemlich spät ein Notdach errichtet wurde, regnete es in das Gebäude, Schwammbefall war die Folge.

Währenddessen bemühte man sich in der Aufbauschule, den Unterricht wieder zu beginnen. Die Schule war zu dem Zweck in das Gebäude des Landgerichts verlegt worden, Tische und Stühle stammten zum Teil aus dem humanistischen Gymnasium. Einige Lehrer wurden behelfsmäßig angeheuert, beispielsweise der Künstler Walter Dolch. Für die auswärtigen Schüler, rund einhundertfünfzig an der Zahl, gab es kaum Platz, denn Amberg war nach dem Zuzug von Flüchtlingen um fast das Doppelte gewachsen und restlos überfüllt. Die Schüler mussten daher meist in Massenquartieren und in Studentenbuden wohnen, die im Winter nicht geheizt werden konnten. Andere Schüler, die während des Krieges in die Aufbauschule gegangen waren, kamen nun nicht mehr, weil ihre Eltern die Ausbildung oft nicht mehr bezahlen konnten oder eine handwerkliche Lehre für sinnvoller hielten.

Für unterernährte Kinder und Jugendliche – und die Zöglinge der Aufbauschule waren allesamt unterernährt – bot die Militärregierung später kostenlose Schulspeisungen an. Zum Anziehen hatten die Schüler kaum etwas, meist trugen sie abgeänderte oder gefärbte Uniformen. Schwierig war auch, Hefte und Stifte für den Unterricht zu besorgen. Lehrbücher und Papier gab es nur begrenzt, die Schule nahm deswegen zur Not die alten Schulbücher her.

Nichtsdestotrotz begann am 15. November 1945 der Unterricht in den Räumen des Landgerichts. Die Aufbauschule war somit die erste Anstalt Ambergs, die wieder den Betrieb aufnahm. Wenig später jedoch musste sie schon wieder umziehen. Im Jahre 47 kam sie in die Räume der Luitpoldschule, die rund zweihundert Meter vom eigenen Gebäude entfernt lag. Weil es dort keine Orgeln gab, mussten die Schüler zum Üben in Kirchen gehen.

Im September 1949 gab die Internationale Flüchtlingsorganisation nach viereinhalb Jahren Besatzung das ursprüngliche Schulgebäude frei. Die Aufbauschule hatte mittlerweile ihren Namen geändert und hieß nun wieder wie einst: „Lehrerbildungsanstalt“. Das Gebäude der LBA befand sich in einem schlechten Zustand. Bis auf drei Tische und zwei Pulte waren sämtliche Räume des Gebäudes leer, Decken und Fußböden waren vom Schwamm befallen. Eine Renovierung war dringend nötig, die Schüler mussten solange in der Luitpoldschule bleiben.

Die Bauarbeiten begannen im Februar 1950 und zogen sich ein Jahr lang hin, auch weil der Staat zeitweise kein Geld übrig hatte. Am 20. Dezember 1951 wurde die LBA eröffnet. Die Schüler kehrten endlich wieder in ihre alten Unterrichtsräume zurück. Die Renovierung des Internats im zweiten Stock, das damals das Feuer zerstört hatte, dauerte noch weitere fünf Jahre. Eine Handvoll Heimschüler, siebenundzwanzig an der Zahl, zogen schließlich in den Westflügel des Gebäudes ein, der notdürftig fertiggestellt worden war.[127]

In den Nachkriegsjahren wurde die Struktur der LBA mehrmals verändert: 1947 befahl die Militärregierung, die Lehrer zukünftig nicht mehr an Lehrerbildungsanstalten, sondern auf Universitätsebene auszubilden. Die LBAs behielten zwar vorläufig ihren Namen bei. Doch 1949 verfügte das Kultusministerium, dass sie nun zu höheren Schulen mit Kurzform umstrukturiert wurden, das heißt, die Schüler dieser Anstalten bekamen nicht nach acht, sondern bereits nach sechs Jahren das Abitur, ab 1951 nach sieben Jahren. Die Amberger LBA hieß nun „Lehrerbildungsanstalt mit Oberschule in Kurzform“. Wer Volksschullehrer werden wollte, konnte nach dem Abitur einen Kurs an der LBA besuchen und dort seine erste Lehramtsprüfung ablegen. Wenig später, 1954, hieß die LBA nun „Deutsches Gymnasium“. Künftige Lehrer wurden nun an eigenständigen „Instituten für Lehrerbildung“ unterrichtet.[128]

Im „Deutschen Gymnasium“ wurde besonders viel Wert – der Name sagt es bereits – auf das Fach Deutsch gelegt. Auch Mathematik, Physik, Latein, Englisch und Musik zählten zu den Kernfächern. Die Schüler mussten außerdem ein Instrument spielen lernen. Die meisten wählten dafür das Klavier. Aber vielen war das offenbar nicht genug. Ein Viertel aller Schüler des Amberger „Deutschen Gymnasiums“ wählte freiwillig ein zweites Instrument und jeder Schüler war entweder im Chor oder im Orchester.

Und auch der Umgang der Lehrer mit den Schülern wurde lockerer. Jetzt mussten die Schüler zu ihrem Lehrer nicht mehr „Herr Professor Müller“ sagen, sondern lediglich „Herr Müller“.[129]

Regie:

Übergang zu Max-Reger-Musik

Sprecher:

Im Jahre 1965 wurde das Gymnasium zum vorerst letzten Mal umstrukturiert: zu der Kurzform kam nun zusätzlich die Langform, bei der die Ausbildung neun Jahre dauerte. Die Schulbezeichnung wurde noch einmal geändert, und zwar in „Musisches Gymnasium“.[130] Außerdem durfte sich die Schule einen eigenen und ganz persönlichen Namen aussuchen. Sie wählte als ihren Patron den Musiker Max Reger.

Der war am 19. März 1873 in Brand geboren worden, das rund siebzig Kilometer von Amberg entfernt liegt. Im Jahre 1889 hatte er sich sogar an der Lehrerbildungsanstalt in Amberg beworben und die Aufnahmeprüfung als Bester bestanden. Dennoch ging er wenig später in das Sonderhausener Konservatorium.[131] Nach einem psychischen Zusammenbruch mit fünfundzwanzig Jahren begann er zu komponieren. Er schrieb alle Arten von Musik, nur keine Bühnenwerke wie Opern oder Operetten.[132] Und das, was er komponierte, war für die damalige Zeit derart modern, dass seine Zeitgenossen oft nicht wussten, was sie damit anfangen sollten. Selbst 1920, vier Jahre, nachdem er in Leipzig gestorben war, erregte seine Musik die Gemüter. Ein Kritiker beschrieb sie folgendermaßen:

Zitator:

„Mißklang, irres Modulieren, viehische Brutalität und weibische Ohnmacht, Gemisch aus Eilfertigkeit, Rohheit und Sentimentalität, namenlose Diskrepanz zwischen Wollen und Können, das Willkürlichste, Zerfahrenste, was je in Musik gedacht worden ist, Scheußlichkeiten, rohe Mache, ohnmächtiger Zynismus, schamlose Geilheit, Untier Reger, Larve, Fratze, geisteskrank“[133]

Sprecher:

Immer mehr Schüler kamen ans MRG: von 1965 bis 68 verdoppelte sich ihre Anzahl. Auch weil seit Februar 1961 Mädchen im Heim wohnten, wurde es im Internat immer enger, und zwar so eng, dass die Schule am Ende einen gigantischen Umbau beschloss: das Max-Reger-Gymnasium sollte um ein Stockwerk erhöht werden.[134]

Im April 1968 begann die Aufstockung und dauerte rund zweieinhalb Jahre, eine unangenehme Zeit für die Internatsschüler und -schülerinnen. Wochenlang regnete es herein, weil ein Teil des Gebäudes kein Dach hatte, es herrschte Raumnot und in einem Winter froren die Heimschüler, weil sogar die Heizung teilweise nicht angeschlossen war. Im November 1970 war das zwei Millionen Mark teure Werk vollbracht – das MRG war nun vier Etagen hoch. Doch das sollte nicht die letzte große Baumaßnahme sein.[135]

Spätestens seit den siebziger Jahren war das Gymnasiasten-Dasein kein Zuckerschlecken mehr. 1972 wurde der Numerus Clausus eingeführt; für gewisse Fächer, die man an Unis studieren wollte, musste man jetzt einen bestimmten Abitur-Notendurchschnitt haben. „Studierfähigkeit“ hieß das neue Zauberwort, und deswegen wurden auch am MRG Studienfahrten durchgeführt. Die Schüler konnten nun bestimmte Zusatzfächer wählen, beispielsweise „Bakteriologie“, „Marxismus und Marxismus-Kritik“ oder „Zen-Meditation“. 1976 wurde das heute gültige Kollegstufenmodell eingeführt – die erste Abiturprüfung zwei Jahre später bestanden alle 70 Schüler des MRG.[136]

Doch trotz hoher Anforderungen wollten immer mehr Schüler ans Max-Reger-Gymnasium, so viele, dass am Ende ein zweiter großer Umbau notwendig wurde: es sollte ein neues Schulgebäude neben dem alten errichtet werden. Im Februar 1972 machten sich die Handwerker an die Arbeit. Weil der Boden so weich war, mussten sie einhundertdreißig Bohrpfähle, die oft sieben Meter lang waren, in den Boden rammen. Im Juni 1974 war der Neubau schließlich fertig. Die Arbeiter hatten zweieinhalb Kilometer Heizleitungen verlegt, dreieinhalb Kilometer Wasser- und Gasleitungen und neunundzwanzig Kilometer Stromleitungen. Zwei Turnhallen hatten sie errichtet, über ein Dutzend Klassenzimmer, eine Wohnung für den Hausmeister und eine Pausenhalle. Ein Künstler aus Eggenfeld hatte sie mit einer ganz besonderen Farbmischung gestaltet.[137] Und nicht nur sie, wie der Baudirektor am Tag der Einweihung im Oktober 1976 anmerkte:

Zitator:

„Die vom Künstler […] aufgetragenen Farben wurden beim weiteren Ausbau zum Thema, dem Sie im ganzen Haus in verschiedenen Varianten wieder begegnen werden.“[138]

Sprecher:

Große orange Linien und Halbkreise auf blauem Grund, so sieht die Breitseite der Pausenhalle seitdem aus. Und deswegen hängt man seine Jacke nun auch in einen orangen Schrank, betritt das Klassenzimmer durch die orange Tür mit ihrem blauen Türrahmen, setzt sich auf einen der orangen Stühle und blickt aus dem Fenster, das ein oranger Vorhang nur zur Hälfte verdeckt, hinaus auf die von der Sonne orange bemalte Stadt Amberg und die von Nebel blau bedeckten Berge in der Ferne. Das hätte wohl auch Max Reger gefallen.

Regie:

Verkehrslärm, acht Glockenschläge

Paula:

Ignaz!

Ignaz:

Paula!

Regie:

Schritte, werden lauter.

Paula:

Mensch, wir haben uns ja schon lang nicht mehr gesehen! Zwei Jahre ist es her, oder?

Ignaz:

Ja, genau, 2003 haben wir das Abi g’macht.

Ignaz:

Altes Haus!

Paula:

…meinst du mich?

Ignaz:

Naaa… ich mein unsere ehemalige Schule hier, das Max-Reger-Gymnasium! Das hat sich ja gar nicht verändert, seit wir von hier weggegangen sind.

Paula:

Meinst du? Mh…

Ignaz:

Hast Zeit, Paula?

Paula:

Ähh… ja…?

Ignaz:

Woll’n wir mal in unsere alte Schule reinschau’n?

Paula:

Keine schlechte Idee.

Regie:

Schritte, Tür knallt, Pause.

Ignaz:

Mensch, hier stinkt’s ja so wie damals.

Paula:

Nein, das stinkt nicht, sondern das duftet. Das kommt von der Internatsküche.

Ignaz:

Mal schau’n, was da heut am Speiseplan steht (liest). „Fisch mit Rindfleisch und Kirschen“ – lecker. Jetzt kann ich auch verstehen, warum in den letzten Jahren immer weniger neue Schüler ins Heim gewollt haben.[139]

Paula:

Ach von wegen. Ich war selber Internatsschülerin. Damals hab ich im anderen Gebäude gewohnt, drüben im Maltesergebäude. Mir hat die Zeit im Heim eigentlich ganz gut gefallen. Nur ein Ereignis hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt, nämlich das mit dem Maltesergebäude: eigentlich hätten die Heimräume dort saniert werden sollen, weil die Zustände dort derart katastrophal waren. Aber die Stadtverwaltung hat damit so lange gewartet, bis es im Nordflügel schließlich einen Kurzschluss gegeben hat und dann Feuer ausgebrochen ist. Der Dachboden und der dreihundert Jahre alte Dachstuhl sind damals zerstört worden, und das zweite Stockwerk ist komplett ausgebrannt. Sechseinhalb Jahre hat die Sanierung gedauert und elf Millionen Mark, glaub ich, hat sie gekostet.

Ignaz:

Ist da irgendjemand verletzt worden?

Paula:

Zum Glück nicht, weil im Nordflügel keiner gewohnt hat. Aber das Dumme war, dass man den Westflügel nur durch ihn betreten hat können. Die, die dort gewohnt haben, haben dann freilich umziehen müssen. Im Heim ist es dann ziemlich eng zugegangen. Aber das war wie gesagt das einzige Schreckensereignis während meiner Internats-Zeit. Sonst war’s wirklich ganz schön. Wir sind jedes Jahr zum Bergsteigen in die Dolomiten gefahren, jedes Mal für eine ganze Woche. Und außerdem ist später auch der Westflügel im Kast’l renoviert worden. Dann war’s für uns so richtig komfortabel. Ich hab damals ein total neu eingerichtetes Einzelzimmer bekommen. Da bin ich mir dann eher wie in einem Hotel vorgekommen als in einem Internat. Sogar einen eigenen Internats-Computerraum haben wir bekommen.[140]

Regie:

Schritte, Tür auf.

Ignaz:

Apropos Computerraum: Die Rechner, die hier im Computer-Raum drin stehen, sind mittlerweile auch ganz schön alt.

Letzthin war ich mal auf die Homepage vom MRG, www.mrg-amberg.de, und da hab ich ein paar Dinge über die Geschichte der Schulcomputer am MRG gelesen. Der erste Computer ist da, glaub ich, 1975 in die Schule gekommen, der hat achttausend Mark gekostet und hat nicht einmal a Tastatur oder an Bildschirm dabei. Und die ersten PCs, 84 war das, haben nur ein Diskettenlaufwerk als Zubehör gehabt. Mit solchen Kisten sind damals Zeugnisse erstellt und ausgedruckt worden! Sieben Jahre später hat die Schule einen Handscanner bekommen, und dann haben sie die ganze Bibliothek der Schule eingescannt. Dreitausend Bücher waren das, was ich gelesen hab! Da kannst dir ausrechnen, wie lang das gedauert hat, bei vier Megahertz Taktfrequenz. Also echt, die Computer, die hier im EDV-Raum jetzt schon seit 96 herumstehen, sind wirklich High-Tech gegen die alten.

Regie:

Tür wieder zu. Schritte

Paula:

Aber vor ein paar Jahren hat die Schule doch einen neuen IT-Raum eingerichtet, oder?

Regie:

Schritte, Tür auf.

Ignaz:

Mensch, tatsächlich, das sind wirklich moderne Rechner (schaut sich einen Rechner genauer an). (Halblaut) CD-Rom, Soundkarte, DVD-Laufwerk… (Normal-laut) Also, ich sag bloß: wow. Mit solchen Computern würd’ es sich echt lohnen, wöchentliche Informatik-Stunden für alle einzuführen.[141]

Paula:

…wenn das net schon geschehen ist, seit wir vom Max-Reger weggegangen sind.

Regie:

Tür zu. Schritte.

Paula:

Ui, das Foto da, das kenn ich doch! Das ist das Collège Michel-Chasles in Epernon, das liegt ungefähr sechzig Kilometer von Paris entfernt. Ich war damals bei dem Schüleraustausch mit dabei. In der neunten Klasse war das, glaub ich. Erst sind die Franzosen da zu uns gekommen. Und dann sind wir für zwei Wochen nach Frankreich gefahren, haben nebenbei auch noch einen Abstecher nach Versailles gemacht und sind sogar nach Paris gefahren, zum Louvre und zum Eiffelturm. Den Schüleraustausch mit Frankreich gibt’s jetzt, wenn mich nicht alles täuscht, schon seit fünfundzwanzig Jahren.

Ignaz:

Aber mit Tschechien hat das MRG auch eine Schulpartnerschaft. Da kann ich mich sogar noch erinnern. Zuerst ist nur ein Austausch mit dem Gymnazium Sokolov gelaufen. Und dann, wo wir in der zehnten Klasse waren, sind ein paar Tschechen zu uns gekommen – und ein Jahr lang am MRG und im Internat geblieben.

Paula:

Hast du bei dem Austausch mitgemacht?

Ignaz:

Nein, ich doch nicht. Wenn man mitmachen wollte, hätte man vorher in einen fünfzehn-stündigen Tschechisch-Kurs gehen müssen. Das war mir wirklich zuviel.

Paula:

(erstaunt) Ah, das Foto da ist vom Amerika-Austausch.

Ignaz:

Warst du da auch dabei?

Paula:

Na klar!

Ignaz:

Dann bist du ja ganz schön rumgekommen in der Schulzeit.

Paula:

Der Ami-Austausch war aber auch wirklich interessant. Drei Wochen hat der gedauert. Erst sind wir nach Atlanta geflogen. Dort haben wir unter anderem auch die World of Coca Cola und den Sender CNN besucht. Wir waren außerdem in einem Baptisten-Gottesdienst dabei. Das hättest du sehen sollen. Bei denen ist es so zugegangen wie bei den „Blues Brothers“.

Ignaz:

Na, dann war wenigstens was geboten.

Paula:

Und wie! Nach Atlanta sind wir nach Greer gekommen, in die High School. Gleich an unserem ersten Schultag ist es gut losgegangen: Es hat geschneit, und das im April im Sonnenstaat South Carolina.

Einmal haben wir einen Ausflug nach Charleston gemacht, kennst schon, das ist die eine Hafenstadt. Dort haben wir sogar ein Schiff aus unserer Heimat besucht – die „Fregatte Bayern“.[142]

Regie:

Schritte.

Ignaz:

Schau, da geht’s die Treppen rauf zur Redaktion von der Schülerzeitung, vom r.reger. Ich kann mich noch erinnern: wo ich an die Schule gekommen bin, ist der r.reger zum ersten Mal rausgekommen. Erst hat die Zeitung kaum a Rolle g’spielt. Aber in den letzten Jahren hat sie immer mehr Bedeutung bekommen. Vor drei Jahren, glaub ich, hat der r.reger einen Haufen Preise gewonnen, unter anderem beim Schülerzeitungswettbewerb vom „Spiegel“.[143]

Regie:

Schritte, gedämpfte Chor-Musik.

Paula:

Horch mal, ich glaub, da probt grad der Chor.

Regie:

Paula und Ignaz hören sich Musik an.

Ignaz:

Also ich hab Musik gleich abgewählt, sobald ich in der Kollegstufe war. Von dem Vorsingen und dem Klassenvorspiel hab ich echt die Nase voll gehabt.

Paula:

Mir hat Musik gut gefallen, und zwar so gut, dass ich in der Kollegstufe sogar den Leistungskurs genommen hab. Beim Chor hab ich übrigens auch mitgemacht. Jedes Jahr sind wir für eine halbe Woche zum Proben nach Waldmünchen gefahren. Das war immer ziemlich lustig. Und überhaupt: die Musik ist doch das Aushängeschild vom Max-Reger-Gymnasium. In jedem Jahr gibt es zwei Weihnachtskonzerte, zwei Frühjahrskonzerte und zwei musische Abende, und bei allen diesen Veranstaltungen spielen Max-Reger-Schüler vor. Und auch in Bayern und sogar in Deutschland ist das MRG bekannt. Schließlich haben einige Schüler bei dem Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ oft mit Erfolg mitgemacht, ein paar Mal sind MRG-Musiker sogar Bundessieger geworden.[144]

Regie:

Schritte

Paula, Ignaz :

Grüß Gott.

Hausmeister:

Grüß Gott.

Ignaz:

Ich wär’ ja mal gespannt, was die Wurstsemmel beim Hausmeister mittlerweile kostet. Also, wo wir Abitur g’macht haben, war sie bei achtzig Cent.

Paula:

Dafür war einmal für kurze Zeit der Kaffee umso billiger. Einmal hat man in den Kaffee-Automaten nur zwei Cent reinwerfen müssen und hat einen Kaffee bekommen – und dazu noch fünfzehn Cent zurück.

Ignaz:

Ah ja, das ist die Pinnwand von den Sportlern. (liest) Da ist auch die Claudia Gesell mit dabei. Im Jahr 2000 hat sie bei der Olympiade in Sidney als Achthundert-Meter-Läuferin mitg’macht und ist sogar bis ins Halbfinale gekommen.

Paula:

Ja genau, alle Schüler haben ihr damals die Daumen gedrückt, und zwar auf ein paar Blätter Papier, die dann nach Sidney gefaxt worden sind.

Ignaz:

(liest) Schau ner, wie viel andere Wahlkurse es gibt: Badminton, Tischtennis, Schwimmen, Handball, Fußball, Volleyball… Im Volleyball waren die MRGler aber sehr erfolgreich. Schau her, bei den Stadtmeisterschaften haben sie fast immer den ersten Platz gemacht, a bei den Kreismeisterschaften. Nordbayerische Meister, Bayerische Meister, und da… vier Mal waren sie im Bundesfinale in Berlin und einmal sind sie sogar Deutscher Meister geworden! Also, das MRG ist im wahrsten Sinn hervorragend.[145]

Paula:

…und zwar nicht nur, was den Sport angeht. Schließlich ist das MRG eine der wenigen Schulen, die die Kurzform anbieten, und es ist das einzige Gymnasium in der ganzen Oberpfalz mit einem Internat. …Aber, Ignaz, jetzt sag bloß mal: was stinkt denn aus diesem Gang da raus?

Ignaz:

Das müssen wohl die Umkleide-Kabinen sein. Aber merk’ dir eines: die stinken nicht – die duften.

Regie:

Paula, Ignaz verlassen das Schulhaus, Tür knallt, Stundengong, Schülergemurmel.

4.2 CD

Dauer: 48 Minuten, 18 Sekunden

Darsteller:

Paula: Melanie Pritschet

Ignaz: Michael Polauf

Zitator: Christian Hammerschmidt

Stadtführer: Hans Hummel

5 Literaturverzeichnis

Lexika:

Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Leipzig, Mannheim, 1996-1999

Begriffe: „Amberg“, „Antenne“ (Bd. 1), „BBC“ (Bd. 2), „Compact Disc“ (Bd. 4), „DAT“ (Bd. 5), „Elektronenröhre“ (Bd. 6), „Feature“ (Bd. 7), „Hochfrequenz-Verstärkung“ (Bd. 10), „Oszillator“ (Bd. 16), „Reger, Max“ „Rundfunk“ (Bd. 18), „Schallplatte“, „Schwingkreis“ (Bd. 19), „Tonband“, „UNRRA“ (Bd. 22)

Duden „Das Fremdwörterbuch“, Mannheim, 1990

Langenscheidts Taschenwörterbuch der lateinischen und deutschen Sprache, Berlin, 1968

Begriffe: „docere“, „documentum“, „commentari“, „citatum“

Langenscheidts Taschenwörterbuch Englisch, Berlin, 1993

Begriff: „feature“

Menge-Güthling, Griechisches Wörterbuch griechisch-deutsch, Berlin, München, 1967

Begriffe: „monologós“, „diálogos“, „mousiké“

Meyers Jugend-Lexikon, Mannheim, 1991

Begriff: „Elektronenröhre“

Pons Kompaktwörterbuch Französisch-Deutsch, Stuttgart, 1997

Begriffe: „reporter“, „entrevue“

Literatur zum theoretischen Teil:

Arnold, Bernd-Peter, ABC des Hörfunks, Konstanz, 1999 [1. Auflage 1991]

Haller, Michael, Das Interview, Konstanz, 2001 [1. Auflage 1993]

Haller, Michael, Recherchieren, Konstanz, 2000 [1. Auflage 1983]

Kribus, Felix, Das deutsche Hörfunk-Feature: Geschichte, Inhalt und Sprache einer radiogenen Ausdrucksform, Stuttgart, 1995

Schneider, Wolf/Raue, Paul-Josef, Handbuch des Journalismus, Hamburg, 2001 [1. Auflage 1998]

Von La Roche, Walther/Buchholz, Axel (Hg.), Radio-Journalismus, München, 2001 [1. Auflage 1980]

Zindel, Udo/Rein, Wolfgang (Hg.), Das Radio-Feature – Ein Werkstattbuch, Konstanz, 1997

Literatur zum praktischen Teil:

Berg, Rudolf (Hg.), Grundkurs Geschichte 12, Berlin, 1993

Horn, Johannes (Hg.), Adressbuch der Brauereien und Malzfabriken von Europa, Berlin, 1892/93

Hummel, Hans, Amberg öffnet Tür und Tor – Ein Stadtspaziergang, Amberg, 1996

Jahresberichte des Max-Reger-Gymnasiums über die Schuljahre 1980/81 bis 2001/02

N.N, , ag.ma veröffentlicht „ma 2002 Radio II“, www.ag-ma.de/popup/detail_press.php?lang=de&id=100, 29. Dezember 2002

N.N., Am Anfang war… ein Relikt aus der Zeit vor dem PC, www.mrg-amberg.de/m-ph-inf/pc-hist-Dateien/slide0002.htm, 22. Januar 2003

N.N.,Triumph-Adler Alphatronic PC, www.mrg-amberg.de/m-ph-inf/pc-hist-Dateien/slide0004.htm, 22. Januar 2003

Schön, Alfred, 75 Jahre Lehrerbildung in Amberg Opf. 1880-1955, Amberg, 1955

Schwämmlein, Karl, Beiträge zu einer Musikgeschichte Ambergs, Ergänzungsband Komponisten und Musiker in Amberg von 1933-1945, Amberg, 1997

Weiß, Rudolf, 100 Jahre Max-Reger-Gymnasium Amberg 1880-1980, Amberg, 1980

6 Anhang

ag.ma veröffentlicht „ma 2002 Radio II“ 47

Abbildung 1: „Mischplan“ 48

Abbildung 2: „Nero Wave Editor“ 49

Abbildung 3: „Magix Music Maker“ 50

Schülerstatistik ab 1980 51

Am Anfang war… ein Relikt aus der Zeit vor dem PC 52

Triumph-Adler Alphatronic PC 53

Schülerstatistik ab 1980 (jeweils zum 1. Oktober)

Quelle: Jahresberichte 80/81 bis 01/02 und Auskunft des Sekretariats

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benützt habe.

[...]


[1] Dabei kollidierten die Vorgaben zur formalen Gestaltung der Facharbeit mit den Postulaten, die in Kapitel 3.5.2.1 festgehalten sind. Ich entschied mich schließlich, den Vorgaben für die Facharbeit Vorrang bei der Gestaltung des Manuskripts zu gewähren.

[2] Meyers, „Elektronenröhre“

[3] vgl. Brockhaus, „Antenne“, „Elektronenröhre“, „Hochfrequenz-Verstärkung“, „Oszillator“, „Schwingkreis“, „Rundfunk“

[4] vgl. Arnold, 39

[5] Arnold, 40

[6] British Broadcasting Corporation; vgl. Brockhaus, „BBC“

[7] vgl. Arnold, 35ff; vgl. Brockhaus, „Rundfunk“

[8] vgl. Brockhaus, „Compact Disc“, „DAT“, „Schallplatte“, „Tonband“

[9] vgl. Anhang, ag.ma veröffentlicht „ma 2002 Radio II“; vgl. La Roche, 339ff

[10] Schneider, 315

[11] Arnold, 232

[12] Arnold, 232

[13] Zindel, 41

[14] vgl. Zindel, 42

[15] Kribus, 213

[16] vgl. Duden, Fremdwörterbuch, 248; vgl. Brockhaus, „Feature“

[17] vgl. Kribus, 14ff

[18] vgl. Kribus, 16f

[19] vgl. Kribus 17ff

[20] vgl. Kribus 20ff

[21] Zindel, 25

[22] Gerade weil im Feature viele Elemente verwendet werden, welche die Emotionen der Hörer ansprechen; vgl. Zindel, 26

[23] Kribus, 215

[24] Zindel, 29

[25] Kribus, 215

[26] vgl. Kribus, 214ff

[27] Kribus, 93

[28] Kribus, 93

[29] vgl. Kribus, 92f

[30] vgl. Kribus, 91f

[31] vgl. Kribus, 94f

[32] Kribus, 95

[33] vgl. Haller, Das Interview, 137

[34] vgl. Kribus, 95f

[35] vgl. Kribus, 96f

[36] vgl. Kribus, 93f; in Kapitel 3.1.2 dieser Arbeit ist die Reportage genauer definiert.

[37] Genauere Erläuterung ebenfalls in Kapitel 3.1.2.

[38] Kribus, 98

[39] vgl. Kribus, 98ff

[40] vgl. Kribus, 100

[41] Kribus, 101

[42] vgl. Kribus, 100ff

[43] vgl. Kribus, 87

[44] vgl. Kribus, 87f

[45] Kribus, 88

[46] vgl. Kribus, 88

[47] Kribus,163

[48] Mehr dazu in den Kapiteln 3.5.3.2 und 3.5.3.3 dieser Arbeit.

[49] Kribus, 141

[50] vgl. Kribus, 214

[51] Zindel, 69

[52] Zindel, 69

[53] vgl. Anhang, Abbildung 1

[54] Zindel, 70

[55] vgl. Zindel, 69f

[56] Haller, Recherchieren, 246

[57] Arnold, 283

[58] Arnold, 283

[59] vgl. Arnold 282f

[60] Haller, ebd., 53

[61] Genauere Erläuterung in Kapitel 2.1.3 dieser Arbeit.

[62] La Roche, 352

[63] La Roche, 352

[64] Kribus, 141

[65] vgl. Arnold, 287f, vgl. La Roche, 49ff

[66] 1000 Zeichen entsprechen dabei einer Minute; vgl. Zindel, 298

[67] Zindel, 129

[68] Zindel, 81

[69] Zindel, 81

[70] vgl. Zindel, 81ff

[71] vgl. La Roche, 35f

[72] Kribus, 145

[73] vgl. Kribus, 145f

[74] Kribus, 167

[75] vgl. Kribus, 167f

[76] vgl. La Roche, 54ff

[77] vgl. Anhang, Abbildung 2

[78] La Roche, 362

[79] Zindel, 157

[80] vgl. Anhang, Abbildung 3

[81] Zindel, 196

[82] Zindel, 194

[83] Zindel, 194

[84] Zindel, 197

[85] vgl. Zindel, 193ff

[86] Zindel, 94

[87] Zindel, 198

[88] Zindel, 88

[89] Die Töne breiten sich im Raum aus und umgeben den Hörer; vgl. Zindel, 89

[90] vgl. Zindel, 88f

[91] vgl. Zindel, 89

[92] vgl. Zindel, 89

[93] vgl. Kribus, 169f

[94] vgl. Brockhaus, „Amberg“

[95] vgl. Hummel, 72

[96] vgl. Hummel, 9

[97] vgl. Horn, 43

[98] vgl. Hummel, 42f

[99] vgl. Hummel, 51f

[100] vgl. Weiß, 14ff

[101] vgl. Weiß, 20, 89

[102] vgl. Weiß, 19

[103] vgl. Weiß, 31

[104] Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt der Oberpfalz und von Regensburg, 6. Dezember 1880, zitiert in: Weiß, 22f

[105] vgl. Weiß, 32f

[106] vgl. Weiß, 46

[107] zitiert in: Weiß, 46

[108] vgl. Weiß, 46ff

[109] zitiert in: Weiß, 47

[110] Vossische Zeitung vom 28. Juni 1914, abgebildet in: Berg, 143

[111] vgl. Weiß, 50, 103

[112] vgl. Berg, 174, 188

[113] vgl. Weiß, 50f

[114] Kultusministeriales Amtsblatt 1938, zitiert in: Weiß, 62

[115] Weiß, 61

[116] Kultusministeriales Amtsblatt 1933, zitiert in: Weiß, 60

[117] Kultusministeriales Amtsblatt 1933, zitiert in: Weiß, 60

[118] vgl. Weiß, 59

[119] Kultusministeriales Amtsblatt 1933, zitiert in: Weiß, 59

[120] Kultusministeriales Amtsblatt 1933, zitiert in: Weiß, 60

[121] vgl. Weiß, 53ff

[122] vgl. Schwämmlein, 85ff

[123] Schwämmlein, 88

[124] vgl. Weiß, 53ff

[125] vgl. Hummel, 52; vgl. Weiß, 55

[126] vgl. Brockhaus, „UNRRA“

[127] vgl. Schön, 129ff

[128] vgl. Weiß, 68; vgl. Jahresbericht 80/81, 141f

[129] vgl. Weiß, 72ff

[130] vgl. Jahresbericht 80/81, 142

[131] vgl. Jahresbericht 80/81, 152

[132] vgl. Brockhaus, „Reger, Max“

[133] Krug, Walter, Die Neue Musik, zitiert in: Jahresbericht 80/81, 143

[134] vgl. Weiß, 77

[135] vgl. Weiß, 84ff

[136] vgl. Weiß, 77ff

[137] vgl. Weiß, 90ff

[138] Baudirektor Bamler beim Festakt zur Einweihung des Erweiterungsbaus am 22.10.1976, zitiert in: Weiß, 96

[139] vgl. Anhang, Schülerstatistik ab 1980; seit 1993 ist die Zahl der Internatsschüler rückläufig

[140] vgl. Jahresberichte 80/81 bis 01/02; Abschnitt „Bericht des Heimleiters“ bzw. „Internat“

[141] vgl. Jahresberichte 84/84 bis 01/02; Abschnitt „Bericht des Systembetreuers“; vgl. Anhang, „Am Anfang war… ein Relikt aus der Zeit vor dem PC“, „Triumph-Adler Alphatronic PC“

[142] vgl. Jahresberichte 80/81 bis 01/02; Abschnitt „Schulpartnerschaften“

[143] vgl. Jahresberichte 80/81 bis 01/02; Abschnitt „Schülermitverantwortung“ bzw. „Schülerzeitung“

[144] vgl. Jahresberichte 80/81 bis 01/02; Abschnitte „Musikerziehung“ und „Wettbewerbe und Preisträger“

[145] vgl. Jahresberichte 80/81 bis 01/02; Abschnitt „Schulsport“

Details

Seiten
55
Jahr
2003
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109680
Note
15 Punkte
Schlagworte
Jahre Entwurf Radio-Features Leistungskurs Deutsch

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Titel: 125 Jahre MRG - Entwurf eines Radio-Features