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Ethnizität und politischer Aktivismus. Eine Fallstudie über drei jugendliche Aussiedler in Hamburg

Forschungsarbeit 2001 87 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Feldforschungspraktikum im Überblick
2.1 Vorbereitung
2.1.1 Ursprüngliche Themenwahl
2.1.2 Prozeß der Themen- und Informantenfindung
2.1.3 Thematische und methodische Vorbereitung
2.2 Durchführung
2.2.1 Allgemeines zur Planung, Durchführung und Dokumentation
2.2.2 Der Verlauf des Feldforschungspraktikums – die Erarbeitung und Bearbeitung eines konkreten Untersuchungsthemas
2.2.3 Methoden
2.2.3.1 Informelle Interviews
2.2.3.2 Wenig und teilstrukturierte Interviews
2.2.3.3 Teilnehmende Beobachtung
2.2.3.4 Genealogische Methode
2.2.3.5 Netzwerkanalysen
2.2.3.6 Persönliche Dokumentation und Auswertung schriftlicher Quellen
2.2.4 Reflexion der eigenen Rolle als Feldforscher
2.3 Nachbereitung, Auswertung und Darstellung
2.4 Zusammenfassung: Erkenntnisse durch das Feldforschungspraktikum

3. Ethnizität und politischer Aktivismus: Fallstudie über drei jugendliche Aussiedler in Hamburg
3.1 Theoretische Vorüberlegungen zu Praxis, Kultur, Ethnizität und politischem Aktivismus
3.2 Hintergrundinformationen zu Aussiedlern
3.3 Die allgemeine Lebenssituation der drei Aussiedler
3.3.1 Rußland und die Immigration nach Deutschland
3.3.2 In Hamburg
3.3.3 Die persönlichen Netzwerke der drei Aussiedler – zur praktischen Bedeutung von Verwandtschaft, Ethnizität und politischem Aktivismus
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Die Ethnizität der drei Aussiedler
3.4.1 „Alte (deutsche) Werte“ – zu Wertvorstellungen der drei Aussiedler
3.4.2 Ethnizitätsbezogene Kognitionen der drei Aussiedler – zur Selbstwahrnehmung als „(Rußland-)Deutscher“
3.4.3 Zusammenfassung
3.5 Der politische Aktivismus der drei Aussiedler
3.5.1 Die politischen Aktivitäten bei der Landsmannschaft
3.5.2 Die politischen Aktivitäten bei der Jungen Union
3.5.2.1 Der Aufbau der Jungen Union
3.5.2.2 „Party and Politics“ – zu den Aktivitäten der Jungen Union
3.5.2.3 Die Mitgliedschaft der drei Aussiedler bei der Jungen Union
3.5.3 Politisches Interesse und politische Einstellungen bei den drei Aussiedlern
3.5.4 Die Motivationen der drei Aussiedler zu politischem Aktivismus
3.5.5 Zusammenfassung
3.6 Zusammenfassung: Ethnizität und politischer Aktivismus

4. Bibliographie

5. Anhang auf CD-Rom

Abbildung 1: Genealogie von Paul A. [014E.7.]

Abbildung 2: Genealogie von Andreas W. [014E.4.]

Abbildung 3: Genealogie von Viktor L. [014E.1]

Abbildung 4: Gesamtnetzwerk bei der Klausurtagung der Jungen Union [026E.14.12]

Tabelle 1: Zentralitäts- und Zentralisiertheitswerte für mindestens zwei Interaktionen [026E.14.14]

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit stellt einen Bericht meines im Hauptfachstudium der Ethnologie an der Universität Hamburg verbindlich vorgesehenen Feldforschungspraktikums dar, welches ich über drei jugendliche Aussiedler in Hamburg durchgeführt habe. Während das Feldforschungspraktikum meist über vier bis sechs Wochen en bloc realisiert wird, habe ich es über einen viermonatigen Zeitraum von April bis Juli 2000 studienbegleitend absolviert.

Der Bericht gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Hauptkapitel wird das Feldforschungspraktikum in den Schritten seiner Realisierung dargestellt. Dabei wird neben dem Prozeß des Findens einer ‚Lokalität‘, von Informanten und schließlich eines endgültigen Themas besonders auf die angewendeten Methoden eingegangen. Im zweiten Hauptkapitel werden die im Feldforschungspraktikum erarbeiteten Ergebnisse in Form einer Fallstudie über die drei jugendlichen Aussiedler dargestellt, welche sich mit den beiden Themenkomplexen ‚Ethnizität‘ und ‚politischer Aktivismus‘ und ihrem Verhältnis zueinander befaßt.

Die für einen Praktikumsbericht eher ungewöhnliche Ausführlichkeit des inhaltlichen Kapitels ist durch zwei methodologische Überlegungen bedingt. Zum einen hatte ich im Zuge der Methodenanwendung zunehmend den Eindruck, daß v.a. auch der Prozeß der Daten auswertung und - synthese zur Einübung der Methoden zentral dazugehörte; die Darstellung der erst einmal gewonnenen Auswertungsergebnisse erforderte dann vergleichsweise wenig Aufwand. Zum zweiten war eine andere methodologische Einschätzung von besonderer Bedeutung: Da ethnographische Arbeiten grundlegend auf in Feldforschung erhobenen Daten basieren, deren umfassende Publikation aufgrund ihres Umfangs meist nicht praktikabel erscheint, werden dem Leser[1] neben einem kurzen Überblick über den Verlauf der Feldforschung üblicherweise nur die Auswertungsergebnisse präsentiert, so daß eine systematische Überprüfung am Datenmaterial nicht möglich ist. Die verschiedenen postmodernen Formen experimenteller Ethnographie seit den 1980er Jahren, die u.a. als Reaktion auf diese Diskrepanz zwischen dem einheitlichen ethnographischen Text und den diesem zugrundeliegenden, ausgeblendeten Erfahrungen im ‚Feld‘ verstanden werden können, gehen zwar in die richtige Richtung, indem sie die ‚vielen Stimmen‘ der Untersuchten durch längere Zitate zu Wort kommen lassen, sind aber in zweierlei Hinsicht problematisch. Einerseits wird auch in derartigen Ethnographien nur eine (wenn auch größere) Auswahl der primären Daten wiedergegeben, andererseits besteht in der bloßen Wiedergabe ‚vieler Stimmen‘ – wie Kohl [1993:127-128] überzeugend argumentiert – tendenziell die Gefahr einer Überforderung des Lesers durch den postmodernen Ethnographen, indem dieser jenem „zumutet, was zu leisten er sich selbst nicht mehr getraut: anhand der ‚Vielzahl der Stimmen‘ die Erfahrungen der fremden Kultur in seinen eigenen Erfahrungshorizont zu übersetzen.“ Vielversprechender erscheint mir die Darstellung einer Interpretation des Datenmaterials durch den Ethnographen unter konsequentem Verweis auf die selbst erhobenen Primärdaten, wie dies z.B. in Lans Monographie Guns and Rain über Guerillakämpfer und Geistermedien in Simbabwe geschieht [1985] – allerdings ist es dann von Vorteil, wenn man zur Überprüfung der Referenzen nicht zu einem Besuch des Nationalarchivs in Simbabwe gezwungen ist, in dem Lan seine Feldnotizen hinterlegt hat. Kurz: Für eine weitreichendere Überprüfbarkeit ethnographischer Interpretationen erscheint es mir generell sinnvoll, alle verwendeten Feldnotizen in einem CD-Rom-Anhang elektronisch zugänglich zu machen und die ethnographischen Aussagen so konsequent wie möglich durch diese zu belegen. Die im Feldforschungspraktikum erhobenen, verglichen mit längeren Feldforschungen relativ geringen Datenmengen erschienen mir für ein derartiges Experiment besonders geeignet, so daß ich alle Daten - auf Wunsch anonymisiert - entsprechend aufbereitete, als Gesamtdokument Logbuch und Feldnotizen im CD-Rom-Anhang bereitstelle, und in meiner inhaltlichen Darstellung auf sie rekurriere. Eine Erkenntnis aus dem Feldforschungspraktikum vorwegnehmend [ siehe unter 2.4 ] kann ich rückwirkend feststellen, daß der Aufwand dieses Experiments der pragmatischen Zielsetzung des Feldforschungspraktikums gegenüber unangemessen war; über den inhaltlichen und methodologischen Zugewinn durch dieses Vorgehen mag der Leser selbst urteilen.

Mein Feldforschungspraktikum wäre in der realisierten Form nicht möglich gewesen ohne die methodologische, inhaltliche und praktische Unterstützung von Hartmut Lang, Waltraud Kokot, Maike Böttcher, Karsten Kumoll, Thorsten Wulff, Peter Iden, Gisela Zenker und Elvira Witmer sowie im besonderen meiner Informanten Paul, Andreas und Viktor und der übrigen Mitglieder bei der Jungen Union, denen ich an dieser Stelle sehr herzlich danken möchte.

2. Das Feldforschungspraktikum im Überblick

Dieses Kapitel behandelt die Stadien der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung meines Feldforschungspraktikums in einem Überblick. Zunächst wird dargestellt, wie sich neben einer allgemeinen thematischen und methodischen Vorbereitung während der Planungsphase allmählich eine passende Lokalität, meine späteren Informanten sowie mein thematischer Ausgangspunkt abzeichneten. Im Anschluß wird die Durchführung des Praktikums im Hinblick auf mein allgemeines Vorgehen, die Konkretisierung und Bearbeitung des Untersuchungsthemas, die verwendeten Methoden sowie meine Rolle als ‚Feldforscher‘ thematisiert. Darauf folgt für die Phase der Nachbereitung eine Charakterisierung der Arbeitsschritte der Aufbereitung der Daten in den endgültigen Feldnotizen, deren Auswertung und die Darstellung der Ergebnisse in dem Praktikumsbericht. Schließlich werden im Zuge einer kritischen Reflexion meine Erkenntnisse aus dem Feldforschungspraktikum zusammengefaßt.

2.1 Vorbereitung

2.1.1 Ursprüngliche Themenwahl

Die Idee, mein Feldforschungspraktikum über Aussiedler in Deutschland durchzuführen, bestand bereits seit längerer Zeit. Zum einen hatte ich in Adendorf bei Lüneburg – dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin – seit Anfang der 1990er Jahre die Zuwanderung von vergleichsweise vielen Aussiedlern selbst erlebt und durch die kirchlich organisierte Aussiedlerarbeit meiner Mutter einige Einblicke in ihre Lebensumstände erhalten können. Daneben war mir aufgrund meiner Herkunft aus Südafrika und den Kontakten zu meinen dortigen deutschstämmigen Verwandten die Selbstwahrnehmung als ‚Deutsche im Ausland‘ und ein damit verbundenes ‚diasporisches Bewußtsein‘ – wie es von vielen Aussiedlern dargestellt wird – vertraut. Schließlich hatte ich mich während meines Studiums intensiver mit Ethnizität beschäftigt und betrachtete die diesbezügliche Situation von Aussiedlern vor dem Hintergrund der häufig beschriebenen Diskrepanz zwischen einer Selbstwahrnehmung als ‚heimkehrenden Deutschen‘ und einer oft fehlenden Akzeptanz als Deutsche unter der einheimischen Bevölkerung als besonders interessant.[2]

Da meine Mutter zudem über zahlreiche gute Kontakte zu Aussiedlern verfügte, die einen Einstieg ins ‚Feld‘ erleichterten, entschloß ich mich Ende 1999 für ein Feldforschungspraktikum über Ethnizität unter Aussiedlern in Adendorf. Dieses Thema und die genannte Lokalität boten sich auch aus einem weiteren pragmatischen Gesichtspunkt an, denn sie ließen eine studienbegleitende Durchführung des Feldforschungspraktikums zu, die sich aus meiner Notwendigkeit, nach der kürzlich erfolgten Rückkehr von einem einjährigen Masterkurs in England wieder Geld zu verdienen, und meinem Interesse, parallel an Lehrveranstaltungen teilzunehmen, ergab.

2.1.2 Prozeß der Themen- und Informantenfindung

Vor diesem Hintergrund bemühte ich mich ab Anfang Februar 2000 um erste Kontakte zu Aussiedlern in Adendorf. Zunächst führte ich längere Gespräche mit meiner Mutter und einer befreundeten Aussiedlerin über die gegenwärtige Situation von dort lebenden Aussiedlern im allgemeinen und über ihre ethnizitätsbezogenen Erfahrungen im besonderen. Im Zuge dessen überlegten wir auch, wer möglicherweise zu einem regelmäßigen Kontakt mit mir bereit sein könnte. Da meine Mutter in ihrer langjährigen Aussiedlerarbeit mit zahlreichen Aussiedlern in Adendorf zu tun hatte und ihre Kontakte alle Altersgruppen einschlossen, konnten wir relativ problemlos eine Liste von Aussiedlern jüngeren, mittleren und höheren Alters zusammenstellen, die ggf. in Frage kamen. Nachdem sich von diesen auch einige auf Nachfrage zu einem Gespräch bereit erklärt hatten, führte ich Ende Februar insgesamt sechs Interviews durch. Bei diesen Gesprächen, die im Rahmen eines gemeinsamen Besuchs mit meiner Mutter bei den entsprechenden Personen zuhause stattfanden, handelte es sich um Interviews mit zwei jugendlichen Paaren, mit einer jungen Familie (Eltern und zwei jugendliche Töchter), mit je einem Ehepaar und einem Mann mittleren Alters sowie einer älteren Frau. Durch diese Interviews, bei denen es neben einer Aufnahme biographischer Daten und der jeweiligen Genealogien besonders um die gegenwärtige soziale und berufliche Lebenssituation u.a. im Hinblick auf Ethnizitätserfahrungen ging, konnte ich einen allerersten Eindruck über mein Untersuchungsthema für verschiedene Altersgruppen erhalten.

Diese ersten Kontakte brachten mir zwei Einsichten. Zum einen war mein Untersuchungsfokus – wie gehen Aussiedler mit der Diskrepanz zwischen ethnischer Selbst- und Fremdwahrnehmung um? – anscheinend zu eng gefaßt, denn von einigen Gesprächspartnern wurde diese Divergenz als nicht sonderlich relevant betrachtet und manche hatten sie in der Form gar nicht erlebt. Es schien daher sinnvoller, weniger von einer ethnizitätsbezogenen Defizithypothese auszugehen, sondern allgemeiner nach den mit Ethnizität verbundenen Vorstellungen und Handlungszusammenhängen unter Aussiedlern zu fragen. Zum zweiten stellte sich ein wesentliches praktisches Problem. Hatte ich ohne größere Schwierigkeiten einzelne Interviews durchführen können und waren die Gesprächspartner sogar z.T. zu weiteren Interviews bereit, so bot die Situation des ‚Felds‘ keine brauchbaren Einstiegspunkte für eine teilnehmende Beobachtung. Denn während die kontaktierten Personen zwar teilweise verwandtschaftlich miteinander verbunden waren, gab es keinen über den privaten Kontext hinausgehenden gemeinsamen Bezugspunkt. Die kirchliche Integrationsarbeit war weitgehend abgeschlossen und darüber hinaus gab es keine aussiedlerspezifischen Treffen oder Vereine; zudem wohnten die Aussiedler auch nicht überwiegend in räumlicher Nähe zueinander. Ein Besuch bei dem Adendorfer Jugendzentrum informierte mich darüber, daß „die Rußlanddeutschen seit einem Jahr nicht mehr kommen“ (der dortige Sozialarbeiter) und mein Gespräch mit einer Sozialpädagogin der Aussiedlerberatung des Diakonischen Werkes Lüneburg Anfang März half mir diesbezüglich auch nicht weiter. Mein forschungspraktisches Problem bestand damit weniger in der räumlich nur schwach definierten Gruppierung der Aussiedler in Adendorf an sich – dieses Phänomen ist aus der Stadtforschung hinlänglich bekannt und methodisch angegangen worden [siehe z.B. Kokot 1991 und Wildner 1995] –, sondern in dem Fehlen eines institutionalisierten Ortes der Begegnung, von dem ein nicht nur auf Befragung basierendes Feldforschungspraktikum seinen Ausgang hätte nehmen können.

In dieser Situation war mein persönlicher Kontakt zu dem Hamburger Lehrer Peter Iden von großem Nutzen, der zu der Zeit am Gymnasium Hamm in sogenannten Übergangsklassen ausgesiedelte Jugendliche auf den Regelunterricht vorbereitete und im Zuge dessen die aussiedlerspezifische Situation am Gymnasium Hamm im allgemeinen und einzelne Aussiedler im besonderen recht gut kannte. Angesichts meiner Erfahrungen in Adendorf erschien mir diese Schule als Institution sehr geeignet, um regelmäßige, über einzelne Interviews hinausgehende Kontakte zu Aussiedlern herzustellen. In unserem Gespräch Ende März schlug Peter Iden vor, ich solle mich mit der Klasse 10b beschäftigen, die nach seiner Einschätzung eine Aussiedler-„Clique“ beinhaltete und zudem sehr multiethnisch war. Darüber hinaus vermutete er, daß der Klassenlehrer Thorsten Wulff für ein solches Projekt zu gewinnen sei. Wir beschlossen daher, daß Peter Iden diesbezüglich am Gymnasium Hamm nachfragen sollte; Anfang April erhielt ich von ihm eine positive Rückmeldung und wir verabredeten für den 7. April ein Treffen mit dem Klassenlehrer Thorsten Wulff im Gymnasium Hamm.

Im Vorfeld dieses Treffens beschäftigte mich v.a. die Frage nach meiner zukünftigen Rolle am Gymnasium. Denn um dieses als Einstieg in eine über den Schulkontext hinausgehende Untersuchung zu nutzen, erschien es mir sinnvoll, eine konkrete Funktion – z.B. im Deutschunterricht oder in einer AG – einzunehmen, die mich auch tatsächlich mit Aussiedlern in Kontakt brachte. In dem Gespräch mit Thorsten Wulff überraschte mich dieser dann mit dem Vorschlag, ich solle in seiner Klasse eine Unterrichtseinheit über Ethnologie oder gleich über Multiethnizität durchführen. Dies kam mir sehr gelegen, da ich dabei die Kontaktaufnahme mit einer ersten inhaltlichen Arbeit verbinden konnte. Nachdem dieser Entschluß gefaßt war, ging alles sehr schnell: Noch am selben Tag wurde ich der Klasse als neuer ‚Ethnologielehrer‘ vorgestellt, drei Tage später hatte der Schulleiter mein Konzept für eine Unterrichtseinheit über Multiethnizität zur Bewilligung vorliegen und weitere drei Tage später stand ich zum ersten Mal unterrichtend vor der Klasse.

Aus meiner Sicht hatte die Untersuchung über und mit den Schülern der Klasse 10b hinsichtlich ihrer ethnischen Selbst- und Fremdwahrnehmung im Rahmen der siebenwöchigen Unterrichtseinheit anfänglich die Funktion einer ‚Studie in einer Studie‘: Sie sollte mir erste Ergebnisse über Ethnizität bei Aussiedlern liefern (die als eine neben anderen Gruppen behandelt wurden) und der Kontaktaufnahme für meine ‚eigentliche‘ Studie dienen. Allerdings hatte ich bei meinem ersten Besuch des Gymnasiums bereits durch Peter Iden die drei jugendlichen Aussiedler Paul, Andreas und Viktor[3] kennengelernt, die Interesse an einer Mitarbeit signalisierten und von denen Andreas und Viktor in die besagte zehnte Klasse gingen. Bereits bei diesem ersten Gespräch verabredeten wir regelmäßige wöchentliche Treffen nach der Schule, in denen ich mit meiner ‚eigentlichen‘ Untersuchung beginnen wollte. Schon nach wenigen Wochen zeigte sich dann, daß diese ‚eigentliche‘ Untersuchung sich relativ unabhängig von dem Unterrichtsprojekt entwickelte und dessen faktisch nicht bedurfte; damit wurde aus einer konzipierten Verschachtelung ein Nebeneinander zweier Untersuchungen. Diese Entwicklung ergab sich nicht nur aus der sehr schnellen ‚Vollbeschäftigung‘ im Schulkontext – eine Miniatureinführung in die Ethnologie sowie die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Befragung von und mit 27 Zehntklässlern in insgesamt 16 Unterrichtsstunden bereitete doch einen gewissen Aufwand –, die die Einsicht in die Möglichkeiten einer unterrichtsunabhängigen Kontaktaufnahme gar nicht erst aufkommen ließ, sondern ergab sich auch in inhaltlicher Hinsicht aus der Forschungssituation selbst: Außer meinem inzwischen allgemeiner gefaßten Interesse an Ethnizität und einer Kenntnis von Sekundärliteratur zu Aussiedlern wußte ich naturgemäß nichts über die konkrete Lebenssituation meiner zukünftigen Informanten und damit auch wenig über die letztendliche Richtung, die mein Feldforschungspraktikum nehmen würde.

Wenngleich sich somit rückblickend das Unterrichtsprojekt weder pragmatisch noch inhaltlich als notwendig für mein Feldforschungspraktikum erwies, so konnte ich doch für die hier dargestellte Fallstudie einige seiner Ergebnisse als Hintergrundinformationen über den Schulkontext nutzen [ siehe unter 3.3.2 ]; daneben hat mir die Arbeit mit den Schülern auch einfach Spaß gemacht. Da die Durchführung der Unterrichtseinheit und die Ergebnisse der Untersuchung in einem eigenen Bericht dargestellt sind [siehe Zenker 2000, im CD-Rom-Anhang enthalten], konzentriere ich mich im weiteren nur auf das Feldforschungspraktikum über die drei jugendlichen Aussiedler Paul, Andreas und Viktor.

2.1.3 Thematische und methodische Vorbereitung

Im Hinblick auf den Themenkomplex ‚Ethnizität unter Aussiedlern‘ hatte ich mich zum einen während meines Studiums bereits seit längerem mit Fragen der Ethnizität beschäftigt - so in einer empirischen Arbeit über Ethnizität bei den Akha, einer in den Bergregionen des nördlichen Thailands lebenden Minderheitengruppe, und in einer theoretischen Auseinandersetzung über die Vereinbarkeit sozialwissenschaftlicher Ethnizitätstheorien mit dem soziobiologischen Ansatz von Pierre van den Berghe im Rahmen eines Oberseminars. Neben einer erneuten Beschäftigung mit Ethnizitätstheorien begann ich ab Anfang 2000 zum anderen mit meiner Einarbeitung in die Sekundärliteratur zu Aussiedlern. In dem von mir im Wintersemester 1999/2000 besuchten Diaspora-Seminar und der im Februar stattfindenden internationalen Diaspora-Tagung des Instituts für Ethnologie verbanden sich zudem beide Themenbereiche in einer ersten Konzeptualisierung von Aussiedlern als einer ‚deutschen Diaspora‘.

Die methodische Vorbereitung erfolgte zum einen ebenfalls durch die Teilnahme an Lehrveranstaltungen. Während die Vorlesungen ‚Feldforschung und Quellenkritik‘ und ‚Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung‘ zunächst allgemeine Möglichkeiten und Schwierigkeiten sozialwissenschaftlicher Forschung behandelten, ging es in der ‚Übung zur genealogischen Methode‘ um erste praktische Erfahrungen in der Erhebung und Auswertung empirischer Daten. Neben Gesprächen mit Kommilitonen, die den ‚Initiationsritus Feldforschungspraktikum‘ bereits erfolgreich absolviert hatten, und dem Lesen von diesbezüglichen Berichten bestand meine Einarbeitung in die Methodologie zum anderen überwiegend im Studium von einführender Literatur. Allgemein erwiesen sich dabei u.a. die verschiedenen Publikationen von Bernard [besonders 1995] und Spradley [1979, 1980] als besonders hilfreich.

2.2 Durchführung

2.2.1 Allgemeines zur Planung, Durchführung und Dokumentation

Wie dargestellt begann mit meinem ersten Besuch des Gymnasiums Hamm und meiner ersten dortigen Begegnung mit den jugendlichen Aussiedlern Paul, Andreas und Viktor am 7. April 2000 die eigentliche Durchführung meines Feldforschungspraktikums. Da dieses studienbegleitend realisiert wurde, stellten meine Feldkontakte einzelne Ereignisse dar, die zu meinem üblichen Alltag hinzukamen. Um in etwa über einen ähnlichen Zeitraum der Datenerhebung zu verfügen, der mit einem vier- bis sechswöchigen Praktikum en bloc verbunden ist, plante ich zu diesem Zeitpunkt, die Durchführung meiner Datenaufnahme nach drei Monaten, also gegen Ende Juni, zu beschließen. Aber aufgrund der studienbegleitenden Durchführung gab eigentlich keinen äußerlich notwendigen Grund, dann auch wirklich aufzuhören. Das vermutlich für eine Feldforschung typische Gefühl, ‚noch nicht genug zu wissen‘, neben dem sich nun gerade entwickelnden guten Kontakt, dem Interesse am Thema und dem kontinuierlichen Fluß an Aktivitäten, die für das Praktikum weiterhin relevant erschienen, machten es mir schwer, den künstlichen Schlußpunkt einzuhalten. Daher zog sich die Durchführung noch bis Ende Juli hin. Auch nach der Durchführungsphase war bei der Erstellung und Auswertung der Feldnotizen die Verlockung groß, bei Unklarheiten noch ‚mal eben‘ nachzufragen – zumal ich den entstandenen Kontakt soweit möglich privat aufrechterhalten habe und daher Paul, Andreas und Viktor auch später noch traf. Zweimal habe ich dieser Verlockung nachgegeben, mich aber ansonsten auf die erhobenen Informationen beschränkt. Mit derartigen Problemen wäre ich bei einem en bloc durchgeführten Praktikum nicht in dem Maße konfrontiert gewesen; die positive Kehrseite der Medaille bestand aber in der recht einfachen Möglichkeit, den Kontakt aufrechtzuerhalten.

Während der Durchführungsphase orientierte ich mich bei der Planung und Realisierung einzelner Schritte an den Vorschlägen von Bernard, der zwischen dem Logbuch, ‚Erstnotizen‘, Feldnotizen und dem Feldtagebuch unterscheidet [1995:180-192]. So führte ich ein Logbuch, wobei ich für jeden Tag des gesamten Zeitraums eine Doppelseite reservierte und auf die linke Seite die geplanten und auf der rechten Seite die realisierten Schritte eintrug. Dadurch konnte ich während der Durchführung überprüfen, welche Schritte erfolgreich realisiert werden konnten und welche ggf. zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden mußten. Neben dem Logbuch verwendete ich ein Notizbuch, in dem ich in Form von Erstnotizen entweder während der Feldkontakte oder unmittelbar danach Erfahrungen, Beobachtungen und Aussagen von Informanten sowie Organisatorisches, Überlegungen zu möglichen weiteren Schritten und erste Interpretationen dokumentierte. Nach den Feldkontakten konnte ich die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dazu nutzen, diese Erstnotizen zu ergänzen und weiterführende Überlegungen zu notieren. Zur ersten Dokumentation von Gesprächen verwendete ich neben den parallel erfolgenden schriftlichen Notizen auch einen MiniDisc-Recorder, mit dem ich die meisten Interviews aufzeichnete. Dies ermöglichte ihre spätere Transkription, die gerade für die Analyse der Ethnizitätskonzeptionen entscheidend war. Meine Informanten waren mit der Aufzeichnung der Gespräche einverstanden, wobei Viktor unter der Bedingung zustimmte, daß ich die MiniDiscs nach ihrer endgültigen Auswertung lösche.

Diese Erstnotizen aus den Feldkontakten wurden dann zuhause ausführlich in Form von Feldnotizen niedergeschrieben, auf denen später die Auswertung basierte. Zum Verfassen dieser Feldnotizen gehörte neben einer ausführlichen Niederschrift der zuvor nur angedeuteten Erfahrungen auch die Transkription der aufgezeichneten Gespräche und die graphische Darstellung der genealogischen Daten und des Gesamtnetzwerkes. Bernards Vorschlag [1995:186-192] entsprechend erstellte ich nicht nur ethnographische sondern auch methodologische Feldnotizen, die kurz die Erfahrungen bei der Anwendung der jeweiligen Methode wiedergeben. Da ich – wie in der Einleitung beschrieben – das Ziel verfolgte, meine inhaltliche Auswertung durch konsequente Verweise auf meine offen gelegten Feldnotizen weitgehend überprüfbar zu machen, gliederte ich alle Feldnotizen nach einem einheitlichen Schema: Neben der Angabe des Datums, Wochentages, des Zeitraums, der Art des Ereignisses, der Anwesenden, des Ortes und der verwendeten Methode(n) zu Beginn jeder Feldnotiz unterteilte ich diese in numerierte und mit Überschriften versehene Abschnitte, deren interne Absätze ebenfalls durchnumeriert wurden. Die Überschriften der numerierten Abschnitte wurden dann den Feldnotizen als eine Art Inhaltsverzeichnis zur ersten Orientierung vorangestellt. Die Feldnotizen selbst wurden chronologisch durchnumeriert und mit einem ‚E‘ oder einem ‚M‘ zur Kennzeichnung des ethnographischen oder methodologischen Inhalts versehen. Dieses Numerierungssystem der Feldnotizen konnte dann für detaillierte Verweise in dieser Arbeit benutzt werden. So referiert z.B. der Verweis ‚036E.2.16‘ auf den 16. Absatz des 2. Abschnitts in der ethnographischen Feldnotiz 036. Sämtliche Feldnotizen wurden dann in dem Gesamtdokument Logbuch und Feldnotizen im CD-Rom-Anhang bereitgestellt.[4]

Bei der Erstellung der Feldnotizen machte es sich als überaus negativ bemerkbar, daß ich das Praktikum studienbegleitend durchführte. Denn das Verfassen der Feldnotizen nahm sehr viel Zeit in Anspruch – v.a. das Transkribieren der Gespräche und das Erstellen von Diagrammen – und die hatte ich nur in den seltensten Fällen direkt nach den Feldkontakten. Oft ging es nachher direkt zur Arbeit, zur Uni oder zu Verabredungen. In den immerhin sieben ersten Wochen des Praktikums war ich außerdem mit den sehr aufwendigen Vor- und Nachbereitungen des Unterrichtsprojekts beschäftigt. Deshalb wurde ich dem Ideal der am selben Tag verfaßten Feldnotiz [siehe Bernard 1995:191] nur sehr selten gerecht, wodurch mir sicherlich einige Erinnerungen an Details verloren gegangen sind.

Zunächst führte ich auch ein Feldtagebuch, in dem ich meine persönlichen Erfahrungen in den Feldkontakten niederschrieb. Allerdings kam mir dies von Anfang an recht künstlich vor, denn letztlich führte ich trotz der zeitaufwendigen Durchführung des Praktikums mein normales Alltagsleben fort. Aufgrund dieser Wahrnehmung und auch wegen der Zeitknappheit entschloß ich mich ziemlich bald, auf das Feldtagebuch zu verzichten, zumal ich auch bei Bedarf persönliche Eindrücke in meinem Notizbuch vermerkte.

2.2.2 Der Verlauf des Feldforschungspraktikums – die Erarbeitung und Bearbeitung eines konkreten Untersuchungsthemas

Meine anfängliche Kontaktaufnahme zu den jugendlichen Aussiedlern am Gymnasium Hamm war einerseits gekennzeichnet von meinem Interesse an ihrer Ethnizität und andererseits von meiner Erfahrung bei den ersten Interviews in Adendorf, bei denen sich meine Vorannahme eines ‚Ethnizitätsproblems‘ bei Aussiedlern anscheinend als weitgehend unzutreffend erwiesen hatte. Daher entschloß ich mich (auch in Rücksprache mit meiner Betreuerin Prof. Kokot), neben einem weiter gefaßten Fokus auf Ethnizität zunächst auch ganz allgemein die Lebenssituation meiner Informanten kennenzulernen, um festzustellen, welche Themen aus ihrer Sicht eigentlich relevant waren und in welcher Hinsicht Ethnizität – wenn überhaupt – für sie eine Bedeutung hatte. Besonders wichtig war es mir dabei, möglichst schnell über den Schulkontext hinaus irgendwie an ihrem Alltag teilzunehmen. Damit war meine erste Themenfestlegung auf ‚die allgemeine Lebenssituation von jugendlichen Aussiedlern‘ extrem vage und ich konnte Paul, Andreas und Viktor ihre anfängliche Skepsis als Reaktion auf die Darstellung meines Vorhabens[5] nicht verübeln, fühlte ich mich doch selbst damit ziemlich unwohl. Erst mit der Zeit zeichnete sich im Kontakt mit den Aussiedlern ein zunehmend konkreteres Untersuchungsthema ab. Dieser Prozeß läßt sich an dem Verlauf des Feldforschungspraktikums nachvollziehen.[6]

Bereits am 7. April hatten Paul, Andreas, Viktor und ich beschlossen, uns jeden Donnerstag nach dem Unterricht am Gymnasium zu treffen. Dieser Ort und Tag paßte den drei Aussiedlern und war auch für mich vorteilhaft, weil ich dann zunächst ohnehin wegen des Unterrichtsprojekts an der Schule war. Diese eineinhalb- bis zweieinhalbstündigen Gruppengespräche, an denen trotz gegenteiliger Bemühungen und gelegentlicher Besuche anderer jugendlicher Aussiedler dauerhaft nur Paul, Andreas und Viktor teilnahmen, fanden bis Ende Juni fast durchgängig statt. Darüber hinaus kam es zunehmend auch außerhalb der Schule zur gemeinsamen Teilnahme an Veranstaltungen (insgesamt sieben) und zum Schluß auch zu fünf Einzelgesprächen.

In ihrer Gesamtheit können diese Feldkontakte grob in drei Phasen unterteilt werden. In der ersten ausschließlich Gruppeninterviews in der Schule umfassenden Phase, die bis Ende April andauerte[7], ging es mir im Sinne eines explorativen Vorgehens darum, überhaupt erst einen Eindruck über die Lebensumstände von Paul, Andreas und Viktor zu gewinnen. Diese wurden mit einem schriftlich verfaßten Lebenslauf und verschiedenen Gesprächen beleuchtet, in denen es um das Verhältnis von Aussiedlern zu anderen Migrantengruppen, Freizeitaktivitäten v.a. bei politischen Organisationen, ihre ethnische Selbstwahrnehmung, die Situation von Aussiedlern am Gymnasium Hamm und ihre Wertvorstellungen zu Familie und Generationen- und Geschlechterrollen ging. Es zeigte sich u.a., daß Paul, Andreas und Viktor untereinander und mit vielen anderen Aussiedlern im Gymnasium befreundet waren, aber in ihrer Freizeit eher wenig gemeinsam unternahmen. Einzig im Kontext politischer Veranstaltungen bei der Jugendorganisation der CDU – der Jungen Union – und bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland hatten sie außerhalb der Schule miteinander zu tun. Zugleich waren den drei Aussiedlern diese politischen Aktivitäten anscheinend relativ wichtig. Dieser politische Aktivismus und der Umstand, das dieses Engagement zumindest bei Paul dem Anschein nach auch ethnisch motiviert war, weckten mein besonderes Interesse.

In der mittleren Phase, die den Mai umfaßte[8], setzten wir einerseits die explorativen Gespräche fort und behandelten im Zuge dessen die Verwandtschaft, Treffen im Familienkreis und die Immigrationsgeschichten der drei Aussiedler; zudem erhielt ich auf meine Bitte hin von Paul und Andreas eine kurze Beschreibung ihrer typischen Wochen- und Wochenendtage. Daneben konnte ich aber auch andererseits erstmalig an Aktivitäten der Aussiedler außerhalb der Schule teilnehmen. Bei diesen handelte es sich um zwei Veranstaltungen der Landsmannschaft, zu denen ich von Paul eingeladen wurde, sowie um einen monatlich stattfindenden Stammtisch der Jungen Union. Im Hinblick auf diese außerschulischen Veranstaltungen wurde zum einen deutlich, daß die thematische Fokussierung auf den politischen Aktivismus der drei Aussiedler und auf eine möglicherweise zugrundeliegende (auch) ethnische Motivation generell sinnvoll war und zudem teilnehmende Beobachtungen zuließ. Zum anderen zeigte sich aber auch, daß eher die Junge Union als die Landsmannschaft von Interesse war, da nur bei dieser alle drei Aussiedler kontinuierlich aktiv waren.

Die letzte und längste Phase, die den Juni und Juli beinhaltete[9], konzentrierte sich dann ganz auf das solchermaßen eingegrenzte Untersuchungsthema ‚Ethnizität und politischer Aktivismus‘ im allgemeinen und seine Konkretisierung in der Untersuchungsfrage nach dem Ausmaß und der Art des Einflusses der Ethnizitätsvorstellungen der drei Aussiedler auf ihre Motivationen zu politischem Aktivismus im besonderen. Dabei konnte ich zum ersten vier Aktivitäten bei der Jungen Union teilnehmend beobachten, nämlich deren alljährliche an einem Wochenende stattfindende Klausurtagung, einen Spieleabend, eine Veranstaltung der CDU (bei der die Junge Union mitwirkte) sowie einen weiteren Stammtisch. Zum zweiten konnte ich in einem letzten Gruppengespräch und in insgesamt fünf Einzelgesprächen von den drei Aussiedlern gezielte Informationen zu ihrem politischen Aktivismus, ihrem jeweiligen ethnischen Selbstverständnis und dem Verhältnis zwischen beidem erhalten. Schließlich endete mit der Erhebung der persönlichen Netzwerke von Paul, Andreas und Viktor die Phase der Datenerhebung.

Vor dem Hintergrund dieser Beschreibung wird deutlich, wie sich im Verlauf meines Feldforschungspraktikums im Prozeß einer fortschreitenden Konkretisierung des Untersuchungsthemas auf ‚Ethnizität und politischen Aktivismus‘ mein ursprüngliches Interesse an Ethnizität mit dem auf Seiten der drei Aussiedler aktuellen Thema des politischen Aktivismus‘ auf eine Weise verband, die eher zufällig und nicht von vornherein planbar war. Wenngleich mir dieser Vorgang rückwirkend als eine ‚normale‘ Forschungsentwicklung erscheint, so war ich mir dessen zu Beginn meines Feldforschungspraktikums nicht so sicher.

2.2.3 Methoden

Im folgenden werden die im Rahmen des Feldforschungspraktikums angewendeten Methoden dargestellt. Dabei kann zunächst allgemein festgestellt werden, daß die fortschreitende Konkretisierung des Untersuchungsthemas tendenziell mit einer zunehmenden Verwendung speziellerer Methoden einherging. Stand in der ersten Phase neben einer persönlichen Dokumentation ausschließlich eine explorative, weniger strukturierte Befragung im Vordergrund, so traten in der mittleren Phase die teilnehmende Beobachtung und die genealogische Methode hinzu. Im letzten Abschnitt der Datenerhebung wurde die Befragung neben einer fortgesetzten teilnehmenden Beobachtung stärker strukturiert und mündete vor dem Hintergrund des inzwischen erworbenen ethnographischen Wissens in der Anwendung der formalen Verfahren der Netzwerkanalyse.

2.2.3.1 Informelle Interviews

Bei informellen Interviews handelt es sich um gewöhnliche Gespräche, zu denen im Nachhinein Gedächtnisprotokolle aufgezeichnet werden; aufgrund ihrer relativen ‚Natürlichkeit‘ und geringen Vorstrukturiertheit eignen sie sich besonders für explorative Zwecke [siehe Bernard 1995:209]. Von den zahlreichen informellen Interviews während des Feldforschungspraktikums habe ich vier nachträglich in Form von Gedächtnisprotokollen dokumentiert. Diese nicht als Interviews geplante Gespräche fanden alle im Kontext der Anwendung anderer Methoden statt, sei es vor oder nach einem formellen Interview oder im Rahmen der teilnehmenden Beobachtung. In ihnen war die Gesprächssituation häufig etwas ungezwungener und es kamen unerwartete Themen zur Sprache, wie z.B. Auseinandersetzungen zwischen Aussiedlern und Türken oder Teile der Familiengeschichte von Viktor.[10]

2.2.3.2 Wenig und teilstrukturierte Interviews

Formelle Interviews unterscheiden sich grundlegend von nachträglich dokumentierten gewöhnlichen Gesprächen. Mit Bernards Worten [1995:209]: „You sit down with an informant and hold an interview. Period. Both of you know what you’re doing, and there is no shared feeling that you’re just engaged in pleasant chit-chat.“ Formelle Interviews werden konventionell intern differenziert nach dem Grad der vom Interviewer ausgeübter Kontrolle bezüglich der Antworten bzw. Reaktionen der Informanten, wobei zwischen ‚wenig strukturierten‘, ‚teilstrukturierten‘ und ‚stark strukturierten‘ Interviews unterschieden werden kann [siehe Bernard 1995:209 und Atteslander 1995:160, daneben Crane/Angrosino 1974:51-62 und Spradley 1979] – im Feldforschungspraktikum wurden nur wenig und teilstrukturierte Interviews durchgeführt. Im wenig strukturierten Interview gibt der Befrager das Thema vor – z.B. in Form einer „grand tour question“ [Spradley 1979:87] –, läßt aber ansonsten die Befragten weitgehend selbst die Entwicklung des Gesprächs bestimmen; konkretere Fragen ergeben sich meist erst aus den Aussagen der Informanten. Gegenüber diesem explorativen Vorgehen und häufig auf dessen Grundlage erfolgen teilstrukturierte Interviews anhand vorbereiteter und vorformulierter Fragen in einem Gesprächsleitfaden, wobei auch hier spontan sich ergebende Themen aufgegriffen werden können [siehe Bernard 1995:208-236 und Atteslander 1995:157-204].

Während des Praktikums wurden insgesamt vier wenig strukturierte Interviews realisiert, die in der ersten und mittleren Phase erfolgten. Von diesen stand nur eines im Zusammenhang mit einer anderen Methodenanwendung, nämlich als qualitative Konkretisierung der genealogischen Befragung. Alle wenig strukturierten Interviews fanden als Gruppengespräche statt. Die Gefahr einer wechselseitigen Beeinflussung unter den Teilnehmern – die insbesondere durch die Dominanz von Paul gegeben war – versuchte ich dadurch etwas abzuschwächen, daß ich meist nacheinander die Anwesenden zu ihrer jeweiligen Einschätzung befragte. Andererseits hatte diese Gruppensituation neben einem organisatorischen auch den großen inhaltlichen Vorteil, verschiedene Aspekte und Einstellungen zu einem Thema kennenzulernen, die in der Konfrontation der Anwesenden mit Aussagen anderer Informanten besonders deutlich wurden. Zudem zielten diese ersten Interviews auf eine relativ oberflächliche Exploration der Situation, die durch spätere Einzelinterviews fundierten werden sollte. In der Vorbereitung des ersten Interviews machte ich den Fehler, eine zu detaillierte Themenliste aufzustellen. Denn das Gespräch entwickelte sich tatsächlich in eine ganz andere Richtung, woraus ich die Konsequenz zog, mich in den kommenden Interviews auf weiter gefaßte Themen zu konzentrieren. Dabei mußte ich dann allerdings im zweiten Interview feststellen, daß allgemeine Fragen zugleich trotzdem nicht zu abstrakt gestellt werden sollten. Denn wie sich zeigte, war eine Frage nicht unmittelbar in die alltägliche Wahrnehmung der drei Aussiedler übersetzbar.[11]

Die insgesamt sechs teilstrukturierten Interviews fielen alle in die letzte Phase des Feldforschungspraktikums. Bei diesen handelte es sich bis auf das erste um Einzelgespräche. Nachdem sich das Untersuchungsthema inzwischen auf die Bereiche ‚politischer Aktivismus‘ und ‚Ethnizität‘ fokussiert hatte, ging es mir nun auf der Grundlage meiner allgemeinen Kenntnisse um konkretere Informationen zu den diesbezüglichen Einstellungen der drei Aussiedler. Das erste teilstrukturierte und letzte Gruppengespräch bezog sich auf das Verhältnis der drei Aussiedler zur Jungen Union und auf ihre individuellen Motivationen zu politischem Aktivismus. Um eine übermäßige Beeinflussung durch Paul zu verhindern, der in den Gesprächen häufig dominiert hatte, befragte ich zunächst nacheinander die beiden anderen. In den übrigen teilstrukturierten Interviews war eine derartige Interferenz durch die Einzelgesprächssituation ausgeschlossen. Von diesen fünf Einzelgesprächen erfolgten jeweils zwei mit Viktor und Paul und eins mit Andreas. Das erste Einzelgespräch mit Viktor war eher das Ergebnis eines Zufalls, denn die beiden anderen konnten kurzfristig nicht teilnehmen. Im Anschluß an dieses Gespräch, in dem es erneut um den Bereich ‚Politik‘ ging, ich entschied ich mich, die Viktor gestellten Fragen in einem umfassenden Interviewleitfaden zu Ethnizität und politischem Aktivismus zu überarbeiten und abschließend mit jedem Aussiedler ein an diesem orientiertes Einzelinterview zu führen. Auf der Grundlage des zweiten Einzelinterviews – diesmal mit Paul – überarbeitete ich noch einmal meinen Leitfaden und führte dann tatsächlich mit jedem Aussiedler ein letztes Interview durch, in dem die jeweils noch nicht besprochenen Fragen behandelt wurden. Für diese letzten Interviews hatte ich mir vorgenommen, die Aussiedler wenn möglich bei ihnen zuhause zu besuchen, um wenigstens einmal ihr privates Umfeld kennenzulernen. Daher fanden jeweils ein Einzelinterview mit Paul und Andreas in ihrer Wohnung statt; da Viktor dies nicht wollte, trafen wir uns für unser letztes Interview bei mir zuhause.[12]

Insgesamt verliefen die Interviews mit Paul, Andreas und Viktor ziemlich problemlos und wir hatten – so zumindest mein Eindruck – viel Spaß. Allerdings zeigte sich besonders in den Einzelgesprächen mit Viktor eine Schwierigkeit unserer Kommunikation, die sich möglicherweise aus Sprachproblemen ergaben. Denn während die Aussiedler insgesamt sehr gutes Deutsch sprachen (ich jedoch kein Wort Russisch), hatte Viktor noch gelegentlich gewisse Schwierigkeiten. Vor diesem Hintergrund war es für mich nicht ganz einfach einzuschätzen, warum Viktor aus meiner Sicht manchmal nicht direkt auf meine Fragen einging. Lag dies an Sprachproblemen, so daß wir uns nicht so gut verstanden, waren meine Fragen aus seiner Sicht falsch gestellt oder irrelevant oder war dies einfach seine Art des Kommunizierens?[13] In gewisser Hinsicht war es instruktiv, von ihm zu erfahren, daß es ihm schon öfter passiert war (auch auf russisch), daß er aufgrund seines speziellen Idiolekts mißverstanden wurde.[14] Dennoch hatte ich wegen dieses Problems bei der Auswertung – besonders bezogen auf Viktors Ethnizitätsvorstellungen – so meine Schwierigkeiten, die ich hoffentlich einigermaßen angemessen lösen konnte.

2.2.3.3 Teilnehmende Beobachtung

Die teilnehmend Beobachtung nimmt in der ethnologischen Methodologie eine Sonderstellung ein, insofern sie einerseits vielfach als ‚die‘ zentrale Methode im Kontext der Feldforschung angesehen wird und andererseits strittig ist, ob es sich bei ihr im engeren Sinne einer konkreten Technik eigentlich um eine Methode handelt. Ziel dieses Verfahren bzw. dieses „state of mind“ [Crane/Angrosino 1974:63-64] ist es, durch eine möglichst lange aktive Teilnahme am Verhalten einer Gruppe aufgrund von Beobachtung ein tieferes Verständnis ihrer Lebensweise(n) zu erlangen und dabei auch das praktische – oft unausgesprochene - Wissen zu erwerben, das für ein angemessenes Verhalten in diesem Kontext notwendig ist. Aufgrund ihrer geringen Strukturiertheit eignet sich diese ‚Methode‘ besonders für einen explorativen Zugang zu bisher unbekannten sozialen Zusammenhängen [siehe Dewalt/Dewalt/Wayland 1998, Fischer 1992, Crane/Angrosino 1974:63-73 und auch Spradley 1980].

Während des Feldforschungspraktikums boten sich mir ab der mittleren Phase insgesamt sieben Gelegenheiten für eine teilnehmende Beobachtung von Veranstaltungen, die alle im Kontext zunächst der Landsmannschaft (zwei) und dann der Jungen Union (fünf) erfolgten. Bei diesen Aktionen verfolgte ich im allgemeinen das Ziel, im Zuge einer „grand tour description“ [Spradley 1980:77-78] u.a. festzustellen, worum es eigentlich bei diesen Veranstaltungen ging, wie und wo sie stattfanden und welche Rollen sich ausmachen ließen. Im besonderen interessierte mich aber die Stellung der drei Aussiedler in diesen Aktivitäten und ihre Motivationen für eine Teilnahme. Hatte ich mich während der Vorbereitung des Feldforschungspraktikums gegen eine Durchführung in Adendorf entschlossen, weil sich mir dort anscheinend kein Zugang für eine teilnehmende Beobachtung bot, so zeigte sich nun, wie wichtig diese in der Tat war. Denn sie erlaubte mir einen Einblick in die sprachlich kaum zu vermittelnde konkrete Praxis der politischen Aktivitäten, ohne den es mir schwer gefallen wäre, ein Gespür für die Stimmung und die vorhandenen Motivationen von Paul, Andreas und Viktor für ihren politischen Aktivismus zu entwickeln. Besonders kam mir dabei entgegen, daß ich für den vergleichsweise langen Zeitraum eines ganzen Wochenendes die jährliche Klausurtagung der Jungen Union teilnehmend beobachten konnte.

Angesichts der eingangs beschriebenen Ambiguität der teilnehmenden Beobachtung als einer zentralen ethnographischen Methode ohne konkreter Methodik war ich mir bei ihr verglichen mit allen anderen Verfahren am wenigsten darüber im klaren, wie man sie denn nun ‚richtig‘ anwendet. Nachdem ich allerdings meine anfängliche Unsicherheit beiseite geschoben und mich entschlossen hatte, einfach mitzumachen, meine Augen und Ohren hinsichtlich meines Interesses offen zu halten und nachträglich möglichst viel in Gedächtnisprotokollen aufzuschreiben, legte sich auch dies.[15]

2.2.3.4 Genealogische Methode

Die genealogische Methode, die in der Aufnahme, Darstellung und Auswertung von Verwandtschaftsbeziehungen und den in separaten Personenbögen verzeichneten Merkmalen der genannten Familienangehörigen eines Informanten besteht, eignet sich als exploratives Instrument für einen Zugang zu verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen [siehe Fischer 1996, besonders 1-59]. Während der mittleren Phase des Feldforschungspraktikums erhob ich bei zwei aufeinanderfolgenden Treffen genealogische Daten der drei Aussiedler, um neben allgemeinen Hintergrundinformationen besonders auch konkrete Daten über ihre Treffen mit Verwandten und damit über die praktische Relevanz der Familie in ihrem Alltag zu erhalten. Denn in vorherigen Gesprächen hatten alle drei den hohen Wert der Familie betont und nun wollte ich feststellen, inwiefern sich diese Wertschätzung auch in ihrem Verhalten widerspiegelte.

Die Genealogien von Paul, Andreas und Viktor – die unter 3.3.2 dieser Arbeit wiedergegeben werden – wurden nach ihrer problemlosen Erhebung als Pgraph dargestellt. In diesem von der üblichen Visualisierung genealogischer Beziehungen abweichenden Standard werden Elternpaare als Punkte und deren Kinder als davon ausgehende Linien (gestrichelt = weiblich) verzeichnet, die wiederum in Punkten enden, die eine Paarbeziehung des jeweiligen Kindes darstellen. Mehrfachbeziehungen derselben Person werden jeweils in eigenen Punkten visualisiert, so daß die Anzahl der von einem Paar ausgehenden Linien nicht notwendig mit der Anzahl seiner Kinder gleichzusetzen ist. Obwohl weniger verbreitet bietet dieser Standard neben seiner durch Computer erzeugbaren und damit erleichterten Darstellung den Vorteil der besseren Übersichtlichkeit bei größeren Genealogien [siehe Lang 2000a und Schweizer 1996:218-233].[16]

2.2.3.5 Netzwerkanalysen

Netzwerkanalysen zielen auf eine möglichst präzise Bestimmung und Erklärung von ‚Mustern sozialer Ordnung‘, wobei zwischen persönlichen Netzwerken und Gesamtnetzwerken unterschieden wird. Während persönliche Netzwerke die soziale Einbettung einzelner Akteure im Hinblick auf verschiedene Beziehungsdimensionen darstellen, beziehen sich Gesamtnetzwerke auf die Struktur der Beziehungen einer bestimmten Dimension innerhalb eines festgelegten Personen plurals [siehe Schnegg/Lang 2000, besonders S. 4-5 und Schweizer 1996: 169-170].

Der Analyse persönlicher Netzwerke liegt die Idee zugrunde, daß es verschiedene, interkulturell relevante und den eigentlichen Bezugspunkt der Untersuchung bildende Dimensionen sozialer Beziehungen gibt, die durch kulturspezifisch operationalisierte Indikatorfragen bezüglich konkreter Alltagshandlungen erhoben werden können [siehe Schnegg/Lang 2000:16-18]. Bei der Befragung einer ‚Ego‘ genannten Person nennt diese zunächst für die einzelnen Indikatorfragen alle als ‚Alteri‘ bezeichneten Interaktionspartner, mit denen das Ego die entsprechende Beziehung unterhält. In einem zweiten Schritt werden dann die Eigenschaften der Alteri und des Egos erhoben, die für eine bestimmte Untersuchungsfrage von Interesse sind. Die durch dieses Verfahren gewonnen Daten, die das persönliche Netzwerk eines Egos repräsentieren, können im Anschluß mit Computerprogrammen wie z.B. SPSS statistisch ausgewertet werden [siehe Schnegg/Lang 2000 und Schweizer 1996:241-252]. In der Gesamtnetzwerkanalyse werden für alle Akteure eines Personenplurals ihre in diesem enthaltenen Interaktionspartner bezüglich einer bestimmten Beziehung erhoben und in einer Akteur/Akteur-Matrix oder Liste verzeichnet. Zudem werden die im Kontext der Untersuchung relevanten Attribute der Befragten aufgenommen. Diese Beziehungen können dann zum einen mit Computerprogrammen wie Pajek als Linien zwischen Akteure repräsentierenden Punkten in einem Graphen visualisiert werden, der einen ersten Überblick über die Beziehungsstruktur vermittelt und zur Veranschaulichung der Auswertungsergebnisse verwendet werden kann. Zum anderen können diese Daten mit Programmen wie Ucinet auf der Grundlage von spezifischen auf der mathematischen Graphentheorie basierenden Verfahren ausgewertet werden. Hierfür sind eine Vielzahl von Konzepten für die Untersuchung einzelner Aspekte entwickelt worden, die sich sowohl auf die Gesamtstruktur als auch auf die Stellung einzelner Akteure innerhalb dieser beziehen. Die dadurch gewonnenen Einblicke in die Beziehungsstruktur können anschließend mit dem Ziel einer Erklärung mit den erhobenen Attributen verbunden werden [siehe Schnegg/Lang 2000, Schweizer 1996 und Wasserman/Faust 1994].

Im Rahmen des Feldforschungspraktikums habe ich zum einen die persönlichen Netzwerke der drei Aussiedler erhoben und ausgewertet als auch eine Gesamtnetzwerkanalyse durchgeführt, die sich auf den Teilnehmerkreis bei der Klausurtagung der Jungen Union bezog. Da mein Vorgehen bei diesen Netzwerkanalysen im Rahmen der Darstellung ihrer Ergebnisse unter 3.3.3 und 3.5.2.3 thematisiert wird, gehe ich hier nicht näher darauf ein.[17]

2.2.3.6 Persönliche Dokumentation und Auswertung schriftlicher Quellen

Neben der Auswertung von selbst erhobenen Daten stellt eine Beschäftigung mit auf Nachfrage von den Informanten produzierten Aufsätzen und Texten einerseits und mit unabhängig vom Feldforschungsprozeß verfaßten Primärquellen andererseits einen weiteren Zugang zu der Lebenssituation der Untersuchten dar [siehe Crane/Angrosino 1974:85-95 und Fischer 1998].

Im Verlauf des Feldforschungspraktikums bat ich die drei Aussiedler, mir einen kurzen Lebenslauf sowie einen typischen Tagesablauf in der Woche und an Wochenenden zu schreiben. Angesichts der relativ seltenen Treffen schien mir dies ein sinnvoller Weg zu zusätzlichen Informationen zu sein. Während ich die Lebensläufe nur als erste Hintergrundinformation verwenden wollte, plante ich eigentlich eine weitergehende Diskussion der typischen Tagesabläufe. Dadurch, daß die drei Aussiedler aber zum vereinbarten Treffen ihre Texte noch nicht fertig hatten, wir uns daher zunächst anderen Themen zuwandten und ich ihre Beschreibungen bei anderen Gelegenheiten eher nebenbei zugesteckt bekam, verlor ich dieses Ziel während der Datenerhebung aus den Augen, so daß es leider nicht mehr zu einer gesonderten Besprechung kam. Im Hinblick auf unabhängig verfaßte Primärquellen konnte ich das zweimonatlich erscheinende Informationsblatt Mittendrin der lokalen Jungen Union nutzen. Hier waren für mich besonders die auf der letzten Seite aufgelisteten, geplanten Veranstaltungen von Interesse, da ich an ihnen meine Informationen über die Art und Häufigkeit der Aktivitäten bei der Jungen Union abgleichen konnte [ siehe unter 3.5.2.2 ].[18]

2.2.4 Reflexion der eigenen Rolle als Feldforscher

Das in diesem Bericht beschriebene Feldforschungspraktikum war mein erster umfassender und systematischer, wenn auch begrenzter Kontakt mit dem ‚Feld‘. Zum ersten Mal durchlief ich als Ethnograph bzw. Ethnologe alle Phasen einer Feldforschung von Vorbereitung über Datenerhebung und –auswertung bis zur synthetisierenden Darstellung der Ergebnisse.

Mit dieser Rolle waren im allgemeinen einige Schwierigkeiten empirischer Forschung verbunden, die ich bereits erwähnt habe: So hatte ich anfängliche Probleme, eine passende Lokalität und Informanten zu finden, die ich auch im Rahmen einer teilnehmenden Beobachtung untersuchen konnte. Daneben gestaltete sich aus meiner damaligen Sicht die Themenfindung alles andere als einfach und gradlinig, nachdem sich meine erste Arbeitshypothese als zu eng gefaßt erwiesen hatte. Auch die Anwendung der Methoden, besonders der teilnehmenden Beobachtung, war aufgrund fehlender Erfahrungen z.T. etwas ungelenk. Schließlich erschwerte die gelegentlich mehrdeutige Kommunikation mit Viktor – möglicherweise wegen Sprachschwierigkeiten – mein Verständnis der Situation. Dabei war aufgrund der studienbegleitenden Durchführung des Praktikums die Feldsituation von meinem sonstigen Alltag nicht besonders stark abgegrenzt, was einerseits mögliche Fremdheitserfahrungen reduzierte, andererseits aber auch weniger Raum für eine Konzentration auf die Datenerhebung zuließ, als ich mir dies gewünscht hätte.

Neben dieser allgemeinen Perspektive ergab sich im besonderen auch ein gewisses Spannungsfeld aus meiner eigenen Rollenzuschreibung als ‘Ethnograph‘/‚Ethnologe‘ und den Rollenzuweisungen meiner Informanten. Da war zum einen die unproblematische und weitgehend dominante Wahrnehmung meiner Person als eine Untersuchung durchführender ‚Ethnologe‘, als der ich von den drei Aussiedlern gegenüber anderen – u.a. auch auf der von Andreas betreuten Homepage des Gymnasiums Hamm – charakterisiert wurde. Daneben war ich aber gerade zu Beginn des Praktikums für Andreas und Viktor faktisch auch ein ‚Lehrer‘, der in Zusammenarbeit mit anderen Lehrern am Gymnasium in einem Schulprojekt unterrichtete und im Zuge der beiden auf diese Unterrichtseinheit bezogenen Klassenarbeiten potentiell einen Einfluß auf die Benotung hatte [siehe Zenker 2000:11]. Glücklicherweise war mein Unterricht inhaltlich mit dem Regelunterricht nicht vergleichbar und meine Person aufgrund zahlreicher didaktischer Mängel nur schwer mit der Rolle eines Lehrers in Einklang zu bringen. Zudem waren die Schüler durch frühere studentische Projekte an irregulären Unterricht gewöhnt. Schließlich bemühte ich mich während des Unterrichtsprojekts um einen möglichst symmetrischen Kontakt zu den Schülern, indem ich mich in den Pausen häufig in der Raucherecke aufhielt und mich mit ihnen unterhielt. Daher vermute ich, daß meine Rolle als ‚Lehrer‘ aus Sicht von Andreas und Viktor eher vernachlässigbar war.

Demgegenüber war eine andere Rollenzuschreibung im Kontext der Jungen Union bedeutsamer. Meine Teilnahme bei deren Aktivitäten hatte sich, wie dargestellt, aus meinem bekundeten Interesse an der politischen Arbeit von Paul, Andreas und Viktor ergeben. Wenngleich dies den Aussiedlern und auch den meisten anderen Mitgliedern bei der Jungen Union klar war, so hatte ich dennoch aus Sicht diverser Mitglieder (inkl. Paul) auch die Rolle eines ‚potentiellen Neumitglieds‘ inne. Dies hatte seine Ursache weniger darin, daß ich mich als Interessent ‚getarnt‘ hätte, um Zugang zu ihren Aktivitäten zu bekommen – im Gegenteil stellte ich meine Untersuchung in allen Gesprächen mit Mitgliedern heraus –, sondern ergab sich einfach aus meinem tatsächlichen Interesse an ihrer Arbeit, welches mich bereits als potentielles Mitglied qualifizierte. Diese Rollenzuschreibung wurde in Versuchen, mich auf der Klausurtagung oder dem Spieleabend zu einem Beitritt zu bewegen, mehr als deutlich. Der folgende Ausschnitt aus der Methodennotiz zum Spieleabend illustriert die Situation:

„Nachdem ich mich auf der Klausurtagung bezüglich eines Beitritts zur Jungen Union bedeckt gehalten hatte, kam dieses Thema heute noch einmal sehr deutlich zur Sprache und zeigte damit, daß meine Wahrnehmung der Rollenzuschreibung als potentielles Neumitglied durch die anderen zutreffend war. Ich versuchte mit einiger Mühe, meine eigene Definition der Rolle als ‚interessierter Gast ohne Ambitionen auf eine Mitgliedschaft‘ aufrechtzuerhalten, was mir nicht wirklich gelang. Das Thema kam dann damit zu einem Ende, daß ich ankündigte, mir eine Mitgliedschaft noch einmal zu überlegen. Ich fühlte mich in der Situation nicht besonders wohl: Einerseits hatte ich den Eindruck, das Vertrauen der Junge-Union-Mitglieder zu mißbrauchen, wenn ich nicht ihren Erwartungen entsprach. Andererseits – und diese Perspektive dominierte – hatte ich keinen Hehl daraus gemacht, daß ich vor allem deshalb an den Aktionen teilnahm, weil ich eine Untersuchung über Paul, Andreas und Viktor machte und mich deshalb für die Arbeit der Jungen Union interessierte, nicht weil ich Mitglied werden wollte.“ [029M.3.]

Trotz dieser gewissen Divergenz in der Rollenzuschreibung bei der Jungen Union hatte ich im Kontakt mit meinen Informanten als ‚Ethnologe‘ insgesamt keine Probleme. Im Gegenteil entwickelte sich ein über die Datenaufnahme hinaus bestehendes freundschaftliches Verhältnis zu Paul, Andreas und Viktor und auch zu einigen Mitgliedern der Jungen Union, so daß meine Arbeit sehr erleichtert wurde und viel Spaß machte.

2.3 Nachbereitung, Auswertung und Darstellung

Als Ende Juli die Phase der Datenerhebung ihren Abschluß fand, begann erst die eigentliche Arbeit. Aufgrund der studienbegleitenden Durchführung des Praktikums war der Großteil der Erstnotizen noch nicht in den endgültigen Feldnotizen dokumentiert. Dies betraf insbesondere die Transkription der aufgezeichneten Interviews, die mich im folgenden mehrere Wochen beschäftigte; aber auch viele andere Erstnotizen mußten umfassend verschriftlicht werden. Während sich diese Phase der Nachbereitung überwiegend auf eine Dokumentation der verschiedenen Feldkontakte in den endgültigen Notizen beschränkte, ging es bei den Daten zu den Genealogien und der Netzwerkanalysen bereits um eine erste Auswertung. Denn ich wollte alle Feldnotizen in einer Form organisieren, die mir in einem nächsten Schritt eine Gesamtauswertung erlaubte, und eine reine Auflistung der genealogischen und netzwerkbezogenen Rohdaten war hierfür offenkundig nicht hilfreich. Die Aufbereitung dieser Daten gestaltete sich dann als aufwendig. Dies war nicht nur durch die notwendige Einarbeitung in eine den Methoden angemessene inhaltliche Auswertung bedingt, sondern folgte auch aus Schwierigkeiten bei der Verwendung der entsprechenden Software. Dabei war es mir von großem Nutzen, daß ich im Wintersemester 2000/01 als Tutor in einem Methodenseminar über Netzwerkanalysen bei Prof. Lang arbeiten und im Zuge dessen sehr viel über die praktische Anwendung dieser Methoden lernen konnte. Zudem erfuhr ich auch bei anderen methodologischen Problemen in verschiedenen Gesprächen mit ihm eine konkrete Unterstützung. Nachdem ich schließlich sechs Monate parallel zu Studium, Geld verdienen und Tutorium das Feldforschungspraktikum nachbereitet hatte, waren die Feldnotizen in ihrer endgültigen Form Ende Januar 2001 fertig.

Nun begann die Phase der eigentlichen Auswertung. Ursprünglich hatte ich beabsichtigt, hierfür die für die Analyse qualitativer Daten entwickelte Software Atlas.ti zu verwenden, aber da dies aufwendige Umformatierungen meiner erstellten Feldnotizen erfordert hätte und das gesamte Projekt ohnehin schon sehr lange andauerte, entschloß ich mich dagegen. Auf der Grundlage meines im Feldforschungspraktikum entwickelten Themas formulierte ich die genaue Untersuchungsfrage der Fallstudie [ siehe unter 3. ] und entwarf in Orientierung auf diese eine erste Gliederung des Feldforschungsberichts, die deutlich mehr Unterpunkte umfaßte als die jetzige. Diese Struktur verwendete ich dann als eine Taxonomie von Codes, anhand derer ich die Feldnotizen auswertete. Dabei ging ich so vor, daß ich jede Notiz durchlas und unter den entsprechenden Gliederungspunkten zusammenfassende, mit Überschriften und einer Referenz zur jeweiligen Feldnotiz versehene Absätze erstellte. In diesem Vorgang veränderte sich z.T. auch das Rahmengerüst der Codes bzw. Gliederungspunkte.

Nachdem ich auf diese Weise bis Mitte März alle Feldnotizen ausgewertet hatte, konnte ich mich in der letzten Phase dem Verfassen des eigentlichen Berichts und damit der Darstellung zuwenden. Im Zuge dessen begann ich mit dem inhaltlichen dritten Kapitel dieser Arbeit – der Fallstudie – und faßte nach einer Skizzierung der theoretischen Grundlagen die zuvor erstellten Absätze in eigenständigen thematischen Kapiteln zusammen. Auch bei diesem Vorgang änderte sich noch einmal die Gliederung, indem inhaltliche Umstellungen und Kürzungen vorgenommen wurden. Parallel zur endgültigen Verschriftlichung der Auswertungsergebnisse sah ich noch einmal die Sekundärliteratur zu Aussiedlern durch und stellte die Verweise her, die sich in dieser Arbeit finden. Nach Beendigung des inhaltlichen Kapitels wendete ich mich dann letztendlich dem zweiten Kapitel dieser Arbeit und damit der Beschreibung des Feldforschungspraktikums selbst zu.

Wie deutlich geworden ist, bestand die Nachbereitung, Auswertung und Darstellung des Feldforschungspraktikums bzw. seiner Ergebnisse nahezu ausschließlich in einer aufwendigen Einzelarbeit, da ich auch keine Lehrveranstaltung zur Betreuung von Feldforschungspraktika besuchte. Allerdings kam es gelegentlich zu einem diesbezüglichen Austausch mit Prof. Lang, Mitstudenten und Freunden, was mir in dieser Zeit eine große Hilfe war.

2.4 Zusammenfassung: Erkenntnisse durch das Feldforschungspraktikum

In diesem Kapitel wurde mein Feldforschungspraktikum in den Phasen der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung dargestellt. Während sich das Unterkapitel zur Vorbereitung neben einer allgemeinen thematischen und methodischen Einarbeitung besonders mit dem Vorgang der Festlegung auf eine geeignete Lokalität, Informanten und ein erstes Untersuchungsthema befaßte, behandelte der Abschnitt über die Durchführung den Prozeß der Er- und Bearbeitung eines konkreteren Themas im Verlauf des Praktikums sowie die angewendeten Methoden und meine Rolle im ‚Feld‘. Mit einer Darstellung der Nachbereitung und Auswertung endete dieser Überblick über mein Feldforschungspraktikum.

Das Feldforschungspraktikum fiel in eine besondere Phase meines Studiums. Im Herbst 1999 war ich von einem einjährigen Masterkurs in Social Anthropology/Ethnologie aus England zurückgekehrt und war in meinem deutschen Germanistik- und Ethnologiestudium bis auf die Pflicht dieses Praktikums ‚scheinfrei‘. Daher war ich innerlich schon auf meine Magisterarbeit in Germanistik orientiert und wollte ‚nur noch eben‘ mein Praktikum absolvieren. Diese Einschätzung erwies sich offenkundig als unrealistisch, denn die genannten Schritte meiner empirischen Untersuchung ließen sich nicht nebenbei realisieren. Ein Grund hierfür war auch mein in der Einleitung beschriebenes Ziel, an diesem relativ begrenzten Datenmaterial quasi als Experiment in der inhaltlichen Darstellung einen konsequenten Verweis auf sämtliche offengelegte Feldnotizen zu erproben. Dies erforderte zum einen die umfassende Aufbereitung aller Erstnotizen und zum anderen eine gründliche Auswertung. Vor diesem Hintergrund war mein Feldforschungspraktikum durchgängig von dem Widerspruch gekennzeichnet, einerseits möglichst schnell fertig werden und andererseits eine systematische Arbeit machen zu wollen. In diesem Zusammenhang war mein genanntes Experiment sicherlich aus pragmatischer Sicht unangemessen. Andererseits hatte ich mich bereits früh entschlossen, die erhobenen Daten auch im Rahmen einer linguistischen Analyse für meine Magisterarbeit zu nutzen, so daß deren fundierte Aufbereitung bereits eine diesbezügliche Vorbereitung darstellte. Darüber hinaus war aber auch eine andere Überlegung entscheidend. Stand das Feldforschungspraktikum von Seiten des Instituts für Ethnologie unter der Zielsetzung einer Einübung in ethnographische Methoden, so hatte ich bereits während der Durchführung zunehmend den Eindruck, daß für dieses Ziel besonders auch die Auswertung der Daten und die synthetisierende Darstellung der solchermaßen gewonnenen Ergebnisse zentral war. Dafür erschien aber eine exemplarische Teilanalyse einzelner Daten als nicht ausreichend. Mit anderen Worten: Fiel mir bereits die Erhebung nicht gerade leicht, so stellte mich die Frage, wie man denn nun von diesen Datenmengen zu einem sinnvollen Textganzen gelange, vor weitaus größere Schwierigkeiten; wie mir Gespräche mit Kommilitonen und die Erfahrungen im Netzwerkanalyseseminar zeigten, war ich mit dieser Wahrnehmung nicht allein. Wenn ich also vor meiner Magisterarbeit noch zu einer zeitlich aufwendigen methodologischen Einübung verpflichtet war, dann wollte ich diese wenigstens auch in allen Schritten durchführen.

Insgesamt kann ich als Fazit aus meinem Feldforschungspraktikum festhalten, daß ich zum einen sehr viel über die verschiedenen Phasen einer empirischen Sozialforschung und v.a. über die Anwendung von Methoden gelernt habe, so daß sich meine Unsicherheit gegenüber dem ‚Feld‘ deutlich reduziert hat. Zum anderen habe ich einen sehr interessanten Einblick in die Lebensumstände von jugendlichen Aussiedlern im allgemeinen und in ihre Ethnizitätsvorstellungen und ihren politischen Aktivismus im besonderen erhalten. Trotz der großen Anstrengungen und der beschriebenen widersprüchlichen Gesamtsituation haben mir das Feldforschungspraktikum insgesamt und besonders die Kontakte zu Paul, Andreas und Viktor auch viel Spaß gemacht.

[...]


[1] In diesem Bericht verwende ich aus Gründen der Einfachheit und Übersichtlichkeit die männliche Form für beide Geschlechter.

[2] Diese Diskrepanzerfahrung wurde mir von meiner Mutter und ihren befreundeten Aussiedlern berichtet und wird auch allgemein in der Sekundärliteratur hervorgehoben – siehe Baur et al. 1999:96-112, Dietz/Hilkes 1993:118, Dietz/Hilkes 1994:17, 25-26, 75-85 und Römhild 1998:255-322.

[3] Die Namen aller Informanten sind ihren Wünschen entsprechend anonymisiert.

[4] Leider erst nach der Verschriftlichung und Auswertung meiner Feldnotizen wurde ich auf die brauchbare Arbeit Writing Ethnographic Fieldnotes von Emerson, Fretz und Shaw [1995] aufmerksam.

[5] Siehe 001E.2.5-8 und 003E.1.9-10 .

[6] Siehe das vollständige Logbuch, in dem auch die Schritte des Unterrichtsprojekts verzeichnet sind, in Logbuch und Feldnotizen im CD-Rom-Anhang.

[7] Die Feldkontakte dieser ersten Phase sind in den Feldnotizen 001E.-011M. dokumentiert.

[8] Die Feldkontakte dieser mittleren Phase sind in den Feldnotizen 012E.-023M. dokumentiert.

[9] Die Feldkontakte dieser letzten Phase sind in den Feldnotizen 024E.-050E. dokumentiert.

[10] Siehe 007M., 027M., 033M. und 035M.

[11] Siehe 009M., 011M., 015M. und 021M.

[12] Siehe 025M., 033M., 035M., 037M., 041M. und 045M.

[13] Siehe 033M.3.2 .

[14] Siehe 032E.4.36-53 .

[15] Siehe 013M., 017M., 023M., 027M., 029M. und 031M.

[16] Siehe 015M.

[17] Siehe für die Analyse der persönlichen Netzwerke 039M., 043M., 047M. und 049M. und des Gesamtnetzwerkes 026E.14. und 027M.

[18] Siehe für die persönliche Dokumentation 005M. und 019M. und für die Auswertung schriftlicher Quellen 050E.

Details

Seiten
87
Jahr
2001
ISBN (Buch)
9783640123247
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109636
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
Ethnizität Aktivismus Eine Fallstudie Aussiedler Hamburg

Autor

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Titel: Ethnizität und politischer Aktivismus. Eine Fallstudie über drei jugendliche Aussiedler in Hamburg