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Ein Tag danach - Die Berichterstattung über den 11. September 2001 in der Bild-Zeitung und dem heute-Journal

Hausarbeit 2004 21 Seiten

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Verwendung von Bildern
2.1 Darstellungen der Anschläge
2.2 Symbolik
2.3 Bilder der Apokalypse
2.4 Bilder Patriotismus

3. Sprachanalyse

4. Reaktionen in Deutschland und Europa

5. Freund- und Feindbildkonstruktion

6. Einsatz von Experten und Korrespondenten

7. Gesamtpräsentation

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Mediographie

Protokoll des heute-Journals

1. Einleitung

In vielerlei Hinsicht war der 11. September 2001 ein einschneidendes Ereignis. Die morgendliche Entführung der vier Linienflugzeuge, von denen zwei in das World Trade Center, eines in das Pentagon gelenkt wurde und das vierte abstürzte, zog tagelange non-stop Berichterstattung in den Medien nach sich und hat sich daran anschließend tief in das Gedächtnis der nahezu ganzen Menschheit eingebrannt. „Freiheit, Fortschritt, Wohlstand, Technik, Krieg“ haben,[1] so die indische Schriftstellerin Arundhati Roy, an diesem Tag eine neue Bedeutung erhalten.

Befragungen ergaben, dass sich 99% der Deutschen noch erinnern können, wie sie von den Terroranschlägen erfahren haben.[2] Die Erstinformation vollzog sich bei den meisten Leuten durch den Fernseher, dahinter lagen Radio, Internet und interpersonale Informierung. Nicht nur am Tag der Ereignisse selbst, sondern auch in den darauf folgenden Tagen hat sich gezeigt, dass auch ein medialer Ausnahmezustand zu verzeichnen war. Sendungsstrukturen wurden komplett umgeworfen, Zeitungsauflagen schnellten in die Höhe und sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung druckte zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Bilder auf der Frontseite ab. Informiert wurde an den Apparaten, in den Publikationen und auf den Servern fast vierundzwanzig Stunden am Stück. Die Quantität der Berichterstattung hatte jedoch auch Auswirkungen auf ihre Inhalte. In wieweit die Vermittlung der Geschehnisse dem Informationsauftrag der Medien gerecht werden konnte und in was für einer Form gedeutet wurde, stelle ich anhand dieser Arbeit an Beispielen aus den Bereichen Printmedien und Fernsehen heraus. Als Analyseobjekte habe ich mich für die heute-Sendung vom 12.09.2001 um 12 Uhr auf dem ZDF und die ebenfalls am 12.09.2001 veröffentlichte Bild-Zeitung auf Grund ihrer ähnlichen zeitlichen Nähe zu den Anschlägen entschieden. Des Weiteren soll untersucht werden, ob die Meldungen der Presseagenturen und Bilder der amerikanischen Sender von den beiden Medien unterschiedlich genutzt wurden. Darüber hinaus wird herausgestellt, ob sich das allgemein als seriös angesehene heute-Journal mit ihrem Ruf als rationale Berichterstatter angesichts des Extremereignisses der Boulevardzeitung Bild angenähert hat.

2. Verwendung von Bildern

Da den Anschlag ein hoher Grad an Visualität auszeichnet, ergibt sich auf der Ebene medialer Präsentationslogik eine ganz besondere Relevanz für die Verwendung der Bilder.[3]

2.1 Darstellungen der Anschläge

Insbesondere der Zusammenbruch der Twin Towers wurde auffällig oft gezeigt. Die Bildzeitung druckt auf den sieben Sonderseiten insgesamt zwanzig Bilder, auf denen das

World Trade Center oder dessen Einsturz zu sehen ist. Das heute-Journal beginnt mit einem Einspieler, der zunächst eines der Flugzeuge, welches in das Gebäude rast und anschließend den Einbruch zeigt. Nach der obligatorischen Eröffnungssequenz erscheint neben dem Moderator Claus Seibel ein Bild der Explosion in New York. Seinen einleitenden Sätzen folgend wurde ein Einspieler präsentiert, der hauptsächlich Bildmaterial von den Trümmern in New York und weniger ausführlich in Washington beinhaltet. Dem Interview eines Korrespondenten folgend erscheint neben dem Moderator wieder das getroffene Bauwerk. Angeschlossen wird eine nochmalige Aufbereitung der Vorkommnisse in Form eines trailerartigen Zusammenschnitts. Dargeboten wird zunächst die Kollision des Flugzeugs mit dem Südturm, hinterher der des Jets mit dem Nordturm aus drei verschiedenen Perspektiven. Es folgen der Zusammensturz beider Türme, sowie die aufsteigenden Rauchschwaden aus der Nähe, Distanz und im Gesamtbild der Stadt aus der Vogelperspektive. Dichter Rauch und Trümmer bestimmen auch bei den Aufnahmen aus Pennsylvania, wo der vierte Jet abgestürzt ist, und Washington die Bildersequenz.

Der in beiden Medien zu beobachtenden Wiederholung der Bilder misst Debatin folgende Bedeutung zu:

„Allerdings lag in der andauernden Wiederholung der Bilder vom Einschlag des Flugzeuges und vom anschließenden Zusammenstürzen der WTC Türme ein rituelles Element, als ob durch die permanente Wiederholung die Ereignisse als reale Ereignisse begreiflich gemacht werden müssten.“[4]

Es scheint, als ob sich von den überwältigenden bildlichen Darstellungen eine eigene Rezipierungsentwicklung ergibt, die in Anbetracht des Gesamtereignisses überhand über die sprachlichen Darstellungen gewinnt. Die Bilder sind nach Brosda sogar der „eigentliche Kern des Anschlags“.[5] Nicht die Katastrophe selbst steht im Mittelpunkt, sondern ihre visuelle Aufarbeitung in den Medien. Eine Schwächung der Intensität der Bilder ist trotz der Wiederholung nicht festzustellen. Den Grund hierfür nennt Kant in seiner „Kritik der Urteilskraft“: das Erhabene.

„Aber der Anblick der Natur wird nur um desto anziehender, je furchtbarer er ist, wenn wir uns in Sicherheit befinden; und wir nennen diese Gegenstände gern erhaben, weil sie die Seelenstärke über ihr gewöhnliches Mittelmaß erhöhen und ein Vermögen in uns entdecken lassen, welches uns Mut macht, uns mit der scheinbaren Allgewalt der Natur messen zu können“[6]

Je drastischer die Darstellungen, desto fesselnder sind sie für den sich nicht in unmittelbarer Nähe befindlichen Zuschauer, da sie auf besondere Weise Mut in den Menschen erwecken, sich mit der Natur zu messen. Somit scheint der Grund für die starke Verwendung der Bilder nicht ausschließlich in den Händen des selektierenden Journalisten bzw. ‚Gatekeepers’ des Mediums, sondern in der Natur des Menschen zu liegen.

Als Folge der stark wiederholenden Verwendung der Bilder ergibt sich folgendes: Die ausgestrahlten und abgedruckten Impressionen entwickeln eine solche Eigendynamik, dass sie sich teilweise von dem realen Ereignis abkoppeln. Konkretisiert und problematisiert haben Baum/Fischer diese Tatsache indem sie feststellen, dass „die Erklärungen zu Hergang und Hintergrund der Katastrophe“ fehlen.[7] Obwohl Begleittexte in der Zeitung und Kommentare im Fernsehen eine sprachliche Erörterung in Angriff zu nehmen versuchen, ist die visuelle Darstellung sehr viel mitreißender. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Bilder eine ‚eigene Realität’ aufbauen. Assoziationen der Anschläge zu fiktiven Ereignissen werden unbewußt geknüpft, da Eindrücke dieser Art bisher nur in Hollywoodstreifen à la „Independence Day“ und „Deep Impact“ gezeigt wurden. Buttler spricht in diesem Zusammenhang sogar davon, dass die surrealen Bilder „eine bis dahin unbekannte Wirkungsmacht entfaltet haben“.[8] Durch die immer wiederkehrende Konfrontation mit den Bildern kann der Rezipient schnell den Eindruck erhalten, dass er über die Katastrophe voll informiert sei. Jedoch ist eher das Gegenteil der Fall: Ungewissheit über Wert und Ausmaß der Terroranschläge ist vorherrschend. Die Bild Zeitung stand der Fernsehberichterstattung in diesem Aspekt in nichts nach. Mit ergänzenden Computerillustrationen, die zeigen, wie die Flugzeuge einschlagen, präsentieren sie die Illusion einer Aufklärung. Diese Art der Darstellung in der Bildzeitung und der Musikvideoclip-artige Zusammenschnitt des heute-Journals hinterläßt den Eindruck einer inszenierten Medienwirklichkeit.[9]

2.2 Symbolik

Diese These erklärt auch, warum der Anschlag im Pentagon und der Absturz in Pennyslvania vergleichsweise wenig ausgeführt wird.[10] Die Faszination des metallischen Flugzeugs, das in die Glasfassade der Zwillingstürme unter dem strahlend blauen Himmel fliegt, darauf folgend unzählige gelb-rote Feuerzungen herausschießen läßt und in grau-schwarzen Rauchschwaden langsam entschwindet, fesselt und läßt „Kunst und Dokumentation vermischen“.[11] Die Bilder und ihre zusätzliche Inszenierung durch die Bestimmung der Abfolge bzw. Anordnung stellen unbewusst symbolische Verknüpfungen zu einer metaphorischen Bildsprache dar, die sich fernab des Dokumentationsauftrags der Medien befindet.[12] Werckmeister stellt diesen Zusammenhang zwischen Symbolik und realem Ereignis folgendermaßen dar: „Sie (die Bilder) vereinen die tödliche Authentizität der wirklichen Geschichte mit der ideologischen Abstraktion von ihrer Erfahrung.“[13] Überdies verstärkt sich durch die oben angeführte Wiederholung der Photos und Videosequenzen dieser Eindruck besonders. Die Zeitlupe als elementares Werkzeug des Composings des heute-Journal Einspielers bekommt in diesem Kontext ebenfalls ihre Begründung. Die verlangsamten Bilder der Kollision sind nicht in der Lage, den Vorfall klarer darzustellen, die emotionale Wirkung auf den Zuschauer verändert sich jedoch. Baum und Fischer gehen noch einen Schritt weiter und ästhetisieren die Wirkung der Technik wie folgt: „Die Zeitlupe macht die Katastrophe zu einer anmutigen Sinfonie, sie nimmt dem Zusammenbruch die Härte.“[14] Eine ähnliche Methode nutzt auch die Bildzeitung, indem sie die Ereignisse in Form von drei Bilderstrecken zu erörtern versucht. Auf einer Bilder-Triologie wird auf der ersten Seite gezeigt, wie sich das Flugzeug noch vor dem Zusammenstoß befindet, auf dem zweiten die Explosion und auf dem dritten das heraufsteigen der Rauchschwaden. Ähnlich ist auch das Manöver der zweiten Maschine gezeigt. Ebenfalls auf drei Photographien, jedoch werden zwei vor der Kollision und eines vom Einschlag gedruckt. Auf der dritten Seite sind drei untereinander gezeigte Photos des Zusammensturzes in zeitlicher Abfolge zu erkennen. Der Versuch der Evaluation wird bei diesen drei Bilderstrecken allerdings ebenso von der Visualität des Ereignisses übermannt wie die Zeitlupen Einstellungen des heute-Journals.

2.3 Bilder der Apokalypse

Die bereits angesprochene metaphorische Bildsprache, die Teil einer konstruierten Medienrealität wird, spiegelt sich in einem Begriff wieder, der, wie später auch noch anhand der Sprache analysiert wird, in der Berichterstattung über den 11.September 2001 omnipräsent ist: die Apokalypse. Werckmeister verbindet die allgemeinen Apokalypseassoziationen der Rezipienten direkt mit denen der Filmindustrie, die in vielen Fällen mit Sicherheit prägend sind.

„Die Faszination der rotgelben Feuerwolken vor dem blauen Morgenhimmel, des metallischen Flugzeugkörpers, der in die Glasfassade schlägt, der wirbelnden Bruchstücke aus Beton und Stahl beim Zusammensturz der Türme lädt sie mit apokalyptischer Ästhetik auf. Sie erinnern an das nächtliche Bombardement von Oberst Kurtz' kambodschanischer Tempelstadt, das Coppola als Feuerwerk in Zeitlupe gefilmt hat, und mit dem „Apocalypse Now“ ursprünglich hätte enden sollen.“[15]

Wie auch in Coppolas Weltuntergangsszenario von 1979 wird hier die Situation einer sich zuspitzenden Krisensituation beschrieben, wobei die Darstellungen, die augenscheinlich auf apokalyptische Elemente verweisen, in der Bildzeitung drastischer ausfallen als im heute-Journal. Auf der letzten Seite der Zeitung befindet sich ein Bild, auf dem panische Menschen wenige Stockwerke über dem Einschlagslevel sich aus dem Fenster lehnen, von denen, wie wir nachher erfuhren, viele in die Tiefe gesprungen sind. Auf Untergangsdramatik dieser Kategorie verzichtet das heute-Journal zwar, zeigt jedoch in dem ersten Einspieler auffällig viele Ruinenbilder, angereichert durch Krankennotstationen, auf denen Blut gespendet wurde, und leergeräumte Supermarktregale. In Kombination mit der andauernden Präsentation der eigentlichen Anschläge bezeichnet Buttler diese Art der Darstellung als „zelebrieren eines monumentalen Verbrechens“.[16] In beiden Medien wird auf den absoluten Ausnahmezustand hingewiesen. Auch Beuthner und Weichert sprechen in der Diskursanalyse über Ästhetik und Apokalypse über das gemeingesellschaftliche Apokalypseverständnis:

„Beim Versuch einer Antwort auf die Frage nach der Ästhetik könnte man wahrscheinlich schnell in Erklärungsnöte geraten, wenn die Faszination der Apokalypse ausgeblendet würde: Das durch die visuellen Medien und collagierten Bildsphären vorgeprägte kollektive Gedächtnis spielte dem Publikum einen Streich, indem es den Vergleich mit bekannten >mises en scène< bzw. den je eigenen imaginären Katastrophen im Kopf nicht verhinderte“[17]

Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang erscheint auch die Turmsymbolik. Naheliegend sind die biblischen Erzählungen über den Turmbau zu Babel, bei dem die Überheblichkeit und der Wunsch der Menschen Gott nahe zu kommen mit dem Einsturz des Monumentes bestraft wird. Die Wahl des Ziels aus Sicht der nicht-westlichen Attentäter fördert auch den Eindruck einer ultimativen ‚Gut gegen Böse’-Situation, in denen beide Medien zunächst vollkommen überfordert sind, die Größe der Bilder adäquat zu beschreiben. So statuieren Viehoff und Fahlenbrach mit Walter Benjamin im Augenwinkel, dass „sie (die Bilder) die Aura zurückerobert (haben), die ihnen ihre technische Reproduzierbarkeit einmal, am Anfang genommen hatte.“[18]

2.4 Bilderpatriotismus

Besonders die Bildzeitung hebt sich durch eine auffällige Präsentation amerikanischer Symbole von einer nicht-emotionalen Reportage ab. Auf Seite 4 erscheint viermal die amerikanische Flagge, die teilweise in die Ausnahme-Szenerie miteingebunden wird.[19] Des Weiteren wurde ein Bild der Air Force One gedruckt, ein anderes auf dem Präsident Bush aus der Maschine aussteigt, links daneben deutlich die „Seal of the President of the United States“. Die heute Redaktion verwendet einen Zoom auf die amerikanische Flagge, welche auf dem Dach des Weißen Hauses angebracht ist. Dieser Abschluß des ersten Einspielers wirkt im Vergleich allerdings wenig ‚überzogen’. Sie bedienen sich jedoch reichhaltig der Trümmersymbolik, die, wie Röll beschreibt, ebenfalls patriotischen Wert hat, da die Amerikaner sich in ihr als symbolische Gewinner verstehen können.

„Die Amerikaner suchten und fanden eindringliche Bilder, um sich als symbolische Sieger zu erleben. Erstaunlicherweise wurden sie fündig im Symbolreservoir der Nationalsozialisten oder, anders formuliert, sie fanden für ihre Botschaften die gleichen Bildmetaphern. Albert Speer hatte vom Ruinenwert seiner Bauten fantasiert. Nach seinem Verständnis sollten Ruinen der nationalsozialistischen Bauten noch in 1000 Jahren eindrucksvoll an die Größe des nationalsozialistischen Reiches erinnern. Eines der markantesten Motive des 11. September, es ziert u.a. das Titelblatt der Geo Epoche (7/2001), ist ein in den Himmel ragender Turmrest, der einer Kathedralenruine gleicht.“[20]

Mit dem Bild, auf das sich Röll bezieht, beginnt der Einspieler und bestimmt die Stimmung für den weiteren Verlauf des Zusammenschnitts. Insgesamt geht die Bildzeitung jedoch sehr viel plakativer mit der Solidaritätsbekundung um, wie sich auch im kommenden Teil der Sprachanalyse herausstellt.

3. Sprachliche Beschreibung

Mit dem Stoßgebet „Großer Gott, steh uns bei“ tituliert die Bildzeitung einen Tag nach den Anschlägen ihre erste Seite – eine Wortwahl, die Neverla als „legitime Form“ bezeichnet, die „den Gefühlen vieler Leser Ausdruck verliehen hat“ und „nicht nur dem Boulevardjournalismus angemessen ist“.[21] Die Schlagzeile gewährt jedoch direkten Eintritt in die stark emotionalisierte, nicht abstrahierende Form der Berichterstattung, die auf den Folgeseiten präsentiert wird. Direkt mit der Schlagzeile auf Seite eins „Tausend Tote in Amerika! Die Welt in Angst! Gibt es Krieg?“ wird die Verbindung zu dem Themenkomplex „Krieg“ geschlossen. Nach Büscher soll den Überschriften besondere Aufmerksamkeit gelten, da sie „den Leser nicht selten bezüglich seiner Bewertung, Interpretation, Einordnung (beeinflussen).“[22] Auf Seite zwei heißt es in der Kolumne ‚Post von Wagner’ sogar „machen wir uns nichts vor, es ist der dritte Weltkrieg. Es ist wie bei Hitler. Die Weltmacht Terror überfiel uns im Schlaf.“ Weller erklärt, dass die unbegreifbaren und schwer deutbaren Ereignisse durch das Wort ‚Krieg’ eine sprachliche Beschreibung ermöglichen.[23] Kuntze macht auf die Gefahr bei einer Wertung als Krieg aufmerksam, indem er schreibt: „Die Wertung der Anschläge als Krieg (…) verschärft die bedrohliche Dimension der Ereignisse und legitimiert zudem einen militärischen Rückschlag.“[24] Simple Deutungsmuster in nahezu jedem Artikel à la „gut versus böse“, „bin Laden versus Bush“ und „zivilisiert versus unzivilisiert“ verdichten den Eindruck einer narrativen, stark vereinfachenden Auslegung der Anschläge. Weichert fasst diese Narrativität folgend zusammen: „narrative Gebilde sind, welche die Komplexität des ursprünglichen, außermedialen Geschehens in vielerlei Hinsicht reduzieren und als Medienrealität vorstrukturieren, verdichten und vereinfachen.“[25] Die naheliegende Deutung als Krieg wird direkt aufgegriffen und ausgeführt. Diekmann schreibt auf der ersten Seite der Bildzeitung „Der Krieg fand in Europa und Asien statt. Jetzt brennt Manhattan.“ und „Das ist eine Kriegserklärung aus dem dunkel“. Ein Zitat von Kanzler Schröder, indem er von einer „Kriegserklärung gegen die gesamte zivilisierte Welt“ spricht, untermauert diesen Eindruck der Zeitung Auf der letzten Seite sind eine weinende und eine betende Trauernde in Deutschland zu sehen. In dem Begleittext werden Zitate wie „Ich habe Angst, dass jetzt der dritte Weltkrieg kommt“ und „Ich habe doppelte Angst. Ich kenne den Schrecken aus dem Krieg. Ich spüre ihn wieder hautnah, sehe mich als Kind in dem Bunker sitzen.“ eingeflochten. Iten folgert aus der Sprachwahl:

„Die Positionen werden zunehmend moralisiert. (…) Die Empörung tritt an die Stelle der argumentativen Auseinandersetzung. (…) Die politische Vernunft wird exkommuniziert. An ihre Stelle tritt die Gesinnung. Sie triumphiert über die Urteilskraft.“[26]

Der Text fungiert an dieser Stelle als Ergänzung der emotional aufladenden Bilder. Insbesondere die Wortwahl bietet Aufschluss darüber. Ohne weitere Erklärung verwenden die Autoren Wörter wie „Herz der freien Welt“, „Die Horrorvision (…) ist Wirklichkeit geworden“, und „lebende Bomben“. Werthes, Kim und Konrad weisen ebenfalls auf die sprachliche Ausdrucksweise hin. „Ferner ist auch die teilweise Übernahme und die unkritische und unreflektierte Nutzung von Begrifflichkeiten wie z.B. (Terror)Krieg, Gotteskrieger (…) kritisch zu beurteilen.“[27] Der auch in den Bildern geschaffene Bezug zu der Apokalypse wird in der Bildzeitung in den Kommentaren von Franz Josef Wagner und Kai Diekmann aufgegriffen. Wagner referiert mit der Formulierung „Reiter der Apokalypse“ auf das Bild „Die Apokalyptischen Reiter“ Albrecht Dürers aus dem Jahr 1498. Mit dieser textlichen Unterstützung verdichtet sich der bildliche Eindruck des Untergangsszenarios. Hier wird die Situation entrationalisiert und die Informationsvermittlung in den Hintergrund gestellt. Dies zeigt sich auch darin, dass der Hergang des Anschlags in nahezu jedem Artikel umrissen wird. Die drei Bilderstrecken werden von beschreibenden Worten untertitelt, auf Seite 1 wird der Hergang in dem mittigem Text beschrieben, Auf Seite 2 findet sich „das Protokoll“, eine minutengenaue Auflistung der Ereignisse, darunter in dem Artikel „Bloß raus aus dieser Stadt“ wiederum eine Beschreibung. Auf Seite drei ist eine Computerillustration gedruckt, die mit kurzen Sätzen begleitet wird, welche den Inhalt der vorigen zwei Seiten zusammenfassen.

Zurückhaltender präsentiert sich das heute-Journal. Das Bedeutungsfeld „Krieg“ wird nur einmal von Außenkorrespondent Piltz angesprochen. „Es herrscht Krieg, schreiben die Zeitungen. Da ist die wichtigste Frage natürlich ‚Wo ist der Feind?’ und ‚Wer ist der Feind?’“. Hiermit wird auch klar, dass selbst keine Vermutungen über das kriegerische Ausmaße gegeben werden, sondern nur auf die Formulierungen der Zeitungen reagiert wird. Auch im weiteren Verlauf wird insgesamt mehr auf emotional aktivierende Wörter verzichtet. Termini wie „Katastrophe“, „Krisenzentren“, „Angst-Hamsterkäufe“ oder „schreckliches Geschehen“ werden zwar verwendet, wirken jedoch als Bestandteil der Beschreibung angebracht. Formulierungen wie „Der Tag hat New York für immer verändert“, „Eines der traurigsten Kapitel Amerikas“ und „Nichts wird mehr so sein wie es war“ lassen auch die sowohl politischen als auch emotionalen Auswirkungen der Anschläge vermuten, driften jedoch nicht so sehr in die vagen Vermutungen ab, wie die Darstellungen in der Bild-Zeitung.

4. Reaktionen in Deutschland und Europa

Sowohl in der Bild-Zeitung als auch im heute-Journal werden Verbindungen von dem Anschlag zu Deutschland geknüpft, was Schicha darin begründet, dass „trotz enormer räumlicher Entfernung (…) ein gemeinschaftliches Fernseherlebnis von Millionen Zuschauern (initiiert wird), wie die Berichterstattung über die Anschläge erneut gezeigt hat.“[28] Die Bild-Zeitung zeigt auf der sechsten Seite ein Foto von Kanzler Schröder, rechts daneben einen Bericht, wie seine Reaktionen auf den Anschlag waren und wie er davon erfahren hat. Unter dem Foto druckt die Zeitung einen offenen Brief von ihm an Präsident Bush, indem er den USA seine ‚uneingeschränkte Solidarität’ zusichert. Darunter befindet sich ein Kommentar von Bundespräsident Rau, indem er den Leidtragenden des Anschlags gedenkt. Auf der letzten Seite werden unter der Schlagzeile „Deutschland weint mit Amerika“ O-Töne präsentiert und Reaktionen aus den großen Städten formuliert. Im heute-Journal hat man einen Einspieler aus dem Bundestag vorbereitet, in dem ähnliche Solidaritätsbekundungen zu sehen und hören sind. Es folgen Einspieler aus dem Bankenzentrum und dem Flughafen in Frankfurt, um auf die Reaktionen in Deutschland zu zeigen. Die Bildzeitung druckt neben den Solidaritätsbekundungen aus Deutschland auch die Reaktionen von den internationalen Regierungschefs Putin, Berlusconi, Chirac, Blair und dem Oberhaupt der katholischen Kirche Papst Johannes Paul II. ab. Die Einbeziehung der deutschen und internationalen Führungspersönlichkeiten in die Katastrophe ist nicht verwunderlich, sondern für Vorkommnisse dieser Art üblich. Dass diese Erkenntnis nicht erstmalig in Erscheinung getreten ist, zeigt sich bei der Lektüre „Televising Terrorism“ aus dem Jahr 1983.

„Incidents such as hijacks, assassinations, sieges and bombings (…) can provoke a sense that the entire society is under threat, and they evoke ritualised responses from the media.(…) The society as a whole is invited by its leadership to stand united against a terrorism which is evaluated as inhuman and irrational, as the very embodiment of chaos. (...) The media has tended to simplify violent incidents, to avoid historical background, to concentrate on human interest stories and to rely heavily on official sources“[29]

Das Empfinden, das ritualisierte Antworten der Medien hervorruft wird bei den Vorkommnissen vom 11. September generiert, ebenso wie der anschließende Aufruf verbündet gegen den Terror aufzustehen. Während die Bildzeitung dies mit reißerischen Phrasen à la „Wir sind alle Amerikaner“ tut, ist die Sprache der heute-Präsentation etwas zurückhaltender. Die Inhalte ihrer Berichterstattung stimmen jedoch weitestgehend übereinander ein.

5. Freund- und Feindbildkonstruktion

Werthes, Kim und Conrad weisen darauf hin, dass „Krisenkommunikation die Tendenz zur Eindimensionalität (hat), so dass die Berichterstattung zu einer Feindbildproduktion und zu einer Mobilmachung der Öffentlichkeit für militärische Lösungsoptionen beiträgt.“[30] In beiden Medien wird Osama bin Laden als Hauptverdächtiger genannt, seine bildliche Darstellung ist im Vergleich zu der hohen Visualität des ‚Themenkomplexes 11.September’ jedoch eher gering. In der Nachrichtensendung erscheint gar kein Bild von ihm, in der Zeitung eines. Den Grund dafür liefert Kleinsteuber: „Er (bin Laden) eignete sich nicht, weil es nur wenige und qualitativ schlechte Bilder von ihm gab und er darauf als ruhiger, fast meditativer Geistlicher erscheint.“[31] Das Bild von bin Laden vermittelt einen gelassenen Eindruck, obwohl eine Kalaschnikow auf seinem Schoß liegt. Durch Worte wie ‚mutmaßlich’, ‚vermuten’ und ‚wahrscheinlich’ zeigen sich beide Medien vorsichtig, personalisieren jedoch bin Laden zu dem Feind,[32] da keine weiteren Tätervermutungen bekannt gegeben werden. Sowohl Bildzeitung als auch heute-Journal stellen ihn als Kopf des Terroristennetzwerks Al Quaida dar. In der Bildzeitung wird auf einer Doppelseite Präsident Bush auf der rechten Seite mit zwei Bildern, die ihn zeigen und weiteren, die diese mit amerikanischen Symbolen, wie dem weißen Haus oder der Air Force One, umringen, gezeigt. Das Bild von bin Laden dominiert die linke Seite. Mit begleitenden Artikeln über ihn, die Attentäter und einem Bild der Boeing, die in das World Trade Center gelenkt wurde, werden die Gegner klar gegenübergestellt. Nach der Nennung von bin Laden und ‚seiner’ Organisation wird auch die Taliban Regierung erwähnt, was durch die Aussage von Bush, er wolle nicht nur die Verantwortlichen, sondern auch die, die ihnen Unterschlupf gewähren, bestrafen, seine Berechtigung erfährt.

6. Einsatz von Experten und Korrespondenten

Evident wurde in beiden Medien der starke Einsatz von Experten und Korrespondenten, die ereignisgetreue Einstufung und Deutung vermitteln sollen. Für die Bildzeitung schreibt Peter Scholl-Latour, das heute-Journal schaltet die Korrespondenten Udo van Kampen in New York und Eberhardt Piltz in Washington zu. Baum und Fischer bewerten dies kritisch: „Jeder schaltet überall dorthin, wo ein Korrespondentenstatement auch nur halbwegs sinnvoll erscheint. Allen – das spürt jeder Laie – liegen dieselben Agenturmeldungen vor.“[33] Der Vorwurf, die Einbringungen sind nicht erkenntnisfördernd, kann jedoch nicht bestätigt werden. Die aktuellen Lageberichte aus der subjektiven Sicht der Korrespondenten und die auf Erfahrungsschätze basierende Einschätzung der Experten stellen eine Ergänzung zu den einheitlichen Agenturmeldungen dar, die offensichtlich die Berichterstattung beider Medien dominieren. Neverla begründet die Einbringung von Experten folgendermaßen:

„Zuallererst sind Experten Menschen, die sprechen (Personalisierung), und an nichts glaubt der Mensch mehr als an den Menschen, zumal wenn er mit Autorität ausgestattet ist; zweitens können Experten –anders als das in Archiven und auf elektronischen Speichern geronnene Wissen- sofort und flexibel auf eine überraschende Sachlage und Bedrohung eingehen (Geschwindigkeit), und sie können ihr Wissen im Dialog mit dem Moderator eingängig präsentieren (Didaktik und Verständlichkeit); mit all dem bieten Experten Ordnung und Sinnhaftigkeit in einem Moment der Unüberschaubarkeit und Bedrohung (Orientierung).“[34]

Im Laufe der andauernden Berichterstattung im Fernsehen ist oftmals ein Mangel an Trennung zwischen Experten und Korrespondenten zu verzeichnen, innerhalb der heute-Sendung kommt diese Verschwemmung nicht zum tragen, da Piltz und van Kampen klar in ihrer Funktion ausgewiesen werden. Der Kommentar von Scholl-Latour in der Bildzeitung stellt den einzigen analytisch aufgebauten Artikel der Zeitung dar. Im Gegensatz zu der vorherrschenden Interpretation als Auslöser für einen dritten Weltkrieg ging er nicht von dieser Bedeutung für die Weltpolitik aus. Seine Einschätzung der Täterschaft zielt zwar auch in Richtung bin Laden, die Analyse versucht dennoch auch die politischen Hintergründe und Aussichten für Amerika zusammenzufassen. Scholl-Latour tut dies bestimmt, was für einen Kommentar jedoch auch legitim ist.

7. Gesamtpräsentation

Die Relevanz der Ereignisse unterstreichen die beiden Medien indem sie ihnen außergewöhnlich viel Platz in ihrem Format bieten. Die Bildzeitung informiert auf 7 von 18 Seiten und das heute-Journal zeigt über die volle Sendezeit von 18 Minuten die Evaluation der Begebnisse. Emmer, Kuhlmann, Vowe und Wolling begründen dies in den angesprochenen Nachrichtenfaktoren „Überraschung, Schaden, Konflikt, Aggression, Nähe, Status, Personalisierung“.[35] Das Schicksal der Opfer gewinnt an Relevanz für den Zuschauer/Leser, da sein Interesse durch die Nachrichtenfaktoren geweckt wird. Dies erklärt auch, warum es der Berichterstattung oftmals an Hintergrundinformation und analytischer Tiefe fehlt. Durch Ansprechung dieser emotional aktivierenden Bereiche ergibt sich der individuelle persönliche Bezug zu dem Thema. Als Folge darauf spricht Imhof die Verdrängung der kognitiv-analytischen Dimension der Kommunikation der normativ motionalen Dimension an.[36] Es wird sich auf einfach zu erklärende Deutungen eingelassen, die als wenig lösungsorientiert angesehen werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Nicht-Nennung völkerrechtlich relevanter Organisationen, wie der UN. Anstelle dessen werden gefühlsgeladene, exklusive Nichtigkeiten präsentiert. Ein Beispiel hierfür ist die Befragung des Schlagersängers Howard Carpendale im heute-Journal, der die Anschläge in New York mit von Kindern angeführten Selbstmordkommandos in Verbindung setzt. Auch die Bildzeitung setzt auf Kommentare, die nicht unbedingt zur Aufklärung beitragen. Der teilweise ins groteske abschweifende Wagner schreibt auf Seite 2„Wir werden die apokalyptischen Reiter besiegen. Ich bin Amerikaner.“ und auf Seite eins heißt es bei Diekmann „Wer redet da noch von Terror? Das ist eine Kriegserklärung aus dem Dunkel“. Aufklärung spielt auch in der sonstigen Präsentation eine eher untergeordnete Rolle. Der Großteil der lösungsorientierten Artikel, so Werthes, Kim und Konrad, „konzentriert sich auf militärische Handlungsoptionen“.[37] Zurückzuführen ist dies wohl auf die von Bush geäußerten Ankündigungen über einen militärischen Vergeltungsschlag. Einer schlüssigen Aufbereitung der Ereignisse trägt dies jedoch nicht bei. Die Lösungsorientiertheit des heute-Journals geht auch über dieses Level nicht heraus, da auch sie offensichtlich nur auf denselben Agenturmeldungen fundiert wird.

Haller schreibt hierzu vertiefend „Erklärungen wirken oft hilflos und waren reich an Fehldeutungen, weil das Gesamtbild fehlte.“[38] Einzuordnen sind in diesem Zusammenhang auch die vielen schnell gemachten Äußerungen über Hintergrundinformationen, die sich später als Gerüchte herausstellen sollten. Ein Beispiel hierfür lieferte das heute-Journal, die in dem zweiten Einspieler, der die Ereignisse nochmals zeigte, behaupten, Abwehrjäger der amerikanischen Luftwaffe seien bereits unterwegs gewesen, um dem Anschlag vorzubeugen. In einem späteren Gespräch mit Korrespondent Piltz wird klargestellt, dass diese als Tatsache präsentierte Nachricht ein falsches Gerücht ist, welches zu keinem Zeitpunkt offiziell bestätigt wurde.

„Wie schon erwähnt ließen Größe und Dramatik der Ereignisse kaum Raum für Kontextualisierung und Hintergrundverständnis. Eine komplexe, mehrdimensionale und interkulturell sensible Interpretation der Vorgänge wurde in den US-amerikanischen Rundfunkmedien nicht angeboten. Statt dessen wurde, wie Uricchio ausführt, sehr schnell auf ein stereotypes und simples Narrativ zurückggegriffen, die Schlacht zwischen Gut und Böse.“[39]

Als Folge dieser Berichterstattung, die mehrdeutige Interpretation ausschließt heißt es in Televising Terrorism „In fact the audience is pushed towards certain, very definite conclusions.”[40] Während sich die Stilistik bei heute und Bild unterscheidet, sind die eigentlichen Meldungen sehr vergleichbar.

8. Fazit

Nach Analyse der Medien kann festgehalten werden, dass sowohl Bild-Zeitung als auch heute-Journal ihrer journalistischen Aufgabe augenscheinlich nicht gerecht werden können. Der insgesamt sehr eindimensional zu bewertenden Berichterstattung mangelt es an Hintergrundinformationen und angemessener Darstellung der Komplexität. Im Bereiche der journalistischen Feinfühligkeit schneidet das heute-Journal zwar besser ab, kann Zusammenhänge aber auch nicht adäquater deuten. Durch die Einbindung ähnlicher Elemente in der Präsentation, wie z.B. Kommentierung der Staatschefs, Bildabfolgen der Ereignisse, Kommentare von Vor-Ort Korrespondenten, kann viel eher von einer einheitlichen Sinnkonstruktion gesprochen werden als von einer angemessenen Analyse. Bedacht werden sollte hierbei allerdings die überwältigende Macht der Bilder, die der Ausführung von vornherein wenig Platz zur Entfaltung bietet. Die Gefahr von der nüchternen Erklärung in die Narrative abzudriften, ist durch die mitreißenden Impressionen gegeben. Der Aspekt der zeitlichen Nähe kann ebenfalls als erschwerender Faktor hinzugezählt werden. Hatten die ersten Nachrichten von den Anschlägen noch gar kein Skript, boten ein paar Stunden mehr Handlungsfreiraum für die Journalisten, ihre Artikel für heute und Bild zu formulieren. Augenscheinlich reichen sie aber für das hohe Maß an Komplexität nicht aus. Die Fundamentierung der Präsentation auf den Agenturmeldungen bedeutet ein hohes Maß an Koppelung an bereits vorgefertigte Interpretationen. So berichtet die Bild Zeitung zwar deutlich emotionaler und distanzreduzierter als das heute-Journal, durch die Ähnlichkeit der Inhalte wird allerdings ein ähnliches Gesamtbild vermittelt. Die Vorbereitungszeit zur Herstellung der Fernsehsendung und dem Druck der Zeitung hätte ausgereicht, um Hintergrundinformationen zu Terrorismus zu sammeln und diese mit in die Artikel einfließen zu lassen. Auf diese Art hätte eine Alternativinterpretation und inhaltliche Differenzierung der Meldungen stattfinden können. Alarmierend ist die überwältigende Deutungsoption Krieg, die in der Bildzeitung unverzüglich in nahezu jeden Artikel eingeflochten wird und die Behandlung des Attentats als Verbrechen unmöglich macht, sondern sie direkt als einen Kriegsanschlag kontextualisierte.

Dieser Zustand ist insgesamt als bedenklich zu bewerten, da die Medien Fernsehen und Zeitung nach wie vor die zentralen Informationsquellen für den Großteil der deutschen Bevölkerung darstellen, wenn es um internationale Ereignisse mit globaler Bedeutung geht. Thukydides schrieb schon im fünften Jahrhundert vor Christi, dass Menschen Nachrichten von bereits passiertem ungeprüft von einander annehmen.[41] An dieser These hat sich nicht viel verändert, wie in der Folgezeit nach den Anschlägen zu bemerken war. Die Annahme der Antwort auf die Täterfrage und anschließende Legitimierung der militärischen Konsequenzen durch die Medien in erster und der Bevölkerung in zweiter Instanz hat gezeigt, dass es für die Menschen wichtig ist, seriöse und glaubwürdige Informationsquellen verfügbar zu haben. Gerade in einer Zeit, wo das US-Verteidigungsministerium in Kooperation mit dem Walt Disney Konzern das Fernsehformat „Militainment“ entwickelt,[42] gewinnt die differenzierte, nicht auf bestimmte Meinungen fixierte Berichterstattung an Wert.

Literaturverzeichnis

Baum, Achim / Fischer, Anne (2001): Under Attack. Der 11. September und die Folgen in der Berichterstattung der Medien – eine Dokumentation. Marl.

Beuthner, Michael / Weichert, Stephan Alexander (2003): Bilder des Terrors – Terror der Bilder. In: Beuthner, Michael / Buttler, Joachim / Fröhlich, Sandra Neverla, Irene / Weichert, Stephan A. . Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September. Köln.

Brosda, Carsten (2002): Sprachlos im Angesicht des Bildes. In: Brosda, Carsten / Schicha, Christian. Medien und Terrorismus. Reaktionen auf den 11. September 2001. Münster.

Brosda, Carsten / Schicha, Christian (2002): Medien, Terrorismus und der 11. September 2001. In: Brosda, Carsten / Schicha, Christian. Medien und Terrorismus. Reaktionen auf den 11. September 2001. Münster.

Büscher, Hartmut (1996): Emotionalität in Schlagzeilen der Boulevardpresse. Frankfurt/Main.

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Mediographie

heute-Journal (2001): 12:00 Uhr Ausgabe am 12.09.2001 auf dem ZDF. Mainz.

Protokoll

heute-Journal vom 11. September 2001, Sendezeit: 12:00 Uhr, Dauer: 18:20 min

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Arundhati Roy, Die Politik der Macht, München 2002, 287.

[2] Martin Emmer, Christoph Kuhlmann, Gerhard Vowe, Jens Wolling „Der 11. September – Informationsverbreitung, Medienwahl, Anschlusskommunikation“, in: Media Perspektiven 4/2002, 166.

[3] Vgl. Carsten Brosda „Sprachlos im Angesicht des Bildes“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 54.

[4] Bernhard Debatin „Semiotik des Terrors“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 26.

[5] Carsten Brosda „Sprachlos im Angesicht des Bildes“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 58.

[6] Immanuel Kant „ Kritik der Urteilskraft “, § 28 Von der Natur einer Macht, Berlin 1922, 333.

[7] Achim Baum, Anne Fischer „Under Attack – der 11. September und die Folgen in der Berichterstattung der Medien , Marl 2001, 6.

[8] Joachim Buttler „Ästhetik des Terrors – Die Bilder des 11. Septembers 2001“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 27.

[9] Vgl. Achim Baum, Anne Fischer „ Under Attack – der 11. September und die Folgen in der Berichterstattung der Medien“, Marl 2001,7-9.

[10] Bei dem Anschlag auf das Pentagon starben insgesamt mehr als 800 Menschen. Im Vergleich zu den ca. 2800 Toten im World Trade Center scheint dies zwar nicht so viel, jedoch wurde hiermit impliziert, dass die Bedeutung der Toten Aus New York schwerer wiegt, als die aus Washington, bzw. Pennsylvania. Dies zeigte sich auch in den Folgewochen, in denen in den USA Sondershows für die Vermissten des World Trade Centers ausgestrahlt wurden. In New York gab es im letzten Jahr eine Sondermuseumsausstellung mit Bildern der Opfer des Anschlags in New York.

[11] Michael Beuthner, Stephan Alexander Weichert „Bilder des Terrors – Terror der Bilder“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 12.

[12] Interessant sind hierzu auch die Bemerkungen von Stockhausen und Baudrillard. Während Stockhausen von dem „absoluten Kunstwerk“ spricht, ist der Angriff für Baudrillard die „ultimative Performance“.

[13] Otto Karl Werckmeister, „Ästhetik der Apokalypse“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, Frankfurt 2002.

[14] Vgl. Achim Baum, Anne Fischer „ Under Attack – der 11. September und die Folgen in der Berichterstattung der Medien“, Marl 2001, 6.

[15] Otto Karl Werckmeister, „Ästhetik der Apokalypse“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, Frankfurt 2002.

[16] Joachim Buttler „Ästhetik des Terrors – Die Bilder des 11. Septembers 2001“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 38.

[17] Michael Beuthner, Stephan Alexander Weichert „Bilder des Terrors – Terror der Bilder“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 12.

[18] Reinhold Viehoff, Kathrin Fahlenbrach „Ikonen der Medienkultur. Über die (verschwindende) Differenz von Authenzität und Inszenierung der Bilder in der Geschichte“ , in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 58.

[19] Die amerikanische Flagge wurde auch dem Bildschriftzug auf der ersten Seite der Bild-Zeitung an den Folgetagen unterlegt. Dies unterstreicht die symbolische Bedeutung für die moralische Verknüpfung der Flagge mit der Berichterstattung der Bild-Zeitung.

[20] Franz Josef Röll „Krieg der Zeichen“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 118.

[21] Irene Neverla „Zäsur und Kompetenz. Thesen zur journalistischen Krisenberichterstattung“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .) „Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 167.

[22] Hartmut Büscher „ Emotionalität in Schlagzeilen der Boulevardpresse “, Frankfurt/Main 1996, 7.

[23] Vgl. Christoph Weller „ Die massenmediale Konstruktion der Terroranschläge am 11. September 2001 “, Duisburg 2002, 31.

[24] Maren Kuntze „Vision vom Endkampf zwischen gut und Böse. Freund- und Feindbilder während der Krise am Beispiel von FAZ und NZZ“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 258.

[25] Stephan Alexander Weichert „Von der Live-Katastrophe zum Medien-Denkmal: Das mediatisierte Krisenereignis ‚11. September’“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 97.

[26] Andreas Iten „Die Sprache bereitet den Krieg vor“, in: Kurt Imhof, Peter Schulz (Hg.) „ Medien und Krieg – Krieg in den Medien “, Zürich 1995, 15.

[27] Sascha Werthes, Richard Kim, Christoph Conrad „Die Terrorkrise als Medienereignis?“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 86.

[28] Christian Schicha „Terrorismus und symbolische Politik“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 95.

[29] Philipp Schlesinger, Graham Murdock, Philip Elliott „Televising ’Terrorism’: political violence in popular culture“, London 1983, 37.

[30] Sascha Werthes, Richard Kim, Christoph Conrad „Die Terrorkrise als Medienereignis?“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 83.

[31] Hans J. Kleinsteuber „Terrorismus und Feindbilder“, “, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 222.

[32] Vgl. Maren Kuntze „Vision vom Endkampf zwischen gut und Böse. Freund- und Feindbilder während der Krise am Beispiel von FAZ und NZZ“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .)„Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 244.

[33] Achim Baum, Anne Fischer „Under Attack – der 11. September und die Folgen in der Berichterstattung der Medien“, Marl 2001, 8.

[34] Irene Neverla „Zäsur und Kompetenz. Thesen zur journalistischen Krisenberichterstattung“, in: Michael Beuthner (Hg.), Joachim Buttler, Sandra Fröhlich, Irene Neverla, Stephan A. Weichert (Hg .) „Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September“, Köln 2003, 163.

[35] Martin Emmer, Christoph Kuhlmann, Gerhard Vowe, Jens Wolling „Der 11. September – Informationsverbreitung, Medienwahl, Anschlusskommunikation“, in: Media Perspektiven 4/2002, 166.

[36] Vgl. Kurt Imhof „Kriegskommunikation im sozialen Wandel“, in: Kurt Imhof, Peter Schulz (Hg.) „ Medien und Krieg – Krieg in den Medien “, Zürich 1995, 124.

[37] Sascha Werthes, Richard Kim, Christoph Conrad „Die Terrorkrise als Medienereignis?“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 85.

[38] Michael Haller „Journalismus im Medien-Theater“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 49.

[39] Bernhard Debatin „Semiotik des Terrors“, in: Christian Schicha (Hg.), Carsten Brosda „Medien und Terrorismus“, Münster 2002, 31.

[40] Philipp Schlesinger, Graham Murdock, Philip Elliott „Televising ’Terrorism’: political violence in popular culture“, London 1983, 75.

[41] Vgl. Thukydides „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“, München 1993, 29.

[42] Vgl. http://www.chinfo.ch/vsww/publikationen/sipol_jun_03_he.pdf

Details

Seiten
21
Jahr
2004
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109420
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
2.0
Schlagworte
Berichterstattung September Bild-Zeitung Einführung Medienstudiengang

Autor

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Titel: Ein Tag danach - Die Berichterstattung über den 11. September 2001 in der Bild-Zeitung und dem heute-Journal