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Mod-Kultur in England

Bachelorarbeit 2005 35 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die gesellschaftliche Situation im England der Nachkriegszeit

2. England in den 50er Jahren - Teds

3. The Mods
3.1. The Beginnings of Mod
3.2. Mod und die Öffentlichkeit
3.3. Mod ab 1964
3.4. Mod als Mainstream
3.5. Die nach- Mod- Ära

4. Eigenarten und Mod- Life
4.1. Fashion and Clothing
4.2. Mod- Mode und Frauen
4.3. Besondere Kleidungsstücke
4.4. Frisuren
4.5. Sonstige Eigenarten und der Way of Life
4.6. Scooter
4.7. Drogen

5. Musik
5.1. Entwicklung der musikalischen Situation
5.2. Ready, Steady, Go!
5.3. The Who
5.4. Country Fool im Vergleich mit Zoot Suit

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis
7.1. Websites

Vorwort

Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, das Mod- Phänomen, das sich gegen Ende der 1950er Jahre vor allem in London entwickelte, mit seinen Ausprägungen zu beschreiben und einen Eindruck davon zu geben, wie Kleidung, eigenes Stilempfinden und bestimmte Statussymbole, wie z.B. ein Motorroller, zu Merkmalen eines Jugendkultes wurden und welche Rolle sie spielten.

In einem zweiten Schwerpunkt wird die Musik beschrieben, die diese Entwicklung begleitete und ein Hauptmotiv der Identitätsgebung für die Jugendlichen darstellte.

Bei der verwendeten Literatur handelt es sich größtenteils um Bildbände und gesammelte Interviews von früheren Szenemitgliedern und wirklichen Mods, die meines Erachtens einen authentischeren Eindruck auf die Zusammenhänge vermitteln können, als die spärliche sozialwissenschaftliche Literatur, die viele Ausprägungen nur oberflächlich beschreibt und ihnen damit nicht gerecht wird.

1. Die gesellschaftliche Situation im England der Nachkriegszeit

In diesem Abschnitt soll zunächst die gesellschaftliche Situation Englands in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg angerissen, sowie auf gewisse Vorformen von Mod- Kultur eingegangen werden. Dies ist insofern notwendig, als die Ursprünge der gesamten späteren Entwicklung hier einigermaßen aufzuzeigen sind und sich im Nachhinein Unterschiede zwischen den ersten Formen der Jugendszene und den späteren Ausprägungen festmachen lassen. Ebenso ist diese eher gesamt-gesellschaftliche Betrachtung notwendig, da es sich bei der Mod- Bewegung eindeutig um ein Phänomen handelt bzw. handelte, das ohne die soziologischen Rahmenbedingungen nicht in dieser Weise aufgetreten wäre und sich nicht in dieser Form entwickelt hätte.

Die Gesamtsituation in England in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg war mit Sicherheit mit einem gewissen Selbstbewusstseinsproblem der Menschen verbunden. Dies traf zunächst vor allem auf die erste jugendliche Generation zu, die sich als „vom Schicksal vernachlässigt fühlte“[1] und eine Art von Nihilismus an den Tag legte, der sich in den Augen der Elterngeneration und Obrigkeit als „krankhaft“ und „psychotisch“ darstellte.[2]

Der heute weit verbreitete Begriff des Generationsproblems war also in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, der die englische Gesellschaft arm und ihre Zukunft blass und grau gemacht hatte, gerade am entstehen.

2. England in den 50er Jahren - Teds

Der Begriff des Teenagers war gerade erfunden worden und wurde nach der Adaption aus den USA in England zum ersten Mal für die Jugendgruppe der Teds gebraucht. In einem Atemzug damit verbreitete sich ebenfalls zum ersten Mal die Bezeichnung der jugendlichen Delinquenz, da viele Teds, sowieso sehr schnell mit einem Rüpelimage versehen, zu Straftaten neigten und die ersten „Dandies der Nachkriegszeit“[3] darstellten und damit den Grundstein für die aufklaffende Lücke zwischen Elterngeneration und Jugendlichen legten. Die Presse stellte, wie oben bereits angedeutet, die neue und sich von den Werten und Normen des Elternhauses entfernende Jugend folgendermaßen dar:

„Die Teddyboys sind alle nicht ganz zurechnungsfähig, genauer gesagt leiden sie an einer Form von Psychose. (...) Sie müssen sich ja zu Gangs zusammenrotten, weil sie nicht über die geistige Potenz verfügen, Individualisten zu sein. (...) Sie gefallen sich darin, anderen übel mitzuspielen. Fehlendes Begriffsvermögen ist jedenfalls nicht die Ursache ihrer kriminellen Handlungen.“[4]

Diese Darstellung erscheint in der Retrospektive sicherlich etwas übertrieben und ist in heutigen (zumindest von der Wortwahl her) liberaleren Zeiten sowieso nicht mehr angemessen, zu der damaligen Zeit jedoch wurde eine solche Einschätzung von vielen geteilt und spricht dadurch bereits für sich. Übertreibungen durch die Medien, vor allem durch die Presse, werden bei der Entwicklung der Mod- Szene im Folgenden ebenso eine entscheidende Rolle spielen.

Die Teds führten auf ihrer Seite Werte an, die sie dem „Trend der Verbürgerlichung und der Leistungsorientierung“[5] entgegenstellten.

Diese bewusste Abgrenzung in Zeiten, in denen das eigene Land immer noch stark mit Langeweile und Konservatismus verbunden wurde, vollzog sich bei den Teds äußerlich vor allem durch ihr auffälliges Erscheinungsbild und ihren individuellen Stil. Ihr Individualismus bezog sich dabei allerdings nur auf ihre eigene Gruppe, innerhalb deren sich die Mitglieder aber sehr glichen, was beim o.a. Zitat wohl mit der Zusammenrottung gemeint war. Dass nicht jeder einzelne Ted die Abgrenzung zu seinem Umfeld suchte, stellt ein wesentliches Element in der späteren Unterscheidung von Teds und Mods dar.

Als typische Angehörige der Arbeiterklasse Englands stellten die Teds durch ihren Stil und ihre eigene Kleidung eine Neuerung in der britischen Gesellschaft dar. Nie zuvor war ein Kleidungsstil allein aus der Arbeiterklasse entstanden und nie zuvor wurde von Männern (denn das Ted- Phänomen lässt sich fast ausschließlich auf die maskuline Bevölkerung beschränken) Kleidung quasi aus reiner Eitelkeit und um ihrer selbst Willen getragen.

Da in der o.a. Tristesse Englands nur schwer Vorbilder zu finden waren (evtl. von einer damaligen James Bond- Figur abgesehen), wurden die Einflüsse und Idole entweder aus den USA oder vom continent, also aus dem Rest Europas bezogen und kopiert bzw. aus ihnen ein eigener Stil entwickelt.

Die „modisch adretten Anzüge“[6] stellten schon von Anfang an das Statussymbol schlechthin dar und zeigten deutlich, dass man sich als Ted von der übrigen Bevölkerung abzugrenzen versuchte.

Eine interessante soziologische Erklärung und Beschreibung für die generelle Ausprägung und Eigenart der Teds findet sich bei Melly:

„Die Ursache für die Kinokrawalle, die militanten Auseinadersetzungen zwischen den Gangs und die ziellosen vandalistischen Zerstörungen war eine klaustrophobische Situation. Letztlich muss man den Zustand der Gesellschaft dafür verantwortlich machen.“[7]

Weiter beschreibt Melly, dass das Problem in den „aufoktroyierten“[8] Werten, Normen und Standards bestand, die für die Jugendlichen ohne Sinn daherkamen und eine Gegenreaktion förmlich forderten.

„Das Ausbildungssystem trieb den Schülern auch noch den letzten Funken Kreativität aus. Nach dem Schulabschluss gab es nicht viele Alternativen; entweder ein todlangweiliger Job oder der ´freiwillige´ Schritt in den Wehrdienst.“[9]

Alles in allem hätten sich die Jugendlichen in einer „farblosen und schäbigen Welt“[10] wiedergefunden.

Die Entwicklung eines eigenen Stils und einer neuen Lebenskonzeption, die der der Eltern entgegengesetzt war, und sei es nur von der Idee her, erschien an der Zeit. Sie prägte diese Jahre und stellte damit das Grundgerüst für die weitere Entwicklung der Jugendkultur in England dar.

Um die Weiterführung hin zur Mod- Szene aus den Wurzeln dieser Gesellschaft zu beschreiben, sind vor allem zwei Punkte zu betonen.

Zunächst hielt die schon in den frühen 50er Jahren einsetzende Amerikanisierung in England weiteren Einzug. Dies zeigte sich im Bezug auf die Jugendlichen vor allem dadurch, dass es nun mehr und mehr zur Entwicklung eines eigenen Marktes für Teenager kam. So brachte die immer stärker werdende Tendenz zur Konsumgesellschaft nicht nur Supermärkte in die englischen (Groß-) Städte, sondern eben auch neue, oft mediterran- geprägte Modeshops, die Ende der 50er Jahre in London jedoch erst sehr vereinzelt zu finden waren. Dieses seltene Vorkommen sollte bald ein Hauptgrund für die sich gerade entwickelnden Mods ausmachen, sich der neuen, noch nicht- populären Konsumgüter zu bedienen. Dazu später nähere Ausführungen.

Weiterhin setzte nach den eher tristen Jahren gegen Ende der 50er allmählich ein neues Selbstbewusstsein der jungen Generation ein; ein freieres Denken und die Lust als eigentlich erste Generation die Möglichkeit zu haben, sich der Konsumgüter frei bedienen zu können, prägte diese Jugendlichen der Mittel- und Arbeiterklasse. Wie die Teds bereits im Alter von ca. 15 Jahren fest im Berufsleben, hatten die jetzt beschriebenen Teenager, bedingt durch den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung auch in England, erheblich höhere Löhne und somit relativ viel Geld, das sie in ihrer und für ihre Freizeit ausgeben konnten. Da die meisten weiterhin im Haus der Eltern wohnten, also relativ wenig Geld für ihren Unterhalt bezahlten, entwickelte sich nunmehr bei vielen eine volle Identifikation mit der Konzeption der Konsumgesellschaft, und die Individualität bestand im Erwerb der Produkte, die man sich leisten konnte.

3. The Mods

Gehörten die Jugendlichen, die sich Ende der 50er Jahren in London erstmals Mods nannten, zwar wie die Teds auch noch zu den Nachfolgern der Kriegsgeneration und des englischen „post- war- walfare“[11], unterschieden sie sich dennoch erheblich von ihnen.

Zunächst traf sie nicht mehr die allgemeine Wehrpflicht, die ihre „älteren Brüder“[12] noch hatten absolvieren müssen. Weiterhin stellte man sich gegen das nihilistische Denken in einer spröden und „uninspirierenden“[13] Gesellschaft und suchte in allen Bereichen das Positive für sich selbst. Statt die bestehende Ordnung und das sich anbietende Leben ändern zu wollen, „zeigte man einfach mit dem Finger“[14] auf die alten Werte und kreierte eine eigene Enklave des Lebensstils innerhalb einer blassen Gesellschaft.

Dadurch dass sich diese Jugendlichen nicht mehr länger von den Folgen des Krieges bremsen ließen, sich jedoch mindestens genauso von der Generation der Eltern abgrenzen wollten wie die Teds vorher, fand die Rebellion durch eine neue Attitüde und einen fast dekadenten Lebensstil statt. Bei Rawlings findet sich hierzu die Bezeichnung der „working class reaction against authority” und vor allem der "street level rebellion in looking smarter, cleaner than elders“.[15] Das eigene Einkleiden und das wesentlich stilvollere Erscheinungsbild, gepaart mit einem Selbstbewusstsein, das in vielen Fällen eher einem deutlichen Narzissmus glich, unterstützte diese meist Minderjährigen also beim Finden ihrer eigenen Persönlichkeit und beim Abgrenzen von ihrem Elternhaus.

Das bereits angesprochene Verfügen über genügend Geld beschreibt Cohn als „not [being] threatened by poverty“[16], es habe also eine zuversichtlichere Grundstimmung und keinerlei existentielle Not geherrscht, die Einschränkungen im Lebensstil hätte nach sich ziehen müssen.

Hewitt beschreibt, dass es für einen Mod oder zunächst generell für einen selbstbewusst lebenden Jugendlichen dieser Zeit quasi nichts Schlimmeres geben konnte, als von seinen Eltern verstanden zu werden.[17]

Während Bolan die gesamte Mod- Ausprägung rund um die Abhängigkeit von individueller Kleidung einerseits als „wanna- be culture“ bezeichnet, ihr also eine gewisse Tiefe abspricht, so beschreibt er ihre Form der Rebellion andererseits vielleicht treffender als andere:

Anstelle der bisher gekannten Formen trete eine Attitüde des „aspiring to the rich“, also des Zuwendens in Richtung höherer Gesellschaftsschicht, wenn auch nur vom Aussehen her. Ein angestrebter „look of perfection“, der durch die teuren Maßanzüge und all die Accessoires, sowie durch spezielle Haarschnitte und individuelle dress-codes erreicht werden sollte, stelle einen neuen Anspruch („sophistication“) dar, der den Platz der Rebellion einnehme.[18]

3.1. The Beginnings of Mod

Die Entwicklung der Mod- Szene lässt sich bei allen Vorformen, die oben angerissen wurden, sicherlich nicht als geradlinige Entwicklung aus dem Ted- Phänomen ableiten. Vielmehr gilt es zu betonen, dass sie maßgeblich parallel zur Entwicklung des Londoner Innenstadtteils Soho verlief, bzw. von ihr abhängig war. Bereits in den Jahren des 2. Weltkriegs gab es einen großen Einfluss von US- Soldaten in den Clubs und Straßen dieses Viertels mitten im Herz der pulsierenden Großstadt, der bis in die Zeit dieser Nachkriegsgeneration anhielt.

Der rein britische Teil dieser Szene der 50er Jahre bestand noch größtenteils aus Kunststudenten, sich selbst nach US- amerikanischem Vorbild beatniks nennend, die einen eigenen gehobenen Lebensstil zu realisieren versuchten. Als „bohemian basement dwellers“[19] fanden sich diese jungen Leute zu einem exklusiven Alltag zusammen, den Rawlings etwas polemisch als geprägt von „Poesie und Schach“[20] bezeichnet.

Eine wesentliche und weitgreifende Neuerung dieser Jahre stellten die allnighters und coffee- bars dar, in denen der Traditional Jazz gehört wurde, den die Einheimischen mit den US- Soldaten teilten.

Diese Szenerie ist insofern im Bezug auf die Mod- Entwicklung anzuführen, als sie einerseits durch die neuen Clubs und die farbigen US- Soldaten eine Basis für die Modkultur darstellte; andererseits entwickelte sich in den Clubs eine neue, frische, eben moderne Musik, die den langweilig gewordenen Traditional Jazz und die Skiffle- Welle ablöste. Zum Modern Jazz eines Sun Ra oder Dave Brubeck fanden die anspruchsvollen Jugendlichen den Gegenpol, der eine klare Abgrenzung markierte.

Um die Größenordnung einschätzen zu können, ist zu sagen, dass diese ersten Mods (nun hatten sie sich selbst durch die Präferenz zum Modern Jazz einen Namen gegeben - dazu mehr im Abschnitt „Musikalische Entwicklung“) keineswegs ein Gruppenphänomen waren. Vielmehr handelte es sich bei ihnen um nicht mehr als ein paar Dutzend Individualisten, die auf der Suche nach der vollkommenen Exklusivität und dem persönlich perfekten Stil waren. Der neue, ungebraucht wirkendere Jazz passte nur allzu gut zu ihrem Stil, der neben der Musik vor allem durch die Kleidung definiert wurde.

Barnes beschreibt Modism in seinem mittlerweile populären und weit verbreiteten Text- und Bildband, der von Hewitt als die „Mod- Bibel“[21] bezeichnet wird, als den „2nd adolescent fashion“ in England. Diese Einordnung bezieht sich natürlich auf die Nachfolge bzw. auf die Ablösung die die Mods im Bezug auf die Teds darstellten. Wie oben beschrieben, stellte die Kleidung für die Teds das Statussymbol schlechthin dar; ebenso sollten nun die aufkommenden Mods diese Identifikation mit Anzügen, Schuhen und anderen Stilelementen weiterführen und noch wesentlich deutlicher zu ihrem Markenzeichen machen als dies schon für die Teds galt.

Da die Quellen sich nicht einig sind, wo die allerersten Mods anzusiedeln sind – in mehreren Büchern wird die Entstehung in der jüdischen Mittelklasse festgemacht[22] - soll an dieser Stelle darauf verzichtet werden, dieses Bild durch eine zusätzliche Einschätzung noch weiter zu verzerren. Generell erscheint es sinnvoll und wohl auch durch „Augenzeugen“ erwiesen, dass im Stadtteil Wembley in London bereits um 1957/58 Jugendliche gesehen wurden, die sich wie Mods kleideten (wenn dies auch erst im Nachhinein feststellbar war) und Juden waren. Andererseits erscheint es als nicht wirklich aussagekräftig, die Entstehung auf Grund dieser Tatsache an die englische Mittelklasse zu binden, zumal das spätere Mod- Phänomen ohnehin sowohl die Mittel- als auch die Arbeiterklasse umfasste.

Fest steht, dass diese ersten Vorläufer ebenfalls noch ein langweiliges Bild von ihrem Heimatland und seiner Kultur hatten und danach strebten, sich aus anderen Stilen, Kulturen und Lebensweisen neue Anstöße zu holen. Dieser Blick über den englischen Tellerrand[23] zeigte sich etwa in der Vorliebe für das europäische Kino. So wurden Schauspieler wie Jean-Paul Belmondo oder Alain Delon aus Filmen wie Shoot the Pianist verehrt, was so weit ging, dass bestimmte Gesten, Mimiken und sogar eine bestimmte Art, die Zigarette zu halten, im Kino skizziert und später kopiert wurden. Französisch verstanden die Wenigsten, so dass der eigentliche Inhalt der Filme oft nebensächlich wurde.[24]

Während die vorher beschriebene Szene der Kunststudenten bis Mitte der 50er Jahre für den alten Lebensstil in Soho stand, der die Trad.- Jazz- Szene ausmachte, so gab es nun, nachdem die ersten Mods durch die Straßen Londons schlenderten, auch bei den Studenten Anhänger und einen eigenen Einfluss auf die Szene. Durch die Hochschulen hatte man etwa Kontakt zu französischen Studenten, die bereits wesentlich eleganter gekleidet waren als die britischen Kommilitonen und man selbst.[25]

Generell entstand das Gesamtphänomen Mod jedoch in den Mittel- und Arbeiterklassen und wurde von Mitgliedern dieser unteren Gesellschaftsschichten begründet und verbreitet.

Hierbei fällt auf, dass es zu Beginn, also in den auslaufenden 50er Jahren, absolut nicht zu Gruppenbildungen und – Identifikationen kam und auch keine wirklichen Szene-Führer oder „style gurus“[26] anzutreffen waren, die einen größeren Einfluss gehabt hätten als jeder einzelne Mod für sich. Zusätzlich hatte die Öffentlichkeit zu dieser Zeit noch keine Ahnung von dem neu aufkommenden Stil; die Medien waren entweder noch nicht aufmerksam genug gewesen oder hatten an dieser neuen jugendlichen Ausprägung keinerlei Interesse, da die Outfits und Verhaltensweisen sowieso eher mysteriös und nicht wirklich greifbar erschienen.

Wenn Teds und Mods als die ersten Nachkriegsgenerationen wesentliche Neuerungen in England miterleben konnten, so blieb es vor allem den Mods vorbehalten, als erste Jugendliche parallel zu den West-Indischen Einwanderern in London aufzuwachsen. Diese gemeinsame Entwicklung mit dem neuen, schwarzen Bevölkerungsteil der Gesellschaft, der in den Jahren zuvor eher diskriminiert und missachtet wurde, sollte in musikalischer Hinsicht einen gewissen Einfluss auf die Mod- Szene ausüben.

Während also die ersten Mods zusammen mit den schwarzen GIs in den Clubs zu Motown- Stücken tanzten und tagsüber ihr Geld verdienten, das dann in noch recht obskuren Modegeschäften der Carnaby Street für Anzüge und Schuhe ausgegeben wurde, verbreiteten sie ihr Denken und ihren Stil mit der Zeit in Richtung West- End[27]. Dort fanden sich neue Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, die sich am Stil dieser ersten Puritaner orientierten und selbst in den Bann des obsessiven Stils gezogen wurden.

Selbst nach dieser ersten Verbreitung stellte sich noch keinerlei Gruppengefüge ein, vielmehr ging es jedem darum, seinen eigenen Stil zu kreieren, der ihn von allen anderen Leuten in der Öffentlichkeit abgrenzte.

3.2. Mod und die Öffentlichkeit

Ein entscheidender Einschnitt in der Entwicklung seit Ende der 50er Jahre lässt sich im Nachhinein im Jahr 1962 festmachen. Hier kam es zu einem Interview mit einem gewissen Marc Feld, der als Mod bezeichnet wurde und an dessen Stil auf einmal Interesse bestand. Feld redete über seine Kleidung, wie schwer es sei, bestimmte Schneider oder Schuhmacher zu finden, die seinen Ansprüchen gerecht wurden, und von diesem Zeitpunkt an gab es in der Öffentlichkeit ein erstes leises Verständnis darüber, worum es sich bei diesem Mod- Kult denn handle. Der Artikel erschien im Londoner town- magazine und löste eine Vervielfachung der bisherigen Verbreitung der Mod- Kultur aus.[28]

Die Tatsache, dass es nun immer mehr junge Leute gab, die Wert auf teure italienische Anzüge mit bestimmten Merkmalen legten und ein eigenes Bewusstsein über ihren Stil entwickelten, führte zu einer gewissen Konkurrenz und Abgrenzung von den ersten, originalen Mods, die bereits in dieser neuen Öffentlichkeit eine gewisse Verwässerung ihres Stils sahen. Von nun an wurde auf jedes noch so kleine Detail geachtet. Individuelle Gänge, Tänze und Vorgaben, wie man an einer Straßenecke stehen musste, entwickelten und änderten sich regelmäßig, genau wie die spezielle Meinung darüber, wie lange die side vents (also die Einschnitte an den Seiten der Jacketts) zu sein hatten, um dem neuesten Trend zu entsprechen.[29]

An diesem Grad der Popularisierung, der in den Jahren nach 1962 nochmals einen nicht- vergleichbaren Schub erfahren sollte, klaffte bereits eine Lücke zwischen den Mods des Anfangs und denen, die erst im Nachhinein auf den Stil aufmerksam geworden waren.

Rawlings hierzu:

„What had once been an expression of individualism became a genuine cult.” [30]

Diese Popularisierung war vor allem auch dadurch möglich, dass aufgrund des wirtschaftlichen Potenzials, das die Mods darstellten, neue Geschäfte und Boutiquen eröffnet wurden. Londons Carnaby- Street legte hier den Grundstein für ihre immer weiter aufblühende Popularität der späteren Jahre, die bis heute nachwirkt. Diese neuen Möglichkeiten, an Kleidung zu kommen, stellten sicher, dass nun immer weitere Leute aufsprangen und alles zum „youth cult“, also zu einer Gruppenangelegenheit, machten, von der Rawlings spricht.

3.3. Mod ab 1964

Im Jahr 1964 änderte sich die Entwicklung der Mod- Szene nochmals grundlegend. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich nun in London, ausgehend von Wembley, über Soho bis hin zum West- End, wo mit all den Clubs (siehe musikalische Entwicklung) gegen 1962/63 das eigentlich Mod- Mekka gelegen haben dürfte, eine feste Szene gebildet. Trotz der Veröffentlichung des Interviews mit Marc Feld (der später übrigens unter dem Synonym Marc Bolan seine Karriere starten sollte), handelte es sich bei den Mods, auch wenn sie teils schon in Gruppen unterwegs waren, eher um ein „street secret“[31] ; die Kommerzialisierung und eigentliche Popularisierung im großen Stil hatte es also noch nicht gegeben, was sich 1964 ändern sollte.

In diesem Jahr kam es in einigen südlichen Küstenstädten Englands wie Clacton und Brighton zu den sog. seaside clashes, also zu Ausschreitungen zwischen Mods und Rockern, die an einem britischen Feiertag, oft gemeinsam mit ihren Familien, die beliebten Wochenendziele angesteuert hatten. Die Darstellung der Konflikte und Streitereien sowie der teilweise auftretende Vandalismus wurden durch die Presse so aufgebauscht und verklärt, dass Modism von diesem Zeitpunkt an eine negative Konnotation in der englischen Gesellschaft hatte: Jugendlichen, die sich als Mods bezeichneten und auch in den folgenden Monaten und Jahren zu den immer populärer werdenden Clashes in Richtung Süden aufbrachen, wurde eine gewalttätige und subversive Persönlichkeit nachgesagt, was die Lücke zwischen Eltern- und Kinder- Generation nur weiter aufklaffen ließ.

Auf der anderen Seite vollzog sich mit diesen Ausbrüchen der Gewalt, wenn auch durch die Medien übertrieben dargestellt, ein Wechsel innerhalb der Mod- Szene. Die originalen Mods der frühen Jahre kehrten sich nach diesen Zwischenfällen ganz von der Öffentlichkeit ab und wollten mit dieser neuen Strömung nichts mehr zu tun haben. Sie sahen den Namen Mod befleckt und missbraucht und die von ihnen begonnene Kultur, die nichts mit Gewalt und einem kreischenden Mob zu tun hatte, dem Ende entgegen gehen.

Die ebenfalls einsetzende Vermarktung des Stils und des Markenzeichens Mod verfremdete die Zeit und das Bewusstsein dieser Puristen, sich selbst als Mod zu bezeichnen, nur umso mehr.

Die Geschäfte in den früher wenig bekannten Straßen, in denen die ersten italienischen Anzüge gekauft worden waren, blühten nun, der gesamte vorige Stil wurde zum „mainstream“[32], und es war plötzlich das Normalste, in einer Gruppe als Mod unterwegs zu sein und all die Insignien innezuhaben, die genau dadurch keinen Individualismus mehr ausmachen konnten.

“For the originators, it was time to go underground once again, leaving their dream to the new pretenders. The new Mods didn´t even understand what it had originally meant to be a Mod, but, hey, they liked the music, the clothes, the fighting and the drugs.” [33]

Diese etwas provokative Auslegung trifft die Einschätzung der frühen Mods wahrscheinlich recht gut.

Brake stellt in seinem Buch Soziologie der jugendlichen Subkulturen zunächst einmal fest, dass sog. Subkulturen zwar aus Einzelgruppen bzw. auch Einzelgängern zusammengesetzt sind, dass parallel dazu aber auch eine Verbindung zu der „synthetischen Kommerzkultur“ besteht, deren Einfluss sich niemand entziehen kann. In Bezug auf die Mods könnte man hier davon ausgehen, dass mit dem Bekanntwerden der Trends und Einstellungen durch die Presseaufmerksamkeit und vor allem durch die Vermarktung 1964/65 eine Popularisierung, also auch ein Beliebtwerden vorbestimmt war. Brake beschreibt weiter, dass eine Popularisierung eines Stils stets mit der Beraubung seiner Authentizität, also auch seiner Botschaft, verbunden ist.[34] Eben diesen Mangel an authentischem Denken und Fühlen des Modism kreideten die hardcore mods den Imitatoren an, von denen Brake interessanter Weise sagt, sie seien von den Originalen nur schwer zu unterscheiden.[35]

Bei Pearce findet sich eine Beschreibung der Stimmung im Jahr 1964, die das „overground“[36] - Gehen der Modszene durch die Kommerzialisierung als Ereignis bezeichnet, dem die Puristen „skeptisch“ entgegen gesehen hätten. Ebenso wären die neuen Mods als Trittbrettfahrer gesehen und ihr Tun als „Mitschwimmen auf der Welle, ohne eigenes Bewusstsein“[37] behandelt und verachtet worden.

3.4. Mod als Mainstream

Aus Sicht der frühen Mitbegründer der gesamten Subkultur stellten die Jahre ab 1964/65 also bereits das Ende ihres Traumes dar - Mod war für sie „effectively finished“.[38]

Die breite Öffentlichkeit und eben jene Mainstream- Jugend, die nun mal in jeder Gesellschaft den Hauptbestandteil der jungen Bevölkerung ausmacht, hatten Mod allerdings gerade erst für sich entdeckt, was zur Folge hatte, dass der (eigentlich nicht) neue Trend weiter verbreitet wurde: Über die Szenerien der Krawalle mit den Rockern im Süden und von da aus wieder in Richtung Norden bis nach Nottingham und vor allem in die urbane Großlandschaft um Liverpool und Manchester, wo gerade die Merseybeat- Welle am Entstehen war.[39]

Cohn beschriebt diese Entwicklung nach 1964 als „spread[ing] into mass media terms“[40] und bezieht sich damit ebenfalls auf die weitere Kommerzialisierung, die sich quasi an Symbolen wie dem Vespa- oder Lambretta- Scooter oder dem zugehörigem Parka über dem nicht mehr so wichtigen Anzug festmachen ließ. Natürlich spielten außerdem die Musik und nicht zuletzt die konsumierten Drogen eine gewichtige Rolle im weiteren Aufleben in den Jahren bis 1966.

Die ganze Zeit begleitet wurde die Mod- Welle von der BBC- Sendung Ready, Steady,Go!, die die Jugendlichen mit den aktuellen Bands vertraut machte und die neuesten Modetrends propagierte (siehe hierzu Musikalische Entwicklung).

Als die Sendung 1966 eingestellt wurde, war das Phänomen Mod bereits am Abklingen und Verschwinden. Angeblich machten es manche Mitglieder der Szene an der Tatsache fest, dass im selben Jahr ein Gesetz in Kraft trat, das das Führen eines Motorrollers ohne Helm untersagte. Die Mods hätten nun also nicht mehr mit perfekter Frisur auf ihrem Statussymbol durch die Städte fahren können, was letztendlich das Aussterben des Scooters und damit des Stils ausgemacht habe.[41]

3.5. Die Nach-Mod-Ära

Doch da eine Jugendkultur, die einen so umfassenden Einfluss auf Hundertausende von Jugendlichen spielte, wohl niemals ohne Nachwirkungen verschwindet, ist auch in den folgenden Jahren eine gewisse Fortführung festzumachen, die sich jedoch immer weiter von der eigentlichen Idee des Modism entfernte.

Mit dem Ende der 60er Jahre kam der „Summer of Love“ immer näher und US- amerikanische Strömungen, von den Großstädten wie San Francisco ausgehend, hatten die Vorläufer der Hippie- Welle bereits auch nach Europa gebracht. Die Amphetamine, die in den Jahren zuvor als eines der Markenzeichen des Modism verstanden wurden, sahen ihrer Ablösung durch Marihuana und Haschisch entgegen, und die Musikpräferenzen vieler Leute gingen nun in Richtung Psychodelic Rock á la Pink Floyd. Frühere Mod- Bands konnten sich diesem Einfluss teils auch nicht entziehen und brachen so ebenfalls in gewissem Sinne mit ihrer Tradition.

Auch an der äußeren Erscheinung ließ sich ein Wandel erkennen. So verschwanden die Anzüge allmählich aus den Städten und die bisher so fein säuberlich kurz gepflegten Haare wuchsen in der Zeit als Jimi Hendrix seine ersten Auftritte in England hatte und die versammelte Gitarristen- Garde des Landes beeindruckte bei den meisten länger.

War der Protest, den Pete Townshend mit Songs wie My Generation ausgelöst hatte, eher ein unpolitischer, da quasi nur die allgemeine Situation der Jugend und ihre Fremdheit im Bezug zur Erwachsenenwelt besungen wurde, so kam es nun immer mehr zum Aufkommen der eigentlichen Protestsongs. Mit Vietnam Krieg und Studentenunruhen zum Ausgang der 60er Jahre hatte sich bereits vieles gewandelt, und Mod war längst vergessen.

Die zweite wesentliche Entwicklung, bei der ein Mod- Einfluss überdeutlich erscheint, bezieht sich auf das Entstehen der Skinhead Szene Englands. Quasi als erste Vorläufer dieser gewaltbereiten Jugend mit nun ganz kurzgeschorenen Haaren und harten boots können schon die neuen Mods gesehen werden, die sich ab 1964 bewusst an den Ausschreitungen mit den Rockern beteiligten. Marshall beschreibt diese Entwicklungslinie quasi als „modàboot boyàhooligan/rude boyàskinhead“[42], wobei diese Insider- Bezeichnungen nicht für jeden verständlich sein dürften, der nicht Teil der Szene war.

Generell werden nördlichere Städte wie Glasgow und Nottingham als erste Punkte für die Skinhead- Entstehung markiert, gegen Ende der 60er Jahre fanden sich aber in ganz England neue Gruppen, die „Gewalt als Attitüde“[43] hatten und sich von der vorher präferierten US-Soulmusik hin zu Jamaikanischem Ska orientiert hatten.

Einen wesentlichen Schub, der sich allein in der o.a. Bezeichnung des Hooligans findet, brachte der Fußball. England war 1966 im eigenen Land Weltmeister geworden, und die Begeisterung kannte ab da natürlich keine Grenzen und brachte anhand dieser radikalen Fans, die es vor allem auf Schlägereien mit anderen Hooligan- Gruppen abgesehen hatten (sog. firms), eine negative Seite des ganzen Booms zum Vorschein. Hooligans -und später Skinheads- hatten nicht notwendiger Weise mit Rechtsradikalismus zu tun, auch wenn diese noch dunklere Seite des Phänomens später hinzukam, und sich die Gruppen abermals spalteten.

Laut Marshall fanden sich die ersten Skinheads bereits 1966[44]. Brake machte mit „Kunststudenten, Scooter Boys, Casuals und Hardmods“ vier Subgruppierungen des Modism in seiner Blüte fest und beschriebt die Entstehung der Skinhead- Szene aus den letzteren Hardmods.[45]

Wie auch immer die genauen Strömungen in den einzelnen Jahren verlaufen sind, wird sich wohl niemals mit Sicherheit und Anspruch auf Genauigkeit beschreiben bzw. dokumentieren lassen; die Einflüsse des Modism, bzw. die Tatsache,, dass sich spätere Hooligans und Skinheads zuvor noch als Mods bezeichnet hätten (und dies teilweise immer noch taten) sind nicht zu leugnen. So war es auch normal, dass besagte Jugendliche noch einen guten Anzug zu Hause hatten, der nun allerdings nicht mehr tagtäglich als Symbol getragen, sondern für spezielle Tage und Anlässe im Schrank bewahrt wurde.[46]

Abschließend lässt sich sagen, dass das gesamte Aufkommen dieser neuen Szene als eine Gegenbewegung zur Hippie- Szene gesehen werden kann, die mit ihrem eher verweichlichten Image nicht jedem Jugendlichen zusagte und seine Bedürfnisse befriedigte.

4. Eigenarten und Mod-Life

Im folgenden Abschnitt soll auf verschiedene Eigenarten der Personen, die sich selbst als Mods bezeichneten, eingegangen werden. Es gilt zu bedenken, dass diese Darstellung nicht im herkömmlichen Sinne als empirisch betrachtet werden kann, da zur besagten Zeit kein wissenschaftlicher Aufwand betrieben wurde, dieses Phänomen im Detail zu beschreiben und zu dokumentieren. Dennoch gibt es mit der angegebenen Literatur (v.a. Barnes, Rawlings) seriöse Bildbände und Quellen, die gute Einblicke in Mode, Kleidung und Stilempfinden der Personengruppe liefern. Einige Illustrationen und Beispiele scheinen an dieser Stelle angebracht, da bei einer bloßen Beschreibung kein getreues Bild von manchen Stilelementen gewonnen werden kann.

Als andere Quelle ist der Film Quadrophenia zu nennen, der sich Ende der 70er Jahre zum Ziel gesetzt hatte, den vergessenen Stil der frühen 60er wieder ins Gedächtnis zu rufen und möglichst authentische „Kostüme“ und eine passende Darstellung der Szene zu garantieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Albumcover Quadrophenia [47]

Auch wenn die dort dargestellten Mods (allen voran Hauptcharakter Jimmy) dem Klischee und den eher schon kommerziellen Ausprägungen des Stils in den Jahren um 1964 entsprechen, liefern die Bilder einen guten Eindruck zumindest einer und wohl der populärsten Seite der gesamten Modkultur.

4.1. Fashion & Clothing

Wie bereits mehrfach angeführt, ist die äußere modische Erscheinung als das Hauptsymbol für die Abgrenzung anzusehen, die die Mods gegenüber ihrer Umwelt zu erreichen versuchten.

„ It had its roots around 1960, when a few teenagers emerged as utter clothes fanatics, obsessive to a degree that had been unknown before, and that has remained unequalled since.“ [48]

Diese von Cohn beschriebenen ersten Puristen des Stils hatten sich teilweise parallel mit den Teds der 50 Jahre entwickelt. Während die Kleidung der Teds jedoch eher einer Uniform gleich war, da sich die Outfits der Gruppenmitglieder nicht wirklich voneinander unterschieden, kam es beim Aufkommen des Mod - Stils vor allem auf die persönliche Note an.

Der sog. Edwardian Style, der ebenfalls auf die Teds zurückging, die sich diese Modeart von gutbürgerlichen Erscheinungen abgeschaut hatten, die wiederum Einflüsse aus der Zeit von König Edward aufwiesen[49], stellte auch für die Mods die erste Grundlage dar, die jedoch von Anfang an mit eigenen Accessoires (z.B. Schals) individualisiert wurde. Diese Eigenart fand sich auch später, als zu jedem aufkommenden Trend eine Modifikation erfolgte, die die eigene Kreativität und das Gefühl für Ästhetik forderte.

Die schon angeklungene Orientierung an Filmen zeigte sich auch bei den ersten Kleidungsartikeln. So stammte etwa das bis heute mit Kultcharakter versehene Harrington Jacket von der Figur des Rodney Harrington aus der Serie Peyton Place.[50]

Der Einfluss von US- amerikanischen Stilen lässt sich auch an sog. Ivy League [51] - Produkten festmachen, die mit normalen Sweatshirts der US- Eliteuniversitäten wie Harvard und Yale eine weit verbreitete Beliebtheit darstellten, die ebenfalls bis zum heutigen Tag angehalten hat. Auch die Initialien und Nummern- Aufnäher, die sich auf vielen Oberteilen fanden, stammten aus dieser US- College Modenische.[52]

Sonstige Markenprodukte wie die Levi´s Jeans, die „shrink-to-fit“[53] getragen wurde, stellten weitere Ausprägungen des eigenen Stils dar und zeigen abermals den großen Einfluss der USA, die diese Stile vorher genaugenommen selbst von der britischen Insel adaptiert und sich einverleibt hatten.[54]

Einen weiteren beträchtlichen Einfluss auf die modischen Ausprägungen hatten Sportartikel wie Radfahrhemden oder -schuhe[55]. Rawlings beschreibt neben dieser Begeisterung für den (europäischen) Radsport auch das Vorkommen von Laufschuhen und Bowlingzubehör.[56]

Diese eher den casual look begründenden Varianten stellten aber in den späten 50er und frühen 60er Jahren eher die Ausnahme dar und sind der späteren Zeit des kommerziellen Modism zuzuordnen. Den Anfang der Szene prägten die meist maßgeschneiderten italienischen Anzüge samt Krawatte und two-tone shoes für die das erarbeitete Geld nahezu ganz aufgewendet wurde. Die side vents, also die seitlichen Einschnitte bei den Jacketts, sollten im Laufe der Jahre eine besondere Rolle spielen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Harrington Jacket und klassischer Italian Suit[57]

Da die Trends immer schneller verändert wurden, je mehr Jugendliche auf den Zug des Modism aufsprangen, fand sich in den immer tiefer werdenden Einschnitten eine Möglichkeit, zu jeder Zeit einen neuen Standard festzusetzen, der sich schließlich nahezu jede Woche ändern sollte.

Auf dem Weg der Entstehung des ersten Mod- Stils Ende der 50er Jahre herrschte offenbar auch eine vorher nicht bekannte Einkaufsatmosphäre, die durch die neuen und noch unbekannten Boutiquen, die als erste europäische Modestile führten, entstand.[58] Die heute vielbesuchte Carnaby Street im Herzen Sohos war zu Beginn der Szene noch eine Hintergasse, die nach und nach zum Insider- Tipp wurde, bis hier schließlich in den Jahren 1963-1965 auch Rockgrößen wie Eric Clapton (der als einer der wenigen Stars als Mod akzeptiert wurde), Mick Jagger und Rod Steward (der in diesen Jahren auch als Rod the Mod bekannt war) einkauften und die Straße immer mehr zum Touristenziel wurde. Hatten damals die Ladenbesitzer mit ihrer Leidenschaft und ihrem Gespür für neue Trends einen eigenen Beitrag zur Szene geleistet, so verfiel dieses Gefüge im Laufe der Jahre immer mehr als der Kommerz großen Einzug fand und die Carnaby Street eher für Einkäufe mit der Visa- Karte stand als für „coolen Stil für wenig Geld“.[59]

4.2. Mod- Mode und Frauen

Die bisherigen Ausführungen lassen sich in erster Linie auf das Erscheinungsbild der Männer beziehen. Obwohl die ersten Mods sicherlich nahezu ausschließlich männlich waren und das gesamte Phänomen deutlich von Männern geprägt wurde, soll hier einiges zur weiblichen Mode gesagt werden.

Generell war in der Modkultur ein Trend zu erkennen, der die Frauen zunächst einmal hinter die Männer stellte; die jungen Frauen traten sowieso zu Beginn nur als Begleitung der Mods auf, ehe in den späteren Jahren die Gruppendynamik einsetzte, die mehr Offenheit brachte. Im Allgemeinen schätzte sich der weibliche Anteil der Bewegung zufrieden, wenn er von den Männern (sofern man hier 13-19- Jährige als solche bezeichnen will) als mehr oder minder gleichberechtigt angesehen wurde. Die Mädchen, die eine feste Beziehung zu einem der Mods hatten, wurden teils eher als weiteres Modeaccessoire gesehen und fanden sich mit ihrer Rolle ab.[60]

Auf der anderen Seite finden sich heute auch Beschreibungen, die einem „Loblied auf die Mod- Generation von Frauen“[61] gleichkommen. Die weiblichen Jugendlichen werden hier als „tolerant, offen und selbstbewusst“[62] bezeichnet. In diesem Zusammenhang macht Quant ebenfalls eine allgemeinere Aussage über fast schon feministische Errungenschaften der Zeit, in dem sie anführt, dass die Weiblichkeit mehr zu einer Einstellungssache wurde, anstatt sich in der äußeren Erscheinung niederzuschlagen.[63]

4.3. Besondere Kleidungsstücke

Dass sich die Kleidungsstile und vor allem ihre Bedeutung mit den Jahren und der Popularisierung von Mod veränderten, erscheint verständlich und wurde bereits im ersten Abschnitt erwähnt. Schon in den frühen Jahren hatte es einzelne dress- codes innerhalb der Viertel Londons gegeben, die jeweils kleine Variationen eines Gesamtstils aufwiesen. Hierbei handelte es sich aber nicht (wie eher später) um ungeschriebene Gesetze, wie man angezogen sein musste, um einem gewissen Standard zu entsprechen; die einzelnen Varietäten ergaben sich wahrscheinlich eher dadurch, dass es keine allzu große Auswahl an passenden Boutiquen gab und man sich unbewusst gegenseitig auf der Straße beeinflusste und sich aneinander orientierte.

Zu späteren Zeiten, in denen dann auch die Scooter zum Statussymbol schlechthin wurden, traten die meist olivgrünen US- Army Parkas auf den Plan, die heute der weit verbreiteten Klischeevorstellung eines Mod entsprechen und zu den populärsten Produkten bei Nachahmern oder Neo- Mods zählen dürften. Als praktischer Schutz der oft teuren Anzüge beim Fahren auf den Scootern gedacht, stellten die Parkas weniger eine neue Mode dar.

Im Film Quadrophenia entspricht Jimmy mit Scooter und besagtem Parka auch dem vermeintlichen Archetyp; heutzutage dienen die Armeejacken mehr denn je als das Symbol für Mod schlechthin.

Zusammenfassend soll vor allem noch einmal die detailreiche Entwicklung und Veränderung des individuellen Stils eines jeden Mods angeführt werden. Von den Schnitten der Jacketts über die Breite der Krawatten bis hin zum späteren Anbringen der richtigen und passenden Buttons auf die Parkas definierte sich die Modkleidung bei dem, der es Ernst meinte, in der Liebe und Sorgfalt für das Detail.

Vom Italian Suit, der sich bis zum Schluss klassisch blieb, über die Varietäten des casual- oder street- wise look bis hin zu späterem Markenbewusstsein bei der Entstehung der Skinheadszene stellte die bewusste modische Erscheinung eines Mod in der Öffentlichkeit seine ganze Attitüde zur Schau, selbstbewusst und individuell zu sein.

4.4. Frisuren

Eng verbunden mit der Kleidung lassen sich einige Angaben über die bevorzugte Haarmode und das damit verbundene Erscheinungsbild der Mods machen.

Wie im nächsten Abschnitt auch im Bezug auf die Scooter aufgezeigt wird, stellten Sauberkeit und ein gewisser- fast neurotischer - Drang für modische Exaktheit eine wichtige Eigenart der wirklichen Mods dar. So waren auch die Frisuren stets kurz gehalten und wurden, wenn überhaupt, dann mit Haarspray statt mit Gel oder Schmiere (die mit den Rockern verbunden wurde) in ihrer Form gehalten.

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Abb.3: Frisuren [64]

Barnes beschreibt verschiedene Ausprägungen des French- Look und des Italian- Look[65], die beide die schon öfter angesprochene Orientierung an Europäischen Modestilen verdeutlichen.

Wie bei allen Trends, gab es auch hier zu bestimmten Zeiten bestimmte Schnitte und Arten, die Haare zu kämmen, die „angesagt“ waren. Dennoch gilt auch hier die Prämisse, dass es wohl höher angesehen wurde, sich nicht an andern oder einem allgemeinen Trend zu orientieren, sondern sich bestenfalls durch Schauspieler oder andere Idole beeinflussen zu lassen und möglichst als einziger mit einem besonderen Scheitel daherkommen, der dann vielleicht von andern adaptiert wurde.

Bei Rawlings wird beschrieben, dass es durchaus gewöhnlich war, für die bestimmten Frisuren Haarsalons zu besuchen, die eigentlich für Frauen gedacht waren.[66] Hier bestätigte sich auch die generell zunehmende Eigenart, zu teils nicht im herkömmlichen Sinn maskulinen Erscheinungsformen zu stehen und keinen Hehl daraus zu machen, was andere Leute darüber dachten. Parallel hierzu trugen die weiblichen Mods fast immer Kurzhaarschnitte, die etwa von der damals beliebten Jean Seberg inspiriert waren, die auch und vor allem auf die jungen Männer eine besondere Anziehung hatte.[67]

4.5. Sonstige Eigenarten und der Way of Life

Neben Kleidung und Frisur, die stellvertretend für das persönliche Aussehen beschrieben wurden, traten noch bestimmte Verhaltensweisen und teils körpersprachliche Momente auf, die alle zusammen die Gesamterscheinung Mod ausmachten.

Der Auftritt eines selbstbewussten Mods (und ein wirklicher Mod war wohl der Inbegriff des Selbstbewusstseins) in der Öffentlichkeit ließ sich laut Brake als eine „theatralische Geste“ an sich verstehen.[68] Barnes beschreibt einen „special walk“[69], der quasi ausdrücken sollte, dass nicht irgendwer durch die Stadt spazierte, sondern ganz sicher jemand, der nur in seiner eigenen Welt lebt, in der nicht wirklich viel Platz für andere Individuen ist.

Vor allem in den Jahren, in denen es zu einer großen Verbreitung des Stils kam, wurde immer akribischer auf kleinste Details geachtet. So war nicht nur klar, welche Art von Jackett und Krawatte getragen werden sollte, sondern auch vermeintliche Banalitäten, wie das richtige Halten einer Zigarette oder die passende Pose beim Warten an einer Straßenecke.[70]

Diesen Anspruch auf Perfektion, der sicherlich durch eine immer größer werdende Konkurrenz und einem - im wahrsten Sinne des Wortes - Ehrgeiz noch verstärkt wurde, entwickelten viele auch durch die französischen oder amerikanischen Idole aus den Kinofilmen der Zeit. So stehen etwa Jean-Paul Belmondo und Alain Delon für die französischen Helden, die sich durch Filme wie Shoot the Pianist ihren Einfluss errungen hatten.

Das clevere und in Richtung intellektuell gehende Aussehen der Mods lässt sich laut Bolan als symbolische Abkehr von der Arbeiterklasse verstehen.[71]

Insgesamt entsteht ein Bild einer greifbaren Mod- Attitüde, die von einem regelrechten Narzissmus geprägt ist und die eigene Persönlichkeit über nahezu alles stellt. Dies erscheint auch zu den vorherigen Äußerungen passend, die den wirklichen Modism als eine Sache von Individualismus im Gegensatz zu einem Gruppenphänomen beschrieben haben. So erreichten es also diese Jugendlichen, in einer immer noch nicht unbedingt rosigen und persönliches Glück versprechenden Gesellschaft, ihre eigenen Werte, Zeitpläne und „units of existance“[72] zu formen. Ob es sich bei all diesen Dingen soziologisch um einen Protest gegen die Elterngeneration gehandelt hat, oder ob dieser Protest eher unbewusst dadurch stattfand, dass man sich schlicht nicht mit langweilig wirkenden Leuten aufhielt und stets im Jetzt lebte, bleibt fraglich. Klar ist jedoch, dass die Einstellung der Teenager, die durch ihre ganz normale Arbeitswoche einen vollen Platz in der englischen Arbeits- und Dienstleistungsgesellschaft einnahmen, sicher nicht durch alte Werte geprägt war. Das Leben am selbst definierten Puls der Zeit und nahezu in der Zukunft spiegelt sich schließlich schon in der selbst gewählten Bezeichnung als Modernists wider.

4.6. Scooter

Wie im ersten Kapitel beschrieben, waren die Motorroller zu Anfang noch nicht wirklich bekannt bzw. beliebt, sondern kamen wohl erst in den 60er Jahren zu ihrer Verehrung.[73]

Im Gegensatz zu den Rockern, die auf ihren eher stinkigen und verrußten Motorrädern durch die Straßen zogen, fuhren die Mods ausschließlich die sauberen Lambretta oder Vespa - Roller, deren Motor abgedeckt war und die auch optisch eher dem Stilempfinden der sehr auf Ästhetik bedachten Teenager passten.

Auf die in der Literatur weit ausgeführte Popularität der einzelnen Modelle soll hier verzichtet werden, da die Aufführung dieses Produktes (wenn es auch immer mehr zu kultischer Verehrung und Identifikation kam) als Statussymbol der Zeit ausreicht, um seinen Einfluss zu verdeutlichen.

Die Scooter seien angeblich teils so beliebt und wichtig gewesen, dass Mädchen, die in den Clubs angesprochen wurden und von denen man sich an einem Abend mehr erhoffte, sich hin und wieder von einem besonderen Modell beeindrucken ließen und dem Besitzer den Vorzug gegenüber anderen Mods gaben.[74]

Das wesentliche Moment, das die Jugendlichen jedoch zum Kauf dieser recht teuren und meist auf Darlehen angeschafften Scooter trieb, war jedoch der Besitz des Rollers als Grundlage für die eigene Gestaltung.

„´You´ll buy the bike, I´ll buy the bits.´ Dazz answered immediately. They were on the same wave length, tuned in exactly to each other´s thoughts and powerless to break faith with the carefully declared and designed Mod protocols of trend and style.

A scooter without the designated accessory kit was nothing.” [75]

Das aus diesem Buchausschnitt deutlich werdende Bewusstsein über die individuelle Verzierung und die „Aufmotzung“ der Scooter (das sog. costumizing) als Hauptmoment zeigt deutlich, dass es nicht einfach nur darum ging, sich (irgendeinen) Roller anzuschaffen.

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Abb.4: Mod mit Scooter [76]

Zwar gab es relativ klare Beschränkungen, welche Art von Modell es am Besten sein sollte (was jedoch nicht wirklich ins Gewicht fiel, da beide ital. Hersteller Vespa und Lambretta den Markt ausmachten); die eigene Ausstattung mit Spiegeln, zusätzlichen Scheinwerfern, Hupen und anderem, bis dahin eher undenkbaren und sicherlich für den Straßenverkehr überflüssigem, Zubehör machte den Scooter aber erst zu dem, was er wirklich bedeutete.

Mit der Zeit wurden auch eigene farbliche Gestaltungen normal, viel später auch Schriftzüge auf Frontscheiben oder das Anbringen der eigenen Initialien am Roller oder auf den Parkas.

Nach dem Abklingen des gesamten Mod- Booms verschwanden auch die Scooter von den Straßen Englands, auf denen noch Hunderte zu den seaside- clashes der Jahre ´64 und ´65 (s.o.) an der Südküste auf dem Weg gewesen waren.

Beim Mod- Revival spielten die Vespas und Lambrettas in den späten 70er Jahren zunächst keine Rolle, bis in den Jahren 1980/81 mit einem neuen Modell auf dem Markt die Wiederentdeckung der fahrbaren Untersätze gefeiert wurde und schließlich wiederum „Tausende von Scootern“ auf einem der größten Revival- Treffen des Jahres 1981 in Brighton zu sehen waren.[77]

Als das Symbol für Mod schlechthin fanden sich die Scooter später immer wieder in Werbung, auf Plattencovern (z.B. Oasis: Be here Now) oder auch als eigene Besitztümer der Neo- Mod zugeordneten Musiker Damon Albarn (Blur) oder der Gallagher- Brüder (Oasis)[78] und zeigen so einen Einfluss bis zum heutigen Tag.

4.7. Drogen

Auch wenn dieser Abschnitt eine recht einseitige Darstellung verlangt, soll durch seine Eigenständigkeit die Rolle der Drogen in der beschrieben Zeit betont werden.

Als nahezu einziges beliebtes Rauschmittel sind in Bezug auf die Mods Amphetamine zu nennen, allen voran das in den frühen Jahren populärste Drynamil.

Als eigentliches Medikament, das Frauen zur Begleitung einer Diät verabreicht wurde, wurde für die Teenager die Beschaffung erheblich erleichtert, da es in vielen Hausapotheken und Badschränken vorhanden gewesen sein dürfte.[79]

Amphetamine, die (wie etwa das heutige in der Technoszene verbreitete Extasy) am Wochenende garantierten, beim Tanzen nicht müde zu werden, passten in den schnellen Lebensrhythmus der Mods. Die Tatsache, dass dieses Aufputschmittel sich auch noch erheblich auf das Ego auswirkte und das Gefühl vermittelte, zu allem fähig zu sein, lässt die vorher beschriebene Eitelkeit und den Narzissmus in einem anderen Licht erscheinen. Ob die Drogen diese Attitüde bewirkten, oder ob sie nur umso passender waren, da mangelndes Selbstbewusstsein fast nie als ein Problem auftrat, sei dahingestellt.

Während Alkohol generell kein großes Ansehen hatte und in den Clubs meist Orangensaft getrunken wurde[80], liefert die Libido- hemmende Wirkung der sog. Purple Hearts[81] eine Erklärung dafür, dass bei den meisten Mods ein nur eingeschränktes Interesse am andern Geschlecht herrschte; im Tanzsaal wurde also eher dem eigenen Narzissmus gefrönt als versucht, unbedingt Mädchen zu beeindrucken.

Marihuana erhielt durch die GI- Clubs auch einen gewissen Eingang in die Szene, ehe diese Droge Ende der 60er Jahre generell die von Height Ashbury- San Francisco ausgehende Hippie- Welle mitbegründete und eine neue Jugendkultur einläutete.

5. Musik

Die Musik, die die Entstehung und die Verbreitung des kommerziellen Jugendkultes Mod begleitete, ist neben der Kleidung der zweite Hauptpfeiler der Identifikation. Während sich zum angeblichen Höhepunkt des Modernism auch neue, quasi eigene Bands fanden und gegründet hatten (d.h. Bands, in denen entweder Mods spielten oder die vom Mod- Publikum akzeptiert wurden, obwohl sie eigentlich keine Szenemitglieder waren), waren die ursprünglichen Vertreter auf andere Musiken angewiesen, die im Folgenden aufgeführt werden sollen.

5.1 Entwicklung der musikalischen Situation

Die absoluten Vorläufer der Szene hatten sich in einem England, in dem die Radioprogramme noch durch Tin Pan Alley- Hits der 40er Jahre dominiert wurden[82], weitestgehend gelangweilt. Der auch in den 50er Jahren vorherrschende Traditional Jazz, der noch durch eine Skiffle- Welle, der die meisten Jugendlichen (und unter ihnen Vorformen von Bands wie den Beatles, den Who und den Rolling Stones) angehörten, verstärkt wurde, hatte für diese neu denkende Generation von Jugendlichen nicht mehr genug Input parat.

Also orientierte man sich an neuen Formen des Jazz, vor allen an dem eher avantgardistischen Modern Jazz, von dem letztendlich auch der Name der ganzen Subkultur stammt. Als Vertreter dieser Musik können Personen wie Dave Brubeck oder Sun Ra genannt werden, die einen festen Teil der neuen Strömungen ausmachten.

Die dann besonders durch Einfluss der schwarzen Soldaten in London hinzukommenden Stile des Soul, Blues und vor allem R´n´B, lassen darauf schließen, dass die recht ausgefallenen und mit freien Improvisationen aufwartenden Stücke des Modern Jazz doch für die meisten zu abgehoben waren und vor allem nicht den Ansprüchen der Tanzbarkeit genügt haben dürften. Mehr und mehr kristallisierte sich also die schwarze Popmusik der USA, bspw. vertreten durch das (Tamla-) Motown Label aus Detroit mit Künstlern wie Smokey Robinson, Marvin Gaye, Wilson Pickett u.a. als das beliebteste Genre heraus.

Eng verbunden mit der Musik, bzw. eigentlich diese oft bestimmend, waren die verschiedenen Londoner Clubs, in denen der Soul aufgelegt wurde und die dadurch zu den ersten Pilgerstätten der frühen Mods wurden.

Das normale Konzept der Clubs zielte meist auf Live- Bands ab, Ausnahmen wie der vielleicht populärste Mod- Club The Scene setzten nur auf DJs. Die bekanntesten anderen Clubs, die während der gesamten Zeit des ersten Modism mehrmals pro Woche besucht wurden, waren The Flamingo[83], La Discothèque und der berühmte Marquee - Club.

In diesen Clubs traten nicht nur die großen Idole aus den USA auf, vielmehr musste sich praktisch jede Londoner Band oder jede andere Pop-Band, die in London spielte, am Publikum dieser bekanntesten Clubs messen lassen und hoffen, etwa nach einem Auftritt im Marquee den Durchbruch zu schaffen.[84]

Die sich schließlich entwickelnden Britischen Bands hatten meist in einem der o.a. Clubs ein festes Engagement einmal pro Woche. Im Marquee etwa spielten zu unterschiedlichen Zeiten der frühen 60er sowohl The Rolling Stones als auch The Who eigene feste Sets. Erstere Band, die nach verschiedenen, teils zufälligen Skiffle- Band Formationen in dem dann zum Kult gewordenen Line- up um Jagger und Richards endete, traf beim Mod- Publikum auf unterschiedliche Reaktionen. Zu Anfang als reine Cover- Band auftretend (ebenso wie die Beatles, die deswegen einen noch schlechteren Ruf hatten) entsprachen sie nicht den wirklichen Vorstellungen der Jugendlichen des Mod, die auf authentische Musik Wert legten und es für sinnlos hielten, eine britische Cover- Band zu unterstützen, wenn sie sich auch die Originale aus den USA, die oft selbst in den Clubs auf Tour waren, anhören konnten.[85]

Auf The Who als die Band der Zeit, die am meisten Einfluss und Popularität bis heute erreichte, soll später im Detail eingegangen werden; gemeinsam mit The Small Faces stellten diese beiden quasi die erste Garde der britischen (oder noch eher Londoner) Bands für Mods dar. Besonders The Small Faces wurde eine hohe street- credibility[86] zugeschrieben, da alle Mitglieder aus der wirklichen Straßenszene stammten. Bands wie The Action, The Creation und The Birds stellten etwas später die kleinen Nachfolger der beiden Giganten dar, kamen aber letzten Endes auch nie wirklich zum musikalischen Durchbruch. Ein gewisser gleichförmig bleibender Einfluss wird etwa auch Georgie Fame and The Blue Flames eingeräumt[87], die über mehrere Jahre feste Engagements in Mod- Clubs spielten und so die weniger kommerzielle Club- Kultur hochhielten.

Gerade in den frühen 60er Jahren stellten die Live- Gigs der Bands ihre wirkliche Präsenz dar, Studioaufnahmen waren teuer und selten und Veröffentlichungen verliefen meist im Sand oder endeten in nicht rentablen Chartplatzierungen.

Neben diesen genannten, eng in der Szene entstandenen Bands zählten vor allem in den späteren Zeiten des Massenphänomens auch frühe Formationen von The Yardbirds oder die Band The Kinks zu den Gruppen, die Mods als Fans oder Zuhörer hatten.

5.2. Ready, Steady, Go!

Einen beträchtlichen Einfluss auf das Popularisierung und die spätere Vermarktung der Mod- Kultur hatte die von der BBC ausgestrahlte Musiksendung Ready, Steady, Go!. Passenderweise im Sendeplan freitags um 18:00 Uhr platziert, stellte diese Show für viele Mods den Start ins Wochenende dar, was durch einen eigenen Slogan der Sendung auch bewusst gemacht wurde.[88]

Die Sendung ließ sich nicht etwa als alternatives Programm speziell fürs Mods verstehen, vielmehr wurden alle bekannten Bands der Zeit ge-featured, auch solche, die nicht in Verbindung mit der Szene zu bringen waren.

Dennoch stellten die aktuelle Kleidung und andere Eigenarten der Mitglieder ein wesentliches Moment des Programms dar; so wurde etwa jede Woche der Mod of the week gekührt und auch neueste Tänze und Haarschnitte vorgeführt.[89]

Die Musiker- Gäste und ständigen Live- Auftritte der Bands, die damit ein gewisses Risiko eingingen, machten RSG! zu einem wichtigen Meilenstein, wenn nicht zum Grundstein des Musikfernsehens, wie es sich später entwickelte.

Die Popularität des Programms, das die britische Bevölkerung mit „eigenen Bands und coolen US- sounds“[90] versorgte, zeigte sich allein darin, dass im Jahr 1966 vor der endgültigen Einstellung das gesamte „who is who“ der britischen Musikszene in der Sendung auftrat und ihr vielleicht auch Tribut zollte, da viele Karrieren durch RSG! sicher erfolgreicher verlaufen waren. Debut- Auftritte von Jimi Hendrix, Marc Bolan u.a. bestätigen dieses Bild und lassen die Lücke, die die Sendung –gerade für die Mod- Szene- hinterließ noch nachvollziehbarer erscheinen.

5.3 The Who

Die Band The Who dürfte wohl für die meisten die bestimmende Assoziation mit dem Begriff Mod sein, wenn es um die Musik geht.

Dies liegt zum einen daran, dass die Musiker um Pete Townshend bis weit über die Mod- Ära hinaus die Musikszene in England und damit auch weltweit beeinflussten; andererseits stellten The Who, zur damaligen Zeit noch unter dem Namen The High Numbers auftretend, eine quasi eingekleidete und den Mod- Attitüden entsprechende Band dar, die ihren Erfolg in den Anfangsjahren sicher vorwiegend einem gewitzten Management verdankte. Dieses bestand zu Anfang einzig und allein aus Pete Meaden, der als einer der Hauptfiguren der frühen Szene gelten muss.

Während die Hauptdarsteller der Mod- Musik US- Soul- Bands waren, fehlte es an einheimischem Nachwuchs und einer Band, die die Identifikation für die Jugendlichen greifbarer werden ließ. Diese „blokes-band“ sah Meaden in der frühen Formation von The Who, die zunächst als The Detours, dann erstmals als The Who und schließlich dem Vorschlag Meadens folgend als The High Numbers auftraten, ehe sie ihren Namen später wieder in The Who änderten, was dem Einfluss des neuen Managements um Kit Lambert zuzuschreiben war.

Schon in den Jahren der Skiffle- Welle (damals wie gesagt als The Detours) und schließlich Anfang der 60er Jahr als R´n´B- Cover- Band waren die Londoner bereits recht professionelle Musiker, die mehrmals pro Woche auftraten. Bereits damals hatten sie eine gewisse Sonderstellung innerhalb der Band- Szene, da sie mit vielen Tamla- Motown- Stücken genau die Vorlieben der Mods spielten und deshalb mehr Ansehen genossen als andere Cover- Bands.

Als kreativer Kopf der Band konnte Pete Townshend sich glücklich schätzen eine Plattensammlung übernehmen zu können, die ihm ein US- Soldat einer Wohngemeinschaft, die über der seinigen lag, hinterließ[91]. Dortige Soul- und R´n´B- Platten machten Townshend mit Künstlern wie Bo Diddley, Jimmy Reed und Chuck Berry vertraut, die im Endeffekt einen großen Einfluss auf die Band und das Songwriting gehabt haben dürften.

Das eigentlich Bemerkenswerte am immer größer werdenden Erfolg der Band war aber die Tatsache, dass sich keines der Mitglieder als Mod fühlte oder überhaupt eine Ahnung dieses Stils hatte, bis Meaden ins Spiel kam.

„All these tickets just waiting for a few faces to take the lead. They´re a blocked generation just waiting to explode. They are wired and ready to happen now and I have found the pefect group for them.” [92]

Das “Auffinden” der Band stellte natürlich erst den Anfang dar, da Roger Daltrey, John Entwistle, schließlich Keith Moon und natürlich Townshend eigenen Aussagen zu Folge nicht wussten, mit welcher Szene sie hier konfrontiert sein würden.

„We weren´t mods (...) but we became mods.(…) I was at art college, had long hair, was smoking pot and going with girls with long red hair and all that. Painting farty pictures and carrying my portfolio around. I had to learn to be a mod.” [93]

Auch Meaden war es, der die Veröffentlichung der ersten Single vorantrieb, die mit I´m the face auf der A – Seite und Zoot Suit auf der B- Seite zwei alte und unbekanntere R´n´B- Nummern enthielt, für die Manager und Mod- Vorbild Meaden neue Texte beisteuerte.

Während der erste Song, im Original von Slim Harpo verbreitet, als wirkliche Coverversion mit eigenem Text verstanden werden kann, geht die Schere bei Zoot Suit und dem angeblichen Ursprungssong Country Fool von The Showmen aus musikwissenschaftlicher Sicht weiter auseinander. Auf beide Versionen soll nun näher eingegangen und in einer kurzen Analyse Unterschiede aufgezeigt werden.

5.4. Country Fool im Vergleich mit Zoot Suit

Der „Ausgangssong“ steht im tonalen Zentrum Db- Dur und bedient sich mit Bbm, Gb und Ab sehr einfacher Harmonien der 6., 4. und 5. Stufen.

Intro und gleichzeitig Refrain kommen Zoot Suit wohl noch am nächsten, deswegen sind hier die besagten Takte angeführt, so dass der Vergleich deutlicher wird.

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Abb.5: Intro/Refrain Country Fool

Wie in der Abbildung zu sehen, stellt der mehrstimmige Gesang eine Besonderheit des Songs dar und grenzt sich damit auch deutlich von Zoot Suit ab, da The Who gänzlich auf Mehrstimmigkeit verzichteten und einen wesentlich Gitarren- lastigeren Song schafften.

Zoot Suit beginnt bereits mit einer Einlage Townshends, der eine 12- taktige Gitarrenlinie spielt, ehe die erste Strophe beginnt, die die folgende Melodielinie beinhaltet, die dann über einen anderen Vers sehr ähnlich wiederholt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.6: Strophe Zoot Suit

Danach folgt der Part, der am ehesten als Refrain bezeichnet werden kann. Auf Gb wird erstmals ein Dur- Akkord erreicht, ehe das Stück wieder in die gewohnte Harmoniefolge zurückgeht.

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Abb.7: Refrain Zoot Suit

Auch wenn beide Stücke gleichermaßen als sehr tanzbar erscheinen und rhythmische Ähnlichkeiten aufweisen (die zu dieser Zeit jedoch so gut wie jedem R´n´B- Stück eigen waren), unterscheiden sie sich doch deutlich. Während Country Fool wie gesagt Dur als tonales Zentrum hat, das in gleichmäßigen Schritten und Strukturen immer wieder lupenrein erreicht wird, findet sich bei The Who ein deutliches Moll als tonales Zentrum, das nie unklar erscheint, da der Song damit beginnt und auch während der typischen Moll- Kadenz ausgeblendet wird.

Bei The Showmen wird auch sehr deutlich, dass es sich vor allem um eine typische US- Sänger Band handelte; kein Instrument tritt in den Vordergrund, außer das Klavier durch das ein oder andere Glissando, was an sich schon einen markanten Unterscheid zum Song der Who ausmacht. Townshends Gitarren- Intro und Solo unterstreichen, dass The Who nicht nur auf Gesang setzten (was einen großen Unterscheid zu ihren Vorbildern und Einflüssen darstellte), sondern sich auch als wirkliche Band verstanden, die gewisse instrumentale Ansprüche hatte.

Textlich handelte es sich bei dem Who- Song um eine Lobpreisung auf das Mod- Dasein, das Meaden an Hand des exklusiven Kleidungsstils und der generellen Attitüde beschrieb.

Mit Zeilen wie “the snappiest dresser “, “I wear two- tone jackets with side vents 5-inches long” und “you know you gotta be cool” wird hier sehr deutlich, dass der Band von Anfang an „Mod“ auf den Leib geschrieben werden sollte. Der Erflog, der damit erreicht wurde, ist bekannt und wurde bereits beschrieben.

6. Schlussbetrachtung

In dieser Arbeit wurden nach einer geschichtlichen und gesellschaftlichen Einordnung mit dem Individualismus und der fast obsessiven Mode wesentliche Merkmale der Modkultur aufgegriffen und neben anderen Insignien wie den Scootern genannt und beschrieben. Die musikalischen Strömungen innerhalb der Mod- Szene wurden an Hand verschiedener Bands, Konstellationen und Stile angerissen; eine genauere Betrachtung der Band The Who wurde vorgenommen, da sie als konstruierte Mod- Band eine Ausnahme darstellte. Ein kurzer Vergleich zwischen einem typischen US- R´n´B- Stück und seiner angeblichen Coverversion von The Who sollte schließlich unterstreichen, wie ein eigener britischer Stil geschaffen wurde und wo die Wurzeln der späteren Supergruppe liegen.

Auf viele Einzelheiten musste wegen des zu kleinen Umfangs dieser Arbeit verzichtet werden. So gab es keine ausführliche Beschreibung der berühmten Rivalität zwischen Mods und Rockern sowie vom gesamten Mod- Revival der späten 70er Jahre. Auch der Abschnitt, der den musikalischen Momenten zukam, hätte an vielen Stellen durch tiefere Betrachtungen ausgedehnt werden können.

Bei der Planung und Entstehung des Papers war es mir wichtig, möglichst die wesentlichsten Erscheinungen näher zu beleuchten und deswegen den Schwerpunkt auf die originale Mod- Szene der 60er Jahre zu legen und von dort aus weitere Entwicklungen zu beschreiben, jedoch nicht mehr allzu sehr ins Detail zu gehen.

Bei einem Jugendkult, der in gewisser Weise bis heute seinen Einfluss auf das Leben vieler Menschen deutlich macht, wollte ich möglichst einen Überblick verschaffen und nicht jede einzelne Sonderform untersuchen und dem Anspruch auf Vollständigkeit gerecht werden, was meiner Meinung in diesem Fall unmöglich ist.

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7.1. Websites (Stand: 15. April 2005)

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www.uppers.org

[...]


[1] Brake, Mike: Soziologie der jugendlichen Subkulturen. Eine Einführung. Campus, Frankfurt/Main, 1980, S. 82

[2] Ebda., S. 85

[3] Ebda., S. 83

[4] Ebda., S. 85

[5] Ebda., S. 84

[6] Ebda.

[7] Melly, George: Revolt into Style. Oxford Univ. Press, Oxford, 1972, S. 38

[8] Ebda.

[9] Ebda.

[10] Ebda.

[11] Richard Barnes in: Rawlings, Terry: Mod. A Very British Phenomenon. Omnibus, London, 2000, S. 6

[12] Ebda.

[13] Ebda.

[14] Ebda.

[15] Rawlings, S. 53

[16] Nik Cohn in: Hewitt, Paolo: The Sharper Word. A Mod Anthology. Helter Skelter, London, 1991, S. 140

[17] Hewitt, S.52/53

[18] Marc Bolan in: Hewitt, S. 47

[19] Rawlings, S. 27

[20] Ebda.

[21] Hewitt, S. 159

[22] Barnes, Richard: Mods!. Plexus, London, 1991, S. 8; Rawlings, S.49

[23] Barnes, S. 9

[24] Rawlings, S. 17

[25] Barnes, S. 9

[26] Barnes in Rawlings, S. 6

[27] Rawlings, S. 49

[28] Barnes, S. 10/11

[29] Rawlings, S. 53

[30] Rawlings, S.50

[31] Rawlings, S. 118

[32] Rawlings, S. 118

[33] Ebda.

[34] Brake, S. 83

[35] Ebda.

[36] Kevin Pearce in: Hewitt, S. 91

[37] Ebda.

[38] Rawlings, S.118

[39] Ebda., S. 122

[40] Cohn in Hewitt, S. 137

[41] Rawlings, S.124

[42] George Marshall in: Hewitt, S. 154-158

[43] Ebda.

[44] Ebda.

[45] Brake, S. 86/87 Leider bleibt diese Unterteilung und die Aussagen über die Szene hier zu sehr an der Oberfläche. So wird die erste Gruppe der Kunststudenten zugleich als Vorläufer des Glam- Rock bezeichnet, ohne weiter auf die Entwicklung einzugehen und einen Versuch der Definition zu starten. So ist auch die genaue Folge von hardmodàskinhead fraglich, auch wenn man davon ausgehen kann, dass es gewisse gewaltbereitere Jugendliche gab, die sich auch selbst als hardmods bezeichneten. Bei Brake ließe sich aber annehmen, dass diese Gruppen alle parallel zueinander existiert hätten, was am Beispiel der besagten hardmods, die es in den eigentlichen Mod- Zeiten zu Beginn der 60er Jahre noch nicht gegeben hat, revidiert wird.

[46] Marshall in Hewitt, S. 157

[47] Quelle: http://www.modrevival.net/Quadrophenia.html (15.April 2005)

[48] Cohn in Hewitt, S. 137

[49] Brake, S. 82/83 Bei Baake (Jugend und Jugenkulturen, S. 71) findet sich hier eine minimal andere Darstellung: Er macht das Aufkommen des Edwardian Style am Einfluss der ersten neuartigen Schneider und Modeschöpfer der 50er Jahre in London fest, die diese Anzüge (Edwardian Suits) herstellten, um einen neuen, extrovertierten und bunten Stil zu begründen, an dem sich dann die Teds orientierten. Ob also der Weg über die „bestimmten gutbürgerlichen Kreise“ (Brake) führte oder die Teds selbst den Stil aufnahmen wird hier nicht deutlich. Eine so detaillierte Unterscheidung ist jedoch im Bezug auf die Mod- Szene zu vernachlässigen.

[50] Graham Hughes in Rawlings, S. 11/12

[51] Rawlings, S. 14

[52] Barnes, S. 15 Die „ numbers “ wurden später auch als Bezeichnung für bestimmte Mods bzw. als Unterscheidung zwischen Tickets, Numbers, und Faces als einordnendes Moment benutzt. Hier findet sich auch ein Bezug zu den High Numbers, bekanntlich der frühere Bandname von The Who.

[53] siehe z.B.Filmversion Quadrophenia

Die Tatsache, dass etwa die besagten Jeans z.B. durch persönliche Ausbleichungen an den Knien perfektioniert und dem eigenen Stil angepasst wurden macht dieses Modebewusstsein ganz sicher zum Ursprung des heutigen Vintage Clothing wie es etwa in europäischen H & M Filialen zu finden ist.

[54] Bolan in Hewitt, S. 47

[55] Barnes, S. 7

[56] Rawlings, S. 57

[57] Quelle: http://www.modrevival.net/Clothes.html (15. April 2005)

[58] Hewitt, S. 77

[59] Ebda.

[60] Barnes, S.16

[61] Mary Quant in: Hewitt, S. 73

[62] Ebda.

[63] Ebda.

[64] The Small Faces. Quelle: http://www.modrevival.net/Classicmod.html (15.April 2005)

[65] Barnes, S. 9 vgl. auch: Rawlings, S.57

[66] Rawlings, S. 57

[67] Dicky Dodson in: Rawlings, S. 14

[68] Brake, S. 86/87

[69] Barnes, S. 9

[70] Ebda., S. 10/11

[71] Bolan in Hewitt, S. 44

[72] Pete Meaden in Hewitt, S. 168

[73] Barnes, S. 8

[74] Rawlings, S. 134

[75] aus: Alan Fletcher: The Blue Millionaire

[76] Quelle: http://www.modrevival.net/scooters.html (15.April 2005)

[77] Rawlings, S. 154

[78] Ebda, S. 156

[79] vgl. hier auch den Rolling Stones -Song Mother´s Little Helper, der eben jene Drogen zum Inhalt hat

[80] Barnes, S. 6

[81] vgl. auch die gleichnamige Band als Mitbegründender des Mod- Revivals

[82] Barnes, S. 7

[83] An Hand dieses Clubs lässt sich die Entwicklung der musikalischen Einflüsse sehr deutlich aufzeigen; Die Anfänge als Americana- Club noch im Trad. Jazz, entstand hier die Londoner Modern- Jazz Szene, die sich dann durch die US- Soldaten, die ihrerseits LPs „importierten“ in Richtung Soul und R´n´B entwickelte. Auch die Einflüsse der west- indischen Einwanderer waren hier deutlicher als in anderen Clubs und stellten wohl die „Versorgung“ der Mods, die immer mehr in diesen Club-Keller der eigentlichen Kneipe Whiskey A Go-Go strömten, mit den neuartigen Ska- oder Blue-Beat- Varietäten sicher.

[84] Rawlings, S. 18

[85] Ebda. S.39

[86] Rawlings, S. 105

[87] Ebda. S. 89

[88] “RSG!- The weekend st arts here!”

[89] Rawlings, S. 6

[90] Rawlings, S.126

[91] Barnes, S. 11

[92] Meaden in: Charlesworth, Chris u.a.: The Who. Thirty Years Of Maximum R&B. Polydor, London, 1994

[93] Pete Townshend in: Guiliano, Geoffrey: Behind Blue Eyes. A Life of Pete Townshend. Hodder & Stoughton, 1996, S. 45

Details

Seiten
35
Jahr
2005
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109349
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
Schlagworte
Mod-Kultur England

Autor

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Titel: Mod-Kultur in England