Lade Inhalt...

Die Problematik der Fremddarstellung und Fremdwahrnehmung in der Ethnologie

Hausarbeit 2004 18 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen der Fremddarstellung und -wahrnehmung

3. Wissenschaftlichkeit in der ethnologischen Forschung

4. Beispiele für Quellen der Fremddarstellung
4.1 Kulturabhängige Begriffsdefinitionen
4.2 Fotografische Darstellungen
4.3 Wissenschaftliche Marktanalyse
4.4 Fremd darstellende Formulierungen in den Medien

5. Schlussbemerkungen

6. Bibliographie

1.Einleitung

[Es] zeigen alle Studien dieselbe generelle Linie: Wahrnehmung wird von der Kultur beeinflusst. (Brauen 1982: 89)

Die Ethnologie ist eine interkulturell arbeitende Wissenschaft. Zugehörige der einen Kultur treten in eine andere ein, um das Leben und die Vorstellungen vom Leben ihrer Zugehörigen zu erfassen. Wenn Brauen mit seiner Aussage recht hat, dann bedeutet das, dass Zugehörige verschiedener Kulturen auch verschieden wahrnehmen. Auch heißt es, und dies ist für die ethnologische Forschung von entscheidender Bedeutung, dass ein Zugehöriger der einen Kultur die Kultur eines anderen nicht genauso wahrnehmen kann, wie der, der ihr tatsächlich angehört.

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die aus dieser Problematik resultierenden Schwierigkeit objektiver Arbeit in der Ethnologie geben. Hierfür werde ich die Art wissenschaftlich-ethnologischer Forschung von der naturwissenschaftlicher Art abgrenzen und die entscheidenden Unterschiede aufzeigen. Weiterhin sollen mehrere Faktoren skizziert werden, die den Einzug gravierender Subjektivität in die Forschungsergebnisse der Ethnologie zulassen. In diesem Zusammenhang erlangt das Phänomen der Fremddarstellung große Wichtigkeit als ein Ergebnis von bzw. Ursache für das Entstehen von Subjektivität; seine Bedeutung für die einzelnen Faktoren werde ich jeweils erläutern.

Die von mir angeführten Beispiele sind weder geographisch noch kulturell beschränkt; jedoch rücken die Ausführungen den afrikanischen Kontinent und insbesondere Markt und Handel in Afrika mehrmals in den Mittelpunkt.

Die Arbeit soll auf das Phänomen der Fremddarstellung aufmerksam machen und auf die Notwendigkeit sorgfältiger Quellenkritik und relativen Denkens hinweisen.

2. Das Phänomen der Fremddarstellung und -wahrnehmung

Fremdwahrnehmung und Fremddarstellung gibt es überall dort, wo es Menschen gibt.

Ethnozentrismus ist das menschliche Normalverhalten; was uns die ,Heiden‘ und ,Primitiven‘, das waren den alten Griechen die ,Barbaren‘, den Moslems die ,Ungläubigen‘, den Chinesen die ,Langnasen‘ und den Japanern die ,glotzäugigen Südbarbaren‘. (Reinhard 1989: 6, Hervorhebungen übernommen)

Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich die Begriffe definieren als eine der aus Sicht der Beobachteten ,tatsächlichen‘ Realität fremden, also nicht mit ihr übereinstimmenden, Darstellung bzw. Wahrnehmung eben dieser Realität. Die beiden Begriffe, oder auch ,Ethnozentrismus‘, wie Reinhard es nennt, stellen eine große Problematik der ethnologischen Forschung dar. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die fremde Kultur, die von den Ethnologen wahrgenommen und schließlich dargestellt wird. Die Erfassung des Fremden jedoch ist als weit komplexerer Vorgang zu sehen als die einfache Produktion von Daten zwecks Füllung einer Wissenslücke. Denn

[...] am Anfang des Zusammentreffens steht die gegenseitige Wahrnehmung, die natürlich ihrerseits kulturell geprägt und, wie selbstverständlich unterstellt wird, beeinträchtigt ist. (Reinhard 1989: 5)

So erfordert das Verstehen des Fremden das Verstehen eines gesamten fremden Vorstellungssystems. Dies bedeutet, dass selbst ein winziger Teilbereich einer fremden Kultur nur dann erfasst werden kann, wenn diese Kultur in ihrer Gesamtheit und sämtlichen Einzelheiten begriffen wurde. Eben dieser aufwendige – aber durchaus notwendige! – Prozess birgt die Gefahr, dass der Ethnologe fremd darstellende Forschungsergebnisse liefert. Dies kann geschehen, weil er entweder die entsprechende Kultur nicht tatsächlich ,verstanden‘, also bereits selbst fremd wahrgenommen hat, oder nicht sämtliche Teilbereiche genügend erforscht hat. Auch kann es passieren, dass er in seinen schriftlichen Ausführungen seiner durchaus relevanten Daten den Fehler begeht, sie für diejenigen, die mit den Vorstellungen der erforschten Kultur nicht vertraut sind, in einer Art und Weise festzuhalten, dass sie trotz Korrektheit fremd wahrgenommen werden, also ganz einfach falsch verstanden werden.

Eine Aufgabe der Ethnologie ist es aber fremde Kulturen in ihrer Gesamtheit zu erforschen und mit möglichst hoher Objektivität darzulegen. Wie ich auch unter Punkt 3 erläutern werde, ist diese Objektivität jedoch immer in Frage zu stellen und zu einem gewissen – sicherlich stark divergierenden – Grad von subjektiver Datenproduktion in der Ethnologie auszugehen, schon einfach aus dem Grunde, dass jede Kultur so komplex ist, dass sie niemals komplett wissenschaftlich erfasst werden kann. Diese subjektive Datenproduktion – ob nun aus der Ethnologie oder aus anderen Wissenschaften hervorgehend – ist auch als Fremddarstellung zu bezeichnen.

Fremd darstellende Informationen lassen die entsprechenden Rezipienten ein Thema auch fremd wahrnehmen. Anders herum kann auch die Fremdwahrnehmung des Ethnologen zu einer Fremddarstellung der Umstände führen. So stehen Fremddarstellung und -wahrnehmung in einem engen Zusammenhang.

3. Wissenschaftlichkeit in der ethnologischen Forschung

Zunächst gilt es die Frage zu beantworten, in wie fern die in der Ethnologie erhobenen Daten die Anforderungen wissenschaftlicher Objektivität erfüllen können. Hermann Amborn beschreibt, dass lange Zeit die Auffassung geherrscht habe, die Ethnologie habe „[...] ähnlich zu arbeiten wie die Naturwissenschaften”, so dass „[...] ethnographische Daten als Fakten behandelt [...]” werden sollten (Amborn 1993: 17). Jedoch unterscheiden sich die Arbeitsbereiche und -methoden der Naturwissenschaften und der Ethnologie grundlegend voneinander. So befassen sich die Naturwissenschaften hauptsächlich mit dem Mikro- bzw. Makrokosmos des Lebens und bewegen sich somit in kulturlosem Raum. Weiterhin basiert ihre Arbeit neben der Beobachtung sehr stark auf – wohlgemerkt immer wiederholbaren und somit auf ihre Richtigkeit überprüfbaren – Experimenten. Ganz anders verhält es sich in der Ethnologie, die sich auf der Ebene des Mesokosmos mit dem alltäglichen Leben des Menschen befasst und durch persönliche Teilnahme am Alltag bzw. dessen Beobachtung oder aber auch durch Befragungen Daten erhebt. Diese Daten sind nicht durch ,Zweitexperimente’ auf ihre Gültigkeit überprüfbar.

Tatsächlich macht auch Amborn aufmerksam auf einen „[...] in der Ethnologie sich abzeichnende[n] Paradigmenwechsel [...]: die Preisgabe jener Vorstellung, Ethnologie sei in der Lage, fremde Realität objektiv wiederzugeben.” (Amborn 1993: 18). Im Zusammenhang damit beschreibt er ein Modell in triadischer From,

[...] wobei an den drei Eckpunkten die Wissenschaft, das forschende Subjekt und das Forschungsobjekt zu denken sind. Alle drei Elemente sind gegenseitig aufeinander bezogen, d.h. zwischen den Elementen bestehen strukturelle Beziehungen. (Amborn 1993: 15)

Demnach ist die Forschungserkenntnis des Ethnologen im engen Verhältnis, wenn nicht sogar in einer Abhängigkeit von der erforschten Ethnie und wissenschaftlichen Erkenntnisinteressen zu sehen. Forschungsergebnisse in der Ethnologie sind also stets relativ zu ihrem Entstehungsumständen zu sehen und somit niemals objektiv im klassisch naturwissenschaftlichen Sinne.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Rolle des Ethnologen: in der Ethnologie hängt die Datenerhebung mehr als in jeder anderen Wissenschaft vom jeweiligen Forscher ab. Amborn bemerkt hierzu:

Offenkundiger und unmittelbarer als für die Wissenschaft ist die Einbindung des Individuums in die Gesellschaft. Auch Ethnologen werden sich (bewußt oder unbewußt) an Wertvorstellungen der eigenen Gesellschaft orientieren, obgleich sie Alternativen kennen. (Amborn 1993: 18, Klammern übernommen)

Art, Menge und Intensität der Datenerhebungen hängen also maßgeblich von der Einschätzung des jeweiligen Ethnologen ab; diese wiederum ist geprägt durch individuelle Erfahrungen und durch das Leben und Aufwachsen in einer ganz bestimmten Gesellschaft mit einer ganz bestimmten Weltsicht und Wertvorstellungen. Das bedeutet, dass allein durch die Methoden der Ethnologie, nämlich der Erforschung einer fremden Gesellschaft durch ein Individuum aus einer anderen Gesellschaft, grundsätzlich von einem gewissen Maß an Subjektivität – oder zumindest Relativität – ethnologischer Forschungsergebnisse auszugehen ist.

Durch einen entsprechend lang andauernden Aufenthalt, gute Sprachkenntnisse, einen hohen Grad an Integriertheit und ein Bestreben des Ethnologen sich auf die von ihm erforschte Kultur samt Alltagsleben und Wertvorstellungen vollständig einzulassen, kann ein Ethnologe nichtsdestotrotz einen hohen Grad an Datenrelevanz erreichen – wenngleich auch diese Daten wiederum in Hinblick auf eine stets vorhanden Relativität betrachtet werden müssen.

4. Beispiele für Quellen der Fremddarstellung

4.1 Kulturabhängige Begriffsdefinitionen

Missverständnisse sind das Paradebeispiel für das Vorhandensein von Kommunikationsproblemen. Sie sind meist das Ergebnis unzureichender Kommunikation. Aber auch wenn Kommunikation zur Genüge vorhanden ist, kann es zu Missverständnissen kommen, nämlich dann, wenn bei den Kommunikationspartnern bestimmte Begriffsdefinitionen nicht übereinstimmen. Besonders wenn zusätzlich die Kulturhintergründe verschieden sind, kommt es leichter zu Missverständnissen.

Bewiesenermaßen empfindet der Mensch den unmittelbaren Raum um den eigenen Körper als intime Persönlichkeitssphäre. Das Eindringen unbekannter oder unsympathischer Menschen in diese ,Körperblase’ wird als unangenehm oder gar aggressiv empfunden. Jedoch ist der Umfang dieser Blase bei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedlich groß; Südeuropäer beschreiben ihn kleiner als Nordeuropäer. So würde beispielsweise der Satz ,Er ist mir sehr nahe gekommen’ bei einem Südeuropäer die Vorstellung auslösen, derjenige sei bis auf wenige Zentimeter herangekommen, während der Nordeuropäer an einen Abstand von vielleicht zwanzig Zentimetern denken würde – und dies gleichermaßen für ,sehr nah’ halten würde.

Noch deutlicher wird ein Definitionsunterschied beim Begriff der ,Echtheit’ im Rahmen des Kunsthandels. Je nachdem, ob es sich um europäisches oder afrikanisches Handelsgut handelt, ist der Begriff der ,Echtheit’ unterschiedlich definiert.

In Europa ist ein Kunstgegenstand ,echt’ oder auch ,original’, wenn er klar einem bestimmten Künstler oder einer bestimmten Epoche zugeordnet werden kann. Objekte, die unter falschem Namen zirkulieren oder so tun, als wären sie in einer früheren Epoche entstanden, gelten als gefälscht. In Afrika gibt es jedoch keine traditionellen Künstler, die unter ihrem Namen arbeiten, und auch keine Kunstgeschichte, die sich in Epochen aufteilen ließe. Es gibt nur die Kulturen und ihre Traditionen, aus denen eine Skulptur oder eine Maske hervorgeht. [...] Wenn ein Afrikaner nach der Echtheit fragt [...] dann geht es eigentlich nur darum, ob ein Objekt schon einmal benutzt worden ist. Denn in vielen Kulturen gibt es keine zweckfreie Kunst wie in Europa, sondern nur rituelle Gebrauchsgegenstände. (GEO Special Westafrika 2000: 83, Hervorhebungen übernommen)

Erkennt ein Ethnologe solch einen Unterschied der Begriffsdefinition nicht, kann es allein durch die sprachliche Komponente zu Fremddarstellung kommen. So scheint es wichtig, dass ein Ethnologe die Sprache der von ihm erforschten Kultur beherrscht, um Missverständnissen vorzubeugen, die ihn die Kultur zunächst fremd wahrnehmen und später dann fremd darstellen ließe.

4.2 Fotografische Darstellungen

Neben den schriftlichen Ausführungen der Ethnologen spielen Fotografien für die Dokumentation von Forschungsergebnissen eine wichtige Rolle. Sie stellen die Umstände am Realitätsgetreusten dar; das zumindest ist eine verbreitete Meinung. „Wir vertrauen der Fotografie aufgrund ihrer Realitätsnähe.” stellt Martin Brauen fest (Brauen 1982: 80). Aber so sehr eine Fotografie das makellose Abbild der Realität zu einem bestimmten Zeitpunkt zu sein scheint, birgt sie großes fremd darstellendes Potential. Das menschliche Vertrauen gegenüber Fotografien ist daher für die objektive Arbeit in der Ethnologie ein sehr großes Problem.

Die Fotografie konstituiert das bei uns vorherrschende Bild des Fremden und prägt weitgehend die Vorstellungen, die wir uns von den Ländern der Dritten Welt und von den dort lebenden Menschen machen. Dieses kollektive Bild scheint aber in vielen Punkten nicht den wirklichen Verhältnissen zu entsprechen. (Brauen 1982: 62)

Wie kommt es, dass Fotografien eine wie auch immer geartete Realität nicht absolut realitätsgetreu wiedergeben können?

Zunächst gilt es festzuhalten, „[...] dass die Kamera [nicht] denselben optischen Gesetzen unterworfen ist wie unsere Augen.” (Brauen 1982: 80). Die Grundvoraussetzung für eine Übereinstimmung der abfotografierten und von uns Menschen sehbaren Realität ist somit nicht gegeben.

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von technischen Manipulationsmöglichkeiten. Das Fotografieren aus Frosch- bzw. Vogelperspektive lassen ein und dasselbe Objekt unterschiedlich groß aussehen, unterschiedlichste Filter zur Aufhellung bzw. Verdunklung können über Tages- und Nachtzeit hinweg täuschen. Dies sind nur zwei Beispiele unterschiedlichster Möglichkeiten Realitäten fremd darzustellen. Ferner kann ein Fotograf bewusst Realitäten stellen, so dass sie lediglich auf der Fotografie, nicht aber tatsächlich existieren.

Gehen wir jedoch davon aus, keine der genannten Manipulationen seien vorgenommen worden. So bestehen weiterhin eine Reihe von Faktoren, die fotografischen Darstellungen einen Großteil ihrer Objektivität absprechen und sie zu Fremddarstellungen von Realitäten werden lassen.

Zunächst gilt es auf den selektierenden Charakter von Fotografien hinzuweisen. Die Selektion wird zum einen direkt vom Fotografen beeinflusst; er bestimmt, was er fotografiert und was nicht. Hält er mit seiner Kamera auf jedes nackte Körperteil, das ihm bei einem Besuch einer sich teilweise bekleidenden Ethnie begegnet – und lediglich auf diese –, so porträtieren die geschossenen Fotos eine Ethnie ohne Bekleidungskultur. Umgekehrt käme ein Betrachter der Bilder zu dem Schluss, die Ethnie würden ihre Körper stets bedeckt halten, hätte der Fotograf ausschließlich die bekleideten Körperteile fotografiert.

Aber selbst wenn er sich bemüht sämtliche Facetten einer Realität zu fotografieren, ist davon auszugehen, dass sie niemals in ihrer Ganzheit erfasst werden kann, da sie unglaublich vielfältig ist. Auch hier haben wir es mit – wenn auch unbeabsichtigter – Selektion zu tun. Hinzu kommt, dass nicht gewährleistet ist, dass die Betrachter der Fotos sämtliche Fotos in ihrem Gesamtzusammenhang sehen. Oftmals kann nur eine sehr geringe Auswahl einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so zum Beispiel in Zeitungen, Magazinen oder Büchern, aber auch im Fernsehen oder Internet. Genau das ist aber fatal, denn

Fotografien sind [...] so abhängig vom ganz konkreten Kontext ihrer Entstehung, dass wir sie immer einzeln lesen müssen, unter Berücksichtigung von all dem, was wir von den Verhältnissen wissen, unter denen sie aufgenommen wurden. (Brauen 1982: 62)

So führt also die häufig anzutreffende selektierte, einseitige, kontextungebundene Zusammenstellung von Fotografien zur Fremddarstellung der fotografierten Realität – und diese sieht der Betrachter fälschlicherweise als wahre Realität.

Anders steht es mit dem Vertrauen des Betrachters gegenüber Zeichnungen zum Beispiel: sie können noch so realitätsgetreu sein, der Zweifel, wie viel Realität und wie viel Phantasie des Zeichners sie beinhaltet, bleibt bestehen. Fotografien aber werden vollständig abgekoppelt vom Erzeuger, also der Kamera bzw. des Fotografen gesehen; lediglich von der gegebenen Situation scheinen sie abhängig zu sein. Doch „,Bleistift und Papier schreiben nicht, Kameras machen keine Bilder’” (zit. nach Brauen 1982: 84). Brauen stellt fest, dass „[...] es keine objektiven Fotos gibt, sondern allenfalls mehr oder weniger subjektive Bilder [...]”. Er macht weiter deutlich, „[...] dass dieses Ausmaß der Subjektivität nicht von der Kamera, sondern vom Fotografen und vom Betrachter abhängt.” (Brauen 1982: 84). Hierbei spielt das assoziative Element eine bedeutende Rolle. Ein Foto, dass von dem einen als traurig empfundenen wird, gibt für einen anderen eine nachdenkliche Stimmung wieder und für einen dritten wiederum drückt es unter Umständen gar unterdrückte Fröhlichkeit aus. Je nach Erfahrungs- bzw. Kulturhintergrund, Wissensstand und Persönlichkeit variiert auch die Sichtweise und Einordnung von Fotografien.

Fest steht wohl auch, dass sich

[...] im Fotografieren ein ‘Klassenstandpunkt’ ausdrückt: Der Kolonialismus hatte das Feld, in dem sich die Fotografen bewegten, vorbereitet, und es spricht nichts dafür, dass sich die Fotografen aus den dadurch geprägten Beziehungsstrukturen lösen konnten. (Brauen 1982: 62, Hervorhebung übernommen)

Brauen macht also deutlich, dass ebenso wie ein Ethnologe sich mit den Strukturen seiner eigenen Gesellschaft identifiziert und sich an ihnen orientiert, dies auch ein Fotograf tut (wobei sich in der ethnologischen Feldforschung wohl beide Personen häufig in ein und derselben vereinen). Das jeweilige Vorstellungssystem manifestiert sich demnach, mehr oder weniger deutlich, auch in den geschossenen Fotos.

Ein Kernpunkt, der in der Analyse fremd darstellender Elemente in Fotografien Aufschluss geben kann über mögliche Ursachen, ist wohl die

[...] Beziehung des Fotografen zu dem von ihm Fotografierten: Diese Beziehung bildet eine Nahtstelle im Kulturkontakt, und die Verfälschung unseres Bildes ist häufig schon in der Problematik dieser Beziehung begründet oder lässt sich zumindest daran erläutern.” (Brauen 1982: 62, Hervorhebungen übernommen)

Die spezifische Beziehung des Fotografen zum Fotografierten scheint sich also in seinen Bildern wieder zu spiegeln. Allein dies und die Tatsache, dass jede Beziehung zwischen zwei Menschen einzigartig und individuell ist, verdeutlicht den Grad möglicher Subjektivität in fotografischen Darstellungen wohl zur Genüge.

4.3 Wissenschaftliche Marktanalyse

Inwieweit und auf welchem Wege es unter anderem zu einer Fremddarstellung des afrikanischen Marktes gekommen ist, soll im Folgenden beispielhaft anhand der Ausführungen von 1981 von Helge Schmitz erklärt werden.

Die von Schmitz kritisierte Fremddarstellung basiert auf einer

[...] etwa seit Anfang der 60er Jahre im wesentlichen von Geographen getragene[n] Phase der Marktanalyse, die durch Übernahme theoretischer Konzepte der Wirtschaftswissenschaften und Anwendung quantitativer Methoden sowie mathematischer Modelle zur Lösung der aufgeworfenen Probleme gekennzeichnet ist. Damit war, wie wir meinen, eine ungerechtfertigte Einengung des Blickwinkels verbunden, die es zunehmend unmöglich macht, Genese und Funktion afrikanischer Märkte zu erhellen. (Schmitz 1981: 1)

Schmitz beanstandet die sogenannte ,quantitativ-geographische Marktanalyse’ also aufgrund ihrer methodologischen Vorgehensweise; westliche Bewertungskriterien der Marktanalyse, die genau auf die Funktion westlicher Märkte abgestimmt sind, werden auf afrikanische Märkte angewandt, so dass die Analyse einseitige, verzerrende, im weitesten Sinne also fremd darstellende Ergebnisse liefert. So wird der

[...] Markt zum einen als der abstrakte Ort verstanden, an dem sich Nachfrage und Angebot von Gütern und Dienstleistungen treffen, und zum anderen, [...] als (geographischer) Ort definiert, an dem sich [...] periodisch Kauf und Verkauf von Gütern konzentrieren. (Schmitz 1981: 1, Klammern übernommen)

Die Beurteilung des Marktes findet also ausschließlich in Hinblick auf seine wirtschaftlichen Effizienz statt. „Die raumzeitliche Konzentration des Marktgeschehens periodisch abgehaltener Märkte [...]” (Schmitz 1981: 2) begründet sich nach dieser Analyse beispielsweise lediglich im geringen Kaufkraftniveau der Umgebung.

Schmitz jedoch räumt ein, dass derart einseitige Beurteilungskriterien den afrikanischen Markt nur in einem Teilbereich beleuchten und seine Multifunktionalität vollkommen unbeachtet lässt. So meint er, dass afrikanische Märkte weniger als wirtschaftliche Institutionen, sondern vielmehr „[...] als wichtige Kommunikationszentren für die am Marktgeschehen beteiligten Individuen und Gruppen fungier[en].” (Schmitz 1981: 3/4). Im Mittelpunkt stehen beispielsweise das Pflegen verschiedener sozialer Beziehungen, das Fällen politischer Entscheidungen, weiterhin die Zusammenkunft religiöser Gemeinschaften, der Beschluss von Gerichtsurteilen, die Brautsuche oder auch das schlichte Amüsement (vgl. Schmitz 1981: 4).

Für Angehörige der westlichen Welt jedoch, in der dem Markt lediglich eine „[...] marginale Aufgabe als soziale Institution [...]” (Schmitz 1981: 24) zukommt, erfährt der afrikanische Markt aufgrund seiner fälschlichen Einstufung als wirtschaftlicher Institution eine Abwertung aufgrund seiner nach westlichen Kriterien begründeten wirtschaftlichen Ineffizienz. Es besteht also eine Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität, ein klassisches Beispiel für Fremdwahrnehmung.

4.4 Fremd darstellende Formulierungen in den Medien

Unter der Rubrik „Reisen” veröffentlichte die ZEIT einen Artikel über die Nomadenethnie der Tuareg und ihre Handelsreisen. Der Reporter Märtin beschreibt seine Zeit und die seiner Kollegen unterwegs mit der Ethnie und zeigt sich sichtlich beeindruckt von Lebensstil und -raum. Hierbei unterläuft ihm jedoch eine schwache Formulierung. „Nördlich von Fachi erwarten uns weite Dünentäler. [...] Längst haben wir die Trekkingstiefel durch Sandalen ersetzt, gehen manchmal sogar in Socken oder barfuß. [...] Wir sind wieder das, was unsere Vorfahren einmal waren: Nomaden.” (Die ZEIT 2004: 67). Durch diesen letzten Satz setzt der Autor die Tuareg mit „unseren Vorfahren” gleich. Er stellt die Lebensweise der Tuareg also auf eine Entwicklungsstufe mit der unserer Vorfahren zu ihren Nomadenzeiten. Wolfgang Habermeyer bemerkt: „Nur allzu oft ist auch in der Geschichte der Ethnologie außereuropäischen Menschen ein Quasi-Naturzustand zugewiesen worden: der fremde Mensch als Naturwesen” (Habermeyer 1993: 30). Der Weg, dass „[...] die Kulturen der sogenannten dritten und vierten Welt für Vorläufer unserer Kultur erachtet werden [...] ist, da als ethnozentrischer erkannt, nicht mehr gehbar” (Habermeyer 1993: 34). Der von mir zitierte Satz aus dem ZEIT-Artikel jedoch impliziert gerade diesen Zusammenhang zwischen unserer Kultur und der der Tuareg. Er fördert somit die von Habermeyer als ethnozentrisch eingestufte Sichtweise. Sätze wie diesen in einer renommierten Zeitung wie der ZEIT zu lesen, sollte zu denken geben. Mag er noch so winzig und unerheblich erscheinen, so spiegelt er doch ein tief verwurzeltes Denken in unseren europäischen Köpfen wieder, hinsichtlich der Einordnung fremder Lebens- und Handelsstrukturen.

Im Spiegel verleihen drei Autoren ihrem Artikel über Afrika die Schlagzeile „Die Vierte Welt” und untertiteln diesen weiter:

Europäer und Amerikaner engagieren sich neuerdings wieder auf dem von Bürgerkriegen zerrütteten, von korrupten Eliten ausgeplünderten, von Hunger, Naturkatastrophen und Aids heimgesuchten Kontinent. Ist Afrika doch noch nicht verloren? (Der Spiegel 2003: 29)

Durch die Zuweisung des Kontinentes zur vierten Welt, einer Steigerung der längst in Kritik geratenen Abstufung der Weltregionen in hauptsächlich vom wirtschaftlichen Standpunkt aus bewertete Entwicklungsstadien der ersten, zweiten und dritten Welt, wird ihm pauschal der allerletzte Listenplatz der Entwicklung auf dieser Erde zugeteilt – ein Urteil, wie es wohl einseitiger nicht zu fällen ist. Weiterhin charakterisieren die Autoren den Kontinent ausschließlich mit Verhältnissen des Missstandes. Lediglich das aktuelle Hilfsengagement westlicher Staaten in Afrika scheint den Autoren Grund zur Hoffnung für Afrika zu geben, einen Weg aus der Aussichtslosigkeit zu finden. Negativschlagzeilen in den Medien wie diese sind sicherlich ein gravierender Grund für eine negativ geprägte Fremdwahrnehmung des afrikanischen Kontinents und seiner Bevölkerung.

Im selben Artikel fügen die Autoren hinzu:

,Eine europäische Kuh’, schreibt die ,taz‘, ,ist rechnerisch reicher als der Durchschnittsafrikaner.’ Sie wird mit jährlich 800 Euro aus Brüssel subventioniert, während auf jeden Schwarzafrikaner 7 Euro EU-Hilfe entfallen. (zit. nach: Der Spiegel 2003: 29)

Selbst die linksgerichtete Zeitung Taz stimmt in den Tenor der afrikanischen Hilfsbedürftigkeit ein, wenn auch mit einer gehörigen Portion Ironie. Dennoch: Jedwede Eigenständigkeit oder Kraft wird Afrika abgesprochen – oder zumindest nicht zugesprochen. Afrika ist für viele Medien der Ort für Elend schlechthin.

Auch in Reiseführern treffen wir auf geballte Klischees. So liest man in einem Guide für Ghana über den größten Markt in der Stadt Kumasi:

Der Markt ist ein absoluter Superlativ. [...] Er ist groß, er ist laut, er ist vital, charmant und hässlich, er ist chaotisch, aber er funktioniert. [...] Spätestens hier wird Afrika jeden faszinieren, hier zeigt Afrika sein wahres Gesicht: ohne falsche Scham, lebendig und vielfältig. Kumasis Zentralmarkt überwältigt die meisten Besucher und macht sie oft innerhalb nur einer halben Stunde so fertig, dass sie schnell das Weite suchen. (Peter Meyer Reiseführer 1993: 321)

Pauschal und ohne jegliche Konkretisierung werden hier unterschiedlichste Adjektive aneinander gereiht und behauptet, sie beschrieben Afrikas „wahres Gesicht”. Dem Autor zufolge spiegelt der hier geschilderte Markt den gesamten afrikanischen Kontinent. Somit erhält der Leser den Eindruck eines desorganisierten, aufdringlichen, aber irgendwie auf wundersame Weise doch funktionierenden Afrikas.

Dieses Beispiel reiht sich ein in die Riege fremd darstellender Inhalte in den Medien. Sie alle machen mit Sicherheit teilweise durchaus richtige Angaben: es mag stimmen, dass in Teilen Afrikas Hunger und Bürgerkrieg geherrscht haben und herrschen, dass nach Afrika fließende EU-Gelder umgerechnet 7 Euro pro afrikanischen Einwohner ausmachen, oder auch dass afrikanische Märkte auf nicht-Afrikaner chaotisch wirken. Jedoch verzerren die Formulierungen und der Zusammenhang der Aussagen das Leben in Afrika zum Teil grob, zum Teil bekräftigen sie bereits vorhanden Klischees in den Köpfen der Leser – verstärken also die bereits bestehende Fremdwahrnehmung.

Durch die Medien können Themen, die nicht unbedingt zum direkten Interessen- bzw. Wissensbereich der Leserschaft gehören, an eine große Bandbreite von Menschen heran getragen werden. Das kann dazu führen, dass fremd darstellende Elemente, weil aus Nichtwissen nicht hinterfragt, einen beachtlichen Einfluss auf deren Meinungsbildung haben. Fachspezifische Literatur wird im Gegensatz dazu wohl kritischer gelesen, da die Leser eher mit den jeweiligen Themen vertraut sind; jedoch wird wissenschaftlicher Literatur auch gemeinhin mehr Glauben geschenkt. So ist es umso gravierender in einer ethnologischen Monographie auf eine äußerst verzerrende Beschreibung eines ostsudanischen Marktes zu stoßen:

Jeder sudanische Stammesmarkt ist auch ein Heiratsmarkt, deshalb stecken die Mädchen ihr Haar zu kunstvollen Frisuren auf, schmücken sich und bringen große Krüge selbstgebrauten Hirsebieres heran, das sie [...] zum Verkauf anbieten. Um Käufer müssen sie nicht besorgt sein, denn aus allen Dörfern der Umgebung kommen Burschen und Männer nur mit dem einen Ziel zum Markt: Bier zu trinken. Es ist noch nie vorgekommen, daß ein Bierkrug ungeleert blieb, im schlimmsten Fall trinkt ihn das Mädchen selber mit ihren Freundinnen aus. Die Männer trinken gerne gemeinsam mit den Mädchen, die Bierverkäuferin wird selber eingeladen, man scherzt, flirtet, unterhält sich, bis irgendwo aus nichtigem Anlaß ein Streit entsteht, der sich rasch über den ganzen Bierplatz ausbreitet, so daß es am Ende blutige Köpfe, Messerstiche, gelegentlich auch Totschlag gibt. Kreischend laufen die Mädchen nach Hause und aus dem nahegelegenen Dorf eilen die Männer herbei, um den Streit zu schlichten. Wird es dämmrig, schlägt man auf dem Dorfplatz die Tanztrommel, die Jugend findet sich ein und tanzt bis nach Mitternacht. Es war wieder ein schöner, ereignisreicher, bierreicher Markttag. (Fuchs 1966: 114/115)

Es gilt einzuräumen, dass die Veröffentlichung dieser Beschreibung bereits fast vierzig Jahre zurückliegt; in einer jungen Wissenschaft wie der Ethnologie sind vierzig Jahre wohl als langer Entwicklungszeitraum einzuordnen. Zudem handelt es sich nicht um ein Zitat aus einem ethnologischen Standardwerk. Nichtsdestotrotz liegt hier grobe Fremddarstellung vor: die detaillierten Beschreibungen erwecken zwar den Eindruck großer Authentizität, jedoch sind allein unnötige Verallgemeinerungen wie „Jeder sudanische Stammesmarkt ist auch ein Heiratsmarkt“, oder auch „Es ist noch nie vorgekommen, daß ein Bierkrug ungeleert blieb“ (Fuchs 1966: 114/115) unhaltbare Bemerkungen. Die Tatsache, dass der beschriebene Markttag „blutige Köpfe, Messerstiche, gelegentlich auch Totschlag“ beinhaltet und schließlich mit den fast ironisch wirkenden Worten „Es war wieder ein schöner, ereignisreicher, bierreicher Markttag.“ zusammengefasst wird, lässt bezweifeln, dass in diesem angeblich wissenschaftlichen Werk auch wissenschaftlich haltbare Informationen enthalten sind.

5. Schlussbemerkungen

Wir haben gesehen, dass Fremddarstellung auf verschiedenste Arten und zu allen Zeiten ihren Weg in die Ethnologie findet und gefunden hat. Dies wird vermutlich auch in Zukunft der Fall sein; denn dort, wo es Menschen gibt, kommt es auch zu Fremddarstellung und Fremdwahrnehmung. Im Vergleich zu den Naturwissenschaften, die über weit objektivere Forschungsergebnisse verfügen, gibt es in der ethnologischen Forschung Menschen nicht nur auf seiten der Forscher (die zudem ohne Unterstützung technischer Gerätschaften zur Erhebung von Daten auskommen müssen, Kameras ausgenommen), sondern auch auf Seiten der Erforschten. Dadurch entsteht ein großes Potential an subjektiven Forschungsergebnissen.

Dies scheinen wir als Ethnologen hinnehmen zu müssen. Jedoch heißt das nicht, dass wir von nun an Abstand vom Einsatz fotografischer Darstellungen nehmen, historische Quellen und Forschungsergebnisse unberücksichtigt und Zeitungen und Zeitschriften unberührt lassen sollten, sind sie doch wichtige Quellen und Hilfsmittel bei der ethnologischen Arbeit. Schon Adam Jones bemerkte hierzu:

Für viele Historiker Afrikas genügt die Feststellung, daß die Autoren früher Berichte ,eurozentrisch‘ gewesen seien: damit wirft man sie alle in den gleichen Topf, so daß man sich berechtigt fühlt, auf willkürliche Art nur jene Aussagen zu beachten, die plausibel erscheinen. Aber so einfach lassen sich die Quellen nicht verwenden: jede Quelle, wenn kritisch untersucht, hat einen Wert (sei es auch nur einen bescheidenen) als ,Spur‘ der Vergangenheit. (Jones: 1989: 154, Hervorhebungen und Klammern übernommen)

Ebensowenig bedeutet es, dass wir uns mit dem Phänomen der Fremddarstellung nicht mehr auseinandersetzen sollten. Ganz im Gegenteil: das Wissen – und dessen Verbreitung – um die Existenz von Fremddarstellung und subjektiver Forschungsergebnisse ist essentiell dafür, dass Wege entwickelt werden, wie wir mit ihr umgehen können. Einer der Wege ist beispielsweise die sorgfältige Quellenkritik. Das Hinterfragen der Entstehungsweise, des -zeitraums und der -umstände wirken einer potentiellen Fremdwahrnehmung effektiv entgegen, da dadurch ein kontextgebundener Umgang mit der jeweiligen Quelle gegeben ist und eine Einordnung hinsichtlich ihrer Gültigkeit bzw. ihres Gültigkeitsraums vorgenommen werden kann.

Weiterhin kann ein Ethnologe allein dadurch, dass er sich dem fremd darstellenden Potential seiner eigenen, konkreten Feldforschung bewusst ist, diesem entgegenwirken. Das Erlernen der Sprache der jeweiligen Ethnie, ein entsprechend langer Forschungsaufenthalt zur Erfassung möglichst vieler Details und das Bemühen darum, einen möglichst hohen Grad der Integriertheit zu erreichen sind nur einige Ansätze, das Fremde umfassend zu begreifen.

Auch spielt relatives Denken, also die ständige Bereitschaft eigene Standpunkte aufgrund neuer Erkenntnisse zu verändern, sicherlich eine große Rolle. Die Förderung toleranter, flexibler Anschauungen im Gegensatz zu absoluten Sichtweisen und starren Meinungen ist sicherlich eine weitere Strategie, die nicht nur die Wirkung von Fremddarstellungen schwächt, sondern auch einem besseren interkulturellen Verständnis dient.

6. Bibliographie

Amborn, Hermann (1993): Die Rückkehr der Ethik in die deutsche Ethnologie. In: ders. (ed.), Unbequeme Ethik. Überlegungen zu einer verantwortlichen Ethnologie, pp. 13-23. Berlin: Reimer.

Brauen, Martin (ed. 1982): Fremden-Bilder. Die exotische Bilderflut. Zürich: Völkerkundemuseum der Universität Zürich.

Cobbinah, Jojo (1993): Peter Meyer Reiseführer: Ghana. Frankfurt a.M.: Peter-Meyer.

Falksohn, Rüdiger et al. (2003): Die vierte Welt. Der Spiegel 29/2003: 94-100.

Fuchs, Peter (1966): Das Antlitz der Afrikanerin. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt.

Habermeyer, Wolfgang (1993): Ethik hier und Ethnologie dort? In: H. Amborn (ed.), Unbequeme Ethik. Überlegungen zu einer verantwortlichen Ethnologie, pp. 27-37. Berlin: Reimer.

Jones, Adam (1989): Schwarze Frauen, weiße Beobachter. Die Frauen der Goldküste in den Augen der europäischen Männer, 1600-1900. In: Hans-Joachim König et al. (ed.), Der europäische Beobachter außereuropäischer Kulturen (Beiheft 7 zur Zeitschrift für historische Forschung), pp.153-168. Berlin: Duncker & Humblot.

Märtin, Ralf-Peter (2004): Das Salz der Erde. Die ZEIT 9/2004: 67.

Reinhard, Wolfgang (1989): Vorwort. In: Hans-Joachim König et al. (ed.), Der europäische Beobachter außereuropäischer Kulturen (Beiheft 7 zur Zeitschrift für historische Forschung), pp.5-6. Berlin: Duncker & Humblot.

Riedle, Gabriele (2000): Was ist dir dieser Vogel wert?. GEO Special Westafrika 05/2000: 82-84.

Schmitz, Helge (1981): Peridodische Märkte und Marktzyklen. Köln: Selbstverlag.

Details

Seiten
18
Jahr
2004
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109329
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,0
Schlagworte
Problematik Fremddarstellung Fremdwahrnehmung Ethnologie Handel Märkte Afrika

Autor

Zurück

Titel: Die Problematik der Fremddarstellung und Fremdwahrnehmung in der Ethnologie