Lade Inhalt...

Kommunalpolitische Positionen nach dem Rational Choice Ansatz

Hausarbeit 2005 19 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rational Choice Ansatz
2.1. Übersicht
2.2. Die Rationalität des Wählers in seinen Restriktionen und Re­lativierungen
2.3. Wählerstimmenmaximierung von Kandidaten und Parteien
2.4. Die Relevanz des RCA für die anstehende Bürgermeisterwahl

3. Die empirische Studie
3.1. Anlaß, Herkunft und Hintergrund der Studie
3.2. Relevanz der Studie für das Thema der Großmärkte in Friedberg
3.3. Relevanz des Themas „Einzelhandel“ für den Bürgermeisterwahlk­ampf

4. Präferenzen der Befragten nach verschiedenen Differenzierungen
4.1. Welches sind die drei wichtigsten Warengruppen und wie wird deren Angebot in Friedberg bewertet?
4.2. Sind Befragte aus größeren Familien mit der Nahversorgung im Lebensmittelbereich zufrieden?
4.3. Sind die Befragten mit unterdurchschnittlichem Pro-Kopf-Ein­kommen mit der Nahversorgung zufrieden?
4.5. Bewertungen Bürger höheren Bildungsniveaus
4.6. Reicht Hausfrauen und Rentnern die momentane Nahversor­gung aus?
4.7. Korrelieren die Zufriedenheiten miteinander?

5. Bewertung der Ergebnisse
5.1. Bewertung des Einzelhandels in der Innenstadt durch die Fried­berger Bürger
5.2. Schlüsse für die Großmärkte am Stadtrand
5.3. Sind die Großprojekte der Kandidaten gewünscht?

6. Welche Haltung könnte die meisten Stimmen auf sich vereinigen?

Anlagen:

Literaturverzeichnis

Syntax der SPSS-Auswertungen

Bestätigung

Fragebogen

1. Einleitung

Diese Arbeit stellt die Theorie des Rational Choice Ansatzes (RCA) vor und wendet sie an, um aus einer gegebenen Umfrage Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten.

Zunächst werden mit einem selektiven Überblick die relevanten Teile des RCA anhand seines stärksten deutschen Protagonisten Hartmut Esser vorgestellt, um die Analyse in der Theorie zu verankern. Ergebnisse und Aussagen anderer Soziologen runden das Bild ab. Jenseits der Grenzen der theoretischen Be­gründung sind die Aspekte der Opportunitätskosten, des Wahlparadoxons und der Ideo­logisierung zur Vermeidung von Informationskosten.

Die Theorie des Rational Choice Ansatzes wird anhand einer anstehenden Bürgermeisterwahl in Friedberg (Hessen) in die Praxis umgesetzt. Im Vorfeld dieser Wahl im September 2005 wird bereits sehr konkret die Ansied­lung neuer Verbrauchermärkte am Stadtrand thematisiert. Die Bevölkerung ist, das ist aus den Diskussionen in den politischen Gremien und der örtlichen Presse zu ent­nehmen, sehr stark an diesem kontroversen Thema interessiert, weil sich Ein­nahmen für die (leere) Stadtkasse und der vermeintlichen Vorteile beim Einkauf die zu erwartenden Nachteile im innerstädtischen Einzelhandel entgegen­stellen.

Es liegt für die Kandidaten (von CDU, SPD und Bündnis90/Die Grünen) nahe, mit einer Positionierung entsprechend der Stimmungslage der Bevölkerung ihre Stimmen bei der Wahl zu maximieren und so den RCA-Ansatz praktisch anzu­wenden[1].

In 2002 erfolgte durch den Fachbereich Marketing der Fachhochschule Gießen/Friedberg eine repräsentative Umfrage in Friedberg mit 2017 Fragebö­gen zu den Einzelhandelspräferenzen und dem Sympathiewert der Stadt Fried­berg. Die Umfrage war von der Stadt Friedberg in Auftrag gegeben worden und die Ergebnisse wurden 2002 veröffentlicht. Der Fragebogen und die Rohdaten im SPSS-Format liegen vor, der Fachbereich erstellte kein Codebuch. Die Ant­worten werden unter Nutzung des SPSS-Programmes selektiv analysiert und dargestellt. Daraus werden im letzten Teil der Arbeit Handlungsempfehlungen abgeleitet, welche Schwerpunkte ein Bürgermeisterkandidat[2] in Bezug auf den Friedberger Einzelhandel setzen sollte, um seinen Stimmenanteil bei der bevorstehenden Wahl zu maximieren.

2. Rational Choice Ansatz

2.1. Übersicht

Innerhalb der soziologischen Akteurstheorien wurde der Rational Choice An­satz das Bindeglied zwischen der Ökonomie und der Soziologie.

Der RCA führt sozialwissenschaftlich relevante Ereignisse auf die Mikrostruk­turen des Handelns zurück und unterstellt, dass Akteure sowohl in­tentional als auch rational handeln und damit die Umwelt beeinflussen. Die Handlungen werden vom Akteur aus mehreren Alternativen ausgesucht, nach dem Kriterium seines maximal erwarteten Nutzens.[3]

Die Wurzeln dieses Ansatzes gehen auf die schottischen Moralphilosophen (Hume,Smith) und die Vertragstheorien (Hobbes, Locke) zurück, mithin auf die individualistischen Theorietradition des Utilitarismus. Mitte des 20.Jahrhunderts entwickelte Anthony Downs (1957, 1968) den Ratio­nal Choice Ansatz ursprünglich aus der Betrachtung des US-amerikanischen Zwei-Parteien-Sys­tems in seinem Werk „An Economic Theory of Democracy“ , basierend auf den Werken von Schumpeter und Milton Friedman.

Hartmut Esser entwickelte diesen Ansatz weiter. Er wendet sich in den Neunziger Jahren gegen die so­ziologischen Strömungen, die nicht dem metho­dologischem Individualismus zu­zurechnen sind und damit gegen Parsons Strukturtheorie, Luhmanns Systemt­heorie und Dahrendorfs Norm- und Rollen­soziologie. Esser bezieht die Nutzen­theorie auf das Individuum und auch auf politische Parteien, die ihm beide als analytischer Ausgangspunkt soziolo­gischer Theoriebildung dienen. Nach Esser werden soziale Prozesse als Folge des subjektiv sinnhaften (=ratio­nalen) Handelns von Akteuren modelliert und damit erklärt. Seine Weiter­entwicklung des RCA zum Ansatz des Subjective Expected Utility (SEU) nimmt zwar wei­terhin die rationale Logik der Selektion an, wird aber wegen der akzep­tierten Subjektivität auch die „weiche Variante“ des homo oeconomicus genannt (Esser 1991). Damit vereinfacht Esser das Postulat der Rationalität des homo oeconomicus und führt den Begriff des Habit( =Routinen) und der Frames (=Leitmotive) ein, mit denen er die Zielstruk­turen des Individuums ent­scheidend vereinfacht.

2.2. Die Rationalität des Wählers in seinen Restriktionen und Re­lativierungen

Ein weiteres Merkmal des RCA ist der Kranz von Restriktionen. Ohne Restrik­tionen gäbe es keine Möglichkeit zur Nutzenmaximierung, denn jeder Nutzen wäre maximal. In der Realität jedoch hat jede Zielverfolgung Opportunitätskos­ten in Gestalt des entfallenden Nutzens der abgewählten Alternative, was den Gesamtnutzen schmälert. Auch die Fokussierung auf die Nutzenkomponente der Entscheidungen in Hochkostensi­tuationen versus denen in Niedrigkostensi­tuation dient der Realitätssteigerung (Schimank 1998, S.83f). Zweifellos wird ein Ak­teur genauer untersuchen, welche Alternative er zu wählen hat, wenn die Alternativen extrem hohe Unterschiede der Nutzen oder darüber hinaus auch der Opportunitätskosten erwarten lassen. In einer Niedrigkostensituation, in der die Nutzen aller Handlungsfolgen sich ähneln, ist die Notwendigkeit der rational reflektierten Entscheidung geringer. Auch das Rationalitätspostulat ist zu re­lativieren, um die Brücke zwi­schen Realität und Theorie zu schlagen. So wird die Kriterienliste des Akteurs stets unvollständig bleiben (müssen), ebenso wie die Anzahl der Alternativen kaum vollständig durch den Akteur erfassbar sind. Auch die starke Reduzierung von Beobachtungs-, Reflexions- und Entschei­dungsaufwand durch Habi­tualisierung (zumindest eines Teils) der Hand­lungen reduziert die Komplexität. So mag auch die Zielverfolgung „satisficing“ statt „perfection“ objektiv nicht immer rational erscheinen, mit der Entscheidung für die „satisficing“ und gegen „perfection“ jedoch wird die „satisficing“ Präfe­renz zu einem mit rationaler Ent­scheidung verfolgten Ziel.

Die Interdependenzbewältigung ist eine weitere Individualisierung und Subjek­tivierung des RCA. Wechselseitige Erwartungen von Entscheidungen anderer Akteure und deren Folgen für die eigene Zielerfüllung sind Bestandteil der eigenen subjektiven Entscheidungen. Die Interdependenzbewältigung kann verschieden erfolgen: Tatsächliches Handeln anderer Akteure mit negativen Folgen für den Einzelnen wird versucht, auszuschalten. Gegen erwartetes Handeln Anderer mit negativen Folgen wird präventiv vorgegangen. Sollte hin­gegen tatsächliches Handeln Anderer die Ziele des Akteurs unterstützen, wird er dieses Handeln ebenso unterstützen wie bei den lediglich erwarteten ziel­konformen Handlungen Anderer. (Schimanck 1998, S.73)

Nicht verschwiegen werden dürfen die durchaus konstruktiven Kritiken am RCA, z.B. von Jürgen Schmidt: „Das Verhältnis von Handlung und Bewusstsein so­wie von Handlung und Ordnung wird in der RCA-Theorie entscheidungstheo­retisch und individualistisch verkürzt.“ (Schmidt 2000, S.19) Es spricht für sol­che Verkürzungen, dass dadurch ein immenses Pensum an Komplexität redu­ziert wird und da­durch eindeutigere Prognosen möglich werden als bei all­zu freizügigen Modell­annahmen. Der Realitätsverlust ist für Verfechter eng gefass­ter ökonomischer Modelle also häufig das kleinere Übel. Downs vertritt diesbe­züglich einen ganz ähnlichen Standpunkt wie Friedman oder Weber: „Theore­tische Modelle soll man vor allem an der Genauigkeit ihrer Voraus­sagen, weniger am Realitätsge­halt ihrer Annahmen prüfen.“ (Downs 1968: S. 21). Es kommt Downs also in erster Linie ganz pragmatisch darauf an, zuverlässige Prognosen künf­tigen Wählerverhaltens zu liefern. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, sind simplifizierende Annahmen in Kauf zu nehmen.

2.3. Wählerstimmenmaximierung von Kandidaten und Parteien

Downs definiert: „Eine politische Partei ist eine Gruppe von Personen, die die Kontrolle über den Regierungsapparat dadurch in die Hand zu bekommen ver­suchen, dass sie in einer ordnungsgemäß abgehaltenen Wahl ein Amt erhal­ten über alle von ihnen verfolgten Ziele einer Meinung sind. (...) und ihre Ziele als einheitliche, widerspruchsfreie Präferenzordnung auffassen. ... Letzt­lich behandelt diese Definition jede Partei so, als ob sie eine Einzelperson sei.“ (Downs, 1968, S.25f) Aus dieser Definition folgt, dass auch Parteien ihre Ziele mit rationalen Hand­lungen zu erreichen suchen. Sie versuchen, ihre Kandida­ten mit möglichst vielen Stimmen in die vakanten politischen Ämter zu bringen. Dazu muss eine Partei möglichst viele Wähler überzeugen, am Tag der Stimmabgabe ihr Pro­gramm, ihre Ziele und Kandidaten als dasjenige der zur Wahl stehenden zu be­trachten, das die Präferenzen und Ziele des einzelnen Wäh­lers optimal zu erfüllen verspricht. Gelingt dies, hat ein Wähler keine ande­re ra­tionale Auswahl mehr, sondern wird eben diese eine Partei oder ihren Kandida­ten wählen. (Downs 1968, S.25)

Das Programm der Partei und ihrer Kandidaten wird also danach ausgerichtet werden, welche programmatischen Aussagen die meisten Wählerstimmen bringen werden. Die politische Praxis beschönigt Downs keineswegs: „Es kann z.B. eine Partei ... Stimmen gewinnen, wenn sie die Wähler dazu bringt, ihren Lügen Glauben zu schenken. Für diese Partei ist es rational, die Wähler zu irra­tionalem Verhalten zu bringen.“ (Downs, 1968, S.10) Hier wird deutlich, dass die Maxime der Wählerstimmenmaximierung dazu führen wird, die Präferenzen des Medianwählers zu imitieren, die so definiert werden, dass ihre Bedienung durch Kandidaten zur Stimmabgabe zu ihren Gunsten führt. Die althergebrach­te Erklärung des Wählerver­haltens auf der Basis der Zugehörigkeit eines Indivi­duums zu Klassen und Schichten greift im Zeitalter der Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen und Lebenslagen schlicht zu kurz (Moshövel 2004, S.40). Auch Partei­loyalitäten verlieren zunehmend an Relevanz und tragen zum Dealign­ment auf der Mikroebene bei. Nach wie vor prägen stabile Gruppenbindungen sozial-mo­ralische Milieus, ihre Prägekraft für politische Ent­scheidungen lässt je­doch nach. (Moshövel 2004, S.44) Zunehmende Indivi­dualisierung der Wähler sowie das unter dem Schlagwort 'Politikver­drossenheit' treffend zu­sammengefasste Des­interesse an allgemeinen poli­tischen Themen ergänzen dies Bild. Daraus ist zu schließen, dass, wenn überhaupt, Stimmen nur mit konkreten Sachthemen und direktem Bezug zum einzelnen Wähler ge­wonnen werden können.

Die Chance für die Parteien besteht nun darin, solche Positionen beziehen zu können, die den Präferen­zen des Medianwählers entsprechen und damit der Stimmenmaximierung dienen, ohne sich dem Vorwurf der Pro­grammuntreue auszusetzen.

2.4. Die Relevanz des RCA für die anstehende Bürgermeisterwahl

Das Thema des Einzelhandels in Friedberg und seiner Zukunft ist in der breiten Bevölkerung präsent und auch umstritten, ohne dass sich klare Linien entlang bisheriger Parteitraditionen ausmachen ließen (siehe Abschnitt 2.3). Eine „Ja-Nein“-Umfrage zur An­siedlung von Großmärkten würde den Facetten nicht ge­recht, denn der örtliche Einzelhandel ist keineswegs von allen Bürgern nur posi­tiv bewertet und deshalb wären ver­fälschte „Protest-“ Antworten möglich. Es gilt also, die differenzierte Meinung der Bürger zu erhalten, um daraus eine Präfe­renz zu analysieren, die im Sinne einer rational begründeten Stimmabgabe zur Wahl desjenigen Kandidaten führen sollte, der diese Präfe­renz in seinem Pro­gramm vertritt[4]. Den Kandidaten kann die in Kommunalwahl übliche Unabhän­gigkeit von Wahlprogrammen überregionaler Parteigremien unterstellt werden, weshalb sie sich in ihrer Programmatik vollständig auf lokale Themen einstellen können.[5]

3. Die empirische Studie

3.1. Anlaß, Herkunft und Hintergrund der Studie

Im Februar 2002 führte der Verein Stadtmarketing Friedberg e.V. eine Fragebo­genaktion mit Unterstützung der Stadt durch. Themen der schriftlichen Befragung waren u.a. das Kultur- und Freizeitangebot, Einkaufsmöglichkeiten, das Dienstleistungsangebot, öffentliche Einrichtungen, die Verkehrsanbindung und die geplante „Friedberger Bonus Card“. Die Ergebnisse der Erhebung soll­ten als Basis für künftige Aktivitäten und Entscheidungsprozesse dienen.

Es wurden mehr als 12.000 Fragebogen in Geschäften, Firmen und Institu­tionen der Stadt ausgelegt. Die Fragebogen wurden von der Fachhochschule Gießen-Friedberg und dem Institut für Marktanalysen und Um­frageforschung (IMU), einer Einrichtung der FH, unter der Leitung der Professo­ren Klaus Tölle und Ulrich Vossebein ausgewertet.

Der Rücklauf betrug 2017 Fragebögen, die in die SPSS-Datenbank eingingen. Der Fragebogen und die Datenbank, jedoch ohne Code­buch, Auswertungen oder Kommentare, wurden für diese Hausarbeit zur Verfü­gung gestellt.

3.2. Relevanz der Studie für das Thema der Großmärkte in Friedberg

Die Einzelhandelssituation in Friedberg ist geprägt durch einige größere Ver­brauchermärkte in den umliegenden Gemeinden, die auch alle Arten von Fach-Großmärkten (Garten-, Bau-, Heimwerker-, Heimtextil-, Elektro-, Getränke­märkte) abdecken. In den Friedberger Stadtgrenzen jedoch gibt es nahezu aus­schließlich kleinere Fachgeschäfte und Supermärkte, kaum Ketten- oder Fran­chise-Läden (z.B. Douglas, Vodafone, Nordsee, etc). Zudem ist der Einzel­handel sehr stark konzentriert in der Innenstadt. Der ursprüngliche Anlaß zu dieser Umfrage war die Meinungsbildung zur Stadtentwicklung. Da es auch keine andere lokale Erhebung über die Meinung der Einkaufenden gibt, und diese Umfrage zu ca 75% mit Fried­berger Bürgern stattfand, sind Teile dieser Umfrage zur Beant­wortung der vor­liegenden Frage stark relevant. Ihre wissen­schaftliche Be­gleitung gewährleiste­te eine professionelle Durchführung, die Einbettung des Einzelhandelsthemas in allgemeine Zufriedenheitsthemen (Kultur, Freizeit­angebote etc.) vermied eine u.U. verfälschende Fokussierung der Antworten auf ein Einzelthema.

3.3. Relevanz des Themas „Einzelhandel“ für den Bürgermeister­wahlkampf

Das Hessische Gemeinderecht erlaubt im Wetteraukreis große Verbrau­chermärkte (z.B. SB-Warenhäuser mit mehr als 5000 qm Verkaufsfläche oder Gartencenter mit mehr als 10.000 qm Verkaufsfläche) nur in der Kreisstadt Friedberg selbst (Friedberg ist landesplanerisch definiert als „Mittelzentrum mit Teil­funktionen eines Oberzentrums“). Es gibt in Friedberg nur einen sinnvoll für sol­che Objekte nutzbaren Ort, ein großes freies Areal im Gewerbegebiet West in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtzentrum. Das Gebiet ist im Besitz der Stadt und steht im scharfen Interesse mehrerer Einzelhandelskonzerne. Die Kaufkrafteinschätzung der Konzerne und Investorengruppen ist sehr hoch, es ist auch weithin die letzte Möglichkeit der Konzerne, ihre Marktstellung im Ge­biet auszubauen.

Die extrem angespannte Finanzsituation Friedbergs läßt derzeit keinerlei In­vestitionen zu. Gleichzeitig haben die Parteien im Vorgriff auf die Bürgermeis­terwahl sehr teure Großprojekte versprochen, deshalb überlegt praktisch jede Partei im Parlament, die Grund­stückserlöse zu erhalten, um im Falle eines Wahlsieges das von ihr verspro­chene Großprojekt zu realisieren.[6]

Der örtliche Einzelhandel protestiert erwartungsgemäß populistisch und heftig gegen die Ansiedlung großflächigen Einzelhandels und erfährt Unterstützung durch die örtlichen Medien und die Bürger. Die allerdings kaufen bereits jetzt in den Großmärkten des Umlandes ein und konterkarieren ihre (häufig angebli­chen) Aussagen pro innerstädtischem Einzelhandel mit ihren konkreten Ein­käufen außerhalb der Stadt.

Die politischen Akteure sind nunmehr in der Defensive und versuchen, das Thema (mehr oder weniger professionell) popu­listisch und wahltaktisch auszu­nutzen. Die Alternativen bestehen darin, entweder einen food-lastigen Groß­markt mit Non-Food Angebot und eventuell weiteren Fachmärkten zuzulassen (die Ma­ximal-Lösung), oder eine Beschränkung auf Gartencenter und/oder Baumarkt. Die dritte Alternative ist die völlige Ablehnung der Ansiedlung.

Die drei Handlungsalternativen sind prinzipiell für alle drei Kandidaten gleich gültig: Eine ideologische Vorentscheidung fand nicht statt. Um die Kandidaten stimmenmaximierend im Sinne des RCA zu positionieren, ist eine Übereinstim­mung der Kandidatenposition mit möglichst vielen Wählerpräferen­zen erforder­lich: Wünschen die Friedberger weitere Einkaufsmöglichkeiten oder sind sie mit dem bestehenden Angebot zufrieden?

4. Präferenzen der Befragten nach verschiedenen Diffe­renzierungen

Die politische Couleur der Kandidaten ist ein anderweitig zu untersuchendes Mittel zur Stimmensuche. Um Stimmen mit dem Thema des Einzelhandels ma­ximieren zu können, ist die Konzentration auf relevante Klientel nach demo­graphischen Kriterien erforderlich.

Die Befragten-Gruppe mit einem unterdurchschnitt­lichen Prokopf Einkommen[7] umfasst ca 46%[8] und ist allein deshalb Zielgruppe aller Kandidaten. Haushalte mit vielen Personen und hö­here Bildungsabschlüssen[9] sind weitere Ziel­gruppen. Ebenso kann unterstellt werden, dass Stimmen durch eine Posi­tionierung gewonnen werden können, die die Menschen, für die Einkaufen sehr zentral ist, anspricht, vor allem Hausfrauen und Rentner.

Zur Vorgehensweise: Aus den 2017 Datensätzen werden diejenigen selektiert, die eindeutig von Befragten mit Wohnort „Friedberg“ stammen.[10] Ergebnis sind 1.401 relevante Datensätze.

Von den 34 Fragen werden hier neben den Angaben zur Person nur Antworten mit Wertungen ausgewertet[11], die sich auf die Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten des Friedberger Einzelhandels und der Friedberger Innenstadt bezie­hen. Die Wertungen wurden mit einem Punktsystem ähnlich den Schulnoten vorgenommen („1=sehr gut“ bis „5= sehr schlecht“ bzw. „1=sehr wichtig“ bis „5=sehr unwichtig“). Durch die Kombination dieser Zufriedenheiten mit den demographischen Angaben läßt sich eine Position für die Kandidaten ermitteln, die die definierten Zielgruppen anspricht. Dies geschieht im Abschnitt 5 im Zu­sammenhang.

4.1. Welches sind die drei wichtigsten Warengruppen und wie wird deren Angebot in Friedberg bewertet?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus den Fragen nach der Bedeutung der verschiedenen Warengruppen für die Befragten stechen Nahrungsmittel, Bücher und Schreibwaren besonders her­vor. Relevant im Zusammenhang mit dem aktuellen Thema ist nur die Warengruppe Nahrungsmittel, weil Großmärkte am Stadtrand kaum Bücher und Schreib-/Büroartikel als wesentliche Warengruppe präsentieren werden. Die Bewertung des aktuellen Nahrungsmittelangebots liegt bei knapp 60% als gut oder sehr gut. Diese allgemeine Zufriedenheit und damit ein zu unter­stellendes Desinteresse an einem Großmarkt muß auf die Zielgruppen spezifi­ziert untersucht werden, zeigt aber schon eine Tendenz an, die nicht für eine Großmarktansiedlung spricht.

4.2. Sind Befragte aus größeren Familien mit der Nahversorgung im Lebensmittelbereich zufrieden?

32% der Befragten leben in Haushalten mit vier oder mehr Personen, mithin 448 von 1401. 58,2% dieser Befragten bewerten die Nahversorgung im Lebensmittelbereich sehr gut bis gut. Aus derselben Gruppe bewerten 50% die Einkaufsmöglichkeiten insgesamt in Friedberg mit sehr gut bis gut. Auch der lo­kale Wochenmarkt wird zu 58,4% so eingestuft.

F11c1: Nahrungsmittelangebot Bewertung * grHaus Kreuztabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F03q: gute Einkaufsmöglichkeiten? * grHaus Kreuztabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F07q2: Wochenmarkt Zufriedenheit * grHaus Kreuztabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Antworten belegen eindeutig, dass diese Zielgruppe für eine Kandidatenpo­sition „pro Großmarkt“ keine Notwendigkeit sähe. Die mittlere Bewertung der Einkaufssituation verlangt auch nicht nach einem Bau- oder Gartenmarkt. Hin­gegen wäre eine fördernde Positionierung zum positiv bewerteten Wochen­markt stimmengewinnend.

4.3. Sind die Befragten mit unterdurchschnittlichem Pro-Kopf-Ein­kommen mit der Nahversorgung zufrieden?

Nicht alle Befragten machten Angaben zum Einkommen, auch waren nicht immer alle Antworten gültig. Deshalb fußen die Auswertungen auf einer Ge­samtheit von 1123 Datensätzen. Das mittlere monatliche Einkommen pro Kopf wurde mit 1.114€ berechnet. Unterhalb dieses Durchschnittes liegen 655 Befragte, mithin 46,8%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F14: Nahversorgung Bewertung * Unterdurchschnittliches Einkommen pro Kopf Kreuztabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In dieser Gruppe könnte eine Abneigung gegen einen im Vergleich zum Groß­markt als teuer empfundenen innerstädtischen Einzelhandel vorhanden sein. Aus den 648 hier gültigen Antwortkombinationen bewerten immerhin noch 45,2% die Situation als gut oder sehr gut. Jedoch ist hier eine recht flache Ver­teilungskurve zu beobachten, mit einer Häufung von 21% bei „5=sehr schlecht“. Die Nahversorgung ist also in Teilen dieser Zielgruppe ein kritisches Thema, mit dessen Berücksichtigung in der Kandidatenpositionierung sich Stimmen ge­winnen liessen.

Die Zufriedenheit mit dem Nahrungsmittelangebot zeigt 60% gute oder sehr gute Werte. Unterstellt man eine Orientierung an Preisniveaus, werden von einem Großmarkt keine wesentlichen Vorteile erwartet.

F11c1: Nahrungsmittelangebot Bewertung * Unterdurchschnittliches Einkommen pro Kopf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.5. Bewertungen Bürger höheren Bildungsniveaus

Da 32,3% der gültigen Antworten die Befragten als Akademiker auswiesen, ist diese Gruppe eine große Teilgruppe, bei der eine Rationalität der Entscheidung gemäß RCA eher unterstellt werden kann als bei anderen Bevölkerungs­gruppen. Auch die hohe Präfe­renz für Bücher im Einzelhandelsangebot korre­spondiert hiermit (Pkt. 4.1.). Alle drei Kandidaten können hier mit einer op­portunistischen Nähe zum Bildungsbürgertum Stimmen zu sammeln versu­chen. Die positive Bewertung der Einkaufsmöglichkeiten (kumuliert 61,2%)[12], des Nah­rungsmittelangebotes generell (kumuliert 78,9%) und der Nahversor­gung (ku­muliert 58,2%) sind in einer Linie mit den anderen Ergebnissen. Aber bei der Nahversorgung antworteten 24,8% der Befragten mit „sehr schlecht“, was ebenfalls mit der Beobachtung in Abschnitt 4.3. korrespondiert. Eine Fo­kussierung der Kandidaten auf die Nahversorgung wird auch durch diese Ergebnisse empfohlen.

F33: Bildungsstand der Friedberger Befragten[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F03q: gute Einkaufsmöglichkeiten?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F11c1: Nahrungsmittelangebot Bewertung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F14: Nahversorgung Bewertung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.6. Reicht Hausfrauen und Rentnern die momentane Nahversor­gung aus?

Die beiden Gruppen Hausfrauen[14] und Rentner/Pensionäre aus der Frage 32 sind wesentliche Zielgruppen des Wahlkampfes. Sie sind außerdem ange­wiesen auf eine Nahversorgung, da sie oft nicht hinreichend mobil sind, um ihre täglichen Einkäufe in einem Großmarkt vor der Stadt zu tätigen.[15]

Die Betrachtung der anderen Berufsgruppen ist in diesem Zusammenhang weniger ergiebig, weil ihnen nicht diese Affinität zur Nahversorgung unterstellt werden kann.

F32: Berufsgruppen der Friedberger Befragten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F14 / F32: Nahversorgung Bewertung durch Friedberger Rentner

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

F14/F32: Nahversorgung Bewertung durch Friedberger Hausfrauen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Thema Nahversorgung zieht sich auch durch diese Zielgruppe. Rentner und auch Hausfrauen sehen die Nahversorgung bemerkenswert nega­tiv, mit 33,2% bzw.28,4% „sehr schlecht“-Beurteilung. Hier ergibt sich ein Posi­tionierungsfeld für die Kandidaten.

4.7. Korrelieren die Zufriedenheiten miteinander?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

** Die Korrelation ist auf dem Niveau von 0,01 (2-seitig) signifikant.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

** Die Korrelation ist auf dem Niveau von 0,01 (2-seitig) signifikant.

Beide Korrelationen sind durchaus ausgeprägt und signifikant. Daraus folgt, daß die positiven Bewertungen in einem positiv gestimmten Gesamtfeld liegen und keine „Ausreißer“ sind.

5. Bewertung der Ergebnisse

5.1. Bewertung des Einzelhandels in der Innenstadt durch die Fried­berger Bürger

Die Antworten zeigen eine insgesamt hohe Zufriedenheit mit dem EInzel­handelsangebot in Friedberg (Pkt. 4.7.). So wird vor allem das Nahrungsmittel-Angebot für ebenso wichtig wie auch für gut befunden. (Pkt. 4.1.). Da die Befragten die Friedberger Situation insgesamt positiv bewerteten, werden sie eine (tatsächliche oder auch nur eingeredete) Gefährdung des innerstädtischen Einzelhandels durch eine Großmarktansiedlung eher negativ aufnehmen. Der vernommene Unmut über die Nahversorgung (Pkte 4.3., 4.5. und 4.6.) würde bei einer befürchteten Verringerung des Angebotes deutlicher werden und könnte in einen relevanten Protest umschlagen. Das wäre politisch für die Prot­agonisten eines Großmarktes gefährlich. Hingegen wäre ein Umkehrschluß, nämlich eine Kandidatenpositionierung zur Förderung des Nahversorgungs­angebotes über alle Warengruppen hinweg, ein vielversprechender Weg zur Stimmenmaximierung.

5.2. Schlüsse für die Großmärkte am Stadtrand

Ein Königsweg wäre es für einen Kandidaten, einerseits den Grundstücksver­kauf an die Investoren zu realisieren, um seine Wahlversprechen realisieren zu können, andererseits aber die positive Stimmung pro Innenstadt nicht zu ge­fährden. Dazu müßte es gelingen, den Wählern gegen die (bereits ange­laufene) Protestkampagne des Einzelhandels zu suggerieren, daß der neue Großmarkt weder den Einzelhandel noch die als positiv erlebte Innenstadt zer­störe oder veröden ließe, und auch die Nahversorgung verbesserte.

5.3. Sind die Großprojekte der Kandidaten gewünscht?

Die Fragen nach dem Kindergartenangebot in Friedberg wird zu ca 57% mit „Gut“ oder „sehr gut“ bezeichnet (Frage 19j) , ähnlich positiv ist die Wertung der Anzahl der Kinderspielplätze mit ca 43% (Frage 3e). Ein neues Kindergarten­projekt (der Plan des SPD-Kandidaten) scheint also nicht prioitär zu sein.

Der CDU-Kandidat propagiert eine neue Groß-Sporthalle. Fast 70% der Befrag­ten finden die derzeitige Palette an Sportmöglichkeiten „gut“ oder „sehr gut“ (Frage 3s) und 44,5% bewerten so ihre Zufriedenheit mit den Sportstätten (Frage 19f). Auch dieses Projekt scheint nicht notwendig.

Das Jugend- und Vereinshaus-Projekt des Grünen Kandidaten ist aus dieser Umfrage nicht fundiert zu beurteilen, weil keine spezifischen oder nutzbaren Fragen gestellt wurden.

Aus dem Gesichtspunkt der Stimmenmaximierung spricht die vorliegende Um­frage klar gegen einen Wahlkampf zur Realisierung zumindest von zwei der drei Projekte. Die diesbezüglichen Wahlversprechen träfen auf keinen Bedarf der Friedberger Be­völkerung.

6. Welche Haltung könnte die meisten Stimmen auf sich vereinigen?

Die Vorteile aus der Ansiedlung lägen in der Einnahme für die Stadt. Damit ließen sich außer den Wahlversprechen auch sinnvolle Investitionen tätigen. Wenn Wähler, wie vom RCA unterstellt, rein rational nach Eigennutz ent­scheiden, werden sie diese eher abstrakten Vorteile nicht honorieren.

Neue, konkrete Vorteile aus den Großmärkten für den (rational ent­scheidenden) Einkaufenden lassen sich nur schwer formulieren, da die Wähler sich bereits jetzt gut bis sehr gut be­dient fühlen bzw. die Nahversorgung da­durch nicht verbessert würde.

Die Nachteile der Ansiedlung lassen sich kaum wegargumentieren, weil die Fakten fehlen und die Medien und Einzelhandelslobby gegen die Ansiedlung arbeiten. Durch das Agenda-Setting ohne Zutun der Politiker gerieten diese in die Defensive. Erfahrungen anderer mittlerer Städte werden oft zitiert, sind aber wegen der Friedberger Besonderheiten nur limitiert übertragbar. Zu­sätzlicher Verkehr, Schließung einiger Geschäfte der Nahversorgung, Struktur­wandel der Innenstadt, Immobilienpreise und viele Themen mehr lassen sich nur spekulativ diskutieren.

Die Entscheidung in der für den einzelnen Bürger eher als Niedrigkostensituati­on anzusehenden Einzel­handelsfrage ist gleichwohl relativ wichtig in der Stimmentscheidung.

Die Wahlaussage eines Bürgermeisterkandidaten sollte also, soweit sie aus dieser Umfrage und dem Anspruch der Rationalität des Wählers begründet wird, die positiven Einstellungen der Friedberger Bürger zu ihrem bestehenden Einzelhandelsangebot nutzen, indem er dessen Bestand zu sichern verspricht, gegen die neuen „Bedrohungen“ von außen. Die Stärkung der Nahversorgung z.B. durch innerstädtische Supermärkte andererseits wäre eine gelungene Nutzung der hier festgestellten Wählerstimmung.

Diese Stellung sollte durch eine klare Aussage gegen die Großprojekte der (anderen) Kandidaten untermauert werden, denn deren Notwendigkeit ist aus der Bürgermeinung heraus nicht begründet. Wenn es gelingt, die Notwendig­keit der gegnerischen Projekte zu bestreiten und gleichzeitig die positive Grund­stimmung durch gezielten Lokalpatriotismus zu nutzen, dürfte eine Stimmen­maximierung, gerade auch bei den angesprochenen Zielgruppen, möglich sein.

[...]


[1] Außen vor gelassen werden in dieser Arbeit moralische und ethische Kategorien: Die Diskussion, ob die Anwendung des RCA „abgebrüht“, „zynisch“ oder „legitim“, „professionell“ sei, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

[2] Es wird in dieser Arbeit ausschließlich über Bürgermeisterkandidaten geschrieben, da es (noch?) keine Kandidatin gibt. Dessen ungeachtet sind selbstverständlich alle Aussagen und Ergebnisse auf Kandidaten und Kandidatinnen zutreffend.

[3] Schimank 1998 zitiert Max Weber: „Zweckrational handelt, wer sein Handeln nach Zweck, Mittel und Nebenfolgen orientiert und dabei sowohl die Mittel gegen die Zwecke, wie die Zwecke gegen die Nebenfolgen, wie endlich auch die verschiedenen möglichen Zwecke gegeneinander rational abwägt.“ (Weber 1922)

[4] Für diese Arbeit wird unterstellt, dass den Kandidaten auch die fachlich-politische Kompetenz zur Umsetzung ihrer Position gegeben ist.

[5] Da es im hessischen Kommunalwahlge­setz keinen Posten für den zweiten Sieger (z.B. Bürgermeister unter dem Ober­bürgermeister o.ä.) gibt, werden die Kandidaten absolute Rationalität bei der Wahl ihrer Mittel walten lassen, ohne Rücksicht auf Koalitionen.

[6] Die Grundstückserlöse liegen wahrscheinlich bei ca 6 mio €, das SPD-Projekt eines integrativen Kindergartens kostet ca 2,5 Mio €, die von der CDU versprochene Groß-Sporthalle ca 4 Mio €, das Grüne Projekt eines Jugendzentrums ca 2,5 Mio €. Koalitionen sind politisch nicht absehbar.

[7] zu der durchaus viele höhere Bildungsabschlüsse und Gesamteinkommen gehören können, die aber relativ viele Personen pro Haushalt sind

[8] Siehe Abschnitt 4.3.

[9] ca 30% der Befragten gaben an, Akademiker zu sein, siehe Abschnitt 4.5.

[10] Frage 28

[11] Die offenen Fragen werden im Rahmen dieser Arbeit nicht berücksichtigt.

[12] Alle Aussagen kumuliert über die Ausprägungen „sehr gut“ und „gut“.

[13] Menschen ohne jeden Bildungsabschluss werden nicht erfasst und fallen unter „ungültige Antworten“. Der Fragebogen hätte dies im Interesse der Präzision differenzieren müssen. Diese Unschärfe ist aber für die Filterung „Akademiker“ nur marginal relevant (wegen der unsauberen Sysmis-Anzahl).

[14] Der Fragebogen fragt korrekt nach: „Hausfrau/Hausmann“. Hier sollen Hausfrauen synonym für beide stehen.

[15] Es wird von Investorenseite klar geäußert, daß die Nahversorgung durch kleinere Supermärkte im Stadtgebiet beim Bau eines Großmarktes am Stadtrand vermindert würde.

Details

Seiten
19
Jahr
2005
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109327
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Schlagworte
Kommunalpolitische Positionen Rational Choice Ansatz Methoden Sozialforschung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Kommunalpolitische Positionen nach dem Rational Choice Ansatz