Lade Inhalt...

Kants Auffassung von Aufgabe und Veranlagung des Menschengeschlechts in seinem Aufsatz "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht"

Hausarbeit 2004 11 Seiten

Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einordnung des Textes und Vorgehensweise der Untersuchung

2. Intention des Aufsatzes

3. Kants neun Sätze zur Idee einer Weltgeschichte
3.1. Naturgegebene Anlagen (Erster Satz)
3.2. Wichtigkeit der Gemeinschaft (Zweiter Satz)
3.3. Wichtigkeit der Generationen (Dritter Satz)
3.4. Antagonismus des Menschen (Vierter Satz)
3.5. Bürgerliche Rechtsgesellschaft (Fünfter Satz)
3.6. Wichtigkeit des Herrschenden (Sechster Satz)
3.7. Idee eines großen Völkerbundes (Siebenter Satz)
3.8. Notwendigkeit der Aufklärung (Achter Satz)
3.9. Begründung des Aufsatzes (Neunter Satz)

4. Kants Auffassung von Veranlagung und Aufgabe des Menschengeschlechts

5. Aktueller Bezug?

Literaturverzeichnis

1. Einordnung des Textes und Vorgehensweise der Untersuchung

Der vorliegende Text stammt aus dem Jahre 1784. Er erschien in der November- Ausgabe der „Berlinischen Monatsschrift“ und ist der der kritischen Periode Kants ab etwa 1770 zuzuordnen. Kant sah sich zu einer Stellungnahme genötigt, da die „Gothaische Gelehrten Zeitung“ im Februar desselben Jahres einen Ausschnitt einer Unterredung Kants mit einem „durchreisenden Gelehrten“ (Kant, Immanuel: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, S.257) veröffentlichte, in der er die Notwendigkeit einer Hinführung der Geschichte zu einer philosophischen Betrachtungsweise gefordert habe. Um dies nicht misszuverstehen sähe er sich in der Pflicht, genauere Ausführungen zu jener Zeitungsnotiz zu tätigen. Kant, als großer deutscher Philosoph der Aufklärung, legt mit seiner geschichtsphilosophischen Schrift den Entwurf einer Universalgeschichte vor. Zur Interpretation derer und die Einordnung in einen größeren Zusammenhang wurde im folgenden Text zum eigentlichen Aufsatz Kants Sekundärliteratur von Karl Jaspers herbeigezogen, der sich in zahlreichen Büchern mit dem Leben und Werk Kants befasst hat. Die Gliederung dieser Hausarbeit orientiert sich an Kants Aufsatz, da dadurch eine logische Herleitung der Idee von der Anlage und Aufgabe des Menschengeschlechts vollzogen werden kann: Nach einleitenden Worten, in denen der Autor die Intention seiner Erläuterungen verdeutlicht, stellt er neun Sätze auf, die man als neun Thesen zur Vervollkommnung der Menschengattung verstehen kann. Um die Inhalte dieser neun Sätze ersichtlich zu machen, ist im Folgenden jeder dieser Thesen ein beschreibender Gliederungspunkt beigeordnet.

2. Intention des Aufsatzes

Davon ausgehend, dass der Mensch ein freies Wesen ist, das in der Lage ist Dinge zu hinterfragen und die Idee hinter dem Seienden zu erkennen, vermutet Kant trotz dessen eine Art Leitfaden der Natur an dem sich alles menschliche Handeln orientiert. Man könnte diesen Leitfaden seiner Ansicht nach nicht erkennen wenn man nur das Individuum fokussiert, betrachtet man aber die Gattung Mensch über einen größeren Zeitraum hinweg, so lassen sich Entwicklungen erkennen, die durch Naturgesetze vorgegeben sind und nach denen auch der einzelne Mensch unbewusst handelt. Kant ist auf der Suche nach eben diesem Leitfaden und richtet sich mit seinem Aufsatz als Philosoph an Historiker. Sie allein wären in der Lage die Weltgeschichte der Menschheit nach naturgegebenen Gesetzen zu verfassen. Er fordert, dass sich die Welt in ihrer Geschichtsschreibung an den Entwicklungsstufen von Vernunft und Verfassung orientiert und somit die Geschichte und die Philosophie zusammengeführt werden. Indem der Autor sagt dass man es „der Natur überlassen“ (a.a.O., S.22) könne, einen Mann zu finden der das Talent zu eben dieser Geschichtsschreibung besäße, spielt er bereits auf eine Art Zweckmechanismus der Natur an: Die Natur selbst hat einen Plan für die Menschheit und wird dementsprechend zur Erfüllung eben dieses Planes beitragen.

3. Kants neun Sätze zur Idee einer Weltgeschichte

3.1. Naturgegebene Anlagen (Erster Satz)

Kant geht von einer gewissen Vorprogrammierung aller Lebewesen aus. Es gäbe kein Organ das nicht einen bestimmten Zweck im Ganzen habe und nicht gebraucht würde. So sieht er jede Anlage im Körper dazu bestimmt, sich in der Entwicklung des Individuums „vollständig und zweckmäßig auszuwickeln“ (a.a.O., S. 23). Diesen Grundsatz formuliert Kant als Gesetzmäßigkeit der Natur.

3.2. Wichtigkeit der Gemeinschaft (Zweiter Satz)

Kant unterscheidet den Menschen als vernunftbegabtes Wesen von anderen Lebewesen, im Besonderen vom instinktgeleiteten Tier. Die im ersten Satz formulierten Anlagen des Menschen seien nicht dazu bestimmt sich im Einzelnen zu entwickeln, die höchste Entwicklungsstufe könnte sie nur in der Gemeinschaft erreichen. Weiterhin geht er davon aus, dass sich die Entwicklung der Vernunft stufenweise vollzöge und somit ein Individuum auf Grund seiner kurzen Lebensdauer niemals die Möglichkeit habe, die höheren Stufen zu erreichen. Die einzige Möglichkeit läge daher in der Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse von Generation zu Generation. Dies müsse höchstes Ziel aller menschlichen Bestrebungen sein um im Sinne der Natur und der Aufklärung zu handeln.

3.3. Wichtigkeit der Generationen (Dritter Satz)

Nach Kants Auffassung habe die Natur den Menschen absichtlich als vernunftbegabtes und aufgeklärtes Wesen mit einem freien Willen ausgestattet. Diese Eigenschaften hätten den Zweck das Individuum zur Erkenntnis aus sich selbst heraus zu bewegen. Er unterscheidet erneut das nur zum Leben im Hier und Jetzt ausgestattete Tier vom Menschen, dessen Anlagen auf Erreichung der Glückseligkeit abgestimmt wären. Er habe einen beschwerlichen Weg der Erkenntnis-Erlangung vor sich, an dessen Ende ihn nach großen Mühen Selbstbewusstsein und Wohlbefinden erwarteten. Kant erörtert nochmalig die im Zweiten Satz implizierte Gemeinschaftsaufgabe: Der einzelne Mensch könne sich nur zu einem kleinen Teil an der Erkenntniserlangung folgender Generationen beteiligen. Auch wenn dies merkwürdig sei so wäre es doch notwendig um zur Höherentwicklung der Gattung Mensch beizutragen.

Details

Seiten
11
Jahr
2004
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109076
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2
Schlagworte
Kants Auffassung Aufgabe Veranlagung Menschengeschlechts Aufsatz Idee Geschichte Absicht

Teilen

Zurück

Titel: Kants Auffassung von Aufgabe und Veranlagung des Menschengeschlechts in seinem Aufsatz "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht"