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Krebs, mit Spezialisierung auf das Non-hodgkin-Lymphom und dessen Behandlungsmöglichkeiten

Facharbeit (Schule) 2003 37 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

Gliederung

1. Begründung der Themenwahl

2. Die Erkrankung Krebs
2.1 Risikofaktoren
2.1.1 Risiko Ernährung
2.1.2 Risiko Krankheit
2.1.3 Risiko Freizeit
2.1.4 Risiko Arbeitsplatz
2.1.5 Der Krebscharakter

3. Non – Hodgkin – Lymphom
3.1 Das Lymphsystem
3.2 Funktionsweise des körpereigenen Abwehrsystems
3.3 Merkmale der Erkrankung, Diagnosemaßnahmen
3.4 Einteilung der bösartigen Lymphome, Ursachen für deren Entstehen
3.5 Unterarten des Non – Hodgkin – Lymphoms

4. Behandlungsmethoden
4.1 Chemo - und Strahlentherapie
4.2 Antikörpertherapie
4.3 Transplantationsverfahren
4.3.1 Allogene Transplantation
4.3.2 Autologe Transplantation
4.3.3 Forschungsstand und Zukunftssaussichten der embryonalen und adulten Stammzellforschung
4.4 Ganzheitliche Therapieverfahren
4.4.1 Unseriöse Hömeopathie
4.4.2 Seriöse Hömeopathie
4.5 Interferon

5. Anhang

6. Quellennachweis
6.1 Literaturnachweis aus Büchern
6.2 Literaturnachweis aus dem Internet
6.3 Abbildungsnachweis

7. Danksagung

8. Eidesstattliche Erklärung

1. Begründung der Themenwahl

Leider sind Krankheit, Leid und Schmerz heute immer noch Tabuthemen in unserer „perfekten“ Gesellschaft, denn wer nicht gesund ist, hat Fehler, ist nicht so leistungsfähig, kann demnach nicht den gleichen Erfolg wie Andere erzielen.

Das man trotz „Behinderung“ ein glückliches und erfülltes Leben führen kann, wurde mir in den vergangenen Jahren immer wieder vor Augen geführt – von meiner eigenen Mutter. Im August 1998 erkrankte sie an Krebs (Non- hodgkin- Lymphom), für unsere Familie war die Nachricht von einer eigentlich harmlosen Untersuchung ein Schock. Weil wir, wie viele andere Menschen auch, Krebs mit Schmerzen und sogar Tod assoziieren – eine falsche Sichtweise, denn die heutige Medizin ist so weit in ihrer technologischen Entwicklung (und Ärzte können so viele Leiden lindern oder zumindest erträglicher machen, )das es kaum zu glauben ist.

Die Gedankenverbindung Krebs – Tod kommt meiner Meinung nach nur durch fehlende Aufklärung zustande, eben weil Krankheiten, vor allem so Schlimme wie Krebs ein Tabu sind. Dem möchte ich hiermit, natürlich nur im kleinen Rahmen, entgegenwirken. Ein weiterer Grund für meine Themenwahl ist, das ich meiner Mutter hiermit öffentlich meinen Respekt vor ihrem grenzenlosen Mut, ihrer Tapferkeit und wahnsinnigen Kraft, mit der sie die ganzen letzten fünf Jahre kämpfte, zeigen möchte.

In meiner Arbeit stelle ich die wesentlichen behandlungsformen in den Mittelpunkt, da ich diese auch vom Standpunkt des Patienten beziehungsweise Angehörigen beurteilen kann – denn diese Arbeit soll keine rein fachliche, sondern eine für den Laien verständliche und kritische Arbeit sein.

Doch nicht nur meine Mutter selbst und die Fachlitertur gaben mir Aufschluss über die Krankheit und ihre behandlungsformen, sondern auch der Leukämie- und Lymphom – Patientenkongress den ich im Juni 2003 besuchte.

Ich hoffe, mit der vorliegenden Arbeit grundlegende Dinge zur Krebserkrankung an Lymphome vermitteln zu können, sowie Interessierte zu animieren, sich mehr über Krebs zu informieren und gegenbenfalls selbst aktiv zu werden – zum beispiel mit einer Knochenmarksspende.

2. Die Erkrankung

Die Bezeichnung „Krebs“ kommt aus dem lateinischen “cancer“ bzw. dem griechischen „karkinos“, von dem sich Karzinom(Krebsgeschwulst) ableitet.

Die Ursache für Krebs kann trotz zahlreicher Erkenntnisse nicht bei jeder Krebsart eindeutig nachgewiesen werden. Im Allgemeinen entwickelt sich ein Tumor aus der Mutation vieler Zellen. Denn, wir erinnern uns, ständig findet in unserem Körper Zellteilung und Zellvermehrung statt, bei der die im Zellkern gespeicherten Erbinformationen kopiert und an die entstehende Tochterzelle weitergegeben wird, damit diese genau dieselbe Funktion übernehmen kann wie ihre Vorgängerzelle. Leider passieren bei diesem „Kopiervorgang“ immer wieder Fehler, d.h. Ungenauigkeiten, die, wenn sie in Massen auftreten, zu Mutationen, zu Funktionsstörungen, Verhaltenstörungen der Tochterzelle führen können. Normalerweise werden diese fehlerhaften Zellen vom Immunsystem erkannt und ausgeschaltet, doch wird die Funktion unseres Schutzmechanismusses durch Streß, Depressionen beeinträchtigt und somit kann die entarteten Zellen die Überhand gewinnen.

Mutationen können weitervererbt werden und erhöhen somit das Krebsrisiko der Nachkommen, das heißt also nicht Krebs, sondern die Veranlagung zu der Krankheit KANN weitervererbt werden.

Wir sind jedoch nicht unserem Körper ausgeliefert, denn Krebs entsteht nicht nur durch mutierte Zellen, sondern es müssen auch noch äußere krebserregende Faktoren einwirken. Auf diese möchte ich, im Bezug auf einzelne Krebsarten, eingehen.

Zusammenfassend ist noch zu sagen, das also viele Faktoren (Erbbelastung, Fehlkopie, äußere Faktoren, Immunsystem) zusammenwirken, die das Krebsrisiko begünstigen, ohne das jedoch Krebs entstehen muss.

2.1 Risikofaktoren

2.1.1 Risiko Ernährung

Nach Schätzung von Experten beruht rund ein Drittel aller Krebserkrankungen auf falscher Ernährung. Dies liegt vor allem an den schädlichen tierischen Fetten, die gleichzeitig viel Cholesterin enthalten und dadurch die Produktion des Geschlechtshormons Testosteron bzw. Östrogen fördert – es ist schon lange bekannt, dass diese zwei Hormone das Wachstum von Krebszellen, insbesondere in der Prostata beziehungsweise in der Brust positiv beeinflussen.

Ein weitere Faktor sind die Ballaststoffe, die vor allem in den Industrieländern mangelhaft in der Nahrung enthalten sind. Diese sind besonders wichtig für die Krebsvorbeugung weil sie die Darmtätigkeit anregen, Giftstoffe im Darm bindenund damit unschädlich machen, so dass diese nur kurze Zeit im Organismus verweilen.

Auch gepökelte und geräucherte Nahrungsmittel bergen Gefahren, so sind die im Pökelsalz enthaltenen Nitrate schädlich, weil sie sich im Magen in krebserregende Nitrosaminde verwandeln können. Bei hohen Temperaturen gegarte Gerichte können ebenfalls die Bildung von Karzinogenen[1], wie aromatischen Kohlenwasserstoffen (z.Bsp. Benzpyren )optimieren.

Tests bewiesen, dass Übergewichtige häufiger an Brustkrebs, Dickdarmkrebs oder Krebs der Gebärmutterschleimhäute erkranken. Bei ihnen wird durch das Fettgewebe mehr Östrogen gebildet, welches, wie schon erwähnt, erheblich zur Bildung der sogenannten „hormonabhängigen“ Brust- und Gebärmuttertumoren beiträgt.

Das Genußmittel Alkohol schränkt die Tätigkeit des Immunsystem ein, es verstärkt damit die Krebswirkung anderer Substanzen(=Kokarzinogenen). Ob Alkohol allein als Karzinom[2] betrachtet werden kann, ist fragwürdig.

Tatsache allerdings ist, das der Genuß alkoholischer Getränke die Gefahr an Krebs der Mundhöhle , des Rachens, des Kehlkopfes, der Speiseröhre, der Leber, des Dickdarms oder der Brust zu erkranken, wesentlich erhöht.

2.1.2 Risiko Krankheit

Wer einmal an Krebs erkrankt ist, hat eine besonders hohe Gefahr einen Rückfall zu erleiden oder an einem anderen Krebs zu erkranken. Jedoch gibt es auch Krankheiten, die das Entstehen von Tumoren begünstigen.

Das Darmkrebsrisiko wird durch chronisch entzündliche Darmkrankheiten wie Colitus ulcerosa oder Morbus Crohn erhöht. Auch eine Erbkrankheit, die sich zunächst nur in einer Vielzahl gutartiger Polypen äußert geht nach einiger Zeit in Krebs über, sie heißt familiäre Polypolis.

Geschlechtskrankheiten, Herpes genitalis oder Warzen im Genitalbereich(Papillomavirusinfektion) fördern ebenso wie chronische Magengeschwüre, die durch das Bakterium Helicobater entstehen, das Voranschreiten der Krankheit Krebs.

Diabetikerin sind laut Medizinern mehr gefährdet Gebärmutter- und Eierstockkrebs zu bekommen. Schädigungen der Speiseröhre durch Verschlucken ätzender Flüssigkeiten oder ständiges Sodbrennen fördern Speiseröhrenkrebs.

2.1.3 Risiko Freizeit

Im alltäglichen Leben auf Arbeit und zu Hause lauern ständig die Gefahren des Erkrankens – sogar im Sexuallleben. Sexuell übertragbare Krankheiten wie das HPV-Virus (Humanes Papillomvirus) und Herpes der Genitalien verursachen Gebärmutterhalskrebs. Auch wurde durch Studien bestätigt, das Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern öfter an Geärmutterhalskrebs erkranken. Man erklärt sich das folgendermaßen: Das Smegma[3] enthält karzinogene Substanzen und kann über den Sexualakt auf die Frau übertragen werden.

Bewegungsmangel, durch den die Produktion der Abwehrzellen vermindert wird, kann indirekt auch zur Krebsgefahr werden, weil das Immunsystem dann nicht alle seine Aufgaben erfüllt. Durch regelmäßiges sportliches Training wird außerdem die Darmtätigkeit erhöht und Schadstoffe gelangen schneller aus dem Körper.

Das Sonnenbaden und Solarium das Hautkrebsrisko erhöhen, ist allgemein bekannt. Denn durch das ständig wachsende Ozonloch und die damit immer intensiver eindringende UV-Strahlung wird das Immunsystem extrem geschädigt.

Rauchen als Hauptursache für Lungenkrebs ist, wird wohl niemand bestreiten, denn über fünfzigtausend Menschen sterben jährlich durch Nikotin (und Teer). Diese Giftstoffe verursachten bösartige Geschwüre – Teer verursacht auch Kehlkopf-, Speiseröhren-, Mundhöhlen-, ja sogar Nieren- und Blasenkrebs! Diese Tatsache ist logisch, wenn man bedenkt, dass die Karzinogene auch in die Blutbahn gelangen und so in entfernteste Organe transportiert werden und sich da anlagern.

Karzinogene sind auch dort, wo wir sie am Wenigsten vermuten: Im Haushalt - Radioaktive Gase wie Radon strömen aus Steinen bzw. aus der Erde und verursachen beim Einatmen Lungenkrebs; Asbest, welches im Baumaterial der Häuser schlummert und nur durch das Aufschleifen der befallenen Steine in die Luft gewirbelt wird, fördert Lungen- , bzw. Rippenfellkrebs.

Ebenfalls in letzter Zeit oft diskutiert ist der Einfluß elektromagnetischer Felder auf den menschlichen Organismus bezüglich Leukämie.

2.1.4. Risiko Arbeitsplatz

Natürlich herrschen an jeden Arbeitsplatz Gefahren, wobei in der Chemie Arbeitende und Arbeitnehmer in der Asbestverarbeitung auf Grund der oben beschriebenen Gefährlichkeit von Asbest, einen besonderen Status haben – so wird Lungenkrebs und Blasenkrebs zur Berufskrankheit. Aber auch Beschäftigte in der Reifenindustrie oder Metall- und Möbelherstellung haben wegen Benzoldämpfen ein erhöhtes Risiko an Leukämie zu erkranken.

2.1.5. Der Krebscharakter

Ein heftig debattierter, weiterer krebsauslösender Faktor soll der sogenannte „Krebscharakter“ sein. Damit gemeint ist das Auslösen der Krankheit durch Streß, z.B. durch den Tod eines Angehörigen[4].

Diese Theorie erscheint logisch, wenn man bedenkt, das Streß das Immunsystem schwächt und so „böse“ Zellen nicht mehr vernichtet werden. Amerikanische Studenten entwickelten eine Skala, auf der die Intensität von Streß definiert werden soll. Wissenschaftler teilen allerdings auch meine Meinung – die Theorie ist zu wenig erforscht, um sie publik zu machen und damit in die Öffentlichkeit zu treten.

Zur Diskussion steht weiterhin das Thema „Krebscharakter“. So wurden Krebspatienten nach ihrem psychischem Befinden befragt und die Studie ergab, das die Krankheit oft nach dem Verlust eines Angehörigen ausbrach oder das häufig in sich gekehrte, unsichere Menschen mit einem gespannten Umfeld Krebs erleiden. Diese beiden Theorien sind meiner Meinung nach sehr umstritten, beide können Krebs sicherlich über die Schwächung des Immunsystems begünstigen, jedoch nicht auslösen, denn genauso viel glückliche, offene und lebensfrohe Menschen erkranken an Krebs!

3. Non – hodgkin – Lymphom

3.1 Das Lymphsystem

Die Krebsart, welche ich in meiner Belegarbeit vorstellen möchte, ist eine Erkrankung des Immunsystems.[5] Aus diesem Grund ist es sicher sinnvoll, zuvor das menschliche Abwehrsystem kurz zu besprechen.

Lymphbahnen sind ähnlich den Blutgefäßen überall im Körper verteilt und verbinden so die einzelnen lymphatischen „Organe“: Milz, Lymphknoten, Thymus, Knochenmark, lymphatisches Gewebe der Atemwege und des Darmes.

Der Lymphknoten selbst hat einen differenzierten Aufbau[6]. Nur zur Information möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass sie eine rundlich bis längliche, flache Erscheinung haben.

Sie bestehen größtenteils aus Lymphozyten, die biologisch gesehen zu Gruppe der Leukozyten gehören.

Unterteilt werden im Lymphknoten selbst in Mark- und der Rindenregion. In der Rinde sind hauptsächlich B - Lymphozyten zu finden und in dem Mark die T - Lymphozyten, welche auch da gespeichert werden. Doch zu deren Funktion später mehr.

Lymphknoten können durch die langsame Zirkulation in den Lymphbahnen das zu transportierende Material intensiv reinigen.

Die lymphatische Abwehrzellen sind spezialisierte weiße Blutkörperchen, die dem Körper erheblichen Nutzen beim Kontakt mit krankhaften Zellen bringen.

Man unterteilt sie in T-Lymphozyten, welche im Thymus gebildet werden, und B-Lymphozyten, entstanden im Knochenmark[7]. Beide sollen Viren und Bakterien beseitigen. Trotzdem haben die Lymphknoten neben der Reinigung der Lymphflüssigkeit eine Schlüsselfunktion in unserem Körper, da sich die im Knochenmark oder im Thymus entstanden Lymphozyten erst in den Lymphknoten vollständig ausbilden.

Die Milz hingegen reinigt das Blut von abgestorbenen oder defekten Blut- und Fremdzellen. Außerdem speichert sie die lebensnotwendigen Lymphozyten, welche bei Bedarf dann zum betreffenden Organ geschickt werden können.

3.2 Funktion des körpereigenen Abwehrsystems

Eine Vielzahl von Fremdstoffen dringen täglich in unseren Körper ein. Dieser ist nun gezwungen, die Erreger zu vernichten – dies bewerkstelligt er mit einem komplizierten Wechselspiel zwischen den Zellen des Abwehrsystems. Die schon erwähnten T-Lymphozyten fressen richtiggehend Krankheitserreger, defekte Zellen und Tumore auf. Antikörper[8] werden von B-Lymphozyten gebildet, welche sich an die Oberfläche des Keimes „hängen“, damit die Erreger leichter für die T-Lymphozyten erkennbar werden und so die Vernichtung rasch in die Wege geleitet wird.

Zum Wiedererkennen bestimmter Krankheitserreger bilden T- und B-Lymphozyten gemeinsam Gedächtnisszellen aus. Dies geschieht im Laufe der Erstinfektion. So ist es möglich beim erneuten Eindringen des Antigens[9] eine schnelle und zielgerichtete Vernichtung einzuleiten.

B-Lymphozyten entstehen aus Plasmazellen. Diese Plasmazellen entwickelten sich wiederum aus den B-Zellen und der Stammzelle. Während dieser Entwicklung können immer wieder Störungen und Fehler auftreten, welche zum Entstehen maligner[10] Lymphomerkrankungen im Bereich der B-Lymphozyten führen können.

Monoklonale Antikörper sind die Abkömmlinge einer Plasmazelle die ihr völlig identisch sind - doch zu deren Funktion später im Bereich der Antikörperbehandlung mehr. Etwas genauer betrachten wir den Prozess der Vernichtung am Aufbau eines Antikörpers[11]:

Der Antikörper besteht aus 2 Teilen, der variablen und der konstanten Region. Die variable Region unterscheidet sich bei jedem Antikörper. Sie ist es auch, welche an die Oberfläche des Keims andockt und ihn vernichtet. Die größere konstante Region ist bei jedem Antikörper gleich und für die Aktivierung des Abwehrmechanismus nach der Antikörperandockung und deren Vernichtung verantwortlich.

Diese kleine Einführung in die Immunbiologie ist die Voraussetzung für das Verstehen einiger Behandlungsmethoden, die unter Punkt 4 erläutert werden.

3.3. Merkmale der Erkrankung, Diagnosemaßnahmen

Ein angeschwollener Lymphknoten kann gutartig[12] oder bösartig sein. Der gutartige Tumor[13] kann durch Medikamente, Infektionen, Allergien oder Entzündungen hervorgerufen wurden sein.

Der benigne Tumor ist oft schmerzhaft, leicht verschiebar, mit einer weichen Beschaffenheit und in seiner Gesamtheit relativ klein(weniger als 2 cm) – er verschwindet oft von selbst oder nach einer entsprechenden Behandlung der Grunderkrankung.

Das Bösartige Lymphom wächst hingegen relativ langsam, wird aber größer und härter, sowie weniger verschiebar und schmerzlos. Meist fühlt man sich zusätzlich schwach, müde, Appetit- und Antriebslos. Eine endgültige Diagnose kann aber nur der Fachmann vornehmen.

Allgemein ist zu sagen, das sich bösartige Lymphzellen bei malignen Lymphomerkrankungen auf unkontrollierbare Art und Weise vermehren.

Einige äußere Kennzeichen von bösartigen Tumoren wurden schon genannt, allerdings kann nur ein Arzt nach zahlreichen Tests den genauen Krankheitsstand feststellen, zum Beispiel durch Blut- und Urinuntersuchungen, sowie durch eine Anamnese[14] mit gleichzeitiger Ganzkörperuntersuchung. Es werden des Weiteren die Mengenverhältnisse der Blutkörperchen gemessen, denn bei Non- hodgkin-Patienten (NHL-Patienten) ist das Gleichgewicht zwischen Fress- und Abwehrzellen gestört. Es wird bei einer Biopsie/Punktion unter örtlicher Betäubung lebendes Gewebe aus dem Knochenmark oder den Lymphknoten entnommen und die entarteten Zellen untersucht.

Mit Hilfe des Ultraschalls kann man zusätzlich den Bauchraum auf Krebsbefall untersuchen, bzw. mit Computertomographie(CT) schichtweise die betroffenen Stellen aufzeichnen lassen. Es gibt noch zahlreiche weitere Maßnahmen zur Festellung der genauen Krankheitsform, wie zum Beispiel Magnetresonanz und Sonografie, auf die ich aber nicht weiter eingehen kann, da dies den Rahmen meiner Arbeit sprengen würde.

3.4 Einteilung der bösartigen Lymphome, Ursachen

Grundsätzlich teilt man maligne Lymphome in zwei Gruppen ein:

Non- Hodgkin - Lymphom und Morbus Hodgkin[15]

Der Unterschied zwischen NHL[16] und Morbus Hodgkin besteht darin das der letztere gekennzeichnet ist durch „Sternberg’sche Riesenzellen“. Diese Form der Lymphonerkrankungen wurde schon viel eher als das Non – Hodgkin - Lymphom erkannt, denn schon 1832 beschrieb der Londoner Pathologe Thomas Hodgkin diesen Krebs.

Auf das NHL möchte ich in dieser Arbeit besonders eingehen. Im Allgemeinen teilt man in 3 Stadien ein: niedrigmaligne, intermediärmaligne und hochmaligne.

Gemäß den Namen kann man schlußfolgern, dass hochmaligne ein schnelles, aggressives Wachstum haben und niedrigmaligne sich eher schleichend vermehren.

In den letzten Jahren wurde eine vollständige, genauere Einteilung angestrebt, so dass schließlich die Kiel-Klassifikation[17] und die working formulation[18] zur REAL-Klassifikation zusammengefasst wurden. Diese beinhaltet eine nochmalige Teilung in B-Zell-Lymphome und T-Zell-Lymphome, je nach dem von welchen Lymphozytentyp die Erkrankung abhängt.

NHL kann von einem Lymphknoten selbst[19] oder von lymphatischen Gewebe[20] seinen Ausgang nehmen. Über ⅔ aller NHL sind nodalen Ursprungs, wobei die Lymphknoten am Hals meist den Ausgangspunkt bilden. Die Ausbreitung erfolgt durch Wachsen in die Umgebung und durch Verbreitung über die Blutbahnen in den ganzen Körper.

Nicht nur die Lymphomart, sondern auch die Stadien werden nach bestimmten Kriterien wie Ausbreitung und Symptomen eingeteilt.

So gibt es 4 Stadien, vom Befall einer Lymphknotenregion(Stadium1) bis zum Befall der Organe (Stadium 4).

Das Non – Hodgkin - Lymphom ist im Vergleich zu anderen Krebsarten wie Brustkrebs eine relativ seltene Krankheit. In Deutschland erkranken jährlich circa 4.400 Männer beziehungsweise 4.900 Frauen. Im Durchschnitt erkranken die Patienten im Alter von 60 Jahren. Die Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland veröffentlichten in Zusammenarbeit mit dem Robert - Koch Institut eine Broschüre über Häufigkeiten und Trends zahlreicher Krebsarten.[21] Sie fanden unter Anderem heraus, dass etwa 52% der Männer und 56% der Frauen 5 Jahre nach der Diagnose noch lebten.[22]

Die Ursachen für NHL ist noch ungeklärt, jedoch vermutet man einen Zusammenhang zwischen Infizierten mit dem Epstein-Barr-Virus[23] und dem Burkitt-Lymphom (Lymphomtypen werden später näher beschrieben).

Es wurde außerdem beobachtet, dass HIV-Infizierte häufiger an NHL erkranken.

Verallgemeinernd ist also zu sagen, dass Virusinfektionen das Entstehen der Krankheit NHL, vermutlich durch Immunschwächung, fördern. Außerdem können Chemotherapien, also ionisierende Strahlungen NHL hervorrufen.

Aber auch äußere Risiken wie Schwermetalle, organische Lösungsmittel, Herbizide und Insektizide sowie radioaktive Strahlungen begünstigen NHL-Entstehen.

Bei den Erkrankten entdeckte man eine Veränderung der Chromosomen, welche aber nicht vererbt wurde, sondern im Laufe des Lebens erworben wurde. Durch diese Veränderungen in den Chromosomen könnten sogenannte Genumlagerungen entstehen, welche die Entwicklung entarteter Zellen begünstigen. Körpereigene Antikörper können nicht mehr in das Geschehen eingreifen, da die Entartung nicht durch körperfremde Stoffe stattfand und so die Immunzellen das betroffene Gewebe nicht attackieren. In der Folgezeit können sich dann diese veränderten Zellen zu Krebszellen entwickeln und durch eine wuchernde, unkontrollierte Vermehrung in den lymphatischen Zellen zu bösartigen Lymphomen führen.

3.5. Unterarten der Non - Hodgkin – Lymphome

Aufgrund einer Vielzahl von Lymph- und Abwehrzellen, gibt es auch viele verschiedene Lymphome, von denen ich die wichtigsten kurz vorstellen möchte.[24]

Das eben schon erwähnte Burkitt-Lmphom tritt wie das Epstein-Barr-Virus häufig in tropischen Teilen Afrikas auf. Aus diesen Gründen schlußfolgerte man auf eine Verbindung zwischen Viruserkrankungen und Lymphomen. Es entsteht aus sehr reifen Immunzellen.

Eine der häufigsten Erkrankungen des NHL sind neben der chronisch-lymphatische Leukämie(CLL) die großzelligen B-Zell-Lymphome. Sie machen ⅓ in der Gruppe der malignen Lymphome aus. Die Haarzell-Leukämie[25] ist eine sehr seltene Form von Blutkrebs, die unter anderem durch charakteristische Formveränderungen (haarförmige Zellfortsätze) an bestimmten weißen Blutkörperchen gekennzeichnet ist. Das Multiple Myelom(oder auch Plasmozytom) ist ein Lymphom, welches von Plasmazellen ausgeht, die sich im Knochenmark aus Immunzellen bilden.

Des weiteren gibt es die Gruppe der Magen- und Hirnlymphome, welche etwa 3% der Krebserkrankungen im Darm und 2% der Hirntumore ausmachen. Eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut durch ein bestimmtes Bakterium namens Helicobacter Pylori erhöht das Risiko an dem MALT-Lymphom zu erkranken.

Diese kurze Einführung in die verschiedenen Unterarten von Non - Hodgkin - Lymphomen soll nur ein „kleiner Ausflug“ gewesen sein. In den folgenden Kapiteln beziehe ich mich im Allgemeinen wieder auf die Grunderkrankung NHL und deren Behandlungsmöglichkeiten.

4. Behandlungsmethoden

4.1 Chemo-und Strahlentherapie

Die Chemotherapie ist die wohl bekannteste, doch auch die umstrittenste Behandlungsmethode bei Krebs – sicher aufgrund ihr zahlreichen Nebenwirkungen, doch dazu später mehr. Im Gegensatz zu einer Strahlentherapie, auf die ich im nächsten Abschnitt näher eingehen möchte, wirkt die Chemotherapie auf den gesamten Organismus, denn die Substanzen gelangen über die Blutbahn in jeden Bereich des Körpers.

Grundsätzlich dient die Chemotherapie dazu, das oft wuchernde und unkontrollierte Wachstum maligner Zellen zu hemmen, oder diese abzutöten. Chemosubstanzen[26] dringen in die Zelle bis zum Zellkern ein und zerstören so von Innen nach Außen systematisch die Zelle. Leider wird aber nicht nur lymphatisches Gewebe, sondern auch gesunde Zellen an angegriffen. Vor allem Zellen, die sich oft und schnell teilen, wie zum Beispiel Schleimhäute, sind häufig Zytostika - Angriffen ausgeliefert, weil sie sich in ihrer Vermehrung ähnlich den Krebszellen verhalten. Die Zellschädigung erfolgt also unspezifisch.

Chemotherapien werden in unterschiedlichen Situationen und mit unterschiedlichen Zielen angewandt. Die kurative Therapie hat die Absicht den Patienten zu heilen.

Aber nur seltene Krebsarten sind mit alleiniger Chemotherapie heilbar, zu ihnen zählen einige Lymphome im frühen Erkennungsstadium.

Wird die Chemotherapie noch durch andere Maßnahmen wie Strahlentherapie oder Operation unterstützt, und wenn diese Kombination zur Heilung führen sollen, dann nennt man diese Form der Chemotherapie adjuvante[27] Therapie. Das Zytostatika übernimmt dabei die Aufgabe, Reste von malignen Zellen, zum Beispiel nach einer Operation, endgültig zu entfernen.

Chemotherapien können auch vor Operationen angewandt werden, um den Tumor zu verklienern und operabel zu machen, oder um etwaige Metastasen zu vernichten.[28]

Wenn eine Heilung durch Chemotherapien nicht mehr möglich ist, diese also nur noch zur Verkleinerung des Tumors oder zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt, dann ist solch eine Therapie palliativ[29]. Dies ist oft bei Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium und bei metastasenbildenden Tumoren der Fall.

Die Chemotherapie kann, wie schon erwähnt, als Monotherapie eingesetzt werden. Diese Form der Behandlung ist für den Patienten meist gut verträglich, zerstört im Gegenzug aber weniger böse Zellen. Eine Kombination von mehreren Medikamenten heißt Polychemotherapie. Sie greift von unterschiedlichen Seiten das Gewebe an und gibt so den malignem Zellen weniger Spielraum, sich zur Wehr zu setzen(z.B. um Resistenzen auszubilden). Auf der anderen Seite ist diese Kombinationschemo belastender für den Körper und führt zu mehr Komplikationen mit Nebenwirkungen. Welche Art von Chemotherapie eingesetzt wird, entscheidet der Arzt je nach Art des Tumors, Ausbreitungsgrad und nach dem Allgemeinzustand des Patienten.

Eine Chemotherapie erfolgt meist in Zyklen, das heißt Behandlungsphase und Pausen wechseln sich ab. Diese Behandlungspausen sind nötig, damit sich eventuell zerstörtes, gesundes Gewebe wieder neu bilden kann, beziehungsweise die geschädigten Zellen Zeit zum Erholen haben. Glücklicherweise sind Krebszellen nicht so schnell in der Lage, sich zu erneuern. Das Zytostatika wird selten in Tablettenform, oft aber über Infusionen verabreicht. Häufig muß zusätzlich Flüssigkeit und Nahrung intravenös gegeben werden, damit sich die „Giftstoffe“ der Chemotherapie nicht zu lang in Niere und Blase verbleiben und so keinen dauerhaften Schaden anrichten können.

Nun zu den oft erwähnten Nebenwirkungen: durch die schon genannte unspezifische Zerstörung sich schnell teilender Zellen werden Schleimhäute im Verdauungstrakt, Haarwurzeln und Zellen des blutbildenden Knochmarks angriffen. Dies führt zu Entzündungen um Mund- und Rachenraum, sowie im Darmentzündungen. Diese Reizungen des Gewebes rufen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Gewebezerstörungen hervor.

Haarausfall ist eine sehr offensichtliche Begleiterscheinung. Schädigungen des Knochenmarks[30] führen zu inneren und äußeren Blutungen, sowie zu Gerinnungsstörungen und Infektionsanfälligkeit[31]. Es gibt noch eine weitere Form der Chemotherapie, die Hochdosischemotherapie. Doch diese Behandlungsmethode möchte ich gern in einem späteren Kapitel diskutieren.

Die Strahlentherapie setzt sich als Ziel, das Wachstum der Zellen, beziehungsweise die Zellteilung, zu hemmen. Die Strahlen setzen im Zellkern an und verändern die DNS. Zellen haben allerdings ein Reparaturmechanismus, der mit Hilfe von Enzymen den veränderten DNS - Abschnitt herausschneidet und durch den eigentlichen Teil wieder ersetzt. Diese Reparaturfähigkeit ist bei gesunden Gewebe viel besser ausgeprägt als bei Krebszellen. Sie sind also empfindlicher gegenüber den Strahlen. So kann eine gezielte Therapie maligne Zellen auslöschen, ohne dabei nachhaltig die umgebenden Zellen zu schädigen.

Eine Strahleneinheit heißt Gray (Gy). Die erforderliche Dosis um einen Tumor zu zerstören liegt etwa bei 70 Gy. Diese wird in mehreren Einzelsitzungen zu je 2 Gy verabreicht. Je kleiner die Dosis ist, desto besser verträgt sie der menschliche Organismus.

Wie bei der Chemotherapie unterteilt man auch bei dieser Form der Behandlung in kurative Therapie mit dem Ziel der Heilung, und in adjuvante, also Nachsorgetherapien. Strahlentherapie kann auch als Ziel die Schmerzlinderung haben, also palliativ eingesetzt werden. Dies hilft vor allem bei Schmerzen durch Knochenmetastsen, sowie Nebenwirkungen von anderen Therapien wie Atemnot, Schluckbeschwerden, Lähmungen, Lymph- und Harnstau und bei Blutungen.

Es gibt verschiedene Formen der Strahlentherapie: die Bestrahlung von Außen und von Innen.

Die externe Bestrahlung[32] ist eine der am meisten verwandte Form.

Dabei werden Strahlen in einem Linearbeschleuniger oder Telekobaltgerät[33] auf eine festgelegte Fläche auf den Körper gebracht. Linearbeschleuniger arbeiten entweder mit ultraharten Strahlen, also mit Protonen höherer Energie, die sich für die Behandlung tiefliegender Tumoren eignen, oder mit Elektronen die nur wenige Zentimeter tief eindringen können.

Die zweite Form der Strahlentherapie, die sogenannte afterloading - Therapie, wird selten angewandt. Eine Strahlenquelle wird in einer Hülse über Körpereingänge(Speiseröhre, Luftröhre, Scheide, Enddarm, Gebärmutter) in das Innere des Organismus geführt und entfaltet von da aus seine Wirkung. Allerdings reichen die Strahlen nur wenige Zentimeter weit, was den Vorteil hat das eine kleine Fläche mit einer hohen Dosis Strahlung behandelt werden kann und so die Behandlung effektiviert wird.

Strahlung kann auch durch spezielle Nadeln direkt in das kranke Gewebe geschickt werden. Dieser Eingriff findet natürlich unter Narkose statt.

Die Vorbereitung einer Strahlentherapie ist sehr aufwendig. Der Radiologie muss den Computer genau hinsichtlich der zu bestrahlenden Stellen programmieren, um das Gewebe in der Umgebung bestmöglich zu schützen. So werden unter Umständen sogar Vermerke auf der Haut mit Hilfe von Farben angebracht. Die eigentliche Strahlentherapie findet in einem abgeschirmten Raum, einem Bunker statt. Sie dauert meist nur wenige Sekunden, beziehungsweise bis zu zwei Minuten. Als Nebenwirkungen sind zu nennen: Reizungen der Organe und Schleimhäute, die im unmittelbaren Umfeld des Bestrahlungsortes liegen.

4.2 Antikörpertherapie

CD20[34] ist ein Eiweiß, das man häufig an der Oberfläche maligner B-Lymphozyten findet. Die Funktion dieses Antigens ist weitesgehend ungeklärt, jedoch vermutet man, dass es das Wachstums kontrolliert.

CD20 ist ein natürliches, körpereigenes Eiweiß und wird deshalb vom menschlichen Organismus nicht als Antigen erkannt, folglich bildet der Körper auch selbst keinen Antikörper gegen das Eiweiß. Rituximab ist aber nun solch ein Antikörper der sich an das CD20 bindet und die Zelle welches dieses Antigen trägt, abtötet.

Man induzierte Mäusen CD20, weil sie selbst Antikörper gegen das Eiweiß bilden. Für den Einsatz am Menschen sind die von den Mäusen gewonnenen Antikörper trotzdem ungeeignet, da der Organismus nach mehreren Gaben den Maus -Antikörper als fremd erkennt und selbst Antikörper gegen den Maus - Antikörper[35] bildet und somit den Helfer - Antikörper zerstört. Außerdem weist der Maus - Antikörper eine andere Struktur als der menschliche Antikörper auf.

Um den Antikörper doch noch für die Behandlung zu nutzen, wurde die Regionen welche das CD20 binden, gentechnisch herausgeschnitten und mit der konstanten Region eines menschlichen Antikörpers gekoppelt. So entstand ein chimärer[36], monoklonarer[37] Antikörper. Durch die moderne Gentechnik lassen sich solche Antikörper in riesigen Mengen herstellen, um so den Patienten helfen. Selbst nach mehreren Gaben ist der Antikörper noch wirksam und er aktiviert sogar die körpereigene Abwehr gegen die CD20-tragenden Zellen.

Rituximab, oder auch MabThera genannt, verbleibt nach der Infusion noch einige Tage im Blutkreislauf und erreicht so fast alle Körperregionen um CD20 positive Zellen abzutöten.[38]

Der Anti-CD20 Antikörper kann gegen fast alle Lymphome eingesetzt werden, da diese malignen Zellen sehr häufig CD20-Marker auf ihrer Oberfläche tragen. In der Behandlung mit Patienten mit follikulären[39] Lymphom im späten Stadium zeigte diese Behandlung zufriedenstellende Ergebnisse, das heißt das Wachstum des Tumors ging zurück oder stagnierte. Selbst bei Patienten, die Resistent gegen Chemotherapien geworden sind oder Rückfälle erlitten haben, beobachtete man denselben Behandlungserfolg.

Doch auch Rituximab weist einige Nebenwirkungen auf: zum Beispiel Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Schwäche und Kopfschmerzen. Oft treten diese Überempfindlichkeitsreaktionen kurz nach oder schon während der ersten Gabe auf. Diese Unannehmlichkeiten lassen sich jedoch relativ einfach, mit Cortison[40] und Paracetamol[41] behandeln.

Eine Kombination von Chemo- und Antikörpertherapie erwies sich als äußerst sinnvoll, die Behandlungserfolge waren deutlich besser als bei alleiniger Chemotherapie.

Abschließend ist noch zu erwähnen das Rituximab viel besser verträglich für den menschlichen Organismus als beispielsweise eine Chemotherapie ist, da nur maligne Zellen zerstört werden, ohne gesundes Gewebe in Mitleidenschaft zu ziehen.

4.3. Transplantationsverfahren

Eine Transplantation ist für zahlreiche Menschen die letzte Hoffnung auf Überleben, ja vielleicht sogar auf Heilung. Schon in der griechischen Mythologie tauchte die Idee von der „Reinigung des Blutes oder des Marks“ auf, um auf diesem Wege Krankheiten zu heilen. So erneuerte Medea mit einem intravenösen Zaubertrank das alternde Blut ihres Jasons. Doch dies soll nur als Vorbemerkung gelten.

Der erste ernsthafte Versuch einer Transplantation des Knochenmarks erfolgte 1939. Ab diesem Zeitpunkt experimentierte man natürliche zunehmend mit diesem Heilverfahren, bis 1968 jedoch erfolglos, das heißt das gespendete Knochenmark wurde vom „Wirt“ abgestoßen.

Als der Franzose Dausset gewebeverträgliche Antigene fand, insbesondere das

HLA - Antigen[42], konnte 1968 die erste erfolgsbringende Knochenmarksübertragung durchgeführt werden. Der Patient von damals lebt übrigens heute immer noch!

4.3.1 Autologe Transplantation

Bei der autologen Transplantation werden dem Patienten eigene Stammzellen aus dem Blut[43] oder dem Knochenmark entnommen und konserviert. Nach einer Tumorbehandlung, das heißt einer Chemo- oder Strahlentherapie werden dem Betroffenen seine eigenen Zellen wieder zurückgegeben. Der passendere Begriff wäre sicherlich „Reimplantation“.

Vorwiegend wird diese Behandlung bei Lymphompatienten oder Brustkrebs durchgeführt. Die Altersgrenze liegt bei 65 Jahren, vorausgesetzt der Betroffene ist sonst vollkommen gesund und kann so die Hochdosischemotherapie und deren Nebenwirkungen überstehen.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass bei geringer Tumormasse und zeitiger Transplantation die Heilungschancen am höchsten sind. Speziell bei Non - Hodgkin - Patienten wird meist erst bei Nichtansprechen einer Chemo - oder Strahlentherapie eine autologe Transplantation in Erwägung gezogen. Laut meinen Quellen sind die Chancen für eine endgültige Heilung bei dieser Krebsart ziemlich gering.

Wie schon erwähnt, wird nach der Entnahme der Stammzellen der Körper einer Hochdosischemotherapie ausgesetzt. Das bedeutet, dass die Zytostatika so hoch dosiert werden, das möglichst viele Tumorzellen zerstört werden. Doch man in meiner Arbeit schon lesen konnte, besteht der große Nachteil der Chemotherapie darin, das neben dem kranken Gewebe auch gesunde Zellen vernichtet werden. Also müssen vor der Therapie funktionstüchtige Zellen entnommen und isoliert, sowie von restlichen Krebszellen gereinigt werden. Dieses Verfahren bezeichnen die Fachmänner als purging.

Allerdings überschneiden sich Chemotherapie und Stammzellentnahme in der Praxis. So werden 2 Tage nach dem Ende der Chemotherapie erst Wachstumsfaktoren gegeben, um die Zellen zu mobilisieren, um dann 14 Tage später den Patienten an einen Zellseparator anzuschließen. In diesem werden die einzelnen Zellbestandteile durch Zentrifugalkraft getrennt und nur das Blutstammzellkonzentrat zum Konservieren mit flüssigem Stickstoff verwendet.

Nach einer bestimmten Zeit bekommt der Patient seine eigenen Stammzellen zurück. Dies ist nicht spektakulär, man stelle sich die Rückgabe eher als eine Transfusion vor. Die Zellen siedeln sich sofort wieder im Mark an und übernehmen ihre ursprüngliche Aufgabe der Blutbildung.

Die Übertragung von peripheren Stammzellen hat einen großen Vorteil, da kein passender Spender gesucht werden muss und natürlich auch die Antigene übereinstimmen, sodass es zu keiner Abstoßungsreaktion kommen kann. Dies erspart viele Medikamente und damit auch deren Nebenwirkungen. Sie ist im Allgemeinen besser verträglich als die allogene Transplantation und somit auch für ältere Patienten geeignet.

Letztenendes ist eine Heilung trotzdem nicht gesichert, da es trotz der Reinigung des Blutes zu Tumorzellen innerhalb des Transplantats kommen kann und somit das Rezidivrisiko nicht zu verachten ist.

Die verbliebenen Stammzellen können durch die Vorbehandlung nicht mehr funktionstüchtig sein und so besteht die Gefahr einer Blutarmut, die zur Folge hat dass man ständig Transfusionen benötigt.

4.3.2. Allogene Transplantation

Die Transplantationsform, welche ich im folgenden Abschnitt erläutern möchte, spricht Patienten mit einer angeborenen Störung des Immunsystems oder Blutbildungsstörungen, sowie im Onkologischen Bereich Lymphom- und Leukämieerkrankte an. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass auch Patienten mit Defekten in der Stammzell – abhängigen Blutbildung[44] durch die allogene Transplantation geheilt werden können.

Sie ist im Gegensatz zur autologen Transplantation eine Fremdtransplantation. Dies ist eine weitaus nebenwirkungsreichere und somit gefährlichere Behandlungsform, allerdings verspricht sie endgültige Heilung.

Vor einer Behandlung muss erst ein passender Spender gefunden werden. Da es durch Vererbung am wahrscheinlichsten ist, dass nahe Verwandte ähnliche Antigene aufweisen, werden zunächst die Angehörigen auf Kompatibilität untersucht – die Wahrscheinlichkeit das Geschwister „passend“ sind, beträgt 25%.

Außerdem treten bei verwandten Spendern seltener Unverträglichkeitsreaktionen auf. Eineiige Zwillinge gelten als ideale Spender, da sie in ihren Merkmalen der HLA - Antigene vollkommen identisch sind. So bleibt also die Unverträglichkeitsreaktion[45] aus, was aber nicht heißt das diese Patienten keinen Rückfall erleiden können. Laut Studien ist beweisen wurden, dass die GvHD, genauer die T – Lymphozyten des Spenders, die den Organismus angreifen ebenfalls die im Körper verbliebenen Tumorzellen eliminieren und so die Heilungschancen steigen.

Lassen sich keine Übereinstimmungen finden, wird mit Hilfe des Computers in der weltweit zweitgrößten Spenderdatei gesucht: der deutschen Knochenmarkspenderdatei. Lässt sich so National immer noch kein kompatibler Spender finden, beginnt die Suche weltweit.

Der Spender muss in jedem Fall gesund und zwischen 18 bis 60 Jahre sein, das heißt er darf nicht HIV - infiziert sein und sollte andere Infektionerkrankungen[46] nicht durchgemacht haben. Des Weiteren können Menschen mit Erkrankungen des Herz - Kreislaufsystems, der Leber, des Immunsystems, Diabetes und Krebs nicht in die Spenderkartei aufgenommen werden. Entgegen den Vorstellungen der Meisten ist es aber vollkommen egal, welches Geschlecht und welche Blutgruppe Spender und Empfänger haben, da nur das HLA - System entscheidend ist. Diese HLA - Antigene werden auf den weißen Blutkörperchen bestimmt. Die Gewebemerkmale werden in 3 unterschiedlichen Testverfahren herausgefunden. Einen Spender zu finden ist sehr schwierig, man schätzt das auf einen kompatiblen Spender etwa 10000 nicht passende Spender kommen.

Bei unterschiedlichen Blutgruppen bekommt der Erkrankte die Bluteigenschaften des Spenders. Obwohl die Blutzellen bei unterschiedlichem Geschlecht die Merkmale des Spenders besitzt, bleibt dieser Fakt ohne Auswirkung für den Betroffenen. Es scheint sogar sinnvoll zu sein, die oben beschrieben Unterschiede zwischen den beiden Menschen zu haben, da die Entwicklung im Organismus für den Arzt besser zu beobachten ist. Wenn der Empfänger die Blutgruppe des Spenders hat, ist die Transplantation geglückt. Auf diese Weise kann man schnell unerwünschte Abstoßungsreaktionen bemerken und dementsprechend handeln.

Der Vorgang in Körper des Empfängers teilt man in 3 Stadien ein. Die erste nennt sich Konditionierung. In dieser Phase wird der Körper auf das neue Knochenmark vorbereitet, das heißt dass alle eigenen Blutzellen durch eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie vernichtet werden. Nach der Transplantation, im zweiten Stadium kommt es zu einer so genannten Aplasie. Weder das eigene noch das fremde Knochenmark arbeiten. Man stelle sich also vor, dass dieser Mensch während der 3 Wochen kein Immunsystem hat. Der Arzt hat hier dafür zu sorgen, dass mit Hilfe von immununterstützenden Mitteln und strengsten Hygienevorschriften ein Grossteil von Keimen gar nicht erst zum Patienten gelangen. Es müssen jegliche Infektionen, Blutungen, und Gewebeverletzungen ausgeschlossen werden können. In der dritten Phase beginnt das fremde Knochenmark zu arbeiten, dies erkennt man wenn die ersten weißen Blutkörperchen im Blut sichtbar werden. Die Zellen haben sich nun in Knochen angesiedelt und vermehren sich. Trotzdem ist das neue Knochenmark in dieser Phase noch sehr schwach und selbst vorbeugend gegebene abwehrhemmende Mittel verhindern eine GvHD selten. Wie schon erwähnt wirkt sich die Knochenmarktransplantation oft negativ auf den gesamten Organismus aus. Durch die Konditionierungstherapie treten Nebenwirkungen gemäß denen der normalen Chemo- oder Strahlentherapie auf[47]. Während der Transplantationszeit bis mindestens 1 Jahr nach der Knochenmarksübertragung muss der Arzt den Patienten mit Kortison behandeln, um eine zu starke GvHD abzuwehren. Kortison/Prednisolon ist ein Nebennierenrindenhormon und es verbessert den Appetit, was nach der extremen Gewichtsabnahme nach der Chemotherapie oft wünschenswert ist. Allerdings kann das zunehmen schnell außer Kontrolle geraten. Außerdem schädigt Kortison die Magenschleimhaut, so kann es leicht zu Magengeschwüren kommen. Bluthochdruck, grauer oder grüner Star, sowie das Sicca-Syndrom[48], sind ebenfalls Nebenwirkungen die nach der Behandlung auftreten können. In dem die Abstoßungsreaktion gehemmt wird, wird gleichzeitig auch die Immunabwehr geschwächt. Sehr unangenehm kann die Schwächung des Stützgewebes sein. In der Folge nimmt die Muskelkraft ab und somit auch der Mineralsalzgehalt. Dies führt zu einem hohen Knochenbruchrisiko. Am Hüftknochen kann der Abbau so stark sein das eventuell eine künstliche Hüfte eingesetzt werden muss. Des Weiteren klagen die Patienten über Gelenkschmerzen. Osteoporose, also Knochenentkalkung ist ein häufiges Problem. Normalerweise harmonieren im Knochengewebe der Auf- und Abbau der Zellen. Bei der Osteoporose bauen allerdings mehr Zellen den Knochen ab. Gründe dafür sind die schon erwähnte Kortisonbehandlung, aber auch die lange Liegezeit im Krankenhaus und die Tatsache, dass sich viele Patienten nach der Transplantation sehr schwach fühlen und sich deswegen zu Hause zu lange schonen. Regelmäßige leichte sportliche Betätigung und einige Medikamente helfen aber rasch bei der Behebung der Komplikation Osteoporose.

Eine oft als positiv empfundene Nebenwirkung des Kortisons ist die belebende Wirkung. Allerdings kann diese auch so weit gehen, dass der Betroffene eine innere Unruhe verspürt und unter Schlaflosigkeit leidet. Ich sagte schon, dass ein Rückfall oder die Erkrankung an einer neuen Krebsart nicht auszuschließen ist.

Verantwortlich dafür werden die schädlichen Stoffe der Chemo- und Strahlentherapie gemacht. Zum Glück steht der Patient immer unter ärztlicher Kontrolle, so dass ein Zweitkrebs zeitig erkannt und behandelt werden kann.

In meinen Ausführungen sprach ich schon häufig von Abstoßungsreaktionen, einer Graft – versus – host – disease (GvHD). Diese Komplikation tritt nur bei allogen Transplantierten auf, da bei einer eigenen Stammzell - Reimplantation die Gewebemerkmale vollkommen übereinstimmen. Das Transplantat und das Gewebe des Empfängers versuchen sich ständig zu zerstören, da sie einander als fremd erkennen. Die T - Lymphozyten des Spenders sind zuständig für die Erkennung der fremden Zellen und leitet deren Zerstörung mit Hilfe von Zytokinen[49] ein. Angegriffen werden dabei meist die Haut, Leber und Schleimhäute. Medikamente wie Cyclosporin A[50] hemmen die Lymphozyten in ihrer Tätigkeit. Auf Grund dieser Tatsachen versucht man bei der Spendersuche Gewebe zu finden, dass so gut wie möglich zu den Gewebemerkmalen des Patienten passt. Je identischer das Knochenmark ist, desto geringer ist die Gefahr einer Unverträglichkeitsreaktion und desto weniger gefährlich ist die allogene Transplantation. Allerdings kann die GvHD auch erst durch ein Infektion richtig kompliziert werden. Deswegen muss das Immunsystem auch lange Zeit nach der eigentlichen Transplantation noch geschont und gegebenenfalls unterstützt werden.

Man unterscheidet drei Stadien einer GvHD. Die akute GvHD tritt während der ersten drei Monate auf und greift vor allem die Haut, später die Leber und den Magen an. Die Schwere der GvHD erkennt man auch leicht als Laie. Rötungen an der Haut sind als eine leichte Form zu verstehen, extremer Durchfall und die Zersetzung von Leber und Lunge definiert man als schwersten Grad. Oft kann es dabei zu Gelbsucht und Atemnot kommen. Je nach Belastbarkeit des Patienten setzt man die äußerst nebenwirkungsreichen Medikamente ein. Die chronische GvHD ist jene, die länger als drei Monate andauert.

Sie gibt es in limitierter Form – die befallenden Organe sind lokal begrenzt – und extendierter Ausbreitung. In diesem Fall ist die ganze Hautpartie, sowie Lunge und Leber betroffen. Diese Beschwerden verbunden mit den Nebenwirkungen der Medikamente, die ja eigentlich gegen die GvHD gegeben werden, lassen darauf schlußfolgern das die Abstoßungsreaktion keinesfalls zu unterschätzen ist. Jedoch vermuten die Ärzte das die Reaktion im Körper einen positiven Nebeneffekt hat. Neben den gesunden Zellen werden nämlich gleichzeitig neu entstandene oder gar verbliebene Krebszellen durch die T – Lymphozyten des Spenders mit abgetötet. Dies verringert das Rezidivrisiko. Zu beachten ist ebenfalls, dass die Abstoßungsreaktion nicht von Dauer ist und die Symptome meist nach ein bis zwei Jahren verschwinden. An dieser Stelle noch kurz einige Informationen zur Therapie einer GvHD. Trockenheit der Tränendrüsen wird mit künstlicher Tränenflüssigkeit behoben, Trockenheit des Mundes mit Kamillentee und Feuchtstäbchen sowie Salzlösung und künstlichen Speichel behandelt. Damit sollte sich bald die fehlende Geschmacksfühligkeit geben.

Wenn der Magen – Darm - Trakt betroffen ist, wird die Nahrung unzureichend verwertet. Dies ist zurückzuführen auf die verminderte Zahl von Darmzotten, wodurch ebenfalls weniger Nährstoffe in die Lymph - und Blutbahn abgegeben werden können. Verbunden mit Durchfall verhindern diese Effekte die Nahrungsaufnahme und so verliert der Patient rasant Gewicht. Außerdem ist darauf zu achten, was man isst: Milchprodukte, ältere Lebensmittel, sowie abgepackte Lebensmittel[51] sind zu meiden. Milch, zum Beispiel, ist als tägliches Nahrungsmittel trotz seines hohen Energiegehaltes verboten, weil bei manchen Patienten der Milchzucker im Darm nicht gespalten wird und damit unverwertet in den Dickdarm gelangt, was leicht zu „bakterieller Gärung mit entsprechender Gas- und Fäulnissbildung“[52] führen kann. Die Frage, die nach einem Aufklärungsgespräch zwischen dem Patienten und dem zuständigen Arzt über die Folgen der Transplantation gestellt wird, ist häufig diese:

Was kann ich denn überhaupt noch essen? Wie soll ich zunehmen und neue Energie tanken?

Alternative Wege wären die enterale oder parenterale Ernährung. Bei der ersten Form der künstlichen Ernährung werden die Nährstoffe unter Auslassung der Speiseröhre und des Mundes direkt in den Magen gegeben. Gelegt wird hierfür eine Nasensonde oder ein sogenanntes P.E.G.[53] Die parenterale Ernährung setzt auf Energiezufuhr, die durch einen Port in die Blutbahn geleitet wird.

Angeboten wird ebenfalls eine flüssige Zusatzkost, die Astronautenkost, welche lediglich als Energielieferant dient und keinesfalls die ganze Nahrungsaufnahme ersetzen kann.

Nach der allogenen Transplantation übernehmen ja fremde Immunzellen die entsprechenden Aufgaben im neuen Körper. Somit gibt es die Gedächtnisszellen von früher, die alle schon durchlebten Krankheiten und Antikörper gespeichert haben, nicht mehr. Folglich ist der Patient wieder anfällig für Kinderkrankheiten wie Masern. Der Impfschutz ging ebenfalls verloren. Meist kehrt er nach überstandener GvHD wider. Gegebenenfalls muss nachgeimpft werden.

Oft wird das CMV - Virus[54] als besondere Gefahr betrachtet. Obwohl laut Angaben drei Viertel der Bevölkerung diesen Virus in sich tragen, ist er für sie nicht gefährlich, da sie mit dem Virus in einer Art Symbiose leben. Ist jedoch das Immunsystem stark geschwächt, wie das bei einer Transplantation der Fall ist, vermehrt sich der Erreger rasant und schädigt Organe. Erste Symptome sind ähnlich einer Grippe, unterm Mikroskop auf den weißen Blutkörperchen jedoch zeitig sichtbar. Betroffen sein kann die Lunge, die Leber[55] und der Magen, sowie das Gehirn. Seltener ist das Auge betroffen. Ist es jedoch einmal soweit, führt die Infektion schnell zum Erblinden.

Medikamente werden auf Grund der hohen Kosten oft nicht vorbeugend, sondern erst beim Erkennen des Virus eingesetzt.

Trotz der enormen und langwierigen psychischen und physischen Belastungen ist meiner Meinung nach trotzdem von einer Fremdtransplantation nicht abzuraten, da diese nach missglückter Chemo– und/oder Strahlentherapie oft die einzige Hoffnung auf Heilung mit sich bringt und das Rezidivrisiko ebenfalls deutlich gesenkt wird.

Nur zur Information möchte ich an dieser Stelle ebenfalls folgende Frage klären:

Wie kann ich selbst zum Spender werden?

Die Knochenmarkspende ist eine Lebendspende, es bedarf also Freiwilliger. Der erste Schritt zur Aufnahme in die weltweit zugängliche Datei ist lediglich eine Blutuntersuchung. Aus dieser werden dann die HLA - Gewebemerkmale bestimmt. Wenn die Merkmale eines Patienten mit Ihrer Typisierung übereinstimmen, dann wird genauer bestimmt, das heißt es erfolgt einer erneute Blutentnahme und nochmals eine sogenannte „hoch auflösende HLA-Typisierung“. Stimmen die Merkmale nach so vielen Tests immer noch überein, so wird der Spender auf eventuelle Krankheiten und seine Blutgruppe geprüft. Die eigentliche Entnahme erfolgt unter Vollnarkose. Die Ärzte saugen ungefähr ein Liter Knochenmark aus dem Beckenknochen ab. Schmerzen werden nur an der Entnahmestelle auftreten. Aber die sind meiner Meinung nach sehr gut zu ertragen, weil man weiß das man mit der eben gegebenen Spende Leben rettet. Nach einigen Wochen hat sich das Defizit im Knochenmark gegeben, es wurden also neue Zellen gebildet.

4.3.3 Forschungsstand und Zukunftssaussichten der embryonalen und adulten Stammzellen

In der menschlichen Zygote befinden sich totipotente[56], embryonale Stammzellen. Diese können sich in 200 verschiedene Zelltypen entwickeln. Aus totipotenten Stammzellen differenzieren sich pluripotente[57] Stammzellen und Vorläuferzellen, die sich immer noch in alle Zellsysteme entwickeln können. Letztendlich bilden sich die einzelnen Organe aus diesen Zellen. Je entwickelter, bzw. je älter die Stammzellen werden, desto weniger können sie sich differenzieren, das heißt desto mehr nimmt ihre Fähigkeit ab, sich in jede beliebige Zelle zu entwickeln. Aus diesem Grund dachte man lange, das die Forschung an embryonalen Stammzellen die einzige Möglichkeit wäre, aus menschlichen Stammzellen im Reagenzglas jedes beliebige Organ zu züchten. Denn das ist das Ziel der Forscher ist, intelligente Zellen zu finden die sich von sich aus in Zellen entwickeln, die nicht mehr ihre ursprüngliche Funktion erfüllen und so eine Selbstregeneration im Körper stattfindet.

Vorbild dieser Überlegungen war ein Plattwurm „Planaria“ aus dem Meer, der die Fähigkeit besitzt, verlorene Extremitäten innerhalb von kurzer Zeit wie von selbst wieder anwachsen zu lassen. Dafür müssen laut den Forschern Stammzellen verantwortlich sein.

Doch nicht nur embryonale Stammzellen können sich differenzieren, auch adulte Stammzellen besitzen, wie kürzlich erst herausgefunden, noch einen hohen Differenzierungsgrad. So können sich adulte Zellen aus dem Knochenmark auf bestimmten Nährböden in Herzmuskel-, Leber-, oder Nervenzellen entwickeln. Der Nachteil der erwachsenen Stammzellen ist ihre schlechte Plastizität, das heißt sie können sich nur sehr langsam in andere Zellsysteme verändern und ob diese dann trotzdem noch funktionstüchtig sind, ist fraglich.

Adulte Stammzellen wurden schon 1963 entdeckt. Mit Hilfe des Maus – Modells wurde nachgewiesen, das sich pluripotente Stammzellen im Knochenmark befinden. Diese besitzen eine unbeschränkte Selbsterneuerung und können sich in verschiedene Gewebetypen ausreifen. Des weiteren befinden sich Stammzellen mit weniger Plastizität in Leber und Gehirn.

Die Blutstammzellen aus dem Knochenmark sorgen für ein intaktes Immunsystem. Diese werden schon seit 40 Jahren erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt. Erfolge mit pluripotenten Stammzellen aus der Leber konnten nur im Tiermodell nachgewiesen werden. Ein Nachteil der adulten, pluripotenten Stammzelle ist, dass sie nur in begrenzten Maße in erwachsenen Körper zur Verfügung steht und sich nicht so leicht auf einem Nährboden vervielfältigen lässt.

Die Entdeckung, dass sich aus embryonalen Stammzellen humane Zelllinien herstellen lassen, wurde erst 1998 von Thomson und seinem Team[58] veröffentlicht. Das bedeutet, das sich aus embryonalen Stammzellen auf bestimmten Nährboden Gewebe, bzw. Teile von Organen herstellen lässt. Allerdings ist diese Art von Forschung in Deutschland verboten. Die Zellen des Fötus sind durch das

Embryonen - Schutzgesetz für Forschungszwecke nicht zugelassen. Im Genaueren heißt das, dass die Stammzellen an sich schon entnommen werden können, aber die Blastocyste[59] darf dabei nicht getötet werden. Dies ist jedoch nicht zu realisieren, daher müssen Stammzellen aus dem Ausland eingeführt werden.

Geeignet sind embryonalen Stammzellen besonders zur Herstellung von Ersatz – Nervenzellen oder Herzmuskelzellen, da auf diesem Wege die Parkinsonsche Krankheit behandelt, bzw. durch einen Herzinfarkt zerstörte Herzmuskeln sich wieder reparieren lassen – und das alles ohne Grenzen hinsichtlich der Menge. Es könnten für Erbkrankheiten und bestimmt Stoffwechselkrankheiten sowie für Leukämieerkrankungen Ersatzzellen bereitgestellt werden.

Der Nachteil der Forschung an embryonalen Stammzellen ist die schon erwähnte ethische und gesetzliche Problematik. Ausserdem können bei Transplantationen embryonaler Stammzellen in einen erwachsenen Körper mögliche Abwehrreaktionen stattfinden, da sich undifferenzierte Zellen mit ausdifferenzierten Zellen nicht vertragen. Es wurde ebenfalls beobachtet das wenn adulte und embryonale Stammzellen fusionieren, Hybridzellen[60] mit einem doppelten Chromosomensatz entstehen können und diese damit genetisch sehr instabil sind.

In ferner Zukunft könnte es folgendermaßen aussehen: Ein freiwilliger Spender gibt Stammzellen aus seinem Knochenmark. An diesen wird geforscht und für die bestimmt Gewebetypen im Reagenzglas Medikamente hergestellt, um so den Betroffenen schnell und effektiv zu heilen.

Meiner Meinung nach ist es trotz der positiven Ergebnisse aus der Forschung mit adulten Stammzellen wichtig, die so wandelbaren embryonalen Stammzellen weiter zu erkunden, da in Ihnen das Potential liegt eine Vielzahl von Erbkrankheiten und malignen Tumoren zu heilen. Deswegen sollten auch von staatlicher Seite den Forschern keine Steine in den Weg gelegt werden – denn ist nicht das wichtigste, Kranke Menschen zu heilen?

Natürlich besteht die Gefahr des Missbrauchs der Forschungsergebnisse, doch ich denke dass ein gewisses Risiko in Kauf genommen werden muss, wenn man sich überlegt, das auf diese Weise Leben gerettet werden kann!

4.4 ganzheitliche Heilung

4.4.1 seriöse Homöopathie

Ich möchte an dieser Stelle meiner Arbeit ein sehr umstrittenes Thema diskutieren. Die ganzheitliche Medizin war für mich immer ein unseriöses und unglaubhaftes Thema, deren Erfolge allein auf Placebo - Effekt und einigen kuriosen Zufällen basierte. Meine Meinung musste ich allerdings im Laufe meiner Recherche nochmals überdenken, da keineswegs nur die Schulmedizin oder nur der Weg der Naturheilkunde dem Patient langfristig helfen und sein Leben menschenwürdig gestalten. Doch zunächst möchte ich über die Gründe meiner einstigen Einstellung gegenüber homöopathischen Heilverfahren aufzeigen.

Leider ist es heute nämlich nicht selten der Fall, dass Forschungsergebnisse aus den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ohne eine weitere Überprüfung übernommen werden. So auch in einem der zahlreichen Beispiele der Naturheilkunde aus den USA. Eine Frau namens Hulda Clark publizierte, dass sie alle Krebsarten heilen könnte und es nur EINEN universellen Krebserreger geben solle. Laut Clark ist die Ursache aller Krebsarten ein Darmegel - "Fasciolopsis buscii". Zur Bekämpfung dieses Tieres hat Frau Clark natürlich auch eine Lösung gefunden: der Egel soll mit Stromstößen (einem Gerät mit Namen "Zapper") aus seinem Versteck in den Darmzotten hervorgelockt werden und dann mit Hilfe einer spezifischen Kräutermischung vernichtet werden. Natürlich folgt im Nachhinein die Heilung für alle Zeit, die allerdings nur eintritt, wenn die Therapie strikt nach Anleitung durchgeführt wurde.

Allerdings beachtete die „Wissenschaftlerin“ nicht, dass die Darmegel in ihrer natürlichen Verbreitung nur in Asien und Nordamerika, keinesfalls aber in Europa und dem Rest der Welt auftritt, demzufolge dürfte der Rest der Welt ja auch nicht an Krebs erkranken, oder?!

1999 nahm sich der Arbeitskreis AKODH[61] der Therapie der Amerikanerin an und überprüfte diese. Das Untersuchungen fanden heraus, dass das Gerät, mit dem der Egel gelockt werden soll, nur schön bunt blinkt, aber keinesfalls irgendwelche physikalischen Werte messen kann. Die einzige Funktion des mehreren hundert Euro teuren Gerät ist es also bunt zu leuchten!

Ein weiteres Beispiel von finanzieller und psychischer Ausnutzung der Patienten ist die Behandlungsmethode von Wunderheiler Ryke Geerd Hamer.

Diese beruht „auf der Basis postulierter psychischer Krisen und Einbrucherlebnissen“[62]. So wie die meisten unseriösen Heilpraktiker basiert seine Theorie auf alten, vor langer Zeit verworfenen Ideen der onkologischen Forschung. Die Gründe für Krebserkrankungen, die andere Heilpraktiker vertreten sind entweder magisch - religiöser Art, oder naturheilkundlich, bzw. naturwissenschaftlicher Art.

Hamer bestreitet, dass Tumorzellen „wandern“, sich vermehren, sich an anderen Stellen im Körper niederlassen – das heißt, er behauptet, dass es keine Metastasenbildung gibt. Somit ignoriert er rigoros Erkenntnisse aus Molekulargenetik, Tumorbiologie und Zellbiologie.

Des Weiteren ist bei ihm die Ursache der Erkrankung ein rein psychisches Problem. Das persönliche Aspekte wie Lebensführung und -einstellung anteilig eine Rolle für das Erschwächen des Immunsystems ist, haben auch schon vor Herrn Hermer Wissenschaftler herausgefunden. Doch er stellt sich als Erstentdecker dar und lässt sich von seinen Anhängern feiern. Die bei seiner Behandlung bedingten Schmerzen bezeichnet er als heilend und rät seinen Patienten von Schmerzmitteln ab. Den Menschen wird also nicht nur das Geld für die teure Behandlung aus der Tasche gezogen, sie müssen auch noch dabei sinnlose Schmerzen dulden.

Die Wunderheiler können den Kritikern oft zahlreiche lebende Beweise für ihre Erfolge zeigen, lassen allerdings eine wissenschaftliche Überprüfung durch ein weltweit anerkanntes Forschungsinstitut nicht zu. Schulmediziner meinen ebenso, dass zu einer Behandlung immer auch exakte Angaben zur Wirksamkeit und dem Verlauf der Therapieverfahren gehören und sich der Betroffene ruhig eine zweite Meinung einholen darf.

4.4.2. unseriöse Homöopathie

Zum Glück gibt es noch eine zweite Gruppe von Vertretern der ganzheitlichen Medizin, die seriösere Methoden entwickelt haben. Laut einem Artikel von Manfred D. Kuno(Vorsitzender der AKODH) setzen sich vertrauensvolle Naturheilkundler das Ziel Medizin [zu betreiben, die]wesentlichen auf Wissenschaften von der Natur (Biophysik, Biochemie, Immunologie, Molekularbiologie, etc pp)[basiert].[63] Im Gegensatz zur Schulmedizin stützen sich Testverfahren allerdings meist auf wenig, aber laut den Wissenschaftlern auf qualitativ hochwertige Ergebnisse, die subjektive Eindrücke des Patienten und des Arztes mit einbezieht. Ärzte alternativer Kliniken gehen davon aus, dass der Krebs sich nur in dem Körper ansiedelt, in dem er sich ansiedeln KANN. Im Klartext heißt das, das der Betroffene allein und selbst durch seine Psyche verantwortlich für die Krankheit ist.[64] Natürlich ist es nicht zu leugnen, dass ein Mensch, der seinem Körper mit Rauch, Tabak oder chemischen Substanzen belastet, dazu eine ungesunde Ernährung und negative Lebenseinstellung besitzt, eine höhere Chance hat, zu erkranken, denn Krebsgene besitzt, wie schon am Anfang erwähnt, jeder Mensch in seinem Körper. Jedoch gibt es zahlreiche Raucher, die ein langes, krebsfreies Leben führen. Meiner Meinung nach ist die Ursache für Krebs auch ein wenig vom Zufall bestimmt – Zufall, welche Zelle wann und wo entartet und warum diese sich nicht selbst wieder repariert.

Doch zurück zu Naturheilkunde. Ich möchte im Folgenden noch zwei weitere Verfahren vorstellen: die Misteltherapie und die Hyperthermie von Ardenne.

Prof. Dr. Friedrich Mechelke und sein Team pflanzte verschiedene Laub- und Nadelbäume, auf denen die Mistel blüht. Sie erkannten unter dem Mikroskop, dass etwa 20% der Krebszellen vernichtet wurden und gerade solche Tumorzellen, die resistent gegen Zytostatika geworden waren, reagierten sensibel auf die Apfelbaum - Mistel. Weiterhin bekämpft nicht nur die Mistel selbst die Krebszellen, sondern sie unterstützt auch das Immunsystem.

Schon der Antroposoph Steiner erkannte die Wirkung der Mistel. Angeblich besitzt die Mistel Zuckerproteine, die zellzerstörend und andere Bestandteile, die immunstimulierend wirken. Bei all der Wissenschaftlichkeit, die Mechelke behauptet zu haben und trotz der Tatsache, dass die Misteltherapie anerkannt ist, warnten mich Experten vor unabgesprochen Selbstexperimenten. Denn die Reaktionen im Körper bei beispielsweise gleichzeitiger Chemo- und Misteltherapie sind unkontrollierbar. Allgemein wird von den Schulmedizinern bestätigt, dass die Mistel die Lebensqualität des Patienten verbessert, ihn jedoch keinesfalls heilen kann.

Die zweite Therapie, die ich vorstellen möchte hat unser ehemaliger Schulnamen - Spender Manfred von Ardenne in Dresden entwickelt. Um an mehr Information zu gelangen, schrieb ich Ardennes Sohn an. Er berichtete mir, dass sein Forschungsinstitut wegen fehlender Gelder und erreichter Ziele seine Arbeit beendet hat. Trotzdem hat er mir seine Forschungsergebnisse bezüglich des Non – Hodgkin -Lymphoms zugesandt. Aus diesen geht Folgendes hervor: Prinzipiell kann der NHL - Erkrankte durch Hyperthermie behandelt werden, allerdings wurden im Forschungszeitraum 1990-1995 auch nur 7 Patienten „getestet“[65]. Beim Großteil war eine Remission des Tumors zu erkennen, bei wenigen wuchs der Tumor zusehends weiter.

Im Groben sieht die Therapie so aus[66]: der Körper wird auf 40,5°C und der Tumor speziell auf 42°C erhitzt. Zusätzlich erhalten die Patienten eine Zuckerlösung und zellzerstörende Medikamente, weil die Zytostatika im erhitzten Körper effektiver wirken und gleichzeitiger das Immunsystem leichter angeregt werden kann. Man erhofft sich so, dass die Blutäderchen, die den Tumor ernähren, mit Zucker verstopft werden, er so von der Versorgung abgeschnitten ist und dann letztendlich zerkocht wird. Allerdings stirbt ab 42/43°C auch gesundes Zellgewebe ab. Deswegen ist diese Form der Therapie oft in Kritik geraten. Zusätzlich ist der Patient künstlichem, sehr hohem Fieber ausgesetzt, was, wie man sich leicht vorstellen kann, extrem belastend ist. Deswegen wird in anderen Forschungszentren eine Lokalerhitzung angestrebt.

Fazit: Nach missglückter Chemo- oder Strahlentherapie oder wenn dem Patienten seitens der Schulmedizin nicht mehr geholfen werden kann, wenden sich die Betroffenen verständlicherweise an Menschen, die ihnen eine schnelle und nebenwirkungsarme Heilung versprechen. Die Vielzahl der Anbieter auf dem homöopathischen Markt ist erstickend, ebenso findet man nur selten fachliche Beratung. In diesem Dschungel der seriösen Heilpraktiker und der Schwindler, gerät man leicht an den falschen Anbieter. Bei all den guten Versprechungen, die die oft selbsternannten Mediziner erteilen, ist Vorsicht geboten, da diese Therapien meist sehr teuer, nicht bewiesen und von anerkannten Forschungszentren nicht unterstützt werden – folglich bezahlt auch keine Krankenkasse die Therapiekosten. Vor einer Entscheidung sollte man sich prinzipiell mit einem Schulmediziner absprechen, vor allem wenn man gerade bei ihm in Behandlung ist, da sonst unerwünschte und unkontrollierbare Nebenwirkungen auftreten können. Sich eine zweite Meinung einzuholen, wird kein Arzt seinen Patienten verbieten, im Gegenteil, die Ärzte die ich kennengelernt habe, förderten Eigeninitiative sogar. Von daher sollte man sich im Vornherein genau mit dem Therpieansatz und dem Therapeuten kritisch auseinandersetzen und eventuell auch noch den Rat einer unabhängigen Beratungsstelle – beispielsweise die der deutschen Krebshilfe – einholen.

Denn schließlich legt man sein Körper, seine Gesundheit und sein Geld in die Hände eines möglichen Scharlatans.

4.5 Interferon

Interferon ist ebenfalls eine Behandlungsmethode, die mir bei meinen Recherchen begegnete und die ich wegen ihrer Umstrittenheit gern vorstellen möchte.

Interferon ist ein Botenstoff, bestehend aus Eiweißmolekülen., welches in geringen Mengen in unserem Körper vorliegt. Die Informationsübertragung wird im Immunsystem, im Gegensatz zu der Nachrichtenweitergabe im Nervensystem, mit Hilfe von Zytokinen bewerkstelligt. Ihren Weg legen sie über die Blutbahn oder über die einzelnen Zellen zurück. Nur wenn eine Zelle einen bestimmten Rezeptor besitzt, kann sie auch die Information empfangen.

Auf diese Weise wird auch die Nachricht „Interferon“ übertragen. Diese Nachricht kann unterschiedliche Reaktionen bei der Empfängerzelle auslösen: entweder Zellteilung oder Teilungsstillstand. Interferon übernimmt im Immunsystem eine entscheidende Rolle – sie hilft den weißen Blutkörperchen, Fremdstoffe zu erkennen. Da die Funktionsfähigkeit bei einer Krebskrankheit gestört ist, hilft Interferon nun den Immunzellen, wieder aktiv zu werden und die Tumorzellen als Fremdkörper zu erkennen und abzutöten. Weil das Protein Interferon bei der herkömmlichen Gabe vom saurem Magensaft sofort zersetzt werden würde, muss Interferon gespritzt werden. Dies übernimmt der Patient meist selbst zu Hause. Nebenwirkungsfrei ist allerdings auch diese Therapie nicht. So können beispielsweise Fieber, Schüttelfrost und Müdigkeit auftreten. Diese Nebenwirkungen sind leicht zu erklären, denn Interferon wirkt, wie schon erwähnt, immunstimulierend und dementsprechend reagiert der Körper mit grippeähnlichen Symptomen. Allerdings funktioniert diese Art der Behandlung nicht bei allen Krebsarten. Die Zellen müssen sensibel für Interferon sein.

Kritiker prangern an, das Interferon ja nicht unmittelbar auf die Tumorzellen wirkt, sondern vielmehr den Abwehrzellen hilft, ihre Tätigkeit wieder vollständig auszuführen. Nach jahrelanger kostenintensiver Forschung wurde mit Hilfe der Erkenntnisse aus der genetischen Vervielfältigung letztendlich ein erschwingliches Produkt zur Erhaltungstherapie von Krebserkrankungen und Behandlung anderer Krankheiten wie Hepatitis B und Mutipler Sklerose auf den Markt gebracht. Die größten Erfolge erreichte man jedoch bei Patienten mit Haarzell - Leukämie – bei rund 80 % der Erkrankten trat zumindest eine Teilremission ein.

5. Anhang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.:1 Das menschliche Lymphsystem

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Ein Lymphknoten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Körpereigene Fress- und Killerzellen...

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4 ...binden sich an den Antikörper...

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 ...und zerstören die Tumorzelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Ein Antikörper

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7 Funktionsweise der Hyperthermie

6. Quellennachweis

6.1 Literaturnachweis aus Büchern

Gaisser, Andrea, Humbert, Klaus-Dieter, u.a. im Auftrag von Lilly Onkologie, dem deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Charité Berlin: Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen, Bad Homburg, 1997

Thor-Wiedemann, Sabine: Ihr persönliches Anti – Krebs - Programm, FALKEN Tacshenbuchverlag, Niederhausen, 1996

Derigs, Günther im Auftrag der deutschen Leukämie- und Lymphom - Hilfe: Antikörpertherapie bei Non – Hodgkin – Lymphom, Freiburg, 2002

Lüftner, Diana u.a. im Auftrag von Lilly Onkologie, dem deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Charité Berlin: Lymphdrüsenkrebs, 2. Auflage, Marburg, 1998

Beckmann, Isabell-Anett im Auftrag der Deutschen Krebshilfe: Krebs – Wer ist gefährdet?, Nenndorf, 2002

Irmey, G.: Wege zur Gesundheit – ganzheitliche Therapien bei Krebs

Hiddemann, Wolfgang im Auftrag von AMGEN: Wissen macht stark – Ihr Weg durch die Chemotherapie, München 2003

Sautter - Bihl, M.-L., Bamberg, M. im Auftrag der deutschen Krebshilfe e.V.: Strahlentherapie – Ratgeber, Bonn, 2001

Hiddemann, W.: Lymphdrüsenkrebs, Freiburg, 1998

Delbröck, Hermann: Knochenmark- und Stammzelltransplantation nach Krebs, Stuttgart, 2000

Dost, Bernd: Heilung durch ganzheitliche Medizin, München 1998

Mitrou,S.; Länger, Florian: Atlas der Hämatologie und hämatologischen Onkologie, Frankfurt, 2001

Wattad, Mohammed: Grenzflächen zwischen Verstehen und operationalem Handeln, 1. Auflage, Köln, 2002

6.2 Literaturnachweis aus dem Internet

Immunsystem

Autor: Dr. med. Joachim Hoitz

http://www.netdoktor.at/laborwerte/fakten/immunsystem/immunsystem.htm

Leukozyten

Autorin: Dr. med. Iris Hertle

http://www.netdoktor.at/laborwerte/fakten/blutbild/leukozyten.htm

Knochenmarkbiopsie

Autor: OA Dr. Siegfried Sormann

http://www.netdoktor.at/Ratschläge/Untersuchungen/knochenmarkbiopsie.htm

Krebs

Autor: Dr. med. Holger Stahl, Dr. med. Christian Harder

http://www.m-ww.de/krankheiten/krebs/

http://www.m-ww.de/krankheiten/krebs/nhl.html

Non-hodgkin-Lymphom

Autor/Herausgeber: Robert – Koch- Institut

www.rki.de/GBE/KREBS/BROSCHUERE2002/KAPITEL/C82-85.PDF

Naturheilpraktiker

Manfred Kuno

www.krebskompass.de

6.3 Abbildungsnachweis:

Abb. 1 aus: http://www.roche.de/pharma/indikation/onkologie/nhl/lymph.html

Abb.2 aus:

Danksagung

Ich möchte in erster Linie meiner Mutter danken, die mir immer, egal in welchem gesundheitszustand sie sich während der Erstellung meiner belegarbeit befand, fragen beantwortete und mir mit rat und tat zur seite stand. Des Weiteren danke ich meinem Freund, der mich in Sachen Layout am Computer tatkräftig unterstützte. Nennen möchte ich an dieser Stelle ebenfalls die DLH, die es jedes jahr zahlreichen Lymphompatienten ermöglicht, sich auf kostenloser Basis mit Doktoren, Unternemhen und Pyschologen im rahmen eines Kongresses zu unterhalten. Ich war sehr überrascht, das die Organisatoren weder Kosten noch Mühen scheuten den Betroffenen kompetente Hilfe zu bieten

Vielen Dank an alle Firmen und Oragnisationen die an diesem Kongress mitwirkten und mir zahlreiches Material zur verfügung stellten. Ich danke des weiteren den Professoren für die verständliche und umfassende beratung, die sie mir an diesem tag boten.

Eidesstattliche Erklärung

[...]


[1] Krebs auslösende Stoffe

[2] Krebs

[3] Sekret unter der Vorhaut

[4] sogenannte Streßtheorie

[5] siehe Anhang

[6] siehe Anhang

[7] siehe Anhang

[8] Immunglubine

[9] Substanz, die die Bildung von Antikörpern hervorruft – auf Bakterien und Viren

[10] bösartig

[11] siehe Anhang

[12] benigne

[13] Tumor bedeutet lediglich Vergrößerung

[14] gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten

[15] oder auch Lymphogarnulomatose

[16] Non – Hodgkin - Lymphom

[17] Einteilung nach korrespondierenden Zellen

[18] Einteilung nach klinischen Verlauf

[19] nodal

[20] extranodal

[21] siehe Anhang

[22] „relative 5 – Jahres – Überlebensrate“

[23] Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers

[24] Einteilung siehe Anhang

[25] Erkrankung meiner Mutter

[26] Zytostatika

[27] unterstützend

[28] neoadjuvante Therapie

[29] lindernd

[30] siehe Anhang

[31] bei Abnahme der weißen Blutkörperchen

[32] Bestrahlung von Außen

[33] Arbeit mit Gammastrahlen, ideal für Tumor an der Hautoberfläche

[34] Abkürzung für (engl.) cluster of differentiation, Bezeichnung für Oberflächenmoleküle (Antigene) von Blutzellen

[35] HAMA = Human-anti-Maus-Antikörper

[36] Moleküle mit unterschiedlicher Herkunft, d.h. ein Abschnitt des Moleküls ist menschlicher Herkunft, der andere teil stammt von der Maus

[37] genetisch identische Antikörper, die künstlich durch Verschmelzen von entarteten Lymphozyten und Antikörperbildenden Lymphozyten hergestellt wurden

[38] siehe Anhang

[39] Unterart des NHL

[40] Nebennierenrindenhormon, das in der Medizin zur Hemmung von Entzündungen verwandt wird.

[41] Medikament zur Schmerzbekämpfung und Fiebersenkung

[42] Humanes Leukozyten – Antigen – System, welches die Abwehr von Fremdstoffen reguliert Diese sind die ersten Angriffsziele und Auslöser der Abwehrreaktion

[43] pheriphere Stammzellen

[44] Wiscott-Aldrich-Syndrom = Krankheit, die der kleine Jonas aus Kreischa hat, dem wir als Gymnasium durch eine Typisierungsaktion helfen wollen

[45] GvHD

[46] Tuberkulose, Malaria, Gelbsucht mit Hepatitis B

[47] siehe 4.1

[48] mangelhafte Produktion von Tränenflüssigkeit

[49] Substanzen die von aktivierten T - Lymphozyten freigesetzt werden, wirken auch als Wachstumsfaktoren

[50] Medikament, das Abstoßungsreaktion verhindern soll

[51] Brot, Erdnüsse, Fast Food

[52] aus: Delbrück, Hermann: Knohenmark- und Stammzelltransplantation nach Krebs. Der rote Ratgeber, Stuttgart, 2000, Seite 99

[53] siehe Anhang

[54] Cytomegalievirus

[55] hohe Gelbsuchtgefahr

[56] Zellen, die sich noch nicht ausdifferenziert haben und von daher die Anlage besitzen, alle möglichen Organe zu formen

[57] haben die Möglichkeit zu einer breiten, aber nicht mehr vollständigen Entwicklung

[58] University of Wisconsin, Madison/USA

[59] Bestandteil der Plazenta

[60] Bastarde, Mutationen

[61] Arbeitskreis Komplementäre Onkologie Deutscher Heilpraktiker e.V.

[62] aus: Hamer: Neue Medizin

[63]

[64] siehe 2.1.5

[65] siehe Anhang

[66] siehe Anhang

Details

Seiten
37
Jahr
2003
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108685
Note
14 Punkte
Schlagworte
Krebs Spezialisierung Non-hodgkin-Lymphom Behandlungsmöglichkeiten

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Titel: Krebs, mit Spezialisierung auf das Non-hodgkin-Lymphom und dessen Behandlungsmöglichkeiten