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Seghers, Anna - Das siebte Kreuz

Referat / Aufsatz (Schule) 2003 15 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Anna Seghers
Biographie

Das siebte Kreuz
Entstehung und Anlass
Charaktere
Aufbau und Inhalt
Interpretationsansatz
Rezeptionsgeschichte
Meinung

Anlagen
Folie
Folie 2 (Bilder)
Folie
Tafelbild.

Quellenverzeichnis

ANNA SEGHERS

Biografie

Am 19.11.1900 wird Netty Reiling, so ihr bürgerlicher Name, als einziges Kind der jüdischen Eltern Isidor und Hedwig Reiling in Mainz geboren.

Sie besucht ab 1907 eine Privatschule, nach drei Jahren die Höhere Mädchenschule und später das Gymnasium. Nach dem Abitur 1920 studiert sie Geschichte, Kunstgeschichte, Sprachwissenschaft und Sinologie an den Universitäten in Heidelberg und Köln. In dieser Zeit schließt Netty sich Zirkeln revolutionärer Studenten an, da das historische Geschehen (z.B. die Oktoberrevolution), die Kämpfe der Klassen und Kontakte mit revolutionären Emigranten ihre Illusionen zerstören. Ebenfalls zu dieser Zeit lernt sie den ungarischen Juden László Radványi kennen, den sie 1925 heiratet. Bereits zuvor hatte sie im Jahr 1924 mit der Arbeit „Jude und Judentum im Werke Rembrandts“ zum Dr. Phil. promoviert. Ebenfalls im Jahr 1924 war ihre erste Erzählung „Die toten auf der Insel Djal“ unter dem Pseudonym Antje Seghers erschienen. [Anna Seghers bezeichnete die Wahl des Pseudonyms als Zufall und berief sich auf die „gruselige Geschichte von einem holländischen Kapitän. Ich schrieb sie in der Ich-Form, als ob der Kapitän mein Großvater war. Ich musste ihm ja auch einen Namen geben. Auf der Suche nach einem holländischen Namen kam ich auf Seghers, das ist ein Grafiker aus der Rembrandt Zeit.“ (Q. 3, S.13)]

Im Jahr 1925 ziehen Anna und ihr Mann nach Berlin um, sie treten aus der jüdischen Gemeinde aus. Im Jahr darauf kommt Sohn Peter auf die Welt, Tochter Ruth wird 1928 geboren. Im selben Jahr tritt sie in die KPD ein. Für die Erzählung „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ erhält sie den Kleist-Preis.

Im Jahr 1930 wird sie Mitglied im BPRS (Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller), zwei Jahre später wird sie in dessen Vorstand gewählt.

Erstmals verhaftet wird Netty Radványi 1933, sie kommt aber frei, da sie durch ihren Mann ungarische Staatsbürgerin ist. Noch im selben Jahr flieht sie nach Paris, wo sie im Vorort Meudon wohnt. Bis zur Flucht nach Mexiko im Jahr 1941 hält sie viele Vorträge über Literaturgeschichte, wird Mitherausgeberin der „Neuen Deutschen Blätter“ und nimmt an verschiedenen Schriftstellerkongressen teil.

Von Marseille aus flüchtet die Familie schließlich 1941 nach Mexiko, wo sie Mitgründerin der Zeitschrift „Freies Deutschland“ und Präsidentin des Heinrich-Heine-Klubs wird. Im Jahr 1943 hat Anna einen schweren Verkehrsunfall, der auch für ein Attentat gehalten wird.

Am 22.4.1947 kehrt sie nach Ostberlin zurück, ihr Mann folgt ihr fünf Jahre später. In den darauf folgenden Jahren erhält die Schriftstellerin viele Preise und Auszeichnungen, darunter unter anderen den Georg-Büchner-Preis, den Nationalpreis 1.Klasse, den Ehrendocktor der Universitäten Mainz und Jena und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz. Sie reist sehr viel, zum Beispiel in die Sowjetunion zur Teilnahme am Weltkongress der Kulturschaffenden, nach Paris und Prag zur Teilnahme am Weltfriedenskongress, nach China, Brasilien und auch in die Bundesrepublik Deutschland.

Am 1. Juni 1983 stirbt Netty Radványi alias Anna Seghers im Alter von 82 Jahren in Berlin, ihr Mann war bereits 1978 verstorben.

Romane:

Die Gefährten (1932)

Der Kopflohn (1933)

Der Weg durch den Februar (1935)

Die Rettung (1937)

Das siebte Kreuz (1942)

Transit (1944)

Die toten bleiben Jung (1949)

Die Entscheidung (1959)

Das Vertrauen (1968)

Zahlreiche Erzählungen und Essayistik

Das siebte Kreuz

Entstehung und Anlass

Mit der Arbeit an „Das siebte Kreuz“ beginnt Anna Seghers bereits 1937 in Paris. Die Schriftstellerin empfindet das Schreiben dieses Romans „als wichtigen Auftrag und als notwendige, schwere Pflicht.“ ( Q. 2, S. 76)

Um sich beim Schreiben nicht nur auf Erinnerungen stützen zu müssen, studiert sie die Presse und redet mit Flüchtlingen aus Deutschland. Sie erfährt auch von einem aus einem KZ entflohenen Häftling, der, nachdem er wieder eingefangen worden war, an ein Kreuz gebunden wurde. Weiterhin dienen ihr verschiedene Berichte und Bücher als Materialien, die ihr darüber Auskunft geben, was sich innerhalb der Konzentrationslager abspielt.

In einer Moskauer Zeitung werden 1939 die ersten Kapitel abgedruckt, doch als Hitler und Stalin den Nichtangriffspakt unterzeichnen wird der Druck eingestellt.

Das im Frühjahr 1940 fertig gestellte Manuskript war etlichen Gefahren ausgesetzt: Ein Exemplar verbarg ein französischer Freund, eines, das sie verliehen hatte, ging bei einem Luftangriff mit dem Haus zugrunde und eines musste sie kurz vor Einmarsch der Deutschen selbst verbrennen. Doch glücklicher Weise war ein Exemplar bei einem Freund in Amerika angekommen, der einen Verleger suchte.

1942 erschien die amerikanische Ausgabe „The seventh cross“ in Boston, die deutsche Ausgabe erschien im selben Jahr beim deutschen Verlag „El Libro Libre“ in Mexiko.

Die erste deutschsprachige Auflage in Deutschland erschien erst 1946 in Berlin.

Charaktere

Die sieben Flüchtlinge:

Georg Heisler: Er ist ein ca. dreißigjähriger Autoschlosser, der, weil er Kommunist ist, im KZ Westhofen landete. Er ist die Hauptfigur des Romans, welcher seine sieben Tage andauernde Flucht beschreibt. Zu Beginn weiß man noch gar nichts über ihn, doch erzählen seine Frau Elli und sein Freund Franz in Rückblicken Stationen seines Lebens, wodurch ein nahezu vollständiger Lebenslauf entsteht:

Georg wächst in einer kinderreichen Arbeiterfamilie ohne Vater auf. Nach seiner Lehre als Autoschlosser wird er arbeitslos. Als er in einem Ferienlager Franz Marnet kennen lernt zieht er zu ihm. Hier kommt er mit den kommunistischen Ideen in Berührung und tritt schließlich einer kommunistischen Partei bei. Er beginnt eine Beziehung mit der Freundin (Elli) von Franz und heiratet sie kurze Zeit später. Genauso schnell lässt er sie mit dem gemeinsamen Sohn wieder sitzen. Im KZ lernt er Wallau kennen, der einen tiefen Eindruck auf ihn macht. Gemeinsam planen sie die Flucht aus dem KZ. Auf der Flucht denkt er sehr oft an Wallau, der ihm Kraft und gute Ratschläge gibt. Er geht sogar soweit zu sagen, dass er ihm sein ganzes jetziges Leben verdankt (Q.1, S.112) Während seiner Flucht trifft Georg die verschiedensten Personen, „das entspricht dem Anliegen der Schriftstellerin, einen Querschnitt durch die sozial-politischen Schichtungen in Deutschland geben zu wollen, die ganze Struktur eines Volkes aufzurollen.“ (Q.3, S.36) Bei seinem ehemaligen Schulfreund Paul Röder findet er schließlich Zuflucht. Dieser besorgt ihm mit Hilfe seines Arbeitskollegen Fiedler und dessen Freund Reinhardt Papiere und eine weitere Unterkunft, so dass die Flucht gelingen kann.

Wallau war bevor er ins KZ kam Betriebsrat. Von seinem bisherigen Leben erfährt man durch einen inneren Monolog, den er während eines Verhörs hält.

Er ist Vater zweier Söhne, im ersten Weltkrieg diente er als Frontsoldat, danach, im Oktober 1918 tritt er dem Spartakusbund bei, wird Bezirksleiter der KPD, Betriebsrat und Abgeordneter. Im KZ lernt er den viel jüngeren Georg kennen an dem er sehr hängt. („Ich hing an ihm. ... Alles an diesem jungen Georg war mir teuer...“ Q.1, S.187) Er ist der geistige Vater der Flucht, die er mit Georg plant.

Ernst Wallau wird am dritten Tage der Flucht als vierter der sieben Flüchtlinge gefasst, da ein „Freund“ ihn verraten hatte.

Aldinger: Vor seiner Verhaftung war August Aldinger Bürgermeister von Unterbuchenbach; wegen Intrigen seines Konkurrenten, des Bürgermeisters von Oberbuchenbach, Peter Wurz, musste er ins KZ. Seine Flucht soll ihn direkt nach Hause führen. Als er von einem Hügel auf sein Dorf hinabschaut stirbt er jedoch vor Erschöpfung.

Beutler: Über den Flüchtling Albert Beutler erfährt man im Roman kaum etwas. Er ist Jude und war vor seiner Einlieferung ins KZ Lebensmittelverkäufer. Sofort nach dem Ausbruch wird er gefasst und derart verprügelt, dass er später an den Folgen seiner Verletzungen stirbt.

Pelzer: Noch weniger erfährt man über Eugen Pelzer. Er ist der zweite Flüchtling der, nach „genau sechs Stunden fünfundfünfzig Minuten“ (Q.1, S.51), auf einem Bauernhof Schutz suchend, gefunden wird.

Belloni, der früher einmal Artist war, wird am zweiten Tag der Flucht gestellt. Da er versucht hatte über die Häuserdächer zu entkommen, dabei angeschossen wird und vom Dach stürzt, stirbt auch er während der Flucht.

Füllgrabe, wegen einer Devisengeschichte im KZ gelandet, trifft Georg zufällig auf der Flucht wieder. Doch Füllgrabe hat schon längst aufgegeben, er befindet sich gerade auf dem Weg zur Gestapo um sich zu stellen.

Andere wichtige Charaktere:

Franz Marnet: Er ist ein Freund Georgs. Durch ihn hat Georg zum Kommunismus gefunden. Franz wohnt auf dem Bauernhof bei Verwandten und arbeitet in den Höchster Farbwerken. Als er von der Flucht von sieben Häftlingen aus dem KZ erfährt muss er sofort an Georg denken und versucht ihm zu helfen.

Fahrenberg: Lagerkommandant in Westhofen

Ernst: ein Schäfer

Leni: Georgs frühere Freundin

Elli: Georgs Frau

Herr Mettenheimer: ihr Vater

Hermann: ein Freund von Franz

Dr. Löwenstein: ein jüdischer Arzt

Madame Marelli: Schneiderin für Artistenkostüme

Paul Röder: Jugendfreund von Georg, der ihn versteckt und bei der Flucht hilft

Katharina Grabber: Röders Tante

Fiedler: Arbeitskollege von Röder

Dr. Kreß

Reinhardt: Fiedlers Freund

Eine Kellnerin

Ein holländischer Schiffer, der allerlei riskiert

Aufbau und Inhalt

Der Roman ist in sieben Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel einen Tag der Flucht Georg Heislers erzählt. Die einzelnen Kapitel sind wiederum in Unterkapitel geteilt, diese wiederum in verschiedene Abschnitte. Die Erzählung läuft nicht chronologisch ab, sondern beginnt am Tag der Flucht; Vorangegangenes erfährt der Leser später durch innere Monologe, Erinnerungen,...

Durch Zeitangaben oder Zeitrelationen werden die einzelnen Abschnitte in Beziehung gebracht (zum Beispiel durch Bemerkungen wie inzwischen, währenddessen,...) Im Roman entstehen so drei Zeitebenen:

- die sieben Tage der Flucht
- das Geschehen vor der Flucht
- die Handlungen nach der Flucht.

I

Der Roman spielt im Oktober 1937

Zu Beginn erfährt der Leser in einem Prolog von einem Erzähler, scheinbar Mitgefangener im KZ, von den „merkwürdigen Bäumen“, dem neuen Lagerleiter und dem Gefühl des Triumphes der Mithäftlinge, da es einem von ihnen gelungen war zu entkommen.

Anschließend übernimmt ein anderer Erzähler den Bericht und stellt die geschichtlichen Vorkommnisse der letzten Jahrhunderte dar.

Dann lernt der Leser den Schäfer Ernst kennen, der in verschiedenen Abschnitten immer wieder vorkommt, aber nichts mit dem Fortschritt der Handlung zu tun hat. Er dient lediglich als Kontrastfigur zu den vom Alltagsleben unter den Nazis stark beeinflussten Personen, da er sich nichts aus den gesellschaftlichen Zwängen macht.

Nun wird Franz Marnet eingeführt, der auf dem Weg zur Arbeit ist, wo ihm ein Kollege berichtet, dass in der Nacht etwas passiert sei. Als er später in der Firma von einem Ausbruch aus dem KZ Westhofen erfährt muss er sofort an seinen früheren Freund Georg denken.

Von Georg erfährt der Leser vorerst nur, dass er in der Nähe des KZ im Gestrüpp liegt und nur wegen des Nebels nicht entdeckt wird. Doch ein anderer – der Mitflüchtling Beutler - wurde bereits gefasst und wird nun verhört.

Georg ist inzwischen ein Stück die Straße entlanggegangen. Doch weil er ein Motorrad hört springt er über eine Mauer und verletzt sich dabei an der Hand. Er findet sich im Innenhof einer Schule wieder und verkriecht sich in einem Schuppen, wo er eine Jacke klaut.

Aus seinem Versteck hört er, dass ein zweiter Flüchtling – Pelzer – gefangen wurde. Georg wird schließlich von einem ahnungslosen Brauereifahrer in Richtung Mainz mitgenommen, wo er sich die Nacht über im Dom versteckt.

Währenddessen besucht Franz seinen Freund Hermann um ihm von seinen Gedanken zu berichten.

Anschließend erinnert er sich an die Jahre mit Georg und der Leser erfährt, woher sie sich kennen und wie sie miteinander gelebt haben.

II

Die erste Nacht verbringt Georg im Dom, wo er an seine Freundin Leni denkt, zu der er fliehen will und an seine Mitflüchtlinge, von denen der Leser hier mehr erfährt.

Am nächsten Morgen gelingt es Georg den Dom unbemerkt wieder zu verlassen. Er entdeckt einen Arzt, Dr. Löwenstein, bei dem er sich die Hand verarzten lässt.

Franz beschließt in die Stadt zufahren um sich nach Elli zu erkundigen.

Im selben Augenblick wird in der Stadt der dritte Flüchtling, Belloni, gefangen.

Georg ist währenddessen am Rhein angekommen. Auf einer Brücke tauscht er seinen Mantel mit einem Holländer gegen einen Pullover. Der Angler Hechtschwänzchen begleitet ihn weiter auf seinem Weg den Rhein entlang. Als ein Polizist Hechtschwänzchens Papiere kontrollieren will, fliegt Georg fast auf, doch die Flucht gelingt ihm erneut.

Der Leser erfährt nun wie Mettenheimer, der zuvor schon bei der Gestapo verhört wurde, verfolgt wird. Doch es stellt sich heraus, dass der Verfolger nichts von ihm will, sondern die Verfolgung Ellis aufnimmt, als sie das Elternhaus verlässt und nach Hause geht. Dort denkt sie an ihre Vergangenheit mit Georg, die Trennung, ihren Besuch im KZ und ihre neue Bekanntschaft Heinrich Kübler, dessen Besuch sie erwartet. Franz beobachtet von gegenüber das Herannahen von Kübler. Er erschrickt über die Ähnlichkeit zu Georg. Auch die Gestapo hält Kübler für Georg und holt ihn ins KZ ab. Nachdem er bis zu Unkenntlichkeit verprügelt worden ist und eine Gegenüberstellung durchgeführt wurde, darf er wieder gehen.

Georg verbringt die Nacht in einem Schuppen wo er Zeuge der Begegnung eines jungen Mädchens mit ihrem Freund Georg wird.

III

Der Leser erfährt, dass Wallau gefasst wurde, da ein ehemaliger Freund ihn verraten hat.

Georg trifft eine Gruppe der Hitlerjugend mit welcher er gemeinsam auf einem Boot den Rhein überqueren kann. Ein ausländischer Autofahrer nimmt ihn mit nach Höchst. Er findet Lenis Wohnung, doch die hat inzwischen einen NS-Mann geheiratet und erkennt ihn nicht wieder. In seiner Verzweiflung fällt Georg die Adresse der Madame Marelli ein, die er von Belloni erhalten hatte. Da sie ihn für einen Artisten aus Bellonis Gruppe hält, gibt sie ihm ein Kostüm und Geld. Georg beschließt die Nacht bei einer Prostituierten zu verbringen. Da er sich jedoch bedroht fühlt, flieht er nach kurzer Zeit und verbringt den Rest der Nacht schlaflos in den Straßen der Stadt.

IV

Es wird erzählt wie es sich damals zugetragen hat, dass man Aldinger ins KZ steckte.

Georg geht in ein Büfett, wobei er von zwei alten Kameraden erkannt wird; sie verraten ihn nicht. Er will mit der Elektrischen aus der Stadt fahren. Als er eine Zeitung mit einem Bild von sich findet, steckt er diese ein und springt von der Bahn. In einem Park trifft er auf Füllgrabe, der versucht ihn zu überzeugen sich zu stellen. Georg lässt sich nicht überreden und überlegt sich an wen er sich wenden könnte um Hilfe zu erbitten. Er beschließt seinen alten Schulfreund Paul Röder aufzusuchen. Dieser nimmt Georg – zunächst unwissend - bei sich auf. Während eines Gesprächs beichtet Georg seine Situation. Nach einigem Zögern erklärt Röder sich bereit am nächsten Morgen die Leute aufzusuchen, die Georg für geeignet hält um ihm zu helfen.

Elli und Franz treffen sich bei einer Apfellieferung wieder. Gemeinsam denken sie darüber nach, wo Georg stecken könnte.

Hermann beschließt Geld und einen Pass für den ihm unbekannten Georg zu organisieren.

V

Zu Beginn dieses Kapitels wird von Georgs Mutter und seinen Brüdern erzählt von denen mittlerweile einer bei der SA und einer bei der SS ist. Auch sie machen bei der Jagd auf Georg mit und reden der Mutter ein Georg zu vergessen. Doch sie hat längst beschlossen ihre übrigen drei Söhne aufzugeben und nur noch an Georg zu denken um so zu versuchen ihm zu helfen.

Röders Suche ist wenig erfolgreich. Einer der beiden Männer ist im KZ gelandet, der zweite ist zu misstrauisch und streitet ab jemals einen Georg gekannt zu haben.

Der Flüchtling Aldinger erreicht fast sein Heimatdorf, doch als er sich noch einmal setzt um zu verschnaufen packt ihn die Erschöpfung; er stirbt.

Röder beschließt Georg bei seiner Tante zu verstecken und sich selbst um Hilfe zu kümmern.

VI

In der Firma spricht Röder nach langem Überlegen seinen Kollegen Fiedler an und erklärt ihm die Situation. Fiedler erwidert, dass er erst überlegen muss und vereinbart einen Treffpunkt am Abend.

Dort erhält Röder einen Treffpunkt, den er an Georg weitersagt: Er soll um 8Uhr am Kino abgeholt werden.

Später erfährt man, dass Röder eine Vorladung für denselben Abend von der Gestapo erhalten hat; er hält dicht und verrät Georg nicht.

Dessen Abholung ist gelungen, er ist nun bei den Kreß’, einem Ehepaar, dass Fiedler noch aus alten Tagen kennt.

VII

Da Fiedler die Sicherheit des Verstecks anzweifelt, macht er sich auf den Weg um seinen alten Freund Reinhardt zu besuchen und ihm um Rat zu fragen. Auch Reinhardt wollte gerade Fiedler besuchen, da Hermann ihm einen Umschlag mit dem Pass und Geld für Georg gegeben hatte.

Fiedlers Frau bringt den Umschlag zu den Kreß’, welche Georg noch am selben Abend nach Kostheim bringen, wo am nächsten Morgen sein Schiff auslaufen soll. Die letzte Nacht verbringt Georg bei einer Kellnerin.

Beim passieren der Brücke wird er kontrolliert; sein Pass ist in Ordnung, die Flucht gelingt.

Der Roman schließt mit einem Epilog in dem der Leser erfährt, dass die Bäume, die als Kreuze dienten, abgeschlagen wurden und der Lagerkommandant Fahrenberg sich nach seiner Entlassung erschossen hat. Die Gefangenen spüren, dass nun harte Zeiten auf sie zukommen werden, doch sie fühlen auch, dass es in ihrem inneren etwas Unangreifbares und Unverletzbares gibt.

Interpretationsansatz

Anna Seghers wollte durch ihren Roman „Das siebte Kreuz“ zeigen, dass nicht alle Deutschen Nazis sind, sondern dass es auch solche gibt, die trotz größter Gefahr den Mut haben, anderen zu helfen.

„Die Autorin wollte so schreiben, ‚dass man sich auch später noch vorstellen kann, wie sich im dritten Reich die Menschen verhalten, wenn sie plötzlich vor das Wagnis gestellt würden, einem Flüchtling zu helfen.’ “ (Q.2, S. 81)

Um den inneren Zustand der Menschen unter dem Faschismus zu erforschen, stellt Anna Seghers einen Querschnitt durch die deutsche Gesellschaft des Jahres 1937 dar. Während seiner Flucht begegnet Georg den unterschiedlichsten Menschen, die auf unterschiedliche Weise das Terrorregime unterstützen, sich aus allem heraushalten oder helfen, wenn auch nur mit kleinsten Gesten wie seine beiden alten Kumpanen, die ihn nicht verraten, als sie ihn im Büfett erkannt haben.

Auch durch sehr viele kleine Gesten, die kaum auffallen, kann man das Naziregime hindern. Anna Seghers möchte mit ihrem Roman zeigen, dass man den Nationalsozialismus für besiegbar halten kann. Sie schreibt, dass „wer sich als Allmacht aufspielt, [sich] niemals irren [darf], weil es entweder Allmacht ist oder gar nichts“ (Q. 1, S. 164) Durch die gelungene Flucht Georgs zeigt sie, dass die Macht des Regimes bezwingbar ist, denn auch das Regime weiß nicht alles, wie Röder bemerkt:“... sie sind keine Spur von allwissend, sie wissen (nur) was man ihnen sagt.“ (Q.1, S. 385)

An weiteren Stellen merkt man deutlich, dass die Menschen mit dem Nationalsozialismus nicht einverstanden waren, sondern nur mitmachten, „... weil (sie) in Ruhe arbeiten, heiraten und erben wollten, was (ihnen) sonst ohne Zweifel unmöglich gemacht war.“ (Q.1, S. 283)

Georg trägt den Namen des Drachentöters Georg, er ist der weltliche Ritter, dem es gelingt dem Nationalsozialismus zu entkommen, er wird so zur Hoffnung für alle anderen Antifaschisten.

Zu Beginn des Romans wird die Geschichte des Landes wiedergegeben um die Veränderung darzustellen. Gleichzeitig erfährt man, dass der Rhein schon „ viele Feldzeichen durchspült hat“, doch „sein stilles bläuliches Grau (bleibt) unvermischt.“ (Q.1, S. 15) Das heißt, dass, was immer auch passieren mag, die Zeit weiter geht (der Fluss immer weiter fließt) und alles wird sich wieder verändern. (Q.1, S.14: Jedes Jahr geschah etwas Neues in dem Land und jedes Jahr dasselbe“)

In dem Roman kann man sehr viele christliche Symbole wieder finden. Das Leiden und Sterben Wallaus „nehmen Züge der Passion Christi an, dessen Schicksal zugleich die Faschisten anklagt, die ihn (Bachmann, der Freund der Wallau verrät) zum Verrat am Wertvollsten getrieben haben.“ (Q.2, S. 89)

Als Georg sich im Park überlegt wen er um Hilfe bitten könnte, führt er ein säkularisiertes jüngstes Gericht durch, in dem er seine Freunde prüft, ob er ihnen weiterhin vertrauen kann.

Der Titel des Romans „Das siebte Kreuz“ trägt gleich zwei bedeutungsvolle Symbole. Die Zahl sieben als tragende Zahl in den Weltkulturen; im Judentum, Christentum und Islam symbolisiert die Zahl 7 Vollkommenheit, gleichzeitig wird mit dieser Zahl der Totalitätsanspruch des nationalistischen Regimes hervorgehoben. Das Kreuz als Symbol für die Gegensätze zwischen Himmel und Erde (KZ und Freiheit), als Auferstehungssymbol und Heilszeichen: An den im KZ aufgestellten Kreuzen werden die Wiedereingefangenen gedemütigt und erniedrigt, „es ist das offensichtliche Sinnbild der Menschenverachtung...“ (Q.4, S.12)

Rezeptionsgeschichte

In den USA wurde der Ruhm von Anna Seghers begründet, dort erreichte der Roman große Erfolge. Innerhalb von zwölf Tagen wurden 319000 Exemplare verkauft.

1944 wurde „Das siebte Kreuz“ von dem Österreicher Fred Zimmermann in Hollywood verfilmt.

Auch das FBI schenkte dem Buch besondere Aufmerksamkeit, da man glaubte es sei ein Codierungsschlüssel für Geheimbotschaften unter den Exilanten.

Jeder US-Soldat, der in Deutschland stationiert war, bekam eine Ausgabe des Romans, dass er sich vorstellen konnte, wie es in Deutschland zuging.

Den Exilanten und Gefangenen gab das Buch Hoffnung, Kraft und Zuversicht.

Im Jahr 1948 erhielt Anna Seghers für „das beste deutsche Buch aus den 30er und 40er Jahren über Hitlerdeutschland“ (Q.6, S.61) den Büchner-Preis.

Meinung

Ich fand das Buch sehr interessant und informativ. Um es zu verstehen sollte man jedoch ein Hintergrundwissen haben, was sich zu dieser Zeit in Deutschland abgespielt hat. Beeindruckend finde ich wie Anna Seghers die Gegend, die ja ihre Heimat ist, beschreibt. Man merkt wie sehr sie sich nach ihrer Heimat zurücksehnt. Sehr fasziniert hat mich außerdem wie genau Anna Seghers über die Verhältnisse in Deutschland Bescheid wusste, obwohl sie, als sie das Busch schrieb, selbst schon lange nicht mehr dort lebte.

Wer ein wenig (geschichtliches) Interesse hat, sollte das Buch unbedingt lesen.

Die Arbeit am Buch war sehr langwierig, da ich nicht recht wusste, wie ich die Geschichten am besten zusammenfassen sollte und auch das Aufschreiben der Interpretation viel mir sehr schwer, da ich nicht wusste, wie ich mich ausdrücken und alles formulieren sollte.

Alles im allem würde ich sagen, dass die Arbeit sich gelohnt hat; aus diesem Buch kann man etwas lernen und gleichzeitig ist es auch noch sehr interessant und spannend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Paul Röder: Jugendfreund von Georg, der ihn versteckt und bei der Flucht . hilft

Franz Marnet: Jugendfreund Georgs. Durch ihn hat Georg zum Kommunismus . . . . gefunden.

Fahrenberg: Lagerkommandant in Westhofen

Leni: Georgs frühere Freundin

Elli: Georgs Frau

Herr Mettenheimer: ihr Vater

Dr. Löwenstein: ein jüdischer Arzt

Madame Marelli: Schneiderin für Artistenkostüme

Hermann: ein Freund von Franz

Katharina Grabber: Röders Tante

Fiedler: Arbeitskollege von Röder

Dr. Kreß

Reinhardt: Fiedlers Freund

Ernst: ein Schäfer

Quellenverzeichnis:

Bücher:

1.) Anna Seghers: Das siebte Kreuz, 21.Auflage 2003, Aufbau-Verlag GmbH, Berlin
2.) Heinz Neugebauer: Anna Seghers Leben und Werk, Volkseigener Verlag Berlin 1980
3.) Königs Erläuterungen und Materialien Band 408, Anna Seghers Das siebte Kreuz, 2. ergänzte Auflage 2002, C. Bange Verlag
4.) Michael Zimmer, Anna Seghers Das siebte Kreuz, Joachim Beyer Verlag 1995
5.) Bernd Lutz (Hrsg.), Metzler Autoren Lexikon, 2. überarb. und erw. Auflage 1994, J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung
6.) Andreas Schrade, Anna Seghers, 1993, J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung

Internet:

- http://www.seghers.de

- http://www.anna-seghers.de

Details

Seiten
15
Jahr
2003
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108457
Note
12 NP
Schlagworte
Seghers Anna Kreuz

Autor

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Titel: Seghers, Anna - Das siebte Kreuz