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Das Kommunikationsverhalten der Geschlechtsstereotypen

Vordiplomarbeit 2001 28 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Thematikbegründung

2. Allgemeine Definition

3. Feminine und maskuline Kommunikationsdifferenzen
3.1 Gesprächsverhalten
3.2 Unterschiede in der nonverbalen Kommunikation
3.3 Lachverhalten & Humor

4. Biologische & medizinische Fakten

5. Pädagogik & Kommunikationsverhalten

6. Resultierende Problematik
6.1 Feminismus

7. Enquete

8. Reflexion

9. Literaturverzeichnis

1. Thematikbegründung

Schon seit vielen Jahrzehnten ist die Problematik der Differenzen im Kommunikationsverhalten der Geschlechter aktuell und wird auch in Zukunft sicherlich weiter diskutiert. Linguisten haben schon in den siebziger Jahren einige Geschlechterdifferenzen im kommunikativen Bereich konstatiert, jedoch aufgrund unterschiedlichen, sogar widersprüchlichen Resultaten nur bedingt eine Generalisierung zulassen können.

Des weiteren sind zwar partiell eindeutige Differenzen im kommunikativen Bereich der Geschlechter deutlich erkennbar, jedoch ist noch lange nicht entschieden inwieweit diese Differenzen Kompromisse oder Veränderungen erfordern. Die Kontrahenten – männliche Linguisten versus Feministinnen – debattieren in Endlosdiskussionen – jeder mit treffenden Argumenten.

Die Intention meiner Arbeit liegt in der Darstellung relevanter Diskrepanzen in Bezug auf maskulines bzw. feminines Kommunikationsverhalten und inwieweit dies eine Verständigungsproblematik hervorruft. Des weiteren möchte ich innerhalb eines kurzen Exkurs biologische und medizinische Fakten hinsichtlich auf physiologische Unterschiede und Auswirkungen auf das geschlechtliche Kommunikationsverhalten erläutern.

Darauffolgend die Relation zwischen Pädagogik und Kommunikationsverhalten und schließlich die resultierende Problematik und negative Folgeerscheinungen, welche sich durch die aufgeführten Differenzen ergeben.

Ergänzend dazu eine Umfrage, welche Theorie und Empirie gegenüberstellt und somit verdeutlicht inwieweit eine Überseinstimmung vorliegt.

Zuletzt ist in einer Reflexion zu klären, inwieweit die aufgeführten Differenzen nach Lösungsansätzen verlangen oder ob eine Verständigung zwischen den Geschlechtern einfach unmöglich ist.

Aufgrund zahlreicher feministischer Literatur bzw. Literatur feministischer Kontrahenten, welche stets versuchen den Leser von ihrem Standpunkt zu überzeugen, ist es oftmals schwierig die wesentlichen pragmatischen und wissenschaftlich wertvollen Resultate herauszufiltern.

2. Allgemeine Definition

Die Kommunikation ist im Lexikon definiert als „Prozeß der Mitteilung; der wechselseitige Austausch von Gedanken, Meinungen, Wissen, Erfahrungen und Gefühlen sowie die Übertragung von Nachrichten, Informationen (neben der Sprache durch Zeichen aller Art)“1.

Betrachtet man diese Definition präziser so gelangt man zu der Erkenntnis, dass sich Kommunikation in ‚verbale- und nonverbale Kommunikation’ kategorisieren lässt.

Zur Ausdrucksweise der nonverbalen Verständigung zählt primär die Kinesik, welche vorwiegend – wenn auch während des Kommunikationsaustausches unbewusst – emotionale Vorgänge durch Mimik, Gestik oder Körperhaltung hervorheben sollen.

Umstritten ist bislang jedoch inwieweit diese Art der Ausdrucksweise erlernt bzw. angeboren ist.

Die Psychologie geht davon aus, dass das menschliche Ausdrucksverhalten überwiegend durch Lernvorgänge während des Sozialisationsprozesses erworben wird. Signifikant ist, dass sogenannte Schlüsselreize – Reizmuster, die stets zur gleichen Reaktion führen, auch wenn diese vorher nie erlernt wurden – angeboren sind. Diese aktivieren einen ganz bestimmten angeborenen Auslösemechanismus, was beispielsweise unwillkürlich Sympathieverhalten und Liebkosungsbedürfnisse beim Anblick eines pausbäckiges Kindergesichts bei uns auslöst (Lorenz’ Kindchenschema).1

Relevant für die nonverbale Ausdrucksweise sind weiterhin Kommunikationsmittel, wie Uniformen, Kleidung, Orden, Statussymbole, etc., welche indirekt stets nach außen kommunizieren, jedoch nur aufgrund sprachlicher Übereinkunft funktionieren.2

Die verbale Kommunikation beschränkt sich auf die Sprache, welche durch Inhalt und Sprechweise (Lautstärke, Tongebung und Sprechrhythmus) eine Verständigung ermöglicht. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Sprache das bedeutenste Handlungsinstrument des Menschen darstellt, d.h. sie ermöglicht die Entstehung von Kultur, Bildung individueller Persönlichkeit, Sinn und gesellschaftlichen Strukturen.3

Resultierend daraus ergibt sich nun die Frage, inwieweit man diese normative Definition von Kommunikation im maskulinen und femininen Kommunikationsverhalten wiederfindet bzw. wo Abweichungen deutlich werden. Im folgenden Kapitel werde ich mich auf empirisch belegte Divergenzen beziehen.

Westdeutscher Verlag 1987.

3. Feminine und maskuline Kommunikationsdifferenzen

3.1 Das Gesprächsverhalten

„Männer reden, Frauen fragen; Männer definieren die Welt und Frauen gehen darauf ein, selbst wenn sie anderer Ansicht sind“ (Wagner, 1980).[1]

Anhand diverser Studien werde ich Wagners Aussage nach ihrem Wahrheitsgehalt analysieren und dabei auf das feminine / maskuline Gesprächsverhalten, hinsichtlich der Redezeit, Verwendung sprachlicher Mittel und sonstige Auffälligkeiten eingehen.

In einer Untersuchung von Sherley Eubanks2 bestätigten sich folgende Thesen:

1.) Männer reden mehr als Frauen. Die Redezeit wurde rechnerisch (Anzahl der Wörter ٪ Dauer des Gesprächs) ermittelt und ergab, dass in zehn Gesprächen die Männer länger redeten, in fünf Gesprächen beide Geschlechter gleich lang sprachen, jedoch keine Frau länger redete als ihr männlicher Partner.
2.) Männer machen mehr urteilende, analytische Äußerungen.
3.) Frauen gebrauchen mehr unterstützende, ermutigende Bemerkungen (z.B. durch Laute wie: mhm, oh, uh-huh oder: Ja, wirklich, das wusste ich nicht.) bzw. zeigen Zustimmung oder Unentschiedenheit, oft in Form von Fragen.

In Bezug auf die Gesprächsarbeit zeigen Frauen – so Fritjof Werner3 - stets Bemühungen Diskussionen thematisch zu entwickeln und auf ihre Konversationspartner einzugehen, Männer hingegen ignorieren meist die thematische Ausrichtung ihrer Gesprächspartner bzw. beziehen sich auf etwas völlig anderes und benutzen stets ihre eigene Position als Ausgangspunkt.

Weiterhin stellte Ilse Lenz[4] einige linguistische Strategien bei Frauen fest, welche sie zur Durchsetzung ihrer Ziele anwenden. Typisch dafür ist das Betonen von Höflichkeitsfloskeln oder emotionaler Elemente, beides kann auch als Manipulationsmittel bezeichnet werden, welches explizit bei Männern Erfolg verspricht. Durch eine besonders sanfte, einfühlsame und liebliche Sprechweise setzen Frauen ihre Absichten durch, so z.B. Ehefrauen ohne eigenes Einkommen, die sich besonders höflich mit ihren Männern unterhalten.

Ähnliche Resultate erzielte Claudia Schmidt[1] in einer Untersuchung über weibliches und männliches Kommunikationsverhalten in studentischen Kleingruppen. Tonbandaufnahmen von Examensarbeitsgruppen verdeutlichten gleichermaßen (vgl. F. Werner), dass der feminine Konversationsstil darauf ausgerichtet ist kooperativ zu fungieren, beispielsweise wird auf die Themenausrichtung der Diskussionsmitglieder eingegangen bzw. diese weiterentwickelt und eigene Ansichten oftmals vernachlässigt wenn dadurch das Gespräch gestört werden könnte. Weiterhin verwenden Frauen (vgl. S. Eubanks) häufig Problematisierungsfragen, welche Interessen an der Meinung des Gesprächspartner bekunden und die Entwicklung der Diskussionsthematik vorantreiben.

Gleichermaßen die Rückmeldungspartikel (z.B. mhm, ja, genau), welche tendenziell eher Frauen anwenden, um Interesse zu demonstrieren, den Sprecher zu bestätigen und diesen zur Fortführung des Gesprächs zu ermuntern.

Frauen tendieren dazu sich die Sprecherrolle gegenseitig zuzuweisen – durch direktes Ansprechen oder Beziehen auf Gesagtes -, wodurch in Frauengruppen häufig ein Sprecherwechsel erfolgt.

Das maskuline Kommunikationsverhalten zeigte sich als Kontrast zum femininen Konversationsstil, da alle männlichen Stilmittel das genaue Gegenteil der weiblichen darstellen: non-kooperative Orientierung statt kooperativ, lange Monologe statt häufige Sprecherwechsel, Präsentation von eigenem Wissen ist relevanter als Entwicklung und Erarbeitung eines gemeinsamen Themas, jeder setzt individuell Themenakzente ohne besonders auf vorangegangene Beiträge einzugehen, extremes Dominanzverhalten, häufige Unterbrechungen, lautes Sprechen, Wiederholungen und Themenbestimmung.

Bedeutende Resultate ergab eine Untersuchung2 zum Kommunikationsverhalten von Ärzten und Ärztinnen mit Patienten, welche verdeutlichten, dass auch hier manifeste Diskrepanzen vorliegen. Besonders auffällig wurde dies bei der Verwendung von Direktiva (Sprechhandlungen, womit versucht wird eine Person zu veranlassen etwas zu tun → ärztliche Anordnungen), da hier unterschiedliche linguistische Stilmittel verwendet wurden.

Ärzte wenden eher folgende Direktiva an:

1.) Der Imperativ (Befehlsform) impliziert Autorität und schafft somit eine asymmetrische Beziehung zwischen Arzt und Patient, da dieser nicht wirklich die Wahl hat etwas anderes zu tun als das was der Arzt ihm sagt.

Bsp.: „Hinlegen!“/ „Nehmen Sie einfach eine viermal am Tag!“

2.) Durch die Notwendigkeitsaussagen formuliert der Arzt eine Notwendigkeit gegenüber dem Patienten, welches wieder eine hierarchische Beziehung schafft.

Bsp.: „Sie brauchen die Hitze darauf“ / „Ich weiß es ist Ihr Problem. Sie müssen es lösen!“

3.) In Willensbekundungen formuliert der Arzt deutlich , was er vom Patienten möchte.

Bsp.: „Ich will, dass Sie weiterhin !“

4.) Die Quasi-Fragen sind Fragen, welche Handlungen und nicht Antworten verlangen. Auch hier wird ein asymmetrisches Verhältnis zwischen Sprecher und Adressat deutlich.

Bsp.: „Warum kommen Sie nicht herein“ / „Warum legen Sie sich nicht mal auf die Liege da“

5.) Eine Erlaubnis erteilen in Bezug auf das Arzt-Patient-Gespräch zeigt Superiorität des Arztes, da dieser dem Patient erlaubt bestimmte Handlungen auszuführen.

Bsp.: „Sie können mit dem Dreimonatsprogramm beginnen und sie können das im Laufe des Jahres dreimal wiederholen.“

6.) Ärzte versuchten oftmals Anordnungen zu erteilen, indem sie den Patienten erzählten was sie selbst tun würden, also sich selbst als Beispiel verwendeten (Direktiva mit Beispielen).

Bsp.: „ich würde das so machen ...“

7.) Die eingebetteten Imerative – als abgeschwächte Form von Direktiva – schwächen Befehle zu Aufforderungshandlungen durch die Verwendung von Modalverben (z.B. können, sollen, wollen) ab. Die asymmetrische Arzt-Patient-Beziehung bleibt jedoch bestehen, da aufgrund der Betonung weiterhin die Hierarchie zwischen Arzt und Patient verdeutlicht wird.

Bsp.: „Könnten Sie das wohl im Büro abgeben, wenn Sie rausgehen?“

8.) Zuletzt die falsche Kollaboration, welche eine Pseudo-Gemeinsamkeit schafft, also Sprecher schlägt eine gemeinsame Aktion vor, die jedoch nur vom Hörer ausgeführt werden soll.

Bsp.: „ lassen Sie uns für Sie einen Termin abmachen für übernächste Woche.“

Direktiva-Verwendung bei Ärztinnen:

1.) Durch Vorschläge für gemeinsame Handlungen werden beide Gesprächsteilnehmer in die Aktion miteinbezogen und beide erhalten eine Rolle mit Verantwortung.

Bsp.: „..was meinen Sie ...?“ / „Können Sie mir dabei helfen?“ / „Wir müssen beide dafür Verantwortung übernehmen, nicht wahr?“

2.) Die Verwendung von Modalverben und Hypothesen überlassen dem Patient die Entscheidung wie er handelt. Dies weist auf eine symmetrische Arzt-Patient-Beziehung hin.

Bsp:...“Sie könnten...“ / „Vielleicht müssen Sie “

3.) Ärztinnen baten teilweise die Patienten um Erlaubnis bei der Erteilung einer Anordnung (Erlaubnisdirektiva), dadurch wird das Entscheidungsvorrecht des Patienten akzentuiert.

Bsp.: „Lassen Sie mich ...“

4.) Explizite Befehle äußerten Ärztinnen nur als eingeschobene Imperative, d.h. dem Patienten wurde stets gezeigt, dass er die bezüglich der anstehenden Aktivitäten höchste Autorität und die letzte Entscheidungsgewalt besitzt. Dies minimiert die Statusdifferenzen und kreiert eine symmetrische Arzt-Patient-Beziehung.

Bsp.: „Sie wollen, dass ich ihnen ein paar Verhaltensregeln gebe? Sagen Sie mir, was Sie heute gegessen haben. Okay?“

Abschließend wird deutlich, dass Ärzte eher Direktiva verwenden, welche auf die Diskrepanz zwischen Arzt und Patient aufmerksam machen und stets Autorität vermitteln, also eine hierarchische Beziehung schaffen.

Dem Patienten werden dadurch Obligationen auferlegt, denen er nachzukommen hat. Die Rechte der Ärzte und die Pflichten der Patienten werden stets herauskristallisiert.

Ärztinnen dagegen tendieren dazu Direktiva in schwächerer Form anzuwenden, welche Statusunterschiede minimalisieren, soziale Verbindungen betonen und eine symmetrische Beziehung zwischen Ärztin und Patient kreieren.

Dies verweist auf die typischen Kommunikationsweisen der Geschlechter, da Frauen wieder in Richtung Beziehungsarbeit steuern und eine gleichberechtigte Ebene schaffen und Männer im Gegenzug auf einer sachlichen Ebene Autorität, Macht und Dominanz ausdrücken.

Insgesamt hinsichtlich des femininen / maskulinen Gesprächverhaltens stellt Wagners Zitat die Quintessenz der beiden Kommunikationsstile dar. Frauen tendieren dazu durch ihr devotes Verhalten die dominanteren Männer in der Konversation zu unterstützen und primär im Hintergrund zu agieren. Dadurch kristallisieren sich zwei diskrepante Kommunikationsweisen heraus, die sich eigentlich ziemlich gut ergänzen müssten, wie zwei unterschiedliche Magnetpole (vgl. dazu Kapitel 6 und 8).

3.2 Die nonverbale Kommunikation

Im folgenden Abschnitt möchte ich analysieren inwieweit sich ein typisch männliches bzw. weibliches nonverbales Kommunikationsrepertoire unterscheiden lässt.

Relevant ist hierbei, dass wiederum die Biologie eine zentrale Rolle spielt, da die geschlechtsbezogene Körpersymbolik weitgehend davon beeinflusst wird. Auffallend an der physiologischen Beschaffenheit des Mannes ist sein weitaus kräftigerer Körperbau (z.B. breitere Schultern, Körpergröße, usw.), der im Vergleich zum weiblichen eine andere Körpersprache zwangsläufig vermittelt.[1]

Forschungsstudien ergaben beispielsweise, dass die maskuline nonverbale Kommunikation ein Streben nach Überhöhung, Breitmachen und Expandieren darstellt, während der feminine Stil Unterwerfung, Biegsamkeit, Kleinmachung und Schrumpfung symbolisiert.2

Deutlich erkennbar ist dies am Sitzverhalten, während Männer meist breite, raumeinnehmende Sitzpositionen einnehmen (z.B. sitzen meist mit gespreizten Beinen), sitzen Frauen eher in geschlossener Haltung (z.B. Beine gekreuzt). Feminin ist ebenfalls die köpernahe Bewegung des Ober- und Unterarms mit vergrößertem Beugewinkel oder das Stehen mit leicht vorgeschobenem Oberschenkel.

Weiterhin ist frauentypisch sich im Gedränge – wenn Mann und Frau dicht gedrängt aneinander vorbeigehen – sich vom männlichen Gegenüber abzuwenden im Gegensatz zum Mann, welcher sich der Frau zuwendet.[1]

Auffällig ist das raumeinnehmende maskuline gegenüber dem raumsparenden femininen Verhalten, welches in alltäglichen Situation mehrfach zum Vorschein kommt. Beispielsweise stehen Frauen in Gruppen näher beieinander, weichen auf dem Gehweg schneller aus, werden bei Straßenüberquerungen häufiger behindert, werden bei Raumzuweisungen im Berufsleben eher benachteiligt und nehmen auch in der häuslichen Sphäre weniger Raum ein.

Betrachtet man die gesellschaftlichen Vorgaben von männlichen und weiblichen Schönheitsidealen wird auch hier die Relevanz des räumlichen deutlich. Das Ideal von Weiblichkeit beinhaltet einen ‚raumsparenden’, das Männlichkeitsideal einen ‚raumeinnehmenden Körper, deutlich erkennbar wird dies anhand von Beispielen wie Diätenwahn und Essstörungen – ein Phänomen, dass häufiger bei Frauen auftritt, um dem ‚platzsparenden’ Magersuchtsideal möglichst nahe zu kommen - bzw. überlaufene Fitnessstudios, in welchen primär Männer als ‚aufgeblasene Muskelpakete’ in Erscheinung treten.2

Interessant ist weiterhin die geschlechtsdifferente Reaktionsweise bezüglich der Verletzung des subjektiven Raums bzw. wenn ein Gefühl der Bedrohung durch das zu Nahe kommen einer anderen Person hervorgerufen wird. Die Reaktion bei Männern wird tendenziell als aggressiv-konfrontativ bezeichnet im Vergleich dazu ein weibliches defensiv-kompensatorisches Verhalten, wie empörter Blick, Körperverschränkung oder territorialer Rückzug (Sommer, 1959; Mühlen Achs, 1993).3

Hinsichtlich der Gestik gehören zum maskulinen Repertoire die geballte Faust, der drohende Zeigefinger, der Unterarmstoß, eingehackter Daumen im Gürtel, breit auf die Hüften aufgestemmte Hände oder auch einige besondere öbszöne Gesten (z.B. aufgerichteter Mittelfinger), welche Dominanz, Aggressivität, Stärke und Macht ausdrücken. Eher der weiblichen Gestik zuzuordnen sind sprachliche Gesten, welche einen Bezug zum eigenen Körper darstellen, wie Selbstumklammerung oder körperpflegerische Gesten (z.B.: Kleider oder Frisur zurechtrücken, Make-up überprüfen), diese symbolisieren Schwäche und Devotion.

Des weitern wird das „auf-die-Schulter-Klopfen“ oder der Händedruck in die Kategorie ‚typisch männlich’ eingeordnet und das ‚Einhaken’ in ‚typisch weiblich’.²

Mühlen Achs, G.: Wie Katz und Hund. Die Körpersprache der Geschlechter“. München 1993.

In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W.: Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. Waxmann Verlag GmbH Münster 1999. S. 171 – 180.

Der Ausdruck von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit wird weiterhin in Blicken deutlich, Frauen blicken ihr Gegenüber in Konversationen häufiger und länger an als Männer, dies symbolisiert ökonomische und soziale Abhängigkeit und verlangt zwangsläufig vermehrten Blickkontakt.[1]

Die Konversationselemente der nonverbalen Kommunikation verdeutlichen sowohl die Möglichkeit der Kategorisierung in feminine oder maskuline, als auch die bewusste bzw. unbewusste Reproduktion traditioneller Geschlechterrollen. Die weibliche nonverbale Konversationsweise beinhaltet einen Stil, welcher den gesellschaftlich produzierten Stereotyp von Weiblichkeit zum Ausdruck bringt versus dem männlichen, welcher wiederum das männliche gesellschaftliche Ideal vermittelt. Dadurch wiederspiegeln sich Genderideologien, Macht und Herrschaftsstrukturen. Natürlich ist eine Differenzierung in maskuline versus feminine nonverbale Ausdrucksweise möglich, jedoch ist zu beachten dass dies weitgehend Tendenzen sind, d.h. Männer verwenden ebenfalls nonverbale Elemente aus der Kategorie weibliches Repertoire und reziprok.

Des weitern ist eine primäre Fixierung auf das Geschlecht als Ursache für Differenzen in der nonverbalen Kommunikation unsinnig, da andere Faktoren die Konversationsweise ebenfalls beeinflussen, wie beispielsweise die Kultur. Vergleicht man die Ausdrucksweise – indifferent ob verbal bzw. nonverbale Kommunikation betreffend – in unterschiedlichen Kulturen so finden sich hier immense Abweichungen, diese sind bereits in Kommunikationscodes bei Subkulturen feststellbar (Bsp. Die Konversationselemente von Technoanhänger unterscheiden sich in denen von Pfadfindergruppen).

3.3 Lachverhalten und Humor

Aufgrund der Tatsache, dass das geschlechtsspezifische Lachverhalten mehrfach in linguistischen Untersuchungen gesondert behandelt wurde und ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikationsdifferenzen der Geschlechter darstellt, habe ich es als eigenes Kapitel aufgeführt obwohl es als sprachliches Element der nonverbalen Kommunikation zugehört.

Lachen im allgemeinen Sinn kann unterschiedliche Funktionen haben, wie Informationen vermitteln (z.B. über den Gefühlszustand, Zustimmung / Ablehnung ausdrücken, usw.), unangenehme Gesprächssituationen erleichtern, verletzen oder auch als kommunikative Waffe eingesetzt werden, usw..

Eine linguistische Untersuchung von Ruth Groth zum maskulinen und femininen Lachverhalten zeigt deutliche Differenzen. Das Resultat ermöglicht eine Kategorisierung in ‚typisch männliches’, welche sich in ‚Dissens-Lachen, Topping-Lachen und Normverstoss-Lachen’ und ‚typisch weibliches’ Lachverhalten, welches sich in ‚Wir-Lachen, Beziehungs-Lachen und Puffer-Lachen’ disponieren lässt. 1

Das Dissens-Lachen ermöglicht den ZuhörerInnen dem Redner mitzuteilen, dass ihre Meinung vom Gesagten abweicht und dies ohne verbal in die Kommunikation einzugreifen.

Anders das Topping-Lachen, welches auch als „verbales Scherzduell“ bezeichnet werden kann, dient zur Imagebewahrung für den Angreifenden und als Imagebedrohung für den Angegriffenen. Durch eine humoristische provokante Bemerkung wird eine Imagebedrohung für den Gesprächspartner herbeigeführt, diese kann nur durch ein Wortgefecht oder eine weitere Imagebedrohung abgewendet werde.

Zuletzt ein Lachelement, welches als Belehrungsmittel verstanden werden kann – das Normverstoss-Lachen. Dadurch werden Gruppennormen durchgesetzt, indem durch Lachen auf Normverstöße aufmerksam gemacht wird, diese sanktioniert werden und gleichzeitig die geltende Norm bestätigt wird.

Resultierend daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass männliches Lachen oftmals als kommunikative Waffe eingesetzt wird, durch welches Dominanz und Macht ausgedrückt wird.

Zu der Kategorie ‚weibliche Lachelemente’ gehört das Wir-Lachen, welches als Gruppenlachen verstanden werden kann, dass ein Zusammengehörigkeitgefühl vermittelt.

Das Beziehungs-Lachen dient als Signalfunktion, wenn Inhaltsaspekt (inhaltliche Information) im Widerspruch steht zum Beziehungsaspekt (persönliche Stellung zu den vermittelten Informationen), d.h. durch Lachen können inhaltliche Differenzen übergangen und eine Bestätigung auf der Beziehungsebene erreicht werden. Dies setzt erhöhte Gesprächsarbeit und besondere Anstrengungen der lachenden Person voraus, wendet jedoch Kommunikationsstörungen ab.

Das dritte feminine sprachliche Element – das Puffer-Lachen – ist ähnlich dem Beziehungs-Lachen, als Gruppenlachen dient es zur Harmonisierung konfliktreicher Debatten, dadurch dass es den Gesprächsteilnehmern die Möglichkeit offenbart vorhandene Spannungen abzubauen oder Konflikte auszutragen.

Schlussfolgernd ergibt sich, dass Lachen unter Frauen eher verwendet wird um Hierarchien abzubauen und Gemeinsamkeiten zu schaffen.

Die Analyse der vorstehend genannten Lachelemente zeigen Tendenzen, d.h. typisch männliches Lachverhalten tritt zwar verstärkt bei Männern auf ist jedoch auch bei Frauen zu erkennen und umgekehrt.

Kongruent benutzen jedoch beide Geschlechter ihr typisches Lachverhalten zur Erreichung kommunikativer Ziele.

Gegenseitige Kontrolle, Zensur und Wettkampfgeist entspricht eher der männlichen Domäne, konträr dazu das Streben der Frauen nach dem Zustandekommen und der Aufrechterhaltung einer harmonischen Gesprächsatmosphäre durch große soziale Sensibilität und kooperatives Engagement.

Die Quintessenz einer Untersuchung von Helga Kotthoff lautet, dass Frauen stets lachen und lächeln. Dies veranschaulicht die ständigen Bemühungen der Frauen eine angenehme, gefühlvolle Atmosphäre zu schaffen.1

Der Humor als Form kommunikativen Verhaltens dient zur Verdeutlichung von Gruppenzugehörigkeit, Annerkennung (Mitlachen) oder Ablehnung (Gegenüber reagieren nicht auf scherzhafte Einlage), als Erziehungsmittel und zur vorübergehenden Abschwächung sozialer Barrieren, wie Status, usw..

In einer weiteren Untersuchung von Mercilee M. Jenkins zum geschlechtsspezifischen Humor wird deutlich, dass sich auch hier Differenzen herauskristallisieren.2

Im männlichen Humor drückt sich deren hierarchische und kompetitive Denkweise aus, welche unterstützt durch eine humorvolle Art zur Selbstdarstellung bzw. Selbstverherrlichung dient. Witze, meist schon als vielfältiges Repertoire angelegt, verlaufen als Einzeldarbietung auf Kosten anderer und oftmals als Konkurrenzkampf mit anderen männlichen Mitstreitern. Der maskuline Stil ist somit auf die Annerkennung des Publikums angewiesen, um durch positive Resonanz die Bestätigung zu erhalten, dass seine Selbstdarstellung erfolgreich war.

Die feminine Seite verwendet Humor zur Schaffung von Nähe, Vertrautheit und zur Befriedigung von Gruppenbedürfnissen. Dieser ist kontextgebunden und somit meist spontan, Konkurrenzdenken wird hierbei vernachlässigt und im Gegensatz dazu Humor als Demonstration von Gemeinsamkeiten eingesetzt. In ihren Witzen werden oft weniger ruhmvolle Erfahrungen verarbeitet, welche statusabbauend wirken.3

Der feminine Stil benötigt ebenfalls wie der maskuline Annerkennung, jedoch in anderer Weise. Hierbei ist die Verdeutlichung von Gruppenzugehörigkeit und die Abschwächung sozialer Barrieren relevant, dass Nähe und Vertrautheit entstehen kann.

4. Biologische und medizinische Fakten

In diesem Abschnitt ist zu klären inwieweit physiologische Differenzen Einfluss nehmen auf das Kommunikationsverhalten der Geschlechter.

Primär unterscheiden sich die Geschlechter in ihrer genetischen Grundausstattung, Frauen besitzen 46 X-Chromosomen, Männer dagegen 45 X-Chromosomen und ein Y-Chromosom.

Die Chromosomenkombination hat Konsequenzen für das zukünftige Leben des Individuums, in Bezug auf die Sozialisation, biologische Entwicklung und dem Konversationsverhalten – Forschungsstudien der vergangen Jahrzehnte zufolge. Diese besagen, dass die Geschlechter aufgrund physiologischer Unterschiede ein divergentes Kommunikationsverhalten entwickeln.

Die sprachliche Entwicklung verläuft beispielweise unterschiedlich, Mädchen zeigen schon in frühem Kindesalter ein besser ausgeprägtes Sprachvermögen – umfangreicherer Wortschatz, Artikulation, Satzlänge: gebrauchen eher „two-word-sentences, Sprachverständnis - als Jungen (Lewis, 1972; Lewis u. Freddle, 1972; Moss u. Winitz, 1961; Adkins, 1971; Darley u. Winitz, 1961; Ramer, 1976; Nelson, 1973).1 Dies lässt auf eine Spezialisierung der linken Gehirnhemisphäre schließen. Dieser Vorsprung ist jedoch nur im Kindesalter zu erkennen, dieser bleibt nicht oder nur gering erhalten. Man könnte dies eher als beschleunigten Entwicklungsvorgang bei Mädchen bezeichnen, bei welchem später beide Geschlechter wieder gleich sind.2

Auffallend bei Jungen hingegen ist die bessere auditive Verarbeitung – „left-ear-advantage“- , welche auf eine Spezialisierung der rechten Gehirnhälfte schließen lässt (Witelson, 1977) und das räumliche Vorstellungs- und Erinnerungsvermögen (Maccoby u. Jacklin, 1974; McNemar, 1942; Ralston, 1962; Trumbull, 1953; Harris, 1978; Grossi et al., 1979).

Die Resultate der Forschungsergebnisse sind bislang noch umstritten, da es sich meist um Spekulationen handelt bzw. Studien vorhanden sind, welche keine oder nur geringe kommunikative Differenzen in Bezug auf physiologische Unterschiede belegen. Beispielsweise konnten keine Abweichungen bei der geschlechtspezifischen Sprachentwicklung festgestellt werden (S.J. Jones u. Moss, 1972; Rheingold u. Samuel, 1969; Weinraub u. Fraenkel, 1977) oder Divergenzen belegt werden, welche eine schnellere Entwicklung in bestimmten Sprachfähigkeiten bei Jungen oder Mädchen in den ersten drei Lebensjahren verdeutlichen (Mueller, 1972; Sause, 1976; Smith u. Conolly, 1972).¹

Des weitern bleibt strittig inwieweit die Bezugsperson Einfluss auf die Sprachentwicklung des Kindes hat bzw. ob ein Zusammenhang bezüglich der rapideren Entwicklung bei Mädchen besteht (vgl. dazu Kap.5).

Trotz immenser Widersprüche und Unklarheiten konnte z.T. spekulativ bzw. teilweise empirisch belegt diverse physiologische Divergenzen analysiert werden.

Preyer (1912) vertritt die Hypothese, dass bei Kinder – speziell Mädchen – das Großhirn rapider wächst, jedoch eher wieder aufhört zu wachsen. Dies hat zur Konsequenz – so Preyer-, dass Kinder mit frühem Sprachbeginn weniger intelligent werden. Bezüglich der Geschlechter bedeutet dies, dass Mädchen eher sprechen lernen als Jungen, jedoch in abstraktem Denken weit zurückliegen.1

Die deutlich beschleunigte Sprachentwicklung und die damit verbundenen sprachlichen Leistungen bei Mädchen ab dem 10. Monat erklärt McCarthy (1963)2 aufgrund der späteren Markscheidenbildung (Myelinisierung) von Nervenbahnen bei Jungen.

In einer neueren Untersuchung – „Infant electrophysiological studies“ – von D. W. Shucard, J. L. Shucard und D. G. Thomas wurden drei und sechs Monate alte Kinder in Bezug auf mögliche geschlechtsdifferenzierte Gehirnentwicklungen untersucht.3

Die Resultate der dreijährigen Kinder verdeutlichen, dass die Mädchen hinsichtlich sprachlicher oder musikalischer Stimuli eine umfangreichere linksorientierte Hörleistung aufweisen, während die Jungen diametral, also eine eher rechtsorientierte Hörleistung vorzeigen – irrelevant waren dabei die gegeben Forschungsbedingungen. Dies bedeutet eine ausgeprägtere Gehirnaktivität in der linken Gehirnhemisphäre bei den Mädchen und in der rechten bei den Jungen.

Resultierend aus der Gruppe der Sechsjährigen ergab sich, dass Jungen das identische asymmetrische Schema aufzeigen wie bei den Dreijährigen, die Mädchen hingegen tendieren zu einem kongruenten Schema, welches bei den Erwachsenen festgestellt wurde (D.W. Shucard et. al., 1977)[4]: ausgeprägtere Hörleistung in der linken Gehirnhemisphäre bei verbaler Stimuli und bei musikalischer Stimuli in der rechten Gehirnhälfte. Dies verdeutlicht eine Veränderung in der Entwicklung bei den Mädchen im Alter zwischen drei und sechs Monaten, welche eine kognitive Reorganisation zur Folge hat.

Shucard et. al. fanden somit heraus, dass nicht nur Differenzen in der Sprachentwicklung bei den Geschlechtern auftreten, sondern auch der Einsatz der Gehirnhemisphären unterschiedlich verläuft.

Die Konklusion daraus ergibt, dass die Hypothese Mädchen und Jungen zeigen eine divergente linguistische und eine kognitive Entwicklung empirisch durch Shucard et. al. belegt wurde und auch eine physiologische Divergenz bewiesen wurde.

Zuletzt ist noch die Frage der hormonellen Suggestion zu klären, welche primär nur spekulativ beantwortet werden kann. Die Ergebnisse der Studien hierzu sind umstritten, da diese noch keine entgültigen Resultate erzielen konnten.

Broverman et al. (1968) und Petersen (1976) sind der Ansicht Androgynie sei verantwortlich für bessere räumliche als linguistische Fähigkeiten und reziprok.[1]

Waber (1976) vermutete, dass die geschlechtliche Reife davon abhängig ist, welche Gehirnhemisphäre dominanter auftritt und demzufolge welche Fähigkeiten intensiver ausgeprägt sind, wie beispielsweise räumliche oder sprachliche Fähigkeit.[1]

Interessant sind jedoch neueste Erkenntnisse, welche besagen, dass Hormone allein nicht verantwortlich sind für die komplexe Entwicklung von Frauen- oder Männergehirnen. Die Zellbiologen Ingrid Reisert und Christof Pilgrim (1998) konnten nachweisen, dass Gehirnzellen ihr autonomes Geschlecht unabhängig von ihrer hormonellen Umwelt realisieren können. Verantwortlich dafür ist das „sry-Gen“, welches lebenslänglich die Erbinformation ‚Mann’ oder ‚Frau’ transportiert und an das Gehirn weiterleitet. Somit spielen Hormone nur sekundär eine Rolle in Bezug auf die differenzielle Entwicklung des femininen bzw. maskulinen Gehirns.[2]

Tendenziell kann man festhalten, dass Divergenzen im biologisch-medizinischen Bereich bei den Geschlechtern vorhanden sind, die sich auf die Konversation auswirken, welches zahlreiche Studien nichtsdestotrotz belegen konnten.

Im folgenden Abschnitt werde ich auf die Problematik Pädagogik und Kommunikation eingehen. Hierbei soll die Korrelation beider Komponenten analysiert werden.

5. Pädagogik und Kommunikationsverhalten

Die soziale Rolle kann als „Summe der gesellschaftlichen Erwartungen an das Verhalten eines Inhabers einer sozialen Position“ verstanden werden.3 Fraglich ist inwieweit diese Rollenvorgaben – speziell die Geschlechterrollen –, welche durch die Erziehung weitervermittelt werden, Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten haben bzw. ob die Gesellschaft dadurch erst eine Differenz kreiert, indem sie eine Geschlechtsidentität aufzwingt.

Bereits bei der Geburt ist die erste Frage: „Ist es ein Mädchen oder ein Junge?“, wodurch sogleich kulturspezifische Erwartungen an das soziale Verhalten des Neugeboren entstehen und dem Kind im Laufe seiner Entwicklung suggeriert werden – bewusst oder unbewusst.[4]

In diversen „Baby-X-Studien“, in denen Erwachsene mit Säuglingen interagierten, die einmal als Junge und einmal als Mädchen ausgegeben wurden, zeigte sich wie unterschiedlich die Verhaltensmuster der Erwachsenen variieren je nach Geschlecht des Babys (Sidorovicz & Lunney 1980; Überblick: Wallston & O’Leary 1981; s.a. Block 1983).[1]

Auch weitere Untersuchungen zeigten, dass besonders Väter in der Vater-Kind-Interaktion deutlichere Unterschiede aufweisen als die Mütter, wie typisch männliche / weibliche Spiele, Kleidung, Aussehen, usw. (Block 1983, Fthenakis 1985).[1]

In einer Repräsentativbefragung (H. Faulstich-Wieland, 1992)[2] wurden Frauen nach der Relevanz von insgesamt 22 Erziehungszielen für Jungen und Mädchen befragt, diese zeigte, dass noch immer konkrete Vorstellungen bestehen was für Mädchen bzw. Jungen angemessen sei. An erster Stelle stand bei Mädchen Zärtlichkeit als wichtigstes Erziehungsziel, darauffolgend Durchsetzungsvermögen, selbständiges Denken, Hilfsbereitschaft, Haushaltsführung, Teilen können, usw.. Bei den Jungen dagegen stand auf Rang eins selbständiges Denken, dicht gefolgt von Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Ehrgeiz, Wissensdurst, usw.. Weniger relevant war dagegen bei Mädchen politisches Interesse, Computerkenntnisse, technisches Verständnis oder handwerkliches Können, bei Jungen waren die Mütter der Ansicht Bescheidenheit, Haushaltsführung und Handarbeiten sei weniger bedeutend.

Eine Untersuchung von Elisabeth Bing[3] verdeutlicht wie das Erziehungsverhalten von Müttern – den primären Bezugspersonen im Leben eines Kindes – sich auf die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten eines Kindes auswirken kann bzw. belegt weshalb Mädchen im Vergleich zu Jungen höhere verbale Fähigkeiten besitzen.

Der Einfluss der biologischen Differenz (vgl. Kapitel 4.) darf nicht außer Acht gelassen werden, jedoch ergab die Untersuchung, dass eine enge Beziehung zu einer fordernden und aufdringlichen Mutter, welche häufige Hilfestellung bei zu lösenden Aufgaben bietet und auch mehr Druck auf das Kind ausübt, hohe verbale Fähigkeiten fördert. Mütter dagegen, welche ihren Kindern viel Freiraum lassen selbst zu experimentieren unterstützen die Entwicklung hoher nicht-verbaler Fähigkeiten. Dies erklärt die besseren sprachlichen Fähigkeiten bei Mädchen, welche eher zur Abhängigkeit zur Mutter erzogen werden versus den Jungen, denen mehr experimenteller Freiraum zugestanden wird.

Es wird davon ausgegangen, dass die Schule ebenfalls einen immensen Beitrag zur geschlechtsspezifischen Sozialisation liefert. Sie wird als Trainingsfeld zur Einübung des kulturellen Systems der Zweigeschlechtlichkeit bezeichnet, welches stets die Dominanz des männlichen und die Unterordnung des Weiblichen innerhalb und außerhalb des Unterrichts verfestigt.[4]

Resultate aus der Schulforschung[1] verdeutlichten stets wiederkehrende Tendenzen bezüglich der geschlechtlichen Differenzierung. Mädchen beispielsweise werden seltener aufgerufen, seltener getadelt und auch seltener gelobt als Jungen, richtige Antworten werden bei Mädchen meist nur bestätigt, bei Jungen wird nachgefragt, angeknüpft und auch ermutigt einen Schritt weiter zu denken.

Dieses Verhalten ist bereits im Kindergarten zu erkennen. Interessant ist weiterhin, dass bei einer Einschätzung hinsichtlich der Aufmerksamkeit (Redezeit, Häufigkeit des Drannehmens) LehrerInnen der festen Überzeugung waren sie hätten den Mädchen die Hälfte ihrer Aufmerksamkeit zukommen lassen, obwohl ihnen tatsächlich nur ein Drittel der Aufmerksamkeit zukam.

Anhand der vorstehend aufgeführten Resultate wird die Problematik des ‚doing gender’ deutlich, d.h. sowohl Lehrer als auch andere haben das Konzept von Geschlecht je nach gesellschaftlicher Auslegung verinnerlicht – durch Erziehung, etc.. – und projizieren es durch alltägliche Interaktionen auf ihre Schüler bzw. andere.

Des weiteren ist schon seit Jahren bekannt, dass die Peer-Group – Gruppe Gleichaltriger – stark auf den Sozialisationsprozess des Einzelnen einwirkt. Insbesondere im Alter von fünf bis 15 Jahren besteht die Peer-group aus gleichgeschlechtlichen Mitgliedern, welche als Übungsplatz für maskuline bzw. feminine Verhaltensmuster dient. Auffallend am Kommunikationsverhalten war die Tendenz, Jungen lernen, dass es innerhalb einer Konversation überaus wichtig ist sich positiv zu präsentieren, Mädchen dagegen sind weniger daran interessiert sich darzustellen, sondern ihre Motivation liegt darin durch Kommunikation Nähe und Vertrautheit zu entwickeln.[2]

Trotz stets wiederkehrender Tendenzen, dass die Geschlechtszugehörigkeit vorherrschend ist, besteht das gesellschaftliche Interesse darin das stereotype Denken weitgehend auszuschalten.

Hierzu möchte ein Exampel aus dem Medienbereich, welcher ebenfalls Erziehungsfunktion besitzt, heranziehen, um zu verdeutlichen wie durch Musikvideos und Werbung das Denken in Geschlechtsstereotypen aufgebrochen wird und Rollen einfach vermischt, vertauscht oder abgeschafft werden.

In einer Untersuchung von Ute Bechdolf[3] Anfang der neunziger Jahre über die neuartige Darstellung des Geschlechts im Medienbereich, explizit bei Musikvideos, wird dies repräsentiert.

Betrachtet man Musikvideos von Madonna oder Annie Lennonx wird eine deutliche Demaskierung vom Weiblichkeitsideal deutlich. Die nonverbale Botschaft lautet hier: Weiblichkeit ist vielfältig, variabel, unbeständig und auch zufällig.

Die Demaskierung des Männlichkeitsideal kommt weniger oft zum Vorschein, ist aber bei Genesis ‚I can’t dance’ oder Herbert Grönemeyer ‚Männer’ zu erkennen. Hierbei wird das maskuline Kraft- und Schönheitsideal durch Selbstironie persifliert.

Ein weiterer Aspekt in der nonverbalen Kommunikation ist das ‚Crossdressing’, unter welchem Bechdolf die Übernahme von nonverbalen Elementen des anderen Geschlechts versteht, d.h. beispielsweise wird Kleidung, Make-up oder Körpersprache des anderen Geschlechts übernommen (Bsp.: Aerosmith „Living on the Edge“ → attraktive Lehrerin entpuppt sich als Mann).

Die Repräsentation von Androgynität bei einigen Musikern zeigt das Vermischen der geschlechtlichen Differenzen, indem eine Annäherung an das andere Geschlecht durch Kleidung und Körpersprache vollzogen wird. Das Musikidol ‚Prince’- vereinigt maskuline und feminine Elemente der Körpersprache- oder Grace Johnes – maskuline Stimme und Kleidung- , kann als Beispiel herangezogen werden.

Zuletzt die absolute Indifferenz, d.h. die Kategorisierung in Geschlechter wird aufgehoben, es besteht völlige Gleichheit (z.B.: „7 Seconds“ von Neneh Cherry & Youssoun D’Our).

Anhand dieser Videos kommt zum Ausdruck, dass geschlechtliche Differenzen verringert werden sollen. Die vorstehend genannten nonverbalen Elemente der Popmusiker zeigen eine neuartige Weise im Bereich der geschlechtlichen Kommunikation, nämlich diese, dass eine Kategorisierung überflüssig scheint.

Abschließend kann man festhalten, dass aufgrund diskrepanter soziokultureller Ideologien von ‚Männlichkeit’ und ‚Weiblichkeit’ die Sozialisation bezüglich der Kommunikation unterschiedlich verläuft, d.h. Jungen wird schon von klein auf ein anderes Kommunikationsverhalten entgegengebracht bzw. antrainiert als Mädchen. Natürlich sind z.T. deutliche Differenzen in der Interaktion von Erziehern (Eltern, Lehrer, usw.) und Erzogenen zu beobachten, jedoch darf nicht unbeachtet bleiben, dass es oftmals auch nur Tendenzen sind bzw. in manchen Fällen ein reziprokes Verhalten gegeben ist.

Weiterhin, darf nicht unbeachtet bleiben, dass die Entwicklung in Richtung geschlechtliche Kategorisierung bzw. Denken überflüssig wird. Ansätze sind im Medienbereich vorhanden, explizit verdeutlicht im Bereich Musikvideos.

Rückblickend auf die Darstellung der Thematik ‚Pädagogik und Kommunikationsverhalten’ wird deutlich, dass eine detaillierte und vollständige Darstellung nicht möglich ist, da die Komplexität des Begriffes ‚Pädagogik’ nicht innerhalb eines Kapitels ausgeführt werden kann. Der Begriff beinhaltet nicht nur –wie vorstehend aufgeführt- Institutionen, wie Familie, Schule usw., sondern weitaus mehr.

Genau genommen wird unsere Identität stets geprägt durch Einflüsse aller Art, z.B. individuelles Wissen, Haustiere, Wohnung, etc..

In meiner Ausarbeitung habe ich versucht auf die elementarsten pädagogischen Einflüsse einzugehen und diese bezüglich des geschlechtstypischen Konversationsverhalten zu analysieren.

6. Resultierende Problematik

In den vorherigen Kapiteln wurde deutlich, dass Diskrepanzen bzw. differente Tendenzen im Kommunikationsverhalten der Geschlechter zu beobachten sind. Dabei kam noch nicht die daraus resultierende Problematik zum Ausdruck, da davon auszugehen ist, wenn inkongruente Konversationsweisen aufeinandertreffen, dass dies Komplikationen hervorrufen muss (vergleichbar mit Problemen, die sich ergeben, wenn Menschen unterschiedlicher Kultur / Sprache aufeinandertreffen).

Betrachtet man beispielsweise den Kommunikationsstil so ergab sich aus den vorstehenden Kapitel, dass Frauen eine weitaus kooperative kommunikative Orientierung aufzeigen als Männer. In einer gemeinsamen Konversation, in welcher die Frauen durch ihre kooperative Verhaltensweise die Themenentwicklung des männlichen Gegenübers unterstützt bleibt sie selbst auf ihren Beiträgen sitzen, im Falle, dass der Mann den typisch männlichen non-kooperativen Stil vertritt und somit nicht auf die Gesprächsbeiträge der Frau eingeht.[1]

Deutlich wird dies anhand von Fragen, welche für Frauen und Männer eine andere Bedeutung haben. Die Fragestellungen der Frauen werden zur Aufrechterhaltung der Konversation verwendet, während Männer sie eher als Bitten um weitere Informationen verstehen. So erklärt sich der monologisch aufgebaute „Dialog“ in vielen Paargesprächen – Mann erzählt / Frau motiviert ihn dazu.2

Hinsichtlich des weiblichen Lachverhaltens, erkennt man ebenfalls das Bemühen der Frauen Beziehungen herzustellen bzw. Gespräche aufrechtzuerhalten, da dieses zur Motivation der Konversationspartner eingesetzt wird, quasi als Aufforderung zum Weiterreden. Dabei werden oftmals die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt um die Harmonie des Gesprächs aufrechtzuerhalten. Männer dagegen, deren Interesse eher im Bereich Gesprächskontrolle und Verdeutlichung des eigenen Standpunktes liegt profitieren von der femininen Kommunikationsweise, da sie somit ihren Bedürfnissen nachkommen können.3

Der verwendete Humor der Frauen wirkt darüber hinaus statusabbauend, da oftmals um Nähe in Gesprächen herzustellen Frauen Witze über sich selbst machen bzw. weniger glorreiche Erfahrungen miteinbringen, die sie selbst kompromittieren. In gemischtgeschlechtlichen Diskussionen kann dies eine extreme Imagebedrohung darstellen, da die männlichen Kontrahenten eher darauf bedacht sind auf einer hierarchischen Ebene zu debattieren und dies ein leichtes Unterfangen ist, wenn Frau sich von vornherein abwertet.[4]

Die vorstehend genannten Aspekte geben einen Einblick, dass durchaus Schwierigkeiten auftreten können aufgrund Abweichungen im Konversationsverhalten der Geschlechter. Ich möchte nun ein Beispiel heranziehen, um anhand dessen zu verdeutlichen welche Ausmaße dies annehmen kann.

Die Untersuchung[1] eines Gerichtsprozesses, im Dezember 1984 am Stockholmer Arbeitsgericht über die Lohnfestsetzung für weibliche und männliche Formularkonstrukteure, zeigt die Ungleichbehandlung primär aufgrund des differenten Kommunikationsstils.

Der Gerichtsbeschluss sah vor, obwohl der Mann als auch die Frauen beide Formularkonstrukteure beim Provinziallandtag waren, die Frauen im Finanzbüro, der Mann in der Organisations-Abteilung des Gesundheits- und Krankenpflegeamts, den weiblichen Formularkonstrukteuren einen geringeren Lohn auszubezahlen als den männlichen Kollegen mit der Begründung, dass laut des Gleichberechtigungsgesetzes die Arbeit der Frauen nicht als gleich angesehen werden kann.

Die untersuchte Verhandlung ergab interessante Differenzen in der weiblichen / männlichen Kommunikation:

Die Sprechzeit des Mannes war auffallend länger, welches einen positiveren Eindruck bezüglich seiner Arbeit hinterlässt – redet gern über seine Arbeit und wirkt dadurch engagierter.

Prägnant waren die angewendeten Redestrategien, wobei der Mann seinen beruflichen Einsatz stark hervorhebt versus der Frau, die diesen durch ihre Argumentationsweise eher schmälert. Sie bezieht sich weniger auf relevante Informationen, die im Kontext als überaus wichtig sind, wie dass ihre Arbeit Selbständigkeit und Eigeninitiative erfordert und so durch einen gleichwertigen Lohn rechtfertigen. Die Darstellung des Mannes in Bezug auf die Informationsauswahl der beruflichen Tätigkeit dagegen wirken überzeugender, da dieser mit Geschick verdeutlicht welche komplexen Anforderungen seine Arbeit an ihn stellen. Bei der Themenorientierung kommuniziert die Frau eher personenorientiert – spricht primär über Beziehungen zu anderen Menschen –, der Mann sachorientiert – bezieht sich auf seine Tätigkeit.

Betrachtet man die sprachliche Vorgehensweise so erkennt man auch dabei spezifische Diskrepanzen, wie die Hervorhebung der eigenen Person hauptsächlich beim Mann (z.B.: Ich habe ... / Außerdem habe ich ...). Dies vermittelt den Eindruck von Sicherheit, Aktivität und Stärke. Die Frau bringt das genaue Gegenteil zum Ausdruck, durch Abschwächungselemente und einleitende Phrasen (z.B.: ... selbstverständliche Sachen, wie / Auf jeden Fall...) vermittelt sie Zurückhaltung und Passivität.

Elementar an der Ausdrucksweise des Mannes ist weiterhin die Komplexität seiner Satzkonstellationen. Aufgrund komplexerer Sätze – ähnlich dem schriftsprachlichen Stil – erscheint sein Auftreten intelligenter, kompetenter und vermittelt den Eindruck eines hohen sozioökonomischen Status.

Ausschlaggebend ist des weitern die Ausdrucksweise beider Geschlechter für die gleich Sache, die aufgrund inkongruenter Wortwahl eine ganz andere Wirkungsweise erzielen. Beispielsweise berichten beide über Kontakte und Zusammenarbeit am Arbeitsplatz in ganz unterschiedlicher Weise. Der Mann präsentiert primär Fakten, die für ihn am vorteilhaftesten sind und ihn kompetent und bedeutend in der Zusammenarbeit mit Arbeitskollegen darstellen versus der Frau, die eher auf die emotionalen, persönlichen Fakten, die für sie an einer Zusammenarbeit relevant sind, eingeht.

Der Formularkonstrukteur hinterlässt insgesamt dadurch den Eindruck, als wäre er ein unabdingbarer Teil in seiner Arbeit, während die Frau nur ein kleiner weniger wichtigen Teil in diesem Berufsfeld darstellt.

Resultierend daraus ergibt sich, dass der männliche Kontrahent durch sein Auftreten und seine Kommunikationsweise weitaus kompetenter wirkt, obwohl dies nicht wirklich der Fall ist. Anhand seiner Kommunikationsweise, die er bewusst oder auch unbewusst anwendet profitiert er insoweit davon, dass das Gericht zu seinen Gunsten entscheidet und ihn bzw. seine berufliche Tätigkeit höherrangig bewertet als die seiner weiblichen Kollegen.

Beispiele dieser Art erklären weshalb Frauen oftmals von Diskriminierung in unserer Gesellschaft sprechen und weshalb es die Gruppierung der Feministinnen gibt. Im folgenden Abschnitt möchte ich diesen kurz ansprechen.

6.1 Feminismus

Der Feminismus ist bekannt als „Richtung der Frauenbewegung, die die Befreiung der Frau durch Veränderung der geschlechtsspezifischen Rollen erstrebt“.[1]

Hinsichtlich der feministischen Kommunikationsforschung empfanden diese, dass eine klare Diskriminierung der Frauen in der deutschen Sprache und in der anerzogenen Kommunikation vorliegt, was es zu ändern gilt.

Allein die Tatsache, dass Frauen in maskulinen Pluralbezeichnungen (z.B.: Die Lehrer → schließt Frauen und Männer mit ein) stets mit angesprochen werden, stellt eine klare Diskriminierung dar. Das weibliche Geschlecht wird in der Sprache so durch untergeordnet.2

Senta Trömel-Plötz ist der Ansicht, dass Frauen stets in unangenehme Situation kommen, da sie einen anderen anerzogenen Konversationsstil verwenden, welcher im öffentlichen Bereich, in dem primär noch Männer auftreten, untergeordnet wird. Sie spricht hier von der „double-bind- Situation“, d.h. Frauen passen sich an den männlichen Kommunikationsstil an und werden so als ‚männliche Frau’ abgewertet.3

Lösungsansätze der feministischen Gruppierungen sahen so aus Frauen gesellschaftlich zu fördern, welches teilweise einen immensen Fortschritt mit sich brachte (z.B.: Beteiligung der Frauen an Wahlen, Frauen im Bundestag, Koedukation), jedoch auch oftmals an der Grenze zur Übertreibung stand.

Eine Mädchenschule in Wien, welche von den Feministinnen gegründet wurde hatte sich zum Ziel gesetzt Mädchen zu bevorzugen und sie durch Selbstbehauptungstraining auf die Männerwelt vorzubereiten.[1] s Inwieweit dies positiv bzw. negativ zu bewerten ist bleibt umstritten.

Vorteilhafte Verdienste der Feministinnen , wie Frauen im Bundestag, ist weiterhin ein Problem. Obwohl Frauen als gleichberechtigt im Bundestag mitwalten kann man stets diskriminierende Ansätze bezüglich der Kommunikation- und Verhaltensweisen der männlichen Kollegen beobachten. Armin Burkhardt beschreibt die aktuelle Situation im deutschen Bundestag mit den Worten: „ Je weiter die tatsächliche Gleichberechtigung in der Gesellschaft fortgeschritten ist und je gleichberechtigter die Frauen auftreten, desto chauvinistsicher die männliche Reaktion“.[2]

Obwohl der Feminismus oftmals als überflüssige und unsinnige Gruppierung verstanden wird kann man davon ausgehen, dass einige seiner Verdienste überaus wichtig für die gesellschaftliche Entwicklung bezüglich der Gleichberechtigung waren. Offen bleibt die Frage, weshalb nie eine konträre Richtung gegründet wurde – Maskulinismus! Die Diskriminierung in unserer Gesellschaft scheint wohl doch eher eine weibliche Domäne darzustellen!

7. Enquete

Nachdem die vorstehend aufgeführte Theorie einen Einblick in die Thematik verschafft hat ist doch fraglich inwieweit Theorie und Empirie – das direkte Umfeld betreffend – in Einklang stehen. Dazu habe ich eine Umfrage anhand eines selbst konstruierten Fragebogens durchgeführt. Dieser gliederte sich in neun Fragen in Bezug auf das Kommunikationsverhalten der Geschlechter und die sich daraus entwickelnde Problematik. Die Fragen verlangten beim Antworten sehr viel Kreativität, da die Antwortmöglichkeiten beinahe unbegrenzt waren. Die 32 Probanten ( 16 männlich / 16 weiblich) waren im Alter zwischen 20 und 37 Jahren.

Obwohl die Umfrage klein war ist doch eine Tendenz feststellbar, die teilweise die aufgeführte Theorie bestätigt. Interessant war auch, dass die TeilnehmerInnen unabhängig voneinander ähnliche bzw. gleiche Antworten gaben.

Die Auswertung sah folgendermaßen aus:

Die Fragen eins und zwei bezogen sich auf die Ansicht der Probanten inwieweit sie glaubten, dass Diskrepanzen im Kommunikationsverhalten der Geschlechter vorhanden seien bzw. wie sich dies auswirke. Die Mehrheit war überzeugt davon, dass es Differenzen gibt, nur zwei – beide weiblich – fanden Kommunikation ist nicht geschlechtsspezifisch, sondern personenabhängig.

Sehr häufig wurden als geschlechtsspezifische Unterschiede genannt, dass Frauen emotionaler kommunizieren, sich eher auf der Beziehungsebene unterhalten, zurückhaltender auftreten und andere Prioritäten setzen als Männer. Männer hingegen seien rationaler, sachbezogen, aggressiver und kommunizieren oftmals hinter einer selbstschützenden Fassade, die ihr wahres gefühlvolles Ich verstecken.

In Bezug auf die nonverbalen Kommunikation wurden einige Beispiele aufgeführt, die anscheinend typisch sind für das Geschlecht, wie bei Frauen das Beine übereinanderschlagen, mit Händen und Füßen reden oder nähesuchende Gesten (z.B. Anlehnen an eine andere Person, Umarmungen, Einhaken), bei Männern dagegen das Hände in die Hosentaschen stecken oder breitbeinig dasitzen.

Punkt drei, vier und fünf fragten danach inwieweit bzw. ob Frauen und Männer aneinander vorbeireden und falls dies so ist, welche Lösungsansätze denkbar bzw. ob Lösungen notwendig sind. Die Mehrheit teilte die Meinung, dass die Geschlechter teilweise aneinander vorbeireden aufgrund unterschiedlicher Kommunikationsstile, welche durch eine differente Sozialisation oder aufgrund biologischer Differenzen herbeigeführt wurde. Dies äußert sich an der Themenwahl (M.: Autos, Technik / F.: Kosmetik, Pferde), der Prioritätensetzung, Kommunikation auf Beziehungs- / Sachebene und der Konsequenz, dass daraufhin mangelndes Interesse hervorgerufen wird. Wenige – Frauen wie Männer – vertraten die Meinung die Geschlechter reden nicht extremer aneinander vorbei als gleichgeschlechtliche Konversationspartner auch, da dies nicht geschlechtsabhängig sei, sondern personenbezogen. Wenn beide Gesprächspartner sich für einander interessieren ist es irrelevant welches Geschlecht sie haben.

Die Lösungsansätze sahen folgendermaßen aus: beide Seiten müssen Interesse zeigen, Feedback geben, Nachfragen, ehrlich und offen miteinander reden, genaues Zuhören oder auch sich mit dem Standpunkt des Partner auseinandersetzen. Nur Einzelne meinten Lösungen sind unnötig, die Differenzen in der geschlechtlichen Kommunikation machen die Beziehung schließlich erst interessant, es ist doch langweilig wenn alle Menschen gleich sind. Weiterhin ist nicht der Konversationsstil bedeutend, sondern der Inhalt des Gesagten.

Frage sechs bezog sich auf die Diskriminierung in öffentlichen Bereichen bzw. Frage sieben, welche konkret danach fragte inwieweit sich die Probanten in unserer Gesellschaft benachteiligt fühlten – explizit die Frauen. Das Resultat war recht ausgewogen, da einige Beispiele für Diskriminierungen nannten, andere jedoch dies als übertrieben empfanden. Als Benachteiligung in öffentlichen Bereichen, die sie auch als störend empfanden, sahen viele, dass oftmals nur Männer in Vorträgen angesprochen und Frauen damit eingeschlossen werden, Männer ernster genommen werden, meistens eher in Spitzenpositionen vertreten sind als Frauen und (verbale) sexuelle Belästigung gegenüber Frauen noch vorkommen.

Bezüglich der Aktivitäten der Feministinnen hinsichtlich Diskriminierung der Frauen in der Sprache, welches in Frage acht angesprochen wurde, äußerten sich die meisten eher negativ dazu. Die Veränderungen, welche von den Feministinnen herbeigeführt wurden (z.B. weibl. Berufsbezeichnungen, etc.) erwähnten alle als positiv, jedoch das Vorgehen die Sprache intensiver zu Verweiblichen sahen die meisten als zu komplex und übertriebenes Vorhaben an. Ein Proband nannte als Beispiel, dass maskuline Formen nicht die Männlichkeit des Subjekts indizieren würden, wie ‚der Mensch’ beispielsweise, welcher trotz männlichem Artikel weiblich sein kann. Würde man die Sprache so ändern, dass sofort durchdringt ob es sich um einen weiblichen oder männlichen Menschen handle so würde die Sprache bald ein unverständliches und kompliziertes Gebilde darstellen. Andererseits sahen einige die Sprache als relevanten Faktor, welcher ein Machtpotential besitzt, dass die Frauen - solange sie nicht erwähnt werden – ausschließt bzw. unterordnet. Es ist wichtig, dass korrekte Bezeichnungen vorhanden sind, jedoch in dem Maße, dass die Sprache verständlich und übersichtlich bleibt.

Zuletzt ließ ich den Teilnehmern die Option offen in Punkt neun sich über alles was ihnen noch als relevant erschien zu äußern. Zwei kritisierten das extreme Klischeedenken, dass weiterhin noch besteht in unseren Köpfen und dass nicht alles so überbewertet werden sollte. Weiterhin äußerte sich eine Probandin über das geschlechtsspezifische Erziehungsverhalten, welches sie bei Frauen eher als sensibel, nachgebend und verständnisvoller empfand bzw. bei Männern als hart, sachlich, durchgreifend, materieller und weniger verständnisvoll in Bezug auf Fehlleistungen.

Abschließend kann man festhalten, dass Theorie und Empirie sehr nahe beieinander liegen. Die Mehrheit sieht das Geschlecht als Ursache für kommunikative Diskrepanzen, wobei weitere Einflussfaktoren immer wieder genannt wurden, wie Umfeld, Kultur, genetische Veranlagung, usw..

8. Reflexion

Ein reflektierender Überblick über meine Ausarbeitung verdeutlicht, dass man von zwei differenten geschlechtsspezifischen Kommunikationsstilen sprechen kann. Wobei jeder Stil nur eine Tendenz zeigt, d.h. diese Ausdrucksweise findet sich eher in Bezug auf Frauen bzw. Männer und weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass sowohl Frauen als auch Männer den Stil des anderen Geschlechts verinnerlicht haben und praktizieren – mehr oder weniger. Undenkbar wäre eine absolute Kategorisierung und Praktizierung eines weiblichen und männlichen Stils, da dies albern und unsinnig erscheinen würde. Die Frauen stets darauf bedacht Nähe, Vertrauen, Liebe und Harmonie herzustellen, ohne dabei sich selbst zu verwirklichen bzw. die Männer hart, immer im Konkurrenz zu ihrem Umfeld und völlig emotionslos. Dies erscheint schon im Ansatz als nicht real, da kein Mensch, selbst aufgrund von Sozialisation und biologischen Gegebenheiten ein absolutes Extrem für Weiblichkeit bzw. Männlichkeit in sich verinnerlichen könnte. Beeinflussende Umweltfaktoren, wie Medien, Politik, Peer-Group, Familie , etc. tradieren zwar Stereotypen, jedoch beiden Geschlechts, d.h. Heranwachsende werden sowohl maskulinen als auch femininen Kommunikationsweisen ausgesetzt, verinnerlichen dies und agieren dementsprechend mit beiden Stilen. Allein die biologische Vorgabe des Geschlechts reicht somit nicht aus, um nur eine Konversationsweise anzunehmen. Somit kann man von einem maskulin-femininen Stil sprechen, den beide Geschlechter praktizieren, individuell eher in die Richtung weiblichen oder männlichen Stil tendierend.

Persönlich sehe ich die Lösung in der geschlechtlichen Kommunikationsproblematik darin, dass sich Männer und Frauen zusammenfinden müssen, welche ähnliche kommunikative geschlechtliche Stile verinnerlicht haben. Besitzen beide die gleiche Tendenz bzw. eine sich ergänzende, so ist dies wohl der Ansatz für eine harmonische Beziehung.

Übertragbar ist dies für homosexuelle Beziehungen, denn auch hier ist bedeutend, dass sich zwei Menschen zusammenfinden, die u. a. kommunikativ auf einer Ebene agieren.

Somit kann man abschließend festhalten, dass nicht das Geschlecht allein verantwortlich ist, ob Menschen miteinander reden können, sondern der Stil, welchen sie anwenden.

Problematisch sehe ich nur, wie im Beispiel des Gerichtsverfahrens, wenn Frauen aufgrund ihres Kommunikationsverhaltens benachteiligt werden. Kritisch zu betrachten ist weiterhin die Sprachentwicklung, da die Feministinnen zwar interessante Ansätze vertreten und auch relevante Veränderungen herbeigeführt haben, jedoch in manchen Punkten zu sehr ins Extreme gehen. Würde man die Sprache derart ‚Verweiblichen’ würde diese zu komplex werden und sicherlich eine Gefühl von Diskriminierung bei den Männern hervorrufen. Die Zielsetzung sollte nicht sein die Frauen hervorzuheben, sondern eine für beide Geschlechter akzeptable Lösung zu finden.

Ein absolute Gleichberechtigung wird sicherlich niemals möglich werden, da solange es unterschiedliche Menschen gibt, die miteinander agieren, immer Komplikationen auftreten werden, die nur anhand von entgegenkommenden Kompromissen beider Seiten zu lösen sind.

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2 Profektgruppe München: Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Der Prozess der politischen Meinungs- u. Willensbildung Teil II. Verlag Dokumentation München 1976. S. 28 – 48.

3 Wald, R. et. al.: Professionelle Interaktion u. Kommunikation. Zur Sozialisierung junger Frauen u. Männer in Verkaufsberufen.

[1] Wagner, A. (1980): Selbstbehauptung u. Geschlechtsrolle in der Hochschule: Praktische Trainingsanleitung nebst einigen allgemeinen Gedanken. In: Blickpunkt Hochschuldidaktik. S. 54, 162 – 196.

2 Eubanks, S.: Unterschiede im Gesprächsverhalten von Männern u. Frauen. In: Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtsspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S.32 ff.

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[4] Lenz, I.: Fühlen, Einfühlen u. weibliche Sprache. In: Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtsspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S. 96 / 97.

[1] Schmidt, C.: Dieser Emil immer destruktiv. Eine Untersuchung über weibliches u. männliches Kommunikationsverhalten in studentischen Kleingruppen. In: Günther, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 73–90.

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[1] Gyr, U.: Typisch typologisch! Zur Polarisierung geschlechtsbezogener Körpersymbolik in nonverbaler Sicht. In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W.: Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. Waxmann Verlag GmbH Münster 1999. S. 171 – 180.

2 Wex, M.: ‚Weibliche’ und ‚männliche’ Körpersprache als Folge patriarchalischer Machtverhältnisse. Hamburg 1979, Frankfurt am Main 1980. In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W.: Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. Waxmann Verlag GmbH Münster 1999. S. 171 – 180.

[1] Morris, D.: Der Mensch, mit dem wir leben. Ein Handbuch unseres Verhaltens. München, Zürich 1978. In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W.: Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. Waxmann Verlag GmbH Münster 1999. S. 171 – 180.

2 Gyr, U.: Typisch typologisch! Zur Polarisierung geschlechtsbezogener Körpersymbolik in nonverbaler Sicht. In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W. (1997): Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. S. 171 – 180.

3 Sommer, R.: Studies in personal space (Reprinted from Sociometry, Vol. 22, 3. Sept. 1959).

[1] Henley, N. : Körperstrategien. Geschlecht, Macht und nonverbale Kommunikation.. Frankfurt am Main 1988. In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W.: Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. Waxmann Verlag GmbH Münster 1999. S. 171 – 180.

1 Groth, R.: Der kleine Unterschied im Lachverhalten von Frauen u. Männern u. seine grossen Folgen. Eine linguistische Untersuchung zum Interaktionsverhalten in der Schule. In: Günther, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 33 – 51.

1 Kotthoff, H.: Das Gelächter der Geschlechter. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1996. S.121 – 141.

2 Jenkins, M. M.: Schwesterlichkeit oder Kumpanei. In: Kotthoff, H.: Das Gelächter der Geschlechter. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1996. S. 45 – 53.

3 Laub Coser, R.: Lachen in der Fakultät. In: Kotthoff, H.: Das Gelächter der Geschlechter. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1996. S. 97 – 120.

1 McKeever, W.: Cerebral organization and sex: intersting but complex. In: Philips, S.U., Steele, S., Tanz, C.: Language, gender and sex in comparative perspective. Cambridge University Press 1987. S. 268 – 295.

2 Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S. 10 – 14.

[1] In: Schramm. H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S. 12.

2 In: Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S. 11ff.

3 Shucard, D.W., Shucard, J.L., Thomas, D.G.: Sex diferences in the patterns of scalp-recorded electrophysiological actvity in infancy: possible implications for language development. In: Philips, S.U., Steele, S., Tanz, C.: Language, gender and sex in comparative perspective. Cambridge University Press 1987. S. 278 – 295.

[4] McKeever, W.F.: Cerebral organization and sex: interesting but complex. In: Philips, S.U., Steele, S., Tanz, C.: Language, gender and sex in comparative perspective. Cambridge University Press 1987. S. 277.

[1] McKeever, W.F.: Cerebral organization and sex: interesting but complex. In: Philips, S.U., Steele, S., Tanz, C.: Language, gender and sex in comparative perspective. Cambridge University Press 1987. S. 277.

[2] GEO Wissen Nr. 26, 15.08.2000: Frau & Mann – Alte Mythen / Neue Rollen. S. 22 – 29.

[3] Meyers Taschen Lexikon Bd. 9. B.-I.-Taschenbuchverlag Mannheim, Wien, Leipzig, Zürich 1996. S. 2884.

[4] Günthner, S.: Die interaktive Konstruktion von Geschlechterrollen, kulturellen Identitäten u. institutioneller Dominanz. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Methler Verlag Stuttgart 1992. S. 96.

[1] Bilden, H.: Geschlechtsspezifische Sozialisation. In Hurrelmann, K., Ulich, D.: Neues Handbuch der Sozialisationsforschung. Weinheim 1991. S. 281 ff.

[2] Faulstich-Wieland, H.: Weibliche Sozialisation zwischen geschlechterstereotyper Einengung und geschlechtsbezogener Identität. In: Scarbath, H.: Geschlechter: Zur Kritik und Neubeziehung geschlechtsbezogener Sozialisation und Bildung. Opladen 1999. S. 55–58.

[3] Bing, E.: Erziehungsverhalten von Müttern u. die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten bei Kindern. In: Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitshandbuch zur geschlechtsspezifischen Sprachentwicklung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S. 14 ff.

[4] Fuchs, C.: Feministische Schulforschung. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 23 – 33.

[1] Rendtorff, B.: Geschlecht und Kindheit. Psychosexuelle Entwicklung und Geschlechtsidentität. Bd. 17. 1997. S. 87 – 89.

[2] Jenkins, M. M.: Schwesterlichkeit oder Kumpanei. In: Kotthoff, H.: Das Gelächter der Geschlechter. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1996. S. 45 – 52.

3 Bechdolf, U.: Männlich vs. Weiblich? De- und Rekonstruktion der Geschlechterdifferenz in Musikvideos. In: Köhle-Hezinger, C., Scharfe, M., Brednich, R. W.: Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. Waxmann Verlag GmbH Münster 1999. S. 374 – 381.

[1] Schmidt, C.: Dieser Emil immer destruktiv. Eine Untersuchung über weibliches u. männliches Kommunikationsverhalten in studentischen Kleingruppen. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 87 f..

2 Günthner, S.: Die interaktive Konstruktion von Geschlechterrollen, kulturellen Identitäten u.institutioneller Dominanz. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 94 f..

3 Groth, R.: Der kleine Unterschied im Lachverhalten von Frauen u. Männern u. seine grossen Folgen. Eine linguistische Untersuchung zum Interaktionsverhalten in der Schule. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 50 f..

[4] Laub Coser, R.: Lachen in der Fakultät. In: Das Gelächter der Geschlechter. Humor u. Macht in Gesprächen von Frauen u. Männern. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1996. S. 119 f..

[1] Schlyter, S.: Mann u. Frau vor Gericht. Sprachverhalten während eines Gerichtsprozesses. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 201 – 228.

[1] Meyers Taschenlexikon. Bd. 4. B.-I.-Taschenbuchverlag Mannheim, Wien, Leipzig, Zürich 1996. S. 1009.

2 Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtsspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S.70 ff..

3 Trömel-Plötz, S.: Auswirkungen des Gesprächsverhaltens von Frauen. In: Schramm, H.: Frauensprache – Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtsspezifischen Sprachverwendung. Verlag Moritz Diesterweg GmbH & Co. Frankfurt am Main 1981. S. 36 f..

[1] Devime, R.; Wiesner, V.: Von Mythen, Utopien und Pferden, die ganz gut fliegen. Feministische Mädchenschule „Virgina Woolf, Wien. In: Lutzau, M.: Frauenkreativität macht Schule. XI Bundeskongeß Frauen und Schule. Weinheim 1998.

[2] Burkhardt, A.: Das ist eine Frage des Intellekts, Frau Kollegin!. In: Günthner, S.; Kotthoff, H.: Die Geschlechter im Gespräch. Metzler Verlag Stuttgart 1992. S. 287 – 309.

Details

Seiten
28
Jahr
2001
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108442
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2
Schlagworte
Kommunikationsverhalten Geschlechtsstereotypen Vordiplom

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Titel: Das Kommunikationsverhalten der Geschlechtsstereotypen