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Der Nahostkonflikt: Von der Gründung des Staates Israel 1948 bis zum Yom- Kippur - Krieg 1973

Seminararbeit 1998 15 Seiten

Geschichte - Asien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gründung des Staates Israel
2. 1 Der Weg zur Unabhängigkeit
2. 2 Der erste arabisch-israelische Krieg
2. 3 Das Flüchtlingsproblem

3. Die Konsolidierung des Konflikts
3. 1 Der Sinai-Feldzug
3. 2 Der Sechs-Tage-Krieg
3. 3 Die palästinensische Freiheitsbewegung

4. Der Nahost-Konflikt am Wendepunkt
4. 1 Der Zermürbungskrieg
4. 2 Der Yom-Kippur-Krieg

5. Perspektive

Literaturverzeichnis und Quellen

1. Einleitung

Die Friedensgespräche zur Beilegung des Nahost-Konflikts, deren erste Runde am 30. Oktober 1991 in Madrid eröffnet worden ist, wurden in letzter Zeit von Anschlägen überschattet. Das Feuer der Hoffnung, das in Madrid entfacht worden ist, wurde von vielversprechenden Ereignissen, wie dem Gaza-Jericho-Abkommen im September 1993 zwischen Israel und der PLO, und ein Jahr später von einem Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien verfolgt, und droht wieder durch die jüngsten Vorfälle zu erlöschen.

Die Wurzeln des Konflikts liegen in der Entstehungsgeschichte des Staates Israel. Als Folge der zunehmenden Judenverfolgungen in Osteuropa -vor allem Rußland und Polen- aber auch als Folge wachsender Assimilationsschwierigkeiten westeuropäischer Juden, kommt es gegen Ende des 19. Jahrhunderts. zur Ausbildung einer national-jüdischen Bewegung, dem Zionismus. Die Er­richtung eines eigenständigen jüdischen Staates wird zum primären Ziel des Zionismus.

Das bis zum Ende des ersten Weltkriegs unter türkischer Oberhoheit stehende Palästina fällt 1922 als Völkerbundsmandat an Großbritannien. Großbritannien verpflichtet sich in der Man­datsakte, wie bereits zuvor in der Balfour-Deklaration von 1917, die Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte zu fördern. Unter dem Schutz Großbritanniens gelingt es der zionisti­schen Bewegung in den 20er und 30er Jahren eine eigenständige jüdische Gemeinschaft zu gründen. Der zionistische Erfolg wurde unter anderem von der überlegenen jüdischen Finanz­kraft und hohem technologischem Wissen getragen. Mit dem Erwachen des arabischen Natio­nalismus formiert sich der arabische Widerstand gegen den zionistischen Siedlungskolonialis­mus und Forderungen nach Schaffung eines unabhängigen, der arabischen Mehrheit des Landes Rechnung tragenden Staates Palästina werden laut. Als es der britischen Administration nicht gelingt, den arabisch-jüdischen Konflikt zu entschärfen, tritt Großbritannien das Mandat 1945 an die Vereinten Nationen ab. Nach dem der Teilungsplan der UN-Vollversammlung aufgrund mangelnder Durchsetzbarkeit scheitert, entsteht am 14. Mai 1948 aus eigener Machtvollkom­menheit der Staat Israel[1]

2. Die Gründung des Staates Israel

2. 1 Der Weg zur Unabhängigkeit

Die Forderung nach einem unabhängigen Staat der Juden wurde, nachdem das Ausmaß der Ju­denvernichtung in Deutschland allen bewußt geworden ist, immer lauter. So verlangte die „Jewish Agency for Palestine“ unter dem Vorsitz von David Ben Gurion im sogenannten Biltmore-Programm im Mai 1942, die Errichtung eines jüdischen Staatswesens nach Beendi­gung des zweiten Weltkriegs[2]. Begleitet wurden diese Bestrebungen durch illegale Einwande­rungen von zahlreichen Immigranten nach Palästina, trotz des Verbots der britischen Mandats­verwaltung, die laut dem sog. „Britischem Weißbuch“ vom 17. Mai 1939 die Einwanderung innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 75 000 begrenzte. Organisiert wurden diese Aktionen durch paramilitante jüdische Gruppierungen wie Haganah, Palmah und Ezel[3]. Dies verschärfte den Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen immens. So daß die Mandatsmacht Groß­britannien des jüdischen und arabischen Terrors und Gegenterrors, sowie der allgemeinen Un­sicherheit nicht mehr Herr wurde. Aus diesem Grund leitete Großbritannien das Palästina-Problem an die Vereinten Nationen weiter. Im Mai 1947 empfahl daraufhin eine UN-Sonderkommission nach einem Aufenthalt in Palästina, die Beendigung des Mandats, den Abzug der britischen Truppen und die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Bestätigt wurde diese Empfehlung durch eine entsprechende Resolution der UN-Vollversamm­lung am 29. November 1947[4], gegen den Willen der Araber. Somit war die Grundlage für einen unabhängigen Staat Israel geschaffen.

Obwohl die UN-Resolution die Beendigung des Mandats für den 15. Mai 1948 vorgesehen hatte, übernahmen bereits ab März 1948 jüdische Selbstverwaltungsorgane de facto die Regie­rungsgewalt in den für den jüdischen Staat vorgesehenen Gebieten[5]. Offiziell wurde der Staat Israel am 14. Mai 1948 durch David Ben Gurion proklamiert und sofort von den USA und der Sowjetunion anerkannt[6].

2. 2 Der erste arabisch-israelische Krieg

Am Tag nach der UN-Resolution kam es zu schweren Übergriffen der Araber auf jüdische Siedler im gesamten Gebiet. Diese Kämpfe bildeten den ersten bedeutenden Schritt für die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem jüdischen Staat und den Ar­meen von Ägypten, Syrien, Irak, Jordanien und Libanon, sowie der „Arabischen Befreiungsar­mee“, der „Heilsarmee“ des Mufti von Jerusalem, die Moslembrüderschaft und freiwilligen Verbänden aus sonstigen arabischen Staaten.

In Anbetracht des wachsenden Drucks infolge arabischer Angriffe kam es zu einer Umorientie­rung der jüdischen Sicherheitspolitik. So änderten die paramilitanten Organisationen wie die Haganah, Vorläufer der modernen israelischen Armee, bereits vor dem Ablauf des britischen Mandats ihre Strategie und gingen von ihrer defensiven Haltung zu einer offensiven über. Dies machte sich auch beim ersten arabisch-jüdischem Krieg, dem sog. Unabhängigkeitskrieg, be­zahlt.

Dieser ergab sich aus der Invasion Israels durch die Armeen der arabischen Nachbarstaaten am 15. Mai 1948, dem Tag nach der Unabhängigkeitserklärung. Die beteiligten arabischen Staaten und Gruppierungen bezweckten eine schnelle Beendigung der jüdischen Bestrebungen durch zeitgleichen Angriff an mehreren Fronten.

Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit an Soldaten und militärischer Ausrüstung gelang es den Angreifern, u. a. wegen des Mangels an Erfahrung, qualifizierter Führung und dem Mißtrauen untereinander, nicht, ihre Strategie in die Realität umzusetzen.

Im Gegenzug darauf gelang es den israelischen Truppen, dank ihrer entschlossenen und offen­siven Haltung, nicht nur die Unabhängigkeit zu bewahren, sondern auch durch Eroberung von Gebieten wie Lod (Flughafen ), Ramla, sowie weiteren Gebieten im Norden Galiläa, die ur­sprünglich durch UN-Resolution den Arabern zugesprochen wurden, den Korridor nach Jeru­salem zu erweitern, und eine sichere Verbindung zu den Siedlungen in Negef herzustellen. Durch Waffenstillstandsabkommen zwischen den kriegführenden Parteien kam es am 20. Juli 1949 zum Ende des Kriegs.

[...]


[1] Wichard Woyke (Hrsg. ), Handwörterbuch Internationale Politik, Opladen, 1995, 316 ff

[2] Friedrich Schreiber, Michael Wolffsohn, Nahost. Geschichte und Struktur des Konflikts, Opladen, 1989, S. 118

[3] Rolf Tophoven, Israel, Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, in: Informationen zur politischen Bildung, Nr.: 247, 2.Quartal 1995, München, S. 7

[4] Michael Krupp, Zionismus und Staat Israel. Ein geschichtlicher Abriß, Gütersloh 1985, S.131- 133

[5] Julius H. Schoeps (Hrsg.), Neues Lexikon des Judentums, Gütersloh, 1992, S. 459

[6] Helmut M. Müller (u.a.), Schlaglichter der Weltgeschichte, Mannheim, 1992, S. 462

Details

Seiten
15
Jahr
1998
ISBN (eBook)
9783638106672
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1082
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Fachbereich Politik
Note
1
Schlagworte
Nahostkonflikt Gründung Staates Israel Yom- Kippur Krieg Palästina Sechs-Tage-Krieg Syrien Gaza Ägypten Jordanien Westjordanland Jerusalem

Autor

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Titel: Der Nahostkonflikt: Von der Gründung des Staates Israel 1948 bis zum Yom- Kippur - Krieg 1973