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Der Einfluss der Medien auf den Sport

Facharbeit (Schule) 2002 13 Seiten

Sport - Medien und Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Die Geschichte der Verbindung zwischen Sport und Medien
2.1 Presse und Sport
2.2 Hörfunk und Sport
2.3 Fernsehen und Sport

III Das Dreieck – Sport, Medien, Wirtschaft

IV Die Auswirkungen des Dreiecks

V Persönliche Stellungnahme

VI Anlagen

VII Literaturverzeichnis

VIII Erklärung der selbstständigen Anfertigung der Arbeit

I Einleitung

Der Beginn des Zusammenspiels zwischen Medien und dem Sport geht sehr weit zurück.

Zuerst haben Zeitungen begonnen ihre ersten Artikel über Sportereignisse abzudrucken, bevor es sogar sportartspezifische Journale gab.

Aber auch der Hörfunk fing in späteren Jahren mit Übertragungen verschiedener Sportveranstaltungen an, bevor er mehr oder weniger vom Medium Fernsehen abgelöst wurde. Diese Art der Medien liegt bis heute immer noch an erster Stelle der Beliebtheitsskala für Sportnachrichten und Übertragungen.

In der heutigen Zeit erhöht das neuste Medium, das Internet, auch immer mehr seine Interessenten an Übertragungen oder Artikeln im sportlichen Bereich.

Mit den Jahren ist der Sport ein Element unserer Kultur geworden. Dies liegt sicher daran, dass in diesem Bereich die verschiedenen Sprachen kein Hindernis für eine Kommunikation darstellen. Es existieren also keine Verständigungsprobleme zwischen dem Sportler und dem Sportinteressierten.

Diese schon jahrelang bestehende Beziehung zwischen dem Sport und den Medien hat bis heute viele Vorteile mit sich gebracht. Aber auch einige Nachteile dürfen nicht aus den Augen verloren werden. Der Sport kann auf der einen Seite Konsumgegenstand sein und auf der anderen kann er durch ein hautnahes Medium zur Kommunikation von echten Gefühlen, Sehnsüchten und Bedürfnissen beitragen.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit habe ich mich mit dem Einfluss beschäftig, welche die Medien auf den Sport haben. Dies erfolgt sowohl aus positiver, wie auch aus negativer Sicht.

Wie haben die Medien den Sport weitergebracht und wie haben sie ihn verändert?

II Die Geschichte der Verbindung zwischen Sport und Medien

2.1 Presse und Sport

Die Zeitung war das erste Medium, welches den Sport in seinen Umfang mit einbezog.

Zunächst wurde über den Sport nur unter der Rubrik „Vermischtes“ berichtet, bevor mit den Jahren eine immer ansteigendere eigener Seitenanzahl folgte.

Im Jahre 1792 erschien die erste Sportzeitung (Sporting Magazine) in England, dem „Mutterland“ des Sports.

In Deutschland konnte man erstmals 94 Jahre später in den „Münchener Neusten Nachrichten“ etwas über ein Sportereignis nachlesen.

Mit dem Ende des 19. Jahrhundert vermehrte sich das allgemeine Interesse am Sport in Deutschland. Die Tageszeitungen richteten sich nun nach den Bedürfnissen der Leser und schrieben mehr über Sportveranstaltungen verschiedener Arten.

Heute zählt der Sportteil der Tageszeitung als ein ergänzendes Angebot zum Fernsehen und wurde erheblich ausgebaut. Er bietet Analysen nach dem eigentlichen Wettkampf und liefert interessante Hintergrundberichterstattungen. Außerdem wird in der Zeitung auch über weniger populäre Sportarten berichtet, welches beim Fernsehen nicht immer der Fall ist.

2.2. Hörfunk und Sport

Beim Hörfunk spielt der Sport seit 1923 eine Rolle, seit dem Beginn von regelmäßigen Sendungen.

Der Sport war von Anfang an ein willkommener Programminhalt. Zunächst wurden kleinere Berichterstattungen aus der Sportwelt gesendet, bevor im Juli 1924 erstmals eine Direktübertragung von einer Ruderregatta auf der Alster glückte. 1929 folgte dann die erste internationale Direktübertragung von dem Fußball-Länderspiel Deutschland-Italien.

Der Sport eroberte schon damals ein Massenpublikum. Durch Liveübertragungen im Radio, bekamen die Menschen das Gefühl des „Dabeiseins“ bei einem wichtigen Sportereignis.

Ab den 70er Jahren bekam der Hörfunk Konkurrenz des Fernsehens und konnte dem neuen Medium nur schwer standhalten.

Aufgrund des sehr großen Popularitätsgewinns des Sports im Fernsehen ist der Hörfunk bis heute von kommerzieller Medienverwertung freigeblieben und gewinnt in der heutigen Zeit besonders im Bereich des Fußballs immer mehr Zuhörer zurück, was auf die Einführung des Pay-TV zurückzuführen ist.

2.3 Fernsehen und Presse

Das Fernsehen und der Sport pflegten von Anfang an eine enge Beziehung.

Zunächst wurde daraus eine glückliche Partnerschaft.

Der Sport bot die Möglichkeit für ein Testfeld neuer Kamera- oder Übertragungstechniken. Auch der Kauf von Fernsehgeräten steigerte sich unter anderem aus sportlichen Gründen, besonders durch die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, bei der Deutschland im Endspiel stand.

Sehr wichtig für das Fernsehen war auch die Übertragung der Olympischen Spiele in Berlin im Jahre 1936, wo diese ein großes Publikum begeisterten. Schon damals verfolgten bis zu 1000 Zuschauer pro Tag die Übertragungen dieser Sportveranstaltung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sport zum Massenphänomen und dadurch zum Garant für Einschaltquoten. Durch die umfangreichen Sendezeiten stieg das Interesse der Wirtschaft an dem Sport. Sie entdeckte den Sport als gute Werbefläche für die verschiedensten Produkte und Unternehmen. Die Beziehung des Fernsehens und des Sport wurde neu bestimmt.

Die Wirtschaft kann die Sportlandschaft mitbestimmen, da sie nur dorthin Geld gibt, wo Sendezeiten garantiert sind. Außerdem werden dadurch weniger optisch ansprechende und nicht bekannte Sportarten vernachlässigt, die früher mehr behandelt worden sind.

III Das Dreieck – Sport, Medien, Wirtschaft

Das sogenannte „magische Dreieck“ besteht aus Sport, Medien und Wirtschaft, die aufeinander einen besonderen Einfluss haben.

Eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass aus dieses Dreieck alle profitieren können: Die Medien können dem Zuschauer ein attraktives Programm bieten und ihn so an sich binden. Die Sponsoren bekommen durch die hohe Publikumszahl ein gutes Werbeumfeld und der Veranstalter kann mit den hohen Einnahmen aus Übertragung und Werbung profitieren und ein höheres Start- und Preisgeld ansetzen, wodurch angesehene Athleten und Athletinnen gewonnen werden können und die Sportveranstaltung profitiert.

Doch so reibungslos, wie es hier beschrieben wurde, gelingt diese Beziehung nicht.

Wo am Anfang noch die Veranstaltungseinnahmen für die Absicherung der aktiven Berufssportler waren, wurden diese Einnahmen zum neuen Wirtschaftszweig und es entstand eine Unterhaltungs- und Werbeindustrie im Bereich des Sportes.

Durch die Einbeziehung der Wirtschaft wechselten die Medien nun mehr zu einem Instrument von ökonomischen Unternehmenszielen, als dass sie bei ihrer Ursprungsaufgabe der Übertragung des Sports an die Öffentlichkeit blieben.

Die Tendenz geht dazu, verschiedene Sportveranstaltungen privatwirtschaftlich zu verwerten und die Sportereignisse nur an die Sender zu verkaufen, welche am meisten dafür zahlen. So kommt es zu Konflikten der unabhängigen Medien und zwingt sie schließlich zur Aufgabe. Das Verkaufen geschieht also frei nach dem Motto „Wer am meisten zahlt, bekommt am meisten“. So können sich kleinere Sender keine Sportereignisse mehr leisten und müssen so auf den Sendeteil verzichten, welcher viele Zuschauer sichert.

Über Jahre war der Sport ein willkommener Bereich zur Popularisierung und Vermarktung der Veranstaltung und der Werbung. Heute besteht ein wachsendes Interesse an der Berichterstattung als ein wirtschaftlicher Verwertungsvorgang. Auch investieren Industrie- und Medienkonzerne in Sportler, Mannschaften und Vereine, um möglichst einen großen Gewinn für sich zu machen. So werden Sport und Athleten zum Anlagen- und Handlungsobjekt.

Der Sport wurde also zur Ware. Dies sieht man auch an dem Sportangebot, welches neuerdings nur noch im Pay-TV zu sehen ist. Premiere World erkaufte sich unter anderem alle Rechte an der Fußball-Bundesliga und verbot anderen Sendern eine Live-Übertragung solcher Fußballspiele. Hiervon versprach man sich eine weitere Geldeinnahmequelle und viele Zuschauer, allerdings stellte sich der von Premiere World erwartete Erfolg nicht ein.

Auch mit den Rechten zur Übertragung der Olympischen Spiele wird viel Geld verdient (1). Und diese Vermarktung stieg von Spielen zu Spielen drastisch an. Wo die Fernsehrechte für die Olympischen Sommerspiele 1960 in Rom weltweit „nur“ 1.000.000 US-Dollar einbrachten, waren es 2000 in Sydney schon 1.331.000.000 US-Dollar und die Tendenz ist steigend.

Es existiert noch weiteres Problem, welches dem Dreieck im Weg steht. Die Zahl der Grossanlässe, wie Olympische Spiele, Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften sind im Sport begrenzt und zeitlich gebunden. Bei solchen Grossanlässen machen nur Live-Berichterstattungen einen richtigen Sinn, da hier die Spannung des ungewissen Ausgangs bis zum Ende vorliegt und der Zuschauer das Ergebnis nicht schon von woanders her erfahren kann. Allerdings dauern diese Sportereignisse meist nur wenige Stunden und durch die Live-Übertragung ist wenig Zeit um Werbespots zu zeigen.

Um dieses Problem zu lösen wird aus dem Sportereignis ein Medienspektakel gemacht. So wird zum Beispiel aus einem 90-minütigem Fußballspiel ein 4-stündiges Medienereignis. Dieses Ereignis setzt sich dann aus einer längeren Vorankündigung, Interviews und späteren Analysen mit einer ausführlichen Nachberichterstattung zusammen. So bestanden auch nur 55% der Fußball-WM 1998 aus Spielen. So wurde und wird „Infotaiment zum reinen Entertaiment“[1] umstrukturiert.

IV Die Auswirkungen des Dreiecks

Durch den Einfluss der Medien und der Wirtschaft hat der Sport sich in verschiedene Richtungen verändert. Besonders das Fernsehen ist daran nicht ganz unschuldig.

Am Anfang hatte das Fernsehen noch einen recht guten Einfluss. Es machte die Sportarten erst richtig bekannt und es kam dazu, dass es immer mehr Berufssportler geben konnte. Die Sportarten bekamen somit eine Chance im Fernsehen bekannt zu werden.

Mit dem Einfluss der Wirtschaft veränderte sich dies allerdings wieder. Die Wettkampfzeit wurde nach Werbewirksamkeit der Ausstrahlungszeit angesetzt, um genug Geld durch Werbeinnahmen zu verdienen. Aus diesem Grund wurden auch mehr Werbepausen zwischen einem Sportspiel gelegt. Außerdem wurde die Anzahl der Finalteilnehmer begrenzt, um das Sportereignis für den Zuschauer nicht zu langweilig zu machen.

Die Sportarten werden also den Bedürfnissen des Fernsehens angepasst. Aus diesem Grund kann man von Mediensport (2) sprechen. Es wird sich hierbei hauptsächlich auf den Bereich des Spitzensports konzentriert, bei dem der Fußball in Deutschland ganz weit vorne liegt, gefolgt von Automobilsport, Tennis und Radsport. Weitere bekanntere Sportarten, die die Zuschauer interessieren sind Boxen, Leichtathletik und saisonabhängige Sportarten wie Skispringen oder Biathlon.

Außerdem muss die Sportart erfolgreich sein, damit sie eine Chance hat im Fernsehen gezeigt zu werden. Diese Sportart muss erfolgreiche Sportler aus dem eigenen Land stellen, damit sich der Zuschauer mit ihnen identifizieren kann. Auch soll das Publikum den Sportler immer sehen wollen, wenn er im Fernsehen präsent ist. Dies bringt wiederum größere Einschaltquoten und bindet den Zuschauer an den Sender.

Dieser Druck auf den Sportler kann sich in manchen Fällen auch negativ auswirken. Außerdem geht es im Sportgeschäft um viele Preisgelder und um Werbeverträge, die die Sportler brauchen, um Leben zu können. Denn es ist schwer nebenbei berufstätig zu sein und hart zu trainieren, um als Sportler auch erfolgreich zu sein. Der Sportler hält diesem Leistungsdruck nicht mehr stand und greift zu Hilfsmitteln. Dies ist ein Grund warum Doping immer wieder zunimmt und ins Gespräch gerät.

Eine Sportart in der dieses Thema in den letzen Jahren großgeschrieben wurde, ist der Radsport, der ebenfalls vom Erfolg der Athleten abhängig ist. Die Strecken der Tour de France beispielsweise wurde von Jahr zu Jahr immer länger und härter und der Druck auf die einzelnen Athleten stieg stark an. Und auch bei der Streckenverlängerung und Erschwerung war das Fernsehen nicht ganz unschuldig. Denn man wollte den Radsport und dessen Hauptereignis, die Tour de France, für den Zuschauer immer attraktiver machen und die in den Jahren gewonnene Aufmerksamkeit behalten. Erst im Jahr 2002 sahen die Zuständigen ein, dass die Strecken zu hart und zu lang geworden sind und kürzten die Tour. Diese Kürzung hat dem Image der Tour gar nichts getan, sondern entsprach sogar der Meinung der Zuschauer und Fans.

Ein anderer Grund, warum manche Radsportler zum Doping greifen und damit nicht nur sich, sondern auch die ganze Sportart gefährden, die damit in Verruf geraten kann, ist, dass nur der Athlet die Werbeverträge und das große Geld bekommt, der Spitzenleistungen erreicht.

Nahe am „Untergang“ stand der Radsport während der Tour de France 1998. Hier gab es viele Dopingfunde in einzelnen Teams wo zum Beispiel das Festina-Team schon vor Beginn der Tour ausgeschlossen wurde. Auch bei dieser wirklichen „Tour der Leiden“ blieben die Sponsoren dabei und versprachen noch ein „bei der Tour bleiben“ bis 2003, egal was passieren würde. Hier ging es wiederum nur um das Werben und damit Geld zu verdienen und weniger um den Sport selber.

Aber auch die direkte Veränderung der Sportart durch die Bedürfnisse des Fernsehens dürfen nicht übersehen werden.

So gibt es beispielsweise in der Leichathletik seit 2003 eine neue Fehlstartregelung, die besagt, dass nach dem ersten Fehlstart jeder weitere Teilnehmer ausscheidet, der den nächsten verursacht, auch wenn derjenige noch gar keinen gemacht hat. Außerdem wird überlegt die sechs Versuche mit Vor- und Endkampf bei Wurf- und Sprungdisziplinen zu verringern. All dies wurde vorgenommen oder wird überlegt, um den Zuschauer mit zu vielen Fehlstarts nicht zu langweilen oder mit zu vielen Sprüngen oder Würfen zum Umschalten zu zwingen. Ebenfalls geht es hierbei um die Sendezeiten, die auch zeitlich begrenzt sind. Bei zu langen Wettkämpfen könnten einige Finalwettkämpfe nicht übertragen werden und dies würde zum Ärgernis der Zuschauer führen.

Beim Skispringen wird der große Einfluss der Medien ebenfalls sehr deutlich. So wird die Übertragungen des Fernsehsenders RTL zu einem richtigen Medienereignis. Zuerst die sehr ausführliche Vorberichterstattung, bei der die Kameras alles aufnehmen, was auf und um der Schanze vorgeht und sogar die Container der einzelnen Mannschaften werden nicht ausgelassen. Mit dieser Vorberichterstattung wird schon knapp eine Stunde gefüllt, in der schon einige geldbringende Werbespots gezeigt werden.

Während des Springens wird auch vom Einblenden der Werbespots Gebrauch gemacht. Zwischendurch wird das eigentlich Sportereignis in einem kleinen Fenster am rechten Rand gezeigt, während der Werbefilm gut sichtbar in einem vielfach größeren Fenster zu sehen ist.

In der Pause zwischen dem ersten Springen und dem Finaldurchgang ist auch der Hauptprogramminhalt von Werbung geprägt und während des Finaldurchgangs wird nach jedem zehnten Springer eine allgemeine Werbepause eingelegt, wo das gesamte Springen angehalten wird.

Nach dem Ende des eigentlichen Springen wird das Sportereignis noch ausführlich analysiert und mit Interviews abgerundet.

So hat der Sender RTL mit einem Skisprungtag über drei Stunden Programminhalt, wo viele Menschen zuschauen und wo genug Werbung gezeigt werden kann, um die Gelder, die für die Übertragungsrechte gezahlt wurden, wieder auszugleichen.

Die höchsten Einschaltquoten hat der Fußball und damit haben die Medien auch einen großen Einfluss auf ihn.

Zur Bundesliga Saison 2000/2001 kaufte sich Premiere die Fußballrechte und es war Sendern wie z.B. Sat1 nicht mehr gestattet Live-Spiele zu übertragen. Dies verärgerte viele Fußballfans, die für die Übertragung der Spiele nicht extra zahlen wollten. Somit wurden zum Beispiel die Live-Übertragungen im Hörfunk wieder beliebter bei den Menschen.

Die Medien machten den Fußball zu einer Sportart, die man mit einem Schauspiel vergleichen kann. Es gibt spannende Geschichten über strahlende und gebrochene Helden oder über ewige Rivalen. Und dies zieht die Zuschauer vor den Fernsehapparat, die den Interpretationen des Spieles von Moderator, Kommentator und Experten zu hören.

Der Fußball beinhaltet den größten Teil der sportbezogenen Sendezeit und brachte fast immer Millionen von Zuschauern zum Fernsehen. Doch sinkende Zuschauerzahlen bei Sat1-Ran zeigten, dass der Fußball nicht immer zwangsläufig ein Garant für eine gute Quote sein muss.

Diese sinkenden Zuschauerzahlen kann man sich damit erklären, dass in letzter Zeit zu viel Fußball im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Die Zuschauer wollen nicht mehr alle Spiele sehen, da ihr „Hunger“ gestillt wurde. Sie suchen sich nun die Spiele aus, welche sie live sehen wollen. Die Anderen schauen sie sich nicht mehr direkt an, sondern in einer Zusammenfassung in den Sportnachrichten.

V Persönliche Stellungnahme

Anhand der oben dargestellten Tatsachen kann man sagen, dass sich mit den Jahren der Sport unter dem Einfluss der Medien verändert hat und dies sicherlich mit Hilfe der Wirtschaft.

Wo früher die Medien dazu beitrugen den Sport erst „unter das Volk“ zu bringen, so entwickelte sich die Sportberichterstattung, besonders im Fernsehen, zu einem großen Medienereignis, welches manchmal mehr einer Samstagabendshow ähnelt, als einem wirklichen Sportereignis.

So wird in der Sendung mit dem Oberbegriff Sport mehr über das Privatleben der Sportler berichtet, als über den Sport an sich. Dort wird gezeigt, wo und wie der Sportler lebt, was er isst und was er macht, wenn er gerade mal nicht beim Training ist. Aber als wäre das noch nicht genug, berichtet man auch über die Familie und entfernteste Verwandten des Sportler, die gar nicht die Chance haben unbekannt zu bleiben.

Mit solchen Inhalten wird meist die Vorberichterstattung abgedeckt und die Medien berufen sich darauf, so etwas interessiert den Zuschauer. Sicher ist es auch mal interessant über das Leben eines Sportlers außerhalb der Sportstätte zu erfahren. Aber muss es denn immer das Gleiche sein, über das berichtet wird? Der Sportler hat in diesem Fall kaum eine Möglichkeit sich dieser Art der Berichterstattung zu widerlegen. Denn es heißt der Sportler muss immer präsent sein, um seinem Image nicht zu schaden, weil ein Zurückgehen der Beliebtheit für einen Athleten hohe Verluste bedeuten kann. Er bekommt keine Werbeverträge, die für ihn Geld bedeuten, welches er zum Leben braucht, da er im normalen Alltag keine Zeit zum Arbeiten hat. Eigenes Geld verdienen durch einen Job und hartes Training ist in den meisten Fällen nicht zu koordinieren. Deswegen sind Werbeaufträge so überlebenswichtig für den Sportler. Also lässt er die Kameras bei sich zu hause zu.

Aber nicht nur diese Art der Berichterstattung ist meiner Meinung nach etwas übertrieben, sondern auch sendezeitfüllende Inhalte, die mich als Zuschauer recht wenig interessieren. So wurde beispielsweise beim diesjährigen Abschlussspringen der Vierschanzentournee im Skispringen ausführlich über das Essen und Trinken am Rande der Schanze berichtet. Da erzählen Günter Jauch und Dieter Thoma einige Minuten darüber, wie gut der Glühwein und die Würstchen sind. Es interessiert den Zuschauer doch recht wenig, wie das Essen dort ist.

Und auch werden in dieser Sportart immerzu die Springer und das Serviceteam in jeder Situation interviewt. Ob es nun beim präparieren der Ski ist oder beim Warmmachen der Athleten. Immer müssen sie ansprechbar sein und präzise Antworten geben und können sich immer weniger auf ihre eigentlichen Aufgaben, den Sprung von der Schanze oder das richtige Fertigmachen der Ski, konzentrieren.

Aber auch der Zuschauer selbst erfährt den Einfluss der Wirtschaft am eigenen Leib. So wird bei RTL während des ersten Durchganges eines Springen mehrer Werbespots eingeführt, die in einem vielfach so großem Fenster zu sehen sind, als das Springen, welches in der Zwischenzeit weiterläuft. Mit dieser Art der Werbung bin ich nicht einverstanden. Der Zuschauer hat nun keine Möglichkeit das Springen weiter anständig zu verfolgen, da er nicht erkennen kann, wer dort gerade gesprungen ist und wie weit sein Sprung war. Bei den öffentlich- rechtlichen Sendern, wie ARD und ZDF, ist es allerdings noch möglich ein Skispringen ohne Webeunterbrechungen zu verfolgen, da die Zuteilung der Gebühreneinnahmen der GEZ noch sehr hoch ist.

Aber nicht nur bei RTL spielt Werbung während einer Sportveranstaltung eine große Rolle. Auch der Sportsender Eurosport unterbricht regelmäßig eine Liveübertragung, um einige Werbefilme einzubauen. Dies stört den Zuschauer sehr, aber die Fernsehanstalten können recht wenig dafür. Sie müssen sehr viel Geld dafür bezahlen diese Großereignisse in ihrem Sender übertragen zu dürfen und versuchen durch die eingespielte Werbung das Geld wieder rein zu bekommen. Dies allerdings zum Leidwesen des Publikums.

Aber nicht nur im Skispringen fällt die oben schon angesprochene zwingende Medienpräsents auf. Auch im Fußball ist dies nicht anders. Hier wird noch mehr über das Privatleben der einzelnen Spieler berichtet, als in jeder anderen Sportart. Hier wird jeder überdurchschnittliche Fußballspieler in einem Verein von der Presse genau unter die Lupe genommen. Bekanntere Spieler können kaum noch unentdeckt irgendwo hingehen, wenn sie ihre Freizeit genießen wollen. Auch sie müssen immer präsent für das Publikum sein, auch wenn es den meisten Fans egal ist, ob der eine oder andere Fußballspieler seine Frau betrogen hat oder nicht. Sie wollen einfach, dass ihre Mannschaft gut spielt. Doch in den Medien wird versucht mehr Zuschauer mit Skandalen verschiedenster Art an sich binden.

Einige Fans, die zum Beispiel ein Champions-League-Spiel sehen wollen, schalten erst fünf Minuten vor dem eigentlich Spiel an, um nur noch die Aufstellung im Voraus zu sehen und umgehen somit die „Show“, die 30 Minuten vorher veranstalten wird, wo der meiste Teil nur aus Werbung besteht, da auch hier die Kosten der Übertragungsrechte sehr hoch sind. Da fragt man sich doch, wann es soweit ist, dass sogar ein Fußballspiel für einige Werbespots unterbrochen wird.

Auch das ins Leben rufen des Pay-TV hatte große Auswirkungen auf den Zuschauer des Sportes. Er kann nun nicht mehr so einfach Bundesliga-Spiele live im Fernsehen sehen, sondern muss sich Premiere World anschaffen oder auf die Sportsendung Sat1-Ran zurückgreifen. Und nicht nur der Fußball wurde von Premiere gekauft, sondern auch Sportarten, wie Leichathletik oder Tennis, bei denen es Meetings oder Spiele gibt, die nur noch gegen Geld zu sehen sind. Da stellt sich doch wiederum die Frage, ob in einigen Jahren nur noch die Menschen am Sport teilhaben können, die das Geld dazu haben, um das Pay-TV zu bezahlen und der Sport sich somit in die Richtung entwickelt, dass er nicht mehr für die gesamte Bevölkerung kostenlos im Fernsehen zugänglich ist.

VI Anlagen

(1) Vermarktung der Olympischen Spiele (Preise für Fernsehrechte)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(2) Konstruktionsregeln des Mediensports:

- Dramatik, Spannung
- „Offenheit des Ausgangs“, denkwürdiges Ende
- Anpassung von Wettkampfgestaltung, -modus, -regeln
- Höhepunkte, Rekorde, Bedeutung des Anlasses
- Ausdehnung des Ereignisses
- Vorschau, Nachlesen mit Augenmerk auf Außergewöhnliches, Krisen, Konflikte
- Personalisierung/ Identifikationsfiguren
- Human Interest/ Human Touch

VII Literaturverzeichnis

1. Daniel Beck „Sportübertragungen am Fernsehen – Vom Publikumsmagneten zum teuren Verlustgeschäft?“ http://www.unifr.ch/journalisme/de/downloads/Sport.pdf
2. Thomas Brinkmann „Sport und Medien - Auflösung einer ursprüng- lichen Interessensgemeinschaft?“ http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/%202000_11_02.pdf?foid=118
3. Markus Lamprecht „Unterlagen zu Sport und Medien“ http://www.lssfb.ch/download/Sport_Medien.pdf
4. Horst-Manfred Schellhaß „Sport und Medien – eine Einführung“ http://www.uni-koeln.de/wiso-fak/rundfunk/pdfs/sport-medien.pdf
5. Jürgen Schwier & Thorsten Schauerte „Sport und Massenmedien“ http://www.zmi.uni-giessen.de/forschung/bibliothek/sportundmassenmedien.pdf
6. Hintergrundinformation: Presse / Hörfunk / Fernsehen (August 1999) http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0024/bg_sg04b.htm
7. Walter Umminger „Sport Chronik – 5000 Jahre Sportgeschichte

VIII Erklärung der selbständige Anfertigung der Arbeit

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literatur-

Verzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Mir ist bekannt, dass Verstöße gegen diese Regelung Auswirkungen auf die Benotung der Facharbeit haben.

[...]


[1] vgl. Jürgen Schwier & Thomas Schauerte – Sport und Massenmedien, Inhaltliche Aspekte des Mediensports, Seite 2

Details

Seiten
13
Jahr
2002
Dateigröße
1013 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108177
Note
2+
Schlagworte
Einfluss Medien Sport

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Titel: Der Einfluss der Medien auf den Sport