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We Want Freedom - Ein Vergleich von schwarzen Bewegungen und Rapmusik

Seminararbeit 2003 38 Seiten

Musikwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Rapmusik
2.1. Die Entstehung der Rapmusik
2.2. Die Vorgeschichte der Rapmusik
2.3. Die Entwicklung der Rapmusik
2.3.1. Politrap
2.3.2. Native Tongues
2.3.3. Gangsterrap
2.3.4. Jiggy Rap
2.3.5. Consciousness Rap

3. Blackness
3.1. Black Consciousness
3.2. I´m an African

4. Kriminalität
4.1. Kriminalisierung
4.2. Gefängnisse
4.3. Polizei

5. Erziehung

6. Weitere Themen
6.1. Kapitalismuskritik
6.2. Sexismus
6.3. Militär / Krieg
6.4. Religion
6.5. Alkohol- und Drogenkonsum
6.6. Gewaltfrage
6.7. Sklaverei

7. Fazit

Anhang A: Fußnoten

Anhang B: Bibliografie

Anhang C: Diskografie

Anhang D: Raptexte

Stephen Marley & Dead Prez – Dem Crazy

Mr. Lif – Live from the Plantation

Dilated People – War

Dead Prez, Talib Kweli & Bilal – Shuffering and Shmiling

Talib Kweli – Get by

Talib Kweli & Dead Prez – Sharpshooters

1. Einleitung:

„We want freedom“ – Dies ist nicht nur der erste Punkt des von Huey P. Newton 1966 verfassten 10-Punkte-Programm der Black Panther Party for Self-Defense, sondern auch der Titel eines Liedes auf dem 2000 erschienenem Debutalbum „Let´s get free“ der Rap-Formation Dead Prez, in dem es in der Mitte des Liedes heißt:

„Tell me, what you gon' do to get free ?

We need more than MCs,

we need hueys and revolutionaries !“ (Anm.: MC ist ein Synonym für Rapper)

Diese Tatsache ist nur ein Beispiel dafür, wie Ansichten, Theorien und Ideologien von politischen Bewegungen der Schwarzen in der aktuellen Rapmusik wieder vorkommen.

Man wird nicht leugnen können, dass es teilweise sehr politische Statements zu verschiedensten Themen in der Rapmusik gibt. In dieser Arbeit will ich den Versuch unternehmen, diese politischen Statements, welche die Probleme, Ansichten und Forderungen der Schwarzen formulieren, mit denen der verschiedenen schwarzen Bewegungen der Vergangenheit zu vergleichen.

Rap hat das Potential, viele Jugendliche zu politisieren und kann auf Probleme und Tatsachen aufmerksam machen, die sonst kaum wahrgenommen werden, da sie in anderen Medien oder in der Schule kaum Beachtung finden. Die vorliegende Arbeit soll diese These argumentativ belegen.

Ein weiterer Grund für diese Arbeit ergibt sich aus der Beschränkung auf Rapmusik, welche die Probleme und Ansichten von Schwarzen in den USA schildert. Rap formuliert Wünsche, Forderungen und Gedanken von vielen Schwarzen, nicht nur der Rapper, sondern auch ihres Publikums und weiteren Schwarzen, die keine Rapmusik hören.

Wenn in Raptexten Zeilen wie „Through me, Muhammad(1) will forever speak“ (Common – „The 6th sense“, 2000) oder „thirty-one years ago I woulda been a panther“ (Dead Prez – „Propaganda“, 2000) vorkommen, zeigt dies, dass man sich nicht nur mit schwarzen Bewegungen (hier: Nation of Islam; Black Panther) auseinandergesetzt hat, sondern sich auch mit ihnen identifiziert und sich als eine Art „Fortsetzung“ versteht.

Diese Arbeit soll untersuchen, welche Ansichten mit denen der schwarzen Bewegungen identisch sind und wie Rap durch die Geschichte der schwarzen Bewegungen motiviert und inspiriert wurde.

2. Die Geschichte der Rapmusik

2.1. Die Entstehung der Rapmusik

Rap, bzw. die gesamte Hip Hop-Bewegung(2),war zu Beginn nie politisch oder gesellschaftskritisch, sondern begann als größtenteils inhaltslose Partymusik. Die Ursprünge dieser Musik liegen etwa im Zeitraum 1972-1979 in New York, als in den Diskotheken besonders Diskomusik, z. B. von Gruppen wie den Bee Gees oder den Village People, gespielt wurde.

Zum einen aus Ablehnung dieser Musik(3), zum anderen, weil die schwarze Unterschicht sich den Eintritt in die Diskotheken, welche meist für die weiße, obere Mittelschicht ausgelegt waren, häufig nicht leisten konnte, kam es vor allem in der Bronx zu selbstorganisierten Haus- und Blockparties, auf denen DJs Funk und Soul auflegten.

Die DJs(4) merkten, dass das Publikum bei den Breaks(5) besonders euphorisch reagierte, und so entwickelte man an den Plattenspielern eine Technick, das sogenannte „Juggling“, welche es erlaubte, mehrere Breaks hintereinander zu spielen. Dies war die Geburtsstunde des „Turntableism“ (6).

Um das Publikum zusätzlich anzuheizen hatten viele DJs ein Repatoire an Zwei- und Vierzeilern, welche sie in diesen rein instrumentalen Breaks sprechen konnten, wie „Sounds so nice, I got to play it twice“ oder „ As the clock on the rock chimes the time, I´m gonna make some room for this hot new tune“. (6) Später wurde dieses Anfeuern des Publikums Aufgabe eines MCs(7), woraus sich später Rap entwickeln sollte.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Begriff „Hip Hop“ keine eigentliche Bedeutung hat, sondern aus der ersten Zeile des ersten Raphits – „Rapper´s Delight“ von der Sugar Hill Gang (1979) – übernommen wurde (8).

Dieses war das erste mal, dass Rapmusik auf Platte gepresst und national gesendet wurde, denn bis dahin gab es nur die Partys in der New York Bronx und einige dort kursierende Kasetten mit schlechter Aufnahmequalität. Erst nachdem dieses Lied über Nacht zu einem Charterfolg wurde interessierte sich auch die Musikindustrie für die neue Musikrichtung aus New York und es wurden einige Rapper unter Vertrag genommen. Ab diesem Zeitpunkt wurden nach und nach Platten veröffentlicht.

Rap ging von nun an in teilweise sehr verschiedene Richtungen. (s. 2.3.)

2.2. Die Vorgeschichte der Rapmusik

Ich habe im vorigen Abschnitt versucht, die Entstehung von Rap auf musikalischer Ebene zu schildern, um nun auf eine andere Entstehungstheorie einzugehen.

Weit verbreitet ist die Methode, Rap als Fortsetzung schwarzer Traditionen und schwarzer Kultur zu interpretieren.

In den afrikanischen Kulturen der Ashanti, Benin, Niger, Ibo und Bantu(1) hatte das gesprochende Wort den selben Stellenwert, wie vergleichsweise die Schriftsprache in Europa. Während in Europa Prosa und Poetik schriftlich festgehalten wurde und es zu diesem Zweck beauftragte Schreiber gab(2) , wurde diese in Afrika von den sogenannten „Griots“ mündlich weitergegeben.

Griots waren besonders sprachbegabte und deswegen hoch angesehene Menschen, mehrheitlich mänlich, welche zwischen den verschiedenen Stämmen reisten und diese gleichzeitig informieren und unterhalten sollten. Sie übermittelten meist mit Musik untermalt in einem Sprechgesang sowohl aktuelle Nachrichten über Kriege, Geburten, Tode und andere wichtige Ereignisse in anderen Stämmen, als auch die Geschichte ihres Stammes, welche von Griot zu Griot weitergegeben wurde.

Die Fähigkeit, seine Umwelt musikalisch in einen Sprechgesang umzusetzen um seine Mitmenschen gleichzeitig zu informieren und zu unterhalten, sehen einige Musikwissenschaftler auch bei Rappern, welchen sie die Fortführung der Griot-Tradition zumessen. Dies scheint nicht verwunderlich, sagte schon Gil Scott-Heron, ein berühmter schwarzer Dichter, der seine in Alltagssprache geschriebenen, kritischen Gedichte in den 60ern und 70ern zu einer musikalischen Jazz-Untermalung vortrug: „I see myself as a modern day version of the African griot“ (3). Später sollten sich auch Rapper, wie z. B. Sekou(4), mit den Griots verbunden sehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Entwicklung der schwarzen Sprachtradition in den USA war die Erfahrung der Sklaverei. Es wurden diverse Schritte von den Sklavenhaltern unternommen, die Sklaven zu „entafrikanisieren“, d. h. sie ihrer Kultur, ihrer Geschichte und somit schließlich auch ihrer Würde zu berauben(5), um sie leichter unterdrücken zu können. Zum einen wurde darauf geachtet, dass man Sklaven aus möglichst unterschiedlichen Regionen Afrikas erwarb, damit sie keine gemeinsame Sprache, Kultur, Geschichte oder Tradition hatten. Es war den Sklaven verboten ihre Muttersprache zu sprechen, zudem mussten sie ihre afrikanischen Namen ablegen und es wurden ihnen neue von den Sklavenhaltern gegeben. Es wurde nicht mehr unterschieden zwischen Ibo, Ashanti oder anderen afrikanischen Völkern, sondern „nigger“ wurde zur Sammelbezeichnung(6). Schließlich waren die Sklaven gezwungen, dass Christentum zu übernehmen, wobei diese Religion von den Schwarzen sehr anders praktiziert wurde, als von den Weißen.

So verschieden die afrikanischen Kulturen auch waren, hatten sie doch gemeinsam, dass viele religiöse Rituale mit Musik und Tanz gefeiert wurden. Die christlichen Messen der Schwarzen setzten diese Tradition fort, so sang man statt der weißen Kirchenlieder Gospelgesänge, begleitet von rhytmischen Klatschen der Gemeinde, und feuerte den Prediger mit Beifall und Zwischenrufen wie „Preach !“ oder „Tell it like it is !“ an. Während in den Messen der Weißen solche Zwischenrufe als Störung empfunden worden wären, so galt in den Messen der Schwarzen Stille als störend und der Prediger beendete diese meist mit Phrasen wie „Say amen, somebody !“, „Can I get a witness ?“ oder „Do ya´ll hear me today ?“. Vergleicht man diese Messen mit Hip Hop-Jams(7) , so kann man in den „Yo“- und „Word“-Rufen des Publikums oder den Phrasen vieler Rapper, wie z. B. „Make some noise !“ oder „Are you with me ?“, starke Ähnlichkeiten feststellen.

Nicht weniger Ähnlichkeiten mit Rap haben andere Musikrichtungen der Schwarzen, wie z. B. Blues, Jazz und Soul, nicht nur, da auf der musikalischen Ebene rhytmische, oft wiederholte Sequenzen auch die Basis eines Beatloops(8) sind, sondern ebenso inhaltlich. Während der Blues eine Möglichkeit zur Verarbeitung der leidvollen Erfahrungen der Sklaverei und zur Darstellung der schlechten Lebensumstände war, und dieses z. B. mit dem Stück „The Message“(9) von 1982 fortgesetzt wurde (s. Kapitel 2.3., Fußnote 3); während schon in den 1920er Jahren Langston Hughes Gedichte mit Musikuntermalung vortrug, um das papierene Grab zu meiden, woraus sich in den 50ern der von Ken Nordine betitelte „Wordjazz“ bilden sollte, weist vor allem die Soulmusik während der Black Power-Bewegung inhaltliche Übereinstimmungen auf, indem sie ein neues, schwarzes Selbstbewusstsein darstellt(10).

All diese Vergleiche verdeutlichen, dass Rap eine Fortsetzung in einer langen, kulturellen, schwarzen Tradition ist. Leider wirkt diese Betrachtungsweise der Entstehung von Rapmusik etwas „romantisierend“. So vergist man schnell, dass Rapmusik in der ersten Dekade (ca. 1974-1984) fast ausschließlich unpolitisches Entertainment war, in dem keine Probleme der Schwarzen dargestellt oder eine rassistische Gesellschaft thematisiert wurde.

2.3. Die Entwicklung der Rapmusik

Man irrt sich, nimmt man an, dass Rap ein Musikgenre sei, in dem nur gleiche oder ähnliche Aussagen vorkämen. Rap hat keine inhaltliche Konzeption (im Blues z. B. wäre dies die Thematisierung von leidvollen, schmerzhaften Erfahrungen), sondern wird lediglich durch wenige musikalische Elemente, die jedoch umgesetzt sehr unterschiedlich klingen können, definiert(1) . In dieser Hinsicht gleicht Rap etwa dem Begriff Rock: Man hat zwar ein ungefähres Klangbild im Kopf, weiß, dass eine Rockband meist aus 3-6 Mitgliedern besteht und welche Instrumente normalerweise verwendet werden, doch inhaltlich schließen sich die Aussagen der Songtexte teilweise aus (z. B. im Punkrock und dem sogenannten Nazirock/Rechtsrock(2)) und musikalisch bietet sich mit sanften Rockballaden bis hin zu dem extrem harten Stücken ein breites Spektrum.

So halte ich es für notwendig, hier grob auf die verschiedenen Subgenre einzugehen, damit verstanden werden kann, in welchem Zusammenhang der Consciousness-Rap und der Politrap, welche hier einen Schwerpunkt in der Betrachtung bilden, zu anderen Rapgenre stehen. Es sei erwähnt, dass es teilweise auch andere Bezeichnungen für die Subgenre gibt. Bis etwa 1986 lässt sich die bereits in Kapitel 2.1. beschriebene Rapmusik als „Old School“ zusammenfassen.

2.3.1. Politrap (ca. 1986-1991)

Rap begann, wie bereits erwähnt, vor allem als Partymusik. Zwar gab es einige Ausnahmen(3), jedoch vermittelten Raptexte bis etwa 1986 kaum nachdenkenswerte Inhalte(4).

Als jedoch die bis dahin berühmten Rapper, wie z. B. L.L. Cool J und Run-D.M.C. begannen, ihren Reichtum mit Goldketten zur Schau zu stellen und Run-D.M.C. einen Sponsorenvertrag mit Adidas unterschrieben(5), konnten sich einige schwarze Jugendliche nicht länger mit ihnen identifizieren. Diese Enttäuschung über die Rapstars und die verstärkte Kluft zwischen Armen und Reichen durch die Innen- und Sozialpolitik des Präsidenten Ronald Reagan könnten die Veränderung im Rap bewirkt haben. „It´s about gold brains now, not gold chains.“, s agte Carlton Ridenhour, besser bekannt als Rapper Chuck D von der Gruppe Public Enemy (PE) in einem Interview 1988. Der Musik der Gruppe war hart, politisch, provozierend und ernst: Eine Antithese der zu diesem Zeitpunkt populären Rapmusik. Während ihrer Auftritte gab es Showeinlagen der Security of the First World(6), einer zu diesem Zeitpunkt Gruppe aus 52 uniformierten Schwarzen, die teilweise ehemalige Black Panther oder Mitglieder der Fruits of Islam (Sicherheitsgruppe der Nation of Islam) waren, in denen sie mit Modellen von MPs eine Mischung aus Breakdance und Militärparade aufführten. In der Zeit von 1987 bis 1990 sollten weitere politische Rapper bekannt werden, wie z. B. Paris, KRS-One und Queen Latifah.

Vor allem KRS-One (Kris Parker, der Name steht für „Knowledge reigns supreme over nearly eyeryone“), der als obdachloser Jugendlicher nach seinem 13. Lebensjahr keine Schule mehr besuchte, doch sich schon in diesem Alter intensiv mit schwarzer Geschichte in einer Bibliothek beschäftigte, sollte mit seinen bisher 12 Alben einer der einflussreichsten Rapper werden. Er schien von Malcolm X sehr beeinflusst, verstand sich selbst als Revolutionär und sah seine Musik als „Edutainment“ an, eine Verbindung aus Entertainment und Education(7).

2.3.2. Native Tongues (ca. 1990-1993)

Um 1990 wurde Rapmusik etwas facettenreicher. Vielleicht müde der harten, lauten, radikalen Kritik von PE und anderen bildete sich in der New Yorker Rapszene die Native-Tounge-Bewegung mit Gruppen wie De La Soul, A Tribe Called Quest, Jungle Brothers, The Roots (Philadelphia) und Arrested Development (Atlanta). Über letztere schrieb Meg Cox im Artikel „Rap is Taking a Positive Turn and Winning Fans“ am 8.10.1992 für „The Wall Street Journal“: „They don´t sound like the usual rap group... ...[the bands] favorite ´F´-word is freedom.“ (8). Der Sound war mit Funk- und Jazzeinflüssen wesentlich weicher und angenehmer geworden. Statt ein pessimistisches Untergangsszenario zu entwerfen und dieses mit direkten, politischen Aussagen und Aufforderungen zu kombinieren wurde ein positives, romantisches Bild entworfen und Werte wie Gemeinschaftssinn, Familie und Umweltschutz vermittelt. Statt zu kritisieren und eine politische Agenda zu formulieren legte man nun eher Wert darauf, eine Art kulturellen Afrozentrismus zu zelebrieren (z. B. durch afrikanische Gewänder oder Frisuren) und eine friedliche, harmonische Lebensweise ohne Konfrontationskurs zu erreichen.

2.3.3. Gangsterrap (etwa ab 1988)

An der Westküste, vor allem im Stadtteil Compton in Los Angeles, bildete sich mit Gruppen wie N.W.A. (Niggas with attitude) und Rappern wie Ice T, Ice Cube oder Too $hort etwa zeitgleich der Gegenpart der Native-Tongues aus: Gangsterrap. Gangsterrap schilderte mehr als alle anderen Rapsubgenre die Härte der Lebensverhältnisse um Armut, Drogen, Polizeigewalt, Gangkriminalität, (illegale) Prostitution und Chancenlosigkeit. Jedoch bildete sich im Gangsterrap, außer bei z. B. Ice T und Ice Cube, kaum ein politisches Bewusstsein. Man machte keinen Hehl daraus, dass man hauptsächlich für Geld und Status rappte, war Musik doch eine der sehr wenigen Möglichkeiten, der Ghettorealität zu entkommen. Das Auftreten der Gangsterrapper war geprägt von Härte und Coolness, die Raps oft gewaltverherrlichend und sexistisch.

2.3.4. Jiggy Rap (etwa ab 1996)

Bald kam es in Mode seinen finanziellen Erfolg mit Goldketten, Rolexuhren und teueren Autos zur Schau zu stellen, woraus sich der Jiggy-Rap entwickeln sollte. Anstatt etwas über die schweren Lebensverhältnisse in z. B. Compton zu berichten ging es im Jiggy-Rap vor allem darum, die Träume vieler darzustellen: Geld, Ansehen, Macht und Sex(9).

2.3.5. Consciousness Rap (etwa ab 1997)

„The jiggy-shit is over !“ (10) (Common, 1997)

Im Zeitraum von etwa 1993-1997 waren die meisten Rapveröffentlichungen in die Berreiche Gangsterrap und Jiggy-Rap einzuordnen, welche sich auch bald an der Ostküste mit Rappern wie Notourious B.I.G., Jay-Z oder dem Wu-Tang Clan durchsetzten. Und wie vor etwa 10 Jahren, als die ersten Rapstars ihre Glaubwürdigkeit verloren und ein starkes Interesse an politischen Raps von z. B. PE und KRS-One entstand, gab es ab etwa 1997 eine neue Gegenbewegung, welche das Prahlen mit Statussymbolen ablehnte und sich um eine politische Botschaft bemühte: Den Consciousness-Rap. Ursprungsort war erneut New York (besonders Brooklyn), wo die „zero tolerance“-Politik von Bürgermeister Giuliani zu starken Widerstand in den schwarzen communities führte. Anders als der Politrap eine Dekade zuvor präsentierte sich Consciousness-Rap (mit Ausnahmen wie Dead Prez, Tahir und The Coup) weniger millitant, provozierend und hart. Statt zu konfrontieren versuchte man, die Probleme der schwarzen zu schildern, Denkanstösse zu geben und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass eine Veränderung notwendig sei.

3. Blackness

3.1. Black Consciousness

„In Negro culture there is much of value for America as a whole. What is needed are Negroes to take it and create of it the uncreated consciousness of their race“(1)

Mit diesem Zitat erteilte Ralph Ellison schon 1944 einen Auftrag, dem sich noch heute viele Organisationen von Schwarzen widmen: Es musste innerhalb der Schwarzen ein Zusammengehörigkeitsgefühl hergestellt werden, ein Bewusstsein für die gemeinsame Kultur, Geschichte und vor allem auch die gemeinsamen Probleme, welche sich nur mit einer starken, an einem Strang ziehenden Gemeinschaft beseitigen ließen. Dass dieses Bewusstsein erst geschaffen werden musste, zeigt ein Zitat der Schauspielerin Denise Nicholas von 1966: „I never knew I was black until I read Malcolm“ (2)

Ebenso wird vor allem in Consciousness Rap der Versuch unternommen, über Musik dieses Bewusstsein zu schaffen. Es lassen sich zahlreiche Beispiele hierfür finden, doch vielleicht am deutlichsten zeigt sich dies im Lied „Astronomy (8th light)“(3) von der Gruppe Black Star, welche aus den Rappern Talib Kweli und Mos Def besteht. In diesem Lied wird nicht nur direkt aufgefordert (z. B. „Black people: unite !“), sondern vor allem der Begriff „schwarz“ mit kulturellen und geschichtlichen Vergleichen geprägt:

„Black like the veil that the muslimina wear.

Black like the planet that they fear. Why they scared ?

Black like the slave ship that later brought us here.

Black like the cheeks that are roadways for tears.“

Einer Anspielung auf die Black Muslims/Nation of Islam (der Rapper Mos Def ist Moslem) folgt hier eine Anspielung auf das 1990 erschienende Public Enemy-Album „Fear of a black planet“, verbunden mit der Frage, wovor „sie“ sich eigentlich fürchten. Die nächsten beiden Zeilen erinnern an die Sklaverei und das damit verbundene Leid, welches von Schwarzen in ihr erfahren wurde.

Selbst der Name der Gruppe hat eine geschichtliche Bedeutung: „Black Star“ war das Schiffsunternehmen von Marcus Garvey, dass alle Schwarzen aus den USA nach Afrika zurückbringen sollte.

Vergleicht man die Fülle von Texten mit ähnlichen Inhalten im Consciousness Rap wird man zu der Ansicht gelangen, dass der von Ralph Ellison 1944 formulierte Auftrag in ihm ausgeführt wird, ob bewusst oder unbewusst.

3.2. I´m an African !

„I´m an African, never was an African-American !

Blacker than black: I take it back to my origin.“(1) (Dead Prez)

„Yeah, I live in America, but fuck this goverment“(2) (Jurassic 5)

Diese beiden Textstellen sind Beispiele dafür, dass viele Rapper den US-Patriotismus ablehnen. Dies spiegelt sich auch in Namensänderungen wieder, bei denen amerikanische Namen zugunsten von afrikanischen Namen abgelegt werden.(3)

Provozierender stellt Ice Cube auf seinem Album „Death Certificate“ die Ablehnung des „White America“ (4) dar: Auf dem Cover sieht man den Rapper mit einer Hand auf der Brust in einem Krankenhaus, vor ihm eine aufgebahrte Leiche. An einem Fuß, der unter dem Leichentuch hervorschaut, ist ein Schild angebracht mit dem Namen „Sam“. Gemeint ist die erdachte Figur Uncle Sam, die mit den Worten „I want you“ für einen Beitritt zur US-Army werben sollte. Gleich zu beginn des Albums erklärt er im ersten Stück „The Funeral“:

„...White America needs to thank all black people for still talking to them, ´cause you know what happens when we stop. You say Ice Cube is a problem – and you´re right. He´s two people in the same body, one African, one American. I see myself through the eyes of Africa and will continue to speak as an African. I will become an African-American when America gives up oppression of my people.“(4)

Die im Rap häufig thematisierte Problematik der „two people in the same body“, der doppelten ethnischen Zugehörigkeit, wie sie Ayhan Kaya auch in den Texten türkischer Rapper in Berlin aufzeigt(5), versuchte man in der Black-Power-Bewegung nach Van Deburg mit drei Lösungswegen zu beheben: Assimilation, Pluralismus und Nationalismus(6).

Die gemässigten Assimilationisten waren an einer institutionellen Veränderung nicht interessiert, sondern versuchten durch kollektive Aktionen die Gleichstellung der Schwarzen sowie eine bessere Partizipation in der bestehenden Gesellschaft zu erreichen. Das Ziel war eine gleichberechtigte Integration in die US-amerikanische Gesellschaft. Ein Beispiel für einen Assimilationisten wäre Dr. Martin Luther King Jr., der in seiner Rede „I have a dream“ vom 28. August 1963 mehrmals die Verbundenheit zu den USA erwähnt und die Legitimität der Vorderung nach Gleichstellung durch die „Constitution and the Declaration of Independence“ betont(7).

Eine Integration, also eine Anpassung und Eingliederung in die ethnische Mehrheit der Gesellschaft, wird von den Pluralisten abgelehnt. Ihrer Ansicht nach sollte jede ethnische Gruppe ihre kulturelle Identität wahren, sowie gleichen Respekt und gleiche Möglichkeiten erhalten, da eine multikulturelle Gesellschaft das Wohl aller steigern würde.

Der Begriff der schwarzen Nationalisten ist sicherlich etwas missverständlich, da hier „Nation“ nicht wie herkömmlich für ein Territorium mit politischen Grenzen und einer Regierung verwendet wird, sondern hier eher die Verbundenheit zur ethnischen, schwarzen Diaspora gemeint ist. Sie lehnen sowohl Integration, als auch eine multikulturelle Gesellschaft ab, da sie befürchten eine ethnische Gruppe würde Dominanz erringen und beginnen, die schwächeren Gruppen zu unterdrücken. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass jede ethnische Gruppe ihre eigene Regierung, ihre eigenen Institutionen (Schule, Polizei, Gerichte...) und ihr eigenes Territorium habe. Das Ziel war Separation. Beispiele hierfür wären die Marcus-Garvey-Bewegung oder die Bestrebungen einiger Schwarzen während der Black Power-Bewegung, auf US-amerikanischen Grund Reservate für Schwarze zu errichten.

Alle drei Ideologien hatten die Verbesserung der Lebensverhältnisse und mehr Gerechtigkeit für die schwarze Bevölkerung zum Ziel, doch die Methoden unterschieden sich vehement.

Sehr vereinfacht könnte man sagen, dass sich die Assimilationisten als Amerikaner, die Nationalisten als Afrikaner und die Pluralisten als Afro-Amerikaner sahen, da die pluralisten ihre kulturelle, afrikanische Integrität in einer multikulturellen, amerikansichen Gesellschaft wahren wollen.

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass Consciousness- und Politrapper eine Assimilation ablehnen. Nicht selten werden von ihnen Assimilationisten als „houseniggers“ oder „uncle Toms“(8) bezeichnet, wie es auch z. B. die Black Panther und Malcolm X taten. Andere, weniger politische Rapper, besonders aus dem Jiggy-Rap, wie z. B. Dr. Dre, Cam´ron, Jay-Z, P.Diddy oder N.o.r.e. vertreten jedoch durchaus einen US-Nationalismus, den man in Raptexten, Musikvideos oder Interviews vor allem nach den terroristischen Anschlägen auf das World Trade Center am 11.9.2001 wieder deutlicher wahrnehmen kann. Diese Tendenz der „Red, white and blue thugs“(9) wurde wiederum von Dead Prez kritisiert:

„...now everybody´s walkin round patriotic.

How we wanna fight to keep freedom when we ain't got it ?

You wanna stop terrorists ? Start with the u.s. imperalists !

Ain't no track record like america's.

See, Bin Laden was trained by the C.I.A.,

but I guess if you a terrorist for the u.s, then it's okay...“(9)

4. Kriminalität

4.1. Kriminalisierung

Wie bereits im Kapitel 2.3.5. erwähnt, könnte Consciousness-Rap zum einen als Gegenbewegung zum populären Jiggy-Rap entstanden sein, jedoch nicht weniger wahrscheinlich trägt auch die „zero tolerance“-Politik in New York und die „Proposition 21“ in Kalifornien zum Entstehen dieses Subgenre bei.

1993 setzte der neue Bürgermeister Giuliani als Commisioner (vergleichbar mit einem Polizeipräsidenten) William Bratton ein, der daraufhin mit weitreichenden Reformen des NYPD (New York Police Department) die Verfolgung seiner „zero tolerance“-Strategie beginnt, welche nach den konservativen Lehren der kriminologischen Schule der „new realists“ (insbesondere James Q. Wilson und George L. Kelling) entwickelt wurde. Inhalt der Strategie ist es, auch kleinere Vergehen konsequent zu verfolgen um abzuschrecken und keinen Nährboden für größere Verbrechen entstehen zu lassen. So werden bei Vergehen wie öffentlicher Alkoholkonsum, Betteln, Lärmbelästigung oder Grafittisprühen nun Methoden angewandt, die vorher bei schwereren Delikten wie Diebstahl oder Körperverletzung üblich waren. Dieses führte nicht nur zu Protesten von Teilen der New Yorker-Bevölkerung, sondern auch die Polizei anderer US-Staaten kritisierten den radikalen Führungsstil des NYPD und die Kriminologen des BKA Thomas Feltes und Gunther Dreher sprechen von polizeistaatlichen Zuständen.(1)

Ähnlich wie in New York, so setzte man auch in Kaliofornien auf Abschreckung und Repression durch erhöhte Härte der Maßnahmen, die im März 2000 mit der sogenannten „Proposition 21“ als Initiative des Gouvernours Robert Wilson mit großer Mehrheit beschloßen wurde. Schwerpunkt soll hierbei die Bekämpfung von Gang- und Jugendkriminalität bilden. Geringste Auffäligkeiten werden nun in einem polizeilichen Führungszeugnis festgehalten, welches Universitäten und Colleges bei einer Bewerbung zugänglich gemacht wird. Zudem werden häufig kleinere Delikte zu Verbrechen hochgestuft (z. B. Ladendiebstahl zu Raubüberfall) und viele Jugendliche werden nun nach Erwachsenenstrafrecht behandelt. Das Resultat ist eine massive Inhaftierung vor allem jugendlicher Straftäter.

In Sätzen wie „I start my verse by saying: Fuck Giuliani !“ (2) oder „I wonder if this nazi Giuliani is still alive“ (3) oder in Stücken wie „Mayor“(4) , auf den der Rapper Pharaohe Monch aus New York schildert, wie er einen Bürgermeister erschießt, drücken sich Wut, Hass und Enttäuschung über die Reformen in New York aus.

Hip Hop-KünstlerInnen wie Mos Def, Talib Kweli und MeShell Ndegeocello, Dead Prez und Lauren Hill, um nur einige zu nennen, bekundeten nicht nur verbal ihre Solidarität, sondern beteiligten sich auch medienwirksam an den Protesten, gaben kostenlos Konzerte und organisierten Pressekonferenzen und inhaltliche Aufklärungs-Workshops rund um die Themen „zero tolerance“ und „prop 21“. Als „Artist United Against Proposition 21“ wurde eine Benefizplatte aufgenommen, in deren Cover Telefonnummern und Adressen von Organisationen wie „No on Prop 21“ und „Schools not Jails“ zu finden sind, die durch den Verkauf finanziell unterstützt wurden. Diese Verbindung von Rapmusik und politischem Aktivismus führte bald zur Gründung des kleinen Labels „Raptivism Records“ in New York, welches mit dem Sampler „No more Prisons“ diese Tendenzen fortsetzt.

4.2. Gefängnisse

Im Februar 2000 überschritt die Zahl der Gefängnisinsassen in den USA die 2 Millionen Grenze, d. h. die USA machen 5-6% der Weltbevölkerung aus, inhaftieren aber etwa 25% der Gefangenen weltweit. Weniger als ein Drittel hiervon sind weiße US-Amerikaner.(1)

So ist es nicht verwunderlich, dass sich die begonnene Protestbewegung auf dieses Themenfeld ausweitete. Während der deutsche Soziologe Wolfgang Pomrehn die „Boomende Knastindustrie“( 1) beschreibt, zeigen Rapper wie Dead Prez oder Herdrush mit Sätzen wie „It has nothing to do with rehabilitation !“ oder „This white people (are) making all the money of theese prisons, from the wardens, the lawyer, the contract economies and even the long distance phone call places.“(2), dass sie ebenfalls das Gefühl haben, es handele sich um einen Industriezweig. Auch das Prison Moratorium Project (PMP), welches durch den Verkauf des bereits erwähnten Samplers „No More Prisons“ finanzielle Unterstützung erhielt, teilt diese Ansicht. Das PMP ist ein Projekt der Democratic Socialists of America (DSA) und dem Community Justice Center (CJC), eine Organisation von ehemaligen Häftlingen, dessen erklärtes Ziel die Aufklärungsarbeit über die US-amerikanische Gefängnis-Politik ist. So konnte Kevin Pranis für das PMP sich mit einem kurzen Text im Cover der „No More Prisons“-Platte an die Raphörerschaft wenden. Hier finden sich Informationen, dass im Bundesstaat Kalifornien seit 1984 zwar 21 Gefängnisse erbaut, jedoch nur eine neue Universität errichtet wurden oder das 1995 die Ausgaben für den Bau von Gefängnissen um über 900 Milliionen auf 2,6 Billionen US-Dollar stiegen, während sie für den Bau von Universitäten um über 950 Millionen auf 2,5 Billionen US-Dollar gekürzt wurden, und dies während die Kriminalität zu diesem Zeitpunkt seit 5 Jahren zurückging. Anstatt der härteren Strafen und der Ausweitung der Anzahl der Gefängnisse solle man die Ursachen bekämpfen, die man in einer schlechten Schulausbildung und besonders in der kapitalistischen Problematik von arm und reich sieht. Da über die Hälfte der Gefängnisinsassen ein Jahreseinkommen unter 10.000 US-Dollar hatte und 77 Prozent aller in 1998 Inhaftierten kein Gewaltverbrechen begangen, ist abzusehen, dass die Armut vermutlich der größte Faktor der Kriminalität sei.

Doch die Kritik am Gefängnissystem der USA ist keinesfalls neu. Der Punkt Nummer 8 des Programms der Black Panther forderte die Freiheit für alle schwarzen Gefangenen, da sie keine faire Verhandlung vor einem Gericht der Weißen erhalten haben, und dies sei „nicht anders, als wenn ein Jude von einem Nazigericht verurteilt wurde“ (3) . Die Forderungen nach Freiheit für politische Gefangene findet sich damals wie heute. Während man 1968 auf Demonstrationen mit den Worten „Free Huey“ die Freilassung von Huey P. Newton forderte, finden sich nun oftmals die Worte „Free Fred“ (Fred Hampton Jr. (4)) oder „Free Mumia“ (Mumia Abu Jamal) in Raptexten wieder. Letzterem widmeten KRS-One, Rage against the Machine und Public Enemy ganze Songs, nicht zu vergessen der Kolaboration „Mumia 911“, einem Song, an dem sich 19 bekannte Rapper beteiligten. Als der Musiksender MTV im 2002 erschienendem Musikvideo des Liedes „Give the peepz what they need“ von Public Enemy die Worte „Free Mumia“ ausblendete, forderte die Gruppe ihre Fans auf, MTV zu boykottieren.

Die Kritik der schwarzen an dem Gefängnissystem der USA hat sich gehalten und der Justizvollzug wird weiterhin thematisiert.

Eine weitere Ansicht zu den Gefängnissen scheint sich ebenfalls gehalten zu haben: Nachdem Huey P. Newton bereits vor Gründung der Black Panther acht Monate wegen Körperverletzung im Gefängnis verbrachte, erzählte er öfters, dass sich das Leben im Gefängnis nicht wesentlich vom normalen Leben unterscheidet, denn wer schwarz ist, habe sein Gefängnis immer um sich.(5) Über 30 Jahre später stellt die Gruppe Dead Prez in ihr Lied „behind enemy lines“ fest:

"You aint gotta be locked up to be in prison

Look how we livin

30,000 niggas a day, up in the bing, standin routine

They put is in a box just like our life on the block

Behind enemy lines“ (6)

4.3. Polizei

Ein weiteres großes Themenfeld in der Rapmusik beschäftigt sich mit der Polizei. Besonders im Gangsterrap begannen Gruppen wie N.W.A. mit Liedern wie „Fuck tha Police“(1) der Polizei Rassismus, Brutalität und Machtmissbrauch vorzuwerfen. Mit ihrer Kritik waren sie nicht allein, so warf auch Amnesty International der New Yorker Polizei 1996 eben diese Dinge vor.(2)

Auch diese Kritik ist keinesfalls neu, so entwirft z. B. James Baldwin bereits 1950 eine Theorie, welche das schlechte Verhältnis zwischen Schwarzen und der Polizei erklärt(3): Ein Polizist in Harlem repräsentiere die weiße Unterdrückung der Schwarzen und sei vergleichbar mit einem Soldaten, der in einer feindlichen, besetzten Stadt patrouliert.

Wenn Ereignisse mit außerordentlicher Polizeibrutalität bekannt wurden, erreichte die Kritik in der Rapmusik ihre Höhepunkte, wurde jedoch häufig unsachlich und brachte dann meist nur Wut und Hass der Polizei gegenüber Ausdruck. Nachdem Rodney King am 3.3.1991 von Polizisten angehalten wurde, doch sich weigerte seinen Wagen zu verlassen, woraufhin 3 Polizisten unter Aufsicht eines Sergeants ihn mit einer Taserpistole beschosen, ihm sechsundfünfzigmal mit einem Gummiknüppel schlugen und den am Boden liegenden Schwarzen noch mindestens sechsmal traten, während 23 weitere Polizisten dabei zusahen, jedoch eine Hilfeleistung unterließen, kam es zu heftigen Protesten. Daraufhin veröffentlichte der Rapper Ice-T mit seiner Crossover(4)-Band Bodycount mit „Cop Killer“ das wohl umstrittenste Lied der jüngeren US-Musikgeschichte. Über dieses Lied – ein Monolog aus der Sicht einer Person, die einen Polizisten ermordete – äußerten verschiedene Politiker ihren Unmut, einschließlich Präsident George Bush und Vizepräsident Dan Qualye. Es gab Forderungen, die Plattenfirma auf der Ice-T war (Time Warner) zu boykottieren, ebenso alle Geschäfte, die sein Album verkauften, woraufhin es über 1,400 Plattenläden aus ihrem Sortiment nahmen. Ice-T wurde daraufhin von seiner Plattenfirma entlassen. Viele Rapper meinten, die Weißen würden die schwarze Sprachtradition fehlinterpretieren. Der Rapper Super Cat verteidigt den „Cop Killer“-Song wie folgt:

„Some people say that rap music is devil´s music. They can say what they want to say. There is violence in every aspect of what I see going on in America. If you go to the movies to see a movie by Sylvester Stalon or Clint Eastwood, theese guys don´t smile throughout the entire movie. They are blowing people away. I don´t see how a guy on the stage just talking, with no picture, could be more violent than a movie. (...) Ice-T is just playing a tough character, just like a movie star. (...) He don´t literally mean ´Go out there and kill cop´ because if he meant that, he himself would be out there doing that. (...) There´s no cop out there getting shot because Ice-T says shoot the cop“(5)

Das Umbringen von verhassten Personen in Raps wurde nach „Cop Killer“ eine Art Stilmittel um Wut und Kritik auszudrücken, wie in z. B. Paris – „Bush Killa“, Non Phixion – „I killed Reagan“, Hedrush & Dead Prez – „Cop Shot“, Pharaohe Monch – „Major“, die schwedische Rapgruppe Looptroop – „Cop Killin´“ und „Jag sköt Palme“ (Ich erschoß Palme) und weitere.

Ein jüngeres Ereignis beschwor wie der Fall Rodney King erneut Kritik an der Polizeibrutalität, auch wenn diesmal die blutigen Aufstände (nachdem am 29. April 1992 alle Polizisten zunächst freigesprochen wurden, gab es Aufstände mit über 50 Toten) ausblieben, sondern nur gewaltfreie Proteste und Demonstrationen folgten. In der Nacht des 4. Februar 1999 kontrollierten 4 Polizisten im New Yorker Stadtteil Bronx den westafrikanischen Immigranten Amadou Diallo vor seiner Haustür. Als der unbewaffnete Diallo in seine Jackentasche griff, um seine Geldbörse herraus zu nehmen, feuerten die Polizisten, die eine Waffe in der Jackentasche vermuteten, in rascher Folge 41 Schüsse ab, von denen 19 Schüsse ihr Ziel trafen und den 22-jährigen sofort töteten. Die vier weißen Polizisten der „Street Crime Unit“, einer neuen Spezialeinheit des NYPD welche durch Bratton zur Durchführung der „zero tolerance“-Politik eingeführt wurde, wurden schließlich freigesprochen.

Dead Prez nahmen hierauf in Ahnlehnung an Ice-Ts „Cop Killer“ den Track „Cop Shot“ auf, in dem sie über die Tötung aller schwarzen und weißen Polizisten rappen. Etwas gemäßigter, vor allem aber analytischer und mit mehr Argumenten gingen andere an diese Sache heran. Es gründete sich das Projekt „Hip Hop for Respect“ mit insgesamt über 30 Künstlern, unter anderem Mos Def, Pharaohe Monch, Jane Doe, El-P, Rah Digga, Talib Kweli, Common und weiteren, und veröffentlichte eine Platte, welche auf das Thema Polizeibrutalität aufmerksam machen sollte und dem Verstorbenem gewidmet war.

Neben der Tatsache, dass in vielen Raps der Begriff „Pig“ als Synonym für einen Polizisten genommen wird, wie ihn die Black Panther ebenfalls verwendeten, findet sich die Ansicht dieser Organisation(5) auf der Platte wieder, dass Polizisten zwar vorgeben Schwarze zu schützen und in den schwarzen Gemeinschaften für Ordnung zu sorgen, sie jedoch in der Realität unterdrücken und schikanieren:

„It's like they can't trust us, they wanna bust us

and crush us, they sayin f' us. There's no peace, no justice.

They claim to protect us, they serve and they wreck us,

Never respect us, arrest us and always stress us.“ (6)

5. Edutainment

In der zweiten Strophe des Liedes „The Proud“ schildert der Rapper Talib Kweli die Schwierigkeit, seinem 5-jährigen Sohn seine Ansichten zur Polizei angemessen zu erklären.

„(...) August 4, 2001

A drunken police officer mows down an entire family in Brooklyn.

The judge lets him go with no bail.

It reminds us of just how worthless our lives are to the justice system.

I struggle, to explain the situation to my son, it's hard...

Niggers with knowledge is more dangerous than niggers with guns,

so they make the guns easy to get and try to keep niggers dumb,

Target the gangs and graffiti with the Prop 21.

I already know the deal but what the fuck do I tell my son?

I want him living right, living good, respect the rules

He's five years old and he´s still thinking cops is cool.

How do I break the news that when he gets some size

He'll be percieved as a threat or see the fear in they eyes ?

It's in they job description to terminate the threat,

so 41 shots to the body is what he can expect.

The precedent is set, don't matter if he follow the law.

I know I'll give my son pride and make him swallow it all, damn!

Fuck the pigs! (...)“ (1)

Erziehung und das Vermitteln von Wissen spielten seit etwa 1988 mit Beginn des Politrap eine große Rolle in Raptexten. Mit dem Begriff „Edutainment“, den KRS-One 1990 für ein Album wählte, erklärt er die Absicht seiner Raps: Sie sollen gleichzeitig unterhalten (entertainment) und erziehen/bilden (education). Ähnliches versuchen die Rapper Wise Intelligent und Culture Freedom, welche die mit DJ Shaheed die Gruppe „Poor Righteous Teachers“ bilden, wie aus den gewählten Namen ersichtlich ist.

Häufig geht dieses Engagement für Erziehung über die Musik hinaus, so besuchen viele Consciouss-Rapper z. B. Schulen, um den Schülern Rede und Antwort zu stehen. Als ein Buchladen für schwarze Literatur in Brooklyn vor dem Bankrott stand, entschloss sich Talib Kweli, der vor seiner Rapkarriere in diesem Laden gearbeitet hat, zusammen mit Mos Def das Geschäft zu kaufen und in die gemeinnützige Bücherei mit integriertem Gemeindezentrum „Nkiru Center for Culture and Education“ umzuwandeln. In einem Interview erklärt Talib Kweli diesen Entschluss: „Direkt ansprechen wollen wir aber die jungen Leute, die sonst keinen Zugang zu so etwas finden würden. Zu diesem Zweck arbeitet Nkiru auch mit verschiedenen Schulen in Brooklyn zusammen“ (2)

Natürlich blieb auch das Schulsystem nicht von Kritik verschont. In dem Lied „´They´ Schools“( 3) (Text s. Anhang) werfen Dead Prez dem Schulsystem Rassismus und Gehirnwäsche („School is like a 12 step brainwash camp“) zu einem blinden, kritiklosen US-Nationalismus vor. Kritikpunkte in dem Lied sind:

- Rassistische Auswahl der Unterrichtsthemen („They seemed to only glorify the Europeans, claiming Africans were only three-fifths a human being“)
- Entwürdigende Behandlung der Polizei auf den Schulfluren, die dort nach Waffen und Drogen suchte
- Das dort vermittelte Wissen sei falsch („They schools don´t educate, all they teach the people is lies !“)
- Durch das Schulsystem profitiere die von Weißen dominierte Wirtschaft, es löse aber keines der Probleme von Schwarzen („They ain ´t teaching us nothing, but how to be slaves and hardworkers for white people, to build up they shit, make they businesses successful while it's exploiting us, know what I´m saying ? And they ain´t teaching us nothin related to solving our own problems...“)

Doch in der Rapmusik wird Erziehung und Bildung nicht mit Schule oder höheren Bildungswegen gleichgesetzt. Es wird eher versucht, Werte und Wissen zu vermitteln, die im kritisierten Schulwesen keinen Platz zu finden scheinen. So richtet sich das Lied „´They´ Schools“ mit seiner Kritik auch keinesfalls an Lehrer, Schuldirektoren oder Bildungspolitiker in der Hoffnung, dass Schulsystem zu verbessern, sondern insbesondere an Schüler, damit diese beginnen die Schule kritisch zu hinterfragen. Diese „Erziehung der Jugend zur Kritikfähigkeit“ schildert Talib Kweli als Auftrag seiner eigenen Musik im Lied „Joy“:

„I do it for the seeds y'all, in their formative years when they need y'all

we gotta believe, in what we conceive y'all. It's deep y'all.

I give them the truth, so they approach the situation, with ammunition.

I keep nothing away, they hear everything, cause they know how to listen,

Teach them the game, so they know their position, so they can grow

and make decisions, that change the world, and break old tradition“(4)

Die Entstehung des Konzeptes einer selbstorganisierten, nicht-staatlichen Bildung könnte man aus den fehlgeschlagenen Reformversuchen des Bildungswesens erklären. Als sich z. B. die Afro-American Association am Merrit-College in San Francisco 1962 für einen Kursus zur Geschichte von Schwarzen in den USA einsetzte, gab es im folgenden Semester einen mit „nigger history“ betitelten Kurs, geleitet von einer weißen Lehrkraft, die ihrer Meinung nach unfähig war und nichts als amerikanische Geschichte unter Berücksichtigung der Sklaverei unterrichtete(5).

Aus solchen Enttäuschungen lässt sich die Forderung der Black Panther in ihrem Programm erklären „Punkt 5: Wir wollen eine Erziehung für unser Volk, welche die wahre Natur dieser dekadenten, amerikanischen Gesellschaft offenlegt“ (6), welche, wie viele anderen Organisationen in dieser Zeit ebenfalls, verschiedene Kurse selbst organisierte und leitete. Eine Kursleiterin war Kathleen Neal, spätere Pressesekretärin der Black Panther und Frau von Eldrige Cleaver. Die Tochter eines Collegeprofessors, die nach der Schule kurzzeitig für die Regierung tätig war, galt als ausgezeichnete Schülerin an renommierten Schulen und Internaten, stellte, nachdem sie im Studium mit der Bürgerrechtsbewegung in Kontakt kam, die Kritik, die sich nach über 35 Jahren nicht geändert zu haben scheint, wie folgt dar:

„Jetzt lernte ich Dinge, die ich auf den Schulen nicht gelernt hatte – ich bildete mich im eigentlichen Sinne dieses Wortes. Ich lernte, das System mit anderen Augen anzusehen, und entwickelte eine neue ideologische Weltanschauung. Es ist keine amerikanische Anschauung, es ist eine schwarze. Es geht darum nie wieder einer Gehirnwäsche zu unterliegen.“ (6)

6. Weitere Themen

An dieser Stelle werde ich mit Bedauern meine Untersuchungen abbrechen, in dem Wissen, dass viele wichtige Themen, die nicht weniger Beachtung verdient hätten als die hier behandelten, nicht mehr aufgenommen werden konnten.

Nach einigen Überlegungen bin ich trotzdem zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine in der Einleitung geschilderten Anforderungen an diese Arbeit als erfüllt ansehe.

Dennoch möchte ich, bevor ich mit der Auswertung der Untersuchung beginne, kurz einen Überblick über die ausgelassenen Themengebiete geben.

6.1. Kapitalismuskritik

Die Kritik von Schwarzen am Kapitalismus hat seid etwa 1920 mit den schwarzen Kommunisten, über die Black Panther, die sich das Geld für ihre ersten Waffen mit dem Verkauf des „Roten Büchleins“ von Mao Tse-Tung verdienten, bis zu der heutigen Afro-American Socialists Party schon eine längere Tradition. Hinzu kommt noch, dass viele zwar nicht den Kapitalismus als Wirtschaftssystem ablehnten, jedoch die ungleiche, rassistische Verteilung des Geldes erkannten und scharf kritisierten. Kapitalismus wird als Thema in Raps explizit eher seltener behandelt, mal plakativ und wütend, mal nachdenklich und analytisch (z. B. Dead Prez & Stephen Marley – „Dem Crazy“, s. Anhang). Häufiger kommt es jedoch vor, dass in Raptexten Kapitalismus implizit und vielleicht unbewusst kritisiert wird (Beispiel Mr. Lif – „Live from the plantation“, s. Anhang).

6. 2. Sexismus

Ich konnte nicht erkennen, dass in den schwarzen Bewegungen die Kritik an der Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen eine besondere Rolle gespielt hätte. Im Rap hingegen waren es während der Phase des Politraps vor allem Rapperinnen, wie Queen Latifah, Shante, YoYo und Salt´n Pepa, welche dieses thematisierten. Im Consciousness Rap setzen sich, neben weiteren Rapperinnen, wie Apani B. Fly MC und Bahamadia, auch ihre mänlichen Kolegen gegen Diskriminierung ein, im Gegensatz zum Jiggy-Rap, in dem sich teilweise extrem frauenfeindliche Inhalte finden.

6. 3. Militär / Krieg

Die Kritik an Militär und Krieg findet sich ebenfalls in den Organisationen der verschiedenen Bewegungen. Es ist allerdings häufig schwer festzustellen, ob diese Kritik einen pazifistischen Gedanken entsprang, oder ob sie ihren Ursprung in einer separationistischen Überlegung (Schwarze sollten keinen Krieg der Weißen führen) hat. Auch wenn in der Rapszene sehr selten Kriege befürwortet werden (z. B. sprach sich Dr. Der in einem Interview für den Afghanistan-Krieg aus), so spricht sich die überwältigende Mehrheit gegen Krieg und Militär aus.

(z. B. Dilated People – „War“, s. Anhang)

6.4. Religion

Auffällig ist die häufige Verbindung von Religion und politischem Engagement in schwarzen Bewegungen, sei es der Islam in der Nation of Islam oder das Christentum in der Marcus Garvey-Bewegung oder bei Dr. Martin Luther King. Teilweise hat sich dies gehalten, so fordert z. B. Ice Cube im Covertext seines 1991 erschienenem „Death Certificate“-Albums Schwarze auf, der Nation of Islam beizutreten. Das Religion jedoch nun auch kritisch hinterfragt wurde, zeigt „Shuffering and shmiling“, eine Kolaboration der Christen Talib Kweli und Bilal mit der atheistischen Gruppe Dead Prez. (Text s. Anhang)

6.5. Alkohol- und Drogenkonsum

Ein weiteres Thema, zu welchem ich kaum Informationen zu den Standpunkt der schwarzen Organisationen finden konnte. Mir ist lediglich bewusst, dass die Black Panther Party ihren Mitgliedern Alkohol- und Drogenkonsum verbot, während diese für die Black Panther tätig waren. Da es von dieser Gruppe aber keine politische Aktivität z. B. zur Drogenaufklärung gab, sagt dieser Beschluss nichts über Zustimmung und Ablehnung von Drogen aus, sondern war wahrscheinlich eine taktische Maßnahme der Gruppe, die sehr genau darauf achtete gegen kein Gesetz zu verstoßen. Im Rap hingegen wird häufig das Thema Drogen und Alkohol behandelt (z. B. Talib Kweli – „Get by“, s. Anhang), vor allem die Droge Crack wird thematisiert und ihre Auswirkungen auf die Lebensräume der Schwarzen geschildert.

6.6. Gewaltfrage

Eine Frage hatte jeder politische Aktivist der Schwarzen zu entscheiden: Hält man sich an das Prinzip der Gewaltlosigkeit oder sieht man in Waffen „ein politisches Werkzeug (...) mit dem wir die Schwarzen verteidigen und befreien können“ (1)

Auch in der Bürgerrechtsbewegung, welche z. B. durch Dr. Martin Luther Kings Gewaltlosigkeit geprägt war, gab es Diskussionen über die Gewaltfrage. Ist Gewaltlosigkeit eine Taktik, die man aufgibt, wenn mit ihr keine Veränderungen erreicht werden können, oder ist sie eine aus religiösen Wurzeln entstandene Lebenshaltung ?

In der Rapmusik finden sich nur wenige Lieder, die sich näher mit dieser Frage auseinandersetzen. Zwar bezeichnen sich viele Rapper als Revolutionäre oder „freedom fighter“, jedoch detailiert beantwortet fast niemand die Gewaltfrage. Lediglich Dead Prez und Talib Kweli befürworten Waffenbesitz aus politischen Gründen in ihrem Lied „Sharpshooters“ (Text s. Anhang)

6.7. Sklaverei

Die Anzahl der rhetorischen Stilmittel, besonders der Metaphern, die sowohl schwarze Rapper als auch Redner in Ahnlehnung an die Sklaverei bilden, ist sehr hoch. Auch wenn die Sklaverei als eigentliches Thema fast keine Beachtung findet, so zieht man Vergleiche zur Gegenwart um darzustellen, dass sich wenig oder nichts an der Verhältnissen geändert hat.

7. Fazit

Man kann in der schwarzen, politischen Rapmusik zwei Inspirationsquellen finden:

Zum einen die Geschichte der verschiedenen schwarzen Bewegungen, welche sicherlich einen großen Anteil an der Politisierung der Rapper hatte, sei es durch früher selbst politisch aktive Eltern und Vorfahren, durch Lesen der Biografie von Malcolm X oder auf anderem Wege. Hierbei spielten besonders die als „radikal“ geltenden Bewegungen (z. B. um Marcus Garvey und Malcolm X, die Nation of Islam oder die Black Panther) eine größere Rolle, während sich „gemäßigte“ Ansichten, wie z. B. jene von Dr. Martin Luther King, in der Rapmusik kaum wiederfinden.

Zum anderen lässt politischer Rap sich durch aktuelle Ereignisse und die Politik der Gegenwart inspirieren und kommentiert diese. Rap erfüllt hierbei die Rolle einer Gegenöffentlichkeit, die es schafft jenseits der etablierten Massenmedien auf Vorfälle oder Verhältnisse aufmerksam zu machen. So galt Rap nach einem Zitat von Chuck D als „CNN der Schwarzen“.

In der Tat werden vor allem Themen behandelt, welche in Schule und Medien ignoriert werden, oder solche, die dort nur einseitig vermittelt werden, um hier Kritik zu äußern, die sonst von vielen jungen Menschen nicht wahrgenommen werden würde. Das viele Menschen diese Musik hören, ist ebenfalls kaum von der Hand zu weisen. So erreichte das Album „Black on both Sides“ von Mos Def beispielsweise in nur wenigen Wochen Goldstatus in den USA (über 250.000 verkaufte Alben) und Commons Lied „The 6th Sense“ in dem es unter anderem heißt „If revolution had a movie, I'd be theme music“ wurde ein Top Ten-Hit.

Dieser Erfolg wird jedoch durch den Erfolg des Jiggy-Rap relativiert, welcher eine größere Popularität genießt und in vielen Aspekten einen gegensätzlichen Standpunkt wie Politrap und Consciousness Rap vertritt. Die unpolitische, sexistische, Geld und Luxus glorifizierende Seite der Rapmusik wird in vielen Büchern über dieses Thema verschwiegen, wodurch leider ein konstruiertes Bild der Rapmusik entsteht, welches nicht der Realität entspricht.

Aus diesem Grunde ist es mir wichtig zu verdeutlichen, dass sich die vorliegende Arbeit hauptsächlich auf Polit- und Consciousness Rap von Schwarzen in den USA bezieht, in dem sich die Ideen und Ansichten der vergangenen, schwarzen Bewegungen in der Gegenwart wiederfinden.

Anhang A: Fußnoten

1. EINLEITUNG

Mit „Muhammad“ ist Elijah Muhammad gemeint, welcher bis zu seinem Tod 1975 die „Nation of Islam“ anführte.

2. DIE GESCHICHTE DER RAPMUSIK

2.1. DIE ENTSTEHUNG VON RAPMUSIK

2 Der Begriff „Hip Hop“ versteht sich selbst als Subkultur, welche aus vier sogenannten „Elementen“ besteht:

- DJing/Turntableism
- MCing/Rap
- Writing/Graffiti
- B-Boyism/Breakdance

Diese Theorie hat jedoch auch einige Kritiker innerhalb der Szene, welche sich dort allerdings in der Minderheit befinden.

Rapmusik ist genaugenommen also nur ein Teil der Hip Hop-Kultur, doch häufig werden diese Begriffe als Synonyme verwendet.

3 Vgl. Jones, s. 45

Ich halte dieses für etwas verallgemeinert. Ich vermute, unter den wohlhabenderen Schwarzen waren Diskobesuche teilweise ebenfalls beliebt, vielleicht sogar Statussymbol.

Für die Mehrheit der Schwarzen ist es jedoch nicht unwahrscheinlich anzunehmen, dass sie sich mit dieser Musik kaum identifizieren konnte, hatte die Diskomusik textlich doch kaum einen bis keinen Bezug zur Realität außerhalb der Diskotheken.

4 Vorallem DJ Kool Herc, weniger DJ Hollywood, werden in diesem Zusammenhang genannt. Der aus Jamaika stammende DJ Kool Herc wurde jedoch sicher beeinflusst von den jamaikanischen DJs Big Youth, I-Roy, U-Roy, Prince Far-I etc.

3 Der Begriff „Breaks“ bezeichnet sogenannte „Brücken“ in der Musik, welche meist 1-4 Takte zwischen Strophe und Refrain einnehmen und als Überleitung dienen. Sie sind häufig rein instrumental und sehr rhytmisch betont. Der Begriff „Breakdance“ (s. Fußnote 2) lässt sich hierdurch ableiten.

4 Der Begriff „Turntablelism“ lässt sich von turntable (=direktbetriebener Plattenspieler welche hierfür verwendet werden, da riemengetriebene Plattenspieler beim Anhalten und Drehen kaputt gehen) ableiten und dient als Oberbegriff für verschiedene Technicken einen Plattenspieler zu benutzen. Neben dem einfachen Auflegen (DJing, wobei dieser Begriff ähnlich wie Rap/Hip Hop auch als Synonym verwendet wird, s. Fußnote 2) und dem Juggling gehören vorallem noch die verschiedenen Cuts und Scratches (durch Bewegen der Platte mit der Hand bei gleichzeitigem Bedienen eines Mischpultes hervorgerufene Klänge) hierzu.

5 Beispiele aus: The story of rap music, s. 30

6 „MC“ ist das Kürzel für „Master of the Ceremony“, ähnlich wie „DJ“ eine Abkürzung für „Diskjockey“ ist. Die Worte „Rapper“ und „MC“ kann man heute als Synonyme verwenden.

7 Die erste Zeile dieses Liedes war : „I said a hip hop, the hippie the hippie, to the hip hip hop, and you don't stop."

Die Platte verkaufte sich etwa 500.000mal und war kurze Zeit auf Platz 1 der Verkaufscharts.

Der Begriff „Hip Hop“ ist eigentlich von dem Rapper Lovebug Starski zuerst verwendet worden, doch für die Verbreitung des Begriffs bis er schließlich zur Genrebezeichnung werden sollte ist sicherlich der Erfolg dieser Platte verantwortlich.

2.2. DIE VORGESCHICHTE DES RAP

1 Dies sind die im Englischen verwendeten Begriffe für diese Kulturen. Ob in der eigenen Sprache oder im Deutschen andere Begriffe verwendet werden, ist mir nicht bekannt.

2 Die einzelnen Systeme der Literaturproduktion sind zu komplex und lokal zu verschieden, um detailiert hier geschildert zu werden, doch die im Mittelalter in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Produktionsart, war, dass wohlhabende Adelige verschiedene Stoffe (z. B. Arthusromane) oder die Reproduktion eines Buches bei freien Schreibern in Auftrag gaben.

Die Motivation der Adeligen war hierbei vor allem die Sorge um ihre Reputation: Adelige, welche bei ausreichendem Reichtum die Förderung der Schreibkunst unterließen, galten als primitiv und geizig.

3 Zitat aus: The story of rap music, s. 37

4 Auf seinen bisher einzigen Album „Diaspora“ befindet sich ein kurzes Zwischenstück (genannt „Skit“ oder „Interlude“), in dem eine Mann 25 Sekunden lang etwas über die Tradition der Griots erklärt.

5 Malcolm X fand hierfür später die Worte:

„a people without history or cultural roots also becomes a dead people.“

(Zitat nach William L. Van Deburg: A new day in Babylon, S. 6)

6 Allerdings erst bei ihrem späteren Sklavenhalter. Beim Verkauf warben Sklavenhändler noch mit der völkischen Zugehörigkeit eines Sklaven, da manche Völker z. B. als besonders stark oder belastbar galten.

7 Eine Jam (vermutlich von dem englischen Wort für „Gedränge“) ist eine Veranstaltung oder Feier, wo traditionell alle Elemente (siehe Kapitel 2.1. Fußnote 2) des Hip Hop vertreten sind.

8 Als Beatloop wird der sich ständig wiederholende, elektronisch erzeugte Rhythmus im 4/4 Takt der Rapmusik bezeichnet, der meist 1, 2 oder 4 Takte lang ist. Man könnte das Lied „Sexmachine“ von James Brown mit einen beliebigen Rapstück vergleichen, um die Ähnlichkeit zu verdeutlichen.

9 Grandmaster Flash and the Furios Five - „The Message“ (Sugar Hill Records, 1982)

10 Ein Beispiel hierfür ist „Soulbrother Number One“ James Brown, der 1967 seine geglätteten Haare durch eine natürliche Frisur tauschte und seit diesem Zeitpunkt in Liedern wie „Say it loud ! (I´m black and proud)“ oder „I don´t want nobody to give me nothing (open up the door and I´ll get it myself)“ ein neues Selbstbewusstsein der Schwarzen darstellte: schwarz, laut und stolz.

Später sollte sich die politische Rap-Gruppe „Public Enemy“ nach seinem Lied „Public Enemy No. 1“ bennenen.

2.3. DIE ENTWICKLUNG DER RAPMUSIK

1 Eine Definition könnte z. B. lauten: Rapmusik ist rhythmischer, auf Reimen basierender Sprechgesang, begleitet von einem ständig wiederholten Rhythmus im Viervierteltakt, meist mit einem Metronom mit 85 bis 105 Schlägen pro Minute.

2 „Nazirock“ und „Rechtsrock“ sind Begriffe aus den Medien für die rechtsradikale Rockszene. Auf rechtsradikalen Internetseiten findet man hingegen die Bezeichnungen „patriotische Rockmusik“ und „neue deutsche Härte“.

3 Beispiele hierfür wären „The Message“, in dem Rapper Melle Mel 1982 die Lebensverhältnisse im Ghetto beschreibt. (Grandmaster Flash and the Furious 5 – „The Message“, Sugar Hill Records 1982), was auch 1984 in dem Lied „Hard Times“ von der Gruppe Run-D.M.C. auf dem selbstbetitelten Album „Run-D.M.C.“ getan wird.

Trotz ihres ernsten Inhaltes waren diese Lieder jedoch auch zum tanzen und feiern geeignet.

Ebenfalls von Run-D.M.C. auf dem gleichen Album ist das Lied „Wake up“, in dem die beiden Rapper von dem Traum einer Welt ohne Waffen und ohne Krieg erzählen.

Allerdings stellen alle Lieder „nur“ Ausdruck einer Unzufriedenheit, ohne das nach den Ursachen gefragt wird oder sie einen Lösungsweg vorschlagen.

4 Es gab zwar zu diesem Zeitpunkt noch wenige veröffentlichte Rapplatten, doch auf den Rapalben war meist höchstens ein Lied, selten zwei, dass man als gesellschaftskritisch oder politisch bezeichnen könnte. Die Texte hatten oftmals die Rapszene oder Parties zum Thema. Ein Beispiel hierfür wäre das Album „Radio“ vom Rapper L.L. Cool J (der Name ist eine Abkürzung für „Ladies love cool James“ ): Er erzählt, wie er mit einem laut aufgedrehtem Radio durch die Straßen zieht (Lied: „I can´t live without my radio“; macht sich über Leute lustig, die nicht tanzen können (Lied: You can´t dance), versucht, mit zwei Lieberliedern seinem Namen gerecht zu werden („I can give you more“ und „I want you“) und so weiter. Ähnliches kann man über fast alle Rapplatten dieser Zeit sagen.

5 Adidas erkannte, dass Rapper eine Idolfunktion für viele Jugendliche hatten. So zahlten sie den Run-D.M.C. Geld, damit diese in Videos und bei Auftritten Kleidung dieser Marke trugen. Zudem befindet sich auf dem 3. Album der Gruppe, „Raising Hell“ (1986), ein Lied mit dem Titel „My Adidas“, welches schlicht eine Lobeshymne auf Adidas-Schuhe ist.

Heute sponsort Adidas z. B. die Rockgruppe Korn, die daraufhin das Lied „All day I dream about sex“ (abgekürzt: A.d.i.d.a.s.) veröffentlichten.

6 Eine Erklärung des Namens fand ich im Internet unter http://www.publicenemy.com/soldiers/s1w.php :

„...The Security of the First World means that we totally disagree with the derogatory term, Third World, and will mentally, physically and spiritually secure the idea that everyone be equals as first world people“

7 Auf dem Album von Boogiedown Production (BDP war eine Gruppe, welche aus dem Rapper KRS-One und seinem früheren Sozialarbeiter als DJ Scott La Rock) namens „By all means necessary“ (eine Anlehnung auf den berühmten Ausspruch „...by any means necessary“ von Malcolm X) von 1988 stellt KRS-One ein bekanntes Foto von Malcolm X auf dem Cover nach.

In dem Lied „House Niggas“ auf dem BDP-Album „Edutainment“, auf dem sich KRS-One unter anderem als „teacher“ bezeichnet, findet sich folgende Textstelle:

„Some people say I am a rap missionary

Some people say I am a walking dictionary

Some people say I am truly legendary

But what I am is simply a black revolutionary“

8 Zitiert nach: Jones, S. 77

9 Einige Textbeispiele:

Notourious B.I.G. – „Fuck you tonight“ (Album: „Life after death“ (1997))

„Some say the x, make the sex

Spec-tacular, make me lick you from yo neck

To yo back, then ya, shiverin, tongue deliverin

Chills up that spine, that ass is mine

Skip the wine and the candlelight, no Cristal* tonight

If its alright with you, we fucking (Frauenstimme: That's alright !)“

*: Mit Cristal ist Christal Champagner gemeint, der seid 1876 in der Champagnerie Louis Roederer hergestellt wird und nicht selten über 500 € pro Flasche kostet. Dieser Champagner wird häufig als Statussymbol im Jiggy-Rap verwendet.

Jay-Z – „Imaginary Player“ (Album: „In my lifetime, Vol. 1“ (1997))

„...You beer money, I'm all year money

I'm popping, you ain't got to count it, it's all there money

I never change money 'cause niggas got strange money

Knocked up, marked up, fucked up in the game money

I got bail money, XXL money...“

10 Textstelle aus dem Lied:

Common – „Introspective“ (Album „One day it will all make sense“ (1997), Label: MCA Records)

3. BLACKNESS

3.1. BLACK CONSCIOUSNESS

1 Ralph Ellison,Van Deburg, S. 29

2 zitiert nach an Deburg, S. 1

3.2. I´M AN AFRICAN

1 Dead Prez – „I´m a African“ (Album: „Let´s get free“ (2000), Label: Loud Records)

2 Jurassic 5 – „Concrete Schoolyard“ (Album: „Jurassic 5 EP“ (1997))

3 Während die Namenswechsel von Malcolm Little (bekannt als Malcolm X, da er den Namen Little als Namen eines früheren Sklavenhalters ablehnte) in El-Hajj Malik El-Shabazz oder der des berühmten Boxers Cassius Clay in Muhammed Ali noch religiös bedingt waren und eher ihre Zugehörigkeit zum Islam als ihre Zugehörigkeit zu einer afrikanischen Diaspora repräsentierten, verhält es sich bei zwei Namensänderungen von Rappern anders.

Der Rapper Talib Greene änderte seinen Namen in Talib Kweli. Während Talib ein arabischer Vorname ist, welcher „Der Suchende“ bedeutet, ist Kweli Swahili und bedeutet „die Wahrheit“, also bedeutet Talib Kweli frei übersetzt „Der Wahrheitssuchende“.

Der Rapper M1 von der Gruppe Dead Prez änderte seinen Namen 1989 in Mutulu Olugbala, nachdem er die Biografie von Malcolm X las. Im Booklet des 1999 erschienendem Album „Let´s get free“ erklärt er:

„My name is Mutulu Olugbala. I have an African name that means ´by any means necessary for the love of the people´“

4 Ice Cube – „The Funeral“ (Album: „Death Certificate“ (1991), Label: Priority Records)

Der vollständige Texte ist im Anhang unter „Raptexte“ zu finden.

5 Vgl. Kaya, S. 155-213

6 Vgl. Van Deburg, S. 25-28

7 Die Rede beginnt wie folgt:

„I am happy to join with you today in what will go down in history as the greatest demonstration for freedom in the history of our nation. [Applause] In a sense we've come to our nation’s capital to cash a check. When the architects of our republic wrote the magnificent words of the Constitution and the Declaration of Independence, (Yeah) they were signing a promissory note to which every American was to fall heir. This note was a promise that all men, yes, black men as well as white men, would be guaranteed the "unalienable Rights of Life, Liberty, and the pursuit of Happiness." It is obvious today that America has defaulted on this promissory note insofar as her citizens of color are concerned...“

Schon im ersten Satz wird mit „our Nation“ die nationale Verbundenheit zu den USA über die nationale, afrikanische Verbundenheit zur schwarzen Diaspora gestellt. Aus dem nicht eingehaltenen Versprechen der „Constitution and the Declatation of Independence“, also aus der politischen Geschichte der USA, wird die Forderung nach Gleichstellung gerechtfertigt.

Im Climax und dem wohl bekanntesten Teil seiner Rede heißt es weiter:

„...I say to you today, my friends, so even though we face the difficulties of today and tomorrow, I still have a dream. It is a dream deeply rooted in the American dream. I have a dream that one day this nation will rise up and live out the true meaning of its creed: "We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal." I have a dream that one day on the red hills of Georgia, the sons of former slaves and the sons of former slave owners will be able to sit down together at the table of brotherhood...“

Durch „It is a dream deeply rooted in the American dream“ wird erneut das US-Nationalgefühl deutlich. Der Entwurf, dass Söhne von früheren Sklaven mit den Söhnen der damaligen Sklavenbesitzer zusammen am Tisch der Brüderlichkeit sitzen, gibt zwei Ziele vor:

1. Eine Gesellschaft ohne Rassismus

2. Die integration der Schwarzen in diese Gesellschaft

Die Bezeichnung „uncle Tom“ stammt aus dem Buch „Uncle Tom's Cabin“ von Harriet Beecher Stowe, welches sie 1852 schrieb.

Es ist eine Beleidigung von Schwarzen für andere Schwarze, die sich anpassten und das amerikanische Rechts- und Wirtschaftssystem verteidigten.

8 Die Bezeichnung „housenigger“ stammt von Malcolm X und ist eine Anlehnung an den Begriff „house slaves“ aus der Sklavenzeit. Dieser bezeichnet die priviligierten Sklaven, die anstatt auf dem Feld in dem Haus ihres Sklavenhalters weniger anstrengende Arbeit verrichten durften. Nun wird er für Schwarze in der Oberschicht und oberen Mittelschicht verwendet, welche keine Veränderungen erreichen wollen, da es ihnen relativ gut geht.

9 Dead Prez – „Know your enemy“ (Album: Turn of the Radio (2002), Label: Holla Black)

4. KRIMINALITÄT

4. KRIMINALISIERUNG

1 Die Informationen wurden dem Bericht „Community Poliving – Projektbericht des Bundeskriminalsamtes zu den Erfahrungen in den USA“ von 1997 entnommen. Dieser ist im Internet zu finden (Stand 2.2.2003), kann jedoch aufgrund des Umfangs (schätzungsweise über 300 Seiten) nicht im Anhang ausgedruckt beigefügt werden.

http://www.bka.de/vorbeugung/community_policing_projektbericht_1997/vorwort_compol.html

2 Helixx C. Armaggedon & Pri the Honey Dark – „Lunchbreak“ (Sampler: No more prisons (1999), Label: Raptivism Records)

3 Daddy-O – „Voices“ (Sampler: No more prisons (1999), Label: Raptivism Records)

4 Pharaohe Monch – „Mayor“ (Sampler: Soundbombing Vol. II (1999), Label: Rawkus Records)

4.2. GEFÄNGNISSE

1 Vgl. Pomrehn, Wolfgang: USA - Boomende Knastindustrie. In: Soz, Nr. 3 vom 3.2.2000, S. 16

2 Hedrush, Dead Prez & People´s Army – „Murda box“ (Sampler: No More Prisons (1999), Label: Raptivism Records)

3 Ein Zitat von Bobby Seale, der mit Huey P. Newton zusammen die Black Panther gründete.

Nach: Marine, S. 43

4 Fred Hampton Jr., nicht zu verwechseln mit seinem Vater Fred Hampton, der bei den Black Panthers eine führende Position hatte und 1969 ermordet wurde, wurde 1991 der lokale Präsident des „National People´s Democratic Uhuru Movement“ (Uhuru ist Swahili und bedeutet Freiheit), eine Organisation, in der auch die Rapgruppe Dead Prez Mitglied ist.

Am 9.Mai 1992 wurde er verhaftet und für Brandstiftung in einem Kleidungsladen verantwortlich gemacht. Obwohl es keine Augenzeugen gab, niemand verletzt wurde und die Fingerabdrücke auf den verwendeten Molotov-Coktails nicht mit denen von Fred Hampton Jr. übereinstimmten, wurde er zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt. Ihm sind Telefongespräche und der Briefwechsel, auch mit seiner Frau und seiner 14jährigen Tochter, verboten.

5 Vgl. Marine, S. 39

6 Dead Prez – „behind enemy lines“ (Album: Let´s get free (1999), Label: Loud Records)

4.3. POLIZEI

1 N.W.A. und Eazy-E – „Fuck tha Police“ (Album: Straight outta Compton (1988), Label: Ruthless)

2 ai (Amnesty International) Report 1996: Police Brutality and Excessive Force in the New York City Police Department. In:http://www.amnesty.it/AIlibtop/1996/AMR/25103696.htm

3 Vgl. Jones, S. 86-90

4 Crossover ist ein Musikgenre, welche eine Mischung aus hartem Rock und Rap ist.

5 Zitat nach Jones, S. 88

6 Vgl, Marine, S. 50ff

7 Diese 4 Zeilen sind von Channel Life aus:

Cappadonna, Channel Live, Crunch Lo, Mos Def, Rock, Shyheim, Wise Intelligent – „One Four Love (Part 2)“ (auf der Platte: „Hip Hop for Respect EP“ (1999), Label: Rawkus Records)

5. EDUTAINMENT

1 Talib Kweli – „The Proud“ (Album: Quality (2002), Label: Rawkus Records)

2

3 Dead Prez – „´They´ Schools“ (Album: Let´s get free (2000), Label: Loud Records)

Anmerkung: „Europeans“ und „Africans“ kann auch als weiße und schwarze Amerikaner verstanden werden.

4 Talib Kweli und Mos Def – „Joy“ (Album: Quality (2002), Label: Rawkus Records)

5 Marine, S. 26-40

6 Marine, S. 43

7 Marine, S. 125

6. WEITERE THEMEN

1 Ein nicht näher bestimmtes Mitglied der Black Panther vor einer Schulklasse

Zitiert nach Marine, S. 77

Anhang B: Bibliografie

Ihde, Horst: Von der Plantage zum schwarzen Ghetto. Geschichte und Kultur der Afroamerikaner in den USA. Leipzig: Urania-Verlag 1975

Jones, K. Maurice: Say it loud!. The story of rap music. Brookfield: Millbrook Press 1994

Kaya, Ayhan: Sicher in Kreuzberg. Constructing Diasporas: Turkish Hip-Hop Youth in Berlin. Bielefeld: Transcript Verlag 2001

Marine, Gene: Black Panthers. Hamburg: Christian Wegner Verlag 1970

Van Deburg, William L.: New Day in Babylon. The Black Power Movement and American Culture, 1965-1975. Chicago: The University of Chicago Press 1992

Winston, Henry: Zur Strategie des Befreiungskampfes der Afroamerikaner. Eine kritische Untersuchung neuer Theorien des Befreiungskampfes in den USA und in Afrika. Berlin: Dietz Verlag 1975

Anhang C: Diskografie

Black Star – „Black Star“ (Label: Rawkus Records, 1998)

Common – „Resurraction“ (Label: Relativity Records, 1994)

Common – „One Day it will all make Sense“ (Label: Relativity Records, 1997)

Common – „Like Water for Chocolate“ (Label: MCA Records, 2000)

Dead Prez – „Turn off the radio ! “ (Label: Holla Black Records, 2002)

Dead Prez – „Let´s get free“ (Label: Loud Records LLC, 2000)

Dilated People – „Expansion Team“ (Label: Capitol Records, 2001)

Ice Cube – „AmeriKKKa´s Most Wanted“ (Label: Priority Records, 1990)

Ice Cube – „Death Certificate“ (Label: Priority Records, 1991)

Mos Def – „Black on both sides“ (Label: Rawkus Records, 1999)

Mr. Lif – „I Phantom“ (Label: Definitive Jux, 2002)

Reflection Eternal – „Train of Thought“ (Label: Rawkus Records, 2000)

Sékou the Ambassador – „D.i.a.s.p.o.r.a.“ (Label: Sony Music Entertainment, 2001)

Talib Kweli – „Quality“ (Label: Rawkus Entertainment LLC, 2002)

Various Artists – „Lyricist Lounge Vol. 1“ (Label: Rawkus Records, 1998)

Various Artists – „No more Prisons!“ (Label: Raptivism Records, Ltd., 1999)

Various Artists – „Soundbombing Vol. 2“ (Label: Rawkus Records, 1999)

Anhang D: Raptexte

DEAD PREZ & STEPHEN MARLEY – DEM CRAZY

(vom Soundtrack zum Film: Black & White, Label: unbekannt)

Hook:

Everywhere the white man go he bring misery

All throughout history, look it up

Everything them bald heads touch they fuck it up

Every government he set up, it be corrupt

What you know is who you are, who are you?

Do you know who you are in the world? What is your world view?

What do you go through?, what has your life showed you?

What are you learnin in this so called life?

Do you have principle or do you blow with the wind

Do you wanna be free but don't know where to begin

Do you know your enemy from your friend, even you can

It's deep in this scannin the system that keepin us here

Will we survive, do you believe, are we afraid

Would you rather have control of your life, or be a slave

Show me a sign, a pig ain't no homey of mine

They own me what's mine, I show you if you loan me your nine

I'm only concerned for tables to turn

When the people learn the truth about the system, the cities will burn

And I stand firm, like Chaka Zulu, these crackers can't stop you... ...Who you?

[Stephen Marley]

I'm Crazy, Dem Crazy

Just those crazy boys, right and tough.

This is what we be waitin for ? 21st century we still poor...

World war, they want me to kill for.

What happened to the future they always predicted ?

With new science fictional things and space visits ?

I've seen two sides, us against them.

Police troops ride with four to five men.

Prison business is boomin, senators grin.

People searchin for answers, where to begin ?

Capitilism born from the backs of blacks.

White folks relax, live off the kick backs.

Gettin work to the bone jo, build this country.

Further exploided by class to make money.

Filthy rich capilist with blood loot

Use main frames systems to bank and compute.

With the next technology, credit to the wires

Internet growth the man more suppliers.

Welfare, ederly checks and wage workers

All us, elephants trapped in they circus.

Ain't fightin over man made chips no more

When the lights go out, it's gonna belong to the poor !

[Stephen Marley]

Dem crazy, dem crazy

Just those crazy boys, right and tough

Chorus 2X:

Everything you got, is what you took from me

Conditions on my block, just like me and slavery

(repeated twice)

Where the soldiers at? Where the warriors at? Where the riders at? Where them fighters at?

MR. LIF – LIVE FROM THE PLANTATION

(Album: „I Phantom“ (2002), Label: Definitive Jux)

{*alarm ringing*}

Rise and shine! Yet another day to toss away...

What does my clock display say ? It says eight

Shit, I'm late for work again, so then

I dip with my pad and my pen

Step into the work place with my work face

Wince at my time card cuz I'm scarred

Mad cuz I sacrifice my day and gets me

A trifling hourly wage of six fifty, nifty

Now I'm off to slave quarters

With a whole bunch of other people's sons and daughters

Working so they can be mothers and fathers

Laboring real hard, hoping the boss offers

More petty cash to his bums and paupers

Kissing his ass ´cause they hoping they prosper

Here's the math: You work a thirty a day, away

The government takes a thirty a check, correct

You go home and drink ´cause you don't get

An ounce of respect, and your spirit is wrecked

Life is a gift to be enjoyed, every second every minute

It's temporary, not infinite

Yet I find myself looking at the clock

hoping for the day to fly by, so I ask myself "Why?"

I'm doing this remedial work for second graders

I'm an educator with mega-flavor, so

Maybe I should just jump up and get ill

Maybe I should let these people know they're being killed

Maybe I should try my very best to chill, and get paid

Cause I gotta pay bills, raa!

Andere Person: "Excuse me brother, can you please stop making that noise so I can talk ?

Thank you. Now the boss says he wants you to come up with more copies of these checks, and the last thing he wants is you to move the desk to the basement, and can I have this stapler?"

Weitere Person: "Hey there champ, big boss man says you been late 3 days in a row, better sharpen up"

Aw, this fucking place sucks - same shit everyday.

Like to wring the boss' neck though, if only dreams could come true...

Dead boss, somebody call Red Cross

I guess he got caught up in my mental holocaust

How much did it cost?

Just a little piece of my mind for peace of mind

"But he's bleeding!"

Oh no, leave him. He'll be fine

He'll heal on his own if you just give him some time

Considering the fact that his face is misaligned

His legs are over there lying right next to his spine

"Lunchtime!" Huh? Oh, Jesus, must have been daydreaming

My boss walks by, he's looking just like an asshole

Smiling because he jerks niggas for minimum cash flow

He's cool to my face but I swear I heard him laugh though

Tickled by the fact that I'm the modern day Sambo

And just when I think that I'm about to go Rambo

I call up my man and he says he understands, yo

We all are being murdered by a similar process

Whether you work at the candy store

Or slave at the office

The purpose of our life is just to serve the economy

They misinform our minds to paint a picture of harmony

But if you listen then you know that shits out of tune

Cuz the function of our life is just to work and consume

Fuck reaching out to help the next, there ain't any room

Just close your eyes and block your ears and march to your doom

But since I really ain't getting paid for my time

I pulled out my pen and started writing a rhyme

Can't you see that I'm busy, jerk?

Don't you dare approach me with busy work

Take another step and get hurt

By the man that embodies mad years of anger

A cool bro, soon to be the Boston Strangler

Everything inside of me is about to erupt

Cuz a righteous individual just likes to corrupt

I knew he'd lock me up if I started a brawl

So I deaden, and I punch the clock the fuck off the wall

DILATED PEOPLE – WAR

(Album: „Expansion Team“ (2001), Label: Capitol Records)

War is life and war is death

War's a vaccum, but war's a breath

And war is a war, that can never be won

But war is the way Johnny got his gun

War, it brings students out in a rally

War's something that I see too much in Cali

War with blacks, and war with browns

And war with everyone as the sound resounds

in war, more than you bargained for

War is blinding and war is raw

War is getting picked off storming the shore

And war is how the rich conrol the poor

War is the boom of impending doom

War fills history books and fills tombs

War is my lyrics when I duel with drums

War is the shape of things to come

War is suffering, war is bluffing

What is it good for ? Absolutely nothing!

„War“ is one of my favorite groups (Anm.: „War“ nannte sich eine lateinamerikanische Jazzband)

And war is why they turn y'all kids to troops

War, between my zodiac twin

One want to do right, one want to sin

War is a loop that does not end

Cause war is often between kin and friend

Everywhere is war and rumors of war

I rap battle hymns cause tour is a war

Some war with God and some with the beast

Some war for war but we war for peace - peace!

DEAD PREZ, TALIB KWELI & BILAL – SHUFFERING & SHMILING

(Album: Red, hot & Riot (2003), Label: Loud Records)

[stic.man]

(to the ancestors)

Can't keep quiet, this time gon' be more than a riot (to the warriors)

Can't keep quiet, this time gon' be more than a riot (to those who came before us)

Can't keep quiet, this time gon' be more than a riot (long lived the revolution)

Can't keep quiet, this time gon' be more than a riot !

[stic.man]

Religion is like prison, keep the people locked up in different divisions,

some of them promise you heaven, but I see a whole lot of bullshit ism-scism !

Imperialism in the form of spirituality,

slave mentality, escape reality...

What we supposed to just suffer and smile and be content ?

Sendin our prayers to the clouds ?

I want my heaven now ! Freedom on earth !

And if the preacher ain't with us, then we takin his church !

What is it worth to have the biggest religion,

when the people got miserable living conditions?

No water, no lights, no rights...

All over africa we fight, but we have to unite

Cause ain't no power in the gospel,

when the priest puttin powder in his nostril.

And the elder's council fails to lead.

And the children suffer from daily need.

And the people can barely eat.

Is it a sin to stand up

to fight against the ones that put is in handcuffs ?

Goddamn, what happened to the daily bread, spread love

and not what the bible said, but in the name of the bible ?

How much love is spread compared to how much blood is shed ?

chorus:

[Bilal]

Everyday my people get inside the bus (suffering and smiling)

Everyday its the circle (suffering and smiling)

Everyday my people get inside the bus (suffering and smiling)

Everyday its the circle...

[Talib Kweli]

Every day I wake up is a miracle, thank you !

Seperate religious and the spiritual, thank you !

See, I dont be askin in the air, every action is a prayer.

The bear won't attack me, I be, attackin the bear, see ?

Back in the day I used to work in a bookstore.

My job was to find whatever book you look for.

I remember one day this lady came for a bible.

We was out, so I started showin here other titles.

Trying to share information about a religion;

everything that I showed her was written by christians.

Still she got the hell up outta the place,

wonderin something about me shakin her faith.

Now, knowledge is power, we spread information.

How strong is your faith ? What it take to be shaken ?

Yo, I think she missed what jesus was sayin:

Can't keep your eyes closed to a revelation.

You could be speakin in tongues,

could be speakin of sons and daughters...

My reflection of course, within the water is

beautiful, attractive, my musical contraption

classified as unusual practice, but

thats what it take to be a man:

Free the land, crash down on babylon, like the sea to the sand.

Peace to the fam, we want you all to stay strong and live long

like a de la song, c'mon.

[stic.man & Talib Kweli] (4mal)

Can't keep quiet, this time gon' be more than a riot !

[m1]

This way of life, ain't right !

Pray all day and night and don't fight ?

Poped up, doped up,

work three jobs to fill the gold cup ?

No water, no food, no lights, no rights,

no power til the people unite !

It's gone - divison and they work us in prison.

Look round, how my niggas is living !

Everything we make, they takin it to the bank,

while we sittin up in the church to give thanks !

Don't you know the preacher got bank ?

Don't you know the deacon smoke dank ?

Did you ever think the bible was a prank ?

Somebody about to faint, before they came

they had the bible, we had the land.

Now, we got the bible, they got the land

and what do you believe in, heaven or hell?

Life is what you make it, so thats why I rebel.

Uncle sam, got blood on his hands,

good god, how the devil can dance !

Nobody wanna help a nigga...

Put your hands together, do it yourself my nigga !

Don't sit there, you won't have nobody rushing to die,

so do something don't just suffer and smile !

[chorus]

[m1] (repeats until end)

africa, africa, africa

aids is killin

africans, africans, africans

TALIB KWELI – GET BY

(Album: Quality (2002), Label: Rawkus Records)

We sell, crack to our own out the back of our homes

We smell the musk at the dusk in the crack of the dawn

We go through "Epidodes II," like "Attack of the Clones"

Work 'til we break our back and you hear the crack of the bone

To get by.. just to get by

Just to get by, just to get by

We commute to computers

Spirits stay mute while you eagles spread rumors

We survivalists, turned to consumers

To get by.. just to get by

Just to get by, just to get by

Ask Him why some people got to live in a trailer, cuss like a sailor

I paint a picture with the pen like Norman Mailer

Me and Willa raised three daughters all by herself, with no help

I think about a struggle and I find the strength in myself

These words, melt in my mouth

They hot, like the jail cell in the South

Before my nigga Core bailed me out

To get by.. just to get by

Just to get by, just to get by

We do or die like Bed-Stuy through the red sky

with the window of the red eye

Let the lead fly, some G. Rap shit, "Livin' to Let Die"

[Chorus: Background singers]

This morning, I woke up

Feeling brand new and I jumped up

Feeling my highs, and my lows

In my soul, and my goals

Just to stop smokin, and stop drinkin

And I've been thinkin - I've got my reasons

Just to get (by), just to get (by)

Just to get (by), just to get (by)

[Verse 2: Talib]

We keeping it gangster say "fo shizzle", "fo sheezy" and "stayin crunk"

Its easy to pull a breezy, smoke trees, and we stay drunk

Yo, I activism - attackin the system, the blacks and latins in prison

Numbers of prison they victim black in the vision

Shit and all they got is rappin to listen to

I let them know we missin you, the love is unconditional

Even when the condition is critical, when the livin is miserable

Your position is pivotal, I ain't bullshittin you

Now, why would I lie? Just to get by?

Just to get by, we get fly

The TV got us reachin for stars

Not the ones between Venus and Mars, the ones that be readin for parts

Some people get breast enhancements and penis enlargers

Saturday sinners Sunday morning at the feet of the Father

They need somethin to rely on, we get high on all types of drug

When, all you really need is love

To get by.. just to get by

Just to get by, just to get by

Our parents sing like John Lennon, "Imagine all the people watch"

We rock like Paul McCartney from now until the last Beatle drop

[Chorus: Background singers]

This morning, I woke up

Feeling brand new and I jumped up

Feeling my high's, and my low's

In my soul, and my goals

Just to stop smoking, and stop drinking

And I've been thinking - I've got my reasons

Just to get (by), just to get (by)

Just to get (by), just to get (by)

[Talib: repeat 2X - with background singers]

Yoyoyo, yo

Some people cry, and some people try

Just to get by, for a piece of the pie

You love to eat and get high

We decieve when we lie, and we keepin it fly

Yoyoyo, yo

When, the people decide, to keep a disguise

Can't see they eyes, see the evil inside

But there's people you find

Strong or feeble in mind, I stay readin the signs...

TALIB KWELI & DEAD PREZ – SHARPSHOOTERS

(Sampler: Lyricist Lounge Vol. 2 (2001), Label: Rawkus Records)

(M-1)

The white man came to Africa with rifles and Bibles

Heard the name, started changin the titles

Now instead of Chaka call me Nat Turner with the burner

Freedom fighter for this revolution, fuck a wave journer

See I be what John Wilkes Booth was to Lincoln, blam!

Sirhan Sirhan, peepin through the curtains with my eyes on a Kennedy

Dead prez, politic, know your enemy, keep your toast close

Because political power come from the barrel of it

We in a war, nigga leave it or love it

Since they got us in a scope like a P.E. logo

I watch for the po-po (woop woop) and train at the dojo

Not a gun Deniro but a working class hero

Takin a stand, like a panther with an M-1 Guran

Screamin know your gun laws, self defense is a must

When we set it off I'm a be the first to bust

(Chorus - dead prez)

Yo, I'm one with my gun, I love it like my first son

It protects me and makes sure the jakes respect me

Yo, I'm one with my gun, I love it like my first son

It protects me and makes sure the jakes respect me

(Talib Kweli)

What do you do

when the police kick in your door like 'get on the floor'

Shoot you in the back

cause who you are and where you at's against the law

You try to protect your home with the illest arsenal possible

Learn how to heal yourself and stop fuckin with them hospitals

Get with brothas down for the cause givin it all they got

But every brother ain't a brother (word), fuck around and get shot

By these black kings that pack gatlings

to make a rat sing like Nat King

Before they start blasting (blow!)

With no accuracy, handling they beef in the public

Now an innocent child got a bag for a stomach

Property value plumit every time a shot is fired (c'mon)

People feelin betrayed so they take the street to riot

Cops fire shots and try to stop the spirit takin over the entire block

Politicians say it's time to march

But people is past that, ready to blast at whatever comin

From the master or from the office, niggas is sick of runnin

Yeah, all my soldier, raise it up, c'mon, now

(Bust ya guns) yeah, Kweli with dead prez, c'mon

(Blow blow)

(stic.man)

I'm deep in the runs

where all that niggas give a fuck about is stackin funds

The black and young type that's packin automatic guns

If any static comes sparatic shots'll ring out

You get caught up, you get your fuckin brains blown clean out

The killers reign supreme, survival of the illest brain and scheme

For cream you know the game in my vein

I feel the pain for all the niggas that passed away

Tryin to get cash the fastest way we know how, the old fashion way

Blastin, we actin like cock tecs and tenniments

My squad flex if any shit pop, and put an end to it

It's like hell, this planet I'm from consist of dilligent crack sale

Assisting off the backs of young black males

It's innocent, suspending in packed jails that benefit

White well being, while niggas catch hell just for being

You might as well have a life of crime, ain't nothin free in this life

I stick a nine in ya spine for mine

No time for talk, 'cause I walk when I talk

Stalkin sidewalks of course with the eyes of a hawk

Crack a quart to get away from this trife world and thought

Puffin Newports 'cause life's a bitch, and it's too short

My crew sport leather, gold, camoflauge, rugged denim

Deadly in venom, totin buckets with nothin in 'em

But Rawkus, some ill mothafuckas for real

Straight hustlas with nothin but a taste for kill

(Chorus) 4x

Details

Seiten
38
Jahr
2003
Dateigröße
800 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108140
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1
Schlagworte
Want Freedom Vergleich Bewegungen Rapmusik

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Titel: We Want Freedom - Ein Vergleich von schwarzen Bewegungen und Rapmusik