Lade Inhalt...

Interactive Television

Seminararbeit 2003 28 Seiten

BWL - Informationswissenschaften, Informationsmanagement

Leseprobe

INHALT

1. EINLEITUNG

2. WARUM DIGITALES, INTERAKTIVES FERNSEHEN?

3. WAS BEDEUTET „INTERACTIVE TV“?
3.1 Auf dem Weg zu iTV: Enhanced TV

4. VORAUSSETZUNGEN FÜR ITV
4.1 Bereitstellung und Übertragung von iTV-Diensten
4.2 Content-Provider
4.3 Broadcaster/Network Operator
4.4 Client
4.4.1 Set-Top-Box
4.4.2 Rückkanal
4.4.3 Transportkanäle

5. ITV – DIE NEUE DIMENSION DES FERNSEHENS
5.1 Beispiele für interaktive Anwendungen
5.1.1 Electronic Program Guide (EPG)
5.1.2 Home Shopping
5.1.3 Interaktive Fernsehformate
5.1.4 On-Demand-Dienste
5.1.5 Persönliche Kommunikationsanwendungen
5.1.6 Entertainment
5.1.7 Informationsapplikationen
5.1.8 Einstiegsportal ins Internet
5.2 Konvergenz
5.3 Vorreiter im iTV: Interaktives Fernsehen in Europa
5.4 Argumente PRO iTV
5.4.1 Werbung für eine Zielgruppe
5.4.2 Personalisierte Information
5.5 Problemfelder von iTV

6. EIN BLICK AUF ÖSTERREICH

7. AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

In dieser Seminararbeit geht es um das Fernsehen, genauer gesagt um die Entwicklungen und das Innovationspotential rund um das Fernsehgerät, den „guten alten Bekannten“, der schon seit Jahren einen fixen Platz im Wohnzimmer jedes Haushalts hat. In vielen Häusern ist dieses Gerät sogar mehrfach vorhanden und seine Bedienung fällt weder dem Kleinkind noch der älteren Generation schwer. Während aber die Jugend mit Internet und unzähligen Informationsquellen aufwächst, ist für die Generation 60+ der Fernseher (von Tageszeitung und Radio mal abgesehen) das wichtigste, weil umfassendste Informationsmedium. Damit schlummert im Fernsehen, das für viele Menschen die beliebteste Freizeitbeschäftigung darstellt, ein großes Potential.

Durch die Digitalisierung kann dieses Potential genützt werden. Zugegeben, so manche Informationsbroschüren einiger Fernsehanstalten versuchen den Eindruck zu erwecken, dass das Fernsehgerät in Zukunft zur „eierlegenden Wollmilchsau“ wird. Daher gilt es auch hier, wie man aus den medialen Vorschusslorbeeren rund um UMTS gelernt hat, nüchtern an die Thematik „Digital TV“ heranzugehen und zu analysieren, welche Anwendung dem Kunden wirklich Nutzen bringt.

Ich werde mich in dieser Arbeit hauptsächlich mit dem interaktiven Fernsehen, ein wichtiger, weil viel versprechender Aspekt von digitalem TV, beschäftigen. Dabei werde ich zunächst die Bedeutung der Interaktivität beschreiben, die Voraussetzungen anführen und einige der wichtigsten Applikationen näher beleuchten. Danach folgen Argumente pro und contra sowie Problemfelder von

„Interactive TV“. Am Ende berichte ich von internationalen Vorreiterprojekten und wage über so genannte „Umstiegsszenarien“ in Österreich einen Ausblick auf die Zukunft.

Als Grundlage für meine Arbeit dienen mir diverse Quellen, die ich durch eine umfassende Internet-Recherche ausfindig gemacht habe, die Email-Korrespondenz mit Horst Hrabal, verantwortlich für das Projekt „ORF digital“ des österreichischen Rundfunks, sowie zahlreiche Artikel, Berichte und Demos zur Thematik digitales und interaktives Fernsehen.

2. WARUM DIGITALES, INTERAKTIVES FERNSEHEN?

Stefan Kroke und Christoph Weiss von der Proximity Group Germany GmbH stellen fest, dass „Fernsehen … für viele Menschen die Freizeitbeschäftigung Nummer 1 [ist]. In ungefähr 96 Prozent aller deutschen Haushalte gibt es ein TV-Gerät. Der Fernseher ist damit das am weitesten verbreitete Gerät. Zum Vergleich: Rundfunkgeräte kommen auf rund 80 Prozent, Personalcomputer auf etwa 50 Prozent. Müssten sie sich auf ein Medium beschränken, so würden nach einer aktuellen Studie 44 Prozent aller Deutschen das Fernsehen wählen – nur 7 Prozent das Internet. Gleichzeitig gilt: Der Wunsch der Verbraucher nach neuen Formen von Unterhaltung, Information und Interaktion wächst. Schon heute werden PC-basierte Internet-Angebote mit Audio/Video-Inhalten angereichert. TV-Sendungen ermöglichen den Abruf von Zusatzinformationen, Produktbestellungen oder Meinungsäußerungen.“

Um die Frage zu beantworten, warum digitales Fernsehen so vorteilhaft für den Konsumenten ist, möchte ich folgenden kurzen Auszug aus der Informationsbroschüre des ORF (S.3) anführen: „Die digitale Technologie erlaubt das verbesserte und kostengünstige Produzieren, Bearbeiten, Verteilen und Speichern von Medieninhalten sowie das Verknüpfen verschiedener Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen. Digitales terrestrisches Fernsehen, basierend auf einer europäischen Norm (DVB-T), bündelt TV-, Radioprogramme und Datendienste zu einem digitalen Strom, der von geeigneten Endgeräten (Set-Top-Box) im Haushalt entbündelt und nutzbar gemacht wird. Die Kapazität eines analogen Fernsehkanals reicht aus, um digital ein Vielfaches an Fernseh- und Radiosignalen und Zusatzdaten zu übermitteln. (…) Der zentrale Nutzen des digitalen terrestrischen Fernsehens für das Publikum besteht – abgesehen von einem verbessertem Fernsehbild und einem Mehr an Programmen auf nur einer Frequenz – in der Verfügbarkeit neuer, interaktiver Anwendungen. Mit rückkanalfähigen digitalen Endgeräten können die Zuseher während des Fernsehens Zusatzinformationen abfragen, bebilderte Programmführer nutzen, E-Mails verschicken und an interaktiven TV-Shows teilnehmen. Der Fernsehbildschirm wird zum Monitor für PC-ähnliche Anwendungen und kann den Zuseher auch ins Internet führen. Digitales terrestrisches Fernsehen kann somit zu einem Motor für die flächendeckende Digitalisierung der österreichischen Kommunikationsinfrastruktur werden.“

Laut einer Untersuchung am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Technischen Universität Ilmenau (Kießling, 2002:11ff) gibt es Überlegungen zu interaktiven Informations- und Unterhaltungsangeboten nicht erst seit der Digitalisierung des Rundfunks. Bereits in den sechziger Jahren wurde in den USA der Gedanke eines Rückkanals für das Fernsehen aufgeworfen. Die Beteiligung des Zuschauers am Fernsehprogramm ist bekanntlich nichts Neues und nicht nur mittels eines Rückkanals realisierbar. Seit den Anfängen des Fernsehens gab es immer wieder Konzepte, den Zuschauer aus seiner passiven Rolle herauszulocken und aktiv am Programmgeschehen teilhaben zu lassen. Durch die Verbindung von Fernsehen und Telefon waren bereits sehr früh Interaktionen auf niedrigem Niveau möglich. Durch das Internet und die Digitalisierung bricht nun ein neues Zeitalter für interaktive Medien an. Die Digitalisierung ermöglicht dabei eine Vielzahl von Diensten und Anwendungen, die vorher nicht bzw. nur umständlich realisierbar waren. Selbst das Fernsehen kann durch die Digitalisierung mit Funktionalitäten des Internets erweitert werden, wodurch sich interaktive Nutzungsmöglichkeiten ergeben.

3. WAS BEDEUTET„INTERACTIVETV“?

In der Broschüre „Digitales Fernsehen und interaktive Datendienste“ der österreichischen Rundfunk und Telekom Regulierungsbehörde (RTR, S.67) ist der Begriff „Interactive TV“ wie folgt definiert: „Unter „interactive TV (iTV)“ versteht man die Bereicherung von Fernsehen mit neuen interaktiven Technologien. Für tatsächliches iTV ist ein Rückkanal (back channel) die Voraussetzung. Damit können interessante und werbewirksame Applikationen (wie Home Shopping oder bei entsprechender Übertragungsbandbreite auch Video on Demand) angeboten werden“.

Diese Erklärung trifft die Thematik iTV ziemlich genau, sie betont die neuen Möglichkeiten und Anwendungen, aber auch die damit verbundenen neuen technologischen Bedingungen, wie beispielsweise den Rückkanal – ich werde im Folgenden noch genauer auf diese Details eingehen.

Werner De Buigne und Gerhard Greiner, stellen in ihrem Beitrag zur RTR-Broschüre:

„Digitales Fernsehen und interaktive Datendienste“ (S.67) fest, dass ein wichtiger Trend im Fernsehen von morgen der Wunsch der Konsumenten nach mehr Freiheit in der eigenen Programmgestaltung ist. Wie viel und welche Information ein Kunde konsumieren will, möchte er selbst bestimmen können. Beim herkömmlichen TV, werden alle Kunden vom Sender bedient (Broadcast). Damit stellt sich für die Rundfunkanstalten die wichtige Frage der Programmgestaltung. Bisher war die Fernsehlandschaft geprägt durch Kämpfe um Exklusivrechte für Sportveranstaltungen oder die Erstausstrahlung von Hollywood-Klassikern. Beim interaktiven TV entscheidet der Konsument selbst, was er wann sehen will (Unicast).

3.1 Auf dem Weg zu iTV: Enhanced TV

Eine Vorstufe auf dem Weg zu iTV ist „Enhanced TV (eTV)“. Jedoch beinhaltet Interaktives TV die Möglichkeiten von eTV

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: eTV vs. iTV Quelle: RTR, S. 68

(siehe Abbildung 1).

De Buigne & Greiner (S.68) zu eTV: „Im „Enhanced TV“ werden Daten zum bestehenden Fernsehprogramm hinzugefügt. eTV bietet nicht Interaktivität wie im iTV, wodurch sich das Angebot an möglichen Applikationen reduziert. Im Enhanced TV existiert kein Rückkanal, wodurch Home-Shopping-Applikationen oder Chat- Applikationen nicht möglich sind“.

Dennoch ermöglicht Enhanced TV Anwendungen, die zusätzliche Informationen zum Fernsehprogramm liefern. „Diese werden in Form von „enhancements“, wie Icons, Banners, Labels oder Menus mit dem Fernsehprogramm ausgestrahlt“ (De Buigne & Greiner, S.68). Aktiviert man diese graphischen Elemente mit der Fernbedienung, so hat man Zugriff auf weitere Informationen: z.B.: Nachrichten, Börsenkurse, Sport-Statistiken, Wetter).

Kroke und Weiss bringen eTV auf den Punkt: „Diese Anwendungen … stellen im Prinzip einen erweiterten Videotext in der Qualität einer Internetseite dar.“

4. VORAUSSETZUNGEN FÜR ITV

4.1 Bereitstellung und Übertragung von iTV-Diensten

Betrachtet man die Bereitstellung von iTV-Diensten aus einer vereinfachten Sicht, so kann diese durch die folgende Abbildung beschrieben werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bereitstellung von iTV-Diensten; Quelle: RTR, S. 72

Betrachtet man die Übertragungsstrecke, so kann man drei Bereiche identifizieren:

1. Content-Provider
2. Broadcaster/Network Operator
3. Client

4.2 Content-Provider

Während beim Content-Provider der Unterschied zwischen analogem und digitalem Fernsehen hauptsächlich in der Verarbeitung und Ausstrahlung der Audio/Video- Signale liegt, ergibt sich bei der Verarbeitung und Übertragung von digitalen Applikationen und Daten ein neues Betätigungsfeld. Hier gilt es, Anleihen beim Internet zu nehmen und für die Bereitstellung von Daten auf der Backendseite auf existierende Komponenten zurückzugreifen und diese an die Problemstellungen des interaktiven Fernsehens anzupassen.

4.3 Broadcaster/Network Operator

Die Änderungen, die sich für den Broadcaster ergeben, können in zwei Bereiche geteilt werden: Einerseits die Bereitstellung von Audio/Video-Signalen, andererseits die Einbindung der Applikationen und der zugehörigen Daten.

Details

Seiten
28
Jahr
2003
ISBN (Buch)
9783640117765
Dateigröße
776 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108111
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Interactive Television Mobile Communication Trends

Autor

Zurück

Titel: Interactive Television