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Frankfurter Westend - Probleme eines Wohnviertels in der Businessmetropole

Referat / Aufsatz (Schule) 2002 11 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Das Westend

2. Die Businessmetropole Frankfurt

3. Der Häuserkampf im Frankfurter Westend der 70er Jahre

4. Die Umstrukturierung des Frankfurter Westends

5. Ästhetisch-architektonischer Diskurs zur Skyline

6. Das Weiterentwicklungskonzept der Frankfurter City

7. Verbesserung des Kleinklimas im Westend

8. Bespiel eines Bauvorhabens im Westend

9. Zufriedenheit und Sicherheit in Frankfurter Stadträumen
1. Städtische Sozialraumanalyse
2. Zufriedenheit Frankfurter Bürger mit ihrer Stadt und verschiedenen Lebensbereichen
3. Ö ffentliche (Un)Sicherheit und subjektive Kriminalitätsfurcht in FaM

10. Stadtentwicklung

SPD Frankfurt Kommunal Wahlprogramm

Bündnis 90/ die Grünen

CDU

Frankfurter Westend

- Probleme eines Wohnviertels in der Businessmetropole

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Westend

Nordwestlich der Innenstadt Frankfurts liegt das Westend, eines der vielen Stadtteile Frankfurts das von der rasanten Entwicklung der Stadt betroffen ist.

Mitte des 19. Jahrhunderts bauten sich wohlhabende Frankfurter großzügige Villen mit wunderschönen Gründerzeitfassaden. Daneben entstanden der Rothschild- und der Grüneburgpark, der Botanischer Garten, die Universität und die berühmte Westendsynagoge, die das Stadtbild maßgeblich prägen.

Bevor die Nazis an die Macht kamen, lebten hier viele wohlhabende jüdische Familien. Durch die „Arisierung und Judenverfolgung“ gingen in den Vierziger Jahren viele großen Villen an neue Besitzer über, denn das Westend galt als die „gute Stube“ Frankfurts und war entsprechend begehrt.

In den Siebziger Jahren, nachdem die meisten Gründungsväter ausgezogen waren, zogen neue Bewohner in die Westendvillen ein. Diese Hausbesetzer demonstrierten gegen den Einzug des Kapitals und Establishment und den Abriss der Häuser, womit sie einigen Grundstücksspekulanten eine Lektion erteilten. Die verbliebenen Wohnräume wurden in Büros umgewandelt, wobei eine rücksichtslose Städtebaupolitik („Finger-Plan“) brutal durchgezogen wurde und somit oft genug die Gesetze umgangen wurden.

Doch ist die Zeit der Hausbesetzung längst schon in Vergessenheit geraten, da die meisten der gutbürgerlichen Häuser heute unter Denkmalschutz stehen. Dennoch teilen sie sich das Stadtbild mit neuen Bauten, vornehmlich Hochhäusern von Banken und Versicherungen.

Mit dieser Verwandlung von Frankfurts „Wilden Westen“ zu einer Businessorientierten Zone verschwanden jegliche Hausbesetzer und die Schönen und Reichen entdeckten das Viertel für sich, wodurch die Mieten und Grundstückspreise boomartig in die Höhe schossen.

Durch die citynahe Lage und die hohen Mieten können sich nur noch neben dem Geldadel noble Agenturen , namhafte Bankhäuser, ausgesuchte Galerien und, In-Restaurants und exklusive Bistros leisten. Es wurde zu einem der teuersten Stadtteile in ganz Deutschland.

Außerdem entdeckten viele Singles das Stadtteil für sich wegen der guten Wohnqualität, womit es zu einer „Single-Hochburg“ wurde.

Alle dieser Faktoren führen dazu, dass das Westend eines der angesagtesten In-Viertel ist. Viele Leute reißen sich darum eine Wohnung hier zu bekommen, auch weil die besten und meisten Arbeitsplätze zu finden sind. Doch für die Stadtplaner bedeutet dies, dass mehr Wohn- Und Arbeitsflächen geschaffen werden müssen ohne dass das schöne Stadtbild zerstört wird. Damit die City nicht zum reinen Arbeitsquartier wird. Was ziemlich schwierig ist auf einer Fläche von 409,2 ha und einer Einwohnerzahl von 25.368, die ständig wächst.

Die Businessmetropole Frankfurt

Eine genaue Definition darüber was eine Businessmetropole ist, gibt es nicht. Jedoch den Wortlaut nach zu urteilen muss es sich um eine Stadt mit einem ausgeprägten Geschäftsleben handeln. In einer Businessmetropole beziehen viel große Firmen ihren Hauptstandort für ein Land.

Damit trifft die Bezeichnung Businessmetropole exakt auf Frankfurt zu, denn in Frankfurt haben 50 der 500 größten Firmen Deutschlands ihren Verwaltungssitz. Firmen wie die Deutsche Bundesbank und die europäische Notenbank verleihen Frankfurt einen Rang, die sonst nur politische Hauptstädte erreichen. Daneben sind noch andere wichtige Firmen, u.a. die Deutsche Bibliothek, die Deutsche Bahn AG, das Bundesamt für Kartographen und Geodäsie („Bundesvermessung“), die Deutsche Börse AG, die Flugsicherung, das Nationale Olympische Komitee oder der Deutsche Sportbund mit ihrem Sitz vertreten. Jedoch zeichnet sich ein Verlust an Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden ab.

Dennoch ist die älteste Handelsstadt Deutschlands eine der wichtigsten Wirtschaftszentren ganz Europas mit den wichtigsten Finanzplätzen, woran sich wohl auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird. Lediglich das Platz Problem spielt bzw. spielte in so einer florierenden Stadt in den letzten Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der Stadtplanung.

In den 50er Jahren war der Kaiserdom mit seinen 96 Metern das höchste Gebäude der Stadt, was jetzt locker von den fast 300 Metern des Commerzbankturmes überragt wird. Derzeit wird das Stadtzentrum von 80 Hochhäusern, meist Bank- und Bürogebäuden überragt, woraus sich die wirtschaftliche Dynamik Frankfurts widerspiegelt. Diese Skyline gab Frankfurt den lustigen Beinamen „Mainhatten“, der sich an der New Yorker Skyline anlehnt.

Statistiken der gesamten Stadt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Demnächst sollen es 100 Hochhäuser sein, wobei das Motto der Bauherren nicht nur immer höher sondern auch immer schöner lautet. Was für das Stadtteil Westend viel zu spät kommt, denn um dieses erfolgreiche Stadtteil sind die meisten Wolkenkratzer und Bürohäuser angesiedelt. Wodurch das ehemals schöne Stadtbild architektonisch verschmutzt wurde, was nicht nur seine Bewohner ärgert, sondern auch die 600.000 Einwohner Frankfurts und damit die Politiker.

Der Häuserkampf im Frankfurter Westend der 70er Jahre

Gründe für die Hausbesetzung der Westend-Villen gab es viele. Vor allem führte der Finger-Plan des Planungsdezernten H. Kampffmeyer aus den 60er Jahren dies voran. Dieser gab die Hochhausbauten bei entsprechender Grundstücksgröße entlang der Nebenstraßen im Westend frei. Woraufhin Kaufleute einzelne Häuser erwarben, die sie leer stehen ließen und auf eine Genehmigung für Abriss und Neubau von Hochhäusern hofften, sobald genügend Grundstücke frei waren. Diese Wohnraumzerstörung rief in vielen Bürgern ein Erschrecken hervor. Denn guterhaltener und preiswerter Wohnraum, der dringend gebraucht wird, wird für die Schaffung von Büroraum in Form von Hochhäusern vernichtet, obwohl in Frankfurt ohnehin 300.00qm Bürofläche leer stehen.

Wegen dieser Ungerechtigkeiten bildete sich die Aktionsgemeinschaft Westend (erste Bürgerinitiative Deutschlands), die gegen die Zerstörung der Wohnquartiere war. Einige Sonderaktivisten nisteten sich in den verbleibenden oder zum Abriss stehenden Häusern ein, um dort unter einem Dach mit verbliebenen Bewohnern, größtenteils Ausländern, zu leben und für die Häuser zu kämpfen. Doch oftmals scheiterten diese Mieterstreikkampagnen, da es viel zu wenig Beteiligung der Bürger bzw. Mieter gab und somit die militante Verteidigung der Häuser seitens der Besetzer eine Entfaltung verhinderte.

Einige der Hausbesetzungen wurden vom Staat als legitim angesehen, besonders wenn sich die Bewohner zu Verhandlungen einließen. Doch es gelang den Besetzern nur selten kommunale Planungen zu verhindern oder wenigstens abzuändern.

Die knappe Ware Boden wurde für Sanierung und bürgerfreundliche Bebauung behindert, indem für sie fantastische Preise gefordert und auch gezahlt wurden. Preiswerte Quartierte der Nachkriegszeit verschwanden. Für junge Familien und andere ehemalige Bewohner war Wohnraum nicht mehr erschwinglich. Die Häuser wechselten oft den Besitzer und immer mehr alte Mieter rausgeekelt, womit der „Westend-Plan“ beschlossen wurde, der damals noch nicht rechtsgültig war.

Jedoch konnte die alte Wohnstruktur in einigen Bereichen noch erhalten bleiben. Eine Bewohnerschaft aus alleinstehenden Eingesessenen und Familien, darunter viele Arme. Als die Mischung gefährdet war durch Büro-Projekte und Luxus Wohnsanierungen, wurde die Erhaltungssatzung verabschiedet und die Baugenehmigung verweigert. Daran hatten die Hausbesetzer einen erheblichen Anteil, da sie den Kahlschlag mehr oder weniger friedlich stoppen konnten. Ein großer Erfolg des Westends-Konflikts war das viele Häuser unter Denkmalschutz gestellt wurden und das Zweckentfremdungsverbot.

Jedoch gerade durch die Erhaltung der vielen alten Häuser wollen heute verstärkt Banken und Versicherungen ins Viertel. Denn sie wollen Wohnraum in repräsentative Filialen umwandeln und ihren leitenden Angestellten Wohnraum zur Verfügung stellen, wodurch die Grundstückspreise und Mieten wieder stark ansteigen. So werden die Häuser heutzutage nur noch zu Luxussanierungen geräumt.

Die Umstrukturierung des Frankfurter Westends

Schon früh begann im Westend eine Umstrukturierung und Wohnungsraumvernichtung, die durch folgende Faktoren geprägt war:

- Die Einwohnerzahlen sanken zwischen 1960 und 1970 von 40.000 auf 28.000
- Es werden mehr alte Bürgerhäuser abgerissen, als im 2. Weltkrieg zerstört wurden
- Viele Banken und Versicherungen entschlossen sich ins Westend zu expandieren wegen der zur City verkehrsgünstigen Lage
- Geplante Sanierungen des Viertels wurden von den Politikern abgelehnt und das Westend zum Cityerweiterungsgebiet erklärt.

Dieser Umwandlungsprozess verlief in mehreren Schritten:

1. Häuser und Grundstücke wurden von Versicherungen, Banken und Spekulanten aufgekauft, um dort gewinnbringende Bürokomplexe zu bauen.
2. Durch die in die Höhe getriebenen Grundstückspreise kam es zu einer schnellen Entmietung und Vertreibung vieler Bewohner, denn die Nutzung der Häuser war für sie nicht mehr lukrativ.
3. In die Häuser wurden oft Arbeitsimigranten, vornehmlich aus der Türkei und Italien, einquartiert zu extrem hohen mieten.
4. Gigantische Trabanten- Vorstädte wurden für die vertriebene Bevölkerung gebaut, weil im Westend niemand mehr wohnen sollte.

So kam es, dass im Westend die meisten guterhaltenen Häuser der BRD entmietet und zerstört wurden und das so eine große Spekulation über Wohnraum ablief, wodurch es zu den sogenannten Hausbesetzungen kam.

Wolkenkratzerkarte Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ästhetisch-architektonischer Diskurs zur Skyline

Offensichtlich verleihen die zum Abriss stehenden Bürgerhäuser der Gründerzeit und des Jugendstils dem Westend außer „Wirtlichkeit“ auch Schönheit, was damals vom Finger-Plan berücksichtigt wurde. Deshalb wurden ausschließlich nur Hochhäuser als Ausnahmen und alleinstehende Gebäude zugelassen, weil sie das Stadtbild nicht ganz zerstörten, aber dennoch ökonomisch waren.

Von den Hausbesetzern wurden die Hochhäuser als materialisiertes Kapital bezeichnet und nicht als sinnliches Erscheinungsbild, dem damals die Architekten Szene zustimmte. Die Besetzer brachten den Spruch auf „kein Haus sollte höher als ein Baum sein“.

Heute wird in Stellungnahmen zur Skyline auf die Notwendigkeit verweisen, der Stadtplanung neben der ökonomischen, sozialen und ökologischen Dimension auch die architektonisch-ästhetische wiederzugeben.

Das Weiterentwicklungskonzept der Frankfurter City

Vor 12 Jahren fing die Stadtregierung an, zu planen, das Stadtbild Frankfurts Schwerpunkt Frankfurter City zu erweitern und zu modernisieren. Diese Erweiterung erzielt bis heute und zukünftig noch ausreichend Wohn- und Arbeitsflächen. Somit sollte eine hohe Lebensqualität in der Stadt sicher gestellt werden. Die soziale und wirtschaftliche Stabilität soll garantiert werden. In den vergangene Jahren hat sich also dann mit dem Motto „Frankfurt baut vor!“ das Grundlegende verändert und geprägt. Eine umfassende Vorsorgepolitik war und ist immer noch das Ziel. Es stehen Hochhausentwicklungspläne (der Hochhausrahmenplan) und Wohnflächenentwicklung für mehr als 40.000 neue Wohnungen an, es sind bereits 26.000 neue entstanden, außerdem 2,5 Millionen qm neuer Wohnraum. Bei diesem Projekt soll Frankfurt aber auch als ganzheitlicher Lebensraum betrachtet werden, d.h. es sollte keine Zersiedlung des Stadt und Landschaftraumes entstehen. Näher betrachtet bedeutet dies also eine Entwicklung im Inneren wie am Rande der Stadt.

Ebenfalls beinhaltet das Projekt auch die Bewahrung erhaltens- und schützenswerter Bau- und Wohnstrukturen in den traditionellen Stadtvierteln (wie das Villenviertel des Westends). Es sollen allgemein also die historischen Stadtviertel, die Wohngebiete und Grünräume erhalten bleiben.

Es gibt ebenfalls Pläne für Verkehrsnetze und Grünflächen. Ein wichtiger Aspekt der Planung ist dann noch die Aufwertung des öffentlichen Raumes, d.h. Plätze und Straßen als Lebensraum für alle gesellschaftlichen Gruppen der Stadt. Durch diese Schwerpunkt Bildung in den Bereichen soll eine Zusammenwirkung von Hochhäusern im Stadtraum erreicht werden, die die Identitätsbildung fördert.

Der Hochhausrahmenplane könnte so also ausgeführt werden. Es soll eine Verdichtung der Stadt erzielt werden, ein Zusammenleben der unterschiedlichen sozialen schichten, ohne eine Zerviertelung der Stadt und Umgebung.

Die Entwicklungsgebiete für den Hochhausrahmenplan sind das Bankenviertel, das Messeviertel und das Parkviertel. Dabei soll es Schutzkriterien für die Wohngebiete geben.

Das Bankenviertel z.B. soll ein Verknüpfungselement zwischen historischer Innenstadt und dem Hauptbahnhof sein und zu Fuß erlebbar werden. Damit verbinden sich dann Bahnhofsviertel, Taunusanlage, Bankenviertel und Zentrum.

Die Straßenräume sollen eine leichte Orientierung bieten und übersichtlich sein, somit muss eine bessere Vernetzung der Straßen und Freiräume geschaffen werden. Durch die Bebauung mit Hochhäusern darf kein Angstraum durch Verbauung entstehen, es sollen Lichtschneisen offen bleiben.

Die nördlichen Wohngebiete und auch die südlichen Wohnviertel, sind intakte Wohngebiete und somit für die Hochhausbebauung unantastbar, es gilt nämlich das Schutzkriterium der Wohnviertel.

An den östlichen und westlichen Bereichen jedoch liegen Mischgebiete, bei denen vor einer Hochhausentwicklungsplanung detaillierte Untersuchungen anhand einiger Kriterien wie Wohnungsanteile und Denkmalschutz durchgeführt werden. Es sollen Hochhäuser in nähe der Bahnhöfe gebaut werden damit sie zu Fuß bequem erreichbar sind.

Bei dem Hochhausrahmenplan müssen Kriterien wie Nutzungsmischung, das bedeutet eine Nutzmischung der Gebäude um dem Ziel näher zu machen das Wohnen in der Innenstadt attraktiver zu machen, einzuhalten.

Ein weiteres Kriterium ist Sozialverträglichkeit, wobei Arbeit und Wohnen gemischt werden, um so die soziale Trennung zu umgehen, so soll die soziale Akzeptanz In der Bevölkerung gefördert werden.

Ein ebenfalls wichtiges Kriterium ist die Umweltfreundlichkeit, denn Hochhäuser sollen nicht das Lebensgefühl der Stadtbewohner einschränken. Es sollen auch die Einflüsse auf das Stadtklima genau untersucht werden. Die folgenden Schadstoffemissionen sind ebenfalls zu bedenken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verbesserung des Kleinklimas im Westend

Im Zuge der infrastrukturellen Veränderungen wird der Magisterrat aufgefordert in den Stadtteil Westend auf eine Verbesserung des Kleinklimas zu achten. Vor allem das Westend gehört zu Frankfurts Stadtteilen, das lufthygienisch und partiell am meisten belastet ist. Starke Überwärmung, reduzierte Windgeschwindigkeit, fehlende thermische Luftaustauschprozesse und dadurch Anreicherung von Luftschadstoffen stellen vor allem für herz-/Kreislaufkranke, Kinder und alte Menschen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Somit wurde das Westend im Klimaplanatlas der Stadt Frankfurt von 1994 als „Sanierungszonen“ eingestuft, die höchste der insgesamt acht Stufen.

Maßnahmen zur Verbesserung der lufthygienischen und kleinklimatischen Verhältnisse in folgenden Bereichen:

1. Maßnahmen zur Verkehrsminderung bzw. angepasste Verkehrsführung und damit auch zur Lärmreduzierung. Dazu gehört auch die Einführung eines Plakettensystems, da Lärm und Gestank auch durch Parkplatzsucher entstehen.
2. Konzepte des Magisterrats zur Förderung des autofreien Wohnens
3. Maßnahmen zur Herabsetzung von Imissionen durch veraltete Gebäudeheizungen
4. Entsiegelung von Flächen
5. Private Hausbesitzer von dem Anreiz, auch nichtfinanzieller Art, von Dach- und Fassadenbegrünung zu überzeugen
6. Anerkennung und Förderung von Patenschaften für „grüne Ecken“
7. Maßnahmeempfehlungen der Umwelt- und Stadtplanexperten der städtischen Ämter und des Umlandverbandes

Bespiel eines Bauvorhabens im Westend

1. Bereits bestehende Häuser werden saniert und modernisiert
2. Es kommt eine Etage hinzu gewinnt also an einem Penthouse
3. im rückwärtigen Teil des Grundstücks wird erweitert, es werden also drei sog. Stadthäuser mit jeweils drei Wohneinheiten erstellt
4. Bau einer Tiefgarage

Geplant sind Eigentumswohnungen, wobei mit der Fertigstellung im 4. Quartal dieses Jahres gerechnet wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frankfurt Westend: Die drei neuen Stadthäuser der "Westend Lounge" im Model. Computersimulation: Mengler Bauen und Wohnen KG

Zufriedenheit und Sicherheit in Frankfurter Stadträumen

Eine Analyse der Frankfurter Bürgerbefragung

Frankfurt am Main ist ein Konstrukt während die Realitäten z.B. ... der Villenviertel und Gründerzeithäuser im Westend ... den Alltag der Bewohner prägen.

1. Städtische Sozialraumanalyse

Die räumliche Ordnung gibt Auskunft über die soziale Ordnung:

„Die städtische Ökologie“ wird dadurch bestimmt, dass soziale Gleichheit oder Ungleichheit ihren Ausdruck als räumlich interaktive Nähe oder Distanz findet.

Einteilung der Stadt in drei Strukturen:

1. Die Metropole, die internationale Stadt des Verkehrs, der aufwendigen Kultur wie Freizeiteinrichtungen, des luxuriösen Wohnens und der multinationalen bzw. internationalen Konzerne, Finanz-, Dienstleistungs- oder Beratungsindustrien
2. Die normale Stadt des Wohnens und der Versorgung der Mittelschichten
3. Die marginalisierte Stadt der Randgruppen, der ausgegrenzten Deutschen wie Ausländer.

Als Daten werden Bildungsabschlüsse, Ein-Personenhaushalte, Personen je qm Wohnfläche, Zugehörigkeit zu islamischen Religionsgemeinschaften, und Angaben über die städtische Bezuschussung der Lebensführung herangezogen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Zufriedenheit Frankfurter Bürger mit ihrer Stadt und verschiedenen Lebensbereichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Zufriedenheit mit städtischen Lebensbereichen bezieht sich auf: öffentliche Sicherheit, Luftqualität, Wohnungsmarkt/-angebot, Regelung des Autoverkehrs, Radwegenetz, Arbeit der Stadtverwaltung, Sport/Schwimmanlagen, Parks/Grünanlagen, öffentliche Verkehrsmittel, Arbeits-/ Verdienstmöglichkeiten, Abfallbeseitigung, kulturelle Einrichtungen, ärztliche Versorgung

Zum Thema öffentliche Sicherheit äußern sich 25-34 Jährige und Hochschulabsolventen deutlich seltener negativ als im Durchschnitt, aber 80 bzw. 78% der über 60 Jährigen bzw. Hauptschulabsolventen sind in diesem Punkt eher unzufrieden. Beim Wohnungsangebot steigt die Zufriedenheit mit dem Alter, was mit der Altersstruktur der Wohnungssuchenden zusammenhängt und eine spezifische Nichtbetroffenheit anzeigt.

3. Öffentliche (Un)Sicherheit und subjektive Kriminalitätsfurcht in FaM

Gefragt wurde jeweils abends und tagsüber nach der Zufriedenheit mit Schutz vor Kriminalität, Kriminalität als Hauptproblem der Stadt, Wichtigkeit von Sicherheit und Sauberkeit, allgemeine Zufriedenheit mit der Stadt, Verhältnis Deutsche / Ausländer und Einschätzung der Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Angstfreiheit findet sich überdurchschnittlich in der Altersklasse 25-34 Jahre mit hohem Bildungsstand. Wahrscheinlicher Grund: Diese gut verdienenden Menschen besuchen die Innenstadt zu konkreten (kulturellen) Anlässen und bewegen ich nur zwischen Parkhaus und Veranstaltungsort im „gefährlichen Raum“.

Stadtentwicklung

In Frankfurt herrscht zurzeit eine schwarz-grüne Koalition. In den neuen Wahlprogrammen zur Kommunalwahlen der SPD, B90/Grünen und der CDU setzten sich alle mit dem Westend auseinander. In einer kurzen Darstellungen der Programme werden einige Missstände die im Westend vorliegen aufgegriffen und behandelt. Dabei werden Vorschläge zur Verbesserung aus der jeweiligen Partei Sicht gemacht, wobei einige Parteiprogramme stark abgekürzt sind oder aktuelle Gegebenheiten ansprechen.

SPD Frankfurt Kommunal Wahlprogramm

Stadtplanung und Stadtentwicklung leisten einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität in Frankfurt, für das urbane Zusammenleben der in Frankfurt ansässigen Menschen aus vielen Kulturen.

Nur eine vernetzte Politik, die Ökonomie, Ökologie und Soziales ausgewogen berücksichtigt, kann in eine stabile Zukunft führen.

Zur Verbesserung der individuellen Lebensqualität und zur Stärkung der Stadt insgesamt müssen Arbeiten, Wohnen und Freizeit noch stärker miteinander verknüpft werden.

Eine soziale und ökologisch verträgliche Mischung von Wohnformen verhindert Ghetto-Bildung und den Flächenverbrauch reduziert eine urbane verdichtete, attraktiv gestaltete Blockrandbebauung.

Infrastrukturmaßnahmen wie Kindergärten, Schulen, Sport- und Jugendeinrichtungen, sowie die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel müssen bereitstehen.

Die Skyline gehört untrennbar zu Frankfurt. Der 1998 beschlossene Hochhausrahmenplan sieht Hochhäuser in möglichst ökologischer Bauweise und konzentriert an den Schnittpunkten des öffentlichen Personennahverkehrs vor. Er schafft bzgl. Höhenentwicklung und zulässiger Baudichte Planungssicherheit für Investoren sowie eine verträgliche Entwicklung der Innenstadt und Vorsorge für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Frankfurts. In Übereinstimmung mit ihm will die SPD die Verteilung von Hochhäusern über das gesamte Stadtgebiet und in die Wohnviertel hinein verhindern. Deshalb lehnt die Frankfurter SPD auch weiterhin den Bau weiterer Hochhäuser im Westend ab.

Das neue Quartier im Westend muss die notwendige Infrastruktur erhalten.

Ein Instrument zur Sicherung des Stadtbildes ist ein konsequenter Denkmalschutz. Dabei müssen auch stadtbildprägende Nachkriegsbauten unter Schutz gestellt und erhalten werden.

Erhaltungssatzung Westend anwenden – preiswerten Wohnraum erhalten!

Ziel des Erhaltungssatzes ist es, die typische soziale und multikulturelle Mischung der Westend-Bewohner zu erhalten, indem die städtebauliche Struktur und die Wohnungen selbst den Westend-Bewohnern auf lange Sicht erhalten bleiben.

Im Westend sind 80% der Haushalte Ein-Personenhaushalte und alle Bevölkerungsschichten und Nationalitäten vertreten, aus deren Vielfalt die Lebendigkeit des Stadtteils erwächst.

Vor einigen Monaten wurde an der Palmengartenstraße ein großes, vierstöckiges Wohnhaus aus den 50er Jahren abgerissen. Dort wohnten aufgrund der geringen Wohnungsgrößen Menschen, die sich eine größere Wohnung in der Stadt nicht leisten konnten: Alleinstehende, Arbeiter, Angestellte mit niedrigem Einkommen sowie Rentner und Pensionäre.

Bei den Ersatzwohnungen wird es sich größtenteils um Luxuswohnungen von 100qm aufwärts handeln!

Ähnliches vollzieht sich in einem wohnkomplex aus den 50er Jahren in der Freiherr-Von-Stein Straße: Die kleinen Wohnungen, die von Menschen bewohnt waren, die sich teure Wohnungen nicht leisten können, sollen zu Luxuswohnungen und Penthäusern völlig umgestaltet werden.

Beide Maßnahmen stören die von der Erhaltungssatzung Westend zu schützende Zusammensetzung der Wohnbevölkerung im Westend über eine notwendige maßvolle Modernisierung von Altbauwohnungen hinaus empfindlich, weil die soziale Mischung immer stärker beeinträchtigt wird.

Die SPD im Westend streitet weiter:

- Gegen das „Hochzoomen“ der Bockenheimer Landstr.
- Gegen die Wohnraumzweckentfremdung
- Gegen Boardinghouse-Modelle statt versprochener bezahlbarer Wohnungen wie z.B. in der „Welle“
- Gegen die Überlastung der Westend-Straßen mit Autos und
- Für Anwohnerparken
- Für die Busverbindung Hansaallee-Reuterweg-Hauptbahnhof
- Für bezahlbare Wohnungen im Westend
- Für frische Luft trotz Hochhausplanungen
- Für den Erhalt der Grünflächen z.B. am Palmengarten.

Bündnis 90/ die Grünen

Wohnungspolitik – Mehr als ein Dach über dem Kopf!

Wohnungen sind mehr als nur Wirtschaftsgüter. Ein Dach über dem kopf ist die Vorraussetzung für ein menschenwürdiges Leben.

Eine familienfreundliche Wohnungspolitik muss das Wohnumfeld für Familien in der Stadt verbessern, statt Freiflächen am Stadtrand zuzupflastern. Für ältere Menschen fordern wir Modellprojekte.

Das gesetzliche Wohnraumzweckentfremdungsverbot darf nicht durch eine laxe Verwaltungspraxis unterlaufen werden, wie dies die CDU anstrebt.

Wir wenden uns strikt gegen jede Privatisierung öffentlichen Wohneigentums, weder verkauf noch spekulative Vermarktung.

Wir fordern, dass bei Sanierungsmaßnahmen den betroffenen Mietern von Anfang an konkrete Informationen durch die Geschäftsführung und die Bauleitung zur Verfügung gestellt und Mitsprache angeboten werden. Die Belastungen solcher Maßnahmen müssen auf das Unvermeidbare reduziert werden.

Planungspolitik – Die urbane und lebenswerte Stadt gestalten

Frankfurts Hochhäuser öffnen: Eine durchgängige Mischung von Wohnen, Arbeiten und öffentlichen Nutzzungen (Läden, Gastronomie, Kultur) ist unverzichtbar. Nur so wird aus einer Ansammlung architektonisch interessanter Hochhäuser ein lebendiges Stadtviertel, in dem sich Menschen auch außerhalb der Arbeitszeiten aufhalten und wohlfühlen.

Die Stadt gehört nicht den Investoren, d.h. für uns, dass wir den Hochhausentwicklungsplan gegen die „Stadtplanung auf Bestellung“ von CDU, SPD und FDP verteidigen. Insbesondere lehnen wir neue Hochhäuser im Westend ab. Diese Viertel können sich nur dann behutsam weiterentwickeln, wenn der mit Hochhausprojekten verbundene Spekulationsdruck entfällt.

CDU

Grün statt Beton – Jahrhundertchance zur Vergrößerung des Rothschildparks nutzen

Der Magisterat wird gebeten, der Stadtverordnetenversammlung unverzüglich eine Vorlage zur Änderung des Bebauungsplanes Nr.320 Westend vorzulegen, damit im Zuge des Neubaus des Zürich-Hochhauses der Rothschildpark erweitert werden kann.

Begründung: Die Investoren sind bereit, auf einen erheblichen Teil des Sockelgebäudes zu verzichten und die darin enthaltene Bruttogeschossfläche auf das eigentliche Gebäude aufzusetzen, das dann ca. 160m (statt 100m) hoch wird. Diese Änderung hätte zur Folge, dass der Rothschildpark quantitativ und qualitativ um mehr als 5.000qm vergrößert und sich zur Bockenheimer Landstraße hin öffnen würde.

Somit könnte Grünfläche erhalten bzw. neu geschaffen werden, statt dass sie teilweise zubetoniert wird. Der Rothschildpark wird um eine Fläche vergrößert, die der Größe von zwei Drittel eines Fußballfeldes entspricht und dieses in einem bereich, der unmittelbar an die Innenstadt angrenzt.

Angesichts der Nutzungsdauer des zu errichtenden neuen Zürich-Hochhauses handelt es sich somit um eine echte Jahrhundertchance für die nächsten Generationen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellenangabe:

http://bm.midras.de/Loose_Verlag/Bockenheim.Karte.html

http://ig121.de/pressespiegel

http://squat.net/archiv/duesseldorf

Merian: Frankfurt am Main 8 . XXX/C 4701 EX

www.cdu-fraktion-ffm.de

www.frankfurt.de/sis/

www.frankfurt.de/sis/Stadtportrait.html

www.frankfurt-am-main.de/ffm_city.html

www.frankfurt-interaktiv.de

www.gruene-frankfurt.de

www.hr-online.de/fs/kaiserpfalz/folge_7.html

www.idberlin.revolte.net

www.members.partisan.net

www.morgenweb.de

www.planen-und-bauen-ffm.de/PB2001-010402.html

www.skyscrapers.com/deutsch/worldmap/city/0.9/100563/index.html

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www.skyscrapers.com/deutsche/worldmap/city/100563/hochhausrahmenplan/index.html

www.spd-frankfurt.de

www.uni-kassel.de/fb5/politikwissenschaft/frankfurt/zufsich.html

www.westend-spd.de

http://home.t-online.de/home/wleonhard

www.boomtown-frankfurt.com

http://www.emporama.de/deutsch/uebersicht.html

Details

Seiten
11
Jahr
2002
Dateigröße
761 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107959
Note
14 Pkt.
Schlagworte
Frankfurter Westend Probleme Wohnviertels Businessmetropole

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