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Das jüdische Bildungsbewusstsein

Hausarbeit (Hauptseminar) 1998 24 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Der Akademisierungsprozess der Juden
2. Die jüdischen Studenten
2.1 Die Fächerwahl
2.2 Studienverhalten und soziale Herkunft jüdischer Studenten
3. Jüdische Frauen und höhere Bildung
4. Juden in Wissenschaften und Kultur

II. Ursachen des jüdischen Bildungsbewusstseins
1. Wohlstand und Urbanität
2. Diskriminierung als Motivation
3. Das traditionelle jüdische Bildungsbewusstsein

Schlussbemerkung:

Literaturverzeichnis:

Einleitung

Innerhalb der jüdischen Bevölkerung Deutschlands setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein intensiver Prozess der Akademisierung ein. Breite Schichten der jüdischen Bevölkerung strebten in die höheren Bildungseinrichtungen – in einem deutlich höheren Maße als die nicht-jüdische Bevölkerung. Dieser Prozess war Ausdruck eines ausgeprägten Bildungsbewusstseins unter den Juden. Ihr Bildungsniveau war durchschnittlich höher und der Wille, ihren Kindern eine gute Ausbildung zukommen zu lassen war stärker als in der übrigen Bevölkerung Deutschlands. Der Akademisierungsprozess der Juden war die Weiterführung des „Aufstiegs durch Bildung“, den diese Bevölkerungsgruppe in den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts erfolgreich „absolviert“ hatte. Seit der Jahrhundertwende hatte sich die Sozialstruktur der Juden radikal verändert und sie waren zur Zeit des Kaiserreiches überwiegend Teil des deutschen Bürgertums und stellten eine „städtische, hauptsächlich kommerzielle Gruppe dar“[1], deren ausgeprägtes Bildungsbewusstsein sich in einer massiven Akademisierung der jüdischen Jugend manifestierte.

In dieser Arbeit soll zunächst der Akademisierungsprozess der deutschen und teilweise auch österreichischen Juden, als auffälligster Ausdruck des jüdischen Bildungsbewusstseins dargestellt werden. Es sollen die enorme Intensität mit der dieser Prozess verlief und die Art und Weise, mit der er sich als „jüdische Eigenart“ bemerkbar machte, aufgezeigt werden. Im zweiten Teil soll den möglichen Ursachen des starken jüdischen Bildungsbewusstseins nachgegangen werden, das sich in diesem Prozess manifestierte.

I. Der Akademisierungsprozess der Juden

Im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts erlebte das jüdische Bildungsideal einen grundlegenden Wandel. Im Zuge der jüdischen Aufklärung (Haskala) hatte eine Hinwendung der traditionellen, rein religiösen Ausbildung zu den weltlichen Wissenschaften und Universitäten eingesetzt. Bildung wurde von den Aufklärern als Mittel der sozialen Integration gesehen; kulturelle Assimilation sollte die „notwendig zu erbringende Vorleistung für den Anspruch auf [rechtliche] Emanzipation“ [2] sein.

Die verstärkte Akademisierung der Juden setzte zwischen 1815 und 1830 ein (bereits um 1848 waren Juden an den Universitäten mit dem zweifachen ihres Bevölkerungsanteils vertreten) und geschah im Rahmen einer umfassenden Veränderung der Sozialstruktur[3] der deutschen Juden und ihrem „Eintritt“ ins Bildungsbürgertum. Sie wurde begünstigt durch die Urbanisierung und dem Streben der Juden, sich von der einseitigen traditionellen jüdischen Berufsstruktur zu emanzipieren, zugunsten vor allem von akademischen Berufen. Die Akademisierung war somit ein wichtiger Vorgang[4] der Berufsdiversifizierung der Juden und drückt besonders deutlich das überdurchschnittliche Bildungsbewusstsein der Juden aus, durch das sie sich als Gruppe von ihrer nichtjüdischen Umgebung abhoben. Der massive Zugang von Juden in die höheren Bildungseinrichtungen wurde umso mehr wahrgenommen, als er mit der bis dahin schwersten Krise des akademischen Arbeitsmarktes in den 1880er Jahren zusammenfiel, die sich erst um die Jahrhundertwende wieder entspannte.[5] In der Diskussion um die „Überfüllung“ der Gymnasien und Universitäten, wurde der (zunächst positiv bewertete) überdurchschnittliche „Bildungsdrang“ den Juden zum Vorwurf gemacht und als „Bildungshochmut“[6], „rastloser Intellektualismus“ oder „skrupellose Verdrängung der christlichen Kommilitonen“ gewertet[7].

„Die Juden können die allerbesten Mittel anwenden und doch macht man ihnen den Vorwurf. Denn wenn jemand seine Kinder in die Schule schickt und sie etwas lernen lässt und wenn nachher die Kinder anderen Kindern zuvorkommen, die nichts gelernt haben, so werden sie das doch für eine edle Art des Wettstreits halten müssen. Ich weiß in der Tat nicht mehr was die Leute machen sollen, um vorwärts zu kommen. [...] Aber wenn man ihnen ihre Bildung vorwirft und daraus einen Gegenstand macht, den man geradezu im darwinistischen Sinne als Kampf ums Dasein bezeichnet, dann hört jede mögliche friedliche Entwicklung auf, da ist kein Frieden mehr zu halten, wenn sie so weit gehen, dass sie dem Vater einen Vorwurf daraus machen, dass er seine Kinder in eine höhere Schule schickt.“[8]

1. Gymnasien

Der Besuch einer weiterführenden Schule war bei Juden weitaus häufiger als bei Nichtjuden. Während 1908 etwa 8% aller Kinder in Preußen einen über die Volksschule hinausgehenden Unterricht erhielten, lag dieser Anteil bei jüdischen Kindern bei 59% (in Berlin 67% und in Hamburg sogar bei 96%).

An den humanistischen Gymnasien (in Preußen) stieg der Anteil der Juden zwischen 1860 und 1880 von 5,8% auf 10,8% (absolut: 9279). Nach 1886 sank zwar sowohl der prozentuale, als auch der absolute Anteil von Juden bis 1911 wieder auf 6,5% (absolut: 7684) ab, trotzdem bedeutete das noch keine „Trendwende“ im Akademisierungsprozess, da dieser Rückgang vor allem auf Folgen der demographischen Entwicklung zurückzuführen war. Der Anteil von Juden im Schüler- und Studentenalter war aufgrund von abnehmendem Geburtenüberschuss, Überalterung und Auswanderung gesunken. An allen Typen von Gymnasien stellten Juden 1906 15762 Schüler (6,5%) und waren damit entsprechend ihres Bevölkerungsanteils etwa sechsfach überrepräsentiert. In Berlin betrug ihr Anteil sogar 18% und in bestimmten Wohngebieten noch mehr.

In Österreich besuchten insgesamt relativ weniger Juden wie Nichtjuden Gymnasien. Hier waren auch die regionalen Unterschiede noch schärfer ausgeprägt als in Preußen. 1903/4 gab es 15880 jüdische Schüler in den österreichischen Gymnasien und Realschulen, das waren ca. 14%. Entsprechend ihres in Österreich höheren Bevölkerungsanteils waren jüdische Schüler hier „nur“ dreifach überrepräsentiert.

Durch die besondere Konzentration in den Hauptstädten Wien und Berlin[9] lagen dort die Anteile meist weit über diesen Durchschnitten. In Berlin waren im Jahr 1893 an fünf Gymnasien und Realgymnasien mehr als ein Drittel jüdische Schüler. In Wien machten Juden 47% der Real- und Gymnasialschüler aus (eine etwa fünffache Überrepräsentation). Etwa ein Drittel von ihnen war nicht in Wien geboren, sondern vor allem aus Böhmen, Mähren und Schlesien zugewandert.[10]

Der „Luxus“ ein Gymnasium zu besuchen war bei den Juden nicht nur in begüterten Familien üblich. Das Bestreben, ihren Kindern eine höhere Ausbildung zukommen zu lassen, war bei jüdischen Familien kleinbürgerlicher und sogar ländlicher Herkunft weitaus verbreiteter, als bei der Restbevölkerung dieser Schichten.

„Die einfachen Dorfjuden, die sich vom Viehhandel und vom Hausiererhandel ernährten, hatten einen ungeheuren Respekt vor Gelehrsamkeit, so ungebildet sie selbst waren. Dieser Respekt drückte sich auch in dem Stolz aus, mit dem sie ihre Kinder auf das Gymnasium der benachbarten Kreisstadt Hersfeld schickten.“[11]

Der Gymnasialbesuch war bei Juden unabhängiger von der sozialen Position und ein wichtiger Schritt zum gesellschaftlichen und beruflichen Aufstieg. Mit dieser überdurchschnittlichen Ausbildung der Jugend war bereits die Vorbedingung für den hohen Anteil von Juden in der deutschen Bildungselite gegeben.

2. Die jüdischen Studenten

Noch deutlicher manifestierte sich das jüdische Bildungsbewusstsein in ihrem Anteil an den Studenten. 1886 wies die erste preußische Universitätsstatistik 1134 jüdische Studenten aus, damit machten sie 9% aller Studierenden aus und waren entsprechend ihres Bevölkerungsanteils etwa 7,5fach überrepräsentiert. Protestanten waren in etwa ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend repräsentiert (1,1fach) während Katholiken mit 0,6fach an den Universitäten „unterrepräsentiert“ waren. Hiermit war der Höhepunkt der jüdischen Studentenzahlen bereits erreicht und ihr prozentueller Anteil sank bis 1911 auf 5,6% - die absolute Zahl stieg zur gleichen Zeit aber noch auf 1356. Hieraus wird deutlich, dass jetzt auch die Gesamtbevölkerung verstärkt in die Universitäten strömte, und somit der prozentuale Anteil der Juden geringer wurde. Die Juden hatten diesen allgemeinen Trend also vorweggenommen und den „Aufstieg durch Bildung“ für sich „entdeckt“.

In Österreich war die Lage ähnlich. 1904 machten hier 4272 Juden 18% der Studenten aus und waren somit etwa mit dem Vierfachen ihres Bevölkerungsanteils vertreten.

Besonders deutlich wurde die starke Präsenz der Juden an den Universitäten in beiden Ländern durch die Konzentration in wenigen Ballungszentren, vor allem in Wien und Berlin, aber auch in Prag und Czernowitz bzw. Breslau und Königsberg. In Preußen studierten in den 1880er Jahren 97% aller jüdischen Studenten an den Universitäten Berlin, Breslau und Königsberg. An der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin waren Juden die zweitstärkste Religionsgruppe. An der Universität Wien machten Juden ein Viertel der Studierenden aus, in Prag 27% und in Czernowitz 41%.

Neben ihrer überdurchschnittlich hohen Präsenz im Universitätswesen, wiesen die Juden als Gruppe auch bestimmte Tendenzen und Merkmale auf, die sie vom Gesamttrend der Studenten unterschied. Hierzu gehörten die Fächerwahl, das Studienverhalten und die soziale Herkunft der jüdischen Studenten.

2.1 Die Fächerwahl

Die Wahl der akademischen Fächer spiegelte die antisemitische Praxis bei der Vergabe von Staatsämtern wider, zu denen Juden laut Verfassung eigentlich der gleichberechtigte Zugang garantiert war. Tatsächlich wurden Juden vor allem in Deutschland nur in Ausnahmefällen und unter Schwierigkeiten als Beamte akzeptiert. Jüdische Studenten versuchten bei ihrer Fächerwahl also einem „doppelten Anpassungsdruck“[12] Rechnung zu tragen: Den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und dem beschränkten Berufsangebot für Juden. Somit unterschied sich die Fakultätswahl der Juden stark von der nichtjüdischer Studenten und konzentrierte sich besonders auf Fächer die zu freien Berufen führen konnten, zunächst auf Medizin und mit der Freigabe der Rechtsanwaltschaft in Preußen 1879 auch auf Jura.

Der Arztberuf hatte bei den Juden eine lange und angesehene Tradition und so war Medizin das zunächst am meisten bevorzugte Fach jüdischer Studenten: 1886/87 studierten 57% aller jüdischen Studenten Medizin und machten an den medizinischen Fakultäten in Berlin und Breslau 37% bzw. 34% aller Studenten aus. Daneben fand die juristische Fakultät immer mehr Zustrom von Juden, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts studierten dieses Fach jetzt 41% der Juden und nur noch 25% Medizin, während an der philosophischen Fakultät, die anfangs von Juden am stärksten abgelehnt worden war jetzt 34% der Juden immatrikuliert waren.

Gerade an der philosophischen Fakultät zeigt sich, wie sich die Fächerwahl der Juden vom allgemeinen Trend unterschied, da diese vornehmlich der Lehrerausbildung diente und von Juden deutlich weniger besucht wurde, als von Nichtjuden. Im öffentlichen Schulwesen fanden Juden kaum Anstellungsmöglichkeiten an den meist konfessionellen Schulen und blieben auf die wenigen Simultanschulen und die jüdischen Schulen verwiesen. Ein Teil der jüdischen Absolventen der philosophischen Fakultät ging in den Journalismus, wo sie weniger für die jüdische Presse, sondern vor allem für die liberale Presse, im Kulturbereich und für die sozialistische Presse arbeiteten.

Ein weiterer Unterschied in der Fächerwahl von Juden und Nichtjuden zeigt sich bei den ärmeren Studenten. Das Medizinstudium als Mittel zum sozialen Aufstieg wurde zunächst von allen armen Studenten bevorzugt, nach Ende der Anstellungskrise für Lehrer um die Jahrhundertwende aber von den Lehramtsfächern abgelöst. Die armen jüdischen Studenten hingegen bevorzugten weiterhin das Medizinstudium, während sie eine zunehmende „Abneigung“ zum Jurastudium aufwiesen. Dieses Fach wurde demnach vornehmlich von Juden aus wohlhabenderem Elternhaus bevorzugt.

In Österreich war die Studienfachwahl der Juden strukturell ähnlich. In beiden Ländern studierten mehr Juden als Nichtjuden Medizin (Österreich 1903/4: 25%), waren weniger als Christen an den philosophischen Fakultäten vertreten (Österreich 1903/4: 34%) und Jura war bei den österreichischen Juden ebenso beliebt wie bei den deutschen (1903/4: 54%).

Die jüdischen Absolventen konzentrierten sich, wie schon erwähnt, auf die selbständigen Berufe (also vor allem Arzt und Rechtsanwalt) – im Gegensatz zu den nichtjüdischen, von denen ein Großteil Beamtenstellen erhielt. Der Anteil der Juden an den Selbständigen in akademischen Berufen stieg kontinuierlich an. 1907 stellten Juden 1877 Rechtsanwälte im Deutschen Reich (etwa 15% der Anwaltschaft) und in Berlin mit 526 jüdischen Anwälten sogar über die Hälfte der Anwaltschaft. Als Richter dagegen wurden Juden nur mit Schwierigkeiten zugelassen und unterlagen einem starken „Taufdruck“: 1907 gab es in Preußen immerhin 155 jüdische Richter (4,2%), und 108 konvertierte Juden als Richter. Bis 1914 sank der Anteil jüdischer Richter weiter auf 2,8%. Bei den Ärzten machten die Juden zur selben Zeit etwa 6% der Ärzteschaft aus (4719), die sich, wie die Rechtsanwälte, besonders in den Großstädten konzentrierten. Bis 1925 stiegen diese Zahlen noch weiter und Juden stellten dann 26% aller Anwälte und 15% aller Ärzte im Deutschen Reich. Durch die starke Urbanisierung der Juden erhöhten sich diese Anteile in den Großstädten noch. In Wien haben Juden 1910 vermutlich jeweils über 40% der Journalisten, Rechtsanwälte und Ärzte gestellt.[13]

2.2 Studienverhalten und soziale Herkunft jüdischer Studenten

Neben der Fächerwahl unterschieden sich die Juden als Gruppe auch durch ihr Studienverhalten. Im Durchschnitt waren sie jünger als Studierende anderer Konfessionen (Katholiken hatten durchschnittlich das höchste Alter) und schlossen ihr Studium schneller ab. So lag bei ihnen der Anteil an jungen Studenten am höchsten und der der überlange Studierenden am niedrigsten unter den drei Konfessionen.[14]

Dieses Studienverhalten lässt sich zum Teil aus der sozialen Struktur der jüdischen Studentenschaft ableiten. Entgegen der unter Zeitgenossen weit verbreiteten Annahme, dass die jüdischen Studenten vor allem aus Familien des mittleren und oberen Bürgertums stammten und überhaupt nur wegen des großen Anteils der Juden an dieser Schicht so zahlreich an den Universitäten vertreten waren (s. II. 1.), kam ein beträchtlicher Anteil der Juden aus sehr bescheidenen Verhältnissen:

„Es widerspricht aber durchaus der landläufigen Ansicht und wird selbst überraschen, dass auch die jüdischen Studenten mit zu den ärmeren gehören [...]. Wie man also die Kreise der Untersuchung auch begrenzt, immer tritt der katholische und der jüdische Student als arm und unterstützungsbedürftig hervor, und zeigt sich der evangelische als aus solchen Kreisen hervorgegangen, deren Wohlhabenheit die Inanspruchnahme fremder Mittel nur in verhältnismäßig geringem Grade erfordert.“[15]

Das lässt sich aus den Universitätsstatistiken über bedürftige Studenten ablesen, die eine „Honorarstundung“, also einen Aufschub der Zahlungen für private, prüfungsrelevante Vorlesungen bis zum Berufseintritt des Studenten, beantragten. Nach diesen Zahlen war 1887 an den preußischen Universitäten ein deutlich größerer Anteil von Juden (27,2%) als von Protestanten (15,4%) bedürftig (Katholiken 29,5%)[16]. Auch hier machte sich wieder die besondere Konzentration der Juden bemerkbar: 72,5% (224) der jüdischen Bedürftigen studierte an der Berliner Universität, danach folgte Breslau mit 16,8% (52). Somit waren in Berlin 29,7% (224 von 840) aller jüdischen Studenten bedürftig und machten 24,1% aller Honorarstundung beanspruchenden Studenten aus. Wenn man davon ausgeht, dass nach dieser Schicht noch eine mindestens ebenso große Gruppe klein- bis mittelbürgerlicher Herkunft folgte, so war über die Hälfte der Juden „nichtelitärer“ Herkunft. Die Studenten sehr wohlhabender Herkunft, die zu Beginn des Jahrhunderts das Bild der jüdischen Studenten prägten, waren zahlenmäßig nicht mehr so bedeutend.

„Alle jüdischen Familien, die es sich irgendwie leisten konnten, hatten den Wunsch, wenigstens einen Sohen studieren zu lassen, zumal den Juden ja die Offiziers und Beamtenstellen verschlossen, bzw. der Zugang ihnen sehr erschwert war. So war es auch nichts Außergewöhnliches, wenn der durchaus ehrenwerte, angesehene Fleischer G. zwei seiner drei Söhne studieren ließ, von denen der eine ein geschätzter Frauenarzt, der andere ein unter seinen Kollegen beliebter Rechtsanwalt in Berlin wurde.“[17]

Der Zugang von Studenten aus klein- und unterbürgerlichen Familien nahm ständig zu – und auch hierin nahm die jüdische Bevölkerung einen Trend der Gesamtbevölkerung vorweg.

Der weitaus größte Teil der armen deutsch-jüdischen Studenten kam aus den preußischen Ostprovinzen. In den 1880er Jahren kamen 46% aller jüdischen Studenten in Preußen allein aus den Provinzen Posen und Schlesien (wo nur ein Viertel der Juden lebte) und machten im Jahr 1888/89 48% der behördlich als arm anerkannten jüdischen Studenten aus. Die Überrepräsentanz von Juden gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil war umso höher, je weniger industrialisiert und urban eine Region war. Die Provinz Ostpreußen, wo Juden 11,3-fach überrepräsentiert waren, stand an der Spitze.

Hieran zeigt sich, wie sehr die übrige Bevölkerung dem jüdischen Bildungsstreben, das sich in ihrem Akademisierungsgrad ausdrückte, hinterherhinkte. Die gesteigerte Bildungsmotivation der Juden in den Ostprovinzen drückte den Wunsch nach sozialem Aufstieg und besseren Berufsmöglichkeiten aus. Die jüdische Bevölkerung des Ostens führte den Akademisierungsprozess weiter, den die Juden im Westen Deutschlands eingeleitet hatten und gaben die eigentliche Schubkraft zur Entstehung eines breiten jüdischen Bildungsbürgertums im Kaiserreich. Im Kontext der allgemeinen großen Ost-Westwanderung erscheint die Akademisierung der Juden „gleichzeitig als geographische (Urbanisierung mittels Studium) und (nachgeholte) soziale Mobilität.“[18]

Ein weiteres und besonders auffälliges Element innerhalb der jüdischen Studentenschaft waren die seit den 1890er Jahren verstärkt auf die preußischen Universitäten strömenden ausländischen Juden aus Polen (aus den von Russland annektierten Gebieten) und Russland. Die Gründe hierfür waren zum einen die durch Pogrome ausgelöste allgemeine Westwanderung der osteuropäischen Juden, zum anderen aber auch ein spezieller Numerus Clausus, der nur einen bestimmten Prozentsatz[19] von Juden an den russischen Universitäten zuließ, sowie die Überbevölkerung in den jüdischen Ansiedlungsrayons und die berufliche Perspektivlosigkeit. Die russischen und polnischen Juden studierten meist ein technisches oder kaufmännisches Fach an einer TU oder Akademie, oder Medizin an der Universität. Zwischen 1899 und 1912 verzehnfachte sich die Zahl aller russischen und polnischen Medizinstudenten im Reich (auf 1244) und fast alle von ihnen waren vermutlich Juden, in Preußen zumindest 90%. Sie konzentrierten sich in einigen Gebieten stärker, so z.B. in Sachsen. Dort hatte die Bergakademie Freiberg beispielsweise einen Ausländeranteil von 60% und die Handelshochschule in Leipzig über 50%.

Als Ausländer bekamen die russischen Studenten keine staatliche Unterstützung wie die Honorarstundung und so waren sie zur Finanzierung ihres Studiums auf die Hilfe der jüdischen Gemeinden und für Studenten damals sehr unübliche Nebenverdienste angewiesen. Ein großer Teil von ihnen lebte unterhalb der Armutsgrenze, aber mit dem Diplom genossen sie nach ihrer Rückkehr und einer nochmaligen Prüfung das freie Ansiedlungsrecht, bessere Berufs- und soziale Aufstiegschancen.

„Viele dieser russisch-jüdischen Studenten und Studentinnen erkämpfen sich ihr Studium unter den widrigsten Verhältnissen. Als Anreiz kommt neben dem Wissensdurst und Tatendrang der jung-jüdischen Generation in Russland der Umstand in Betracht, dass das Universitätsdiplom sie von einigen der drückendsten Bestimmungen der russischen Judengesetzgebung befreit, insbesondere ihnen das Wohnrecht außerhalb des Ansiedlungsrayons verleiht.“[20]

3. Jüdische Frauen und höhere Bildung

Die höhere Schulbildung für Frauen begann mit der Einrichtung von Mädchen-Lyzeen[21]. In den 1890er Jahren begann die Einrichtung von Gymnasialkursen für Mädchen im Deutschland und Österreich[22] und die Zulassung zum Universitätsstudium erfolgte zwischen 1908 und 1911. Von Anfang an waren Jüdinnen in den weiblichen Bildungseinrichtungen stark überrepräsentiert, vor allem in den Großstädten: In Wien stellten Jüdinnen 1895/96 57% der Schülerinnen an Mädchen-Lyzeen (1910:46%)[23], in Berlin um die 20%[24]. Unter den Abiturientinnen waren 1911 in ganz Deutschland 12% Jüdinnen, in Berlin, Frankfurt und Wien oft ein Drittel und mehr. Die meisten Abiturientinnen begannen ein Universitätsstudium, meistens allerdings eher als Symbol für Klassenstatus, Bildung und Modernität, nur wenige starteten eine Berufskarriere. Anders als die männlichen Studenten stammten die weiblichen fast ausnahmslos aus wohlhabenden Familien, die es sich leisten konnten, eine Tochter zusätzlich studieren zu lassen – die Ausbildung (zumindest das Studium) der Söhne hatte Vorrang. Eine Ausnahme in bezug auf die soziale Herkunft bildete die Ausbildung zur Lehrerin, wo der Anteil von Frauen aus mittleren und kleinbürgerlichen Schichten vermutlich größer war.[25] Der Lehrerinnenberuf war einer der wenigen vom Bürgertum anerkannten Frauenberufe.

„Im allgemeinen war es für die jungen Damen verpönt, einen bezahlten Beruf zu ergreifen. Auch weniger bemittelte Eltern und ärmere Witwen hielten meist ihre Tochter beruflos im Haus, um ein Herabsinken des Familienansehens zu vermeiden. Eine Ausnahme bildete die Ausbildung für den Lehrerinnenberuf.“[26]

Die Ausbildung erfolgte an speziellen Lehrerinnenseminaren, nach dessen Abschluss die Frauen auch ohne Abitur an der Philosophischen Fakultät studieren und Oberlehrerin werden konnten. Von den ausgebildeten jüdischen Lehrerinnen (1907: 1128 in Deutschland) arbeiteten die wenigsten im Lehrerberuf. Jüdinnen machten unter den weiblichen Lehrerinnen an den meist konfessionellen Schulen Preußens weniger als ein halbes Prozent aus. Der Großteil arbeitete hingegen als Gouvernante oder Privatlehrerin. Für diejenigen, die nicht auf eine Erwerbsarbeit angewiesen waren, lag es daher nahe, sich an der philosophischen Fakultät einzuschreiben; ein Studium, das auch mit dem traditionellen Frauenbild leichter zu vereinbaren war. Insgesamt waren Frauen daher besonders in Fächern wie Philosophie, Geschichte und Philologie immatrikuliert.[27]

Jüdinnen unterschieden sich von den übrigen Studentinnen hingegen durch ihre überproportionale Präsenz in naturwissenschaftlichen Fächern, Mathematik und vor allem Medizin. In Preußen studierten 40% der jüdischen Studentinnen im Jahr 1910/11 Medizin, im Gegensatz zu 18% der nichtjüdischen Studentinnen. Auch hier gab es, wie bei den Männern, einen beträchtlichen Anteil an ostjüdischen Studentinnen, die in dem traditionellen jüdischen Beruf die besten Berufsaussichten sahen (in Wien z.B. stammte die Hälfte der jüdischen Medizinstudentinnen aus Galizien). Nimmt man zur Medizin noch Naturwissenschaften und Mathematik dazu, so waren in diesen Fächern 59% der Jüdinnen vertreten (und 37% der Nichtjüdinnen). Im Deutschen Reich machten Jüdinnen im selben Jahr 8,6% der Studentinnen an der philosophischen Fakultät aus, dagegen 28% an der medizinischen. In Wien waren die Anteile 1913 38% bzw. 58%.[28]

Insgesamt waren 1914 11,2% der ca. 4000 weiblichen Studenten im deutschen Reich Jüdinnen. Damit waren sie zwar anteilsmäßig stärker überrepräsentiert als die Juden unter den männlichen Studenten, die 5,6% ausmachten, die absolute Zahl jüdischer Studentinnen war aber ausgesprochen klein und stellte nur die „Avantgarde“ der Jüdinnen, aber auch der Frauen insgesamt dar.[29] Trotzdem tritt gerade bei dieser zahlenmäßig kleinen Gruppe der durchschnittlich höhere Bildungsgrad der Juden und damit auch ihre größere Modernität im Vergleich zur Restbevölkerung, hervor.

4. Juden in Wissenschaften und Kultur

Der breite Zugang zu den Universitäten war eine wichtige Voraussetzung für die wissenschaftlichen Leistungen einzelner Juden. Der intellektuelle Erfolg dieser Juden in Deutschland war außergewöhnlich, sowohl im wissenschaftlichen Bereich, als auch im kulturellen. Juden stellten einen bedeutenden Anteil unter den erfolgreichsten Wissenschaftlern des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts dar.

„It is a fact which must strike any dispassionate observer that the Jewish people have contributed much more than an even share to the intellectual life of modern Europe. [...] It is not only that men of Jewish extraction continue to supply more than a proportionate quota to the rank and file engaged in scientific and scholarly work, but a disproportionate number of the men to whom modern science and scholarship look for guidance and leadership are of the same derivation. Particularly is this true of the modern sciences, and it applies perhaps especially in the field of scientific theory [...].“[30]

So waren beispielsweise fast ein Drittel aller deutschen Nobelpreisträger der ersten vierzig Jahre des 20. Jahrhunderts jüdischer Abstammung.[31] Ebenso waren Juden im kulturellen Leben Deutschlands vertreten und stellten bedeutende Gelehrte, Künstler und Schriftsteller, besonders - aber nicht nur - unter den Vertretern der Moderne.[32]

Unter den jüdischen Wissenschaftlern lassen sich ebenso wie bei den Studenten bestimmte Gruppenmerkmale feststellen durch die sie sich von den Nichtjuden unterschieden. So wurden Juden in der oberen Universitätshierarchie zunehmend diskriminiert und waren einem starken „Taufzwang“ ausgesetzt. 1875 gab es 20 getaufte „jüdische“ Professoren in Deutschland gegenüber 10 ungetauften, 1909 waren es 44 getaufte gegenüber 25 ungetauften. Außerdem war bei Juden im gesamten akademischen Personal der Anteil der Inhaber der höchsten Position, des Ordinarius, deutlich kleiner: Er betrug 1874/75 14,5% - bei den Nichtjuden dagegen knapp 58%. Auch die Karrieremuster verliefen bei Juden im Allgemeinen unterschiedlich. Bei den „erfolgreichsten“[33] jüdischen Wissenschaftlern lässt sich feststellen, dass sie durchschnittlich länger auf der (wirtschaftlich unsicheren) Privatdozentenebene verbrachten und wenn überhaupt erst sehr spät zum Ordinarius berufen wurden. Weiterhin wurden sie öfter an kleinere Universitäten außerhalb des Zentrums des Universitätssystems berufen.[34] Trotz dieser Hindernisse - oder gerade deswegen (s. unter II.2.) - war der wissenschaftliche Erfolg der Juden beachtlich.

Dieser Erfolg wurde als eine Art Verteidigungsstrategie gegenüber dem Auftreten eines qualitativ neuen, politisch organisierten Antisemitismus hervorgehoben und als jüdischer „Beitrag“ zur deutschen Kultur gewertet, der den Anspruch auf Integration zusätzlich rechtfertigen sollte. Und als deutlich wurde, dass diese nur teilweise verwirklicht wurde, diente die Betonung der kulturellen Verdienste der Juden als eine Art Kompensation für die unvollständig gebliebene Integration und eine immer noch spürbare Diskriminierung. Das „Beitragsargument“ wurde somit „zu einem wesentlichen Element des jüdischen Selbstgefühls, ja sogar der jüdischen Identität“.[35]

II. Ursachen des jüdischen Bildungsbewusstseins

1. Wohlstand und Urbanität

Mit Bekannt werden der Zahlen jüdischer Schüler und Studenten, setzte eine Diskussion über die Ursachen des überdurchschnittlichen Zustroms von Juden in die höheren Bildungseinrichtungen ein. Der „jüdische Bildungsdrang“ wurde zunächst mit dem durchschnittlich größeren Wohlstand der Juden erklärt, die sich demnach eine gute Ausbildung häufiger leisten konnten. Das allgemeine Erscheinungsbild der jüdischen Studenten, vor allem aus den preußischen Ostprovinzen, widersprach aber dieser Auffassung, denn wie bereits erwähnt, gehörten die jüdischen Studenten (neben den katholischen) häufig zu den Ärmeren und Bedürftigen (s. I. 2.1.). Hier lag der Fall eher umgekehrt und für sie war, wie für die übrigen Juden vorher auch, gerade „die Erlangung weltlicher Bildung ein Mittel zum Vorwärtskommen“ [36] , ein Mittel des sozialen Aufstiegs. Als weitere Ursache wurde daher die größere Urbanität der jüdischen Bevölkerung angeführt. Durch die größere Konzentration in den Städten war auch die Nähe und somit der leichtere Zugang zu den Bildungseinrichtungen gegeben.

„[Die] Steigerung [des Anteils jüdischer Schüler an höheren Schulen] hängt mit dem gewachsenen Wohlstande der Juden, ihrer Konzentration in dem bildungsfreundlichen und bildungsbedürftigen Großhandel und ihrem Zuzug in die großen Städte zusammen, wo bessere Schulbildung leichter zu erhalten ist.“[37]

Betrachtet man aber den starken Andrang der armen ostpreußischen Studenten aus den meist weniger urbanisierten Gebieten zu den Universitäten, so scheint die Urbanisierung weniger Ursache als vielmehr Mittel zum Zweck der Erlangung von Bildung gewesen zu sein. Die größeren Schwierigkeiten (Armut und regionale Herkunft), denen diese Studenten ausgesetzt waren, weisen auf „eine nochmals gesteigerte Studienmotivation“ [38] der ostelbischen preußischen Studenten hin, die durch den Wunsch nach sozialem Aufstieg ausgelöst wurde. Wohlstand und Urbanisierung waren somit nicht die Auslöser für die Akademisierung der Juden, sondern nur ein weiterer Aspekt neben der traditionellen „Wertschätzung des Wissens und Lernens an sich“ [39] , die das allgemein stärkere Bildungsbewusstsein der Juden bedingte (s. II. 3.).

2. Diskriminierung als Motivation

Eine weitere Erklärung unterstellt gewisse „Vorteile der Diskriminierung“ [40] , die den Juden zum besonderen Erfolg verhalfen. Der (offene oder verdeckte) Antisemitismus führte zu bestimmten Reaktionen der Juden, die sich (im Nachhinein) als leistungsfördernd entpuppten. So könnte man in bezug auf die jüdischen Studenten argumentieren:

„Antisemitismus und Bildungsprotektionismus bewirkten eine aggressive Haltung gegenüber ‚Außenseitern‘ und ‚Neulingen‘ im Reiche der akademischen Bildung. Juden, zumal diejenigen klein- und unterbürgerlicher Herkunft, gerieten in einen starken Legitimationszwang. – Alles zusammen produzierte ein funktionales Studienverhalten und überdurchschnittliche Studienleistungen.“[41]

Ein ähnliches Phänomen lässt sich unter den herausragenden jüdischen Wissenschaftlern feststellen.[42] Der Umstand, dass Juden durchschnittlich länger auf die Privatdozentenebene verwiesen waren, barg (neben großer wirtschaftlicher Unsicherheit) die bessere Möglichkeit der Spezialisierung vor allem in ausgefallenen und (wie sich später herausstellte) zukunftsträchtigen Disziplinen, im Unterschied zur höchsten akademischen Position, dem Ordinarius. Dazu kamen die häufigeren Berufungen von Juden an unbedeutendere Universitäten an der „Peripherie“, an denen sich aber gerade neue und widersprüchliche Disziplinen entwickeln konnten. Jüdische Wissenschaftler wurden somit „ - oft sogar als Opfer der Diskriminierung und gegen ihren Willen – auf wissenschaftliche Positionen, in ‚schöpferische Nietchen‘ gedrängt [...], die sie dann offensichtlich gründlich ausnutzten.“ [43]

Neben den äußeren Umständen, durch die die „Vorteile der Diskriminierung“ wirkten, kann dieses Argument auch psychologisch interpretiert werden. Durch die Rolle der Juden als soziale Randgruppe und der damit verbundenen Sonderstellung hätten sich die Juden demnach eine „kreative Skepsis“ angeeignet, die, so scheint es, die Voraussetzung für die Unbefangenheit zur Entwicklung neuer Ideen und intellektueller Beschäftigung ist.

„It appears to be only when the gifted Jew escapes from the cultural environment created and fed by the particular genius of his own people, only when he falls into the alien lines of gentile inquiry and become a naturalised, though hyphenate, citizen in the gentile republic of learning, that he comes into his own as a creative leader in the world’s intellectual enterprise. It is by loss of allegiance, or at the best by force of a divided allegiance to the people of his origin, that he finds himself in the vanguard of modern inquiry.“[44]

Allerdings trifft es für die Juden, zumindest für die Naturwissenschaftler, selten zu, dass sie sich als Außenseiter gesehen und gefühlt und sozusagen aus der Opposition heraus ihre Leistungen erbracht hätten. Außerdem war nicht immer eine „intellektuelle Aufsässigkeit“ die Voraussetzung für wissenschaftlichen Erfolg, sondern gerade in den Naturwissenschaften ein gewisses Maß an Konformismus notwendig. Somit kann diese These zwar zur Erklärung individueller jüdischer Leistungen beitragen, umso mehr, vermutlich, für Geisteswissenschaftler und Schriftsteller, bei denen das Gefühl des Fremdseins häufiger zu finden war, nicht aber zur allgemeinen Erklärung des intellektuellen Engagements der Juden. Es war vielmehr gerade das Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und Integration, das einen besonderen Ehrgeiz und den Drang bzw. die Notwendigkeit nicht nur gut zu sein, sondern „zu brillieren“ hervorrief. Die Diskriminierung wurde auch von einigen Juden als „Ansporn der Begabten“ [45] empfunden.

3. Das traditionelle jüdische Bildungsbewusstsein

Die oben genannten Erklärungen können das jüdische Bildungsbewusstsein – ihr Bildungsstreben einerseits und den auch erreichten intellektuellen Erfolg andererseits – nur teilweise erklären. Sowohl Wohlstand und Urbanisierung, als auch psychologische Faktoren, die durch eine unvollständige Integration (bzw. Diskriminierung) ausgelöst wurden, mussten schließlich nicht zu einem ausgeprägteren Bildungsbewusstsein führen, sondern hätten sich auch anders auswirken können. Nur ein bereits vorhandenes ausgeprägtes Bildungsbewusstsein, eine traditionelle „Wertschätzung des Wissens und des Lernens“ machen den „jüdischen Bildungsdrang“ wirklich plausibel.[46]

Damit stellt sich die Frage, ob sich das jüdische Bildungsbewusstsein aus der jüdischen Religion, d.h. aus der traditionellen, religiösen Gelehrsamkeit herleiten lässt. Die jahrhundertealte Tradition und Wertschätzung des Bibel- und Talmudstudiums, wäre somit letztendlich auch Auslöser für die massive Hinwendung zur weltlichen Bildung im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts. Diese These beinhaltet aber zunächst ein Paradox: Einerseits war die traditionelle jüdische Gelehrsamkeit ausschließlich religiös und „das profane Wissen nicht nur verachtet sondern verpönt“ [47]. Andererseits war der Respekt vor der Wissenschaft bei den (modernen) Juden gerade „ein Anzeichen des Säkularisierungs- und des allgemeinen Modernisierungsprozesses unter ihnen“ [48] und auch die meisten Wissenschaftler stammten aus säkularisierten Elternhäusern und hatten gerade keinen (oder kaum) traditionellen Unterricht erhalten.[49]

Die Umstellung vom Traditionalismus zur modernen Bildung, die Übertragung des Respekts vor religiöser Gelehrsamkeit auf die moderne weltliche Wissenschaft war sicherlich ein sehr komplexer Vorgang und kein „direkter ‚Fortschritt‘“.[50] Trotzdem lassen sich bestimmte Elemente, die gemeinsame Grundlage sowohl für die traditionelle, jüdische, als auch die moderne, säkulare Bildung sind, als Besonderheit des Judentums ausmachen – und damit auch als Unterschied zum Christentum. Für die Juden in der Diaspora waren Erziehung und Bildung das wichtigste Mittel zur Aufrechterhaltung der Tradition und Selbstidentifizierung.

„After [...] the forced dispersal of the jews, ‚The Book‘ became the portable homeland. The loss of territorial unity strengthened the urge to preserve spiritual continuity. Community of ideas took the place of the physical community.“[51]

Der Wert des Lernens nimmt im traditionellen Judentum eine wichtige Rolle ein:

„Für das Judentum ist ‚Lernen‘ von zentraler, identitätsstiftender Bedeutung. Das gilt aber nicht nur für das ‚jüdische Lernen‘ im engeren, ursprünglichen Sinn, durch das die Inhalte, Werte und Normen, die den Traditionsbestand und das Wesen des Judentums ausmachen, angeeignet und von Generation zu Generation überliefert werden, sondern auch für Bildung und Erziehung überhaupt. [...] Daher sind Erziehung und Bildung generell im Judentum wesentlich ‚fester verankert‘ als im Christentum, was ihren höheren Stellenwert auch über das eigentliche ‚jüdische Lernen‘ hinaus erklärt.“[52]

Charakteristisch für das „jüdische Lernen“ war:

- Inhaltlich handelt es sich vor allem um die religiösen Gesetze und die Auffassungen über ihre Auslegung, die in der Tora und den Kommentaren, besonders dem Talmud niedergelegt sind, und die zugleich die Geschichte des jüdischen Volkes widerspiegeln.
- Das Lehrer-Schüler-Verhältnis war kein rein hierarchisches sondern basierte auf einem gemeinsamen, gegenseitigen Lernprozess.
- Der Zugang zum „Lernen“ war niemals ein klassen- oder schichtspezifisches Privileg, sondern Aufgabe zumindest aller Männer. Frauen waren zwar vom institutionalisierten „jüdischen Lernen“ ausgeschlossen, aber es gab dennoch einige, die sich bedeutende Kenntnisse auf diesem Gebiet aneigneten. Außerdem waren die Frauen dadurch auch eher bereit als die Männer, sich der weltlichen Bildung zu öffnen.
- Das „jüdische Lernen“ blieb nicht nur auf die Kindheit und Jugend beschränkt, sondern umfasste das ganze Leben. Im orthodoxen Judentum wurde es begabten Männern oft von der Gemeinde oder wohlhabenden Juden ermöglicht, sich allein dem Talmud- und Tora-Studium zu widmen. Diese „hauptberuflichen Lerner“ erfüllten damit sozusagen stellvertretend für ihre Familie optimal die religiöse Pflicht.
- Der traditionelle Lernort war neben der Familie zunächst die jüdische Elementarschule der Cheder, in dem vor allem hebräisch gelernt und in der Bibel gelesen wurde. Danach konnte eine weiterführende Talmud-Toraschule und danach eine Jeschiwa, eine Art religiöse Fachhochschule besucht werden.[53]

Einige Charakteristika des „jüdischen Lernens“ finden sich in der mit der Haskala beginnenden Hinwendung zur „weltlichen Bildung“ wieder, oder haben eine solche Entwicklung begünstigt: Obwohl es traditionell gerade der Cheder war, „in der das jüdische Kind vor jeder modernen Bildung behütet“ [54] wurde und der von den Reformern am stärksten abgelehnt wurde, so war es doch auch gerade diese Einrichtung, die dafür verantwortlich war, dass die Alphabetisierung unter den jüdischen Jugendlichen (auch schon vor Einführung der Schulpflicht) hoch war und grundlegende Lerngewohnheiten sowie der allgemeine Respekt vor Gelehrsamkeit bereits fester Bestandteil des jüdischen Lebensstils waren. Diese Gewohnheit deckte sich auch mit dem neuen bürgerlichen Ideal. Die Einstellung zur Bildung war einer der „Vorzüge des jüdischen Lebensstils“ [55] für einen Prozess der „Verbürgerlichung“ und Grundlage des Akademisierungsprozesses der Juden.

Auch das Ideal des allgemeinen Zugangs zur Bildung, (weitgehend) unabhängig von Wohlstand oder Klassenzugehörigkeit, spiegelt sich im „Bildungsdrang“ der klein- und unterbürgerlichen jüdischen Schichten wider, wie auch z.B. in den Gründungen von Freischulen für Ärmere oder der Unterstützung, die die jüdischen Gemeinden den ausländischen Studenten zukommen ließen.

Inhaltlich bzw. methodisch hat das „jüdische Lernen“ in der Entwicklung einer „kritischen, diskursiv verfahrenden Rationalität“ [56] seine Spuren hinterlassen, die vielleicht eine zusätzliche Erklärung für die Bevorzugung bestimmter Studienrichtungen und Berufe sein könnte – ohne jedoch so weit gehen zu wollen, ein spezifisch „jüdisches Denken“ anzunehmen.

Wie auch immer der Übertragungsprozess von der Wertschätzung traditioneller, religiöser Gelehrsamkeit auf ein modernes, säkulares Bildungsbewusstsein konkret vor sich gegangen sein mag, so ist doch deutlich, dass Bildung als ein zentraler Wert im Judentum fest verankert ist. Das traditionell ausgeprägte Bildungsbewusstsein der Juden ist somit auch die entscheidende Grundlage für den Akademisierungsprozess der Juden im 19. Jahrhundert.

Schlussbemerkung:

Das jüdische Bildungsbewusstsein weist drei entscheidende Aspekte auf. Zunächst einmal war es ein Merkmal, das die Juden als Gruppe von der gesamtdeutschen Bevölkerung unterschied. So wurde im ersten Teil dieser Arbeit dargestellt, dass Juden durchschnittlich länger und besser ausgebildet wurden und zwar sowohl die Männer als auch die Frauen (die Bildungsunterschiede zwischen Männern und Frauen in Preußen waren bei den Juden nur halb so groß wie bei der übrigen Bevölkerung[57] ). Juden waren in fast jedem Bereich der Bildung überproportional stark vertreten. Das Bildungsbewusstsein drückt sich als jüdische Eigenart in einem allgemein höheren Bildungsniveau aus.

Zweitens steht diese Eigenschaft im Zusammenhang mit anderen Gruppenmerkmalen der Juden, die – im Rückblick – auf eine schnellere „Modernisierung“ dieser Bevölkerungsgruppe hinweisen. Hierzu gehören:

- Der höhere Grad an Verstädterung der jüdischen Bevölkerung. (Anfang des 20. Jahrhunderts lebten mehr als ein Viertel der Juden in Städten mit 100 000 oder mehr Einwohnern, im Gegensatz zu 12% der Gesamtbevölkerung).
- Die Sozialstruktur der Juden, die durch eine breite wohlhabende Mittelschicht, eine kleine reiche und eine kleine Unterschicht gekennzeichnet war.
- Die besondere Berufsstruktur, die immer noch eine starke Konzentration im Handelssektor aufwies (1895 waren 56% der deutschen Juden in Handelsberufen tätig gegenüber 10% der Gesamtbevölkerung), und die gegen Ende des 19. Jahrhunderts relativ zurückging zugunsten einer Hinwendung zu akademischen und freien Berufen, während sich die Gesamtbevölkerung eher industriellen Berufen zuwandte.
- Der schnellere Geburtenrückgang und der Trend zu kleineren Familien – trotz geringerer Säuglings- und Kindersterblichkeit bei den Juden – zugunsten einer besseren Ausbildung der Kinder.

Zusammen mit diesen Merkmalen weist das jüdische Bildungsbewusstsein auf eine Entwicklung hin, die die Juden der Gesamtbevölkerung Deutschlands während des Kaiserreiches voraus hatten, und erst allmählich von ihr eingeholt wurde. Man könnte also fast sagen, dass in diesen Bereichen eine Assimilation im umgekehrten Sinne stattfand. Erst in der Zeit zwischen den Kriegen schloss sich die Kluft zwischen der gesamtdeutschen und der jüdischen Bevölkerung wieder, „doch wurde diese Entwicklung gewaltsam unterbrochen, so dass wir ihren möglichen Verlauf nie kennen werden.“ [58]

Drittens basiert das Bildungsbewusstsein der Juden im deutschen Kaiserreich auf einer traditionellen jüdischen Wertschätzung von Erziehung und Bildung, die in der jüdischen Religion begründet ist und dort stärker verankert ist, als im Christentum. Zumindest für den Fall der Bildung könnte hierin auch der Grund für den Entwicklungsvorsprung der Juden liegen. Die Einstellung zu Kindern und Bildung an sich deckte sich in vieler Hinsicht mit den neuen bürgerlichen Werten und leistete somit der „Verbürgerlichung“ der Juden Vorschub. Alte Gewohnheiten und Lebensformen brachten den Juden oft Vorteile in Bereichen, die zu dieser Zeit in der Allgemeinheit eine höhere Anerkennung erhielten und die im Nachhinein als modern erscheinen.[59]

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[...]


[1] Richarz (1997a), S. 111.

[2] Richarz (1974), S. 14.

[3] Die Veränderungen betrafen vor allem die demographische Struktur der jüdischen Bevölkerung, die Urbanisierung und die soziale Mobilität, bzw. die berufliche Struktur der jüdischen Bevölkerung. S. dazu: Richarz (1997a) und Richarz (1997b) , S. 13-62.

[4] Für Kampe (1988) , S. 80 sogar der einzig relevante Vorgang.

[5] S. Kampe (1988), S. 101.

[6] Chatzker (1988), S. 81.

[7] Ebd. S. 98, s. auch Chatzker (1988) , S. 75-82.

[8] Der Abgeordnete Dr. Virchow im Abgeordnetenhaus. Allgemeine Zeitung des Judenthums, 49, 7.12.1880, S. 769, zitiert nach Chatzker (1988), S. 80-81.

[9] In (Groß-)Berlin lag der Bevölkerungsanteil der Juden (1871-1910) zwischen 4,3 und 5,1%, in Wien seit den 1880er Jahren um 8,7%. S. Richarz (1997a), S.35.

[10] Zahlen nach Kampe (1988), S. 77-78 und Richarz (1997b), S. 56-58. Zu Wien s. auch Rozenblit (1989), S. 106-115.

[11] Samuel Spiro, Jugenderinnerungen aus hessischen Judengemeinden, zitiert nach Chatzker (1988), S. 79.

[12] Kampe (1988), S. 91.

[13] Zahlen nach Kampe (1988), S. 90-97 und Richarz (1997b), S. 58-60.

[14] Der Anteil junger Studenten bis 22 Jahre betrug bei den Juden 56,6%, bei den Protestanten 43,5% und bei den Katholiken 37,9%. „Senioren“ mit überlanger Studiendauer machten bei Nichtjuden 7,6%, bei den Juden aber nur 4,3% aus. S. Kampe (1988), S.97.

[15] Preußische Statistik, Bd.106 (1892) S. 59f, zitiert nach Kampe (1988), S. 86.

[16] Die Zahlen geben Auskunft über Studenten deutscher Staatsangehörigkeit. S. hierzu Kampe (1988), S.81-91.

[17] Adolph Asch, Posener und Berliner Erinnerungen (1881-1931) in: Richarz (1976), S. 229-230.

[18] Kampe (1988), S.87. Alle anderen Angaben ebd. S.81-87.

[19] Ruppin (1911), S. 128 nennt Prozentsätze zwischen 3% und 10%.

[20] Ebd. S. 128-129.

[21] 1869 wurde die erste höhere Mädchenschule, das Victoria-Lyzeum in Berlin gegründet. Richarz (1997c), S. 85.

[22] 1893 wurden die ersten Gymnasialkurse für Mädchen in Karlsruhe eingerichtet, wo 1899 die erste weibliche Abiturklasse abschloss; In der Habsburger-Monarchie bereits 1890 in Prag und 1892 in Wien. Ebd..

[23] Rozenblit (1989), S. 128.

[24] Kaplan (1996), S. 138.

[25] s. Kaplan (1996), S. 147.

[26] Adolph Asch (s. Fußnote 16) in: Richarz (1976), S. 230.

[27] Richarz (1997c), S. 84-88 und Kaplan (1996), S. 144.

[28] Kaplan (1996), S. 142-145.

[29] Richarz (1997c), S. 89.

[30] Thorstein B. Veblen 1919, in: Veblen (1948), S. 469. S. auch Singer (1949), S. 1072-1092.

[31] Volkov (1990a), S. 147.

[32] s. dazu Gay (1976).

[33] s. dazu Volkov (1990a). Volkov versteht die von ihr untersuchte Gruppe von Wissenschaftlern als „alle außergewöhnlichen jüdischen Wissenschaftler“ in den Bereichen Physik, Chemie und Medizin beinhaltend, und somit als repräsentativ (S.148-149).

[34] s. Volkov, S. 156- 162.

[35] Volkov (1990a), S. 146.

[36] Ruppin (1911), S. 113.

[37] Ruppin (1911), S. 122.

[38] Kampe (1988), S. 87.

[39] Ruppin (1911), S. 122.

[40] Volkov 1990a, S. 152.

[41] Kampe (1988), S. 98.

[42] S. dazu Volkov (1990a).

[43] Volkov (1990a), S. 161.

[44] Veblen (1948), S. 473-474, s. dazu auch Volkov (1990a), S. 151-152.

[45] So z.B. sah es Freud, s. Volkov, S. 157.

[46] s. Fußnote 38.

[47] Ruppin (1911), S. 113-114.

[48] Volkov (1990°), S. 150.

[49] ebd.

[50] ebd.

[51] Maller (1949), S. 896.

[52] Neues Lexikon des Judentums, s.v. „Jüdisches Lernen“, S. 244.

[53] Ebd. Zur Bedeutung der jüdischen Bildung und den jüdischen Bildungseinrichtungen s. auch Maller (1949) und Greenberg (1949).

[54] Ruppin (1911), S. 116.

[55] Volkov (1990b), S. 124.

[56] Neues Lexikon des Judentums s.v. „Jüdisches Lernen“, S. 245.

[57] Volkov (1990c), S. 144.

[58] Volkov (1990c), S. 145.

[59] s. auch Volkov (1990b), S. 124.

Details

Seiten
24
Jahr
1998
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107724
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
Schlagworte
Bildungsbewusstsein Juden Deutschland Integration

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Titel: Das jüdische Bildungsbewusstsein