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Deutsche Literaturgeschichte

Skript 2003 87 Seiten

Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe

Literaturgeschichte Seite 47

Übersichtüber das 19. Jahrhundert

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8. Die Klassik

von 1786 (Beginn Goethes Italienreise) bzw. 1794 (Beginn des Freundschaftsbundes Goethe/Schiller)

bis 1805 (Tod Schillers) bzw. 1832 (Tod Goethes)

Klassik:

-classicus, -i = Angehörige der höchsten Steuerklasse in Rom

-classicus 3 = mustergültig

1. Nationale Höhepunkt einer Kultur

2. Mustergültige Leistungen auf mehren Gebieten der Kultur

3. Antike wird zum Vorbild genommen (aber nicht Nachahmung !)

4. Langzeitwirkung klassischer Kultur

Die klassischen Strömungen der europäischen Literatur:

Klassische griechische Kultur:

Zeit von Perikles (5. und 4. Jhd.)

Homer

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Römische Klassik:

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Italienische Klassik:

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Englische Klassik:

Spätrenaissance:

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Spanische Klassik:

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Französische Klassik:

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kl. Tragödie:

Deutsche Klassik (= Weimarer Klassik):

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Vorklassiker:

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erweitert:

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Fabeldichter:

Jean de la Fontaine

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Wiener Klassik:

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Russische Klassik: Mitte des 19. Jhd:

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Skandinavische Klassik: Spätes 19. Jhd:

Heinrich Ibsen

August Strinberg

Die Weimarer Klassik

Historischer Hintergrund (1768 - 1794):

-1789 Ausbruch der Französischen Revolution · Verkündung der Menschenrechte · Parole: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ · Schutz des absoluten Königtums · Schreckensherrschaft in Frankreich · Koalitionskriege

-Aufstieg Napoleons zum Kaiser der Franzosen

-1804 - Österreich wird ein Kaiserreich

-1806 - Ende des „Heiligen Römischen Reiches“

Weimarer Klima:

Regierung unter Herzogin Anna Amalia (v. Weimar-Sachsen) betrieb Reformpolitik (Staatl. Wohlfahrt) und holte alles was Rang und Namen besaß nach Weimar:

1772 Wieland, als Erzieher für ihren Sohn Karl August (wurde der Freund Goethes) 1775 Goethe, als Politiker13

1776 Herder, als Oberhofprediger und späteren Generalsuperintendent

Wegbereiter der deutschen Klassik:

3 Vertreter des klassischen deutschen Idealismus:

Imanuel Kant

(1724 - 1804) , Philosoph aus Königsberg ("Außer Haus gehen bringt nichts") gilt als Ethiker unter den Philosophen und als Begründer der modernen kritischen Philosophie (nennt seine Philosophie Kritizismus)

Er stellt sich die Frage:

"Verhältnis von Objekt und Subjekt; wie verhält sich das eigene ich zu dem Umgebenden: (Es gibt das Ding an sich und durch mein Bewußtsein kann ich aus dem Ding an sich ein Ding für mich machen)"

1. Wie handelt der Mensch richtig (bei Kant mit dem Einklang mit der Geschichte)

2. Wann urteilt der Mensch richtig

Werke:

"Kritik der reinen Vernunft"

"Kritik der praktischen Vernunft" "Kritik der Urteilskraft"

Die Forderung „Du sollst gut handeln“ nennt Kant: "Kategorischer Imperativ" (= das Gewissen) - hat besonders die Klassiker beeinflußt (bes. Schiller):

"Handle so, daß die Maxime (Richtlinie) deines Handelns jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte!"

-Der Mensch steht zwischen Pflicht und Neigung (das eine will er, das andere soll und muß er!)

-Freiheit ist die Aufhebung dieses Widerspruchs (wenn er die Pflicht zu seiner Neigung macht ⇐ er tut Gutes nur um anderen eine Freude zu machen) = Grundthema in Schillers Dramen

Johann Joachim Winckelmann

1717 - 1768; war Historiker und Archäologe

Er war der Meinung, daß die griechische Kultur der Höhepunkt der menschlichen Kultur war, denn die griechische Kultur verkörpert ein Meschenideal (edle Einfalt und stille Größe), welches man anstreben sollte.

Sein berühmtestes Werk:

"Zur Geschichte der Kunst des Altertums"

Wilhelm von Humboldt

Erneuerer des Humanismus. Hat das antike Menschenbild zum Vorbild - "Edle sei der Mensch, hilfreich und gut." (eigentlich von Goethe).

Johann Wolfgang von Goethe

geboren am 28.08.1849 in Frankfurt am Main (Vater war Johann Kaspar Goehte, ein Jurist und kaiserlicher Advokat, Schwester war Cornelia).

Goethe wird nach dem Willen seines Vaters nie in öffentlichen Schulen unterrichtet sondern hatte immer Privatlehrer.

Das erste große Jugenderlebnis war der 7jährige Krieg (1756 - 1763) - sein Vater sympatisierte mit den Preußen und infolge dessen entzweite sich die Familie. Goethe selbst findet Gefallen am französischen Theater. Am Ende des Krieges lernt er ein Mädchen kennen - „Frankfurter Gretchen“ (= Name im Faust I)

1765 ging er nach Leipzig um Jus zu studieren, bzw. er hätte studieren sollen, beschäftigt sich aber vor allem mit der Literatur und Kunstgeschichte. In Leipzig trifft er seine erste Liebe ⇐ Anna Katharina (Kätchen Schönkopf):

"Annettlieder"

= Gedichtsammlung

"Das Leipziger Liederhandbuch"

= die gedruckte Version im Stile der Anakreontik

In Leipzig schrieb er seine ersten Dramen:

"Die Laune des Verliebten"

(im Stile des Rokoko")

"Die Mitschuldigen"

Lustspiel in Alexandrinern

1768 erkrankt er und kehrt nach Frankfurt zu seiner Mutter zurück, damit sie ihn gesundpflegen konnte. Eine Freundin der Mutter, die oft im Goethe'schen Haus verkehrte, war die Nonne Susanne von Klettenberg, mit ihr diskutierte er über Gott und die Welt.

Im April 1770 geht er auf Geheiß seines Vaters nach Straßburg um sein Studium fortzusetzen und abzuschließen. Dort wird er die zentrale Figur des Sturm und Drang. Er schließt sich den Straßburger „Stürmer und Drängern“ an. Begegnung mit Johann Gottfried Herder. Er schreibt dort die 1. Fassung des Urfaust sowie des Götz von Berlichingen.

Goethe fuhr oft nach Sesenheim (nördl. von Straßburg), zu einem evangelischen Pfarrer mit 3 Töchtern, in die jüngste, Friederike Brion, verliebte er sich:

"Friederiken-Lieder" oder das "Sesenheimer Liederbuch"

1771 geht er zurück nach Frankfurt.

1772/73 muß er sein Gerichtsjahr am Reichskammergericht in Wetzlar absolvieren. Dort verliebt er sich in Charlotte Buff - sie war die Verlobte seines Freundes Kestner. Diese Dreiecksbeziehung war der Hintergrundstoff für

"Die Leiden des jungen Werthers"

1774; Die Form hat er sich von Rosseau abgeschaut. Anders in dieser Dreiecksbeziehung ist nurdas Ende. Werther erschießt sich. (Die Leiden des jungen Werthers wurden auch auf russischund japanischübersetzt - im 18. Jhd. !!)

Er kehrt schließlich nach Frankfurt zurück und schrieb dort 2 weitere Werke:

"Clavigo"

"Stella"

1775: bekommt er einen Brief von Anna Amalia - Herzogin aus Weimar - diese holt in als Politiker nach Weihmar. Hier endet seine „Sturm und Drang-Zeit“.

Es folgen die 10 goldenen Weimarer Jahre 1775 bis 1786:

Politische Tätigkeiten: hatte viele Ämter, z. B.: Legationsrat (Gesandter), Direktor der Wegebaukommission, Leiter des Rekrutenwesens (auch Theaterbibliothek), Leiter des Bergwerks, Kriegs- und Finanzminister, ...

Betätigungen: z. B. Osteologie (Knochenlehre), Botanik (Anhänger der Urpflanzentheorie); Minerologie und Geologie, Optik

Literarisch: Diverse Oden:

"Gesang der Geisterüber den Wassern" "Wilhelm Meisters Lehrjahre"

Allerdings nur den Anfang, Fertigstellung im Jahre 1797 unter Schillers Einfluß

Literaturgeschichte Seite 54

Er schrieb Stücke für das klassische Theater (Liebhaberstücke) z. B. das Singspiel:

"Lila"

Seine Beziehung zu Charlotte von Stein (Frau des Oberstallmeisters) beeinflußte dieses Werk.Die eigensinnigen ich-betonten Helden verschwinden aus seiner Dichtung.

Von 1786 bis1788 Italienreise - Goethe entwickelt sich zum Klassiker (v. a. durch seinen Aufenthalt in Rom).

Kontakt mit Angelika Kauffmann (Malerin) - unter ihrem Einfluß und ihren Anregungen zeichnet Goethe 1000 Landschaftszeichnungen), Jakob Wilhelm Tischbein (Maler), u. v.

a. Seine Werke im Zusammenhang mit der Italienreise:

Klassische Werke (3 Dramen):

"Iphigenie auf Tauris"

"Egmont" (Philipp II) "Torquato Tasso"

Römische Elegien:

"Italienische Reise"

Tagebuchverf.

Geht nach Weimar zurück - Zerwürfnis mit Charlotte von Stein - Goethe zieht mit Christiane Vulpius zusammen = seine spätere Frau (10 Jahre später bekommen sie ein Kind - Pate ist Karl August; 4 weitere Kinder sterben noch im Kindbett).

1789 1. Begegnung mit Schiller in Rudolsstadt bei der Familie Lengefeld (Schiller heiratete später Charlotte von Lengefeld)

Im Jahre 1790 reist Goethe auf Wunsch von Karl August nach Venedig um die Herzoginmutter abzuholen es entstehen die

„Venezianischen Epigramme“

Der Herzog selbst nimmt Teil am Feldzug gegen das französische Heer. Goethe mußte ihn begleiten, lehnt jedoch alles Gewaltsame ab. Eine neue Anregung in seinem enttäuschten und vereinsamten Leben bekommt Goethe erst als er Schiller besser kennenlernt.

1792/93 nimmt er Teil an der "Kampagne gegen Frankreich"

1794 neuerliche Begegnung mit Schiller in Jena auf der Tagung der naturforschenden Gesellschafter ⇐ Zusammenarbeit beider - Musenalmanach (zuletzt von A. Bürger). Einziges gemeinsames Werk von Goethe und Schiller:

"Xenien"; 1796

Gemeinsames Projekt: die kulturpolitische Zeitschrift "Horen"

1797 = Balladenjahr - veröffentlicht im Balladenalmanach (die gesamten Balladen von Goethe und Schiller sind dort zusammengefaßt), anschließend seine Schweizreise (die Idee des Wilhelm Tell stammt von ihm). Im Jahre 1799 übersiedelt Schiller nach Weimar

- Zusammenarbeit am Weimarer Theater

1805 stirbt Schiller - jetzt erst erkannte Goethe, was er an Schiller gehabt hat - er schreibt den Epilog zu Schillers „Glocke".

Goethe arbeitet am "Faust" (⇐ Vermächtnis an Schiller) und intensive Arbeit an "Wilhelm Meisters Wanderjahre"

Literaturgeschichte Seite 55

Im Jahre 1806 heiratet er Christiane Vulpius, die ihm 1806 vor der Bedrohung durch plündernde französische Soldaten das Leben rettete. Begegnung mit Napoleon - bekommt einen Orden.

1812/13 folgt eine Reise in das Rheinland - verliebt in Marianne von Willemer. 1816 Tod Christiane Vulpius

Zwischen 1819 bis 1823 hält er sich häufig in den bömischen Kurbädern auf (v. a. im Marienbad) - letzte große Liebe zu Ulrike von Levetzow (17. Jahre): Gedichtsammlung:

"Marienbader Elegien"

1826 Besuch von Grillparzer

1831 stellt er den "Faust II" fertig, Uraufführung erst 1832

Am 22. März 1832 stirbt Goethe - begraben neben Schiller in der Gruft der Weimarer Fürsten

Werke:

1. Bereich - "Autobiographische Werke:

"Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit""Die italienische Reise"

"Die Kampagne in Frankreich" "Die Belagerung von Mainz" "Die schweizer Reise"

"Analen" (oder "Tages- und Jahreshefte")

"Gespräche mit Goethe in den letzten Jahres seines Lebens"

herausgeg. von J. P. Eckermann (= Goethes Privatsekretär)

2. Abteilung: Lyrik:

"Annetlieder" oder das "Leipziger Liederhandbuch"

Barocklyrik

"Friederikelieder" oder das "Sesenheimer Liederhandbuch"

Sturm- und Dranglyrik

Hohe Oden:

"Promethäus"

"Mahometsgesang"

beides Sturm- und Drangoden (Mohammed, um 570 - 632)

"Gesang der Geisterüber den Wassern" "Grenzen der Menschheit"

"Wanderers Nachtlied" "Römische Elegien"

(Elegisches Distichon)

"Xenien"

(Epigramme)

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Balladen:

"Der Erlkönig" "Der Fischer"

"Der Zauberlehrling"

"Gott und die Bajadere" "Das Veilchen"

Meistergedichte:

"Marienbader Elegien" "West-östlicher Divan"

Naturwissenschaftliche Werke:

"Die Entdeckung der Zwischenliebe" "Über den Granit"

"Die Farbenlehre"

"Die Metamorphose der Pflanzen"

Lehrgedicht im Hexameter

3. Epik:

Romane:

"Die Leiden des jungen Werthers"

= 1. deutscher Briefroman, Vorbild Rosseau, gleichzeitig auch der 1. deutsche psychologischeRoman, das Hauptwerk der Empfindsamkeit und das autobiographischste Werk - Hintergrundseine Zeit als Assessor am Kammergericht in Wetzlar (Verliebt in Charlotte Buff- Verlobteseines Freundes (Kestner) - die weibliche Hauptfigur im Roman heißt Lotte.

Das Werk hat 1777, als es veröffentlicht wurde, ein regelrechtes "Wertherfieber " ausgelöst - Selbstmord von vielen, die genauso fühlten wie der Werther im Roman. Dieses Fieber wurde zumVorwand diesen Roman zu verbieten. Hintergrund war politisch - Feudalismus.

"Die Leiden d. j. W." wurde im 18. Jhd. in viele Sprachenübersetzt. (Ulrich Plenzendorf aus derEx DDR "Die neuen Leiden des jungen Werthers" - hat das Werk neu adaptiert.

"Wilhelm Meisters Lehrjahre"

Entwicklungsroman - es geht um das deutsche Urthema: wer bin ich - wo komme ich her W.M. bricht auf, um in die Welt hinauszugehen, geht zum Theater, um dort zu finden was er sucht.

Goethe hat in dieses Werk auch Gedichte eingegliedert (Lililieder, Hafnerlieder,...)

"Wilhelm Meisters Wanderjahre"

die menschliche Gemeinschaft erfüllt W.M. nicht, auch nicht die Scheinwelt am Theater - er gehtauf Wanderschaft.

Vorbildwerk für den romantischen Roman (was Goethe sicher nicht beabsichtigte) Ludwig Tieck:"Franz Sternbilds Wanderungen", Novalis: "Heinrich von Ofterdingen"

"Die Wahlverwandschaften"

Versepen (im Hexameter):

"Hermann und Dorothea"

= bürgerliches Epos; Hintergrund ist die Zeit der französichen Revolution - Handlung spieltallerdings am Rheinufer, teilweise in einem Flüchtlingslager; Dorothea stammt aus einemFlüchtlingslager, Hermann ist ein treudeutscher Gastwirtssohn

"Archilleis"

"Reinecke Fuchs"

Vorbild war Heinrich der Gleissner mit seinem niederdeutschen Werk "Reinke de Vos", bei Goethe gewisse politische Substanz (Auflehnung, Hinterhalt, Schurkerei)

Literaturgeschichte Seite 57

Novellen:

Goethe war ein Bewunderer von G. Boccaccio, Novellensammlung:

"Unterhaltungen deutscher Ausgewandeter"

Auswanderer nach Amerika - sie erzählen Geschichten

Märchen:

"Die schöne Melusine"

nach dem Volksbuch

4. Dramatik:

a) Rokokodramen:(seine Leipziger Werke)

"Die Laune der Verliebten"

Komödie in der er sichüber die Eifersucht lustig macht

"Die Mitschuldigen"

beide im Alexandriner abgefaßt

b) Sturm und Drang - Dramen (Straßburger und Frankfurter Zeit):

"Götz von Berlichingen"

1. historischer Roman, Hintergrund - 16. Jhd. Zeit der Reformation und der Bauernkriege

Götz v. B. war freier Reichsritter - durch die Einführung des römischen Rechts wurden sie denFürsten gegenüber verpflichtet (vorher nur dem Kaiser), manche wurden daraufhin Raubritter,ander haben sich radikalisiert. G. v. B. wurde Rebell - Anführer der Bauern.14

"Urfaust" entstanden in Straßburg

"Clavigo"

"Stella"

c) Klassische Dramen:

"Iphigenie auf Tauris"

Das klassische Drama schlechthin ⇐ antiker Stoff (Atridensage - das Geschlecht des Atron),Auszug aus der gesamten Atridensage: Iphigene verbannt auf Tauris, dort herrscht Tyron. Esgelingt Iphigenie mit ihrer Humanität diesen Tyron in seinem Diktatorentum zu mäßigen. IhrBruder Orest sucht mit seinem Freund nach Iphigenie. Sie kommen auf die Insel, werdengefangengenommen und sollen hingerichter werden. Iphigenie gelingt es, dies zu verhindern (Es gibt auch eine Urfassung dieses Stückes)

"Egmont"

Hintergrund = Aufstand der Niederländer gegen die spanischen Habsburger (Aufstände = Guisen), Freiheitsdrama - unterdrücktes Volk kann sich mit Gewalt auflehnen

"Torquato Tasso"

Künstlertragödie, anhand dieses historischen Dichters geht er der Frage nach: WelchenStellenwert hat der Künstler in der Gesellschaft ?

d) Klassische Dramen mit romantischen Tendenzen:

"Faust I, der Tragödie 1. Teil"

"Faust II, der Tragödie 2. Teil" "Des Epimenides Erwachen"

übt darin Kritik an den Deutschen, sie haben zu spät begonnen Napoleon zu bekämpfen

Literaturgeschichte Seite 58

Johann Christoph Friedrich Schiller

Geboren am 10. November 1759 in Marbach am Neckar (Vater war Johann Kaspar Schiller, er stand in den Diensten des Herzogs - zuerst Feldscher (Sanitätsoffizier) dann Werbeoffizier und dann Hofbeamter). Das Leben des Vaters hatte großen Einfluß auf Schiller. Den ersten Unterricht bekam er bei Pastor Moser in Lorch. Dieser hat ihn beeinflußt, er wollte, daß Schiller Theologie studiert. Schiller besuchte dann die Lateinschule in Ludwigsburg.

1773 Erlaß des Herzogs: alle Söhne höherer Beamter müssen eine von ihm gegründete Schule, die "Militärische Pflanzanstalt“ besuchen - eine Art Kadettenschule - sie wurde später umbenannt in "Hohe Karlsschule", nach dieser Schule konnte man entweder Medizin oder Jus studieren. Schiller wollte Jus, mußte aber dann Medizin studieren. Unter dem Eindruck dieses Zwanges schrieb er

"Die Räuber"

1780 ging er von der Schule ab. Im gleichen Jahr wurde er Regimentsmedicus in Stuttgart.

Anfang 1782 hält er sich in Mannheim auf (Prämiere der Räuber) und bekommt 14 Tage Arrest, da er keinen Urlaubsschein abgegeben hatte, und außerdem Schreibverbot. Er gibt sich aus Dr. Ritter aus (benützt falsche Papiere) flieht zuerst nach Manheim zum Theaterdirektor Döllberg und landet schließlich in der Pfalz in Ochsenheim. Als ihm das Geld ausgeht hilft ihm Henriette von Wolzogen, die Mutter eines Schulfreundes. Sie bietet ihm ein kleines Landgut in Bauersbach an, das folgende halbe Jahr lebt er dort und arbeitet an

"Kabale und Liebe"

"Die Verschwörung des Fiesco zu Genua"

Er fühlt sich dort aber nicht wohl - seelische Verstrickungen.

1783/84 bekommt er einen Einjahresvertrag am Theater zu Manheim als Theaterdichter. Bedingung: er muß drei Stücke schreiben, deren Rechte an das Theater übergehen (Räuber, Kabale und Liebe, Fiesco). Diese drei Stücke wurden auch in dieser Zeit aufgeführt. Der Vertrag am Theater wurde nicht verlängert.

Wieder hilft ihm die Familie eines Schulfreundes, die Familie Körner, weiter. 1784 - 1787 lebt er bei ihnen, vorwiegend in Leipzig und Dresden. In dieser Zeit arbeitet er an

"Don Carlos"

Der Familie Körner hat er eine seiner berühmtesten Oden gewidmet:

„Ode an die Freude"

Hier endet seine Sturm- und Drangzeit.

1789: 1. Begegnung zwischen Goethe und Schiller bei der Familie Lengefeld in Rudolsstadt (Schwiegereltern von Schiller)

1790 heirate er Charlotte von Lengefeld; ins. 4 Kinder mit Charlotte, 2 Buben, 2 Mädchen.

Im Winter 90/91 erkrankt er schwer an einer Lungenentzündung - ließt Kant ("KantErlebnis")

1792 wird Schiller Ehrenbürger der französichen Republik

Im Jahre 1794 folgt die 2. Begegnung mit Goethe in Jena, Freundschaftsbund - beide sind dichtungsmüde, durch ihre Freundschaft bestärken sie sich gegenseitig zu weiteren Dichtungen. Zusammenarbeit bei 2 Projekten:

Zeitschrift: "Die Horen"

Musenalmanach

ins. 2 Almanache:

der 1. enthält die„Xenien“, entstanden 1796 der 2. enthält Balladen

Zwischen 1974 und 1805 reger

„Briefwechsel zwischen Schiller und Goehte“

berührt alle Fragen der Dichtung

1797, wie bei Goethe, das Balladenjahr

1799 übersiedelt er nach Weimar - Zusammenarbeit mit Goethe am dortigen Theater Am 9. Mai 1805 stirbt Schiller im Alter von nur 46 Jahren

Werke:

Lyrik:

(Schiller ist "Gedankenlyriker":

"Lauraoden"

"Anthologie auf das Jahr 1782"

Gedankenlyrik:

"Ode an die Freude" "Die Künstler"

"Das Mädchen aus der Fremde" "Der Spaziergang"

"Das Lied von der Glocke"

Balladen:

"Die Bürgschaft" "Der Taucher"

"Die Kraniche des Ibykus""Der Ring des Polykrates" "Der Handschuh"

"Xenien"

einziges gemeinsames Werk mit Goethe, setzt sich mit der zeitgenössischenLiteratur

auseinander

Ästhetische Schriften:

(Aufsätze zu Kunst und Literatur)

"Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet"

"Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen" "Über Anmut und Würde"

"Über das Erhabene"

"Über naive und sentimentale Dichtkunst"

"Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts"

Literaturgeschichte Seite 60

Historische Schriften:

"Was heißt und zu welchen Ende studiert man Universalgeschichte"

"Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Krone" "Geschichte des 30-jährigen Krieges"

Epische Schriften:

"Der Verbrecher aus verlorener Ehre" "Die Geisterseher"

Dramen:

Sturm und Drang-Dramen:

(in Prosa geschrieben, in Mannheim uraufgeführt)

"Die Räuber"

"Kabale und Liebe"

"Die Verschwörung des Fiesko zu Genua" "Don Carlos"

Übergangswerk (Zeit des Philipp II - Konflikt zwischen ihm und seinem Sohn Don Carlos; Vater - Sohn - Konflikt, Konflikt auf emotionaler Ebene und "Freiheitsfrage"-Konflikt)

Streng klassische Dramen:

"Wallensteintrilogie"

1. Teil: Wallensteins Lager

2. Teil: Piccolomini

3. Teil: Wallensteins Tod

Wallenstein: Feldherr im 30-jährigen Krieg. Konflikt zwischen Vater und Sohn - beide sind Soldaten

"Maria Stuart"

Konflikt zwischen Königin Elisabeth I v. England und Maria Stuart

Klassische Dramen mit romantischen Tendenzen:

"Die Jungfrau von Orleans"

bei Schiller stirbt sie als Heldin in der Schlacht, Thema wurde auch von George Bernhard Shaw: "St. Joane", Jean Anouilh: "Jeanne oder die Lerche", Bert Brecht: "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" (Figur: 1929/30, ist bei der Heilsarmee auf der Seite der Arbeiter) bearbeitet

Schiller bekam starke Kritiken für dieses Werk und schrieb daraufhin:

"Die Braut von Messina"

(Schickalstragödie)

"Wilhelm Tell"

ursprünglich kam der Plan von Goethe, Schiller war nie in der Schweiz

"Demetrius"

= sein letztes Drama - blieb unvollendet

Literaturgeschichte Seite 61

Zeitgenossen der Klassiker

Johann Peter Hebel

1760 - 1826

„Alemannische Gedichte“

Vorbild für spätere Dialektdichtung im 19. Jhd.

„Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“

Friedrich Hölderlin

1770 - 1843; dichterische Eigenpersönlichkeit, verarbeitet Ideen der Klassik und Romantik - auf Gehalt oder Gestalt keiner Kunstrichtung zuordbar). Anerkennung erst im

1. Weltkrieg

„Hyperion oder der Eremit in Griechenland“

Briefroman

„Der Tod des Empedokles“

Drama

sowie Lyrik (von Schiller ausgehend): Oden, Elegien, Hymnen

Jean Paul

= Johann Paul Friedrich Richter; 1763 - 1825

schrieb Romane die von der großen Masse gelesen wurden (bes. adelige Frauen), sein Erzählwerk umfaßt 60 Bände, z. B.:

„Rektors Florian Fälbel und seiner Primaner Reise nach dem Fichtelberg“

Bildungsromane:

„Hesperus“

„Titus“

„Flegeljahre“

9. Romantik 1790/95 - 1830

Begriff Romantik

linqua Romana (lat. Umgangssprache), ⇐ roman(t) = volkstümlich Ursächlicher Zusammenhang mit Roman romantisch im 17./18. Jhd. ⇐ romanhaft, abenteuerlich, übertrieben, phantastisch, unwirklich Ende des 18. Jhd.: Friedrich Schlegel und Novalis charakterisieren die Lebens- und Kunstauffassung ihrer Zeit mit diesem Begriff.

Die neue Geisteshaltung erreicht von Deutschland aus ganz Europa. Ihre Grundlage basiert auf der Enttäuschung über die politischen Zustände und der Kulturleistungen der Klassik.

Historischer Hintergrund

-Auswüchse der französichen Revolution 1789 - 1795, bes. 2 Ereignisse:

1) Julirevolution in Paris

2) Aufstand der Polen gegen die Russen

-militärische und diplomatisch-politische Aktivitäten Nepoleons

-Neuordnung Europas (nach Napoleons Sturz) auf dem Wiener Kongreß 1815 · Bildung der Heiligen Allianz (zw. Österreich, Rußland, Preußen) dies alles führte zu

-Abwendung vom Kosmopolitismus der Klassik, zur · Stärkung des Nationalismus und Patriotismus

-Hinwendung zu Zeiten eigener Erfolge und damit Sehnsucht nach der Welt des Mittelalters mit seiner Gläubigkeit und Gesellschaftsordnung

-Griechenfreundlichkeit und geistige Unterstützung des Freiheitskampfes der

Griechen gegen die Osmanen

Kulturleistungen

Musik:

-Lieder:

Franz Schubert, Robert Schumann, Carl Loewe, Felix Mendelssohn-Bartholdy

-Oper:

Carl Maria v. Weber: "Der Freischütz" Albert Lortzing: "Wildschütz" ... E.T.A. Hoffmann: „Undine“

Malerei:

Kaspar David Friedrich

Georg Ferdinand Waldmüller Philipp Otto Runge

Philosophie:

Johann Gottlieb Fichte

Friedrich Wilhelm Schelling

Wissenschaften:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kennzeichen der romantischen Dichtung: · Verherrlichung des Mittelalters

-Flucht aus der Wirklichkeit

-Irrationalismus, Transzendenzen (Übersinnlichkeit), Mystik · Katholizismus spielt eine große Rolle

-Symbolik (siehe Symbol der blauen Blume ⇐ bei Novalis "Heinrich von Ofterdingen") · Psychologiesierung der Literatur (z. B. innere Konflikte)

-Entwicklung des deutschen Nationalismus (Lützowsche Freikorps) · Verhältnis Mensch - Natur

-Sehnsucht nach der Ferne

Bevorzugte Dichtungsgattungen:

-Bildungsromane

-Novelle

-Natur- und Empfindungslyrik

-Experimentelle dramatische Literatur

Die Weltliteratur in der Zeit der Klassik und Romantik

Die einzelnen eupopäischen Literaturen entwickeln sich nicht getrennt voneinander, sondern unter gegenseitiger Wechselwirkung - es herrscht ein internationaler geistiger Verkehr

England:

William Wordsworth

Samuel Taylor Coleridge

übersetzte Schillers „Wallenstein“ ins Englische

Lord Byron

sein Werk stellt den Höhepunkt der englischen Romantik dar (Goehte setzt ihm im „Faust“ als „Euphorion“ ein Denkmal“

Reisetagebuch:

„Childe Harold’s Pilgrimage“

Versdramen:

„Manfred“ „Don Juan“

Versepen:

„The Corsair“„Lara“

Sir Walter Scott

„The Lay of the Last Minstrel“

= Das Lied vom letzten Minnesänger

Frankreich:

Victor Hugo

Alexander Dumas

„Henri III et sa cour“

= Heinrich III und sein Hof

„Le Comte de Monte-Christo“„Les trois Mousquetoires“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Ältere, Früh- oder Jenaromantik1798 - 1804

Zentrum = Uni in Jena

Ahenäum = Zeitschrift, die in Jena herausgegeben wurde, es haben u. a. auch Goethe und Humbold mitgewirkt; Herausgeber - Gebrüder Schlegel.

August Wilhelm Schlegel

1767 - 1845; einer der Begründer der Germanistik = Verknüpfung der deutschen Sprache mit der Literaturwissenschaft, hielt auch Vorlesungen über antike Sprachen und Literatur.

War einer der Wegbereiter der vergleichenden Naturwissenschaft; Übersetzer von Shakespeare (ins. 17. Dramen; Fortsetzung v. L. Tieck mit seiner Frau), Calderon (ins.

5. Dramen), D. Alighieri, F. Petrarca, Cervantes.

Weiters Übersetzungen von Gedichten der Renaissance und des Frühbarock:

"Blumensträuße italienischer, spanischer und portugiesischer Poesie"

Friedrich Schlegel

1772 - 1829; Mitarbeiter seines Bruders bei der theoretischen Begründung der Romantik in Jena und Berlin.

war der 1. Orienalist; befaßte sich mit Sanskrit = indische Literatursprache:

"Über die Sprache und Weisheit der Inder"

"Brahmanensprüche"

Ludwig Tieck

1773 - 1853; Fortsetzung (ins. 19 Werke) der Shakespeare Übersetzungen, hat den bedeutensten Roman der spanischen Literatur in das Deutsche übersetzt: "Don Quijote de la Mancha" von Cervantes.

Romanautor:

"Franz Sternhalds Wanderungen"

"Die Geschichte des William Lovell"

Novellen:

"Dichterleben",(über Shakespeare)

"Hexensabbath"(über Hexenprozesse)"Der Aufruhr in den Cevennen"

Dramen:

"Die verkehrte Welt"

Tieck hat auch Märchenstoffe dramatisiert, z. B.:

"Der gestiefelte Kater"

Gemeinsam mit Heinrich Wilhelm Hackenroder:

"Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders"

(Analyse goth. Bau- und bildender Kunst)

Literaturgeschichte Seite 67

Novalis (Friedrich von Hardenberg)

1772 - 1801; war Naturliebhaber; unglücklich verliebt; schrieb alle seine Werke in nur 2 Jahren - starb als 29jähriger an Schwindsucht; sein berümtester Roman:

"Heinrich von Ofterdingen"

= Entwicklungsroman

"Die Lehrlinge zu Sais"

Rhythmische Prosa:

"Hymnen an die Nacht"

Romantisches Essay:

"Die Christenheit oder Europa"

2. Heidelberger Romantik

Die beiden "Herzensbrüder" der Romantik:

Clemens Maria Brentano und Achim von Arnim, gemeinsames Werk:

"Des Knaben Wunderhorn"

Sammlung deutscher Volkslieder - Goethe gewidmet

Clemens Maria Brentano

1778 - 1842; Beiname: Vater des deutschen Kunstmärchens

"Gockel, Hinkel und Gackeleia"

"Die Geschichte vom bravem Kasperl und dem schönem Annerl"

Dorfgeschichte

"Die Gründung Prags"

Drama - gleicher Stoff wie Grillparzers "Lipussa"

Lyrik:

„Geistliche und weltliche Gedichte“

darin enthalten:„Die Lore Lay“- von Brentano frei erfunden - umgedichtet von Heinrich Heine

Ludwig Achim von Arnim

"Der tolle Invalide auf Ft. Ratonneau" "Die Kronenwächter"

unvollendet

Herausgeber der

„Zeitung für Einsiedler“

Die Gebrüder

Jacob und Wilhelm Grimm

Sind beide bedeutende Sprach- und Literaturwissenschaftler

"Das große deutsche Wörterbuch"

Haben die deutsche Grammatik in 4 Bänden und weiters die deutsche Namenskunde herausgegeben.

Bedeutenste Sammlung von Volksmärchen:

"Kinder- und Hausmärchen"

sowie

"Deutsche Heldensagen"

Joseph von Eichendorff

1788 - 1857, seine berühmteste Novelle:

"Aus dem Leben eines Taugenichts"

Der Titel besagt: Aus dem Leben eines Menschen, der nach Ansicht der Philister ein Taugenichtsist, weil er nichts wissen will von„Sorgen, Last und Not um Brot“

berühmtester volkstümlicher Liedertexter:

"Wem Gott will rechte Kunst erweisen" "Das zerbrochene Ringlein"

"O Täler weit, o Höhen"

Viele seiner Gedichte leben als Kunstlieder weiter - vertont von F. M. Bartholdy, Brahms, Robert Schumann, ...

3. Berliner Romantik

Zacharias Werner

"Der 24. Februar" (Drama) "Das Kreuz an der Ostsee" "Die Söhne des Tales"

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann

1776 - 1822, geb. in Königsberg, sein 3. Vorname war eigentlich Wilhelm - zu Ehren Mozarts nannte er sich Amadeus.

Er war Maler, Musikkritiker, Komponist, Jurist, Karikaturist, vor allem aber epischer Dichter.

Hoffmann studierte Jus, Versetzung nach Plozk (Polen), wurde zum Alkoholiker und kam später an das Gericht in Warschau - alle deutschen Beamten wurden nach dem Einmarsch Napoleons entlassen.

Er wurde Kapellmeister in Bamberg, kam dann wieder nach Berlin - arbeitete in der "Schnüffelkommission" (= Zensurbehörde für Künstler), hat die Serapionsbrüderschaft gegründet (Psychoanalyt. Literatur). Starb in Berlin.

Es ging Hoffmann darum in seinen Werken die Nacht- und Schattenseiten der menschlichen Natur dazustellen (2. Bewußtseinsebene) - es gelang ihm immer wieder das Spukhafte und Grausige mit dem realen Leben zu verweben. Er fühlte sich seelenverwandt mit: Jean Jacques Callot (in der bildenden Kunst) und mit Kapellmeister Kreisler (in der Musik).

Romane:

"Die Lebensansichten des Katers Murr nebst einer literarischen Biographie des Kapellmeisters Kreisler"

"Die Elixiere des Teufels"

Novellensammlung:

"Die Serapionsbrüder"

darin enthalten:

"Das Fräulein von Scuderi"und"Die Bergwerke zu Falun"

"Phantasiestücke in Callots Manier"

enthält:

"Don Juan" und

"Der goldene Topf" "Kreislerianer" "Nachtstücke"

Opernkomponist:15"Undine"

Die 2 Gruppen zur Berliner Romantik:

"Nordsternbund"

⇐ romantische Dichter französischer Abstammung:

Friedrich de la Motte-Fouquè

hat "Undine" als Roman geschrieben

"Der Held des Nordens"

Nibelungentrilogie - 3 Dramen:

1. "Der gehörnte Siegfried"

2. "Siegfrieds Tod"

3. "Grimhilds Rache"

Adelbert von Chamisso

1781 - 1838; schrieb kritische und soziale Gedichte in Balladen- und Versform, z. B:

"Das Riesenspielzeug"

"Der Leibeigene"

Novelle:

"Peter Schlemihls wunderbare Geschichte"

Die „Dichter der Befreiungskriege":

Ernst Moritz Arndt

"Katechismus für den deutschen Wehrmann"„Lieder für Deutsche“

Theodor Körner

(Beiname: "Deutscher Freiheitsdichter"), Lützowsches Freikorps

"Mit Laier und Schwert"

Drama:

"Zriny"

Max von Schenckendorf

4. Schwäbische Romantik(Uhlandkreis)

Zentrum: Thübingen (Universität: dort lehrt Ludwig Uhland - Geschichte und Sprache)

Ludwig Uhland

1787 - 1862; hat die Nibelungenstrophe leicht modifiziert, Berühmt durch Balladen:

"Des Sängers Fluch"

"Das Schloßam Meer" "Der blinde König" "Bertran de Born"

Deutsche Volksliedsammlung:

"Alte Hoch- und Niederdeutsche Lieder"

Anhänger von Ludwig Uhland (Übergang zum Realismus):

Eduard Mörike:

war Pfarrer und Pastor; Novelle:

"Mozart auf der Reise nach Prag"

Roman:

"Maler Nolten"

Justinus Kerner:

"Die Seherin von Prevorst"

Wilhelm Müller:

Gedichtzyklen (vertont von Franz Schubert):

"Die schöne Müllerin"

"Die Winterreise"

Gustav Schwab

"Die schönsten Sagen des klassischen Altertums" "Deutsche Götter- und Heldensagen"

Wilhelm Hauff

Märchenalmanach ⇐ gab erstmals orientalische Märchen in deutscher Sprache heraus, wiedergegeben in einem Zyklus:

"Die Karawane"

enthalten: Kalif Storch, Ali Baba, ...

Kunstmärchen: (von Hauff selbst)

"Zwerg Nase"

"Das Wirtshaus im Spessart"

Roman:

"Lichtenstein"

begründete damit den geschichtlichen Roman in Deutschland

Heinrich von Kleist

1777 - 1811;

(gehört eigentlich zur Berliner Romantik)

geb. in Frankfurt a. d. Oder, kommt aus einer preuss. Offiziersfamilie (Onkel war Ewald von Kleist ⇐ Vorbild für Lessings Major Tellheim in der "Minna von Barnhelm"), sollte die Kadettenschule besuchen und eine Offizierslaufbahn einschlagen, hat jedoch Philosophie und Jus studiert. Lebte eine Zeit lang in Frankreich (vor allem in Paris) - H.

v. Kleist war eine ziemlich gespaltene Persönlichkeit (hat in Paris seine Werke völlig zerstört und sie später aus dem Gedächtnis rekonstruiert). Ging dann von Frankreich aus in die Schweiz (hatte dort 2 Freunde in Thun am Thunersee - Ludwig Wieland (Sohn von Chr. M. Wieland) und Heinrich Zschokke). Er kam dann nach Berlin und arbeitete dort als Jurist.

1811 beging er gemeinsam mit seiner Verlobten (Henriette Vogel) Selbstmord. H. v. Kleist hinterließ einen Brief, in dem er schrieb: "Er könne nicht weiterleben, weil die Deutschen von den Franzosen unterjocht werden."

Heinrich von Kleist ist das Bindeglied zwischen Klassik, Romantik und Realismus. Beeinflußt auch von Kant.

Er war Erzähler und Dramatiker (hat die Form des analytischen Dramas eingeführt). Dramen:

"Die Familie Schroffenstein"

= rom. Schicksalstragödie - Abwandlung des Romeo und Julia-Motivs

"Robert Guiskard"

R. G. war ein Normannenherzog; Kleist behandelt hier das ThemaÜberwindung (beeinflußt von Kant)

"Amphitryon"

= klass. Komödie nach Molière

"Der zerbrochene Krug"

= analytische Komödie, gehört von Grundstil her zum Realismus

"Prinz Friedrich von Homburg"

"Die Hermannsschlacht"

Literaturgeschichte Seite 73

Novellen:

"Michael Kohlhaas"

Spielt im 16.Jhd. in der Zeit der Bauernkriege und der Reformation

"Das Bettelweib von Locarno"

"Das Erdbeben von Chili"

"Die Verlobung von St. Domingo" "Der Findling"

(Kaspar Hauser-Thema)

Aufsatz:

"Über das Marionettentheater"

10. Literatur zwischen Romantik und Realismus (Biedermaier, Vormärz, Junges Deutschland) 1815/30 - 1848

Vormärz = Epoche zwischen dem Ende der Napoleonkriege 1815 und der deutschen Märzrevolution 1848

Biedermeier = wird meist als die Kulturströmung bezeichnet, die in der historischen Epoche des Vormärz eingebettet liegt.

Der Name stammt von Ludwig Eichrodt und Adolf Kußmaul ⇐ Herausgeber des Wochenblattes „Fliegende Blätter“, darin enthalten:

„Gedichte des schwäbischen Schullehrers Gottlieb Biedermayer und seines Freundes Horatius Treuherz“

Historische Voraussetzungen

-Der nationale Gedanke drängt nach nationaler Einigung und Unabhängigkeit

-Durch Technik und Industrialisierung stiegen die bisher rechtlosten Bürger auf und es bildete sich die neue Klasse des Arbeiterstandes

-Die Bürger begannen gegen die Bevormundung der Adeligen und die Arbeiter gegen die Ausbeutung der Adeligen und der bürgerlichen Arbeitsgeber zu kämpfen.

-Emanzipationsbestreben der Frauen

Franz Grillparzer

(1791 - 1872); geb. in Wien, Innere Stadt, sein Vater war Hof- und Gerichtsadvokat, besuchte das Anna Gymnasium, nach dem Tod seines Vaters nahm er eine Stelle als Hauslehrer beim Grafen Seilern an, er unterrichtete dessen Neffen. Später arbeitete er im Hauptzollamt.

Er lernt Josef Schreyvogel kennen - kommt zum Burgtheater und wird schließlich Burgtheaterdichter.

1816 "Ahnfrau" - Uraufführung - großer Erfolg,

1819 Mutter begeht Selbstmord ⇐ Italienreise auf den Rat seines Arztes hin 1823 "Das goldene Vließ"

1826 reist nach Weimar und trifft dort Goethe

1838 "Weh dem der lügt" - ab diesem Jahr schreibt er nicht mehr für die Öffentlichkeit

1848 Revolution, aus dieser Zeit stammt das Gedicht "Feldmarschall Radetzky" 1856 beim Übertritt in den Ruhestand wird er Hofrat

Bindeglied zwischen Romantik, Biedermaier, Vormärz, Realismus.

Lyrik:

"Tristia ex Ponto"

Sammlung von Elegien im Gedenken an Ovid

"Beethoven"

Gedicht

"Mozart"

"Feldmarschall Radezky" "Abschied von Gastein"

sowie zahllose Epigramme Novellen:

"Das Kloster bei Sendomir"

(G. Hauptmann: "Elga" ⇐ Dramatisierung dieses Stückes)

"Der arme Spielmann"

Dramen:

"Die Ahnfrau"

= romantische Schicksalstragödie

"Sappho"

= kl. Griechendrama

"Das goldene Vließ"

= Trilogie, kl. Griechendrama

1. Der Gastfreund

2. Die Argonauten

3. Medea

"Der Traum ein Leben"

⇐ (Calderon)

"Ein treuer Diener seines Herrn"

⇐ hist. Drama, (Nestroy: "Ein dummer Diener seines Herren" = Parodie)

"König Ottokars Glück und Ende"

"Weh dem der lügt"

⇐ eher rom. Werk

Nachlaßdramen wurden erst nach Grillparzers Tode veröffentlicht:

"Ein Bruderzwist im Hause Habsburg"

⇐ hist. Drama

"Libussa"

⇐über die Gründung der Stadt Prag

"Die Jüdin von Toledo"

(Lope de Vega) hist. Drama

Literaturgeschichte Seite 76

Das Wiener Volksstück

1. Barocke Tradition:

2 Spielebenen (mythisch - transzendente Spielebene) erlebt mit F. Raimund ihren Höhepunkt

2. Realistische Tradition:

Comedia dell'arte (Arlecchino)

⇐ Hans Wurst (Gottfried Prehauser, Joseph Stranitzky)

⇐ Staberl, Thadödl, Kasperl (Adolf Bäuerle, Philipp Hafner, Josef La Roche)

Höhepunkt dieser Tradition sind Nestroys Lokalpossen (= kurze derbe Komödie), Spielstätten:

Vorstadtbühnen:

⇐ Theater auf der Wieden (= Theater a. d. Wien), Ende 18. Jhd. ⇐ Theater in der Leopoldstadt

⇐ Theater in der Josefstadt

Ferdinand Raimund (Raimann)

1790 - 1836; geb. in Mariahilf, Vater war Drechsler, kam in eine Zuckerbäckerlehre. Als Numero verteilte er im Burgtheater Süßigkeiten; (hatte einen Sprachfehler), gab seine Lehre schließlich auf und ging zur Schmiere (= Wanderbühne), spielte immer den "komischen Alten".

Seine erste Liebe brennt ihm durch und er verliebt sich in Toni Wagner - ihr Vater erlaubte diese jedoch Verbindung nicht.

In Pottenstein biß ihn ein Hund - im Glauben nun Tollwut zu haben erschoß er sich. Begraben in Gutenstein.

Hauptvertreter der Zauberstücke.

Er versuchte mit lautesten Motiven die Menschlichkeit darzustellen; war Schauspieler im Leopoldstädter Theater und später dort auch Direktor.

Alle seine Stücke sind Benefizstücke (pro Jahr wurde ein Benefizstück aufgeführt - der Autor bekam die gesamten Einnahmen). Raimund arbeitete ein ganzes Jahr lang an einem Stück (er akzeptierte keine Kritik).

Er legte großen Wert auf musikalischen Hintergrund, für alle seine Stücke gibt es eine Ouvertüre und einen dramaturgischen Höhepunkt = Couplet (2 berühmte Couplets: "Das Hobellied", "Brüderlein fein")

Werke:

"Der Barometermacher auf der Zauberinsel" "Der Bauer als Millionär"

"Der Alpenkönig und der Menschenfeind" "Moisasurs Zauberfluch"

"Die gefesselte Phanasie" "Der Verschwender"

Literaturgeschichte Seite 77

Johann Nepomuk Nestroy

1801 - 1862; geb. in Döbling (Vater war Advokat), absolviert das Schottengymnasium und beginnt mit dem Jus-Studium an der Universität Wien. Lernte eine Opernsängerin kennen und wollte daraufhin selbst Opernsänger werden - Ausbildung zum Baßsänger. Als solcher am Kärtnertor-Theater tätig - erhielt dafür gute Kritiken.

Nestroy spielte dann im Amsterdam und Preßburg am Theater. In Preßburg wurde sein Arbeitsvertrag von der Polizei gelöst und er muß die Stadt verlassen. Er spielte daraufhin am Theater an der Wien und im Leopoldstädter Theater - wird dort Direktor. Zuletzt lebte er in Graz - dort gestorben - beigesetzt in Wien.

Bedeutung:

Er hat eigentlich die Zauberstücke überwunden (schrieb Zauberpossen, jedoch in sarkastischer Form). Hauptvertreter der Lokalpossen und gleichzeitig wichtigster Vertreter der Parodie und Travestie.

Nutzt die Musik für seine Stücke - Ouvertüren und Couplets (wie Raimund), setzt die Couplets jedoch anders ein ⇐ Sozial- und Gesellschaftskritik manifestiert (wichtigster Komponist: Wenzel Müller)

Zauberpossen:

"Lumpazivagabundus. Oder das liederliche Kleeblatt" "Familie Zwirn, Knieriem und Leim"

⇐ Fortsetzung von L.

"Der Zauberer Sulfurelektromagnetikaphosphoratus“

Parodien:

"Ein dummer Diener seines Herrn"

(Parodie auf Grillparzers: "Ein treuer Diener seines Herrn")

"Blohengelb"

(Wagner: "Lohengrin")

"Thannhäuser oder die Keilerei auf der Warthburg" (Wagner) "Judid und Holofernes"

(F. Hebbel: "Judid")

Lokalpossen:

"Einen Jux will er sich machen" "Der Talisman"

"Das Haus der Temparamente" "Das Gewürzkrämerkleeblatt" "Der Zerrissene"

"Häuptling Abendwind"

"Die schlimmen Buben in der Schule""Liebesgschicht'n und Heiratssachen" "Die Freiheit in Krähwinkel"

Die Traditionen des Wiener Volksstückes werden in ernsthafter Form fortgeführt durch Anzengruber und im 20. Jhd. durch Ödön von Horvath und Jura Soyfer.

Nikolaus Lenau

1802 - 1850; eigenlicher Name: Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau

geb. im Banat, ging zu seinem Großvater nach Stockerau - lebte die meiste Zeit in Wien. Mitgründer einer Literatengruppe "Silbernes Kaffeehaus", gest. in Oberdöbling.

Versepen:

"Savonarola"

"Die Albrigenzer"

Versdramen:

"Faust"

"Don Juan"

Gedichte:

"Waldlieder" "Schilflieder"

Anastasius Grün

= Graf Alexander v. Auersperg:

"Spaziergänge eines Wiener Poeten" "Schutt"

Vermischte Gedichte ⇐ polit. Gedichte

Schwankdichtung:

"Der Pfaff vom Kahlenberg"

Charles Sealsfield

= Karl Postl aus Znaim

"Austria as it is"

gilt als Wegbereiter für Wild-West Literatur. In deutscher Sprache:

"Das Kajütenbuch"

enthält die Erzählung "Die Prärie am Jacinto"

Adalbert Stifter

1805 - 1868; der wichtigste Epiker im Vormärz und Biedermeier.

geb. in Oberplan (Böhmerwald), besuchte das Gymnasium im Benediktinerstift Kremsmünster, studierte dann in Wien Naturwissenschaften und Mathematik, befaßte sich mit Kunst ⇐ begann zu malen, war dann Landesschulinspekter in Oberösterreich. Schnitt sich mit einem Rasiermesser die "Gurgel" durch.

Literaturgeschichte Seite 79

Die Literaturtheorie Stifters:

"Das sanfte Gesetz":

Er formulierte es in der Vorrede zu den "Bunten Steinen": "Der Makrokosmos spiegelt sich im Mikrokosmos" ⇐ alle Naturgesetze spiegeln sich im Kleinen wieder ⇐ daher kann der Künstler "am Kleinen, Stillen, Bescheidenen auch das Große, Laute der Welt zeigen". Der Mensch muß sich als Teil der Natur begreifen und sich in dieser ein- und unterordnen.

Er hat den "Sekundenstil" eingeführt = Zeitlupensystem (sprachl.) - gibt kurze Ereignisse gedehnt wieder.

Werke:

2 Romane:

"Witiko"

⇐ hist. Romanüber einen Bauernaufstand in Böhmen

"Nachsommer"

⇐ Entwicklungsroman

2 Novellensammlungen:

"Bunte Steine"

Die einzelnen Erzählungen sind nach Mineralien benannt.

Inhalt: Humanität, Zwischenmenschlichkeit; für Kinder geschriebenz.B.: "Bergkristal", "Bergmilch", "Katzensilber"

"Studien"

⇐ in mehreren Bänden sind fast alle seine anderen Novellen enthalten z. B.

"Hochwald"

Liebesgeschichte aus der Zeit des 30-jährigen Krieges

"Aus der Mappe meines Urgroßvaters" "Brigitta"

"Feldblumen"

"Das Heidedorf" "Der Hagestolz"

Literaturgeschichte Seite 80

Der deutsche Vormärz

Das junge Deutschland

Gruppe von jungen revolut. Dichtern

Gegner des Adels und Feudalismus, Literatur soll auch bewußtseinsbildend sein: "Gebrauchsliteratur"

1835: Verbot der Gruppe durch Bundestagsbeschluß, die Veröffentlichung dieser Literatur war verboten

Vertreter:

Ludolf Wienbarg

"Ästhetische Feldzüge"

Carl Gutzkow

"Wally, die Zweiflerin"

erster moderner Frauenroman

"Der Zweck unserer Dichtung ist nicht mehr der Mensch sondern der Bürger"

"Der Zauberer von Rom"

Drama:

"Zopf und Schwert"

⇐ Bühnenstück

Heinrich Laube

ab 1849 Burgtheaterdirektor, er hat Grillparzers Werke wieder zur Aufführung gebracht Werke:

"Das junge Europa"

Roman ⇐ Freiheitskampf der Polen gg. die Russen 1830

"Die Karlsschüler"

Drama ⇐über Schiller

Ludwig Börne

war Journalist und Publizist

"Briefe aus Paris"

Berichte in Briefform an Zeitungenüber den Juliaufstand in Paris 1830

Christian Dietrich Grabbe

"Don Juan und Faust"

= Drama mit Komödieneffekten

"Hannibal"

"Napoleon oder Die hundert Tage"

Dichter dem jungen Deutschland nahestehend:

Literaturgeschichte Seite 81

Georg Büchner

1813 - 1837; geb. in Goddelau (bei Darmstadt), sein Vater war Arzt, Bruder Ludwig Büchner Philosoph. Georg B. studierte Medizin in Gießen, gründete mit einem Theologiestudenten die "Gesellschaft für Menschenrechte" - er schrieb dafür die Schrift:

"Der Hessische Landbote"

Motto:„Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“

Er floh daraufhin nach Straßburg - schloß dort sein Medizinstudium ab, ging nach Zürich und war dort Privatdonzent (Neurologie). 24jährig starb er an einem Nervenfieber.

Georg B. gilt als Wegbereiter des neueren deutschen Dramas - er schrieb als erster Dokumentationsdramen: "Woyzeck" - dem Naturalismus schon vorweggenommen.

Dramen:

"Dantons Tod"

1. dt. Dokumentationsdrama, 1794 - Revolutionsjahr in Paris

"Leonce und Lena"

klassische große Komödie, Adel wird auf die Schaufel genommen

"Woyzek"

erstes soziales Drama im naturalistischem Stil. Im Mittelpunkt steht ein passiver Held(halbdokumentarisches Stück)

"Lenz"

Novellenfragment, Vorlage war das Tagebuch des Pfarrers Oberlin, er schreibtüber Lenz undseine Bewußtseinsspaltungen

Heinrich Heine

1797 - 1856; geb. in Düsseldorf, stammt aus einer jüdischen Familie (Kaufmannsfamilie), studierte Jus, dann Philosophie, arbeitete bei seinem Onkel Salomon und bei verschiedenen Zeitungen als Feuilleton (Reiseberichterstatter). 1830 ging er als Korrespondent nach Paris, erlebte dort den Beginn des Juliaufstandes und Hungerdemonstrationen, gab seiner Empörung darüber in einem Artikel Ausdruck (die Zeitung wurde daraufhin eingestellt), lebte daraufhin in Paris. Im Winter 43/44 Reise nach Deutschland - biographischer Hintergrund für "Deutschland. Ein Wintermärchen". Unternahm auch zahllose Reisen nach Italien. Begraben in Paris, Friedhof am Montmatre.

Heine ist wahrscheinlich die beste Verkörperung der Literatur zw. Romantik - Klassik. Viele seiner Gedichte wurden vertont.

Werke:

2 satirische Versepen:

"Deutschland. Ein Wintermärchen"

"Atta Troll. Ein Sommernachtstraum"

prangern beide die politische, intellektuelle und künstlerische Entwicklung des Vaterlandes an

Literaturgeschichte Seite 82

Reiseberichterstattungen:

"Reisebilder"

Gedichtsammlungen:

"Das Buch der Lieder"

enthalten z. B. "Loreley"

"Romancero"

"Aus meiner Matrazengruft"

schriebt dies als Schwerkranker

Tendenzlyrik

Der Begriff Tendenzlyrik soll abwertend gemeint sein, die Vertreter sind etwas radikaler als die des bürgerlichen Deutschlands.

Ist eine politische Lyrik

Begriff "Gebrauchslyrik" ⇐ Gedichte, die brauchbar sind.

Georg Herwegh

Mitstreiter von Ferdinand Lassalles.

"Bundeslied des allgemeinen dt. Arbeitervereins" "1848"

Ferdinand Freiligrath

Streitgenosse von Karl Marx und Freund von H. Heine.

"Das Lied vom Hemde"

"Lieder eines Unpolitischen"

Gedichtsammlung

Chr. Heinrich Hofmann von Fallersleben

Kinderlieder:

"Alle meine Entlein"

"Ein Männlein steht im Walde“„Alle Vögel sind schon da“, ...

Politische Gedichte und volkstümlich Lieder:

"Deutschland, Deutschland über alles" "Treue Liebe bis zum Grabe"

Literaturgeschichte Seite 83

Tendenzfreie Lyrik im Vormärz

Annette von Droste-Hülshoff

1797 - 1848; geb. in Westfalen, stammt aus einem uralten Adelsgeschlecht Lyrik:

„Das Hirtenfeuer“

„Das religiöse Jahr“

Novelle:

„Die Judenbuche“

gilt als ein Meisterwerk deutscher Novellenkunst; behandelt einen Kriminalfall aus dem 18. Jhd.

Literaturgeschichte Seite 84

11. Der Bürgerliche oder Poetische Realismus 1848 - 1885

Bürgerlicher Realismus:

gilt für die gesamte europäische Literatur;

Name: Die handelnden Personen in den realistischen Werken entstammen dem Bürgertum.

England: Charles Dickens

Frankeich: Balzac, Zola, Maupassant Rußland: Dostojewskij, Tolstoj, Gogol

Poetischer Realismus: Abgrenzung zum frühen Realismus

Der Name stammt von Otto Ludwig und bezeichnet die Zeit jener Dichter, die weltoffene Wirklichkeitsdarstellungen mit bleibenden Kulturwerten des Idealismus verbinden.

Philosophisch-geistiger Hintergrund:

Georg Friedrich Wilhelm Hegel

einer der drei klassischen, idealistischen Philosophen, der mit seiner Dialektik für den Realismus zuständig ist:

"Alles Existierende beruht auf Widersprüchen"

"Jede Form der Entwicklung beruht auf Widersprüchen"

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Werke:

"Phänomenologie des Geistes"

"Enzyklopädie der Wissenschaften"

Ludwig Feuerbach

- geht davon aus, daß Religion eine Irreleitung des Bewußtseins ist

- war der Lehrer Gottfried Keller's

- linkshegelianische Richtung

Karl Marx

studierte Jus und Ökonomie

Der Marxismus ist der Ansicht, daß wirtschaftliche Mißstände nur dem Privateigentum entspringen, darum soll alles verstaatlicht werden.

Er ist außerdem der Ansicht, daß die Religion „Opium für das Volk“ und darum abzulehnen sei, weil sie dem menschlichen Leid einen Sinn zuordnet und damit die Klassenkampfgesinnung schwächt.

Werke:

"Das Kapital"

"Das Manifest der komunistischen Partei" "Philosophieökonomischer Manuskripte"

(Pariser Manuskript)

Realismus:

1. wirklichkeitsnahe realitätsbezogene Dichtung

2. Die dargestellte Wirklichkeit wird eher nach positiven Gesichtspunkten ausgewählt

3. Der poetische Realismus ist von Grund auf optimistisch eingestellt.

4. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein aktiver Held

5. Das dargestellte Millieu ist einerseits bürgerlich-städtisch und andererseits bäuerlich

6. Dichtungsgattungen: Entwicklungsroman

Novelle

Aristotelisches Drama

Natur- und Stimmungslyrik

1. Schweizer poetischer Realismus:

Vorläufer:

Jeremias Gotthelf

=Albert Bitzius; gehört eigentlich dem schweizer Vormärz an. War protestantischer Pfarrer.

Dorfromane:

"Der Bauernspiegel" oder

"Die Lebensbeschreibung des Jeremias Gotthelf" "Uli der Knecht"

"Uli der Pächter"

ländliche Entwicklungsromane

Novelle:

"Die schwarze Spinne"

Literaturgeschichte Seite 86

Conrad Ferdinand Meyer

1825 - 1898; Verfaßte viele Novellen mit historischer Thematik Novellen:

"Huttens letzte Tage"

Prosanovellen:

"Gustav Adolfs Page"

⇐ 30jähriger Krieg

"Das Amulett"

⇐ Bartholomäusnacht

"Der Heilige"

⇐ Thomas Becket

"Angela Borgia"

"Die Versuchung des Pescara" "Die Richterin"

Romane:

"Jürg Jenatsch"

⇐ Bauernaufstand in Graubürgen

Gedichte:

"Die Füße im Feuer"

Kunstballade, behandelt die Zeit der Hugenottenverfolgungen in Frankreich 16Hugenotten = französische Protestanten; historischer Hintergrund:

Die Reformation, ausgehend von Deutschland, erfaßte auch die Schweiz und Frankreich. Die Hugenotten schlossen sich seit Mitte des 16.Jhd. auf Grundlage des calvinistischen Gaubensbekenntnisses zusammen (Johann Calvin = franz. Reformator, gest. 1564 in Genf). Die

H. waren gekennzeichnet durch ein einfaches Leben, starken verinnerlichten Glauben und große Leidensbereitschaft. Sie wurden von den katholischen Königen grausam verfolgt - Höhepunkt war die Bartholomäusnacht 1572, bei der die Führer und tausende ihrer Anhänger ermordet wurden. Im Jahre 1598 erhielten die H., im Edikt von Nantes, das Recht auf freie Religionsausübung, jedoch innerhalb gewisser Vorschriften. 1695 hob Ludwig XIV dieses Edikt auf und die H. wurden wieder verfolgt und enteignet. 100.000ende wanderten die die protestantischen Länder Europas aus.

Literaturgeschichte Seite 87

Gottfried Keller

1819 - 1890; geb. in Zürich, als Sohn eines Drechslermeisters. Er mußte nach einem Bubenstreich die Schule verlassen und entschloß sich Maler zu werden. Mit finanzieller Unterstützung ging er nach München, lebte dort in bitter Armut. Er bekam ein Staatsstipendium. Arbeitete vorübergehend als freier Schriftsteller in Berlin und wurde dann Staatsschreiber in Zürich. Der Dichtung widmete er sich erst als Pensionist.

„Der grüne Heinrich“

„Pankraz der Schmoller“

„Romeo und Julia auf dem Dorfe“„Kleider machen Leute“

„Hadlaub“

⇐ siehe Minnesang Seite 11

„Das Sinngedicht“

= Novellenzyklus

2. Deutscher poetischer Realismus:

Friedrich Hebbel

1813 - 1863; geb. in Wesselburen (Holstein), 1. Arbeiterdichter, kommt selbst aus einer Arbeiterfamilie, arbeitete als Maurer; lernte eine wohlhabende Frau kennen und studierte dann Philosophie in Kiel. Ging nach Wien zum Theater und lernte dort Christine Erglaus kennen.

Er entwickelt eine eigene Dramentheorie, den "Phantragismus" ⇐ versuchte die Philosophie von Hegel anzuwenden, formuliert dies in einem Essay: "Mein Wort über das Drama":

"Der Mensch ist von Grund auf tragisch, weil er über einen freien Willen verfügt. Er versucht diesen Einzelwillen gegen den Gesamtwillen der Gesellschaft durchzusetzen, daran scheitert er und muß diesen Versuch mit seinem Leben bezahlen, aber als Reinigung sieht die Gesellschaft, die er zurückläßt, ein, daß sie an ihm falsch gehandelt hat."

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dramen:

"Agnes Bernauer"

15jährige Tochter eines Baders - verliebt sich in den Sohn eines Bayernherzogs sie heiratenheimlich⇐ daraufhin Auseindersetzung zw. Herzog u. Sohn. Der Herzog läßt Agnesgefangenehmen, sie fesseln und in die Donau werfen - Sohn zieht mit einem Heer gg. den Vater ⇐ Aussprache ⇐ Vater erkennt, daßer falsch gehandelt hat.

Historischer Hintergrund siehe S 17.

"Gyges und sein Ring"

Literaturgeschichte Seite 88

mit diesem Ring kann sich G. unsichtbar machen. G. ist stolz auf seine Frau, mittels d. Ringeszeigt er einem Freund seine Frau (wie Gott sie geschaffen hat), die Frau bringt sich daraufhin um ⇐ aus Rache, weil sie weiß, daßer ohne sie nicht leben kann

"Herodes und Mariamne"

Herodes ist Feldherr und hat eine hübsche Frau - er verfolgt sie mit ungeheurer Eifersucht - siespielt ihm die Untreue vor - er bringt sie um, sie hat dies jedoch einkalkuliert

"Die Nibelungen"

⇐ Dramentrilogie

1. Der gehörnte Siegfried

2. Siegfrieds Tod

3. Grimhilds Rache

"Maria Magdalene"

(Franz Xaver Grötz: "Maria Magdalena"

"Judith"

(Parodie von Nestroy: "Judid und Holofernes")

Epos:

"Mutter und Kind"

⇐ bürgerl. Epos im Hexameter

Otto Ludwig

1813 - 1865;Vorbild ist Shakespeare ⇐ "Shakespearestudien"

"Agnes Bernauer"

"Golo und Genoveva"

"Das Fräulein von Scuderie"

Romane:

"Zwischen Himmel und Erde"

⇐ "Ein Dachdeckerroman"

"Die Heiterethei und ihr Widerspiel"

Theodor Storm

1817 - 1888; geb. in Husum (Schleswigholstein), studierte Jus, arbeitete am Kreisgericht in Husum, machte dort Karriere, mußte dann nach Potsdam fliehen - arbeitete am hiesigen Gericht; lernte Gottfried Keller kennen - Briefwechsel - ging nach Husum zurück und wurde dort Landvogt. Gestorben in Hademarschen.

Ist der wichtigste Novellist auch über den Realismus hinaus - bevorzugt die strenge dramatische Form der Novelle ("Die Novelle ist die kleine epische Schwester des Dramas"), bevorzugt die Rahmennovelle. Hat auch eine spezielle Art der Novelle kriiert: Chroniknovelle

Novellen:

"Viola Tricolor"

⇐ Stiefmuttergeschichte

"Aquis submersus" "Immensee"

"Eekenhof"

"Der Schimmelreiter"

Chroniknovellen:

"Die Chronik von Grieshuus" "Ein Fest auf Haderslevhus"

Josef Viktor von Scheffel:

war Lyriker und Erzähler

"Als die Römer frech geworden"

"Im schwarzen Walfisch zu Askolon" "Ekkehart"

⇐ Romanüber den vermeinl. Autor von "Waltharius manu fortis" (siehe S 5)

Gustav Freytag:

"Die Journalisten" "Die Ahnen"

„Soll und Haben“

Theodor Fontane

1819 - 1898; franz. Abstammung, war von Beruf Journalist und mehrere Jahre als Korrespondent in England.

Ist der wichtigste Balladendichter des Realismus:

"Die Brücke am Tay"

"John Maynard" "Gorm Grymme"

War Reiseschriftsteller - schrieb Reisefeuilleton:

"Wanderungen durch die Burg Markteburg"

Schrieb phsychologische Romane: Grundthema in seiner und in der Literatur von Heinrich Ibsen: Entlarvung der Lebenslüge.

"Effi Briest"

"Der Stechlin"

"Frau Jenny Treibel" "Irrungen, Wirrungen" "L'Adultera"

"Vor dem Sturm"

Literaturgeschichte Seite 90

Wilhelm Raabe

Erzählung:

"Die schwarze Galleere"

⇐ hist Hintergrund: Guisenaufstand

Romane:

"Berliner Trilogie"

1. "Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge"

2. "Schüdderrump" (dt. Bez. für einen Henkerskarren)

3. "Der Hungerpastor"

Moderner Roman:

"Die Chronik der Sperlinggasse"

Wilhelm Busch

„Max und Moriz“

„Die fromme Helene“

3.Österreichischer poetischer Realismus

fließender Übergang zum Naturalismus (Ferdinand von Saar: "Die Steinklopfer" und Ludwig Anzengruber: "Das vierte Gebot")

Wegbereiter der Heimatkunst !

Ludwig Anzengruber

1839 - 1889; in Wien geboren, war zuerst Polizeibeamter im Innendienst: "Der Pfaffe von Kirchfeld" ⇐ zweifelt darin die Unfähigkeit des Papstes und des Zölibats an - mußte daraufhin die Polizei verlassen und ging zu einer Wanderbühne - zog durch ganz Niederösterreich - er selbst war auch als Schauspieler tätig - schrieb Komödien für dieses Theater. Gestorben in Wien.

= Wegbereiter des Naturalismus Bühnenstü>1. Liberale Bauernstü>"Der Pfarrer von Kirchfeld" "Der Meineidbauer"

2. Bauernkomödien (im Dialekt geschrieben):

"Die Kreuzelschreiber"

"Der G'wissenswurm" "Der Fleck auf der Ehr'"

Literaturgeschichte Seite 91

3. Wiener Sittenstü>"Das vierte Gebot"

Querschnitt durch das wiener-bürgerliche Milieu

4. Romane:

"Der Schandfleck"

"Das Märchen vom Steinklopferhans" "Der Sternsteinhof"

Ferdinand von Saar

1833 - 1906; geb. in Wien, kommt aus niedrigem Beamtenadel, besuchte das Schottengymnasium, sollte milit. Kadettenlaufbahn einschlagen ⇐ Zerwürfnis mit der Familie, lebte längere Zeit im Ausland, vor allem in Italien. Beging schließlich Selbstmord

= Wegbereiter des Naturalismus Novellensammlung:

"Novellen ausÖsterreich"

darin enthalten:

"Die Steinklopfer"

= 1. dt. Arbeiternovelle

"Leutnand Burda" "SchloßKostenitz" "Die Traglodytin"

(Traglodyt = Höhlenbewohner)

"Camera Obscura" "Erlebtes"

"Schicksale" "Frauenbilder"

Gedichtsammlung:

"Wiener Elegien"

Marie von Ebner-Eschenbach

1830 - 1916; geb.( in Mähren) in Zdislavice, stammt aus dem Hochadel, heiratete Offizier Ebner-Eschenbach, übersiedelte nach Wien. Ihr Gatte sah es nicht gerne, daß sie sich in Literatenkreisen aufhielt (Silbernes Kaffeehaus) - Grillparzer war einer ihrer Förderer. Marie sammelte Uhren (hat sie auch selbst repariert; die erweiterte Sammlung befindet sich im Wiener Uhrenmuseum). In ihren späteren Jahren war sie besonders an der Emanzipation der Frauen interessiert und hielt zu diesem Thema auch Vorträge (Sie trat dafür ein, daß Frauen zum Studiem zugelassen werden) Marie arbeitete mit Berta von Suttner zusammen. Sie gründeten die "Liga der Völkerfreundschaften". Gestorben in Wien.

Literaturgeschichte Seite 92

Romane:

"Bozena"

"Das Gemeindekind"

Novellen:

"Der Vorzugsschüler" "Der Muff"

"Krambambuli"

"Er läßt die Hand küssen" "Die Spitzin"

Sie hat auch Epigramme geschrieben - neben Grillparzer die bedeutendste Epigrammatikerin !

Peter Rosegger

1843 - 1918; geb. in Alpl bei Krieglach. Sohn eines Waldbauern, ging bei einem Wanderschneider in die Lehre - dieser ermöglichte ihm den Besuch der Handelsakademie in Graz ⇐ seine ersten Veröffentlichungen in Zeitungen. Gründete eine eigene Zeitschrift "Der Heimgarten" - er veröffentlichte dort seine Erzählungen und hatte davon gut leben können. Später gründete er eine Waldschule und lebte als freier Schriftsteller. Gestorben in Krieglach.

Gilt als Wegbereiter der Heimatkunst Kurzgeschichtssammlungen:

"Als ich noch der kleine Waldbauernbub war" "Aus meiner Waldheimat"

Dialektgedichte:

"Zitter und Hackbrett" "Stoansteinisch"

Romane:

"Erdsegen"

"Jakob, der Letzte"

"Heidepeters Gabriel" "Der Gottsucher" "Das ewige Licht"

Frühe Heimatkunst (Mundartdichtung):

Vorbild:

Johann Peter Hebel

siehe S 61

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Literaturgeschichte Seite 94

12. Naturalismus 1885 - 1910

Historischer Hintergrund:

Zeit der 2. Industrialisierung Deutschlands

Zeit der großen sozialen Auseinandersetzungen (Emanzipationsbestreben der Arbeiter, Frauen und Juden).

Wissenschaftlicher Hintergrund:

1. Positivismus:

Begründer

Auguste Comte

Er hat den alten Empirismus erneuert: "Die höchste Stufe des Denkens ist das positive Denken"

2. Entwicklungslehre:

Herbert Spencer

"Es gibt kein Phänomen, das in sich ruht - kein vorher - kein nachher - alles ist Teil einer Kette". Er hat die Evolutionslehre entscheident beeinflußt.

Charles Darwin

Entstehung der Arten, d e r Durchbruch zur Humantheologie, beschäftigt sich mit der Frage: "Woher kommt der Mensch?"

3. Milieutheorie:

Hippolyte Taine

"Der Mensch wird 'bedingt' durch Vererbung, Umwelt und dem Zeitpunkt der Geburt und das soziale Milieu in dem er geboren wird."

Literaturgeschichte Seite 95

Fremdsprachliche Einflüsse auf den deutschen Naturalismus:

= bürgerlicher Realismus in Frankreich, Rußland und Skandinavien, zum Teil auch England

Rußland:

Fjodor Michailowitsch. Dostojewskij

"Aufzeichnungen aus einem Totenhaus"

Beschreibt das Leben in Sibirien als Gefangener

"Der Idiot"

"Die Brüder Karamasow" "Schuld und Sühne" "Der Spieler"

Graf Leo Tolstoij

"Krieg und Frieden" "Anna Karenija" "Die Kreutzersonate"

= Romanüber Beethoven

Nikolai Gogol

"Taras Bulba"

Film mit Yul Brunner

"Der Revisor"

= Komödie

Kurzgeschichten:

"Der Manten"

Maxim Gorki

= Alexej Bischkow; biographische Romane, vom Stil her schon Naturalist

"Meine Kindkeit"

"Meine Universitäten"

= beidesüber die Oktoberrevolution

sonstige Romane:

"Die Mutter"

⇐ Dramatisierung von B. Brecht und Günther Weissenborn

Dramen:

"Nachtasyl"

= Naturalistisches Drama

Literaturgeschichte Seite 96

Frankreich:

Honoré de Balzac

"Comedie Humaine"

(60 Bände - setzt sich mit seiner und der Zeit vor und nach der französischenRevolution auseinander):

"Der Vetter Pons"

"Das Chagrinleder" "Oberst Chabert"

"Glanz und Elend der Kurtisanen" "Die tolldreisen Geschichten"

= Novellensammlung

Emile Zola

Romane:

"Les Rougon-Macquart"

(20 Bände) z. B.: "Germimal", "L'Assomoir", "Nana"

"Der Bauch von Paris"

(= "Ventre de Paris") ⇐ ehemalige Markthallen

Guy de Maupassant

"Der Schmuck" (= "La Parure")"Fettklöschen"

"Schnepfengeschichten" "Bel Ami"

"Das Haus Tellir"

England:

George Berard Shaw

„Candita“

„Cäsar und Cleopatra“ „Saint Joan“

Literaturgeschichte Seite 97

Skandinavien:

Henrik Ibsen

1828 - 1906; geb. in Sien, stammt aus einer Apothekerfamilie, kam nach Kristiania (= Oslo), dort studierte er Literatur und Theaterkunde, beeinflußt von liberalen Studentenund Frauenbewegungen, wurde Regisseur in Bergen, ging dann zum Kristiania Theater nach Oslo, Auslandsaufenthalte, z.B. Frankreich (Kontakt zu Camilla Collert = berühmte Frauenrechtlerin - Frauenzeitschrift: "Aus dem Lager der Stummen"), Italien und später Deutschland - vor allem Hamburg. Gestorben in Norwegen - Oslo.

Gilt als Wegbereiter des neueren deutschen Dramas - was den Inhalt und die Form anbelangt und Wegbereiter des analytischen Enthüllungsdramas (= Konflikt liegt außerhalb des Dramas, Auslöser dieses Konfliktes passierte vorher, ab dem erregenden Moment wird er aufgedeckt, das Ende ist offen). Er setzt sich kritisch mit der Lebenslüge auseinander (Menschen machen sich etwas vor - bürgerliche Ehe und Familie).

Dramen:

1. Nationalistische romantische Dramen:

"Die Nord-Heerfahrt"

= Nibelungendrama nach der Edda

"Kronprätendenten"

"Peer Giynt"

(= nordischer Faust)

2. Naturalistische Gesellschaftsdramen:

"Nora oder Ein Puppenheim" "Ein Volksfeind"

(Arzt - Heilquelle)

"Die Stützen der Gesellschaft" "Gespenster"

Macht der Vererbung: junger Mann stirbt nach einem Wahnsinnsausbruch - sein Vater vererbteihm die Gehirnparalyse

3. Symbolistische Gesellschaftsdramen:

"Die Wildente"

"Baumeister Solneß" "Hedda Gabler"

"Wenn wir Toten erwachen"

Literaturgeschichte Seite 98

Kennzeichen des deutschen Naturalismus

1. Realistische wirklichkeitsnahe Dichtung

2. Dargestellte Wirklichkeit wird eher nach negativen Gesichtspunkten ausgewählt (Themen. Alkoholismus, Armut, Arbeiterausbeutung, )

3. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein passiver Held

4. Das dargestellt Millieu ist entweder das Arbeitsmillieu oder das soziale Randschichten- oder Außenseitermillieu

5. Pessimismus als Grundstimmung herrscht vor

6. Ist eher deskriptiv und nicht analytisch

7. Dichtungsgattungen:

Anfangs experimentelle Lyrik (Satzzeichen aufgegeben, ...), dominant ist das Drama, häufiger bürgerliches Trauerspiel, Sozialdramen. In der Epik: Sekundenstil.

Gründung von vier großen Verlangsanstalten:

S. Fischer-Verlag, Berlin

Insel-Verlag, Leipzig

Kurt Wolff-Verlag, Leipzig

Georg Müller-Verlag, München

Naturalismus in Deutschland

1. "Konsequenter" Naturalismus (= Früher Naturalismus):

ist eine Gruppe von Schriftstellern in Berlin um die GebrüderHeinrich und Julius Hart(Herausgeber der Zeitschrift: "Kritische Waffengänge")

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Vollendeter Naturalismus (Die Vollender):

Gerhart Hauptmann

1862 - 1946; geb. in Obersalzbrunn (Schlesien), studierte mit seinem Bruder Carl Bildhauerei in Preßlau, ging nach Berlin (lernt dort A. Holz kennen) ⇐ "Bahnwärter Thil" = erstes veröffentlichtes Werk, G. Hauptmann wird daraufhin über Nacht bekannt und gibt endgültig seine Bildhauerpläne auf.

Im Winter lebt er in Berlin und im Sommer in Agnetendorf im Riesengebirge. 1912 bekommt er den Nobelpreis für Literatur. Gerhard Hauptmann gilt als der bekannteste Dichter, der während der NS-Zeit in Deutschland blieb, er hielt sich jedoch kaum in Berlin auf (Das "Atridendrama" wurde in dieser Zeit geschrieben). Nach 1945 kahm er auf Besuch nach Österreich. 1946 starb er in Agnetendorf.

Drei Wesenszüge in seiner Dichtung: Mitleid mit allen notleidenden Kreaturen, schlesischer Hang zu mystischer Grübelei, Bildungserlebnis des abendländischen Menschen

Dramen:

1. Naturalistische Dramen:

"Vor Sonnenaufgang"

⇐ pubertäre Liebe, scheitert an der Gesellschaft

"Die Weber"

⇐ Weberaufstand 1844 in Schlesien, G.H's Großvater war ein solcher Weber

"Rose Bernd"

⇐ bürgerl. Trauerspiel (Gretchenmotiv)

"Der Biberpelz"

⇐ naturalistische Komödie (Fortsetzung "Der rote Hahn")

"Fuhrmann Henschel"

"Kollege Campton"

⇐ verschärftes Alkoholikerdrama

"Vor Sonnenuntergang"

Alter Mann verliebt sich in eine junge Frau, die Fam. läßt ihn, falls die beiden heiraten sollten,entmündigen

2. Symbolistisch - Neuromantische Dramen (auch übersinnliche Elemente):

"Hanneles Himmelfahrt"

"Die versunkene Glocke" "Florian Geyer"

= Bauernkriegsführer

"Der arme Heinrich"

⇐ nach dem Epos von Hartmann von Aue

"Elga"

= Dramatisierung der Grillparzertragödie "Das Kloster von Sendomir"

Literaturgeschichte Seite 100

3. Klassizistische Dramen:

"Der Bogen des Odysseus" "Atridentetralogie"

1. "Iphigenie in Aulis"

2. "Agamemnon"

3. "Elektra"

4. "Iphigenie in Delphi"

Epik:

"Bahnwärter Thiel"

"Der Ketzer von Soana"

"Der Narr in Cristo Emanuel Quint""Die Insel der großen Mutter"

Epos:

"Till Eulenspiegel"

⇐ nicht das Volksbuch als Vorlage

Hermann Sudermann:

Dichter aus Littauen

"Litauerische Geschichten"

Roman:

"Der Katzensteg"

Max Halbe

"Scholle und Schicksal"

= Autobiographischer Roman

"Jugend"

"Sodoms Ende"

Ludwig Thoma

stammte aus Oberammergau, war Mitarbeiter des "Simplizissimus" (= die berühmte satirische Zeitung von München. Sie beinhaltet den "Briefwechsel des Landtagsabgeordneten Filser"). Weiters von ihm:

"Lausbubengeschichten"

"Andreas Vöst"

Bühnenstü>"Die Lokalbahn" "Moral"

Naturalismus inÖsterreich

Wegbereiter:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vertreter:

Ada Christen

Gedichtsammlung:

"Die Steinklopfer" "Das Vierte Gebot"

"Herr Doktor, haben Sie etwas zu essen?"

"Lieder einer Verlorenen"

Roman:

"Ella, Roman einer Schmierenkomödiantin" "Jungfer Mutter"

- Roman mit Gretchenmotiv

Marie Eugenie delle Grazie

"Robespierre"

- Versepos im Hexameter

Berta von Suttner

(geb. Gräfin Kinsky),war Privatsekretärin von Alfred Nobel (er stiftete den Nobelpreis für friedliche Nutzung), war selbst auch Friedensnobelpreisträgerin und gründete die "Liga für Völkerfreundschaft" .

"Die Waffen nieder "

- Antikriegsroman

13. Gegen- und Nebenströmungen zum Naturalismus

A) Impressionismus "Eindruckskunst" 1890 - 1915

Claude Monet: "Impression soleil levant " (= „Eindruck, aufgehende Sonne“ stellte, bei einer Ausstellung, ein Bild mit diesem Namen aus)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Geistiger theoretischer Hintergrund

1) Neopositivismus

Ernst Mach und der Wiener Kreis: "Es gibt kein 'Ding an sich'" - ein Ding ist die Summe seiner Empfindungsdaten

Wiener Kreis = Schlicke, Neurath, Carnapp

2. Psychoanalyse

Sigmund Freud

(Verinnerlichung der Darstellung)

"Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse" "Traumbuch"

- Traumdeutungen (Wunsch- u. Angstträume - dienen zur Aufarbeitung von Nichtverarbeitetem)

Kennzeichen der Impressionistischen Literatur

1. Realitätsbezogene Literatur

2. Äußere Handlungen werden reduziert, innere Vorgänge hingegen hervorgehoben

3. Impressionismus ist durchaus analytisch - vor allem die psychologischen

Beweggründe für Handlungen werden dargestellt

4. Handlungen sind im großbürgerlichen und adeligen Millieu angesiedelt, aber durchaus in einem kritischen Sinn (kritische Auseinandersetzung mit Dekadenz und Fin de siéche-Stimmung (⇐ Ende des Jahrhunderts)

5. Dichtungsgattungen:

Empfindungslyrik

Psychoanalytischer Roman (der Elemente des modernen Experimentalromans miteinbezieht)

Psychologische Einakter (kurzes Stück) Prosaskizze

Literaturgeschichte Seite 103

Impressionismus in Deutschland

Thomas Mann

1875 - 1955; geb. in Lübeck, stammt aus einer hanseatischen Großhandels- kaufmannsfamilie, nach dem Tod seines Vaters übersiedelt seine Mutter mit seinen 4 Geschwistern nach München. Thomas M. studiert dort Jus, Philosophie und Literatur. Er war Mitarbeiter des Simplizissimus (satirische Zeitschrift). T. Mann unternimmt mit seinem Bruder Heinrich eine längere Reise zu den Quellen europäischer Geistlichkeit: Rom, Athen, Jerusalem. Dann zerstritten sie sich (Streit wie nun die Politik und die Literatur einzuschätzen sei). T. Mann war der Meinung, daß H. Mann "Flugblattliteratur" schreibe. T.M. blieb in München und in Bad Tölz (Tegernsee), (H. M. in Italien).

Im Winter 1932/33 war er zu Vortragsreisen in den Beneluxländern, als Hitler an die Macht kam, ging er nicht mehr nach Deutschland zurück. Er lebte zunächst in der Schweiz, dann in den USA, dort war er Gastprofessor für deutsche Geschichte an der Universität in Prinston. Nach dem Krieg, im Jahre 1949, ging er zurück in die Schweiz und später nach Deutschland - Weimar und dann nach Frankfurt - übt Kritik an der herrschenden Politik. Gestorben in der Schweiz.

Romane:

"Die Buddenbrooks"

Familienroman durch 3 Generationen: Aufstieg und Fall einer hanseatischen Handelsfamilie. T.Mann setzt sich mit der eigenen Herkunft auseinander

"Königliche Hoheit"

Verschlafenes europäisches Fürstentum, wo der Fortschritt ausbricht nachdem einamerikanischer Millionär die Tochter heiratet

"Der Zauberberg"

Titel: eine Mischung von Hotel und Sanatorium in Davos. Dort sind Leute, reicher, adeligerAbstammung von ganz Europa Hauptfigur: Castorp, Ziemßen

"Lotte in Weimar"

"Goethianer" werden auf die Schaufel genommen

"Dr. Faustus. Aus dem Leben des Tonsetzers Adrian Leverkühn"

Komponist schließt Pakt mit dem Teufel

"Josef und seine Brüder" od. "Josefs Tetralogie“

1. "Geschichten Jakobs"

2. "Der junge Josef"

3. "Josef inÄgypten"

4. "Josef der Ernährer"

"Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"

am frühesten begonnen, aber sein letzter Roman

Literaturgeschichte Seite 104

Novellen:

„Der kleine Herr Friedemann"

früheste Sammlung

„Tonio Kröger" "Wälsungenblut"

(Geschlecht des Siegfried), adeliges Geschwisterpaar, welches ein gemeinsames Kind haben

"Der Tod in Venedig"

Schlüsselwerk für und von Thomas Mann

Er schrieb viele Essays: über Nietzsche, Goethe, Wagner,

2 Empfindungslyriker

Gustav Falke

Richard Dehmel

Impressionismus inÖsterreich

"Dichterkreis Junges Wien", "Jung Wiener Dichterkreis" oder "Junges Wien":

Gruppe von jungen Dichtern, der Großteil gehört zum Symbolismus und Impressionismus. Sie trafen sich anfangs im Café Zentral - enger Kreis der Wiener Kaffeehausliteratur. Dazu gehören:

Arthur Schnitzler

Peter Altenberg Hermann Bahr

Hugo von Hoffmannstal Gegner:

Karl Kraus (er akzeptierte nur P. Altenberg)

Arthur Schnitzler

1862 - 1931; geb. in Wien als Sohn eines berühmten Arztes (Medizinalrat und Leiter der Poliklinik) besuchte das akademische Gymnasium, studierte dann Medizin (nach dem Willen seines Vaters), arbeitete als Assistent an der Poliklinik und eröffnete später eine eigene Praxis. Er schrieb bereits während seiner Studienzeit. Nach Veröffentlichung seiner Novelle "Leutnant Gustl" wurde er zum einfachen Sanitätssoldaten dekradiert - die Uraufführung seines Stückes "Der Reigen" war ein Skandal (1921 in Berlin) - treudeutsche Kulturbünde protestieren ⇐ Unmoral gegen gutdeutsche Bürger. Schnitzler mußte notariell beglaubigen lassen, daß er dieses Stück nie wieder aufführen wird.

Schnitzler war der erste deutschsprachige Dichter, der den "inneren Monolog" verwendete (⇐ Gedanken werden als direkte Rede aufgezeichnet) - im "Lt. Gustl" und "Frl. Else".

Er schrieb psychologische Einakter und faßte diese manchmal zu ganzen Zyklen zusammen = Karuselltechnik (z. B. Anatol, Reigen)

Literaturgeschichte Seite 105

Dramen:

"Anatol"

Zyklusüber 7 Einakter, 2 männliche Hauptfiguren: Anatol und Max ⇐ Auseinandersetzungüber die männliche Eitelkeit

"Der grüne Kakadu"

Wirtshaus in Paris, 13. - 14. Juli 1798

"Reigen"

Karuselltechnik; handelt von menschl. Annäherungen

"Das weite Land"

"Liebelei"

"Prof. Bernhardi"

"Komtesse Mizzi oder Der Familientag" "Literatur"

"Zum großen Wurstel"

"Der Schleier der Beatrice"

Novellen:

"Leutnant Gustl"

1. deutschsprachiges Werk, das im inneren Monolog geschrieben ist

"Frl. Else"

teilweise im inneren Monolog

"Der blinde Geromino und sein Bruder" "Die Traumnovelle"

Romane:

"Der Weg ins Freie" "Therese"

Peter Altenberg

= Richard Engländer; Impressionistische Prosaskizze Erzählung mit offenem Ende, Sammlungen davon:

"Was der Tag mir zuträgt" "Semmering 1912"

"Wie ich es sehe"

"Bilderbögen des kleinen Lebens"

Hermann Bahr

war 2 mal Burgtheaterdirektor

"Der Franzl"

⇐ Franz Stelzhamer

"Josephine" "Das Konzert"

Romane:

"Theater" "Die Rahl"

= Henriette Rahl - Burgschauspielerin

= flüchtig angerissene kurze

Stefan Zweig

1881 - 1942; geb. in Wien, studierte Germanistik und Romanistik, Übersetzungen aus der französischen und englischen Literatur, lebte in Salzburg (Mönchsberg), 1938 emigrierte er nach England und von dort über New York nach Brasilien (Petropolis - 60 km von Rio d. J.). 1942 beging er Selbstmord.

Stefan Zweig ist einer der bedeutendsten kulturhistorischen Schriftsteller Österreichs. Biographische Romane (über hist. Persönlichkeiten):

"Erasmus von Rotterdam"

"Magellan"

"Vasco da Gama" "Maria Stuart" "Marie Antoinette"

Essayistische Romane:

"Drei Dichter ihres Lebens"

Vergleich von Casanova - Tolstoi - Stendhal

"Drei Meister"

Vergleich von Dickens - Balzac - Dostojewskij

"Der Kampf mit dem Dämon"

über Geisteskrankheiten, Kunst und Wahnsinn, Vergleich von Hölderlin - Kleist - Nietzsche

Novellen:

"Sternstunden der Menschheit"

= Novellensammlung

"Angst"

"Der Amokläufer"

"24 Stunden aus dem Leben einer Frau" "Die Schachnovelle"

Gedichtsammlungen:

"Silberne Saiten" "Frühe Kränze"

B) Symbolismus / Neuromantik1895 - 1915

Symbolismus:

stammt aus Frankreich und bezeichnet einen Kreis von Schriftstellern ("Les Symbolistes") um

Stéphane Mallarmé

"Nachmittag eines Fauns"

Vertonung von Claude Debussy

um ihn scharren sich viele Künstler:

Paul Verlaime

Arthur Rimbrand

alle gemeinsam haben ein großes Vorbild:

Carles Brandelair

Neuromantik:

stammt aus Deutschland, 2 Elemente: Wiederbelebung der Romantik

Ästhetizismus ⇐ Kunstverherrlichung ("L'art pour l'art) und Kulturpessimismus

Friedrich Nietzsche

war mit 20 Jahren bereits Universitätsprofessor, jedoch ein eher schüchterner Mensch

"Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik"

"Appollinisches - Dionysisches"

"Menschliches allzu Menschliches" "Also sprach Zarathustra"

"Götzendämmerung"

gegen Wagner und seine Mythenbildung

Literaturgeschichte Seite 108

Hermann Hesse

1877 - 1962; geb. in Calw (Württemberg), stammt aus einer sehr piatistische Familie (protestantisch), besuchte berühmtes protestantisches Seminar (Eliteschule) - lief aus dieser Schule weg ⇐ psychiatrische Behandlung (von seiner Familie aus), arbeitete als Fahrradmechaniker und Buchbinder in der Schweiz.

Schlüsselreise nach Indien (1911) - beschäftigte sich mit Hinduismus ⇐ Leserschar spaltete sich, er bekam ein Grundstück in Montagnola geschenkt; war Nobelpreisträger; im 1. Weltkrieg spielte er eine wichtige politische Rolle: Gefangenenaustausch, Vorwürfe von Thomas Mann ⇐ er habe in der NS-Zeit geschwiegen; nach dem Krieg - Versöhnung. Er starb in Montagnola.

Hermann Hesse war der letzte Vertreter des klassischen Bildungsromans Hauptthema:

-Suche nach dem Sinn des Lebens

-Verwirklichung der geistigen Existenz

-Mensch - zerrissen - gespaltene Figuren

-beeinflußte die Indienbewegung (20er Jahre) und die Jugendbewegung (60er Jahre) Romane:

"Unterm Rad"

Grundlage für Schülerliteratur

"Siddharta"

= Indische Legende, die Suche von Siddharta nach seiner Verwirk lichung und nach dem Sinnseines Lebens

"Der Steppenwolf"

Hauptperson ist Harry Haller - es geht um die Auslebung der Individualität zw. Menschen

"Demian"

"Narzißund Goldmund" "Peter Camenzind" "Das Glasperlenspiel" "Klein und Wagner"

Erzählungen:

"Gertrud" "Roßhalde"

sowie Märchen, Parabeln, Lyrik, Gedichte

Hugo von Hoffmannsthal

1874 - 1929; geb. in Wien, besuchte das akademische Gymnasium, war mit 16 - 17 Jahren schon ein Talent (flog fast aus der Schule), gehörte dann zum Jung Wiener Dichterkreis, stand auch dem Stephan-George-Kreis nahe. Freundschaft zu Richard Strauß, schrieb für ihn Libretti. Gestorben in Rodaun.

Seine Werke sind beeinflußt vom spätmittelalterlichem und barockem Drama, gilt als einer der wichtigsten Dramatiker.

Dramen:

"Das Tor und der Tod" "Jedermann"

"Das Salzburger große Welttheater"

nach einem Stück von Calderon

"Der Unbestechliche" "Der Schwierige" "Libretti"

"Der Rosenkavalier" "Arabella"

"Der Turm"

„Frau ohne Schatten" "Elektra"

"Ariadne auf Naxos"

Epik:

"Die Reitergeschichte"

"Andreas oder die Vereinigten"

Rainer Maria Rilke

1875 - 1926; geb. in Prag, besucht die Militärerziehungsanstalt in St. Pölten und studiert an den Universitäten von Prag, München und Berlin. Lebte dann in Paris, war Sekretär von Auguste Rodin. Desertierte in die Schweiz ⇐ Begnadigungsgesetz für Desertierte. Starb am Genfer See.

Er war ein wichtiger Lyriker. Sammlungen:

"Das Buch der Bilder"

Metaphern

"Die Sonette an Orpheus" "Das Stundenbuch" "Duineser Elegien"

"Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"

Franz Karl Ginzkey

1871 - 1963; geb. in Pola, Offizierslaufbahn, war ein Nazi, 1932 bekam er den Ehrendoktor der Universität Wien, lebte ab 1944 am Attersee, starb 1963 in Wien.

"Der Wiesenzaun"

"Der von der Vogelweide"

"Balladen aus dem alten Wien" "Hatschi-Bratschi-Luftballon"

Österreichische Heimatdichtung

Karl Heinrich Waggerl

„Brot“

„Schweres Blut“„Mütter“

„Das Jahr des Herrn“

Karl Schönherr

„Herr Doktor, haben Sie zu essen“

14. Expressionismus 1910 - 1925

Ausdruckskunst, kommt von der bildenden Kunst, zum 1. mal verwendet von Kurt Hiller. Bildende Kunst ⇐ 2 Zentren:

1. Die Brücke: Kunstvereinigung und Galerie in Dresden: Edvard Munch (Norw.) ⇐ "Der Schrei"

Wassilij Kandinsky (Wegbereiter der abstrakten Kunst)

2. Der blaue Reiter in München, nach einem Bild des Protagonisten Franz Marc: Ernst Kirchner

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kennzeichen der expressionistischen Literatur.

1. Antikriegshaltung

2. Pazifismus (keine Gewalt, Waffen nieder) (Die Feuerpause von Adolf Zweig)

3. Antikapitalistisch und antibürgerliche Einstellung (sie lehnen die kapitalistische Gesellschaft als Ausbeutergesellschaft ab - sie sehen sich auch als Bürgerschreck)

4. Setzen sich mit der Industrialisierung und Rationalisierung kritisch auseinander

5. Sie treten für eine soziale Gesellschaft und Weltverbrüderung ein

Expressionistische Sprache:

sehr extratisch (überzogen), lautmalend (krachen, knarren), eine verknappende und verkürzte Sprache (verwesentlicht). Die Sprache ist reduziert auf Nomen ... - Präpositionen und Artikel werden weggelassen ⇐ der Klang der Sprachmelodie ist wichtiger.

Lyrik: 1. O Mensch - Dichtung

2. Lyrik der großen Städte (Großstadt wird als aussagend, Menschen verachtend beschrieben.

Drama: verwendet wird nicht das aristotelische Drama.

Tendenz zum offenen Drama (Ende offen), vor allem zum epischen Drama

Expressionismus in Deutschland

Ausgangspunkt ist Berlin - Zeitschrift: "Der Sturm"

1. Lyrik:

Else Lasker-Schüler

"Hebräische Balladen" "Mein blaues Klavier"

Gedicht

Georg Heym

"Umbra vite"

= Schatten des Lebens

Gottfried Benn

war Arzt, ästhetisierte Grausamkeiten

"Morgue"

benannt nach dem Pariser Leichenschauhaus in der Rue Morgue

Klabund = Alfred Henschke

brachte neuen Akzent in den Expressionismus (fernöstliche Sprache)

"Die Geisha O-sen"

"Li-Tai-Peh"

"Der Kreidekreis" "Borgia"

Johannes R. Becher

"O Mensch"

"Hymnen an Lenin" "Winterschlacht"

Drama

2. Drama:

Ernst Toller

"Hinkemann"

Parallelwerk zu "Draußen vor der Tür" von Wolfang Borchert

"Masse Mensch"

"Maschinenstürmer"

"Eine Jugend in Deutschland"

Georg Kaiser

1878-1945; meistgespieltester Theaterdichter des Expressionismus

"Die Bürger von Calais"

Kultwerk !: 100-jähriger Krieg ⇐ Hungersnot ⇐ Stadtübergabe an Engländer ⇐ 6 Bürger sollen sich melden - werden hingerichtet. Es geht um die Auswahl. Das Werk wurde angeregt durch ein Bild von Rodain.

"Gas 1"

"Gas 2"

"Der Soldat Tonaka"

ein Loblied auf einen Desserteur

"Von morgens bis Mitternacht"

Carl Sternheim

setzte sich mit dem Klein- und Spießbürgern auseinander; Summe der Einakter:

"Aus dem bürgerlichen Heldenleben"

z.B.:

"Die Hose" "Der Snob" "1913"

Franz Wedekind

war Schauspieler, Dramaturg, Regisseur in Berlin, gilt als Wegbereiter des expressionistischen Dramas

„Frühlingserwachen“„Erdgeist“

„Die Büchse der Pandora“

Fritz von Unruh

Gründer der USPD (= Abspaltung der SPD), war ein preußisch-bammerischer Offizier, der zur KP ging

"Der Offizier"

3. Epik:

Alfred Döblin

Berliner Autor, bekannt geworden durch

"Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine""Berlin Alexanderplatz"

verfilmt, Transportarbeiter wird aus der Haft entlassen, will sich resozialisieren ⇐ die Gesellschaft gibt ihm keine Chance

Heinrich Mann

Bruder von Thomas Mann, ausgezeichneter satirisch, kritischer Erzähler

"Die kleine Stadt"

"Das Kaiserreich"

= "Das Reich" - Trilogie

1. "Der Untertan"

2. "Die Armen"

3. "Der Kopf"

"Professor Unrat"

verfilmt: "Der blaue Engel", bekanntestes Werk von Heinrich Mann. Inhalt: Mittelschullehrer ziehtmit einer Tänzerin durch die Lande, am Ende kommt er in sein Dorf zurück, als Moralist.

"Heinrich der Vierte"

2teiliger Roman

Leonard Frank

"Links, wo das Herz ist"

"Das Ochsenfurter Männerquartett" "Die Räuberbande"

Expressionismus inÖsterreich

"Der Prager Kreis" = deutschsprachige Literatur, geschrieben von Prager Juden - kein strenger Expressionismus, sondern steht zwischen Expressionismus und Surrealismus

Deutschsprachige Literaturzeitschrift: "Die Weißen Blätter"

Franz Kafka

1883 - 1924; geb. in Prag/Josefstadt, im jüdischen Viertel, sein Vater war Stoffverkäufer. Kafka besuchte ein deutsches Gymnasium, studierte Jus - wurde vom Vater dazu gezwungen - war als Versicherungsjurist tätig. Er wurde dann schwer Lungenkrank (Kehlkopfkrebs) - Kuraufenthalte und starb im Kurhotel in Kierling (Klosterneuburg) - sein Grab ist im neuen jüdischen Friedhof in Prag.

Er ist der wichtigste Vertreter des Prager Kreises - zw. Expressionismus, Surrealismus und Existentialismus.

Einer der drei heiligen Könige des modernen deutschsprachigen Existentialromans: Kafka - Musil - Broch

Seine Novellen erschienen zu Lebzeiten, die Romane sind Nachlaßwerke (gab sie seinem Freund Max Brod, der sie verbrennen sollte).

Novellen/Erzählungen:

"Die Verwandlung"

in einen Käfer. Zunächst hält die Familie noch zu ihm, Käferdasein ⇐ Abartigkeit in der Gesellschaft; Familie nimmt drei Untermieter ⇐ sehen den menschengr. Käfer und fliehen ⇐ Bestätigung für ihn - Druck der Gesellschaft

"Ein Hungerkünstler"

Wirtschaftskrise, Hungerkünstler ⇐ in Käfig gesperrt - wurde dünner - bis er stirbt

"In der Strafkolonie"

Maschine stanzt den Gefangenen die Straftat in den Rücken

"Der Heizer"

„Bericht an die Akademie"„Das Urteil"

Romane:

von Max Brod gegen den Willen Kafkas veröffentlicht:

"Der Prozeß"

Josef K. (Kryptogramm) wacht eines morgens auf - man sagt ihm, daßer verhaftet sei - er wird jedoch nicht sofort mitgenommen. Das Buch geht um die Fragen: Wer verhaftet ihn? Wieso? Vor welches Gericht wird er gebracht? Er kommt nicht darauf. Schluß: 2 Beamte liquidieren ihn.

"Das Schloß"

der Landvermesser K. wird auf ein Schloßgerufen wurde er hierher gerufen? Wo liegt der Sinn?

"Amerika"

Grund, daßer zu den Expressionisten zählt

Max Brod

- er bleibt schon im Dorf hängen ⇐ warum

Nachlaßverwalter und Herausgeber Kafkas Romane; schrieb eine Biographie über ihn:

"Franz Kafka. Ein Leben"

"Der Prager Kreis"

über Kafka, Hazek, ...

Eigene Werke:

"Tycho Brahes Weg zu Gott"

Franz Werfel

1890-1945; geb. in Prag, Sohn eines jüdischen Fabrikanten, Lektor des Verlages Kurt Wolff

Romane:

"Die 40 Tage des Musa Dagh"

Aufstand der Armenen gegen die Türken - dadruch wurde Werfel zu einem Heiligen der Armenier

"Das Lied von Bernadette"

B. Soubirous - ihr erschien 3 x die Mutter Gottes

"Der veruntreute Himmel"

"Der Abiturententag"

"Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig"

Literaturgeschichte Seite 116

Dramen:

"Die Troerinnen des Euripides" "Juarez und Maximilian" „Jacobowskij und der Oberst"

Lyrik: zählt zum Expressionismus !!

"Der Weltfreund"

"Wir sind"

Gustav Meyrink

"Der Golen"

Der Wiener Kreis des Expressionismus

Karl Kraus

1874 - 1936; war über 10 Jahre lang Kulturredakteur der "Neuen freien Presse" (gegr. 1848, heute „Die Presse“)

"Die Fackel"

⇐ anfangs Wochenzeitung, erschien später jedoch nicht mehr regelmäßig

Dramen:

"Die letzten Tage der Menschheit"

Zeit zw. 1914 - 1918, Untergang der Monarchie, von der Ermordung Franz Ferdinands bis zur Abdankung Karls

"Traumtheater" "Traumspiel"

Essays:

"Die demolierte Literatur"

Georg Trakl

gehört zum Freundeskreis von Ludwig Fiker = Herausgeber der Zeitschrift "Der Brenner" - veröffentlichte darin Trakls Werke

Gedichte:

"Grodek"

"Der Herbst des Einsamen" "Der Schläfer im Tal"

Literaturgeschichte Seite 117

Anton Wildgans

Expressionistisch sind nur seine Gedichte:

"Sonette an Ead"

"Österreichische Gedichte"

Epos:

"Kirbisch oder Der Gendarm, die Schande und das Glück"

Dramen - eher Naturalistisch:

"Dies ire"

"Armut" "Hunger"

Jakob Wassermann

Romane:

"Der Fall Maurizius" "Ezel Andergast" "Kasper Hauser"

"Die Juden von Zirndorf" "Christian Wahnschaffe" "Das Gänsemännchen"

Literaturgeschichte Seite 118

Dadaismus1916 - 1924

ist eine literarisch-künstlerisch revolutionäre Bewegung, gegründet im „Cabaret Voltaire“ in der Schweiz

Dada = Steckenpferd, bzw. Holzpferd für Kinder

Zentren: Zürich, New York, Köln, Hannover, Berlin, Paris

Der Dadaismus ist eine Rebellion gegen alles Bürgerliche und ein Protest gegen die Vernunft, die fürchterliche Kriege produziert

Vertreter:

Raoul Hausmann

Erfinder des „Lautgedichts“ und der Photomontage

Kurz Schwitters

Surrealismus1917 - 1925

= Überwirklichkeitskunst mit dem Ziel der Überwindung des Einfachen, Realen durch Verbindung von Wirklichkeit mit Traumhaftem.

Einflüsse von Symbolismus, Dadaismus und Freud Vertreter: z. B. Kafka

Literaturgeschichte Seite 119

15 Die Neue Sachlichkeit 1925 - 1933

(i.d. Emigration bis 1945/50)

Der Begriff kommt aus der Architektur - Architektur aus der sogenannten Bauhausbewegung wurde damit benennt. Später fand er in der bildenden Kunst Verwendung (jene, die die Zwischenkriegszeit behandelt) ⇐ Otto Tix, George Grosz, Jahn Hardfield. Ab den 60iger Jahren wurde der Begriff "Neue Sachlichkeit" für die Literatur der deutschen Zwischenkriegszeit verwendet.

Nach dem ersten Weltkrieg setzt eine deutliche Reaktion gegen den zunächst immer noch herrschenden Expressionismus ein. Man gewinnt allmählich wieder eine neue ruhige, sachliche Einstellung zur gegebenen Wirklichkeit. Eine neue Sachlichkeit setzt sich durch.

Historische Voraussetzungen:

-Oktoberrevolution in Rußland

-Errichtung der Republik Österreich und die österreichische Bundesverfassung · Faschistische Revolution in Italien durch Benito Mussolini

-Zweiter Weltkrieg

Kennzeichen:

1. nüchterne, sachliche, realistische Darstellung

2. ironische bis sarkastische Kritik der gesellschaftlichen Wirklichkeit

3. Auseinandersetzung mit Krieg und Kriegsgewinnlertum, Militarismus und Faschismus

1. Antikriegsdichtung

Erich Maria Remarque

Pseudonym für Erich Paul Kramer

"Im Westen nichts Neues" "Drei Kammeraden"

⇐ Fortsetzung von "Im Westen nichts Neues"

"Arc de Triomphe"

Ludwig Renn

"Der große Krieg der weißen Männer"

5 Romane, die unter diesem Titel zusammengefaßt wurden z. B. eine Art Trilogie (autobiogr.Züge, die Hauptfigur heißt Ludwig Renn)

1. "Krieg"

2. "Nachkrieg"

3. "Krieg ohne Schlacht"

Arnold Zweig

"Erziehung vor Verdun"

autobiogr. Züge, Hauptfigur = Berdin (= Schriftsteller)

"Die Feuerpause"

"Der Streit um den Sergenanten Grischa"

2. Zeitroman

Das Thema ist nicht mehr die Rückblende auf den Krieg, sondern die Betrachtung der 20iger und 30iger Jahre

Lion Feuchtwanger

„Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch"„Jud Süß“

„Troja"

"Der Wartesaal"

⇐ zeitgeschichtl. Romantetralogie:

1. "Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz"

2. "Die Geschwister Oppenheim"

3. "Exil"

4. "Simone"

„Der falsche Nero“

Schlüsselroman um Adolf Hitler

Anna Seghers

„Der Aufstand der Fischer von St. Barbara“„Friedensgeschichten“

3. Kritisch-satirische Dichtung

Kurt Tucholsky

„Der Zeitsparer“

„Zwischen gestern und morgen“

Erich Kästner

Humoristisch-satirische Gedichtsammlung

„Herz auf Taille“

„Der tägliche Kram“

Kinderbücher:

„Emil und die Detektive“ „Pünktchen und Anton“ „Das doppelte Lottchen“

Literaturgeschichte Seite 121

4. Neurealistisches Drama

Bertolt Brecht

1898 - 1956; ist einer der wichtigsten Literaten und bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts

geb. in Augsburg, stammt aus einer Unternehmerfamilie, ging ins Gymnasium in Augsburg, studierte Medizin in München - Kontakt zu Karl Valentin, wurde als Sanitäter eingezogen und in den Augsburger Arbeiter- und Soldatenrat gewählt - schrieb seine ersten Stücke - als Regisseur an den Münchner Kammerspielen tätig.

Max Reinhard holte ihn an das Deutsche Theater nach Berlin - eigenes Theater: Theater am Schiffbauerdamm in Berlin. Brecht setzte seine neue Dramentheorie (Theorie vom epischen Drama) dort um.

1933 emigriert er - sein Emigrationsweg führte ihn durch 12 Länder: Österreich, Tschechoslowakei, Dänemark, Schweiz, Schweden, Finnland, Sowjetunion, Kalifornien (lebte in Santa Monica)

Er arbeitete mit Fritz Lang zusammen. Am Züricher Schauspielhaus wurden viele seiner Dramen uraufgeführt - gleichzeitig gab es in Österreich einen Brechtboykott.

1948 ging er nach Ost-Berlin und gründete mit seiner Frau Helene Weigel das Berliner Ensemble.

Am 17. Juni 1953 - Aufstände in der DDR (an Baustellen wegen schlechten Arbeitsbedingungen) - Brecht schrieb einen Brief und bejahte den Einsatz der russischen Panzer, die die Aufstände niederschlugen.

1956 starb er nach einem Herzinfarkt

Dramen:

1. Expressionistische Stü>"Baal"

"Trommeln in der Nacht"

Antikriegsstück

"Im Dickicht der Städte"

2. Opern: (Zusammenarbeit mit Kurt Weill)

"Dreigroschenoper"

Vorlage von John Gay's: "Beggars Opera", ausführliche Gestaltung der Oper im"Dreigroschenroman"

"Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny"

3. Lehrstü>"Die Maßnahme"

"Die Ausnahme und die Regel"

"Die Rundköpfe und die Spitzköpfe" "Der Messingkauf"

4. Epische Stü>"Die Mutter"

"Das Leben des Galilei"

"Mutter Courage und ihre Kinder"

Romanvorlage von Grimmelshausen

"Der gute Mensch von Sezuan" "Der kaukasiche Kreidekreis"

"Furcht und Elend des Drittes Reiches" "Die Gewehre der Frau Carrar"

"Turanot oder Der Kongreßder Weißwäscher""Herr Puntila und sein Knecht Matti"

Lyriksammlungen:

"Die Hauspostille" "100 Gedichte"

"Svendborger Gedichte"

(darin enthalten: "Fragen eines lesenden Arbeiters")

Epik:

"Der Dreigroschenroman"

"Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar" "Me-Ti - Buch der Wendungen" "Die Geschichten von Herrn Keuner"

(Parabelsammlung)

Carl Zuckmayer

1896 - 1977; Sohn eines Weinhändlers, Offizier während des ersten Weltkrieges, arbeitete danach als freier Schriftsteller in Berlin und Henndorf bei Salzburg, 1938 emigrierte er in die Schweiz und 1939 in die USA. 1946 kehrte er in die Schweiz zurück.

Gehört zu den meistgespieltesten Dramatikern innerhalb des deutschen Sprachraumes. Volksstückhafte Dramen:

„Schinderhannes“

„Der Hauptmann von Köpenick“

Milieu- und Charakterdramen:

„Der Schelm von Bergen“„Barbara Blomberg“

Politische Zeitstü>„Des Teufels General“„Das Kalte Licht“„Der Rattenfänger“

Epik:

„Die Fastnachtbeichte“

5. Literatur inÖsterreich

1. Das Drama der„Neuen Sachlichkeit“

Arnolt Bronnen

Er wird nach expressionistischen Anfängen einer der ersten Verfechter der Rückkehr zur Formverfestigung undBegründer der Neuen Sachlichkeit.

Ferdinand Bruckner

= Theodor Tagger

„Krankheit der Jugend“„Elisabeth von England“

Ödon von Horvath

1901 - 1939; Sohn eines österreichisch-ungarischen Diplomaten, freier Schriftsteller in Oberbayern, später in Wien und Henndorf bei Salzburg, 1938 emigriert er in die Niederlande und später nach Frankreich.

Er hat eine Vorliebe für das Übersinnliche und Skurrile und für den Kampf des Individuums in einer Welt ohne Gott.

„Der ewige Spießer“

„Die Bergbahn“

Volksstück

„Der jüngste Tag“

realistisches Symboldrama - stellt den Höhepunkt in Horvaths dichterischem Schaffen dar

„Jugend ohne Gott“

„Ein Kind unserer Zeit“

2. Das christliche Drama

Max Mell

1882 - 1971; er greift die innig-fromme Einfalt und Schlichtheit der mittelalterlichen Mysterienbühne wieder auf.

„Das Apostelspiel“

Dramen:

„Die Sieben gegen Theben“ „Jeanne d’Arc“

Hermann Broch

1886 - 1951; geb in Wien, studiert Versicherungsmathematik, dann Textilmaschinenbau. 1933 legt er seine Ämter als Vorstandmitglied im Österr. Arbeitgeberverband der Textilindustrie ab und widmet sich ganz seinen literarischen Arbeiten. 1938 geht er nach England, nachdem er zwei Monate von der Gestapo festgehalten wurde, und später in die USA. Er wird zu Forschungszwecken der psychologischen Fakultät der Universität Prinston und später der Universität in Yale zugeteilt. 1951 stirbt er in Connecticut an einem Herzschlag.

Broch gilt, gemeinsam mit Kafka und Musil, als einer der Begründer des modernen Romans im deutschen Sprachraum. Er bietet nicht nur Zeitkritik, sondern weist auch den Weg in die Zukunft. Romane:

„Die Schlafwandler“

„Die Schuldlosen“

„Der Tod des Vergil“

Robert Musil

1880 - 1942; geb. in Klagenfurt, besucht die Militärerziehungsanstalt in MährischWeißkirchen, wechselt dann an die Technische Hochschule nach Brünn. Später widmet er sich dem Studium der Philosophie in Berlin. Arbeitet als Redakteur der „Neuen Rundschau“ in Berin. Den Ersten Weltkrieg erlebt er an der Front, danach arbeitet er als freier Schriftsteller in Berlin. 1933 geht er zurück nach Wien und 1938 in die Schweiz, wo er 1942 vereinsamt und verarmt stirbt.

Musil versteht die Dichtung als Experiment. Er verbindet die Mathematik mit der Mystik, die er die Grundwissenschaften der Menschen nennt.

„Die Verwirrung des Zöglings Törless“

Probleme und Konflikte der Pubertät unter dem Aspekt einer„bürgerlich-autoritären Erziehung um 1900 und ihrer Institutionen“dargestellt. Der Held ist mathematisch hochbegabt.

„Der Mann ohne Eigenschaften“

Sein Hauptwerk, blieb unvollendet (3bändig)

Joseph Roth

„Flucht ohne Ende“

ereignisreiche Flucht einesösterreichischen Oberleutnants aus russischer Kriegsgefangenschaft

„Hiob“

„Radetzymarsch“

sein erfolgreichster Roman, beschreibt dieösterreichische Monarchie

„Die Kapuzinergruft“

„Die Beichte eines Mörders“

Fritz von Herzmanovsky-Orlando

Als Architekt in Österreich, Holland und England, wird als Dichter „das letzte Genie barock-österreichischen Humors“ bezeichnet

„Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“

parodistische Posse

„Der Gaulschreck im Rosennetz“„Maskenspiel der Genien“

Friedrich Schreyvogl

„Eine Schicksalssymphonie“„Tristan und Isolde“

„Heerfahrt nach Osten“

Stoff der Nibelungensage

„Grillparzer“

erzählerisches Hauptwerk

„Das fremde Mädchen“

Das Werk spielt auf mehreren Ebenen und reicht ins Irreale

Dramen:

seine ersten Dramen gehören zum Expressionismus und sind mit dem Laienspiel Max Mells verwandt

„Karfreitag“

„Auferstehung“

seine späteren Romane schildern den Verfall der Monarchie

„Habsburgerlegende“

„Der Gott im Kreml“

Demetriusstoff

„Die kluge Wienerin“

Komödie, spielt in der Zeit Marc Aurels

16. Gegenwartsdichtung seit 1945

Geschichtliche Voraussetzungen:

-Kapitualtion Deutschlands und Abwurf zweier Atombomben · Kalter Krieg

-Entstehung des Staates Israel in Palästina · Bildung der BRD

-Krieg in Korea

-Erste Weltraumflüge

-Bürgerkrieg im Libanon

-Krieg zwischen Iran und Irak

-In Österreich: Errichtung der Zweiten Republik Österreich, Staatsvertrag, Bundesverfassungsgesetz, ..

Die neue Aufgabe der Gegenwartsdichtung

Bereits vor 1945 gab es erste Ansätze zur Überwindung des Nihilismus. An diese, besonders an Hermann Hesse, Hugo von Hoffmannsthal, Rainer Maria Rilke sowie an einzelne Dichter des Expressionismus und der idealistischen Sachlichkeit, knüpft man heute an.

Die deutschsprachliche Gegenwartsdichtung versucht, von diesen Ansätzen aus zu einer endgültigen Überwindung des drohenden Nihilismus zu finden. Indem sie dabei von den nationalen Unterschieden zwischen den Menschen absieht und ihre Aufgabe für alle Menschen unserer Erde gleich gültig empfindet, greift sie über die engen Grenzen der Nation alle Anregungen fremdsprachiger Literatur auf, die ja um die gleichen Probleme kreist.

Die nach 1945 anstehenden Probleme bewirken in der Dichtung eine Bereicherung bereits bestehender Prinzipien und Tendenzen.

Die Biographie und Autobiographie wird als neue Einnahmequelle oder als Instrument für Öffentlichkeitsarbeit von Polikitkern, Schauspielern und Sängern „entdeckt und gleitet dabei teilweise in Bereiche der Trivialität ab“.

Die Dokumentation in Drama und Epik macht das Sammeln von Fakten zur Grundvoraussetzung einer kommerziell und künstlerisch verwertbaren „Produktion“

Die Gesellschaftskritik verweist häufig auf Menschenschicksale, die an menschlichem Unverständnis scheitern und durch grobmaschige Sozialnetze fallen.

Die Weltliteratur der GegenwartFrankreich

1. Das existenzialistische Theater

Jean Paul Satre

1905 - 1980, Lehrer für Philosophie, während des Zweiten Weltkrieges in deutscher Gefangenschaft

„Das Sein und das Nichts“

philosophisches Werk - gilt als sein einflußreichstes Werk

„Die Wege der Freiheit“

„Die Fliegen“

„Der Teufel und der liebe Gott“

Albert Camus

„Der Fremde“„Die Pest“

2. Das absurde Theater

Versuche einer Umgestaltung des Theaterstückes zu einem grotesken, bewußt schockierenden und beunruhigenden Thesen- und Lehrstück, das die Zuseher aus ihrer Lethargie aufrütteln und zum Nachdenken zwingen will.

Samuel Beckett

„Warten auf Godot“

Eugène Ionesco

gilt als Hauptvertreter des absurden Theaters

„Die Nashörner“

„Fußgänger der Luft“

3. Wegbereiter des zeitgenössischen Dramas

Jean Anouilh

„Der Reisende ohne Gepäck“„Ball der Diebe“

„Becket oder die Ehre Gottes“

„Das Leben ist unerhört! Erinnerungen an meine Jugend“

Literaturgeschichte Seite 128

England

James Joyce Virginia Woolf

Herbert George Wells

1866 - 1946, seine utopischen Romane sind typisch für die Neue Sachlichkeit

„Die Zeitmaschine“

„Die ersten Menschen im Mond“

Aldous Huxley („Brave New World“)

George Orwell („1984“, „Farm der Tiere“) Graham Greene

John Boynton Priestley

Amerika

Ernest Hemingway

1899 - 1961; Sohn eines Arztes, betätigt sich früh als Reporter und nimmt an beiden Weltkriegen teil

„Der alte Mann und das Meer“„Wem die Stunde schlägt“„Fiesta“

William Saroyan John Steinbeck Pearl S. Buck Arthur Miller

Tennessee Williams Edward Albee

Thornton Wilder

Sowjetunion

Boris Leonidowitsch Pasternak

„Doktor Schiwago“

Tschechoslowakei

Jaroslav Hasek

„Die Abenteuer des braven Soldaten Svejk“

Vaclav Havel

Schweiz

Max Frisch

geb. 1911 in Zürich; zuerst als Journalist und später als Architekt tätig, seine Leidenschaft ist das Malen (seine Bilder schwanken zwischen Expressionismus und naiver Kunst). Nach dem Krieg unternimmt er verschiedene Reisen in die verwüsteten Länder Europas - Ergebnis sind seine Dramen und Romane

„Santa Cruz“

„Die chinesische Mauer“

„Biedermann und die Brandstifter“„Andorra“

Friedrich Dürrenmatt

geb. 1921 in Konolfingen bei Bern, Sohn eines protestantischen Pfarrers.

In seinen Komödien verwendet er alle Stilmittel des moderneren epischen Theaters. Er will den Menschen wachrütteln, damit er sich auf sich selbst besinnt, vor der drohenden Wirklichkeit nicht die Augen verschließt und erkennt, daß es nur von ihm abhängt, ob die menschliche Gesellschaft der völligen Barbarei anheimfällt oder zu einer christlich und humanitär bestimmten Kultur zurückfindet.

„Die Ehe des Herrn Mississippi“„Romulus der Große“

„Ein Engel kommt nach Babylon“„Der Besuch der alten Dame“„Die Physiker“

Deutschland

Wolfgang Borchert

1921 - 1947; Lehrling bei einem Buchhändler, später Schauspieler. Ab 1941 Rußlandfeldzug - wiederholt Aufenthalte in Lazaretten und Militärgefängnissen

„Draußen vor der Tür“

„An diesem Dienstag“

Günther Weisenborn Franz Xaver Kroetz

Rainer Werner Fassbinder

Heinrich Böll

1917 - 1985; geb. in Köln, als Infanterist im Zweiten Weltkrieg, studiert anschließend Germanistik in Köln, danach als freier Schriftsteller tätig.

Böll bewahrt sich den Glauben an die Unzerstörbarkeit der menschlichen Substanz und an die Bindung den Menschen an Gott inmitten der erlebten Zusammenbrüche von Ideologien und Idealen. In seinem erzählenden Werk zeigt er den Weg zur Rettung des Menschen.

„Der Zug war pünktlich“

„Wanderer, kommst du nach Spa...“„Wo warst du, Adam?“

„Und sagte kein einziges Wort“„Ansichten eines Clowns“

Die Gruppe 47

Ist die wichtigste literarische Vereinigung nach dem zweiten Weltkrieg (Angehörige

z. B.: Uwe Johnson, Siegfried Lenz), die 1967 ihre letzte offiziöse Zusammenkunft hatte. Bezeichnet wird damit eine Gruppe von Autoren, Publizisten und Journalisten, die sich nach ihrer Heimkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zu erstenmal im Herbst 1947 im Allgäu im Haus der Schriftstellerin Ilse Schneider-Langyel trafen.

Ihre Zeitschrift „Der Ruf“ wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht verboten und sie beschränkten sich zunächst darauf, sich gegenseitig Manuskripte vorzulesen. Die Gruppe stellt eine Art Interessensgemeinschaft dar, ohne einen bestimmten dichterischen Stil zu fordern. Sie hat kein festes Programm, sondern fordert nur eine streng antinazistische und pazifistische Gesinnung und Ablehnung der vergangenen Literatur, die ihr zu konservativ, zu völkisch-national, zu pathetisch und zu verstaubt erscheint. Bewußt will man eine neue, moderne Nachkriegsliteratur schaffen, ohne aber bestimmte ästhetische Forderungen zu erheben.

Uwe Johnson

1934 - 1984; gilt als der Epiker zum Thema „geteiltes Deutschland“, später setzt er sich mit westlichen Kultur- und Zivilisationsphänomenen auseinander.

„Jahrestage“

„Mutmaßungenüber Jakob“„Zwei Ansichten“

Siegfried Lenz

geb. 1926 in Lyk/Ostpreußen; er zeigt die ständige Bedrohung des Menschen, wobei gegenwärtige Probleme und besonders auch die Bewältigung der nationalsozialistischen Verhangenheit als Themen gewählt werden.

„Es waren Habichte in der Luft“

„Duell mit dem Schatten“„Stadtgepräch“

„Deutschstunde“

Literatur der Arbeitswelt - Gruppe 61

Gründer: Fritz Hülser; befaßt sich mit dem Thema der modernen Literatur und der Arbeitswelt und gründet 1961 in Dortmund einen Arbeits- und Diskussionskreis zur Entwicklung einer Literatur der industriellen Arbeitswelt, der später als „Gruppe 61“ bezeichnet wird. Ein Vertreter der Gruppe 61:

Max von der Grün

geb. 1926 in Bayreuth; arbeitet 13 Jahre lang im nordwestdeutschen Kohlenrevier als Bergmann

„Männer in zweifacher Nacht“„Irrlicht und Feuer“

Herbert Rosendorfer

geb. 1934 in Bozen; aufgewachsten in München und Kitzbühel, studierte Kunstgeschichte, dann Jus, wurde Gerichtsassessor in Bayreuth und ist seit 1967 Amtsgerichtsrat in München.

„Die Glasglocke“

„Über das Küssen der Erde“„Der Ruinenbaumeister“

„Briefe in die Chinesische Vergangenheit“„Das Messingherz“

Österreich

H. C. Artmann

geb. 1921; gehörte eine Zeit lang zu den Wiener Autoren der „Wiener Gruppe“, 1974 wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.

„med ana schwoazzn dintn“

„How much, Schatzi?“

Ernst Jandl

geb. 1925; studierte Germanistik und Anglistik, lehrt an einer AHS

„Schützengraben“

„Aus der Fremde“

Peter Handke

geb. 1942 in Griffen, Kärnten; seine Stücke (er nennt sie Sprechstücke) sind ohne Handlung, wobei litaneiartig sprachliche Möglichkeiten aneinandergereiht sind und die Gestik der Sprecher Bedeutung hat.

Dramen:

„Publikumsbeschimpfung“„Kaspar“

„Das Mündel will Vormund sein“„Die Unvernünftigen sterben aus“

Epik:

„Die Hornissen“„Der Hausierer“

„Der Nachmittag eines Schriftstellers“

Peter Turrini

„Rozznjagd“

„Sauschlachten“

Fritz Hochwälder

1911 - 1986; geb. in Wien, Sohn eines Tapezierermeisters, 1939 flüchtet er in die Schweiz - 1986 in Zürich gestorben.

Fritz Hochwälder zählt bis in die 60iger Jahre hinein zu den erfolgreichsten Dramatikern seiner Generation.

Historische Dramen:

„Das heilige Experiment“

entstanden 1941 im Eidgenössischen Lager für Emigranten in Ascona am Lago Maggiore -machte ihn nach dem Krieg mit einem Schlag berühmt.

Stoff: Jesuitenstaat der von 1609 bis 1767 in Paraguay bestand und der als sozialster Staat der Welt Aufsehen erregt hat. Er war für 170.000 Indios ein ideales Gemeinwesen und hat am

16.06.1767 aufgehört zu bestehen.

„Deröffentliche Ankläger“„Meier Helmbrecht

nach der Versnovelle von Wernher dem Gärtner aus dem Ambraser Heldenbuch (siehe S 16)

„Donadieu“

ein psychologisches Problemdrama aus der Geschichte der Hugenottenkriege, angeregt durch C.

F. Meyers Ballade„Die Füße im Feuer“

Symbolische Dramen:

„Die Herberge“

Anknüpfung an das Altwiener Volksstück (Zauberstück):

„Donnerstag“

„Der verschwundene Mond“

Thomas Bernhard

geb. 1931 in Heerlen bei Maastricht, Holland - stammt aus einer Salzburger Familie, studierte Musik und Damaturgie in Salzburg und Wien und verfaßt viel auf dem Gebiet der Epik, des Dramas und der Lyrik

„Frost“

„Amras“

„Verstörung“

„Der Stimmenimitator“

Autobiographische Werke:

„Ein Kind“

„Die Ursache. Eine Andeutung“„Der Keller. Eine Erziehung“

Dramen:

„Ein Fest für Boris“

„Der Ignorant und der Wahnsinnige“„Die Jagdgesellschaft“

„Am Ziel“

Barbara Frischmuth

„Das Verschwinden des Schattens in der Sonne“„Über die Verhältnisse“

Alois Brandstetter

geb. 1938 in Pichl bei Wels; Universitätsprofessor

„Zu Lasten der Briefträger“

„Der Leumund des Löwen“„Hier kocht der Wirt“

Friedrich Torberg

Ist als Übersetzer der Werke Ephraim Kishons ins Deutsche bekannt geworden.

„Der Schüler Gerber hat absolviert“

1930; neuer Titel„Der Schüler Gerber“

Sowie viele, viele andere

Literaturhinweise:

Pochlatko-Koweindl-Amon: „Literatur 2“, „Literatur 3“

Brenner Bortenschlager: „Deutsche Literaturgeschichte“

E. Brenner - K. A. Dostal: „Die Literatur der europäischen Völker“

sowie Mitschriften aus dem Deutschunterricht von Prof. H. Fellner (Maturaschule Dr. Roland)

[...]


13 Thomas Mann: „Lotte in Weimar“, behandelt Charlotte von Stein und Goethe

14 Herder: „Geschichte Gottfrieds von Berlichingen mit der eisernen Hand, dramatisiert“

15 Opern: Jacques Offenbach: „Hoffmanns Erzählungen“ Paul Hindemith: „Cardillac“ - Stoff von „Das Fräulein von Scuderi“

16 Der Österreicher Fritz Hochwälder dramatisierte diese Ballade: „Donodien“

Details

Seiten
87
Jahr
2003
Dateigröße
820 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107586
Note
Schlagworte
Deutsche Literaturgeschichte

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Titel: Deutsche Literaturgeschichte