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Partikeln des Deutschen

Seminararbeit 2002 20 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition
2.1 Merkmale von Partikeln
2.2 Partikeln als Wortklasse
2.2.1 Syntaktische Merkmale und Abgrenzung von anderen Wortklassen
2.2.2 Wesen der Partikeln

3. Klassifizierung der Partikeln im Allgemeinen
3.1 Teilklassen von Partikeln
3.1.1 Gradpartikeln
3.1.2 Fokuspartikeln
3.1.3 Modalpartikeln (oder Abtönungspartikeln)
3.1.3.1 Redepartikel nach Tomaszewski
3.1.4 Gesprächspartikeln
3.1.4.1 Gliederungs- und Rückmeldungssignale
3.1.4.2 Antworten auf Entscheidungsfragen, Grüße, Gebote, u. dgl.
3.1.4.3 Ausrufe (Interjektionen)
3.1.5 Negationspartikeln
3.1.6 Steigerungspartikeln

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Seminararbeit im Fach „Grammatik in wissenschaftlichen Texten“ hatte als Ziel meiner Meinung nach, sowohl die wichtigsten Elemente der Analyse und Synthese eines Textes zu geben, als auch dazu beizutragen, dass man Nominalisierungen im Text verwendet, deren Verwendung Zeichen der Wissenschaftlichkeit ist.

Die hohe Informationsdichte bei gleichzeitiger sparsamer Verwendung sprachlichen Mitteln könnte von der Verwendung der einfachsten Wörter; der Partikeln, beeinflusst und geholfen werden, da sie viele Eigenschaften haben, die die Bedeutung eines ganzen Satzes verändern können.

Am Anfang (also Kapitel 2) dieser Seminararbeit steht eine Definition der Partikeln, jede davon von verschiedenen Vertretern der deutschen Grammatik stammen. Hier werden noch auch ihre Eigenschaften genannt, wie sie also in Alltagssituationen verwendet werden, und dann folgt eine Übermittlung von Informationen, die zu ihrer Klassifizierung beiträgt.

In Kapitel 3. werden die Kategorien der Partikeln mit ihren eigenen Eigenschaften genannt, während es auch viele Alltagsbeispiele dazu gibt. Zum Schluss folgt eine kleine Zusammenfassung, und eine Liste der verwendeten Bibliographie.

Griechenland/Korydallos, im Oktober 2002 Argyros Ioannis

2. Definition

Teil jeder Grammatik sind nach Reimann (2000: 166ff) die vielfältigen Aufgaben erfüllenden Partikeln, die vorzugsweise in dem gesprochenen Alltag verwendet werden. Partikeln geben u. a. den Grad an, dienen der Hervorhebung, drücken die innere Einstellung des Sprechers aus, und spielen eine sehr wichtige Rolle in der Gesprächsführung.1

Der Begriff von „ Partikel “ l ä sst sich heute noch in jeder linguististischen Arbeit, in jeder Grammatik und in jedem W ö rterbuch speziell definieren. Der Grund daf ü r ist, dass er sehr uneinheitlich verwendet wird “ (Bußmann, 1990:19), dass es also viele Meinungen über die Frage gibt „was sind denn eigentlich die Partikeln?“, die die Definition von Partikel verwechseln.

Im Lexikon sprachwissenschaftlicher Termini steht auch, „d ass der Begriff „ Partikel “ sehr uneinheitlich verwendet wird “.2 Dort stellen zwei verschiedene Bedeutungen nebeneinander.

Es gibt zwei Grundbedeutungen von Partikeln anhand ihrer Klassifizierung. Einerseits sind sie eine bestimmte Wortart, die undeklinierbar und nahezu ohne eigene Bedeutung sind, anderseits treffen sie Wörter, wie Präpositionen und Konjunktionen, manchmal auch einschließlich Adverbien.

Unter „Partikel“ trifft man in der linguistischen Literatur vielfältige Bedeutungen. Darunter werden erstens alle unflektierbaren, d.h. weder konjugierbaren noch deklinierbaren noch komparierbaren Wörter verstanden.

Manche Wissenschaftler behaupten, dass in Partikeln auch die Präpositionen, die Adverbien, die Modalwörter, einige Negationswörter gehören. Dieser Art von Klassifizierung basiert besonders auf morphologischen Kriterien, während semantische und syntaktische Kriterien weggelassen werden. Ein solches Verständnis von Partikeln wurde in den traditionellen Grammatiken vielfach angetroffen. Trotzdem findet man diese aber auch noch in der Gegenwart (vgl: Duden (1973): S. 62).

Zweitens werden darunter in einem etwas engeren Sinne nicht alle unflektierbaren Wörter verstanden, sondern nur die Negationspartikeln, die Modalwörter, und schließlich die „modalen“ bzw. „emotional-expressiven“ Partikeln (vgl: Erben (1964): S. 157). Danach gibt es auch die Meinung (Helbig/Buscha (1972): S428ff), dass die Partikeln in einem noch engeren Sinne und nach syntaktischen Kriterien solche Wörter verstanden werden, die eine eigene Wortklasse darstellen, und nichts mit Adverbien, Modalwörter, Konjunktionen und Präpositionen zu tun haben.

Zum Schluss kommt die Auffassung, dass sie als Restgruppe der unflektierbaren Wörter verstanden werden, die sowohl keinen Satzwert (im Unterschied zu den Interjektionen), als auch keinen Satzgliedwert, auch noch keinen Satzgliedteilwert (im Unterschied zu den Präpositionen und Konjunktionen), und schließlich keinen Fügteilcharakter haben (Heidolph, u.a. (1981): S. 490f., 683., 688f).

2.1 Merkmale von Partikeln

Allen Partikeln gemeinsam ist, dass sie der Form unverändert auftreten, und dass sie - im Gegensatz zu den Wörtern der drei Hauptwortarten und deren meisten Adverbien - keine eigentliche (lexikalische) Bedeutung haben, oder jedenfalls bedetungsarm sind und dass sie - anders als Präpositionen und Konjunktionen - keine grammatische Funktion haben. Charakteristisch für alle Partikeln ist, dass sie nicht als Satzglieder auftreten können, weder als notwendige Komplemente, noch als freie Angaben.3

2.2 Partikeln als Wortklasse

Die Partikeln stellen im Deutschen eine relativ geschlossene klasse dar, die etwa 40 Wörter umfasst, die weder deklinierbar noch konjugierbar oder komparierbar sind.

2.2.1 Syntaktische Merkmale und Abgrenzung von anderen Wortklassen

Die Partikeln sind erstens keine selbständige Satzglieder, sondern nur Teile von Satzgliedern. Helbig und Buscha (1999: S. 475) unterscheiden sie sowohl von den Adverbien, die Satzglieder sind, als auch von den Modalwörtern, die mehr als Satzglieder sind, weil sie in der zugrunde liegende Struktur latente Sätze darstellen, und von den Interjektionen sowie anderen Satzäquivalenten.

Zweitens, weil die Partikeln keine Satzglieder sind, sind sie auch nicht allein erststellenfähig: Sie können als einziges Stellungsglied nicht die Position vor dem finiten Verb im deutschen Aussagesatz (Hauptsatz) besetzen, sondern sind immer nur zusammen mit ihrem Bezugswort im Satz verschiebbar:

Ziemlich gut hat er die Prüfung bestanden. (Partikel)

Ziemlich hat er die Prüfung gut bestanden.

Aber:

Diesmal hat er die Prüfung gut bestanden. (Adverb)

Vermutlich hat er die Prüfung gut bestanden. (Modalwort)

Partikeln4 sind gleichzeitig (auf Grund ihrer fehlenden Satzgliedschaft) nicht als selbständige Antworten möglich. Das unterscheidet sie einerseits von den Adverbien, die - da sie Satzglieder sind - als selbständige Antworten auf Ergänzungsfragen (Satzgliedfragen) auftreten, anderseits von den Modalwörtern, die - da sie latente Sätze sind - als selbständige Antworten auf Entscheidungsfragen (Satzfragen) erscheinbar:

Wie gut hat er die Prüfung bestanden?

*Ziemlich!

Wann hat er die Prüfung (gut) bestanden?

Diesmal.

Hat er die Prüfung (gut) bestanden?

Vermutlich.

Modalwörter antworten auf Satzfragen, Adverbien auf Satzgliedfragen, Partikeln auf überhaupt keine Fragen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2 Wesen der Partikeln

Unter morphologischem Aspekt sind die Partikeln weder deklinierbar noch konjugierbar oder komparierbar. Zweitens sind die Partikeln unter syntaktischem Aspekt keine Satzglieder, folglich nicht allen, sondern nur zusammen mit ihrem Bezugswort im Satz verschiebbar und auch nicht als selbständige Antwort auf eine Satz- oder Satzgliedfrage verwendbar. Im unterschied zu den Adverbialbestimmungen sind sie nicht fähig, die erste Stelle im Satz (vor dem finiten Verb) allein auszufüllen. In dieser Hinsicht ähneln sie den Attributen, unterscheiden sich aber von den Attributen dadurch, dass sie nicht auf (sprachliche) Prädikationen zurückführbar sind.

Ebenfalls gibt es unter semantischem Aspekt Partikeln, die ein Wort im Satz näher bestimmen, erläutern, spezifizieren, oder graduieren. Es gibt jedoch auch Partikeln, deren semantischer Gehalt sehr gering ist, die nahezu ohne eigentliche (dennotative) Bedeutung sind, die vielmehr die Anteilnahme des Sprechers bzw. die Art der Sprechhandlung signalisieren, die also mehr kommunikativen als semantischen Wert haben.

Zum Schluss drücken die Partikeln unter kommunikativem Aspekt oft feine Nuancen aus und sind Indikatoren für bestimmte Sprechhandlungen oder dienen dazu, die Äußerung im konversationellen Kontext zu verankern, den Sprechakt im Sinne des Sprechers zu modifizieren, die Interpretationsprozess des Hörers und die Interaktion zu steuern, bzw. - allgemein gesprochen - die Äußerung und den Sprechakt auf die Gegebenheiten der Interaktion zu beziehen. Gerade in dieser kommunikativen Funktion können die Partikeln gleichermaßen schwer beschrieben und erlernt werden. Auf der anderen Seite ist die deutsche Sprache im Verhältnis zu manchen anderen Sprachen partikelreich. Der Partikelreichtum ist umso größer, je mehr sich ein Text der Umgangssprache nähert. Besonders hoch ist nach Helbig und Buscha (1999: S. 476) folglich die Frequenz der Partikeln in der Alltagssprache des Dialogs, wo sie viele - mitunter sogar wesentliche - kommunikative Nuancen ausdrücken.

In Abhängigkeit von der Dominanz der semantischen oder der kommunikativen Funktion der Partikeln lassen sich zwei Gruppen von Partikeln unterscheiden: (a) solche Partikeln, bei denen die kommunikative Funktion dominiert, z.B: aber, also, auch, denn, doch, eigentlich, einfach, etwa, gerade, halt, ja, mal, doch, nun, nur, überhaupt, vielleicht, wohl. Und (b) solche Partikeln, die denen die semantische Funktion dominiert, z.B: beinahe, bereits, etwas, ganz, höchst, immer, nahezu, recht, sehr, so, überaus, viel, weit, weitaus, zu.

3. Klassifizierung der Partikeln im Allgemeinen

3.1Teilklassen von Partikeln

Die Partikeln gehören zu einer Klasse, die viele Besonderheiten hat. Diese Besonderheiten haben mit ihrer Abgrenzung zu tun, und erschweren die allgemeine Klassifizierung von Partikeln in Klassen. Das grosse Problem von Partikeln ist mit der Tatsache verbindet, dass die meisten als Partikeln verwendete Lexeme zugleich in anderen Wortklassen vorkommen.

Bezweifellos ist aber die Tatsache, dass diese besonderen Lexeme, die unter „Partikeln“ bezeichnet werden, insgesamt sehr grob und heterogen sind, dass sie folglich einer weiteren Subklassifizierung bedarf.

Heute, können die Partikeln als Klasse der Unflektierbaren in fünf Teilklassen untergeteilt werden. Erstens werden sie in Partikeln, die den Grad oder die Intensität angeben (Gradpartikeln) untergeteilt. Zweitens in Partikeln, die der Hervorhebung eines Teils einer Aussage dienen (Fokuspartikeln), während drittens in Partikeln, die die Einstellung des Sprechers zum Gesagten ausdrücken und einer Aussage eine bestimmte Tönung geben (Modal- oder Abtönungspartikeln).

Danach werden sie in Partikeln untergeteilt, die der Steuerung des Gesprächs dienen, als Antwort auf Entscheidungsfragen (Gesprächspartikeln). Zum Schluss haben wir die so genannte „Negationspartikeln“, die der Verneinung dienen, und die Steigerungspartikeln (Vgl dazu: DUDEN - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. S. 177ff.). Frühzeitig ist auch der Unterschied zwischen „modalen“ und „logischen“ d.h. nicht modalen Partikeln.

3.1.1 Gradpartikeln

Die so genannte „Gradpartikeln“ drücken vor allem aus, in welchem Grad eine Eigenschaft sich herausgebildet. Sie sind sowohl bei Adjektiven (a) zu stehen, als auch mit Verben (b) und Adverbien (c) zu verbinden.

(a) Sie ist sehr schön.
(b) Sie besucht sehr oft.
(c) Er hat sehr gefroren

Der Grad, der die Gradpartikeln ausdrücken, kann sowohl schwach (d.h. stark) als auch hoch sein.

Die Wäsche ist ziemlich schmutzig.

Der Film hat uns sehr gefallen

Alle waren zutiefst betroffen.

Es gibt auch manche Partikeln, die in der Umgangssprache verwendet werden, und unflektiertbar sind, die nicht mit ihrer eigentlichen Bedeutung zu tun haben.

Das ist echt gut. Das tut toll weh.

Ebenfalls gibt es Partikeln, wie gar, ü berhaupt, und beileibe, die Negationen (a) verstärken.5 Anderseits gibt es Gradpartikeln, die eine bestimmte Besonderheiten (b) haben, dass sie nur in Verbindung mit Komparativen stehen können.

(a) Daran hab’ ich gar nicht gedacht.
(b) Dieser Weg ist viel kürzer.

Gleichzeitig gibt es die so genannte „Skalenpartikeln“, die sich auf eine Vergleichsskala beziehen und eine Stufung angeben.

Sie hat schon zwei Karten gekauft.

Die Gradpartikeln unterscheiden sich von den anderen Subklassen der Partikeln vor allem durch folgende Eigenschaften (Altmann, 1976, 1978, 1979 und auch König, 1977, 1981 wie auch Jacobs, 1981). Sie beziehen sich nicht auf den gesamten Satz, sondern nur auf die Konstituenten des Satzes, weil sie keine unmittelbaren Konstituenten im Unterschied zu den Abtönungspartikeln (Modalpartikeln) sind. Diese Beziehung ist syntaktischer und semantischer Art.

Sogar ich habe Peter zum Geburtstag gratuliert.

Ich habe sogar Peter zum Geburtstag gratuliert.

Ich habe Peter sogar zum Geburtstag gratuliert.

Natürlich liegt die Funktion der Gradpartikeln im Unterschied zu den Abtönungspartiklen nicht primär auf kommunikativer, sondern auf semantischer Ebene (Altmann, 1976). Die Gradpartikeln haben deswegen eine doppelte Funktion. Einerseits verändern sie nicht den Wahrheitswert der Sätze, in denen sie stehen, anderseits können die Sätze ohne diejenige auch wahr sein. Ebenfalls fügen dem Satz eine quantifizierende und / oder skalierende Interpretation hinzu.

Ebenfalls ist zu unterschreiben, dass die Gradpartikeln ähnliche Eigenschaften in Bezug auf die Stellung und den semantischen Bezugsbereich haben. Alle diese gemeinsamen Eigenschaften beruhen darauf, dass beide Operationen sind. Sie beziehen auf einen Skopus / Ziel.

Sogar/nur Peter hat seiner Schwester das Bild gezeigt.

Peter hat sogar/nur seiner Schwester das Bild gezeigt.

Peter hat seiner Schwester sogar/nur das Bild gezeigt.

Wo werden die Gradpartikeln im Satz stehen? Der Antwort darauf ist, dass die Stellung sich aus ihrer Beziehung zu speziellen syntaktischen Zuordnungskonstituenten ergibt. Durch Experimente und Permutationstests6 kann man betrachten, dass sie innerhalb eines Satzes 1) unmittelbar vor der Zuordnungskonstituente, oder 2) unmittelbar nach der Zuordnungskonstituente steht. Seltener steht sie in Distanzstellung zu den Zuordnungskonstituenten.

Nach Jakobs könnte man sagen, dass sie selten innerhalb einer Konstituente, und zwar innerhalb einer Nominalgruppe oder Präpositionalgruppe steht (Jakobs: 1983).

3.1.2 Fokuspartikeln

Die „Fokuspartikeln“ dienen zur Lenkung der Aufmerksamkeit des Hörers/Lesers auf einen bestimmten Teil des Satzes. Sie erreichen - in der gesprochenen Alltag zusammen mit dem Akzent -, dass dieser Teil des Satzes den höchsten Mitteilungswert bekommt. Man nennt diese Partikeln „Fokuspartikeln“7, oder „Partikeln der Hervorhebung“, weil sie in einem Informationskern einer Aussage ausgedrückt werden. Grundcharakteristikum von Fokuspartikeln ist die Tatsache, dass es einen Bedarf auf Alternativen zu ihrem Bezugswort gibt.

3.1.3 Modalpartikeln (oder Abtönungspartikeln)

Die Rolle von Modalpartikeln befindet sich besonders in dialogischen Zusammenhang. Durch diese Partikeln drückt der Sprecher eine Annahme aus. Dass der Sprecher von einer Sache Gebrauch von Partikeln macht, trägt zur Wiedergabe einer bestimmten subjektiven Tönung seinen eigenen Aussagen bei. Damit kann der Sprecher auch auf vorausgegangene Äußerungen Bezug nehmen, und Zustimmung, Ablehnung, Einschränkung, Interesse anzeigen.

Mit den Modalpartikeln kann auch etwas gezeigt werden, dass etwas bekannt oder unbekannt sein sollte. Grundcharakteristikum von Modalpartikeln ist die Tatsache, dass sie in Verbindung von zwei und drei miteinander stehen können (M. Thurmayer: 1989.).

Zum Schluss sind sie in bestimmten Kategorien anhand von Satzarten zu teilen. Zum Beispiel doch, eben, ja, halt, schon an Aussagen, denn, eigentlich, wohl an Fragen, doch, mal, schon an Aufforderungen, und blo ß , doch, nur, vielleicht an Wünsche und Ausrufe (M. Thurmayer: 1989; G. Helbig: 1988; H. Weydt: 1983.).

Die wichtigsten Merkmale von Abtönungspartikeln sind in der Literatur von Krivonosov (1977: 11f.) mehrfach zusammengestellt worden. Man kann die folgenden Merkmale zusammenfassen, dass sie unflektierbar sind, dass sie auf keinen Fall die erste Stelle im Satz erfüllen können. Ebenfalls beziehen sie sich auf den ganzen Satz, während sie immer unbetont sind.

Über die Merkmale gibt es aber verschiedene Aspekte von verschiedenen Autoren. Nach Krivonosov (1977. S11f, 1977b 211ff) und Iwasaki (1977. S. 57f.) sind die Abtönungspartikeln weder selbständige Satzglieder, noch können sie als Satzäquivalente auftreten. Krivonosov (1977b. S. 187ff.) glaubt auch, dass „ sie zusammen mit einem anderen Wort (dem Verb) ein Satzglied bildeten, zum Pr ä dikat geh ö rten, und zusammen mit dem Verb eine Einheit darstellten “. Unter syntaktischem Aspekt sind sie immer fakultativ, d.h. dass sie weglassbar sind. Gleichzeitig haben sie keine lexikalische Bedeutung, und tragen sie nichts zur sachlichen Information des Satzes bei, sind also auch nach Iwasaki (1977. S. 65f.) und Bublitz (1978. S. 36ff.) unter semantischem Aspekt weglassbar.

3.1.3.1 Redepartikel nach Tomaszewski

Nach Andreas Tomaszewski8 werden Modalpartikeln auch „Redepartikeln“ genannt. Er betrachtet die Partikeln nur als Elemente des gesprochenen Alltags. Sie schalten eine lebendige, persönliche, und eine emotionale Wirkung. Sie werden beim Sprechen häufig verwendet, beim Briefschreiben seltener, beim Verfassen sachbezogener und offizieller Texte kaum. Sie sind nicht die einzigen Kennzeichen eines umgangssprachlichen Stils, spielen aber nach Tomaszewski (2000: 283ff) eine sehr wichtige und gross Rolle darüber.

Zusammenfassend zu ihrer Beschreibung könnte man sagen, dass sie keine eigene Bedeutung haben, aber bewirken sie, dass eine Äußerung in bestimmter Weise verstanden wird: freundlich, unhöflich, interessiert, etc. Sie zeigen die Gefühle, den Standpunkt, das Interesse, die Intentionen des Sprechers: was er in der Gesprächssituation erreichen will. Deswegen sind sie wichtige Signale für den Hörer.

Die meisten Wörter, die als Redepartikel verwendet werden, haben mehr als eine Wirkung. Fast alle Wörtchen haben außer der Verwendung als Redepartikel noch andere Verwendungen.

In einen Satz sind mehrere Redepartikel hintereinander möglich (z.B: Aber wieso denn nun blo ß eigentlich nicht?). Die Betonung der Redepartikel spielt eine wichtige Rolle. Die meisten Redepartikel sind unbetont, d.h. der Haupttones Satzes liegt dahinter, oder davor. Manche Partikeln sind aber betont.

Unbetont dahinter: Was ist denn hier los?

Unbetont davor: Das habe ich doch nicht gewusst.

Betont: Hör’ blo ß auf mit diesem Quatsch!

Die einzelnen Redepartikel passen in ganz bestimmte Satzformen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Schluss muss man unterschreiben, dass man oft Schwierigkeiten hat, Redepartikel direkt in eine andere Sprache zu übersetzen. Denn die verschiedenen Sprachen haben ganz unterschiedliche Möglichkeiten, etwas umgangssprachliche, lebendig auszudrücken (Tomaszewski 2000: 284ff.).

3.1.4 Gesprächspartikeln

Diese Gruppe ist nach Henne (1978:42ff) recht heterogen. Sie umfasst Signale, die der Gliederung eines Gesprächs, der Bestätigung oder Vergewisserung im Gespräch dienen (Gliederungs- - und Rückmeldungssignale), Antworten auf Entscheidungsfragen, Grüsse, Gebote, u. dgl. und Ausrufe (Interjektionen). Diese Partikeln stehen am Anfang oder am Ende eines Satzes und Basischarakteristikum davon ist, dass sie dort stehen, ohne jedoch zu dem jeweiligen Satz zu gehören. Wenn sie aber einmal mitten im Satz auftreten, sind sie trotzdem nicht in den Satz integriert.

3.1.4.1 Gliederungs- und Rückmeldungssignale

Hier ist man zu verstehen, dass die Gesprächspartikeln in zwei Teilgruppen geteilt sind. Einerseits haben wir hörerseitige und, anderseits sprecherseitige Signale. Hörerseitige Signale dienen der Rückmeldung. Mit ihnen kann man (also der Hörer) entweder bestätigen, dass er den Sprecher - akustisch oder sinngemässig - verstanden hat, oder aber sich vergewissern, ob er den Sprecher richtig verstanden hat. Rückmeldungssignale sind zum Beispiel:

Bestätigung: ja, hm, genau, gut, richtig.

Vergewisserung: ja?, hm?, wie?, bitte?, was?.

Mit den Gesprächspartikeln, die sich auf Rückmeldungssignale beziehen, kann gezeigt werden, wie man im Gespräch bereit ist. Dadurch basiert auch die Gesprächsführung, als auch die Aufmerksamkeit des Hörers.

3.1.4.2 Antworten auf Entscheidungsfragen, Grüsse, Gebote, u. dgl.

Neben den Gliederungs- und Rückmeldungssignalen gehören zu einem Gespräch Partikeln auch, die der Zustimmung oder Ablehnung dienen. Es gibt auch Partikeln, die man verwendet, wenn man jemandem begrüßen will, oder so. Alle diese Partikeln haben etwas gemeinsam. Sie stehen für einen Satz, und beinhalten eine vollständige Aussage.

Als Antworten verwendet man oft ja, nein, und doch. „Doch“ wird statt „ja“ als Antwort auf nicht vereinte Entscheidungsfragen gebraucht, wenn die Erwartung des Fragenden vom Ängsten oder Zweifeln bestimmt ist. Dann soll der Fragende mit doch beruhigt werden. Ebenfalls wird „doch“ verwendet, wenn der Aussage zu widersprechen ist.

Zusammen mit „ ja “ und „ nein “ können bzw. „ bitte “ und „ danke “ hinzugefügt werden.

Möchtest du ein Glass Wein trinken?

Zustimmung: (Ja), bitte.

Ablehnung: (Nein), danke.

Zu den Gesprächspartikeln gehören auch Partikeln, die sich auf Grüße, Gebote, Wünsche, usw. beziehen. Es gibt also folgende Gruppe von diesen Partikeln:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.4.3 Ausrufe (Interjektionen)

Interjektionen werden hauptsächlich im Gespräch zur Erschaffung von Interessen verwendet. Sie stehen prägnant für das, was sonst umständlich umschrieben und nur unzulänglich ausgedrückt werden könnte.

Die Interjektionen sind in zwei Gruppen einteilbar. Einerseits haben wir die so genannte „Ausdrucks- und Empfindungswörter“, anderseits die „Nachahmungen von Lauten“.

Ausdrucks- und Empfindungswörter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachahmungen von Lauten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Manchmal können neben den Nachahmungen von Lauten Wörter oder kleine Phrasen verbindet werden.

Au [Backe]!,

o [mein Gott]!

3.1.5 Negationspartikeln

Hier bezieht sich man auf Partikeln der Verneinung, wie: nicht, keinesfalls, weder - noch. Darunter werden manchmal nach Helbig und Buscha (1984:513ff.) die Negationswörter schlechthin verstanden. Wie wir schon gesagt haben, meisten von Partikeln sind unflektierbar. Das ist aber ein bisschen falsch hier, denn sind einige Negationspartikeln, wie kein, niemand, flektierbar.

Die bekannteste Negation von Deutschen ist das „ nicht “, das sowohl einen ganzen Satz beeinflussen kann, als auch nur Teile eines Satzes. Deswegen handelt es sich im ersten Falle um die Satznegation, im zweiten Falle um die Sondernegation (Helbig/Buscha 1984:515ff.).

Nicht “ steht auch sowohl als Abtönungs-, als auch als Gradpartikel. Einerseits, dient „nicht“ nicht der Negierung, sondern der Abtönung, anderseits könnte man sagen, dass die Gradpartikeln generell keine Negation ausdrücken, und im Unterschied zu den Negationspartikeln, können die Wahrheitswert eines Satzes nicht verändern (Helbig/Buscha 1984:526ff.).

3.1.6 Steigerungspartikeln

Die Steigerungspartikeln unterscheiden sich von anderen Subklassen der Partikeln durch folgende Merkmale, dass sie sich nicht auf den gesamten Satz beziehen, auch nicht auf unterschiedliche syntaktische Zuordnungskonstituenten und semantische Skopustypen, sondern meist nur auf Adjektive. Ebenfalls können sie unbetont, oder betont vor sein.

Die Hauptfunktion der Steigerungspartikeln liegt besonders auf semantischer Ebene. Sie verändern zwar die Wahrheitsbedingungen insofern nicht, als die ohne die Steigerungspartikeln im Satz benannte Eigenschaft erhalten bleibt; aber die Steigerungspartikeln ordnen die durch die Adjektive bezeichnete Eigenschaften einer implizierten Wert- bzw. Grad-Skala zu, indem sie den Grad dieser Eigenschaften angeben oder modifizieren.

Die Steigerungspartikeln zeigen keine Restriktionen in Bezug auf die Sprechhandlung und die Satzart, auch keine Restriktionen hinsichtlich semantischer Bezugsbereiche. Es gibt Steigerungspartikeln,

- die nur vor einem Positiv stehen: sehr, besonders, ganz, recht, so, ü beraus, ziemlich, vollkommen, total, zu … , ungew ö hnlich
- die vor einem Positiv oder einem Komparativ stehen: etwas
- die nur vor einem Komparativ stehen: viel, weit
- die vor einem Komparativ oder einem Superlativ stehen: weitaus, und zum Schluss, Partikeln, die vor einem Positiv, einem Komparativ, oder einem Superlativ stehen: absolut

4. Zusammenfassung

Bisher haben wir uns mit den Partikeln beschäftigt, die vielfältige Aufgaben erfüllen, und die vorzugsweise in dem gesprochenen Alltag verwendet werden. Am Anfang dieser Seminararbeit wurden auch Partikeln einfach von verschiedenen der deutschen Grammatik stammenden Vertreter definiert, und ihre eigene Eigenschaften genannt, die mit ihrer Verwendung in Alltagssituationen zu tun hat. Danach haben wir eine Klassifizierung dazu gegeben.

Gleichzeitig sind wir zum Ergebnis gekommen, dass man unter „Partikel“ in der linguistischen Literatur vielfältige Bedeutungen trifft, die den Grad u. a. geben, dienen der Hervorhebung, drücken die innere Einstellung des Sprechers aus, und spielen eine sehr wichtige Rolle in der Gesprächsführung. Obwohl es aber viele Meinungen über die Frage „was sind denn eigentlich die Partikeln?“ gibt, ist die Definition von Partikel zu verwechseln.

Es ist aber wahr, dass die Partikeln zu einer Klasse gehören, die viele Besonderheiten hat. Diese Besonderheiten haben mit ihrer Abgrenzung zu tun, und erschweren die allgemeine Klassifizierung von Partikeln in Klassen.

Schließlich könnte man sagen, dass die Partikeln zu einer sehr wichtigen Wortklasse gehören, da sie die Bedeutung noch eines ganzen Satzes, bzw. einer Phrase verändern können. Die Verwendung davon kann das alltägliche Gespräch Farben verleihen, da sie Wörter nachdrücken können.

5. Literaturverzeichnis

Textgrundlage:

Grewendorf/Hamm/Sternefeld (1987): Sprachliches Wissen - „ Eine Einf ü hrung in moderne Theorie der grammatischen Beschreibung “. 11., Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. (stw 695)

Helbig/ Buscha (1999): Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. 19., Aufl. Leipzig, Berlin, München: Langenscheidt Verlag - Enzyklopädie

Helbig, Gerhard (1994): Lexikon deutscher Partikeln. 3., durchgesehene Aufl. Leipzig, Berlin, München: Langenscheidt Verlag Enzyklopädie

H. Henne (1978): Gesprächswörter. Für eine Erweiterung der Wortarten. In: H. Henne - W. Mentrap - D. Möhn - H. Weinrich (Hg): Interdisziplinäres Wörterbuch in der Diskussion. Düsseldorf.

Reimann, Monika (2000): Grundstufen-Grammatik Griechenland 3., Aufl. Ismaning: Max Hueber Verlag. Hg. v. Manuella Georgiakaki, und übersetzt v. Eleftheria Pikologlou 3., Aufl. 2000. Athen: Hueber Hellas.

Rug, Wolfgang/ Tomaszewski, Andreas (2000): Grammatik mit Sinn und Verstand. München: Klett Edition Deutsch

Thurmair, Maria (1989): Modalpartikeln und ihre Kombinationen (= Linguistische Arbeiten 223), Tübingen.

Lexika / Wörterbücher:

Bußmann, Hadumod (1990): Lexikon der Sprachwissenschaft. 2., völlig neu bearbeitete Aufl. Stuttgart: Kröner

DUDEN - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Hg. v. Dudenredaktion. 6., neu bearbeitete Aufl. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2000 (Duden Band 4)

Wahrig - Deutsches Wörterbuch Hg. v. Burnfeind - Wahrig, Renate. 7., vollständig neue bearbeitete und aktualisierte Aufl. 2000. Gütersloh, München: Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH

[...]


1 Vgl: Duden - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache; S. 377ff

2 Lexikon Sprachwissenschaftlicher Termini (1985): S. 182

3 Vgl: Duden - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache; S. 377

4 Anmerkungen: (1) Die genannten Merkmale stehen in einem geordneten und hierarchischen Zusammenhang untereinander. (2) Der Komplex dieser Merkmale verbietet nicht nur eine ungeordnete Anwendung von Merkmalen für die Partikeln, sondern zugleich eine Überbetonung von einzelnen Merkmalen.

5 Außer in bestimmten Verbindungen (gar zu, gar so) kommt gar heute vor Adjektiven und Adverbien nur noch landschaftlich vor. Südd., öster., schweiz.: Das schmeckt gar gut.

6 Vgl: Grewendorf/Hamm/Sternefeld(1987): Sprachliches Wissen, S. 156ff. (Der Permutationstest betrifft: was umgestellt und was verschieben werden kann, ist eine Konstituente)

7 Der grammatische Terminus „Fokus“ bedeutet „Informationskern oder Informationszentrum“ (lat. focus „Brennpunkt, Herd“)

8 Vgl: Tomaszewski, Andreas (2000): Grammatik mit Sinn und Verstand, S. 281

Details

Seiten
20
Jahr
2002
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107251
Note
1
Schlagworte
Partikeln Deutschen Grammatik Texten

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Titel: Partikeln des Deutschen