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Oper Don Giovanni (W.A. Mozart)

Referat / Aufsatz (Schule) 2002 10 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

- Biographie von Wolfgang Amadeus Mozart (unter Berücksichtigung der Oper „Don Giovanni“)

- Biographie von Lorenzo Da Ponte

- Zusammenfassung der Oper „Don Giovanni“

- Das Musikzeitalter der Klassik

- Gesellschaftliches

- Entstehung der Gestalt des Don Juan

- Vergleich der Fassungen von Molina und Da Ponte

- Frage der Gattung

- Gliederung der Oper

- Analyse der Tanzszene

- Literaturangaben

Biographie von Wolfgang Amadeus Mozart . . . (unter Berücksichtigung der Oper „Don Giovanni“)

Wolfgang Amadeus Mozart wird am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren und ist neben Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven Hauptvertreter der Wiener Klassik. Er erhält von seinem Vater, Leopold Mozart, seine musikalische Ausbildung und unternimmt in jungen Jahren viele Reisen, auf denen er die Bekanntschaft mit europäischen Adelskreisen macht, Konzerte gibt und seine Kompositionstätigkeit weiterführt.

Nach wachsenden Spannungen im Salzburger Dienst, dem Tod seiner Mutter 1778 und der unglücklichen Liebe zu Aloysia Weber, die er auf einer Reise in Mannheim kennengelernt hat, entschließt er sich Salzburg zu verlassen und lässt sich im Jahr 1781 als freier Künstler in Wien nieder, lernt Konstanze Weber kennen, die ältere Schwester Aloysias, und heiratet sie 1782.

Mit ihr reist er 1787 nach Prag, wo seine 1 Jahr zuvor komponierte Oper „Figaros Hochzeit“ erfolgreich aufgeführt wurde und schließt mit dem Theateragenten Pasquale Bondini einen Vertrag ab, nach dem er für die kommende Saison eine neue Oper komponieren soll.

In Wien zurückgekehrt bespricht er mit dem Figaro - Librettisten Lorenzo Da Ponte die neue Oper. Beide entscheiden sich für den vielfach bearbeiteten und dramatisierten Stoff des Don Juan.

1787 reist Mozart erneut nach Prag, wo am 29. Oktober die Oper „Don Giovanni“ unter großem Erfolg uraufgeführt wird.

Doch nach einer gering erfolgreichen Erstaufführung dieser Oper in Wien kommt es zu finanziellen Problemen, die Mozart durch Privatunterricht und Konzerten zu lösen versucht.

In drängender Armut und von der Öffentlichkeit kaum beachtet verbringt er seine letzten Jahre in ununterbrochener Arbeit und stirbt am 5. Dezember 1791 im Alter von 35 Jahren in Wien und wird in einem Massengrab beerdigt.

Biographie von Lorenzo Da Ponte . . .

Lorenzo Da Ponte wird am 10. März 1749 in Ceneda geboren und gilt als einer der bedeutendsten Librettisten der Operngeschichte.

Nach seinem Studium wird er Professor für Literatur und lernt um 1782 Mozart kennen, für den er insgesamt drei Libretti verfasst: „Figaros Hochzeit“ (1786), „Don Giovanni“ (1787) und „Così fan tutte“ (1790).

1792 lernt er Nancy Grahl kennen, heiratet sie und zieht mit ihr 1805 nach New York, vertritt dort die in Amerika bislang kaum beachtete Oper und errichtet 1832 ein Opernhaus.

Am 17. August 1838 stirbt Lorenzo Da Ponte im Alter von 89 Jahren in New York.

Zusammenfassung der Oper „ Don Giovanni “ . . .

Ort und Zeit : Sevilla, Mitte des 17. Jahrhunderts

Komponist : Wolfgang Amadeus Mozart

Librettist : Lorenzo Da Ponte

Uraufführung : 29. Oktober 1787 in Prag

Spieldauer : ca. 3 Stunden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Oper „Don Giovanni“ geht es um einen Frauenverführer, der stets auf der Suche nach neuen Abenteuern ist, für den dafür kein Aufwand zu groß ist und der am Ende wegen seiner unbereuten Taten stirbt.

1. Akt :

Der Versuch von Don Giovanni Donna Anna zu verführen scheitert, da ihr Vater, der Komtur, zu Hilfe eilt, aber dann in einem Zweikampf von Don Giovanni erstochen wird. Don Giovanni, der unerkannt bleibt, flieht und Donna Anna und ihr hinzugekommener Verlobter Don Ottavio schwören den Mord zu rächen. Ohne Schuld zu empfinden findet Don Giovanni ein neues Opfer, doch in ihr erkennt er Donna Elvira, seine eigene Frau, die er kurz nach der Hochzeit verließ und die nun auf der Suche nach ihrem Mann ist. Don Giovanni beauftragt seinen Diener Leporello sie zu beruhigen und verschwindet.

Auf einer Hochzeitsgesellschaft findet er in der jungen Braut Zerlina sein neues Opfer, doch eine Verführung wird durch die dazwischentretende Donna Elvira verhindert. Donna Anna, die mit Don Ottavio hinzukommt, verdächtigt am merkwürdigen Verhalten von Don Giovanni ihn des Mordes an ihrem Vater. Auf einer bei sich zu Hause stattfindenden Feier versucht Don Giovanni erneut Zerlina in einem Nebenzimmer zu verführen, doch ihre Hilferufe veranlassen die Anwesenden die Tür aufzubrechen. Donna Anna, Don Ottavio, Donna Elvira, die die Untaten Don Giovannis aufdecken wollen, und der Rest der Gesellschaft erblicken den Verführer, der nun die Flucht ergreift.

2. Akt :

In der folgenden Szene tauschen Don Giovanni und Leporello die Kleider, damit Don Giovanni als Leporello verkleidet sich Donna Elviras Hausmädchen nähern kann, wobei Leporello als Don Giovanni verkleidet Donna Elvira abzulenken versucht. Jedoch wird der verkleidete Don Giovanni von Masetto aufgehalten, dem Bräutigam von Zerlina, der den Täter seiner Frau ermorden will. Doch Don Giovanni spielt seine Rolle als unglücklicher Diener seines Herrn so überzeugend, dass er Masetto die Waffen aushändigt und ihn verprügelt. Währenddessen treffen andere Verfolger Don Giovannis auf den verkleideten Leporello, den sie für den Verführer halten. Leporello gibt sich zu erkennen und nutzt die Verwirrung um zu fliehen.

Don Giovanni und Leporello treffen sich auf dem Friedhof wieder, wo die Stimme der steinernen Statue des dort begrabenen Komturs ertönt und Don Giovanni zur Ruhe ermahnt. Übermütig lädt Don Giovanni die steinerne Statue zum Abendessen zu sich ein, worauf diese die Einladung annimmt.

Am Abend speist Don Giovanni an einem reichgedeckten Tisch, doch die Stimmung wird von der hereinstürmenden Donna Elvira getrübt, deren Bitte, sein Leben als Verführer zu beenden, scheitert.

Nun erscheint der steinerne Gast, der Don Giovannis Hand zerquetscht und ihn dazu auffordert seine Taten zu bereuen. Trotz der Qualen entgegnet Don Giovanni ihm mit einem Nein und wird dann von Feuerschwaden verschluckt. Die zu spät kommenden Widersacher Don Giovannis nehmen Leporellos schrecklichen Bericht mit Freude und Genugtuung entgegen.

Das Musikzeitalter der Klassik . . .

Mozart war Komponist der klassischen Epoche, die sich ca. von 1780 bis 1830 befand. Neben ihn galten Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven als Komponisten der Wiener Klassik, die vorwiegend das kompositorische Schaffen dieser drei Musiker umfasste.

Somit handelt es sich bei dem Werk „Don Giovanni“ um eine klassische Oper.

Die Epoche der Klassik ist durch ihre vollendete Reinheit, Klarheit, Ausgewogenheit und der Einfachheit charakterisiert, was durch die kompositorischen Techniken des Barocks, dem Musikzeitalter vor der Klassik, die Hinwendung zu einer mit schlichteren Mitteln geschaffenen Musik und dem gefühlshaften Ausdruck erschaffen wurde.

Die Klassik ist geprägt durch die vom Barock übernommenen Hauptgattungen des Konzerts und der Vokalmusik, die jedoch im Barock einen höheren Stellenwert einnimmt. Außerdem entstanden Sonaten, Sinfonien, Streichquartette, Divertimenti und Serenaden. Auch die Oper ist wieder ein Bestandteil der klassischen Musik. Die Werke, die in der Klassik entstanden, waren geprägt durch ihre neue Form und der Art der Musik. Es entstand die Norm des Satzes, wie zum Beispiel die Sonatenhauptsatzform, und es traten häufig Chromatiken, Dissonanzen und Modulationen auf.

Die auf die Klassik folgende Musikepoche der Romantik hat im Prinzip keinen neuen Stil erschaffen. Doch aufgrund ihrer stärkeren Betonung der ausdruckstarken Momente, hat die Romantik die vollendete Reinheit verloren und geht mehr den gefühlsbetonten Momenten nach.

Gesellschaftliches . . .

Neben den beiden Elementen des Frauenverführers Don Giovanni und dem des steinernen Gastes, gibt es in der Oper noch eine weitere Thematik, mit der sich Da Ponte und Mozart beschäftigt haben. Es tritt ein Gesellschaftskonflikt auf, der an die Verführungen von Don Giovanni an Donna Anna und Zerlina, zurückzuführen ist. Mit dem Mord an den Komtur und der Verführung an der edlen Donna Anna und der aus dem niederen Volk kommenden Zerlina, macht Don Giovanni sich Feinde. Die Angehörigen der Betroffenen (Don Ottavio und Masetto) wollen Rache. Auch die verlassene Ehefrau von Don Giovanni ist hinter dem Verführer her. Die Oper „Don Giovanni“ hat Mozart im Jahre 1787 komponiert, zwei Jahre vor der französischen Revolution und dem Sturm auf die Bastille, in der sich der dritte Stand gegen die damalige Monarchie erhob, da sie mehr Rechte und Freiheit haben wollten. Da dieser gesellschaftliche Konflikt bereits vor 1789 existierte, kann man somit in diesem Punkt Parallelen zur Oper von Mozart erschließen. Von daher trägt diese bürgerliche Thematik zum Erfolg der Oper in Prag bzw. zum Misserfolg in Wien bei, denn in Prag bestand das Publikum größtenteils aus dem gehobenen Bürgertum, die es für etwas Sensationelles gehalten haben, dass in dieser Oper ein derartiger Konflikt auf die Bühne gebracht wurde. In Wien hingegen hielt man es für etwas Undenkbares, da die meisten Zuschauer aus dem Kreis der Adligen kamen und eine Thematik, wie sie in dieser Oper auftrat, nicht akzeptieren wollten.

Ein weiterer Grund für den Misserfolg in Wien war der, dass die Wiener Musiker mit der Oper nicht zurecht kamen. Sie waren nicht ausgebildet genug, um ihre Rollen zu spielen und ihre Lieder zu singen. Somit waren Da Ponte und Mozart gezwungen das Original zu verändern. Mozart musste einige Stücke umschreiben, neu komponieren und weglassen. Somit verlor die Oper ihre Einzigartigkeit und hatte daher auch nicht den selben Effekt wie in Prag.

Die Oper wurde in Wien nach einigen wenigen Aufführungen abgesetzt.

Entstehung der Gestalt des Don Juan . . .

Die Gestalt des Don Juan ist keine Erfindung einer einzelnen Person, sondern beruht vielmehr auf einer Legende, in der es heisst, dass ein Frauenverführer für sein sündiges Leben bestraft wird.

Die erste Bearbeitung dieses Stoffes ist auf den spanischen Dichter Gabriel Téllez zurückzuführen, der jedoch immer unter dem Namen Tirso de Molina bekannt war. 1613 wurde seine Fassung des Don Juan als Schauspiel mit dem Titel „El burlator de Sevilla y convitato de pietra“ uraufgeführt.

Der Dichter stattet seine Hauptfigur mit hauptsächlich negativen Eigenschaften aus. Don Juan ist das Symbol für Niedertracht, Gemeinheit, Selbstsucht, Gefühllosigkeit und Grausamkeit. Er lügt, betrügt und sein Ziel ist der persönliche Genuß und die Sucht nach unbegrenzter Lust. Jedoch gilt er auch als unwiderstehlich, tapfer und geistreich.

In der Urfassung von Molina dachte sich der Dichter keine gewöhnliche Strafe für diesen Frauenverführer aus und verknüpfte seine Gestalt mit der Legende des steinernen Gastes, in der es heisst, dass ein Sündiger einen Menschen ermordet, dieser Ermordete in der Gestalt einer Statue wiedererwacht und den Sündigen in die Hölle stößt.

Vergleich der Fassungen von Molina und Da Ponte . . .

(Zusammenfassung des Schauspiels „El burlator de Sevilla y convitato de pietra“ von Tirso de Molina)

Geflohen aus Sevilla versucht Don Juan die Tochter des Königs von Neapel zu verführen, Herzogin Isabelle. Daraufhin wird er erwischt und verhaftet und wird auf einem Schiff überführt. Das Schiff strandet nach einem Sturm auf einer spanischen Küste und Don Juan ergreift die Möglichkeit und flieht. Er trifft auf das Fischermädchen Tisbea, die sich um ihn sorgt und ihn pflegt. Als Dank verspricht er ihr die Heirat und nutzt die Gelegenheit aus um sie zu verführen. Dann flieht er erneut und stößt auf Donna Anna, bei der eine Verführung scheitert, da er in einen Zweikampf gerät, in dem er ihren Vater Don Gonzola ermordet. Er flieht und trifft auf eine Bauernhochzeit und macht sich an die junge Braut Aminta ran, der er die ewige Treue verspricht, wenn sie ihren Bräutigam verlässt. Nach einer erneut geglückten Verführung flieht er auf den Friedhof und steht vor dem Grab von Don Gonzola, dessen Standbild er zum Essen einlädt. Als sich daraufhin beide die Hände geben verbrennt Don Juan.

Vergleicht man nun die beiden Fassungen so gibt es in der von Da Ponte einige Veränderungen.

Da Ponte lässt die Szenen bis zur Verführung Donna Annas komplett weg. Der Grund dafür ist der, dass Da Ponte die Absicht hatte seine Fassung so kompakt wie möglich zu gestalten und wollte somit nur die wichtigsten Szenen in seinem Libretto einbauen. Und da die Verführungen an Herzogin Isabelle und an das Fischermädchen Tisbea im weiteren Verlauf der Schauspiels nichts beitragen, sondern nur verdeutlichen, um was für einen Menschen es sich bei Don Juan handelt, ließ Da Ponte diese Stellen weg.

Eine weitere Veränderung besteht darin, dass Da Ponte nach der Bauernhochzeit eine Feier bei Don Giovanni stattfinden lässt. Da Ponte hat sich dazu entschieden, um die verschiedenen Gesellschaftsklassen auf eine Ebene zu bringen. Somit erhält die Szene einen größeren finalistischen Charakter, wenn die ganze Gesellschaft Zeuge der Untat von Don Giovanni wird.

Außerdem erfindet Da Ponte die Verkleidungsszene zu Beginn des 2. Aktes. Sinn dieser Szene ist der, dass nun einmal mehr deutlich gemacht wird, dass es sich in dieser Oper auch um eine lustige Oper handeln soll, da diese Szene von großer Heiterkeit geprägt ist.

Eine weitere Veränderung zu Molinas Schauspiel ist das Einfügen der Gestalt der Donna Elvira, die verlassene Frau von Don Giovanni. Somit verleiht Da Ponte dem ganzen Geschehen mehr Dramatik und verstärkt auch gleichzeitig den Ruf des Don Giovanni.

Frage der Gattung . . .

Durch die Vielschichtigkeit der Oper kommt es zu Schwierigkeiten bei der Gattungsbestimmung bei „Don Giovanni“. Mozart selbst hat in seinem Werkeverzeichnis diese Oper als eine „opera buffa“ bezeichnet, eine heitere Oper. Jedoch enthält die Oper neben dieser Heiterkeit auch Elemente der „opera seria“, was soviel bedeutet wie ernste Oper. Charakterisiert ist die „opera seria“ durch das tragische Thema und dem periodischen Wechsel zwischen aktionstragenden Rezitativen und affektbezogenen Arien bzw. Duetten.

Aufgrund der Umklammerung dieser beiden Gattungselemente wurde daher die Oper nie als eine „opera buffa“ oder „opera seria“ angekündigt und somit bezeichnete man diese Oper als ein „dramma giocoso“, bei dem es sich um ein heiteres Drama handelt, das in zwei Akten geschrieben ist.

Das Heitere (giocoso) findet man in der Gestalt des Leporello wieder, ein geldgieriger nichtsnutziger und feiger Diener. Er stammt übrigens von der entsprechenden Gestalt der Commedia dell’arte ab.

Das Drama spiegelt sich in den tragischen Szenen wieder, wie zum Beispiel beim Auftritt der verlassenen Donna Elvira oder in den grausamen Komturszenen.

Gliederung der Oper . . .

Die Oper „Don Giovanni“ besteht aus drei Teilen. Ouvertüre, erster und zweiter Akt.

Ouvertüre

Die Ouvertüre bedeutet so viel „Eröffnung“ und gilt als Einleitungsstück zu Bühnenwerken. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich ein Zusammenhang zwischen der Ouvertüre und dem folgenden Werk, da in ihr bereits die musikalischen Höhepunkte der Oper auftreten.

Es heisst, dass die Ouvertüre von „Don Giovanni“ in der Nacht vor der Uraufführung komponiert wurde. Mozart sei mit Freunden die Vollendung seines Werkes feiern gegangen und als dann alle betrunken auf dem Boden lagen, soll er dann die Ouvertüre geschrieben haben.

In dieser Ouvertüre handelt es sich um ein zweigeteiltes Werk, gegliedert in Andante und Allegro. Für die in D - Moll stehende Andante - Einleitung greift Mozart auf eine Stelle in der Oper zurück, der Auftritt des Komturs im Finale des 2. Aktes. Auf dieses Andante folgt der Allegro - Teil in D - Dur, die Tonart des Don Giovanni. Im Gegensatz zur Grausamkeit und Düsterkeit in der Einleitung, die den Komtur symbolisiert, herrscht nun Lebensfreude und Vitalität, was den Don Giovanni charakterisieren soll.

Mozart hat in dieser Ouvertüre die beiden Gegenspieler Komtur und Don Giovanni zusammengebracht und somit wird eine Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Figuren vorausgedeutet, was zu Beginn der Oper und im Finale des 2. Aktes der Fall ist.

Erster Akt

Der 1. Akt besteht aus 20 einzelnen Szenen, in denen 1 Introduktion, 8 Arien, 2 Duette, 1 Quartett, 17 Rezitative und das Finale auftreten.

Besonders die Introduktion, aber auch die drei folgenden Szenen haben die Funktion einer Exposition. Es wird der Frauenverführer Don Giovanni vorgestellt und durch den Mord an den Komtur und durch das Auftreten der Donna Elvira lassen sich Konflikte und eine problematisierte Handlung vorausdeuten.

Es werden also die einzelnen Personen vorgestellt und dem Zuhörer bzw. Zuschauer wird die Problematik klargemacht, was im Endeffekt Sinn einer Exposition ist. Es treten viele Rezitative auf, die auch als Sprechgesang bezeichnet werden. Ohne viel Musik, hauptsächlich mit Liegetönen gespielt von Violoncello und Cembalo, wird ein Teil der Handlung fortgeführt.

Doch es gibt auch die Accompagnato Rezitative, die im Gegensatz zu den „normalen“, den sogenannten Secco Rezitativen ein begleitendes Orchester beinhalten, das durch die klanglichen Mitteln eine effektivere Darstellung der Stimmung erzeugt. Häufig werden diese Accompagnato Rezitative verwendet, um groß angelegte Arien bzw. Duette einzuleiten.

Die Arie, das Duett und das Quartett sind instrumental begleitete Gesänge, die meist die momentanen Gefühlszustände wiedergeben, in denen die Handlung sozusagen für diesen Augenblick ruht. Für die Sänger bietet sich die Gelegenheit zur Entfaltung ihrer gesanglichen Virtuosität, um dem Geschehen ihren nötigen Ausdrucksgehalt zu verleihen.

Der 1. Akt endet mit einem Finale, in dem es sich um den musikalischen Höhepunkt handelt. Das Finale ist eine symmetrische Phantasie, in der kein besonderer Formaufbau erkennbar ist und es somit in durchkomponierter Form geschrieben steht. Alle Elemente, die in den einzelnen Szenen aufgetreten sind, werden hier zusammengeschweißt.

Das Finale dieses Aktes beginnt mit der von Don Giovanni veranstalteten Feier, auf der er versucht die junge Braut Zerlina zu verführen und endet mit der Flucht von Don Giovanni, der bei seiner Untat von der gesamten Gesellschaft, insbesondere von seinen drei Verfolgern Donna Elvira, Donna Anna und Don Ottavio, aufgedeckt wird.

Zweiter Akt

Der 2. Akt besteht aus 16 einzelnen Szenen, in denen 6 Arien, 3 Duette, 1 Terzett, 1 Sextett, 1 Kanzonette, 16 Rezitative und das Finale auftreten.

Neu sind Terzett und Sextett, die ebenfalls instrumental begleitete Gesänge sind, bei denen die Handlung ruht, damit die Sänger ihren Gefühlszustand wiedergeben können. Eine Kanzonette ist ein kurzes Lied, das durch den 6/8 - Takt einen Tanzcharakter hat und den Formenaufbau aabcc besitzt.

Auch in diesem 2. und letzten Akt gibt es ein Finale, das diesmal nicht nur aktschließender Teil ist, sondern auch die ganze Oper beendet und somit einen noch finalistischeren Höhepunkt erlangt, als das Finale des 1. Aktes.

Beginnen tut das Finale im Haus von Don Giovanni, wo später der steinerne Gast erscheint und ihn auffordert seine Taten zu bereuen und endet schließlich mit dem Erscheinen der Verfolger von Don Giovanni, die den Tod von Don Giovanni mit Freude entgegen nehmen.

Analyse der Tanzszene . . .

Diese Szene befindet sich im Finale des 1. Aktes. Bei der Feier von Don Giovanni kommt zu einem Tanz, der durch den Hilfeschrei von Zerlina, die von Don Giovanni verführt wird, abrupt endet.

Diese Tanzszene verdeutlicht, dass es sich in der Oper „Don Giovanni“ um eine revolutionsartige Oper handelt, da Mozart etwas auftreten lässt, was es zuvor noch nie in dieser Form gegeben hat.

Auf dieser Feier von Don Giovanni werden drei Tänze getanzt und zwar nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. Es beginnt mit einem Menuett im 3/4 - Takt, getanzt von den Aristokraten Donna Elvira, Donna Anna und Don Ottavio. Hinzu erscheint ein Kontratanz im 2/4 - Takt, getanzt von Zerlina und Don Giovanni und zum Schluss ertönt ein Deutscher Tanz im 3/8 - Takt, getanzt von Leporello und Masetto, dem niederen Volk. Somit sind die verschiedenen Gesellschaftsklassen alle auf einer Ebene vereint.

Diese Tanzszene im Finale wird in zwei Phasen eingeleitet.

Ab Takt 139 erklingt zum ersten Mal der Kontratanz, in dem Don Giovanni Zerlina dazu ermuntert an seinem Fest teilzunehmen.

Ab Takt 218 ertönt dann das Menuett, von dem zuerst die zweitaktige Schlusssequenz zu hören ist und erst dann das Menuett in voller Ausdehnung erklingt. Diese Schlusskadenz schließt nicht nur die vorangegangene Szene ab (Donna Elvira, Donna Anna und Don Ottavio treten maskiert auf der Feier auf), sondern ist auch eine Vorwegnahme, denn am Ende der Tanzszene im Finale, wird das Menuett durch den Hilfeschrei von Zerlina abgeschnitten, im musikalischen Moment, in dem die Schlusssequenz erklingen sollte.

Menuett

Das Menuett kommt aus dem Französischen und ist ein Paartanz in einem mäßigen 3/4 - Takt. Charakteristisch für das Menuett sind die kleinen gemessenen Schritte und eine angenehm und liebenswürdige Melodie.

Das Menuett besteht aus zwei wiederholten achttaktigen Halbsätzen. Das Motiv besteht aus den ersten beiden Takten θ εε εε I ε ξ θ, das mit Ausnahme von den

Takten 4, 13 und den zweitaktigen Schlusssequenzen, ihren Rhythmus behält. Dieses Motiv wird teilweise sequenziert und verarbeitet.

Das Menuett beginnt mit der Grundtonart G - Dur (Tonika) und endet durch die Wechseldominanten A - Dur in Takt 5 mit der Dominanten D - Dur in Takt 8. Ab Takt 9 geht es mit der Dominanten weiter und endet schließlich in Takt 16 wieder in der Tonika.

Dieses Menuett erklingt in dieser ganzen Tanzszene drei Mal in der Form aabbabab, wobei beim letzten Halbsatz die Schlusssequenz fehlt.

In dieses Menuett fügt Mozart die Singstimmen ein, die durch die ungleiche Gesangsmelodie im Gegensatz zum Menuett disparat erscheinen. Somit ist kein richtiger Wort - Ton - Bezug herzustellen. Das Gleiche gilt auch für den kommenden Kontratanz und für den Deutschen Tanz.

Kontratanz

Der Kontratanz kommt ebenfalls aus dem Französischen, ist geradtaktik und besteht normalerweise aus zwei wiederholten Achttaktern. Jedoch hat dieser Kontratanz einen von der Regel abweichenden Aufbau. Es treten keine eindeutigen zwei Achttakter auf. Ab Takt 25 kommt die Wiederholung des bis dahin gespielten Tanzes. Somit kann man daraus schließen, dass sich in diesen ersten 24 Takten zwei Achttakter befinden. Geht man davon aus, dass das nun der Fall ist, so geht der erste Achttakter bis Takt 10 auf der ersten Zählzeit.

Der Tanz beginnt mit der Tonika G - Dur. In Takt 5 tritt die Wechseldominante A - Dur auf und in Takt 10 endet dieser erste Achttakter in der Dominanten D - Dur. Da nun dieser Achttakter über 10 Takte erfolgt, wären 2 Takte zu viel. Würde man die Takte 7 und 8 weglassen, so hätte man den eigentlichen Achttakter. Der Grund, weshalb Mozart diese 2 Takte einfügt, ist der, dass aufgrund der Tatsache, dass das Menuett als einzigstes der drei Tänze von Anfang bis Ende durchgespielt wird und es somit die Harmonien angibt, der Kontratanz sich somit der vorgeschriebenen Harmonien anpassen muss, damit auf harmonischer Ebene keine Differenzen auftreten.

Der zweite Achttakter beginnt dann in Takt 11 mit Auftakt und endet in Takt 24. Er beginnt in der Dominanten D - Dur und ab Takt 19 ist G - Dur dann wieder die Grundtonart.

Der Achttakter an sich würde aus den Takten 11, 12, 15, 16, 19, 20, 21 und 22 bestehen. Somit hätten wir erneut eingefügte Takte, die dieselbe Funktion haben, wie die beiden eingefügten Takte im ersten Achttakter. Die Takte 23 und 24 dienen darüber hinaus noch als zweitaktige Schlusssequenz bzw. Coda.

Deutscher Tanz

Beim Deutschen Tanz handelt es sich um einen Drehtanz für Einzelpaare in einem 3/4 - bzw. in diesem Fall 3/8 - Takt. Auch dieser Tanz besteht in der Regel aus zwei wiederholten Achttaktern, wobei in diesem Fall kein Aufbau erkennbar ist. Es erscheinen zwei Motive: ξξξξ ε und εεε, die im Verlauf des Tanzes verarbeitet und variiert auftreten.

Vergleicht man nun den Rhythmus und den Melodieverlauf der drei Tänze, so sind deutliche Unterschiede zu erkennen.

Der Kontratanz besteht hauptsächlich aus Achteln, die einen ziemlich monotonen Eindruck erzeugen. Doch aufgrund der ab und zu auftretenden Sechzehntel und der vielen Sprünge in der Melodie, wird doch noch für Schwung und Heiterkeit gesorgt. Das Menuett besitzt gleichmäßig verteilte Achteln, Vierteln, Sechzehntel und punktierte Achteln. Es hat also einen anspruchsvolleren Rhythmus als der Kontratanz. Jedoch hat die Melodie einen viel ruhigeren Ausdruck, da sie aus kleinen angenehmen Schritten besteht.

Betrachtet man sich noch den Deutschen Tanz, so hat dieser ähnlich wie der Kontratanz einen heiteren Charakter. Durch die sprunghafte Melodie bekommt auch dieser Tanz einen Ausdruck von Heiterkeit Lebensfreunde.

Durch die Kombination der drei verschiedenen Taktarten sind Schwerpunkte der einzelnen Tänze nur schwer erkennbar. Durch diese Gleichsetzung der Taktarten wird dem Stück eine Basis entzogen. In zwei 3/4 - Takten erklingen drei 2/4 - Takte und auf jeder Viertel erscheint ein kompletter 3/8 - Takt.

3/4 : X X X I X X X I

2/4 : X X I X X I X X I

3/8 : X X X I X X X I X X X I X X X I X X X I X X X I

Das Gleiche gilt auch für Tempo, Rhythmus und der Bewegungsform der Melodie.

Das einzigste Element, das in allen drei Tänzen gleichbleibt ist die Harmonie. Das Menuett, das als einzigstes Stück in der ganzen Tanzszene durchgehend erklingt, gibt das Harmoniemuster vor, an dem sich die hinzu kommenden zwei weiteren Tänze anpassen.

Diese drei verschiedenen Tänze werden von drei verschiedenen Orchester gespielt, wobei das erste Orchester, das Menuett - Orchester, aus Oboen, Hörnern und Streichern besteht und die anderen beiden Orchester nur aus Streichern. Doch das Menuett - Orchester hat durch ihre größere Besetzung keinen höheren Stellenwert, da Oboen und Hörner ab dem Eintreten der beiden anderen Tänze ebenfalls Begleitmotive für diese Tänze spielen. Demnach spielen die Streicher (Violinen) die Melodie der jeweiligen Tänze.

Aufgrund der Mischung von den drei verschiedenen Taktarten, klingt die ganze Szene etwas polyphon und durch die verschiedenen Rhythmen kann man die einzelnen Tänze schwer unterscheiden. Das gleichzeitige Erklingen der verschiedenen Tänze bewirkt keine Einhelligkeit oder Gemeinschaft, sondern vielmehr Disharmonie und Zerstörung.

Die verschiedenen Tempi, Rhythmen und Melodien kündigen somit einen Zusammenbruch musikalischer Ordnung im Werk an. Daraus erfolgt die Störung des Festes und Endresultat dieses Geschehens ist der Zerfall der Gesellschaft, die im Hilfeschrei von Zerlina ihren Höhepunkt hat.

Literaturangaben :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Details

Seiten
10
Jahr
2002
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107225
Note
14 Punkte
Schlagworte
Oper Giovanni Mozart)

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Titel: Oper Don Giovanni (W.A. Mozart)