Lade Inhalt...

Computer in der Grundschule mit Ergänzungen: Medienkonzept für eine Grundschule

Ausarbeitung 2000 15 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Perspektiven durch den Einsatz von Computern im Unterricht der Grund-schule
2.1 Aspekte für die Lehrer
2.2 Aspekte für die Schulkinder
2.3 Aspekte für die Eltern

3 Voraussetzungen für die Computerarbeit
3.1 Hardware
3.2 Software
3.3 Allgemeine Bedingungen

4 Computerarbeit am Beispiel einiger Fächer

5 Internet und Grundschule

6 Schlussteil

7 Ergänzungen zu dem Referat/Medienkonzept
7.1 Zuordnung zu den pädagogischen und fachlichen Leitvorstellungen
7.2 Inhalte und Methoden des Lernens mit neuen Medien
7.3 Integration von Multimedia und Internet

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der heutigen Zeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht vom Wandel der Industrie- zur Informationsgesellschaft und dem Computer die Rede ist.

Die Kommunikationsindustrie hat bereits einen Anteil von 10 % an der Weltwirtschaft, die Tendenz ist steigend.

Für die Schule ist es notwendig auf gesellschaftliche Veränderungen einzugehen, was nicht bedeutet, dass sie sich anpassen soll. Vielmehr sollte die Schule neue zusätzliche Aufgaben übernehmen, um gesellschaftliche Veränderungen, die zu Defiziten bei der Entwicklung von Kindern führen können, auszugleichen.

Wie dies bei der Computernutzung auszusehen hat ist bislang nicht klar definiert.

Es ist einleuchtend, wenn Kinder in höheren Schuljahrgängen den Umgang mit einem Computer erlernen, weil davon ausgegangen werden kann, dass heute fast in jedem Beruf bzw. beim Studium Grundkenntnisse am Computer benötigt werden.

Für mich hat sich die Frage gestellt, ob der Einsatz von Computern an Grundschulen wirklich sinnvoll und förderlich für die kindliche Entwicklung ist.

Welchen Vorteil haben Grundschulkinder, also Kinder in der Altersgruppe von ca. 6 bis 10 Jahren, von der Arbeit am Computer ?

Die Einzigartigkeiten jedes Kindes verlangen von den Lehrkräften ein differenziertes Vorgehen mit unterschiedlichen Methoden.

Wie können die Pädagogen mit dem Medium Computer umgehen? Kann der Computer Lehrkräfte ersetzen ?

Im ersten Teil wird der Computereinsatz aus der Perspektive von Lehrern, Schülern und Eltern behandelt. Im Anschluss hieran werden die äusserlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche PC Arbeit genannt und danach Beispiele der Arbeit am Computer aufgezeigt. Der letzte Punkt beinhaltet das Thema Internet in der Grundschule.

Auf die Ausbildung bzw. Fortbildung der Lehrkräfte für diesen Bereich wird nicht eingegan- gen.

2 Perspektiven durch den Einsatz von Computern im Unterricht der Grundschule:

"Die Schule hat die Aufgabe, Fertigkeiten und Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln und ihre Begabungen zu fördern. Damit ein Kind sich frei entfalten und seine Persönlichkeit bilden kann, muss es zunächst seine Talente, Anlagen und Neigungen kennenlernen. Insbesonde- re in den ersten Schuljahren braucht das Kind deshalb ein Lernangebot, das seiner geistig - körperlichen Entwicklung angemessen ist und seine Individualität berücksichtigt."1

Dazu gehört unter anderem, den Schulkindern die Fähigkeit zu vermitteln, sich umfassend zu informieren und die Informationen kritisch zu nutzen.

Hierunter kann eine sinnvolle Nutzung der Medien wie die Arbeit mit dem Computer, Einweisung in das Internet, die Vermittlung von Medienkompetenz verstanden werden.

2.1 Aspekte für die Lehrer:

Der Auseinandersetzung mit den Fragen des Computereinsatzes wird sich kein Lehrer heute mehr entziehen können, sofern er die Verantwortung für die Kinder und ihr Lernen ernstnimmt. Zwar befürworten die Politiker einen Einsatz von Computern in den Schulen, so lange die finanzielle Seite nicht geklärt ist, werden sie eine Beschäftigung der Pädagogen mit dem Computer nicht erzwingen.

Als pädagogische Prämisse des Computereinsatzes im Grundschulunterricht führen Hartmut Mitzlaff und Karl A. Wiederhold2 auf, dass sich der Computer in den Rahmen der Grundschulpädagogik einfügt.

Dies kann folgendermaßen aussehen:

- Ziel des Unterrichts ist, alle Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Vorausset- zungen umfassend zu fördern, so dass die Arbeit mit dem Computer im Gesamtzusammenhang zu sehen ist und nicht zu einer einseitigen Bildung bestimmter Fähigkeiten führen darf. Dies bedeutet, dass die Arbeit am Computer als Ergänzung zu sehen ist und in den Gesamtzusammenhang eingebunden werden muss.
- Aufgabe der Grundschule ist, die Vermittlung von grundlegenden Fähigkeiten, Kenntnis- sen und Fertigkeiten, in einer Form, die den individuellen Lernmöglichkeiten des einzelnen Kindes angepasst ist, wozu der Computereinsatz durch die verschiedenen, vielfältigen Möglichkeiten der Differenzierung eine gute Ergänzung bildet.
- Unmittelbare Erfahrungen dürfen durch den Computer nicht verdrängt werden, durch die Einbettung der Software in den didaktischen Gesamtzusammenhang kann eine lernintensivere Verarbeitung dieser unmittelbaren Erfahrungen erreicht werden.
- Computerarbeit regt zur Eigentätigkeit an und fördert eine Auseinandersetzung mit der Umwelt.
- Grundschule ist Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum. Kinder lernen hier mit verschiede- nen Werkzeugen ihrer Umwelt umzugehen. Der Computer ist eines dieser Werkzeuge.
- Schule bedeutet fördernde und ermutigende Hilfen den Kinder zu geben, Lernfreude zu erhalten und zu fördern. Gute Lern- und Übungsprogramme am Computer, die mit gleichbleibender Geduld auf Fehler reagieren, ergänzen die Arbeit des Lehrers und wecken die Bereitschaft zu neuen Lernanstrengungen, ein zusätzlicher Motivationsschub wird den Kindern gegeben.
- Arbeitsformen der Grundschule als Ort des sozialen Lernen, sind auch Gruppen- und Partnerarbeit, wodurch Kinder zur Zusammenarbeit und zu gegenseitiger Hilfe bei der Aufgabenbewältigung befähigt werden. Auch hier kann die Partnerarbeit am Computer die Zusammenarbeit der Schüler fördern.
- Unterricht in der Grundschule heißt auch, den Kindern Hilfen zu geben selbständig zu werden. Kinder lernen am Computer ihre Arbeit selbständig auszuführen und zu organi- sieren.
- In größeren Lerngruppen ist eine Differenzierung im Unterricht für den Lehrer oft nur schwer möglich, durch den Einsatz von Computern kann dieser für den Lehrer zu einem Hilfsmittel werden.
- Der Computer kann als zusätzliche Lernhilfe in besonderen Förderstunden - neben ande- ren Lernhilfen- angeboten werden.
- Üben und Wiederholen sind wesentliche Bestandteile des Lernens. Übung ist oft gleich- bedeutend mit Anstrengung, die dann wiederum Frustrationen nach sich zieht. Durch gu- te Lernsoftware wird dieser Vorgang erleichtert und die Motivation der Kinder erhöht.

Als pädagogischen Leistungsbegriff wird das Kinderrecht auf erfolgreiches Lernen genannt3. „ Kinder müssen den Zusammenhang von Anstrengung und Erfolg lernen, die Erfahrung des eigenen Könnens machen und an gut dosierten Aufgaben ihre Kräfte nutzen und entwi- ckeln“.4

Dieser Leistungsbegriff umfasst die Diagnose der Lernentwicklung, durch Ermutigung wird eine Perspektive für die weitere Entwicklung ermöglicht, die Selbständigkeit der Kinder wird gefördert und ihr Lernen in den sozialen Zusammenhang gestellt.

Durch den Einsatz von Computern haben die Lehrer vielfältige neue Möglichkeiten ihre Unterrichtsgestaltung positiv zu verändern, wobei ihnen die Einbeziehung des Computers Hilfe und Entlastung sein kann, was dann wiederum den Kindern zugute kommt.

2.2 Aspekte für die Schulkinder:

In verschiedenen Projekten und Fallstudien wurde das Verhalten und die Einstellung der Grundschulkinder zur Arbeit mit den Computern untersucht5. Hierbei stellte sich heraus, dass die Grundeinstellung der Kinder gegenüber dem Medium Computer zu mehr als 96 % positiv war.

Folgende Gesichtspunkte ergaben sich:

- Fast alle Kinder hatten großes Interesse an der Arbeit mit dem Rechner.
- Die Kinder arbeiteten gern und mit viel Freude am Computer und erledigten dabei mit hoher Motivation auch schwierige oder ermüdende Arbeiten. Es scheint, dass der Computer mit entsprechender Software ein geeignetes Medium zur Erhöhung der Lern- und Arbeitsmotivation ist.
- Selbst zu ungünstigen Tageszeiten, z.B. am Ende des Schultages, war noch eine hohe und ausdauernde Konzentration, auch bei leistungsschwächeren Schülern, zu beobach- ten.
- In textbezogenen Projekten war eine hohe und anhaltende Schreibmotivation festzustellen.
- Die Kinder lernten schnell den Computer als ein alltägliches Werkzeug, mit dem be- stimmte Vorgänge durchgeführt werden, anzunehmen.
-
- Die Grundfertigkeiten , wie z.B. die Handhabung der Tastatur, wurden schnell erworben, da Kinder meist keine Scheu haben neue Befehle und Arbeitswege einfach auszuprobie- ren.
- Bei Jungen und Mädchen wurden gleichermaßen Fertigkeiten und kreative Anwendung beobachtet.
- Das Selbstbewußtsein der Kinder stieg im Umgang mit der neuen Technologie und gab ihnen ein Erfolgsgefühl.

Ergänzt wurden die Berichte der Lehrkräfte, durch Schülerbefragungen vor und nach Abschluss der Projekte.

Vor dem Computereinsatz gingen 64 % der Kinder davon aus, dass der Computer denken könne, wogegen es bei der Abschlussbefragung nur noch 14 % waren.

Wegen dem Einsatz von Computern im Unterricht hat das Interesse der Kinder am Computer zugenommen.

Durch die Einführung in unterrichtsbezogene Anwendungen verlagerte sich die Bedeutung des Computers. Eingangs lag die Hauptbedeutung des Computers bei den Spielen, das hat im Vergleich der Schlussbefragung um fast 16 % abgenommen. Die Kinder haben den Computer als Arbeitsgerät kennengelernt.

Die Projekte haben bei den Kindern zu einer realistischeren Einschätzung der Möglichkeiten und Grenzen der neuen Technologie geführt.

Das Medium Computer scheint bei sachgemäßer Anwendung erfolgreiches Lernen zu för- dern.

2.3 Aspekte für die Eltern:

Eltern stehen dem Computereinsatz überwiegend positiv gegenüber.

Allerdings kann sich bei einem Teil der Eltern eine Generationendifferenz entwickeln, weil Kinder über computerbezogenes Fachwissen verfügen, den Eltern voraus sind.

Dies wird von einigen Eltern als Defizit empfunden. Es betrifft häufiger nicht berufstätige Müt- ter als Väter.

Die Einbeziehung der Eltern ist ein wichtiger Faktor. Es hat sich in Projekten herausgestellt6: Skepsis entsteht dort, wo Eltern nicht genau über die Projekte informiert sind.

Eine breite Akzeptanz der Computerarbeit ist am ehesten zu erreichen, wenn die Eltern re- gelmäßig im Rahmen von Elternabenden über die jeweiligen Projekte Informiert werden. Durch das Anbieten von Stundenhospitationen ist Verständnis und Akzeptanz durch Trans- parenz zu erreichen.

Einige Eltern sehen die Aufgabe der Schule darin möglichst viel Wissen zu vermitteln, jede Stunde, die nicht der rein addiitven Wissensakkumulation dient, scheint ihnen verloren. Die Computerarbeit empfinden sie als Spielerei. Diese oft anfängliche Skepsis ging jedoch verloren, wenn die Eltern beobachten konnten, welche Möglichkeiten zur Erweiterung ihres Wissens die Kinder mit der Arbeit am Computer haben.

3 Voraussetzungen für Computerarbeit:

Damit eine Schule mit Computern arbeiten kann, ist eine Ausstattung mit entsprechender Hard- und Software notwendig. Von öffentlicher Seite werden die Grundschulen kaum un- terstützt, so dass Probleme bei der Beschaffung und Finanzierung von Hard- und Software sowie deren Wartung entstehen.

3.1 Hardware

Wegen der schnell voranschreitenden Entwicklung der Datenverarbeitung veralten Computer immer schneller.

Da die Schulträger meist kein Geld für die PC-Ausrüstung zur Verfügung stellen, können Schulen mit ortsansässigen Banken und Firmen Kontakt aufzunehmen, um ausrangierte Hardware zu erhalten. Meist genügt die Hardware älterer Baujahre für die Arbeit an der Grundschule.

Auch Eltern sind oft bereit alte Computer zu spenden.

Ist die Hardware vorhanden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten des Einsatzes:

Computer im Klassenzimmer sogenannte Medienecken oder die Einrichtung eines Computerraumes.

Medienecken im Klassenzimmer

Grundvoraussetzung hierfür ist ein entsprechend großer Klassenraum mit ausreichend Platz für Rechner, Bildschirm, Drucker. Das Tageslicht darf nicht direkt auf den Bildschirm fallen. Auch ist genügend freier Raum in der Umgebung notwendig, damit sich mehrere Kinder vor den Computer setzen können.

Außerdem muss ein Stromanschluss und bei Nutzung des Internets ein Telefonanschluss in der Nähe sein.

Zur Verbindung der Computer in den einzelnen Klassenräumen untereinander kann ein Netzwerk, in Form von Funkübertragung sogar kabellos, jedoch sehr kostenaufwändig, installiert werden.

Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass während des Unterrichts eine gezielte Differenzierung erfolgen kann, der Computer als Informationshilfe ständig zur Verfügung steht. Die Kinder haben die gesamte Woche Zugang zum PC.

Computerraum

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen separaten Computerraum einzurichten, der ggf. auch für Arbeitsgemeinschaften genutzt wird.

Solch ein Computerraum kann nach und nach eingerichtet werden. Er steht allen Klassen offen, erfordert jedoch die Absprache der Lehrkräfte untereinander wegen der Belegung.

Die Vernetzung der Computer ist mit einem geringeren Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Eine ständige oder spontane Einbeziehung im Unterricht ist nicht möglich.

3.2 Software

Jeder durch den Lehrer vorbereitete und geplante Unterricht nimmt gedanklich ein Stück Unterrichtsgeschehen vorweg, dies sollte auch die Software tun. Ihr Aufbau kann sehr unterschiedlich sein, es können viele Freiheitsgrade wie z.B. für die Voreinstellungen eingebaut sein. Auf jeden Fall hat Unterichtssoftware andere Ansprüche und Ziele zu erfüllen als die sog. Edutainmentsoftware für den Freizeitbereich. Der Spielcharakter darf die Lernaufgabe, den Lerncharakter nicht überdecken.

Beim lehrergeführten Unterricht sind spontane, nicht vorgedachte Änderungen möglich, es kann auf den Schüler situativ emotional eingegangen werden, die Lehrkraft kann auf nicht vorhergesehene Ereignisse reagieren. Diese Flexibilität ist bei der Unterrichtssoftware nicht gegeben.

Für die Auswahl geeigneter Software ist es wichtig, dass diese Programme einfach zu handhaben sind, sich leicht und unkompliziert in den üblichen Unterrichtsablauf einfügen lassen, inhaltlich und methodisch keine besonderen Aufwendungen verursachen.

Für den Umgang mit der Software sollte für die Kinder der Grundsatz: So wenig Hilfe wie möglich, so viel Hilfe wie nötig, gelten.

Mit qualitativ hochwertiger Software kann das Kind selbständig umgehen, es kommt im Pro- gramm Schritt für Schritt weiter, gleichzeitig wird der Anspruch durch das Programm gestei- gert.

Allgemeine Vorteile guter multimedialen Software sind7:

- selbständiges, entdeckendes, assoziatives, aktives, handlungsorientiertes und individua- lisiertes Handeln
- der Zugang zu Inhalten kann durch die Darstellungs- und Präsentationsform eine neue lernpsychologische Qualität erhalten
- Möglichkeiten der Interaktivität mit verschiedenen Programmelementen
- Kombinierbarkeit mit herkömmlichen Lehr- und Lernverfahren
- Interaktive Demonstration und Simulation von komplexen Vorgängen.

Es ist für die einzelne Lehrkraft nicht möglich, eine Auswahl aus dem umfangreichen Angebot der Lernsoftware unter Maßgabe der Kriterien zu treffen. In Beratungseinrichtungen der Länder gibt es Positivlisten, die Entscheidungshilfen sein können. Zur Stärkung der Entscheidungsfähigkeit ist die Fortbildung der Lehrkräfte wichtig.8

3.3 Allgemeine Bedingungen:

Folgende allgemeine Bedingungen sind zu erfüllen:

- Die Lehrer müssen Grundkenntnisse im Umgang mit der Hardware, im Laden, Bedienen und sachgemäßer Verwaltung der Programme haben.
- Im Hinblick auf Sicherung bei gleichzeitiger unkomplizierter Inbetriebnahme der Compu- ter müssen entsprechende räumliche und technische Voraussetzungen vorhanden sein.
- Ein Konsens im Lehrerkollegium ist zur schrittweisen Integration des Computers nötig, die Bereitschaft sich zu engagieren, auszutauschen und zu kooperieren ist erforderlich.

Ebenso ist es wichtig engagierte Eltern, insbesondere diejenigen, die möglicherweise über weitreichende PC- Kenntnisse verfügen, zur Unterstützung beim Auftreten von Problemen einzubeziehen. Bemühungen sollten darin liegen, Partner und Sponsoren zu gewinnen ggf. den Schulträger für die Wartung und Betreuung bei Problemfällen zu verpflichten.

4 Computerarbeit am Beispiel einiger Fächer:

Im Deutschunterricht:

Lesen und Schreiben lernen lässt sich erfolgreich mit Computerarbeit verbinden.

Für Lern- und Übungszwecke stehen Programme für Lesen, Rechtschreiben und Grammatik zur Verfügung. Lernsoftware scheint geeignet, die Fertigkeit normgerechtes Schreiben und flüssiges Lesen zu automatisieren und gleichzeitig nebenbei eine technische Kompetenz zu vermitteln.

Besonders geeignet ist der Computer als Schreibwerkzeug. Schreiben mit Textverarbeitung führt dazu, dass Kinder den Schreibprozess besser bewältigen und durch die spurlosen Korrekturmöglichkeiten kreativer arbeiten.

Der Einsatz von Rechtschreib- und Grammatikkontrollprogrammen, leicht zugänglichen Wörterbücher, einfacher Fehlerkorrektur, Formatieren von Texten, ansprechend gestalteter Ausdrucke, bringt den Kinder diverse Vorteile.

Es entsteht eine größere Unabhängigkeit von der knappen Lehrer- Hilfe, durch die Programmhilfen wird das beiläufige Lernen gefördert.

Weitere Vorteile liegen in der Korrektur der Schreibfehler, der Satzzeichen, der nachträglichen Veränderung durch Hinzufügen neuer Gedanken, Überarbeiten von einzelnen Satzteilen, einfacher Fehlerkorrektur nach erfolgtem Ausdruck. Partnerarbeit verbessert Formulierungen und führt zu gegenseitigen Erkennen von Rechtschreibfehlern.

In Projekten wurde eine hohe Motivation der Kinder festgestellt, die kreativ eigene Schülerzeitungen, kleine Bücher, Gedichtbänder u.ä. erstellten.

Oft schreibt ein Großteil der Kinder selbständig am Computer, so dass sich die Lehrkraft verstärkt um die schwächeren Kinder kümmern kann. Gelingt es Kindern mit Schreibschwierigkeiten einen Text zu schreiben, den sie und andere in einem sauberen Computerausdruck lesen können, so trägt dies zur Stärkung ihres Selbstbewußtsein bei, was wiederum dazu führt, dass sich ihre Wahrnehmung für den schriftsprachlichen Bereich erhöht.

Im Mathematikunterricht:

Ziel der Mathematikübungsprogramme ist es, mathematische Fertigkeiten zu sichern und mathematische Fähigkeiten zu fördern. Geeignete Software sollte den Kindern Aufgaben stellen und erst bei falscher Lösung eingreifen. Bei einem Fehler werden Hilfen durch Erläu- terungen gegeben. Bereits Gelerntes wird so geübt, gefestigt, vertieft, mit Neuem verknüpft.

Der Einsatz von Computern im Mathematikunterricht wird besonders motivierend und erfolgreich für die Kinder beschrieben. Als Gründe hierfür werden genannt9:

Der Erfolg bei richtiger Eingabe wird den Kindern sofort bestätigt. Nach einem Fehler erhalten die Kinder eine Lernhilfe. Jedes Kind kann sein Arbeitstempo individuell bestimmen. Durch Voreinstellungen kann das individuelle Leistungsvermögen des Kindes berücksichtigt werden, der direkte Leistungsvergleich in der Gruppe entfällt, das leistungsschwache Kind steht nicht im Wettbewerb und das schnell lernende Kind kann gezielt gefördert werden. Kinder mit geringen Deutschkenntnissen kommen meist gut mit diesen Lernprogrammen zurecht und können besser folgen als im regulären Unterricht.

Die Grundrechenarten können in kürzerer Zeit erlernt und gefestigt werden, so dass gewonnen Zeit zur Verfügung steht.

Im Sachkundeunterricht :

Im Sachkundeunterricht kann der Computer zur Vorbereitung und Durchführung von Projekten zu Themen wie Pflanzen, Tiere, Wetter, Wasser etc. genutzt werden. Die interaktiven Medien stellen hierbei eine Bereicherung des Unterrichts dar, weil somit eine Veranschaulichung von Prozessen vermittelt werden kann, was herkömmliche Unterrichtsmedien nicht leisten können. Durch Simulationen können Situationen hergestellt und durchgespielt werden. Die Eingabe verschiedener Ausgangswerte und somit verschiedener Ergebnisse führt zu einem Erkennen von Zusammenhängen.

Hinzu kommt eine umfangreiche Verwendung als Informationshilfe. Lexika können Einblicke in technische, medizinische oder natürliche Vorgänge geben, was mit normalen Nachschlagewerken nicht möglich ist. Hierbei können mehrere Aufnahmekanäle genutzt und den Kindern Einblicke in Abläufe gezeigt werden, die sonst versteckt sind (z.B. detaillierte Kenntnisse über den Menschen, das Funktionieren von technischen Geräten etc.). Dadurch wird das Interesse für Zusammenhänge geweckt.

5 Internet und Grundschule

Eine Auseinandersetzung mit den Chancen von Multimedia und Telekommunikation, ein verantwortungsbewußter Umgang mit Information und Wissen gehört zur Medienerziehung.

Die Liste der Inhalte und Ziele, die für die Medienerziehung unter dem Stichwort Medienkompetenz gefordert werden, ist lang.

Von der Bund - Länder- Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung wurde festgestellt: „Medienerziehung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von der Schule aufgegriffen werden muss, aber nicht allein von ihr zu leisten ist.“10

Das Ziel von Medienkompetenz ist der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen, Wissen und Medien. Dies umfasst eine Vielzahl von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Schüler erwerben müssen.

z.B.:

- Schüler sollten sich in der Medienwelt zurechtfinden können, die mediale Angebotsvielfalt und deren inhaltliche wie technische Verflechtungen kennenlernen, den Zugang zu Computernetzen herstellen.
- Schüler müssen die Unterscheidung von Realität und Virtualität bzw. virtueller Realität (von Programmieren geschaffene künstliche Wirklichkeit) lernen, Kritikfähigkeit entwi- ckeln.
- Die Fähigkeit zur Trennung von bedeutsamen und irrelevanten Informationen sowie au- thentischen und unglaubwürdigen Informationen ist zu vermitteln.
- Die Schüler sollten ästhetische Wertmaßstäbe im Umgang mit den neuen Medien entwi- ckeln.

Der Umgang mit dem Internet ist ein Bestandteil der Medienerziehung.

Das Internet ist das Medium mit dem größten frei verfügbaren Wissen der Welt.

Da jede Person, Organisation etc. ungeprüft Daten in das Internet stellen kann, sind dort viele Angebote vorhanden, deren Inhalte bedenklich sind. Auf der anderen Seite gibt es dort sehr aktuelle und nützlich Informationen.

Allgemeine Zielsetzung im Grundschulunterricht kann die eigenverantwortliche Nutzung des Internets mit den Diensten WWW und E-Mail sein.

Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Informationen einholen und Kommunikation.

Bei der Einführung in das Internet wird den Kindern zuerst die Entwicklung des Internets, der Aufbau des Internets und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten erklärt.

Möglichkeiten des Internets sollen den Kindern auf kindgerechte Weise und unter Berücksichtigung ihrer Erfahrungswelt nahegebracht werden.

Kinder lernen u.a. sich Informationen von pädagogisch betreuten Seiten zu beschaffen. Dies geschieht durch das Kennenlernen von altersangemessenen Suchmaschinen und deren Handhabung. Es wird den Kindern vermittelt, den Nutzwert der Angebote zu erkennen und gute Internet-Seiten von nutzlosen zu unterscheiden. Die Beschäftigung mit den guten Webseiten weckt Interesse und regt die Kinder zum Lesen an.

Die Kinder lernen die gewonnenen Informationen für ihre Arbeit auszuwerten und entsprechend einzugliedern.

Mit schriftlicher Zustimmung der Eltern können die Kinder sich eine eigene E-mail-Adresse einrichten. Durch den Austausch mit anderen Kinder wird die Schreibfähigkeit gefördert, es ist für die Kinder interessant E-Mails zu versenden und zu erhalten. So können sie sich mit vielen Kindern aus verschiedenen Städten und Ländern austauschen.

Die Kenntnisse können im regulären Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften, während der großen Pausen und in Freiarbeitszeiten angewendet und vertieft werden.

Es besteht die Möglichkeit Online-Nachhilfeangebote zur individuellen Förderung zu benut- zen.

Voraussetzung für die Nutzung des Internets ist eine äußerst große Lesekompetenz und optisches Wahrnehmungsvermögen, dass bei Grundschulkindern noch besonders ausgebildet werden muss.

6 Schlussteil

Ich halte den Einsatz von Computern im Grundschulunterricht unter bestimmten Voraussetzungen für sinnvoll.

Meines Erachtens sollte jede Schule zuerst ein Medienkonzept erstellen. Hierfür sind Gespräche und Abstimmungen im Lehrerkollegium und zwischen der Elternschaft, wie z.B. die Gründung von Arbeitskreisen, eine wichtige Grundlage. Anschließend kann eine entsprechende auf die Möglichkeiten der Schule zugeschnittene Planung erfolgen.

Die Computerarbeit darf andere wichtige Erfahrungen nicht verdrängen. Für die Kinder ist Sport, Gesundheitserziehung, das Erfahren ihrer Sinne, Werken, Musik, eine Wanderung durch den Wald u.a. meines Erachtens wichtiger als die Arbeit am Computer.

Der Einsatz von Computern kann Hilfe und Entlastung für die Lehrkräfte sein, jedoch kann er die Lehrkräfte nicht ersetzen. Die Computerarbeit ist nur dann sinnvoll und nützlich, wenn sie vom Lehrer gesteuert und überwacht wird. Während einige Kinder Aufgaben am Computer lösen, können andere die volle Aufmerksamkeit der Lehrkraft bekommen.

Auch scheint mir der Computer geeignet für die Forderung und Förderung der Kinder sowie zum übenden Lernen. Eine wichtige Erfahrung für die Kinder ist sicher, wenn sie den Com- puter in der Schule als Arbeitsgerät kennenlernen und nicht nur, wie vielleicht zu Hause, als Spielzeug.

Bei dem Einsatz des Internets in der Grundschule halte ich das Einholen von Informationen für den Personenkreis der Grundschulkinder als nebensächlich.

Hier ist für mich die interessantere Variante, das Versenden von E-Mails. In der dritten Klas- se lernen die Kinder Briefe schreiben und den damit zusammenhängenden Ablauf bei der Post (vom Absender zum Empfänger). Meiner Ansicht nach, ist das Briefe schreiben ein Auslaufmodell, so dass Kinder an die doch praktische und einfache Art der Kommunikation via E-Mails herangeführt werden sollten, damit die Fertigkeit sich schriftlich auszutauschen entwickelt wird.

Die Arbeit am Computer kann auch Grundschulkindern viele Vorteile bringen, das Heranführen an das Medium Computer ist in dieser Altersklasse sicher angebracht, auf dem erworbenen Wissen kann in den weiterführenden Schulen aufgebaut werden.

Probleme zur Umsetzung einer erfolgreichen Computerarbeit bestehen in folgenden Berei- chen :

Den Lehrkräften fehlt es an Kompetenz, an Möglichkeiten zur pädagogischen Fortbildung.

Es fehlen von seiten des Schulträgers die Mittel zur entsprechenden Unterstützung der Grundschulen mit Hard- und Software.

Eine Unterstützung bei der Betreuung und Wartung von Hard- und Softwareproblemen ist oft nicht gegeben.

Durch die vielen Berichterstattungen entsteht für mich der Eindruck, dass die Medienerziehung in erster Linie Aufgabe der Schulen sein sollte. Dies kann Eltern suggerieren, ihre Verantwortlichkeit für die Erziehung auf diesem Gebiet an die Schule abzugeben. Wichtig erscheint mir den Eltern bewusst zu machen, dass sie für die Erziehung ihrer Kinder zuständig sind und die Schule nur ergänzend fungieren kann. Sinnvoll und unschädlich für Grundschulkinder kann eine Nutzung der Computer nur unter Aufsicht Erwachsener sein, dies gilt für den Bereich Schule wie zu Hause.

Bislang sind die negativen Auswirkungen von der Arbeit an Computern erst unzureichend erforscht. Auch aus diesem Grund sollten Kinder mit dem Medium Computer äußerst vorsichtig und jeweils eine kurze Zeit umgehen, um sie vor Schaden zu bewahren.

7 Ergänzungen zu dem Referat/Medienkonzept:

Ausarbeitungen von mir für das Medienkonzept einer niedersächsischen Grundschule, die u.a. daraufhin einen öffentlichen Zuschuss von DM 40.000,-- erhalten hat. Grundlage für das Medienkonzept war o.a. Referat, welches auch vor der Gesamtkonferenz dieser Grundschule gehalten wurde.

7.1 Zuordnung zu den pädagogischen und fachlichen Leitvorstellungen

- Ziel des Unterrichts ist, alle Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Vorausset- zungen umfassend zu fördern, hier wird die Arbeit mit dem Computer in den Gesamtzusammenhang eingebunden.
- Die Vermittlung von grundlegenden Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten ist den individuellen Lernmöglichkeiten des einzelnen Kindes angepasst, wozu der Computereinsatz durch die verschiedenen, vielfältigen Möglichkeiten der Differenzierung einen Bereich abdeckt, die Kinder erreicht, was mit herkömmlichen Unterichtsmaterialien nicht geleistet werden kann.
- Durch die Einbettung der Software in den didaktischen Gesamtzusammenhang kann eine lernintensivere Verarbeitung von unmittelbaren Erfahrungen erreicht werden, dadurch wird die Eigentätigkeit der Kinder angeregt und eine Auseinandersetzung mit der Umwelt gefördert.
- Der Computer ist eines der verschiedenen Werkzeuge des Lebens-, Lern- und Erfah- rungsraums der Kinder; der Umgang hiermit wird ihnen in der Schule vermittelt, Medienkompetenz kann so erworben werden.
- Schule bedeutet fördernde und ermutigende Hilfe den Kinder zu geben, Lernfreude zu erhalten und zu fördern. Durch die Einbindung guter Lern- und Übungsprogramme am Computer, die mit gleichbleibender Geduld auf Fehler reagieren, wird die Bereitschaft der Kinder zu neuen Lernanstrengungen geweckt, ein zusätzlicher Motivationsschub wird den Kindern gegeben.
- Arbeitsformen unserer Schule als Ort des sozialen Lernen, sind auch Gruppen- und Partnerarbeit, wodurch Kinder zur Zusammenarbeit und zu gegenseitiger Hilfe bei der Aufgabenbewältigung befähigt werden. Auch hier kann die Partnerarbeit am Computer die Zusammenarbeit der Schüler fördern, die Teamfähigkeit erhöhen.
- Unterricht heißt auch, den Kindern Hilfen zu geben selbständig zu werden. Kinder lernen am Computer ihre Arbeit selbständig auszuführen und zu organisieren.
- Eine Differenzierung in größeren Lerngruppe kann durch den Einsatz von Computern als Hilfsmittel effizienter und motivierender erfolgen.
- Der Computer kann als zusätzliche Lernhilfe in besonderen Förderstunden - neben ande- ren Lernhilfen- angeboten werden.
- Üben und Wiederholen sind wesentliche Bestandteile des Lernens, Übung ist oft gleich- bedeutend mit Anstrengung, die dann wiederum Frustrationen nach sich zieht. Durch gu- te Lernsoftware wird dieser Vorgang erleichtert und die Motivation der Kinder erhöht.

7.2 Inhalte und Methoden des Lernens mit neuen Medien

Aufgrund der ständig zunehmende Wissensmenge, stellt sich die Frage, ob es bei der Unterrichtsgestaltung hauptsächlich um die Vermittlung von Wissen gehen kann oder nicht ebenso bestimmte Schlüsselqualifikationen gefragt sind, die den Kindern sowohl im Berufs- als auch im Privatleben abverlangt werden.

Ein wesentlicher Inhalt des Lernens mit neuen Medien ist die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, welche sich an der Gegenwart und Zukunft der Kinder unter Berücksichtigung der veränderten technischen und gesellschaftlichen Entwicklung insbesondere des Wandels von der Industrie- zur Informationsgesellschaft orientieren.

Durch das Einbeziehen von neuen, aktuellen Inhalten in den Unterricht ist eine Veränderung im methodischen Vorgehen notwendig.

Der Frontalunterricht, bei dem die Lehrkraft den Lernweg der Kinder Schritt für Schritt vorgibt und ihnen zumindest vom Lernen her eine eher passive Rolle zuteilt, nimmt hierbei an Be- deutung ab.

Eine Veränderung der Unterrichtsformen ist, den Schwerpunkt auf das selbständige und selbsttätige Lernen der Kinder zu verlagern, um zu erreichen, dass die Kinder den veränderten Voraussetzungen gerecht werden können.

Die Unterrichtsgestaltung wird durch vermehrte Freiarbeit, materialgeleites Lernen und offenen Unterricht bestimmt.

Die Kinder werden somit mehr miteinander und voneinander lernen, sie werden Probleme selbständig lösen können, die Teamfähigkeit wird sich erhöhen.

Ziel ist es, den Computer in die verschiedenen Einsatzfelder im Unterricht einzubinden, um problemorientiertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen zu fördern.

Medienkompetenz wird vermittelt, in dem den Kindern durch praktische Anwendung des Computers die Grenzen und Gefahren der Computernutzung aufgezeigt werden.

7.3 Integration von Multimedia und Internet

Im Deutschunterricht:

Lesen und Schreiben lernen lässt sich erfolgreich mit Computerarbeit verbinden.

Für Lern- und Übungszwecke stehen Programme für Lesen, Rechtschreibung und Gramma- tik zur Verfügung. Lernsoftware scheint geeignet, die Fertigkeit normgerechtes Schreiben und flüssiges Lesen zu automatisieren und gleichzeitig nebenbei eine technische Kompetenz zu vermitteln.

Besonders geeignet ist der Computer als Schreibwerkzeug. Schreiben mit Textverarbeitung führt dazu, dass Kinder den Schreibprozess besser bewältigen und durch die spurlosen Korrekturmöglichkeiten kreativer arbeiten.

Der Einsatz von Rechtschreib- und Grammatikkontrollprogrammen, leicht zugänglichen Wörterbücher, einfacher Fehlerkorrektur, Formatieren von Texten, ansprechend gestalteter Ausdrucke, bringt den Kinder diverse Vorteile.

Es entsteht eine größere Unabhängigkeit von der knappen Lehrer- Hilfe, durch die Programmhilfen wird das beiläufige Lernen gefördert.

Weitere Vorteile liegen in der Korrektur der Schreibfehler, der Satzzeichen, der nachträglichen Veränderung durch Hinzufügen neuer Gedanken, Überarbeiten von einzelnen Satzteilen, einfacher Fehlerkorrektur nach erfolgtem Ausdruck. Partnerarbeit verbessert Formulierungen und führt zu gegenseitigen Erkennen von Rechtschreibfehlern.

In speziellen Arbeitsgemeinschaften bzw. Projekten könne die Kinder kreativ eigene Schülerzeitungen, kleine Bücher, Gedichtbänder u.ä. erstellen.

Ein Großteil der Kinder kann selbständig am Computer arbeiten, so dass sich die Lehrkraft verstärkt um die schwächeren Kinder kümmern kann. Gelingt es Kindern mit Schreibschwierigkeiten einen Text zu schreiben, den sie und andere in einem sauberen Computerausdruck lesen können, so trägt dies zur Stärkung ihres Selbstbewußtsein bei, was wiederum dazu führt, dass sich ihre Wahrnehmung für den schriftsprachlichen Bereich erhöht.

Im Mathematikunterricht:

Ziel der Mathematikübungsprogramme ist es, mathematische Fertigkeiten zu sichern und mathematische Fähigkeiten zu fördern. Geeignete Software kann den Kindern Aufgaben stellen und erst bei falscher Lösung eingreifen. Bei einem Fehler werden Hilfen durch Erläu- terungen gegeben. Bereits Gelerntes wird so geübt, gefestigt, vertieft, mit Neuem verknüpft.

Der Einsatz von Computern im Mathematikunterricht erscheint als besonders motivierend und erfolgreich für die Kinder.

Der Erfolg bei richtiger Eingabe wird den Kindern sofort bestätigt. Nach einem Fehler erhalten die Kinder eine Lernhilfe. Jedes Kind kann sein Arbeitstempo individuell bestimmen. Durch Voreinstellungen kann das individuelle Leistungsvermögen des Kindes berücksichtigt werden, der direkte Leistungsvergleich in der Gruppe entfällt, das leistungsschwache Kind steht nicht im Wettbewerb und das schnell lernende Kind kann gezielt gefördert werden. Kinder mit geringen Deutschkenntnissen fällt es meist leichter mit diesen Lernprogrammen zurecht zukommen und können besser folgen als im regulären Unterricht.

Die Grundrechenarten können in kürzerer Zeit erlernt und gefestigt werden, so dass gewonnen Zeit zur Verfügung steht.

Im Sachkundeunterricht :

Im Sachkundeunterricht kann der Computer zur Vorbereitung und Durchführung von Projekten zu Themen wie Pflanzen, Tiere, Wetter, Wasser etc. genutzt werden. Die interaktiven Medien stellen hierbei eine Bereicherung des Unterrichts dar, weil somit eine Veranschaulichung von Prozessen vermittelt werden kann, was herkömmliche Unterrichtsmedien nicht leisten können. Durch Simulationen können Situationen hergestellt und durchgespielt werden. Die Eingabe verschiedener Ausgangswerte und somit verschiedener Ergebnisse führt zu einem Erkennen von Zusammenhängen.

Hinzu kommt eine umfangreiche Verwendung als Informationshilfe. Lexika können Einblicke in technische, medizinische oder natürliche Vorgänge geben, was mit normalen Nachschlagewerken nicht möglich ist. Hierbei können mehrere Aufnahmekanäle genutzt und den Kindern Einblicke in Abläufe gezeigt werden, die sonst versteckt sind (z.B. detaillierte Kenntnisse über den Menschen, das Funktionieren von technischen Geräten etc.). Dadurch wird das Interesse für Zusammenhänge geweckt.

Medienecken im Klassenraum

Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass während des Unterrichts eine gezielte Differenzierung erfolgen kann, der Computer als Informationshilfe ständig zur Verfügung steht. Die Kinder haben die gesamte Woche Zugang zum PC.

Eine spontane Einbeziehung in den Unterrichtsablauf ist möglich.

Eine Differenzierung und individuelle Förderung der Kinder kann so in den Unterrichtsablauf integriert und intensiviert werden.

Computerraum

Ein separater Computerraum bietet die Möglichkeit mit einer gesamten Klasse am PC zu arbeiten und kann für Arbeitsgemeinschaften genutzt werden. In Teamarbeit können die Kinder anhand entsprechender Lernsoftware ihr Wissen vertiefen und in ihrem individuellen Arbeitstempo Aufgaben erledigen.

Internet

Das Internet ist das Medium mit dem größten frei verfügbaren Wissen der Welt.

Da jede Person, Organisation etc. ungeprüft Daten in das Internet stellen kann, sind dort viele Angebote vorhanden, deren Inhalte bedenklich sind. Auf der anderen Seite gibt es dort sehr aktuelle und nützlich Informationen.

Allgemeine Zielsetzung im Grundschulunterricht kann die eigenverantwortliche Nutzung des Internets mit den Diensten WWW und E-Mail sein.

Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Informationen einholen und Kommunikation.

Bei der Einführung in das Internet wird den Kindern zuerst die Entwicklung des Internets, der Aufbau des Internets und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten erklärt.

Möglichkeiten des Internets sollen den Kindern auf kindgerechte Weise und unter Berücksichtigung ihrer Erfahrungswelt nahegebracht werden.

Kinder lernen u.a. sich Informationen von pädagogisch betreuten Seiten zu beschaffen. Dies geschieht durch das Kennenlernen von altersangemessenen Suchmaschinen und deren Handhabung. Es wird den Kindern vermittelt, den Nutzwert der Angebote zu erkennen und gute Internet-Seiten von nutzlosen zu unterscheiden. Die Beschäftigung mit den guten Webseiten weckt Interesse und regt die Kinder zum Lesen an.

Die Kinder lernen die gewonnenen Informationen für ihre Arbeit auszuwerten und entsprechend einzugliedern.

Mit schriftlicher Zustimmung der Eltern können die Kinder sich eine eigene E-mail-Adresse einrichten. Durch den Austausch mit anderen Kinder wird die Schreibfähig- keit gefördert, es ist für die Kinder interessant E-Mails zu versenden und zu erhalten. So können sie sich mit vielen Kindern aus verschiedenen Städten und Ländern austauschen.

Die Kenntnisse können im regulären Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften, während der großen Pausen und in Freiarbeitszeiten angewendet und vertieft werden.

Es besteht die Möglichkeit Online-Nachhilfeangebote zur individuellen Förderung zu nutzen.

Voraussetzung für die Nutzung des Internets ist eine äußerst große Lesekompetenz und optisches Wahrnehmungsvermögen, was bei Grundschulkindern noch besonders ausgebildet werden muss.

Weiterhin ist die Einrichtung einer schülerbetriebenen, schuleigenen Mediothek zur Beschaffung von Informationen und Unterrichtsmaterial aus dem Internet geplant.

In Arbeitsgemeinschaften werden Kinder an die sinnvolle Nutzung des Internets herangeführt, um dort mittels ihrer erworbenen Kenntnisse Beiträge zum Unterricht aus dem Internet einzuholen, die dann allen Kindern und Klassen zur Verfügung stehen.

Literaturverzeichnis

BLK, Bund-Länder-Kommission; Heft 66 ;Gutachten zur Vorbereitung des Programms „Systematische Einbeziehung von Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien in Lehr- und Lernprozesse von Prof. Dr. Heinz Mandl, Dr. Gabi Reinmann-Rothmeier, Dr. Cornelia Gräsel, Bonn 1998

Büttner, Christian (Hrsg.), Schwichtenberg, Elke (Hrsg.); Computer in der Grundschule; ü- berarbeitete Neuausgabe, Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1999

Haarmann, Dieter (Hrsg.) ; Handbuch Grundschule Band 1; Beltz Verlag, Weinheim und Ba- sel, 1991

Krauthausen, Günter (Hrsg.), Herrmann, Volker (Hrsg.); Computereinsatz in der Grundschule ? ,1. Auflage; Klett Verlag, Stuttgart 1994

Landesinstitut für Schule und Medien, Heft 3 Medienkonzept; Berlin, 2000

Mitzlaff, Hartmut; Wiederhold, Karl A.; Computer im Grundschulunterricht, McGraw-Hill, Hamburg, New York, 1990

Niedersächsisches Kultusministerium, Die Volle Halbtagsschule. Schule als Lern- und Lebensraum. Beilage zur Zeitschrift Beispiel. In Niedersachsen Schule machen, Heft 4/94, Dezember 1994, Hannover

Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung; Handreichung zum Einsatz des Computers in der Grundschule, Band I, München 1998

[...]


1 Die volle Halbtagsschule. Schule als Lern- und Lebensraum. Beilage zur Zeitschrift Beispiel. In Niedersachsen Schule machen Dezember 1994, Heft 4/94 Herausgeber. Niedersächsisches Kultusministerium, Hannover

2 Hartmut Mitzlaff, Karl A. Wiederhold: Computer im Grundschulunterricht, Hamburg; New Y- ork:McGraw-Hill, 1990 S. 31 ff

3 Bartnitzky, Horst in Haarmann, Dieter (Hrsg.) Handbuch Grundschule; Band 1; Beltz Verlag 1992, S. 119 -120

4 Bartnitzky, Horst in Haarmann, Dieter a.a.O. S. 119

5 Hartmut Mitzlaff, Karl A. Wiederhold: Computer im Grundschulunterricht, Hamburg; New York: Mc Graw-Hill 1990, S. 31 ff

6 Kramer, Manfred: Computer in der Grundschule in Computer in der Grundschule, Christian Bütt- ner(Hrsg.), Elke Schwichtenberg (Hrsg.);1. Auflage, Weinheim und Basel; Beltz Verlag 1997 S.84 ff

7 Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung Abteilung Grund- und Hauptschulen, München, Handreichungen zum Einsatz des Computers in der Grundschule Band I, 1998,S. 13-14

8 Künkel, Knut; Peschke, Rudolf : Software für die Grundschule in Büttner, Christian (Hrsg.), Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule; überarbeitete Neuausgabe; Weinheim und Basel, Beltz, 1999 S. 121-122

9 Baumann, Georg; Monnerjahn, Rolf in Computereinsatz in der Grundschule ? Hrsg. G. Krauthausen; V. Herrmann u.a. 1. Auflage; Stuttgart; Klett- Schulbuchverlag 1994 S. 187-188

10 Prof. Dr. Heinz Mandl, Dr. Gabi Reinmann-Rothmeier, Dr. Cornelia Gräsel, Gutachten zur Vorbereitung des Programms „Systematische Einbeziehung von Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien in Lehr- und Lernprozesse“ Heft 66, Bund - Länder - Kommission, Bonn, 1998

Details

Seiten
15
Jahr
2000
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106926
Note
Schlagworte
Computer Grundschule Medienkonzept Computereinsatz Medien

Autor

Zurück

Titel: Computer in der Grundschule mit Ergänzungen: Medienkonzept für eine Grundschule