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Das Wohnen in Großwohnsiedlungen...

Hausarbeit 2001 12 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

INHALT:

1. Einführung in die Thematik und soziologische Fragestellung

2. Die Entwicklung der Großwohnsiedlungen und ihre Funktionen in West und Ost
2.1 West: Beginn mit dem Bau von Großwohnsiedlungen und der Boom der 60er und 70er Jahre
2.1.1 Voraussetzungen und Zielsetzungen in der Bundesrepublik
2.1.2 Der Boom in den 60er und 70er Jahren und erste Kritiken
2.2 Ost: Die Industrialisierung des Bauwesens vom sozialistischen Wohnkomplex bis zum komplexen Wohnungsbau
2.2.1 Voraussetzungen und Zielsetzungen in der DDR
2.2.2 Der sozialistische Wohnkomplex wird zum dominierenden Leitbild
2.2.3 Komplexer Wohnungsbau und die Reduzierung auf ein Modell: Der WBS 70
2.3 Fazit: Marktwirtschaft vs. Politische Ideologie des Sozialismus

3. Großwohnsiedlungen in der Diskussion: Probleme und Maßnahmen
3.1 West: Der soziale Abstieg der Großwohnsiedlungen in den 80er Jahren und öffentliche Intervention
3.1.1 Die Situation: Die Großsiedlungen werden zum sozialen Brennpunkt
3.1.2 Öffentliche Intervention und Nachbesserungen in den Großwohnsiedlungen
3.2 Ost: Veränderungen durch die Wende 1990 - Ist die `Platte' ein Auslaufmodell ?
3.2.1 Die Situation:

1. Einführung in die Thematik und soziologische Fragestellung

Sowohl in der Bundesrepublik als auch in der damaligen DDR sind seit den Fünfziger Jahren Großwohnsiedlungen errichtet worden. Als Großwohnsiedlung bezeichnet man ,,Wohngebiete mit 2500 und mehr Wohnungen" (Großsiedlungsbericht der Bundesregierung 1994, zitiert nach Jensen 1998, S.104). 1994 existierten im gesamten Bundesgebiet 239 Großwohnsiedlungen, 95 in den alten und 144 in den neuen Bundesländern. Während in den neuen Bundesländern fast jeder vierte Bewohner in einer Großwohnsiedlung[[1]] lebt, ist die Bedeutung in den alten Bundesländern weitaus geringer. Nur jeder 60. Einwohner in Westdeutschland wohnt in einer Siedlung mit mehr als 2500 Wohneinheiten[[2]]. (Bundesregierung 1994, zitiert nach Jensen 1998, S.104)

Zudem sind derartige Siedlungen in den alten Bundesländern nur in großen Ballungsgebieten zu finden, während die sogenannte `Platte' auch das Gesicht vieler Klein- und Mittelstädte prägt (Abb.1).

Das ist vor allen Dingen das Resultat der unterschiedlichen Wohnungspolitik in den zwei unterschiedlichen politischen Systemen. Zu Beginn war das Ziel dasselbe: Schaffung von möglichst viel Wohnraum, modern ausgestattet, in kurzer Zeit. Aber im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Zielsetzungen der Wohnungspolitik in West und Ost verändert, so auch die Großwohnsiedlungen und der Stellenwert dieser. In den 80er Jahren kamen die Großsiedlungen in der BRD in die Krise, sogar von Abriss der Siedlungen wurde gesprochen (Fangohr 1988, S.26) In der DDR `flüchteten' viele seit der Wende 1990 aus diesen Siedlungen. Großwohnsiedlungen waren Problemsiedlungen, und es bestand Handlungsbedarf.

Wie diese Entwicklung von statten ging, das ist das Thema der vorliegenden Arbeit. In

chronologischer Reihenfolge wird die Entwicklung des Wohnens in Großwohnsiedlungen in West- und Ostdeutschland gegenübergestellt. Dabei wird auf folgende Fragen und Punkte eingegangen:

a) In wieweit gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung von Großwohnsiedlungen ? Hier wird auf die Wohnungspolitik eingegangen.

b) Wie sieht es in den Großwohnsiedlungen aus ? Wer wohnte und wer wohnt heute noch dort ? Gab es gesellschaftliche Unterschiede zwischen West und Ost und gibt es sie heute noch ?

c) Was hat sich in den Großsiedlungen in den neuen Bundesländern nach der Wende 1990 verändert ?

d) Sind Großsiedlungen auch heute noch Problemsiedlungen ?

2. Entwicklung der Großwohnsiedlungen und ihre Funktionen in West und Ost

2.1 West: Beginn mit dem Bau von Großsiedlungen und der Boom der 60er und 70er Jahre

2.1.1 Voraussetzungen und Zielsetzungen in der Bundesrepublik

Nach dem Krieg und insbesondere durch das Wirtschaftswachstum, das Mitte bis Ende der Fünfziger Jahre einsetzt, war man gezwungen, die Ballungsräume zu entlasten, im Übrigen war das ein (West-) europaweites Problem. Doch anders als etwa in England oder Frankreich, wo eigenständige Städte (,,New Towns" oder ,,Villes Nouvelles"), gebaut wurden mit Größenordnungen von bis zu 200.000 Einwohnern, verfolgte man in Deutschland den Bau von Entlastungsstädten innerhalb der administrativen Stadtgrenzen (Jensen 1998, S.104f) Im Zuge der Charta von Athen (1933) sollten die Funktionen einer Stadt , Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Verkehr getrennt werden, wodurch die Großsiedlungen in erster Linie als reine `Schlafstädte' geplant wurden. Ein anderes damals gängiges Leitbild beeinflusste die Konzeption dieser Entlastungsstädte beträchtlich. So sollte ,,Urbanität durch Dichte" erzeugt werden. (Neumann 1992, S.14)

Entwicklungsträgerin und Bauherrin war zumeist die Gemeinnützige Wohnungswirtschaft (GWG) in enger Verflechtung mit den jeweiligen Kommunen. Somit war der überwiegende Teil der gebauten Wohnungen sozialer Wohnungsbau. Der Staat verfolgte mit der öffentlichen Förderung von Wohnraum eine verstärkte soziale Integration. Die geplanten Wohnungen waren auf eine 2-Generationen-Familie ausgerichtet, andere Haushaltstypen waren in dem Konzept nicht vorgesehen.

Wie bereits erwähnt, handelte es sich um reine Wohnsiedlungen, lediglich eine Versorgung mit privaten und öffentliche Einrichtung war gegeben. Arbeitsplätze vor Ort waren Mangelware, die Verkehrsanbindung sollte überwiegend durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewährleistet werden. (Jensen 1998, S.107-109).

2.1.2 Der Boom in den 60er und 70er Jahren und erste Kritiken

In den 60er und 70er Jahren gab es noch eine `echte' Wohnungsnot. Diese war sowohl qualitativ als auch quantitativ. Insbesondere Anfang der 60er Jahre waren durch Kriegszerstörungen noch Baulücken vorhanden, andererseits wuchs die Bevölkerung angetrieben durch das `Wirtschaftswunder' in den 60er und 70er Jahren stetig an. Das führte dazu, dass gerade in den 60er und 70er Jahren ,,mindestens 500.000 bis 600.000 Wohnungen in Großwohnsiedlungen mit mehr als 500 Wohnungseinheiten gebaut [wurden]." (Fangohr 1988, S.26)

Man nahm die modernen Wohnungen dankbar an, weil die gründerzeitlichen Vierteln allmählich verfielen und ,,abschätzig als Elendsquartiere bezeichnet wurden" (Beyme 1992, zitiert nach Heineberg 2000, S.126) Alternativen gab es zu dieser Zeit überwiegend nur für Besserverdienende. Die Wohnungen in den Großwohnsiedlungen boten ein eigenes Badezimmer und vor allen Dingen eine Zentralheizung und waren im Schnitt 70qm groß (Fangohr 1988; Neumann 1992), ein Standard, der in den Altbauwohnungen bis Ende der 70er Jahre schlichtweg nicht gegeben war.

So wohnte insbesondere die Mittelschicht - meist junge Familien - in den Großwohnsiedlungen, während die Bewohner der gründerzeitlichen, unsanierten Altbauwohnungen überwiegend Arme, Ausländer, Alte oder Arbeitslose waren. Die modernen Wohnungen wurden zwar geschätzt, doch waren bereits in den 70er Jahren die Defizite unübersehbar. Das lag zum einen an den hohen Mieten, die im Laufe der Jahre weiter anstiegen, aber vor allen Dingen an der mangelhaften Ausstattung. Es fehlte an Kindergärten, Schulen, Geschäften, für Frauen waren keine Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden, zudem war das Wohnumfeld unwirtschaftlich (Jensen 1998, 110f)

Nachdem in den 60er Jahren die autogerechte Stadt zum Leitbild wurde und der Individualverkehr stark zunahm, war in den Großwohnsiedlungen auch Verkehrslärm ein großes Problem, zumal mehrspurige Straßen zum Teil mitten durch die Siedlung gebaut wurden. Die Großwohnsiedlungen wurden in dieser Zeit allmählich zum ,,Symbol für inhumanen Städtebau" (Jensen 1998, S.111) und zum Forschungsgegenstand von Stadtsoziologen. In einigen empirischen Untersuchungen der Siebziger Jahren traten aus den Befragungen der Bewohner

dieser Großwohnsiedlungen die genannten Kritikpunkte zu Tage, so dass als Resultat dieser Studien allmählich die Mängel, insbesondere was die Ausstattung von Bildungs- Freizeit und Sozialeinrichtungen anging, so dass Ende der Siebziger Jahre - nach den Nachbesserungen der Standard dieser Siedlungen in dem Standpunkt wieder zum Teil besser war als in den übrigen Stadtbezirken. Aber dennoch kam es in den 80er Jahren zur Krise in den Großwohnsiedlungen in der Bundesrepublik.

2.2 Ost: Die Industrialisierung des Bauwesens vom sozialistischen Wohnkomplex zum komplexen Wohnungsbau

2.2.1 Voraussetzungen und Zielsetzungen in der DDR

Der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg ging in der DDR viel langsamer von statten. Somit war die Schaffung von Wohnraum in kürzester Zeit oberstes Ziel. Aber anders als in der Bundesrepublik war die Wohnungspolitik in der DDR gleichzeitig auch mit der gesellschaftlichen Zielsetzung ,,Schaffung gleicher Lebensbedingungen" (Hannemann 1998, S.92) verbunden.

Die Einführung der sozialistischen Lebensweise sollte sich auch und vor allem in der Art des Wohnens widerspiegeln. Mit dem Typus der Großsiedlung konnten mehrere Aspekte gleichzeitig verwirklicht werden. Zum einen war das der immense Wohnnungsbedarf, der sowohl qualitativ , in der DDR aber vor allem auch quantitativ gedeckt werden musste. Zum anderen konnten vor allen Dingen die neuen Ideale und Konzepte unübersehbar umgesetzt werden.

Die Idee der sozialen Gleichheit, in der eine soziale Segregation vermieden werden sollte, indem ,,jeder [...] unter gleichen Bedingungen in gleichen Wohnungen [wohnt]" (Häußermann/Siebel 2000, S.172, zitiert nach Hannemann 1996a), sollte ebenso wie das Konzept der gegliederten und aufgelockerten Stadt verwirklicht werden. So sollte die sozialistische Kleinfamilie mit berufstätigen Eltern und zwei Kindern in einer sozialistischen Stadt leben (Hannemann 1998, S.92)

Mit der Baukonferenz im April 1955 wurde die Industrialisierung des Bauens zur Staatsdoktrin erhoben. Die kapitalistische Bauweise sollte überwunden werden und in Folge dessen wurden die innerstädtischen Altbaugebiete vernachlässigt.

Die qualitativen Ansprüche sollten zugunsten der Überwindung der Wohnungsnot reduziert werden. Somit war die Einführung der Großwohnsiedlung in der DDR im Gegensatz zur BRD in erster Linie ein ,,politisch motivierte[r] Schritt" (Hannemann 1998, S.93)

2.2.2 Der sozialistische Wohnkomplex wird zum dominierenden Leitbild

Nachdem nun die Industrialisierung des Bauwesens beschlossen wurde, konnte nun die neue sozialistische Stadt entstehen. In der Phase bis Mitte der 70er Jahre wurde der sozialistische Wohnkomplex zum dominierenden Leitbild. Im Zuge dessen wurde die Bauweise zunehmend auf die Plattenbauweise reduziert, gleichwohl entstanden auch vor allen Dingen in den 50er Jahren noch Neubausiedlungen in Ziegelbauweise.

Obgleich die neu entstandenen Großsiedlungen in der DDR sozialistisch geprägt waren, gab es durchaus Parallelen mit den in der Bundesrepublik zeitgleich entstandenen Neubaugebieten. Wie in der Bundesrepublik waren auch in der DDR die funktionale Trennung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit Teil der Überlegungen. So waren auch die Großsiedlungen der DDR reine Wohnsiedlungen, nur waren sie in allen Belangen einheitlich strukturiert. Sie lagen ähnlich wie in der Bundesrepublik auch in der DDR in städtischen Randgebieten, aber anders als in der alten BRD, wo sie als Entlastungsstädte von Ballungsgebieten dienen sollten, waren sie in der DDR ,,das Mittel zur Steuerung der proportionalen Entwicklung der Regionen" (Hannemann 1996, S.91). So lagen die Großwohnsiedlungen nicht nur am Rande von Großstädten, sondern gleichmäßig verteilt im ganzen Land (Abb.1), überwiegend in den Bezirkshauptstädten, aber auch in Gebieten, wo die Industrie sich angesiedelt hatte, so z.B. verstärkt in Rostock als größte Hafenstadt der DDR oder etwa auch in Eisenhüttenstadt und Jena (Zeiss-Kombinat).

Die Größe einer Neubausiedlung hing davon ab, wie groß der Einzugsbereich einer 8- Klassenschule war und hatte ca. 4000 - 5000 Einwohner. Es wurde Wert darauf gelegt, dass alle zum Wohnkomplex zugeordneten Einrichtungen zu Fuß erreichbar waren. Anders als in der BRD war in der DDR die Ausstattung mit Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen schon zu Beginn gegeben, gerade weil ja vor allen Dingen junge Familien mit Kindern ,bevorzugt wurden'. Überdies sollten Einzelhandelsgeschäfte die Grundversorgung sichern. Der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr war auch von Bedeutung, da Arbeitsstätten in den Großwohnsiedlungen nur sehr vereinzelt gegeben waren und wenn, dann nur as Wohnfolgeeinrichtungen (Hannemann 1998, S.92 - 94)

Das, was als Auflockerung der Großsiedlungen bezeichnet wurde, waren im Wesentlichen einfache Grünflächen, die als Spiel- und Wäscheplatz verwendet wurden und somit Allgemeingut waren. Die Großwohnsiedlungen bestanden ausschließlich aus Mietwohnungen, die staatlich verwaltet wurden. Die soziale Durchmischung hielt sich trotz des Leitbilds der sozialistischen Stadt in Grenzen. Wie bereits erwähnt, waren die Wohnungen auf Familien mit Kindern ausgerichtet, zudem sollten beide Elternteile berufstätig sein.

Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung bei Errichtung der Wohnsiedlungen war 25 oder sogar noch darunter (Rietdorf 1997, S.86) Zudem wurden höherqualifizierte Arbeitskräfte bevorzugt und Tätigkeiten in der Partei oder für das Gemeinwohl führten auch dazu, dass man bei der Vergabe von Wohnungen bevorzugt wurde. Die Situation war in etwa so: ,,In den begehrten Neubaugebieten wohnten bevorzugt jene, die im Staats- oder Parteiapparat einflussreiche Positionen hatten und umgekehrt hatten Bewohner, deren gesellschaftliche Nützlichkeit den Vergabestellen nicht so recht einsichtig war, keine Chance, den verrotteten Altbauwohnungen zu entkommen." (Häußermann/Siebel 2000, S.173) Im Gegensatz zu der Situation in der Bundesrepublik, wo es für Besserverdienende Alternativen zur Großwohnsiedlungen stets gab, wurde für die Menschen in Ostdeutschland eine Wohnung in einer Großwohnsiedlung bei der allgemeinen Wohnungsknappheit und wegen der vernachlässigten Altbaugebiete das `Objekt der Begierde', weil nur die Wohnungen in den Großsiedlungen einen gewissen Standard wie Fernheizung und warmes Wasser boten. (Hohn 1993, S.146; Hannemann 1998, S.98

2.2.3 Komplexer Wohnungsbau und die Reduzierung auf ein Modell: Der WBS 70

Da die Lösung der Wohnungsfrage in der DDR auch zu Beginn der 70er Jahre noch nicht geklärt war, wurde mit Beginn der Ära Honecker ,,die Lösung der Wohnungsfrage als soziales Problem bis zum Jahre 1990" als politisches Ziel formuliert (Hannemann 1998, S.94) Das Resultat war die Einführung des WBS 70, zu dem es bis zur Wende 1990 keine Alternative mehr geben sollte. Es sollten von 1976 bis 1990 bis zu 3 Millionen Wohnungen gebaut werden, um diese Stückzahl zu erlangen, musste auf andere Varianten verzichtet werden, es gab nur noch einen Wohnungstyp. Eine Wohnung des Typs WBS 70 war auf die sozialistische Kleinfamilie ausgerichtet (vgl. 2.2.1) und hatte 3 Räume. Ein Wohnzimmer, das als größtes Zimmer geplant wurde, das Schlafzimmer für die Eltern, das zur ruhigeren Seite des Hauses lag, und das Kinderzimmer als kleinstes Zimmer. Im Durchschnitt hatte eine Wohnung diesen Typs 60qm (Abb.2).

Da es keine besseren Alternativen gab, waren Leute, die eine solche Wohnung bekamen, mit den gegebenen Zuständen zufrieden. Das zeigt die Aussage einer Familie, die in den 70er Jahren eine Wohnung in Jena-Lobeda bezog, eine Großsiedlung, die zu Beginn der 70er Jahren entstand: ,,Wir wohnen seit 1971 hier und gehören damit zu den Erstbezüglern. Wir waren glücklich eine solche Wohnung mit Fernheizung zu bekommen." (SWVG Jena mbH 2000, S.44)

So entstanden in jener Phase, die erst mit der Wende 1990 abgeschlossen wurde, jene Giganten, wie Berlin-Marzahn (1976-1990; 58.200 Wohnungen), Berlin-Hellersdorf (seit 1980; 42.200 Wohnungen), Halle-Neustadt (1964-1986; 40.600 Wohnungen) oder auch Jena- Lobeda (1967-1976; 13.800, alle Zahlen nach Rietdorf 1997, S.85, Tab.2) Diese Wohngebiete hatten Hochhäuser mit bis zu 20 Stockwerken und sahen sich so ähnlich, dass ,,man lange Zeit auch als Fachexperte nicht in der Lage war, auf Fotos eine vom anderen zu unterscheiden." (Rietdorf 1997, S.80) Die einheitliche Struktur der Großwohnsiedlungen ist die Umsetzung der sozialistischen Idee nach einer funktionalen Differenzierung der sozialen Rollen: ,,Es wurde davon ausgegangen, dass sich die verschiedenen Formen und Inhalte des sich entwickelnden Lebens in verschiedenen Gemeinschaften wie der Familie, der Hausgemeinschaft, dem Wirkungsbereich der Nationalen Front, der Elternversammlung [...] entwickeln würden." (Hannemann 1998, S.93)

2.3 Fazit: Marktwirtschaft vs. Politische Ideologie des Sozialismus

Somit ist der grundlegende Unterschied bei der Entwicklung der Großwohnsiedlungen in West und Ost:

Im Westen bestimmt, nachdem die quantitative Wohnungsnot überwunden wurde, der Wohnungsmarkt 1. darüber, wer in den Großwohnsiedlungen wohnt (Stichwort: steigende Mieten, vgl.2.1.2), und 2. darüber, wie begehrt diese sind. Gibt es qualitativ bessere Alternativen, dann ist es das Ziel der Leute, in diesen zu wohnen.

Im Osten wurden die Großsiedlungen zur Staatsdoktrin erhoben, das Leitbild war die sozialistische Lebensweise und die ,,Schaffung gleicher Lebensbedingungen" (vgl.2.2.1), andere Wohnformen wurden vernachlässigt, zur `Platte' gab es spätestens seit dem Beginn der Honecker-Ära keine Alternative mehr, und somit war es der Wunsch jeden DDR-Bürgers, eine Wohnung des Typs WBS 70 zu bekommen, insbesondere weil die Vergabe der Wohnungen staatlich geregelt wurde. Dadurch ist die Bevölkerung der Neubaugebiete in der DDR altershomogen, da besonders junge Familien die Wohnungen in den Großsiedlungen zugewiesen bekamen.

3. Großwohnsiedlungen in der Diskussion: Probleme und Maßnahmen

3.1 West: Der soziale Abstieg der Großwohnsiedlungen in den 80er Jahren und öffentliche Intervention

3.1.1 Die Situation: Die Großsiedlungen werden zum sozialen Brennpunkt

Mitte der 70er Jahre, spätestens seit der Ausrufung des Europäischen Denkmalschutzjahres, fand seitens der Planer eine stärkere Hinwendung zu den lange vernachlässigten Altbaugebieten[[3]] statt. Es wurden verstärkt Sanierungsmaßnahmen getroffen, und zwar wurde vermehrt auf Objektsanierung gesetzt, um die historische Bausubstanz zu erhalten und wieder instand zu setzen.

Dadurch erhielten die einst von sozial stärkeren Einkommensschichten gemiedenen gründerzeitlichen Mietskasernenviertel eine Aufwertung, ein Gentrifizierungsprozess begann. Auf der anderen Seiten fanden in den Großwohnsiedlungen keine nennenswerten Nachbesserungen bis Mitte der 80er Jahre statt. Nach der Fertigstellung dieser wurden sie als endgültig angesehen, während sich in den gewachsenen Strukturen etwas verändert hatte. (Fangohr 1988, S. 27) Der Trend ging weg von der `grünen Wiese' wieder hin zur `City' , die zunächst durch den Einzelhandel (Stichwort: Entwicklung der Fußgängerzonen) wiederentdeckt wurde. Dadurch besaßen die Großwohnsiedlungen gegenüber den gründerzeitlichen Vierteln einen weiteren Nachteil: die größere Entfernung zur Innenstadt.

Die fehlende Gestaltung und die monotone Architektur und die ,,gegen den Bewohner gerichtete Bauweise" (Fangohr 1988, S.28) machten das Wohnen in den Siedlungen, die für den ,,sozial integrierten Mittelstand" (Jensen 1998, S.112) ursprünglich konzipiert waren, zusehends unattraktiv. Zudem veränderte sich die Haushaltsstruktur in der Bundesrepublik. Die Geburtenzahlen gingen zurück und der Anteil der Einpersonenhaushalte insbesondere bei der Altersgruppe der 25 - 45jährigen stieg zwischen 1957 und 1986 von 521.000 auf mehr als 2,3 Millionen (Häußermann/Siebel 2000, S.325, Abb.17.4, Zahlen nach Statistisches Bundesamt 1994) Da die Wohnungen in den Großwohnsiedlungen für eine 2-Generationen- Familie konzipiert war, und keine anderen Haushaltsformen vorsah, machte sich die Tatsache, dass sich die Haushaltsstruktur gerade bei der Gruppe der 25-45jährigen so drastisch veränderte[[4]] , die bei Errichtung der Siedlungen die Zielgruppe darstellte. Die Folgen waren für die Großwohnsiedlungen und für deren Ansehen verheerend. Es zog aus, wer konnte, es blieb, wer musste und es zog nur ein, wer keine andere Wahl hatte. (Jensen 1998, S.112)

Es kam zu Wohnungsleerständen in erheblichem Maße, zu hoher Fluktuation der Mieter und Mietausfällen für den Träger der Wohnungen, der GWG. Die erforderlichen Maßnahmen wie die Beseitigung der bautechnischen Mängel konnte sie nicht mehr finanziell tragen. Es kam zu einer ,,sozialräumlichen Polarisation" (Jensen 1998, S.112) und zu einer zunehmenden Ghettobildung (Fangohr 1988, S.31). Vandalismus und soziale Konflikte waren die Folge in diesen Siedlungen, in denen bis zu 15% der Wohnungen leerstanden (Fangohr 1988, S.29) oder wie im Beispiel der Großsiedlung Bremen-Osterholz-Tenever 40% der dort lebenden Haushalte von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld lebten (Jensen 1998, S.112).

Die Großsiedlungen waren im Westen in den 80er Jahren zum sozialen Brennpunkt geworden, nur eine öffentliche Intervention konnte diesem Trend entgegenwirken. Klar war auch, dass baulich-technische Maßnahmen allein nicht genügten, auch soziale Maßnahmen waren erforderlich. (Jensen 1998, S.112f)

3.1.2 Öffentliche Intervention und Nachbesserungen in den Großwohnsiedlungen

Somit war die Situation paradox: Die jüngsten Siedlungen waren nach gerade mal 20 oder 30 Jahren wieder sanierungsbedürftig. Ein Abriss wie geschehen in einigen Siedlungen dieser Art in den USA oder in Großbritannien (Rietdorf 1997, S.84) stand in Deutschland nicht zur Debatte. Im Bundestag 1988 wurde ein städtebaulicher Bericht vorgelegt, in denen die Situation dargelegt wurde. Die Kernaussagen waren: ,,Großsiedlungen sind und bleiben für ein ausreichendes Mietwohnungsangebot unerlässlich. (...) Bewohner und öffentliche Meinung kritisieren zu Recht als wesentliche Mängel das monotone äußere Erscheinungsbild der Siedlungen, die fehlende Wohnumfeldgestaltung, den `Funktionalismus' und die Uniformität der Siedlungen." (Rietdorf 1997, zitiert nach BMBau 1988)

In einer empirischen Untersuchung der Wohnzufriedenheit im Märkischen Viertel in West- Berlin (16.900 Wohnungen, Zahl nach Rietdorf 1997, S.85, Tab.2) im Jahre 1990 stellte Neumann (1992) folgende Defizite fest: ,,Der Störfaktor `Wohnen' umfasst im Märkischen Viertel umfasst im Märkischen Viertel insbesondere die Faktoren `zu hohe Miete' , `fehlende Abstellräume' sowie `Baumängel' infolge schlechter Instandhaltung der Häuser. (...) Im Märkischen Viertel sind 78% der Befragten der Meinung, dass im Wohnumfeld Defizite bestehen; sie liegen (...) vornehmlich im Freizeitbereich (...): Cafés und Gaststätten (51%), Kultureinrichtungen (49%), Jugendfreizeitstätten (43%) und (...) Radwege 36% (Mehrfachnennungen)." (Neumann 1992, S.22f)

Mit Hilfe der Bürgerbeteiligung ist es im Märkischen Viertel in Berlin gelungen, die entscheidenden Defizite (Hauseingänge, Wohnumfeld, Freizeiteinrichtungen, etc.) zu beseitigen und die Großwohnsiedlung innerhalb weniger Jahre wieder sozial zu stabilisieren. Der Ruf der Großwohnsiedlungen hat sich wieder verbessert.

Auch in den anderen Großsiedlungen der Bundesrepublik wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt und die Nachbesserungen haben sich gelohnt: Die Modernisierung der Haustechnik, die Aufwertung des Wohnumfelds und die Verbesserung der Infrastruktur und insbesondere die Umgestaltung der Fassaden und Hauseingänge haben dazu geführt, dass der Leerstand reduziert werden konnte und die Fluktuation konnte gesenkt werden. (Jensen 1998, S.113)

Aber - und das muss man hinzufügen - die Bewohner sind nach wie vor überwiegend

sogenannte Risikogruppen wie Arbeitslose, alleinerziehende Mütter, etc. und ob eine stärkere soziale Durchmischung erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.

3.2 Ost: Veränderungen durch die Wende 1990 - Ist die `Platte' ein Auslaufmodell ?

3.2.1 Die Situation: Flucht aus der `Platte' ?

Die Angleichung an das politische System der Bundesrepublik wirkte sich auf das Wohnen in den neuen Bundesländern und insbesondere auf das Wohnen in den Großsiedlungen in unterschiedlichem Maße aus. Man kann nicht generell davon sprechen, dass die Bewohner fluchtartig alle Großsiedlungen verlassen haben, aber generell haben die Großsiedlungen nicht mehr den Status wie vor der Wende.

Denn es gab nach der Wende zum ersten Mal nach Jahrzehnten qualitativ bessere Alternativen, die Altbaugebiete wurden Schritt für Schritt saniert und modernisiert, andererseits wurden Neubaugebiete mit Ein- oder Zweifamilienhäusern oder Mehrfamilienhäusern mit Eigentumswohnungen in den Umlandgebieten der Groß- und Mittelstädte errichtet. Das hat dazu geführt, dass frühere Bewohner der Großsiedlungen diese verlassen haben, und in das Umland gezogen sind (Abb.3)

Insbesondere für die höher qualifizierten Bewohner ,,war der Auszug aus der alten Wohnung (...) vorrangig mit dem Ziel, Wohneigentum zu erwerben, [verbunden]." (Herfert 1997, S.102) So waren die neuen Eigentümer von Eigentumswohnungen z. B. im Umland von Schwerin zu 15,3 % Selbständige, zu 35,5 % leitende Angestellte und zu 31,5 % mittlere Angestellte. Rentner hatten im Umland von Schwerin überhaupt keine Eigentumswohnung (0,0 % ! Zahlen nach Herfert 1997, S.102, Tab. 1) Als Hauptgrund für den Umzug ins Umland wurden die besseren Wohn- und Wohnumfeldbedingungen genannt.

Die Situation in den Großsiedlungen war Anfang der 90er ähnlich der in den Großsiedlungen des Westens Anfang/Mitte der 80er Jahren.

Der Wohnungsstandard war gering, die Durchschnittsgröße war mit 60 qm deutlich kleiner als in den Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus im Westen (70-75 qm), die Gebäude waren lieblos und monoton gestaltet. Dazu kam die zum Teil mangelhafte bis ungenügende Ausstattung der Gebäude und des Umfelds.

Manche Häuser mit mehr als 5 Stockwerken hatten nicht einmal einen Fahrstuhl ! Bauliche Mängel und Mängel in der Sanitärausstattung sowie fehlende Freizeit- und Erholungsbereiche und Defizite in der Infrastruktur waren ebenfalls festzustellen. Überdies waren die Mieten nach der Wende explodiert, und bedeutete für viele eine erhebliche Mehrbelastung, da der Faktor Wohnen im Haushalt vieler ein relativ kleiner war. Innerhalb eines Jahres stieg beispielsweise die Bruttowarmmiete einer Neubauwohnung mit 65 qm in Berlin-Ost von 117,- DM auf 507,- DM ( Schulz 1997, S. 71) Ein beträchtlicher Anteil hatte die Großsiedlungen daher verlassen, wie bereits erwähnt vorwiegend die höher qualifizierten Bewohner. Aber anders als in Westdeutschland haben sich viele Bewohner mit `ihrer' Wohnung identifiziert. Sie waren zu Beginn stolz, überhaupt solch eine Wohnung bekommen zu haben, und vor allen Dingen haben sie dort , insbesondere in den älteren Großwohnsiedlungen ist das so, mehrere Jahrzehnte gewohnt. Die Bewohner sind gemeinsam mit den Siedlungen älter geworden, was aber nicht heißen soll, dass nicht auch jüngere Menschen in solchen Gebieten leben (Rietdorf 1997, S.86) Dennoch musste einiges geschehen, um diese Großsiedlungen wieder qualitativ zu verbessern, um einen möglichen sozialen Abstieg der Siedlungen zu vermeiden wie in den alten Bundesländern zu vermeiden. Allerdings sei hier noch einmal erwähnt, dass in den Großsiedlungen der DDR trotz der Vergabekriterien eine soziale Durchmischung durchaus gegeben war.

Im folgenden werden die Maßnahmen, die zur Nachbesserungen der Großsiedlungen in Ostdeutschland, durchgeführt wurden, am Beispiel Jena-Lobeda gezeigt.

3.2.2 Maßnahmen zur Nachbesserung der Großsiedlungen: Das Fallbespiel Jena- Lobeda

Jena Lobeda wurde zwischen 1967 und 1976 in typischer Plattenbauweise errichtet, alle Wohnungen waren vom Typ des WBS 70. Durch die große Bedeutung der Forschungseinrichtungen wie die Friedrich Schiller-Universität und auch die Zeiss-Werke war insbesondere in Jena-Lobeda der Anteil der höher qualifizierten Arbeitskräfte sehr groß. Die ,,teilweise chaotischen Verhältnisse im öffentlichen Raum und den Grün-, Aufenthalts- und Spielflächen des Wohnumfeldes" (SWVG Jena mbH 2000, S.8) sowie gebäudetechnische Mängel führten dazu, dass über 30% der Bevölkerung wegzogen (Rietdorf 1997, S.86) Die gesamte Siedlung war monoton gestaltet (Abb. 4)

Gezielte Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung standen neben der Sanierung der Wohnungen und der Gebäudefassaden im Vordergrund. Die Meinung und Vorschläge wurden in die Planung mit einbezogen. Nach einer Umbaudauer von 5 Jahren waren die Fassaden hell und freundlich gestaltet, das Wohnumfeld hat viele Grünflächen zu bieten sowie viele Spielplätze zu bieten, und auch die Infrastruktur wurde deutlich verbessert: Es wurden Tiefgaragen und Müllhäuser errichtet, zudem wurde eine neue Straßenbahnlinie mit Endpunkt Lobeda-West eingerichtet. Somit ist Jena-Lobeda ein Musterbeispiel, wie man Großwohnsiedlungen wieder aufwerten kann (Abb. 5)

4. Zusammenfassung

Es hat durchaus eine ähnliche Entwicklung in den Großwohnsiedlungen im Westen und Osten stattgefunden. Die Ideale der Trennung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit sowie das Leitbild ,,Urbanität durch Dichte" waren in beiden politischen Systemen Teil der Überlegungen. Die Wohnungen waren sowohl in West- als auch in Ostdeutschland auf junge Familien mit Kindern ausgerichtet, wobei beide Elternteile dieser Familien berufstätig sein sollten. Freilich gibt es bei der Zielsetzung bei der Errichtung Unterschiede: Im Westen wollte man eine sozial integrierte Bewohnerstruktur, im Osten gab es das Leitbild der `sozialistischen Familie'.

Während im Westen die Mietwohnungen finanziell von der GWG gefördert und ansonsten (fast) im freien Wohnungsmarkt für jeden verfügbar waren, wurden die Wohnungen in Ostdeutschland staatlich vergeben. Weil es in der DDR zu der Platte ab den 70er Jahren keine Alternativen mehr gab, war jeder DDR-Bürger zufrieden, wenn er eine Wohnung in diesen Siedlungen bekam. Im Westen war das anders, nachdem die Altbausiedlungen in der Innenstadt und in Innenstadtnähe saniert und aufgewertet wurden, nahm die Beliebtheit der Großsiedlungen schlagartig ab. Die Siedlungen wurden zum sozialen Brennpunkt, und auch nach den Nachbesserungen in den 80er Jahren werden die Siedlungen heute noch eher von den sozial schwächeren Bevölkerungsschichten bewohnt.

Auch in der DDR gibt es nach der Wende Tendenzen zu einer sozialen Segregation, aber durch die stärkere emotionale Bedingung an die Wohnungen bleibt eine soziale Durchmischung eher erhalten, die Nachbesserung haben hier gefruchtet, aber die Bevölkerung der Großsiedlungen wird älter, ob die jüngere Generation hier einmal einzieht bleibt abzuwarten. Vieles hat sich durch die Nachbesserungen verändert, aber die Siedlungen müssen sich mit den Bedürfnissen der Bevölkerung weiterentwickeln, im Westen müssen sie zudem ihren schlechten `Ruf' ablegen und auch für die Mittelschicht attraktiver werden. Ansonsten bleiben Großsiedlungen Problemsiedlungen.

5. Literaturverzeichnis

Fangohr, Hanna 1988: Großwohnsiedlungen in der Diskussion. Am besten alles abreißen ? In: Geographische Rundschau 40, Heft 11, S.26-32 Hannemann, Christine 1996: Entdifferenzierung als Hypothek - Differenzierung als

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Hannemann, Christine 1998: Großsiedlungen - Ost, in: Häußermann, Hartmut (Hg.):

Großstadt. Soziologische Stichworte, Opladen: Leske + Budrich, S.91-103

Häußermann, Hartmut / Siebel, Walter 2000: Soziologie des Wohnens. Eine Einführung

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Heineberg, Heinz 2000: Grundriß Allgemeine Geographie: Stadtgeographie, Paderborn, München, Wien, Zürich: Schöningh.

Herfert, Günter 1997: Wohnsuburbanisierung in den neuen Ländern - Strukturen und

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[...]


1Im folgenden wird auch der Begriff `Großsiedlung' verwendet. Die Termini sind in der Literatur nicht eindeutig geklärt bzw. überschneiden sich auch in ihrer Bedeutung (Heineberg 2000, Kasten 10.1, S.229)

2 Die Untergrenze von 2500 Wohneinheiten (WE) galt bis 1993 noch als verbindlich. Die Bundesanstalt für Landeskunde und Raumordnung spricht in den letzten Jahren aber bereits bei Siedlungen ab 500 WE von Großsiedlungen (Rietdorf 1997, S.77)

3 Die Altbaugebiete wurden zwar auch in den westdeutschen Städten vernachlässigt, damit wurde aber anders als in der DDR kein politisches Ziel verfolgt (Überwindung der kapitalistischen Bauweise, vgl. 2.2.1), zudem fanden Maßnahmen in der BRD auch vorher teilweise schon statt, allerdings handelte es sich dabei überwiegend um Entkernung von Wohnblöcken oder um Flächensanierungsmaßnahmen.

4 Die Gesamtbevölkerung nahm im gleichen Zeitraum zwar auch zu, aber im Verhältnis gesehen bei weitem nicht so stark wie der Anteil der Single-Haushalte.

Details

Seiten
12
Jahr
2001
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106867
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Schlagworte
Wohnen Großwohnsiedlungen Gesellschaftliche Unterschiede Wandel

Autor

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Titel: Das Wohnen in Großwohnsiedlungen...