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Schlafen und Träumen. Traumarten und Traumdeutung nach Sigmund Freud

Facharbeit (Schule) 2001 31 Seiten

Psychologie - Grenzgebiete, Hilfswissenschaften

Leseprobe

Gliederung

1. Geschichte der Traumdeutung

2. Über den Traum - Allgemeines - Freuds Traumdeutung
2.1. Über den Sinn der Träume
2.2. Was ist Schlaf?
2.3. Was ist ein Traum?
2.4. Traumreize und Traumquellen
2.5. Beziehungen des Traumes zum Wachleben
2.6. Das Traummaterial - Das Gedächtnis im Traum
2.7. Warum man den Traum nach dem Erwachen vergisst?
2.8. Die Lage des Traumzentrums
2.9. Freuds Traumdeutung

3. Biografie Sigmund Freud

4. Die Traumarten
4.1. Der REM-Schlaf
4.2. Der Tagtraum
4.3. Der luzide Traum
4.4. Der Alptraum
4.5. Drogeninduzierte Träume

5. Die Traumsymbole
5.1. Symboldarstellungen für das männlich Genitale
5.2. Symboldarstellungen für das weiblich Genitale
5.3. Weitere Traumsymbole

6. Anwendung der Traumdeutung in der psychotherapeutischen Praxis

7. Resümee

8. Begriffserklärungen

9. Selbstständigkeitserklärung

10. Literaturverzeichnis

1. Die Geschichte der Traumdeutung

Die Traumdeutung ist nicht erst seit diesem Jahrhundert bekannt. Bereits vor Christi Geburt hat man sich eingehend mit diesem Thema beschäftigt. Nicht nur für die Religionen war der Traum relevant. Auch die Mythologie bediente sich der „nächtlichen Erlebnisse", um sagenhafte Legenden zu schaffen. Man ging davon aus, dass Träume Geschenke der Götter seien; wohl weil man zu so früher Zeit kein Verständnis für die Existenz des Unterbewussten - die sogenannte Seele - hatte. Allerdings gab es auch Überzeugungen, dass das Leben der Menschen nur ein Traum eines Gottes, oder aber, dass die Welt aus einem Traum entstanden sei. Das Interesse an den Träumen und die Bedeutung, die man ihnen beimaß, wuchsen. Und so entwickelte sich eine Wissenschaft daraus.

Vor allem die Zeit der Antike brachte immer neue Theorien hervor. Aber auch Literatur und Philosophie wurden durch das Phänomen Traum beeinflusst. Im Mittelalter allerdings wurde den Träumen kaum Beachtung geschenkt. Ganze Jahrhunderte lang brachte man nichts Neues hervor. Erst mit den Übersetzungen verschiedener Schriften stieg das Interesse wieder etwas.

Das älteste Dokument, das von Traumdeutung zeugt, ist der in Keilschrift verfasste Epos „Gilgamesch", dessen Verfasser unbekannt blieb. Der Titel des Buches ist gleichzeitig der Name des Helden, der sumerische König (siehe 8.) von Uruk (siehe 8.) ist. Er bekommt im Laufe der Handlung vom Gott der Wassertiefe Ea Träume geschenkt, woraufhin er fähig ist, die geheimsten Absichten der Götter zu deuten. Bereits hier manifestiert sich die damals weitverbreitete Meinung, dass die Träume Werke der Götter seien. Dem Verfasser waren bereits sehr viele der Traumarten bekannt. Doch besonders faszinierte ihn wohl der Traum in seiner Funktion als Blick in die Zukunft. Er ließ Gilgamesch sowohl Wünsche als auch Hoffnung über den Traum empfinden und brachte den Menschen so den von Gott erschaffenen Traum etwas näher.

Aber auch in der Bibel spielen Träume eine Rolle. So werden im Alten Testament Josephs Traumdeutungen erwähnt. Seine elf Brüder waren ohnehin nicht gut auf ihn zu sprechen, da er vom Vater bevorzugt wurde. Als er ihnen zwei seiner Träume schilderte, wuchs ihr Hass auf ihn. Martin Luther übersetzte den ersten der Träume folgendermaßen:

Mich deuchte, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand;

eure Garben umher neigten sich vor meiner Garbe..."1

Seine Brüder waren nun in dem Glauben, er wolle ihr König werden. Als Joseph von seinem zweiten Traum erzählte, zog er auch die Missgunst seines Vaters Jacob auf sich: „Mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir."2 Jakob sah sich selbst als die Sonne, der Mond versinnbildlichte die Mutter und die elf Sterne seien die elf Brüder Josephs. Er war sehr wütend über den Gedanken, sein Lieblingssohn wolle sich über alle erheben und bestrafte ihn daraufhin.

Die Brüder Josephs wollten ihn töten, verkauften ihn aber letztendlich für 20 Silberlinge an israelische Kaufleute. Das führte Joseph nach Ägypten, wo er fortfuhr, Träume zu deuten (sowohl seine eigenen, als auch die seiner Mitgefangenen). So kam es, dass er zum Pharao gelangte, der ihn zu seinem Traumdeuter und obersten Beamten ernannte. Joseph selbst jedoch behauptete nie, Träume auslegen zu können, er stritt es sogar ab: „Ich nicht! Gott möge antworten, was Pharao frommt."3

Doch nicht nur das Christentum bediente sich der Traumdeutung. Auch der Koran, die Heilige Schrift der Anhänger muslimischen Glaubens, ist voller Traumerzählungen. Mohammed selbst, der Schöpfer dieser Religion, deutete nicht nur seine eigenen „nächtlichen Bilder", sondern ließ sich auch die seiner Begleiter schildern, um ihnen zu sagen, was er daraus erkennen konnte.

Streng gläubige Moslems trugen gegen 800 n.Chr. Material über Träume zusammen, um Mohammed gerecht zu werden. Dabei sammelten sie unter anderem auch Dokumente griechischer, indischer und ägyptischer Herkunft. Den Arabern ist es wohl zu verdanken, dass sie nicht in Vergessenheit gerieten, denn durch die Schifffahrt war ein Austausch der Materialien mit Europa möglich.

Die Araber selbst unterschieden bei den Träumen zwischen gewöhnlichen und jenen, die eine höhere Bedeutung hatten. Die wahrhaftig wirkungsvollen Träume schickte Allah nur den Gläubigen. Außerdem war man der Ansicht, dass Männern eine sehr viel höhere Symbolkraft zuteil wurde. Die Stellung der Frau als untergeordnetes Glied findet sich auch hier wieder.

Auch in Asien beschäftigte man sich sehr früh mit der Traumdeutung. In China beispielsweise fanden sich bereits zur Zeit der Tschou-Dynastie (auch Zhou- oder Chou-Kultur; ca. 1100 oder 1050 v.Chr. - 225 oder 249 v.Chr.) - die unter anderem von Philosophen wie Laotse oder Konfuzius geprägt war - schon Aufzeichnungen zu Traumsymbolen. Diese wurden von den Weisen angefertigt. In einem Liederbuch aus dem 12. Jahrhundert v.Chr. verheißt man Schwangeren, die von Bären oder Affen träumen, die Geburt eines Jungen. Kamen dagegen Schlangen oder Nattern vor, so käme bald darauf ein Mädchen zur Welt. Die Prophezeiung trifft übrigens ebenso zu, wenn ein Angehöriger der Schwangeren einen Traum hat, in dem diese Symbole auftreten.

In Asien war man sogar bis zum 8. Jahrhundert n.Chr. davon überzeugt, dass die Träume von guten und bösen Geistern geschickt wurden. Immer wieder traten nun neue Ansichten hervor. Tschuang-tse, ein Schüler Laotses, war der Meinung, dass der Traum eine Art zweites Leben ist. So schildert er einen Traum:

„Ich, Tschuang-tse, träumte einst, ich sei ein hin und her flatternder Schmetterling, in allen Zwecken und Zielen ein Schmetterling. Ich wusste nur, dass ich meinen Launen wie ein Schmetterling folgte, und ich war meines Menschenwesens unbewusst. Plötzlich erwachte ich. Und da lag ich selbst. Nun weiß ich nicht: War ich da ein Mensch, der träumt, er sei ein Schmetterling, oder bin ich jetzt ein Schmetterling, der träumt, er sei ein Mensch. Zwischen Mensch und Schmetterling ist eine Schranke. Sie überschreiten ist Wandlung genannt."

Ebenso viele der Legenden des Buddha (560 n.Chr.) basieren auf Träumen. Die Geburt Buddhas wurde zum Beispiel seiner Mutter im Traum prophezeit. Die Erscheinung eines weißen Elefanten wurde von einem Priester folgendermaßen interpretiert: Die Fürstin werde einen Sohn gebären, der nach dem Aufstieg zum Fürsten aus dem Land fliehen müsse.

Doch er würde als Mönch zur Erleuchtung gelangen und so Lehrer der gesamten Menschheit werden, um die Sünde von der Erde zu nehmen. Buddha selbst hatte gleichfalls Träume. Einer Legende zufolge träumte er, dass sich sein Körper über die sogenannten Weltberge in alle Himmelsrichtungen ausbreite. Dies sollte bedeuten, dass seine Lehre sich über die gesamte, den Chinesen und Indern damals bekannte Welt ausdehnen werde.

In Ägypten entstand im 2. Jahrtausend v.Chr. ein Papyrus, auf dem über 200 verschiedene Traumdeutungen in Hieroglyphen festgehalten waren. Einige Beispiele folgen:

„HolzsÄgen - gut: Seine Feinde sind tot.

Den Mond scheinen sehen - gut: Gott erhört einen Wunsch. Sich selbst tot sehen - gut: Er wird noch lange leben. Leute weit weg sehen - schlecht: Sein Tod steht bevor." 4

Später, im 1. Jahrtausend v.Chr., wurde die chaldäische Traumdeutung zum Kult in Ägypten. Die Chaldäer waren ein kleines Volk, das im Südwesten Babyloniens einige Staaten aufbaute. Sie sahen die Traumdeutung erstmals als Wissenschaft. Dennoch hielten sie am alten Glauben fest, Träume würden von Göttern geschickt. In Ägypten glaubte man, dass die Guten vom Sonnengott Horus kämen. Für die Schlechten sei der Gott der Wüste und Dürre, der Stürme und Unwetter Seth verantwortlich. So entstand auch der Gedanke, dass nur gläubige Menschen Träume von Horus - also gute Träume - geschenkt bekamen, während Atheisten mit schlechten Träumen zu kämpfen hätten.

Doch der Traum hatte noch eine viel wichtigere Bedeutung, als fromme und ungläubige Menschen zu unterscheiden. Er war der Vermittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Man erhoffte sich von Besuchen spezieller Tempel über den Traum Kontakt zu den Göttern zu erlangen und auf diese Weise Rat von ihnen zu bekommen. Auch im Saraphistempel zu Memphis konnte man in einen Heilschlaf fallen, der die Lösung im Traum offenbart. Die Deutung jedoch war nur sachkundigen Priestern vorbehalten.

In Griechenland suchte man ebenfalls Tempel auf, um von seinen Träumen zu profitieren. Allerdings erwartete man hier nicht die Lösung seiner Probleme, sondern die Heilung von Krankheiten. Im Tempel des Äskulap (auch: Asklepios) förderte man den Schlaf durch beruhigende Bäder. Die Deutung der heilenden Träume war auch hier nur Priestern, die zugleich Heilkundige waren, erlaubt.

Hippokrates (460 - 375/370 v.Chr.) hatte gleichfalls medizinisches Interesse am Traum. Er war jedoch kein Priester und entwickelte seine eigene Theorie: Ist ein Mensch gesund, so träumt er logisch, d.h. die Reihenfolge stimmt, die Geschehnisse sind schlüssig usw. Ist eine Person aber erkrankt, so stellen sich verwirrende Träume ein. Je schlimmer die Entstellung des Traumes ist, desto gravierender ist demzufolge das Leiden. Hippokrates machte seine Rezepte vom jeweiligen Traum abhängig und verordnete unter anderem Schwitzkuren, Diäten und viel Bewegung.

Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) war ähnlicher Meinung. Glaubte er anfangs noch an die von den Göttern gebrachten Träume, änderte er seine Ansichten im fortschreitenden Alter. Er sah den Traum zuletzt als eine Art Leben der Seee im Schlaf. Somit kam er zu dem Schluss, dass Krankheiten im Traum vorausgesehen werden könnten. Seine Aussage basiert auf der Begründung, dass die erkrankten Organe die Reize zwar registrierten, sie aber im Wachleben von der Person selbst nicht bemerkt werden. Im Schlaf aber kommen die Reize zum Tragen, da man nur noch gering von äußeren Einflüssen abgelenkt ist. Erkrankungen werden im Traum bereits wahrgenommen, noch bevor sie tatsächlich ausgebrochen sind.

Der Philosoph Plato (427- 347 v.Chr.) war ein Schüler Sokrates`. Er glaubte zwar gleichfalls an die „seherische Kraft der Seele", was wohl daran lag, dass sein Lehrer seinen eigenen Tod vorausgesehen hatte.

Aber er vertrat ebenfalls eine bis dahin unbekannte These, die der Begierdeträume. Plato war überzeugt, dass Menschen im Traum das tun, was sie in der Realität nie wagen würden. Daraus folgte, dass schlechte Menschen in der Realität das ausführen, wovon Gute nur träumen.

Auf dem Gebiet der Psychologie war es vor allem Artemidoros von Daldis, der neue Maßstäbe setzte. Seines Erachtens „prophezeit die Seele alles, was sich im Lauf der Zeit über kurz oder lang ereignen wird, durch eigene natürliche Bilder.

" Ebenso war er der Ansicht „alle Traumgesichte, die etwas Unheilvolles bedeuten, haben für den Träumenden weniger unheilvolle oder vielleicht gar keine Folgen, wenn seine seelische Stimmung dabei gehoben ist. Umgekehrt gehen alle Traumgesichte, die etwas Gutes bedeuten, nicht in Erfüllung oder jedenfalls in geringerem Maß, wenn seine seelische Stimmung gedrückt ist. Deswegen soll man jeden einzelnen danach befragen, ob er in guter oder schlechter Gemütsverfassung geträumt hat."

Aber nicht nur in der Medizin und Philosophie findet man den Traum. Nein, er ist ebenso häufig in der Literatur zu finden. Ein Beispiel dafür sind die zwei Epen „Ilias" und „Odyssee" des griechischen Dichters Homer. In der „Ilias" lässt Homer seinen Helden Agamemnon, den Führer der Griechen, ständig von einem Traumdeuter begleiten. Dieser soll ihm schwierige Entscheidungen im Kampf gegen Troja erleichtern, denn „der Traum kommt von Gott"5. Entgegen dieser Aussage ist es in der „Odyssee" der Held selbst, der einen Traum erzeugt: Penelope, die Gattin des totgeglaubten Odysseus träumt:

„Aber es kam ein großer krummgeschnabelter Adler von dem Gebirg` und brach den Gänsen die Hälse; getötet lagen sie all` im Haus, und er flog in die heilige Luft auf." In einem zweiten Traum klärt Odysseus seine Gemahlin auf, dass er selbst der Adler ist. Die Gänse, die Penelope noch zuvor beweinte, seien die Freier, die sie bedrohten.

Auch namhafte Persönlichkeiten der Geschichte blieben von Träumen nicht unbeeinflusst. So träumte König Philipp II von Mazedonien davon, „auf den Leib seiner Gemahlin ein Siegel [zu drücken], worauf, wie ihn wähnte, das Bild eines Löwen gestochen war."6 Alle königlichen Traumdeuter prophezeiten dem Herrscher Schlechtes und rieten ihm, auf seine Gattin Acht zu geben.

Nur Aristandros von Telmissos sah in diesem Traum etwas Positives: Die Königin werde ein Kind gebären. Er begründete seine Aussage damit, dass es nicht sinnvoll sei, etwas Leeres zu verschließen, womit er den Leib der Frau meinte. Der Löwe auf dem Siegel weise auf den Mut des zu erwartenden Kindes hin. Er behielt Recht. Alexander der Große kam zur Welt und er wollte auf allen seinen Feldzügen nicht auf den Mann verzichten, der schon seine Geburt voraussah. Er sollte bei schwierigen Entscheidungen Rat geben.

Cäsar, der wohl bedeutendste Herrscher Roms, hatte ein Traumerlebnis, das ihn sehr erschreckte: „... in der Nacht hatte Cäsar, wie man sagt, einen greulichen Traum. Es kam ihm vor, als wenn er unnatürlicherweise seine Mutter beschliefe."7 Doch der Inzesttraum wurde von vielen der Traumdeuter durchaus positiv ausgelegt, da die Mutter die Erde symbolisiere, die wiederum die Mutter der gesamten Menschheit sei. Dieser Traum drückte laut dieser Männer also aus, dass Cäsar die ganze Welt beherrschen werde, die den Römern bis dahin bekannt war.

Die Frau des Reformators Martin Luther, Katharina, sah im Traum den Tod ihrer gemeinsamen Tochter Magdalena, die 1542 schwer erkrankt war, vorher. Katharina Luther träumte, „zwei schöne geschmückte Gesellen" seien gekommen, um Magdalena „zur Hochzeit [zu] führen". Philipp Melanchthon, ein Begleiter Luthers, deutete den Traum folgendermaßen: „Die jungen Gesellen sind liebe Engel, die werden kommen und diese Jungfrau in das Himmelreich, in die rechte Hochzeit führen." Das jedoch verschwieg er der Mutter. Aber seine Deutung sollte stimmen: Magdalena verstarb noch am selben Tage.

Stefanie Danner, 11/1

2. Über den Traum - Allgemeines - Freuds Traumdeutung

2.1. Über den Sinn der Träume

An die meisten Träume kann man sich überhaupt nicht erinnern, sie sind bis auf kleinste Fragmente vergessen. Deshalb fanden es vor allem Mediziner überflüssig und sinnlos, sich damit zu beschäftigen.

Dennoch kann man nicht behaupten, dass der Traum etwas Unwichtiges ist. Es ist uns aus eigener Erfahrung bekannt, dass die Stimmung, in der man aus dem Traum erwacht, sich über den ganzen Tag fortsetzen kann. Es gibt Fälle, in denen Geisteskrankheit mit einem Traum beginnt und an einer aus diesem Traum stammenden Wahnidee festhält.

Den Ärzten galt der Traum natürlich als ein nicht psychischer Akt, als die Äußerung somatischer (siehe 8.) Reize im Seelenleben. Manche Ärzte bezeichneten den Traum sogar für einen körperlich unnützen, geradezu krankhaften Vorgang.

Deuten heißt einen verborgenen Sinn finden.

Das Träumen ist offenbar das Seelenleben während des Schlafes, das mit dem Wachen gewisse Ähnlichkeiten hat und sich durch große Unterschiede dagegen absetzt.

Man kann durch den Traum geweckt werden, man hat sehr oft einen Traum, wenn man spontan erwacht oder gewaltsam im Schlaf gestört wird. Der Traum scheint also ein Zwischenzustand zwischen Schlafen und Wachen zu sein.

2.2. Was ist Schlaf?

Der Schlaf ist ein Zustand, in dem man nichts von der äußeren Welt wissen will, das Interesse von ihr abgezogen hat. Die biologische Tendenz des Schlafes scheint die Erholung zu sein, sein psychischer Charakter das Aussetzen des Interesses an der Welt. Man zieht sich zeitweise in den vorweltlichen Zustand zurück, in die Mutterleibsexistenz also. Man schafft sich wenigsten ganz ähnliche Verhältnisse, wie sie damals bestanden: warm, dunkel und reizlos. Ebenso nimmt man meist eine ähnliche Körperhaltung wie im Mutterleibe ein.

2.3. Was ist ein Traum?

Wenn man dies also als Schlaf definiert, so steht der Traum überhaupt nicht mehr auf dem Programm, scheint vielmehr eine unwillkommene Zutat. So meint man, dass der traumlose Schlaf der Beste ist, da es hier keine seelische Tätigkeit gibt. Die Träume wären also die den Schlaf störenden Reste der Seelentätigkeit des Wachen. Deshalb scheint der Traum überflüssig. Also, warum schläft das Seelenleben nicht? Wahrscheinlich, weil etwas in der Seele keine Ruhe findet. Es wirken Reize auf sie ein und sie muss darauf reagieren. Der Traum ist also eine Art, wie die Seele auf die im Schlafzustand einwirkenden Reize reagiert. Man könnte annehmen, der Traum entspricht verschiedenen Zwischenstationen zwischen dem Schlafen und dem Wachen, verschiedene Stufen des unvollständigen Schlafes.

Der Traum ist also die Reaktion auf einen den Schlaf störenden Reiz.

2.4. Traumreize und Traumquellen

Daraus folgt so die Theorie über die Traumreize und Traumquellen. Diese Ursache der

Schafstörung, also die Quelle des Traumes, ist sehr viefältig. Es können Leibreize ebenso wie seelische Erregung zur Rolle von Traumerregern gelangen.

Es ergeben sich vier Arten von Traumquellen und so lassen sich die Träume auch gleichzeitig in vier Arten einteilen:

- äußere (objektive) Sinneserregungen
- innere (subjektive) Sinneserregungen
- innerer (organischer) Leibreiz
- rein psychische Reizquellen

Die äußeren Sinnesreize:

Man verschließt beim Schlafen die wichtigsten Sinnespforten, die Augen, und versucht, von den anderen Sinnen jeden Reiz oder jede Veränderung der auf sie einwirkenden Reize abzuhalten. Man schläft dann ein, obwohl dieses Vorhaben nie völlig gelingt. Man kann weder die Reize vollständig von den Sinnesorganen fernhalten, noch die Erregbarkeit unserer Sinnesorgane völlig aufheben. Die während des Schlafes auftretenden Sinnesreize können zu Traumquellen werden.

Zum Beispiel erweckt jedes undeutlich wahrgenommene Geräusch entsprechende Traumbilder, zum Beispiel das Rollen eines Donners versetzt den Träumenden mitten in eine Schlacht, das Krähen eines Hahns kann sich in das Angstgeschrei eines Menschen verwandeln, das Knarren einer Tür Träume von räuberischen Einbrüchen hervorrufen. Wenn man nachts die Bettdecke verliert, so träumt man vielleicht, dass man nackt umhergeht oder ins Wasser gefalle n ist. Wenn man schräg im Bett liegt und die Füße über den Bettrand hinausragen, so träumt man eventuell, dass man am Rande eines schrecklichen Abgrundes steht oder dass man von einer steilen Höhe hinabstürzt.

Kommt der Kopf zufällig unter das Kopfkissen, so hängt ein großer Felsen darüber und droht abzustürzen. Anhäufungen des Samens erzeugen wollüstige Träume, örtliche Schmerzen die Idee erlittener Misshandlungen, feindlicher Angriffe oder geschehener Körperverletzungen usw.

Ebenso die Reaktion auf den Lärm eines Weckers. Die meisten Geräusche, wie das des Weckers, werden in den Traum „eingearbeitet", wodurch man nicht gleich merkt, dass es der Wecker ist, sondern ein anderer Ton im Traum. Der Traum erkennt also den Wecker nicht, sondern er ersetzt das Weckergeräusch durch ein anderes. Er deutet den Reiz, der den Schlaf aufhebt, deutet ihn aber jedes mal in einer anderen willkürlichen Weise.

Solche Beispiele wurden in verschiedenen Reihen von Untersuchungen nachgewiesen.

Der Reiz, der auf die Sinne während des Schlafes einwirkt, tritt im Traum nicht in seiner wirklichen Gestalt auf, sondern wird durch irgendeine andere Vorstellung vertreten, die in irgendeiner Beziehung zum Traum steht.

Die Seele befindet sich im Traum gegen solche im Schlaf angreifenden Reize im Zustand der Illusionsbildung.

Innere (subjektive) Sinneserregnung:

Hiermit erklärt sich die merkwürdige Neigung des Traumes, ähnliche oder ganz übereinstimmende Objekte in einer Vielzahl vom Auge zu erzeugen. Zahllose Vögel, Schmetterlinge, Fische , bunte Perlen, Blumen und dgl. sieht man vor sich ausgebreitet. Hier hat der Lichtstaub des dunklen Gesichtsfeldes phantastische Gestalt angenommen (subjektive Netzhauterregung (siehe 8.)).

Ganz ähnlich wie solche Bilder können auch Gehörhalluzinationen von Worten, Namen usw. hypnagogisch (siehe 8.) auftreten und sich dann im Traum wiederholen.

Innerer, organischer Leibreiz:

Der Reiz, der den Schlaf stört, kann genauso ein von den inneren Organen ausgehender, sogenannter Leibreiz sein. So kann der Zustand der inneren Organe den Traum ebenso beeinflussen. Sehr deutlich wird dies bei der Beziehung manchen Trauminhalts zu einer Überfüllung der Harnblase oder zu einem Erregungszustand der Geschlechtsorgane. Oft versucht der Traum das den Reiz auslösende Organ durch ähnliche Gegenstände darzustellen.

Ebenso wird man im Traum auf beginnende Krankheitszustände aufmerksam gemacht, von denen man im Wachen noch nichts merkt (so schon Aristoteles).

Zum Beispiel kam es vor, dass ein scheinbar völlig gesunder Mensch einige Jahre lang durch Angstträume heimgesucht wurde und bei einer ärztlichen Untersuchung wurde eine beginnende Herzaffektion festgestellt, woran er kurz darauf erlag. Ausgebildete Störung der inneren Organe wirken offenbar bei einer ganzen Reihe von Personen als Traumerreger. So wird allgemein auf die Häufigkeit der Angstträume bei Herz- und Lungenkranken hingewiesen.

Die Träume der Herzkranken sind für gewöhnlich sehr kurz und enden mit schreckhaftem Erwachen. Lungenkranke träumen oft vom Ersticken, Gedränge oder Flucht.

Wenn ein Organapparat sich im Schlaf in Tätigkeit, Erregung oder Störung befindet, so wird der Traum Vorstellungen bringen, die sich auf die Ausübung der organischen Funktion dieser Organe beziehen.

Psychische Reizquellen:

Meist träumt man von Dingen, die einem am Tag am meisten ergriffen haben erst dann, wenn sie für das Wachleben den Reiz der Aktualität verloren haben. Dies wird im Folgenden noch näher beschrieben (Beziehung zum Wachleben, Traummaterial).

Andere psychische Traumque llen sind nicht bekannt.

2.5. Beziehung des Traumes zum Wachleben

Der Traum erweist sich bei der psychologischen Prüfung als das erste Glied in der Reihe abnormer psychischer Gebilde, deren weitere Glieder hysterische Phobie und Zwangs- und Wahnvorstellungen sind.

Von der Theorie über die Beziehung zum Wachleben gibt es zahlreiche Meinungen von verschiedenen Wissenschaftlern.

„Zunächst setzt der Traum das Wachleben fort. Unsere Träume schließen sich stets an die kurz zuvor im Bewusstsein gewesene Vorstellung an. Eine genaue Beobachtung wird beinahe immer einen Faden finden, in welchen der Traum an die Erlebnisse des vorhergehenden Tages anknüpft."8

„Es lässt sich oft, anscheinend in der überwiegenden Mehrzahl der Träume beobachten, dass dieselben uns gerade ins gewöhnliche Leben zurückführen, statt uns davon befreien."9

„Mehr oder weniger wird der Inhalt der Träume stets bestimmt durch die individuelle Persönlichkeit, durch das Lebensalter, Geschlecht, Stand, Bildungsstufe, gewohnte Lebensweise und durch die Ereignisse des ganzen bisherigen Lebens."10

„Wir träumen am häufigsten von Dingen, auf welche unsere wärmsten Leidenschaften gerichtet sind. Hieraus sieht man, dass unsere Leidenschaften auf die Erzeugung unserer Träume Einfluss haben müssen."11

„Was der Traum auch irgend biete, er nimmt das Material dazu aus der Wirklichkeit und aus dem Geistesleben, welches an dieser Wirklichkeit sich abwickelt. Er kommt nie von der realen Welt los, je wunderlich der Traum auch ist. Seine Gebilde müssen immer entweder in der Sinnenwelt uns vor Augen getreten sein oder in unserem wachen Gedankengange bereits einen Platz gefunden haben. Wir müssen es also äußerlich oder innerlich bereits erlebt haben." 12

2.6. Das Traummaterial - Das Gedächtnis im Traum

Es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass ein solcher Zusammenhang mit dem Wachleben sich mühelos als augenfälliges Ergebnis der angestellten Vergleichungen ergeben muss. Es gibt eine Anzahl von Eigentümlichkeiten, die die Erinnerungsfähigkeit im Traum zeigt und die sich doch bisher jeder Erklärung entzogen haben.

Es kommt zunächst vor, dass im Trauminhalt en Material auftritt, das man dann im Wachen nicht als zu seinem Wissen und Erleben gehörend anerkennt. Man erinnert sich wohl daran, dass man das Betreffende geträumt, aber erinnert sich nicht, dass und wann man es erlebt hat. Man bleibt dann im Unklaren darüber, aus welcher Quelle der Traum kommt. Man ist so versucht, an eine selbständig produzierende Tätigkeit des Traumes zu glauben, bis oft nach langer Zeit ein neues Erlebnis die verloren gegebene Erinnerung an das frühere Erlebnis wiederbringt und damit die Traumquelle aufdeckt. Man muss dann zugeben, dass man im Traum etwas gewusst und sich erinnert hat, das der Erinnerungsfähigkeit im Wachen entzogen war.

Der Traum verfügt also über Erinnerungen, die dem Wachen unzugänglich waren. So ist das Mehrwissen des Traumes also bestätigt, jedoch ist die vergessene Quelle dieses Wissens noch nicht aufgespürt. Der Traum hat Kenntnis und Erinnerung bewiesen, die der Wachende nicht zu besitzen vermeint. Der Traum nimmt also sein Material nicht nur aus dem Bewussten, sondern auch aus dem Unterbewussten, also aus Erlebnissen und Ereignissen, die verdrängt oder vergessen worden sind.

„Es ist schon ausdrücklich zugegeben worden, dass der Traum bisweilen mit wunderbarer Reproduktionskraft uns ganz abgelegene und selbst vergessene Vorgänge aus fernster Zeit treu vor die Seele zurückführt."13

„Die Tiefe des Traumgedächtnisses umfasst vielmehr auch solche Bilder von Personen, Dingen, Lokalitäten und Erlebnissen der frühesten Zeit, die entweder nur ein geringes Bewusstsein oder keinen psychischen Wert besaßen oder längst das eine wie das andere verloren hatten und deshalb auch sowohl im Traum wie nach dem Erwachen als gänzlich fremd und unbekannt erscheinen, bis ihr früherer Ursprung entdeckt wird."14

„Besonders bemerkenswert ist es, wie gern Kindheits- und Jugenderinnerungen in den Traum eingehen. Woran wir längst nicht mehr denken, was längst für uns alle Wichtigkeit verloren: der Traum mahnt uns daran unermüdlich."15

Im Allgemeinen beschäftigt sich der normale Traum nur mit den Eindrücken der letzten vergangenen Tage.

„Jedoch hat der Traum seine Elemente nicht aus den großen und tiefgreifenden Ereignissen oder den mächtigen und treibenden Interessen des vergangenen Tages, sondern aus den nebensächlichen Zugaben, also aus den wertlosen Brocken der jüngst verlebten oder weiter rückwärts liegenden Vergangenheit."16

„Ebenso sind es zufällig gehörte Äußerungen oder oberflächlich bemerkte Handlungen eines Anderen oder rasch vorübergegangene Wahrnehmungen von Dingen oder Personen, einzelne Stücke aus einer Lektüre und dgl."17

„Oft taucht man aber auch ohne ein erkennbares Motiv in weit hinter uns liegende, fast erloschen Vergangenheiten ein."18

Es gibt eine Theorie, die für das Verhalten des Traumgedächtnisses von höchster Bedeutung ist: „Nichts, was wir geistig einmal besessen, ganz und gar verloren gehen kann."19 Dies ist eine außerordentliche Leistung des Gedächtnisses im Traum.

Es ist nachweisbar, dass es eine feste Beziehung zwischen den Zeiten des Träumens und dem Inhalt der Träume gibt. Im tiefen Schlaf werden so Eindrücke aus den ältesten Zeiten reproduziert, gegen Morgen hingegen rezente Eindrücke.

2.7. Warum man den Traum nach dem Erwachen vergisst?

Dass der Traum am Morgen „zerrinnt", ist sprichwörtlich. Natürlich ist er auch der Erinnerung fähig. Denn man kennt den Traum ja nur aus der Erinnerung an ihn nach dem Erwachen. Aber man glaubt sehr oft, dass man sich an ihn nur unvollständig erinnert, während in der Nacht mehr von ihm da war. Man kann beobachten, wie eines Morgens noch le bhafte Traumerinnerungen im Laufe des Tages bis auf kleinste Brocken verschwinden.

Man weiß oft, dass man geträumt hat, aber nicht, was man geträumt hat. Man ist an die Erfahrung, dass der Traum dem Vergessen unterworfen ist, so gewöhnt, dass man die Möglichkeit nicht als absurd verwirft, dass auch der bei Nacht geträumt haben könnte, der am Morgen weder vom Inhalt noch von der Tatsache des Träumens etwas weiß. Andererseits kommt es vor, dass Träume eine außerordentliche Haltbarkeit im Gedächtnis zeigen.

Zunächst sind für das Vergessen der Träume alle jene Gründe wirksam, die im Wachleben das Vergessen herbeiführen. Man pflegt als Wachender eine Unzahl von Empfindungen und Wahrnehmungen schnell zu vergessen, weil sie zu schwach waren. Dasselbe ist bei vieen Traumbildern der Fall. Sie werden vergessen, weil sie zu schwach waren. Ebenso trägt dazu bei, dass die meisten Traumbilder einmalige Erlebnisse sind. Was sich nur einmal ereignet hat, vergisst man auch im Wachen leichter. Außerdem fehlt es den meisten Träumen an Verständnis und Ordnung. Wohlgeordnetes und Sinnvolles behält man leichter, während Widersinniges im Allgemeinen schwer zu merken ist.

Dazu kommt auch noch, dass die meisten Menschen ihren Träumen zu wenig Interesse entgegenbringen. Wer sich zum Beispiel als Forscher eine Zeit lang mit dem Traum beschäftigt und sich für ihn interessiert, träumt währenddessen auch mehr als sonst, was eigentlich nur heißt, er erinnert sich leichter und häufiger an seine Träume.

Ebenso gibt es Zweifel an der Exaktheit der Reproduktion des Traumes. Wenn man einen Traum ins Gedächtnis zurückruft und ihn erzählt, neigt man dazu, Lücken in den Traumbildern auszufüllen oder zu ergänzen, ohne es zu bemerken. Das ist auf das Bestreben des menschlichen Geistes zurückzuführen, alles im Zusammenhang zu erblicken. Man bildet sich also ein, allerlei geträumt zu haben, was im gewesenen Traum nicht enthalten war.

Um Träume also exakt wiederzugeben, sollte man ein Traumtagebuch führen. Man schreibt sofort nach dem Erwachen alles nieder, was man weiß, geträumt zu haben. Nur auf diese Art und Weise kann der Traum so vollständig und genau wie nur möglich wiedergegeben und anschließend gedeutet werden.

2.8. Die Lage des Traumzentrums

Freud vermutete, dass der Traum stark mit Gefühlen zusammenhängt und stellte damit seine These zur Traumdeutung auf. In den 50er Jahren bekamen jedoch die Gegner der Psychoanalyse reichlich Auftrieb, als einfache Experimente nahe legten, dass Freud mit sener Traumdeutung grundfalsch lag. Dabei wurde der REM-Schlaf (siehe 4.1.) untersucht. Da Personen, die aus der REM-Shlaf-Phase geweckt wurden, immer wieder von Träumen berichteten, war die Schlussfolgerung, REM-Schlaf ist Traumschlaf. Doch der REM-Schlaf wird von einer Region im Gehirn ausgelöst, die mit primitiven Körperfunktionen wie Atmung und Körperwärme verbunden ist und nichts mit Gefühlen und Wünschen zu tun hat.

Träume sollten demnach nur sinnloser Müll sein, die Folge von zufälligen Stoffwechselstörungen. Damit war für viele biologisch orientierte Wissenschaftler der Traum als „Königsweg ins Unbewusste", so wie Freud ihn beschrieb, gestorben und damit die gesamte psychoanalytische Theorie.

Was Neurologen heute über das Gehirn wissen, stammt oft aus Schäden, wie zum Beispiel durch Tumore. Über Jahrzehnte wurden Fälle gesammelt, bei denen Patienten einen Teil des Gehirns verloren haben. Aus solchen Ausfällen kann man lernen, wofür diese Teile zuständig sind.

Aus verschiedenen Fällen weiß man heute, dass Freuds Traumdeutung doch stimmen kann. Dies belegte ein Fall, in dem ein Mann durch einen Kopfschuss den Teil des Gehirns verlor, der mehr als jeder andere die Gefühle beeinflusst. Er erlitt schwerste Gefühlsstörungen und konnte nicht mehr träumen. Der Gehirnteil, der den REM-Schlaf kontrolliert, war intakt geblieben. Bei einem anderen Fall verlor ein Patient durch einen Tumor genau diesen Teil. Dieser Patient konnte trotzdem normal weiter träumen.

Man hat also herausgefunden, dass der Teil, der Träume erzeugt, jede Menge damit zu tun hat, was Freud als Grundlage der Träume gesehen hat. Träume haben also doch etwas mit Gefühlen und Trieben zu tun, wie Freud es vor 100 Jahren beschrieben hat. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen liegt dieses Zentrum tief im Inneren des Gehirns, im Zwischenhirn, das unter anderem Emotionen, Gefühle und Ängste verarbeitet.

2.9. Freuds Traumdeutung

Die meisten Fakten aus meiner Ausarbeitung habe ich aus Freuds „Die Traumdeutung" und seinen Essays entnommen. Für Freud war die Traumdeutung der Königsweg ins Unbewusste. Seine Traumdeutung hat ein bis dahin ungelöstes Menschheitsrätsel gelöst. Es beruht auf zahlreichen Fällen aus der Praxis des Seelenarztes und vor allem auf seinen eigenen Träumen. Träume verstehen heißt für Freud, die Psyche eines Menschen zu verstehen. Dieses Buch hat die Selbstkenntnis der Menschheit um die ganze Dimension des Unterbewussten erweitert. Freud ist es erstmals gelungen, die eigenen Träume zu verstehen. Natürlich war das Verständnis des Traumes mit seinem Buch nicht abgeschlossen, aber jeder Fortschritt baute doch auf den von ihm formulierten Problemstellungen und der von ihm aufgestellten Sammlung der Phänomene auf. Freuds Traumdeutung war zweifellos sein wichtigstes Werk. Es hat unsere Kultur erschüttert und unser Bild vom Menschen verändert. Es ist ein erstaunliches Ergebnis von hundert Jahren Forschung, das den außerordentlichen Rang dieses Buches unterstreicht.

Juliane Sondermann, 11/3

3. Biografie: Sigmund Freud

1856 - 1939

Sigmund Freud wurde am 06.Mai 1856 in Freiberg in Mähren (Tschechien) geboren. Nach dem Medizinstudium in Wien wurde er dort zunächst Arzt und Dozent. 1882 begann er an der Psychiatrischen Klinik zu arbeiten. Anschließend eröffnete er 1886 seine erste Praxis als Nervenarzt. Dabei beschäftigte er sich auch mit dem therapeutischen Einsatz von Hypnose.

Im Jahr 1895 gelang es ihm zum ersten Mal, einen eigenen Traum zu analysieren und ein Jahr später verwendete er zum ersten Mal den Begriff Psychoanalyse. 1897 begann er mit seiner Selbstanalyse.

Anschließend erschienen 1899 die ersten Exemplare der „Traumdeutung". In den folgenden Jahren begann Freud einige Analysen an verschiedenen Testpersonen.

1902 wurde er zum Professor an der Universität Wien ernannt. Es folgten einige Korrespondenzen mit Wissenschaftlern, wie zum Beispiel mit C.G. Jung 1906.

Im Jahr 1908 fand der erste Kongress für Freudsche Psychologie statt. Der erste Teil der „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse" erschien 1916 und 1923 wurde „Das Ich und das Es" veröffentlicht.

Sigmund Freud korrespondierte mit Albert Einstein über die Frage "Warum Krieg?" (1933).

1938 emigrierte Freud mit seiner Familie nach London wegen den Folgen des Anschlusses Österreichs an Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg.

Ein Jahr später, am 23. September 1939, starb Sigmund Freud in London an den Folgen eines Krebsleiden, welches 1923 bei ihm entdeckt wurde.

Juliane Sondermann, 11/3

4. Die Traumarten

4.1. Der REM - Schlaf

Der Schlaf im Allgemeinen dient der Erholung, der Entspannung. Der Körper hat die Möglichkeit, die über den Tag hinweg verbrauchte Energie wieder „aufzutanken".

Alle Vorgänge im Körper - so auch im Gehirn - werden auf ein Minimum beschränkt. Es gibt allerdings eine Phase während des Schlafes, in der die Aktivität im Hirn ansteigt und einen Wert erreicht, der dem im Wachzustand sehr nahe kommt. Durch die erhöhte Tätigkeit steigen Herzschlag, Atemfrequenz und Blutdruck ebenfalls an. Diese Phasen sind durch starke Augenbewegungen geprägt.

Das ist der sogenannte REM-Schlaf. Die Buchstaben R-E-M stehen für den englischen Begriff „Rapid Eye Movement", was so viel wie „schnelle Augenbewegungen" bedeutet. Die Augen bewegen sich unter den Lidern wild hin und her.

Diese Phasen wiederholen sich mehrfach in der Nacht und können von kurzen Zeiträumen des Wachseins unterbrochen werden. Sie treten regelmäßig ca. alle 60 bis 90 Minuten auf. Die Dauer beträgt ungefähr 10 bis 30 Minuten. Die Koordination der einzelnen Phasen wird hauptsächlich von neurophysiologischen Reglersystemen im Hirn übernommen, die normalerweise primitive Funktionen und Vorgänge wie zum Beispiel Atmung und Regelung der Körpertemperatur übernehmen. Aber auch das Zwischenhirn, das sonst die Steuerung der Schlafmotorik überwacht, wirkt auf die REM-Schlafphasen ein.

Weckt man Menschen aus dem REM-Schlaf, so berichten sie immer wieder von besonders lebhaften Träumen. Diese Tatsache ist der Grund dafür, dass die Wissenschaftler der Überzeugung waren, dass die REM-Phasen gleichbedeutend mit den Traumphasen seien, d.h. dass die Träume während des REM-Schlafes entstehen. Diese These konnte allerdings durch Prof. Dr. Mark Solms, Hirnforscher, widerlegt werden. Er stellte fest, dass Menschen trotz einer wesentlichen Verletzung des Hirnteils, der REM-Schlaf erzeugt, in der Lage waren, normal zu träumen. Somit war bewiesen, dass nicht nur mit Hilfe dieser Teile ein Traum entstehen kann.

Im Alter nimmt der Anteil der REM-Schlafphasen ab. Die Tiefschlafphasen werden reduziert, während die Anzahl der oberflächlichen Schlafphasen zunimmt. Es wird weniger Schlaf benötigt. Dieser Fakt steht in direktem Gegensatz zum Wunsch des Menschen im Alter mehr zu schlafen.

4.2. Der Tagtraum

Als Tagtraum bezeichnet man die Fähigkeit des Bewusstseins, während des Tages Bilder und Phantasien zu erzeugen. Wie sich vermuten lässt, geschieht das nur während des Wachzustandes und nicht im Schlaf. Doch oft wird dieses ständige Deuten und Verarbeiten alltäglicher Einflüsse von der Gesellschaft als „romantische Gefühlsdudelei" verurteilt. Es ist aber ein rein menschlicher und natürlicher Mechanismus der Psyche.

Man könnte es bereits als Tagträumerei bezeichnen, wenn eine Person etwas beschreibt (zum Beispiel ein Urlaubserlebnis) und der Zuhörer sich die Beschreibung ganz unwillkürlich vorstellt. Diese Bilder, die automatisch entstehen, werden nur selten beachtet. Es ist aber auch möglich, Tagträume ganz bewusst hervorzurufen. So sind sie mit dem Phantasieren zu vergleichen, keinesfalls aber mit Halluzinationen zu verwechseln, denn der Tagträumer weiß, dass das, was er gerade denkt, nicht der Wahrheit entspricht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Person krank oder gesund ist.

Dinge des allgemeinen Lebens, verschiedenste Begebenheiten und Ereignisse, aber auch Machtbedürfnisse oder Wünsche finden sich in Tagträumen wieder. So entsteht eine sehr große Vielfältigkeit. Sehr oft gehen verschiedene Tagträume unmittelbar ineinander über und werden weiterentwickelt. Es ist aber auch möglich, einen Tagtraum relativ lang weiterzuführen. Lange Geschichten entstehen. Und nicht selten ist der Held die eigene Person. Somit handelt es sich gewissermaßen um eine Form des Egoismus. Die „Darstellung" erfolgt direkt oder durch eine durchsichtige Persönlichkeit, mit der man sich selbst identifiziert.

Besonders häufig tritt diese Träumerei im Kindesalter und der Phase der Vorpubertät auf. Einige Menschen können sich diese Fähigkeit bis ins hohe Alter (oft das ganze Leben lang) erhalten, während sie von vielen anderen wieder aufgegeben wird.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwei Arten des Tagtraumes. Einerseits der kontrollierte Tagtraum: Er könnte auch als mentales Training bezeichnet werden. Die Vorstellungskraft wird hier bewusst eingesetzt, um sich auf die Erfüllung von Wünschen zu konzentrieren. Hierbei wird die Fähigkeit des Geistes, innere Bilder zu erzeugen dazu genutzt, bestimmte anvisierte Ziele zu erreichen. So kann der Tagtraum auch einen interessanten Aspekt für einen Leistungssportler besitzen. Er muss nicht nur wollen, eine bestimmte Leistung zu erbringen, es ist auch nötig, dass er es sich vorstellen kann.

„Will ein Sprinter auch noch so gerne eine neuen Rekord laufen, so wird das doch erst dann gelingen, wenn er es sich auch vorstellen kann, dass ihm dies möglich ist."20 Die Anwendung des kontrollierten Tagtraumes kann zu wachsender Selbsterkenntnis führen, da man sich intensiv mit den eigenen Vorstellungen beschäftigt.

Dem gegenüber steht der unkontrollierte Tagtraum. Hierbei ist die Konzentration nicht auf bestimmte Dinge gelenkt. In ruhigen Momenten nimmt man Abstand von Stress und Problemen. Das ist für die psychische Entspannung von enormer Wichtigkeit. Der „Kontakt zur Seele" wird unbewusst hergestellt und bildet das Gegengewicht zum belastenden Alltag. Hinter den unbewussten Tagträumen verbergen sich Hinweise auf Probleme oder ungenutztes Potential.

Schenkt man diesen verdrängten Gedanken etwas mehr Beachtung, so lassen sich brachliegende Energien und unterdrückte Aspekte der Persönlichkeit unter Umständen nutzbar machen. Ebenso werden Kreativität, Phantasie und die geistige Kraft auf Konzentration „trainiert". Um einen Vorteil davon zu haben, ist es wichtig, stets positive Gedanken vorherrschen zu lassen, da diese auch eine positive Wirkung nach sich ziehen. Konzentriert man sich allerdings auf negative Dinge, so ist die logische Folge daraus ein negativer Effekt. Denn „Es ist der Geist, der sich die Seele baut"21.

Der Tagtraum kann ferner negative Folgen haben. Er stellt an sich lediglich einen Wechsel der Ebene dar. Doch ist ein Mensch nicht mehr in der Lage, dies unterscheiden zu können, hält er den Tagtraum für Realität, so kann dies mit Schizophrenie einhergehen. Ein Beispiel wäre eine Person, die nicht nur träumt, sondern auch fest daran glaubt, der Kaiser von China zu sein. Der Betroffene kann zwischen seinem Leben und der Traumwelt, die er sich immer und immer wieder schafft, um sich vor Problemen zu schützen, nicht mehr unterscheiden. Doch dies ist in der Regel nicht der Sinn des Tagtraumes.

4.3. Der luzide Traum

Die Luzidität (siehe 8.) bezeichnet einen Bewusstseinszustand, in dem der Träumende während des Schlafes weiß, dass er träumt. Anfangs stand diese Definition entgegen dem, was man zuvor einen Traum nannte: Ein Zustand, in dem man sich nicht bewusst ist, dass man schläft. Inzwischen ist man sich sicher: Die luziden Träume treten vermehrt in der REM- Schlafphase auf.

Der Person bietet sich die Möglichkeit, aktiv in das Geschehen einzugreifen. Sie kann auch passiver Beobachter bleiben. Ebenso ist es möglich, die Gestalt anderer Menschen oder gar die von Gegenständen anzunehmen. Der luzide Traum ist jedoch nicht mit einem Wachtraum zu vergleichen und weist eine hohe Ähnlichkeit zu Yoga oder Meditation auf. Der luzide Träumer ist nicht in der Lage, Reize aufzunehmen, die außerhalb des Traumes existieren (zum Beispiel Geräusche).

Der Zustand des luziden Träumens hält meist nur kurz an. Die Betroffenen bemerken, dass sie träumen, wenn sie beispielsweise extrem hoch fliegen, ihnen eine Traumszene bekannt vorkommt oder etwas an dem scheinbar Erlebten so unglaublich erscheint, dass der Gedanke „Jetzt träume ich doch" unvermeidlich ist. Diese Art der luziden Träume wird der „traum- initiierte"22 Typ genannt. Andererseits gibt es den „wach-initiierten"23. Dieser beginnt, wenn die Person für kurze Zeit erwacht und schreitet fort, wenn sie wieder in den REM-Schlaf sinkt. Menschen, die dieses Stadium nur per Zufall erreichen, sind meist so überrascht und verwirrt, dass sie daraufhin erwachen.

Es ist aber genauso gut möglich, sofort wieder in einen „normalen" Traum hineinzusinken. Für Menschen, die häufig luzid träumen, ist es mit zunehmender Übung einfacher, damit umzugehen. Sie sind oft sogar fähig, diese Träume auf eigenen Wunsch zu erzeugen oder auch zu beenden. Sie verfügen ebenfalls über die Fähigkeit, anderen Personen, beispielsweise durch Augenbewegungen, mitzuteilen, wenn sie luzide sind. So auch Stephen LaBerge. Er führte 1977 mit einigen Mitarbeitern ein Experiment durch. Es funktionierte: Als LaBerge sich bewusst war, dass er träumte, „entschied ich mich, die Augenbewegungen zu machen, die wir als Signal verabredet hatten", so berichtet er. Und tatsächlich konnte man die Bewegungen der Augen auf einem Polygraphenstreifen erkennen (er war während des Schlafes an ein spezielles Gerät angeschlossen). Mit diesem und ähnlichen Experimenten konnte die These, dass luzide Träume nicht im Schlaf stattfinden, eindeutig widerlegt werden.

Durch die Fähigkeit, sich während des Träumens noch an die Realität - nämlich, dass man eigentlich im Bett liegt und schläft - zu erinnern, kann auch ein Problem psychotischer Art und Weise auftreten: Man kann zunehmend in Verwirrung darüber geraten, was von dem Erlebten oder Empfundenen real ist, und was man träumt. Hier ein Beispiel:

„Ich schlief und träumte, war mir aber des Traumes und meines wirklichen Körpers im Bett bewusst, den ich absichtlich bewegen konnte. [...] Ich begann, darüber verwirrt zu sein. Wann ich normal schlief, wann ich schlief und luzid träumte oder wann ich wach war. In einem Augenblick war ich fähig, im Bett zu liegen und im luziden Traum zu schlafen, mit offenen (Traum-) Augen dazuliegen und mit vollem Bewusstsein meine (Traum-) Arme, Beine und das Gesicht zu bewegen.

Von da wäre es nur noch ein Schritt zum Schlafwandeln in einem bewussten, luziden Traumzustand. Was würde dann noch diese verschiedenen Bewusstseinszustände voneinander unterscheiden, wenn ich bewusst war und dabei fähig, mich zu bewegen? Die verschiedenen Realitäten begannen, einander zu überschatten.[..]"24

Es kann aber auch passieren, dass die Bewusstseinserweiterung so außergewöhnlich groß erscheint, dass der Schlafende dies nicht verkraftet. Ein Mann versuchte mit Hilfe luzider Träume, mathematische Probleme zu lösen. Als er gerade sehr vertieft war, beschrieb er: „Das Ungewöhnlichste [...] war, dass ich mit jeder richtigen Antwort fühlte, wie sich mein Geist ausdehnte. Der Traum wurde luzider, und die Sehkraft in der Peripherie wurde stark erhöht. [...]

Was als nächstes geschah, ängstigte mich mehr als alles, was ich je in meinem Leben erlebt habe. Ich bemerkte, dass mein Bewusstsein so expandierte, dass ich für einen Moment nicht sagen konnte, ob dies noch ein Traum war oder schon eine (andere) Realität. Das Gefühl war überwältigend. Ich bekam große Angst.

Alles um mich herum war zu klar geworden, um noch ein Traum zu sein, und es fühlte sich an, als ob sich mein physischer Körper und mein Geist in meinem Traum-Körper aufeinanderzubewegen würden. [...] Irgendwas in meinem Hinterkopf sagte mir, dass, wenn ich nicht mit den mathematischen Problemen aufhören würde und bald erwachte, ich überhaupt nie mehr erwachen könnte und sterben würde. Dieses letzte Wort hing schwer über mir. Ich wurde nervöser und begann, Panik zu entwickeln.[...]

Mir war, als wenn ich mich in meinem physischen Körper befände. Ich begann zu zittern. Was geschah, war zuviel, als dass ich es noch verstehen könnte. Ich wollte nur noch aufwachen. Aber als ich es versuchte, merkte ich, dass ich es nicht mehr konnte. Das erschütterte mich zutiefst.[...]"25

Ein wesentliches Merkmal dieser Traumart ist die hohe Emotionalität, die immer wieder geschildert wird. Selbst nach dem Erwachen wird das meist positive Gefühl des Traumes wahrgenommen. Außerdem erinnert man sich leichter an diese Art der Träume, als an „Herkömmliche". Dennoch ist es weitaus schwieriger, einen luziden Traum zu analysieren. Der Grund dafür ist die Unfähigkeit der Außenstehenden, die starken Empfindungen nachzufühlen. Ein Traum, den ein Psychologe als besorgniserregend oder angsterfüllt bezeichnet, wird von der Person selbst vielleicht überhaupt nicht als negativ empfunden. Was es noch erschwert, mehr über den Inhalt und die Gefühle im Traum herauszufinden, ist, dass die Person oft nicht in der Lage ist, die Bewusstheit und die Stimmung schriftlich festzuhalten. Will man also Näheres erfahren, bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als selbst einmal einen luziden Traum zu erleben.

4.4. Der Alptraum

Jeder hat das in seinem Leben bereits erlebt:

Ein schreckliches Bild vor Augen wacht man plötzlich schweißgebadet auf. Puls und Atmung sind ungewöhnlich hoch. Nach ein paar Sekunden stellt man jedoch fest, dass es nur ein schlechter Traum war. Jedoch dauert es eine gewisse Zeit, bis Herz- und Atemfrequenz sich wieder normalisiert haben, man sich sozusagen von dem eben noch scheinbar Erlebten erholt hat. Die Bilder des Traums verfolgen den Betroffenen meist noch mehrere Tage, in Extremfällen sogar monate-, vielleicht sogar jahrelang. Denn die im Traum als real empfundene Bedrohung des Lebens, die Angst um die Sicherheit der eigenen oder anderer Personen stellen ein großes Problem dar.

Am häufigsten ist von Fall-, Verfolgungs-, Katastrophen- oder Wiederholungsträumen die Rede (siehe auch 5.3.). Sie weisen auf ernst zu nehmende Probleme der Person hin: Der plötzliche Schreck bei Fallträumen, zum Beispie l, symbolisiert einerseits die natürliche Angst vor dem Fallen, andererseits aber eine Unsicherheit des Menschen. Katastrophenträume allerdings weisen auf eine tiefsitzende Lebensangst hin. Wohingegen Verfolgungsträume einen Aspekt der eigenen Persönlichke it widerspiegeln können. Die erschreckende Gestalt, die den Träumenden verfolgt, ist also nichts weiter als ein Charakterzug seiner Selbst, den er vielleicht nicht erkennt oder gar verdrängt. Einer der Alpträume, die den Schlafenden am stärksten belasten, ist der Wiederholungstraum. Derselbe Inhalt kehrt immer und immer wieder. Dies ist eine Art Hilfeschrei der Psyche und/oder der Versuch der Befreiung aus einem schädlichen Kreislauf.

Allerdings können die Ursachen für Alpträume, abgesehen von ernsthaften psychischen Problemen durch Schlüsselerlebnisse, auch von äußeren Einflüssen abhängen. So gilt es, Stress und Lärm (so auch der laufende Fernseher oder störende Straßengeräusche) zu vermeiden. Man sollte beachten, dass Medikamente den Schlaf beeinflussen. Schlafmittel, zum Beispiel, unterdrücken den REM-Schlaf.

Schmerzen oder die falsche Temperatur im Raum können sich ebenfalls negativ auf die Träume auswirken. Einen weiteren Faktor zur Entstehung von Alpträumen stellt die Ernährung unmittelbar vor dem Schla fengehen dar: Zu fettes Essen kurz vor dem zu Bett gehen beansprucht die Verdauung. Zu viel Energie wird nun darauf verwendet, die Mahlzeit zu verdauen. Allerdings empfiehlt es sich ebenso wenig, überhaupt nichts zu essen. Auch der Hunger beeinflusst den Schlaf. Ähnlich verhält es sich mit dem Genuss von Alkohol.

Alpträume treten oft in Zusammenhang mit Fieber auf. Das kommt besonders häufig bei Kindern vor, passiert aber ebenso bei Erwachsenen. Durch das Fieber ist die Abwehr des Körpers geschwächt. Die gesamte zur Verfügung stehende Kraft wird nun auf den Kampf gegen die Krankheitserreger verwendet. Das bewirkt eine vorübergehende Aufhebung der Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein. Letzteres kommt zum Vorschein, Ängste und andere Gefühle werden „aufgewühlt". Deshalb besteht ein durch Fieber induzierter Alptraum lediglich aus unzusammenhängenden Traumsequenzen.

Bei (kleinen) Kindern treten Alpträume auch häufig auf, wenn sie gesund sind. In der spezifischen Phase des Heranwachsens verändert sich nicht selten die Grenze des Bewusstseins. Allerdings geschieht dies durch die emotionale Entwicklung der Persönlichkeit.

4.5. Drogeninduzierte Träume

Viele Menschen versprechen sich vom Konsum verschiedener Drogen, für ein paar Stunden ihr Leben und all ihre Probleme zu vergessen. Für andere dagegen sollen die Mittel den Weg ins Unterbewusstsein bereiten. Man erhofft sich dadurch höhere Kreativität, weil die Inhaltsstoffe der Drogen im Wesentlichen eines gemeinsam haben: Sie heben die Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein auf. Vor allem Künstler und Musiker nutzen die inspirierende Wirkung der Drogen, um auf eine „höhere Ebene" zu gelangen.

Neben der "beflügelnden" Wirkung können ebenso negative Gefühle oder Ereignisse an die Oberflä che geraten und somit einen sogenannten Horrortrip verursachen.

Allerdings werden halluzinogene Drogen unter anderem in der Psychotherapie genutzt, um den Einstieg in die innere Sicht eines Patienten zu erleichtern und tiefsitzende Probleme, die vielleicht verdrängt wurden, ans Licht zu fördern.

Doch dieses Thema weiter zu erörtern, liegt nicht in unserem Aufgabengebiet.

Stefanie Danner, 11/1

5. Die Symbolik im Traum

Bereits in seinem Werk der Traumdeutung äußert sich Sigmund Freud einerseits positiv und bejahend, andererseits aber auch einschränkend zugleich zur Bedeutung der Traumsymbole. Die Symbolik im Traum wurde jedoch nicht von ihm selbst entdeckt, sondern von dem Philosoph K.A. Scherner. Sie ist eine unbewusste Vorstellung, die aus unserem Alltag stammt und nicht, wie oft behauptet, ein Produkt, das aus dem Traum entsteht. Freud warnt aber davor, die Traumsymbolik zu überschätzen. Symbole helfen zwar bei der Deutung eines Traumes, jedoch sollte sich die Übersetzung der Träume nicht nur auf eine Symbolübersetzung beschränken. Beim Verfahren der Traumdeutung sind die Äußerungen des Träumers von entscheidender Bedeutung, die vorgenommene Symboldeutung soll nur als Hilfsmittel hinzugenommen werden. Die beiden Techniken sollen sich einander ergänzen. Nur mit Hilfe der Symbole kann es keine richtige Übersetzung von Träumen geben.

Dies würde an Ideale anknüpfen, wie sie zum Teil in der antiken, aber auch in der populären Traumdeutung vorhanden waren bzw. sind, in denen Symbole feststehende Übersetzungen bedeuten. Kennt nun der Traumdeuter die gebräuchlichsten Symbole, die Person des Träumers mit seiner Umwelt und den Eindrücken, die auf ihn einströmen, so ist er in der Lage, den Traum ohne weiteres Ausfragen dem Träumer zu übersetzen. Auf den Träumer wird diese unkomplizierte Methode Eindruck machen, die nach relativ kurzer Zeit eine greifbare Erklärung hat. Hierzu sagt Freud: „Es ist nicht unsere Aufgabe, Kunststücke zu machen.

Die auf Symbolkenntnis beruhende Deutung ist keine Technik, welche die Assoziative ersetzen oder sich mit ihr messen kann."26 Selbst Aristoteles hat sich in seiner Lehre von den Träumen zu dieser Tatsache geäußert. Er ist der Meinung, nur der ist ein guter Traumdeuter, der Ähnlichkeiten am leichtesten auffassen kann. Er beschreibt die Traumbilder, wie die Bilder im Wasser, die durch die Bewegung verzerrt werden. Der Traumdeuter muss aus diesen verzerrten Bildern das Wahre erkennen.

Durch die Existenz von Traumsymbolen wird die Traumdeutung einerseits vereinfacht, andererseits aber auch erschwert. Für jeden ist deutlich erkennbar, dass man ein Symbol zum Deuten eines Traumes nicht wie eine Schablone benutzen kann. Ein Symbol kann oft im Trauminhalt für alles mögliche stehen und durch diese Mehrdeutigket ist man geneigt, den Traum zu überdeuten. Die Symbolbeziehung beruht auf Vergleichen. Dem Träumer wird es aber nun oft sehr schwer fallen, das eine oder andere Symbol mit einem Gegenstand oder Vorgang zu vergleichen, vielleicht wird er sogar den Vergleic h als sinnlos ansehen, denn nicht für jeden Gegenstand tritt im Traum ein Symbol auf.

Den Begriff des Symbols kann man nicht scharf abgrenzen, sondern er verschwimmt und wird undeutlich, nicht zuletzt durch das, was wir von unserem Traum noch wissen und erzählen.

Die Symbolik im Traum ist der vielleicht umstrittenste Teil der Freudschen Traumdeutung, dennoch sind Symbole, in diesem Punkt ist man sich einig, bei der Deutung von Träumen unumgänglich. Aufgrund der Wichtigkeit der Symbole, speziell der Sexualsymbole für die Deutung der Träume, muss man daher auf diese, sowie auf das Wesen der Traumsymbolik und auf selbstgewählte Beispiele näher eingehen.

5.1. Symboldarstellungen für das männlich Genitale

Die symbolischen Darstellungen für das männlich Genitale bei Freud ist für uns meist sehr einleuchtend und nachvollziehbar. Das männliche Glied findet symbolischen Ersatz:

1. Durch Dinge, die in der Form sehr ähnlich sind; hier sind Symbole wie Stöcke, Schirme, Stangen oder Bäume zu nennen.
2. Durch Dinge, die in den Körper eindringen oder ihn verletzen können; d.h. spitze Waffen ganz gleich welcher Art (Messer, Dolche, Säbel) oder auch Schusswaffen (Gewehre, Pistolen).
3. Durch Dinge, aus denen Wasser fließt, wie zum Beispiel Wasserhähne, Gießkannen oder Springbrunnen.

Die Darstellung des männlich Genitalen kann auch durch eine andere Darstellung im Traum erfolgen und ist abhängig von der Vorstellung, die der Träumer von dem Organ hat. Es gibt sogar Träume in denen das Geschlechtsglied zum Wesentlichen wird und es beginnt zu fliegen. Solche Flugträume sind auch bei Frauen nicht selten und werden als Zustand allgemeiner sexueller Erregung gedeutet. Solche Träume bezeichnet Freud auch als Erektionsträume. Für Freud sind Träume im wesentlichen der Ausdruck für unbewusste Wünsche und häufig findet sich bei Frauen, bewusst oder unbewusst, der Wunsch, ein Mann zu sein, wieder.

Ein weiteres, unzweifelhaftes Penissymbol ist der Pilz. Es gibt Pilze, die ihren Namen ihrer Ähnlichkeit mit dem männlichen Glied verdanken. Zu den weniger verständlichen Sexualsymbolen gehören z.B. Fische oder das berühmte Symbol der Schlange. Weiterhin ist hier auch die Symbolik, die bestimmte Kleidungsstücke verkörpern, zu erwähnen. Hier finden in erster Linie Hut und Mantel ihre Verwendung. Mit großer Sicherheit ist der Hut einer Frau als das Genitale des Mannes zu deuten. Die Krawatte als Symbol des Penis findet man wiederum häufig in Träumen von Männern. Zur Verwendung und Übersetzung einiger Symbole muss hier gesagt werden, dass die symbolische Darstellung von Geschlechtsunterschieden oft nicht scharf abzugrenzen ist. Manches männliche Symbol kann für das weiblich Genitale gebraucht werden und auch umgekehrt kann dies der Fall sein.

5.2. Symboldarstellungen für das weiblich Genitale

Das weiblic h Genitale wird symbolisch durch all die Gegenstände verkörpert, die eine gemeinsame Eigenschaft miteinander teilen, nämlich einen Hohlraum einzuschließen. Alle Objekte, die Gegenstand des Symbols sind, können etwas in sich aufnehmen. Außerdem wird auch eine gewisse Schutzfunktion deutlich, die man in Verbindung mit etwas „Mütterlichem" bringen würde. Weibliche Symbole wären Gruben, Höhlen, Gefäße, Schachteln, Dosen, Taschen usw. Weitere Symbole, die ursprünglich aus der Mythologie stammen, sind Häuser, Burgen, Schlösser und Festungen. Symbole, wie zum Beispiel Schränke, Ofen und vor allem das Zimmer stellen, wie schon erwähnt, besonders eine Beziehung zum Mutterleib dar. Von einem großen Interesse ist hier nun die Tatsache, ob das Zimmer „offen" oder „verschlossen" ist. Der Schlüssel, der das Zimmer öffnen soll, ist ein sicheres männliches Symbol. Türen oder Tore in Häusern verkörpern in der Symbolik die Genitalöffnung, ebenso der Mund. Körperöffnungen werden in der Anatomie auch direkt als „Leibespforten" bezeichnet.

Blüten und Blumen stehen im Traum weiterhin für das weiblich Genitale, speziell für die weibliche Jungfräulichkeit. Wie wir wissen, sind die Blüten wirklich die „Genitalien" der Pflanzen. Ein Vergleich scheint also hier nicht so weit hergeholt.

5.3. Weitere Traumsymbole

Die im Traum verwendeten Symbole stellen nicht nur in erster Linie sexuelle Objekte, sondern oft gleichzeitig sexuelle Beziehungen dar. Die Eltern werden im Traum als Kaiser und Kaiserin dargestellt, also als Personen mit hoher Autorität, vor denen man Respekt hat. Der Prinz oder die Prinzessin ist der Träumende selbst. Die Geschwister des Träumenden oder kleine Kinder erscheinen als kleine Tiere, zum Beispiel, als Würmer. An dieser Stelle sind uns umgangssprachliche Reden bekannt. Kleine Kinder werden oft mitleidig als „der arme Wurm" bezeichnet.

Todesträume sind fast immer beunruhigend, gleichgültig, ob es um den eigenen Tod geht oder um den eines nahe stehenden Menschen. Die häufigste Befürchtung dabei ist, dass es sich um einen prägkognitiven (siehe 8.) Traum handeln könnte, dass also der eigene Tod oder der Tod des anderen im Traum vorausgesehen wird. Dies ist jedoch glücklicherweise äußerst selten der Fall. In den meisten Fällen signalisieren Todesträume Entwicklungsschritte, wo alte Vorstellungen aufgegeben werden und man sich von belastenden Beziehungen befreit. Dabei sollte man überprüfen, ob der Tod eher mit dem Wunsch nach Weiterentwicklung oder mit der Angst davor zusammenhängt.

Andererseits mag es auch sein, dass man Angst davor hat, verlassen zu werden, dass man sich vor der Einsamkeit fürchtet. Dies kann sich beispielsweise in einem Traum von einer Begräbnisszene äußern. Natürlich können Todesträume auch dann auftreten, wenn in letzter Zeit jemand aus eigener näherer Umgebung gestorben ist und man sich mit dem unfassbaren Phänomen Tod und insbesondere mit dem unausweichlichen eigenen Tod auseinandersetzt.

Träume, die eine Flucht beinhalten, haben im Gegensatz zu den meisten anderen

Traumbildern häufig ein eindeutig negatives Bild, denn auf der Flucht wird sich kaum jemand wohl fühlen. Auf der anderen Seite kann dieses Traumbild auch darauf hindeuten, dass man sein Leben zu wenig selbst in die Hand nimmt, seine Kräfte unterschätzt und nicht zu kämpfen wagt. So unangenehm Fluchtträume sind, so beinhalten sie doch stets auch einen positiven Aspekt, da Flucht stets auch eine Lösung darstellt.

Der Gegenpol zum Fluchtbild ist das Bild des Kampfes, das in Träumen in vielen Variationen auftaucht. So kann man davon träumen, verbal mit jemandem zu kämpfen, also zu streiten, man kann sich in Handgreiflichkeiten verwickelt sehen, oder man kann von Krieg träumen. Normalerweise wird Kampf als ein Konflikt mit sich selbst gedeutet; man hegt einander widersprechende Gefühle oder Gedanken. Bei der Deutung ist auch wichtig, ob der Kampf gewonnen oder verloren wird. Im ersten Fall können durchaus positive Gefühle geweckt werden, im zweiten Fall ist die Sache frustrierend und kann zum Auslöser für Fluchtträume werden.

Flugträume haben in den häufigsten Fällen eine positive Wirkung auf den Träumer. Sie zählen zu der Kategorie Träume, die Körper und Körperbewusstsein in einem hohen Maße einbeziehen. Im Flug überwindet man seine körperliche Begrenzung, was auch darauf hindeuten mag, dass man grundsätzlich Lust auf Bewusstseinserweiterung hat.

Solch ein Traum kann einem auch zu verstehen geben, dass man über sehr viel mehr Möglichkeiten verfügt, als man annimmt, und dass es an der Zeit ist, diese auch auszuschöpfen. An vielen weiteren Beispielen könnte man solche Parallelen aufzeigen und die Faszination ist groß, wie sich die Sprache oder Erlebtes im Alltag in Traumsymbolik umsetzt. Die symbolische Ausdrucksweise, die der Träumer im Traum verwendet, würde er wahrscheinlich im Wachzustand nicht wiedererkennen. Die Kenntnis der Symbolik ist dem Träumer nicht bewusst, dass heißt, sie gehört dem unbewussten Geistesleben an.

Julian Poser, 11/3

6. Anwendung der Traumdeutung in der psychotherapeutischen Praxis - Psychoanalyse

Die Psychoanalyse ist ganz allgemein die Bezeichnung für eine wissenschaftliche Disziplin zur Erforschung unbewusster geistiger Prozesse, die sich bestimmter Methoden bedient, wie zum Beispiel der Deutung der geheimen Wünsche und der Widerstände, die deren freier Äußerung entgegengebracht werden. Der Begriff Psychoanalyse bezieht sich auch auf die systematische Struktur psychoanalytischer und psychopathologischer (siehe 8.) Theorien. Diese beruhen auf den Daten aus Deutungsversuchen und Therapien zum Verhätnis zwischen bewussten und unbewussten psychischen Prozessen. Die Technik der Psychoanalyse und ein Großteil der psychoanalytischen Theorie wurden von Sigmund Freud entwickelt.

Seine Arbeit bezüglich der Struktur und der Funktionsweise des menschlichen Geistes war sowohl in wissenschaftlicher als auch in praktischer Hinsicht von weit reichender Bedeutung. Die Hauptaufgabe dieses Anwendungsgebietes der psycho- therapeutischen Wissenschaft besteht darin, die Erlebnisse, insbesondere Träume und Ereignisse aus der Kindheit, zu finden oder zu analysieren, die der Grund für psychische Krankheiten sind. Dafür ist es notwendig, in das Unbewusste des Menschen einzudringen. Dies ist unter anderem durch Träume möglich. Unbewusste psychische Vorgänge folgen anderen Gesetzmäßigkeiten als bewusste Prozesse.

Denn das Bewusstsein ist die spezifische Fähigkeit des menschlichen Gehirns, die den Menschen umgebende Welt in ideellen Abbildungen widerzuspiegeln. Die Erfahrungen beweisen, dass das Bewusstsein von der Materie abhängig ist. Alle Erkenntnisse sind Widerspiegelungen der Materie, die außerhalb und unabhängig vom Menschen existieren. Das menschliche Bewusstsein selbst ist das höchste Entwicklungsprodukt der materiellen Welt, und sein Träger, das Gehirn, ist materieller Natur. Da die Menschen nicht isoliert, sondern in der Gesellschaft leben, ist ihr Bewusstsein zugleich immer gesellschaftlich bestimmt (Klassenbewusstsein, soziales Bewusstsein), d.h. sie denken über ihre Stellung in der Gesellschaft nach, lernen von ihren Mitmenschen und Vorfahren und sammeln Erfahrungen im Kampf mit dem Klassengegner.

Unter dem Einfluss des Unbewussten können sich Gedanken und Gefühle, die eigentlich zusammengehören, verschieben oder aus ihrem Zusammenhang gerissen werden. Zwei ungleiche Vorstellungen oder Bilder können zu einer einzigen Vorstellung oder einem einzigen Bild verschmelzen; Gedanken können in Form von Bildern dramatisiert werden, anstatt sich als abstrakte Begriffe zu äußern; und manche Objekte können symbolisch in Form von Bildern anderer Objekte dargestellt werden, obwohl die Ähnlichkeit zwischen dem Symbol und dem ursprünglichen Objekt vage oder weit hergeholt erscheinen mag.

Die Gesetze der Logik, die für das bewusste Denken unerlässlich sind, lassen sich auf diese unbewussten geistigen schöpferischen Prozesse nicht anwenden. Die Erkenntnis dieser Funktionsweisen von unbewussten geistigen Vorgängen hat das Verständnis von zuvor so unverständlichen psychologischen Phänomenen wie dem Träumen ermöglicht. Durch die Analyse unbewusster Prozesse betrachtete Freud Träume als einen Schutzmechanismus, der den Schlaf gegen störende Impulse schützen sollte, die von innen an die Oberfläche drängten und mit frühen Kindheitserinnerungen zusammenhingen.

So werden inakzeptable Impulse und Gedanken, auch latenter Trauminhalt (siehe 8.) genannt, in ein bewusstes Erlebnis umgewandelt, das nicht mehr unmittelbar verständlich ist und manifester Traum (siehe 8.) genannt wird. Das Wissen dieser unbewussten Mechanismen erlaubt dem Analytiker, die so genannte Traumarbeit (dies ist der Prozess, in dem der latente in den manifesten Traum umgewandelt wird) umzukehren und durch eine Interpretation des Traumes die ihm zugrunde liegende Bedeutung herauszufinden.

In den letzten Jahren gewannen die Träume in der Behandlung eine immer größere Bedeutung und haben heute ihren festen Platz in der psychotherapeutischen Praxis. Die damaligen Entdeckungen aus der Zeit Sigmund Freuds stellen auch heute noch für den Analytiker die Basis des psychodynamischen Verständnisses dar.

Die von Freud aufgestellten Theorien haben sich zum Teil erfüllt. Bei Traumdeutern sind jedoch Gefühle von Misserfolg und Unzweckmäßigkeit aufgetaucht und die genaue Analyse eines jeden Traumes, die Freud empfohlen hat, ist verlassen worden. Die Technik der Psychoanalytiker hat sich mit den Jahren entschieden verändert. Trotzdem ist immer wieder erneutes Interesse für die praktische und therapeutische Anwendung des Traums aufgekommen. Träume können den Zugang zur eigentlichen Problematik des Patienten eröffnen.

Ein Zugang zu unverarbeiteten Erlebnissen oder unbewältigten Situationen kann durch die Bearbeitung von Träumen möglich sein. Eine Traumerinnerung, und sei sie noch so kurz, kann eine entscheidende Orientierung sein und wichtige Zusammenhänge können deutlich werden. Die durch Hilfe der Träume gewonnene Orientierung kann unter Umständen auch ein Wegweiser für die weitere Behandlung des Patienten sein.

Die Traumbearbeitung kann eine Möglichkeit darstellen, Schwierigkeiten oder eine Stagnation in der Behandlung zu überwinden. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass sich die Symptomatik ohne einen erkennbaren Grund nicht weiter abbaut. Es besteht dann die Gefahr, dass sich Unzufriedenheit beim Therapeuten ausbildet und er wird ungeduldig. Hier könnte Traumbearbeitung eine weiterhelfende Möglichkeit sein und neue Impulse liefern. Die Traumbearbeitung als entscheidende Behandlungsmethode wird oft in der klassischen analytischen Behandlung angewandt. Die Bearbeitung in der Behandlung erstreckt sich auf das vom Patienten mitgebrachte Traummaterial.

Die therapeutische Traumbearbeitung verfolgt den Zweck, das Geträumte verständlich zu machen. Durch die Realisierung eines oder mehrerer, meist unbewusster Wünsche im Traum, wird die psychische Spannung im Traum vermindert. Deshalb bezeichnet Freud den Traum auch als „Hüter des Schlafes". Die Wurzeln des im Traum erfüllten Wunsches reichen ins unbewusst Verdrängte zurück. Die Zensur erlaubt bekanntlich das Auftauchen dieses unbewusst verdrängten Wunsches, jedoch in einer veränderten Form.

Welche Vorgehensweisen gibt es nun, um Träume zu deuten? Bei der Deutung von Träumen in der Analyse beschreibt Freud vier verschiedene technische Verfahren:

1. Hier erfolgt ein chronologisches Vorgehen. Man veranlasst den Träumer, seine Einfälle zu den einzelnen Traumelementen vorzubringen. Das ist das ursprüngliche klassische Verfahren. Freud hält diese Art von Verfahren für die Geeigneteste, um eigene Träume zu analysieren.

2. Bei diesem Vorgehen setzt die Deutungsarbeit an einzelnen ausgewählten Elementen des Traumes an, zum Beispiel an jenem Element, das die größte Deutlichkeit und Intensität besitzt.

3. Hier wird zunächst vom manifesten Trauminhalt abgesehen. An den Träumer wird die Frage gestellt, welche Ereignisse der letzten Tage in Verbindung mit dem Geträumten stehen könnten.

4. Ist der Träumer schon etwas mit der Technik der Deutung von Träumen vertraut, kann man auf jede Vorschrift verzichten und es dem Träumer freistellen, mit welchen Einfällen zum Traum er beginnen möchte.

Welche Methode man jeweils bei der Analyse anwendet, hängt von viele Faktoren ab, zum Beispiel von der Situation des Träumers selbst. Man kann nicht sagen, dass die eine Methode mehr oder weniger ergebnisreich ist, als die andere.

Ein wesentlich größeres Problem für den Analytiker ist der Widerstandsdruck, der bei der Analyse vorkommen kann. Über den Widerstandsdruck wird der Analytiker während der Analyse lange Zeit im Unklaren gelassen. Bei hohem Druck kann es dazu kommen, dass man zwar auf die Aussagen des Träumers achtet, man kann sie aber nicht verstehen. Bei ganz extrem hohem Widerstandsdruck kann es vorkommen, dass die Assoziation des Träumers in die Breite statt in die Tiefe geht. Anstelle der gewünschten Assoziationen zu dem erzählten Traum kommen immer neue Traumstücke zum Vorschein, die assoziationslos bleiben. „Nur wenn sich der Widerstand in Grenzen hält, kann es zur gewünschten Deutungsarbeit kommen. Die Assoziationen des Träumers werden ausgehend von den manifesten Traumele menten zunächst weit divergiert und im zweiten Vorgang der Assoziation zu den gesuchten Traumgedanken konvergiert"27. Erst dann kann ein Zusammenarbeiten des Analytikers mit dem Träumer möglich sein.

Die Verwendung von Träumen in der psychotherapeutischen Praxis kann sehr vielfältig sein. Oft wird sie als ergänzende Methode hinzugezogen. Ich möchte neben der klassischen analytischen Methode etwas näher auf die Bedeutung des Traumes in der Gruppenpsychotherapie eingehen. In der Gruppenpsychotherapie, auch wenn diese vorwiegend psychoanalytisch orientiert ist, berücksichtigt man einerseits den verbalen Interaktionsprozess bzw. den verbalen Ausdruck der Beteiligten. Auch die vielfältigen nonverbalen Ausdrücke, wie zum Beispiel mimische und pantomimische Ausdrucksweisen, aber vor allem das Traumgeschehen finden hier ihre Beachtung. Die Träume stehen zwar in Beziehung mit der Gruppe, aber sie stellen gleichzeitig den innerpsychischen Prozess in aller Deutlichkeit dar. Die Gefahr bei der Gruppenpsychotherapie ist die, dass sich manche Gruppenmitglieder nicht genug beachtet fühlen. Man kann nicht einfach von einem Gruppengeist sprechen, denn das Erleben und die Kognition (siehe 8.) spielt sich immer im Einzelnen ab.

Dennoch kann man aber von einem Gruppentraum sprechen, wenn wir den Traum als Zusammenhang des in einem einzelnen Gruppenteilnehmer Geträumten mit der Interaktion der Gruppenmitglieder auffassen. Was im Unbewussten des Einzelnen verarbeitet wird, kann sich in der Gruppentherapie auch fördernd für die Bearbeitung unbewusster Probleme von anderen Mitgliedern auswirken. Eine Hauptindikation der Gruppenpsychotherapie ist es, nicht nur Übertragung zu entwickeln, sondern auch Realitätserfahrung sammeln zu können.

In der analytischen Gruppenpsychotherapie, aber auch in den analytischen Selbsterfahrungsgruppen, begegnet man oft Träumen, die direkt auf das Gruppengeschehen hinweisen. Ein Traumbericht eines Mitgliedes kann darauf hinweisen, welche Bedeutung die Gruppe auf der Ebene der aktuellen Beziehungen und auch auf der Übertragungsebene erlangt hat. Im Traum einzelner Mitglieder, der auch die Gruppensituation widerspiegelt, drückt sich die Übertragung viel deutlicher aus, als in der äußeren Auseinandersetzung der Gruppe. Man kann beobachten, dass ein äußerliches Thema diskutiert wird, jedoch erst der Traum zeigt die Tiefenwirkung eines solchen Prozesses auf.

Bei Neurotikern und Psychosekranken können Träume, die durch Gruppenpsychotherapie hervorgebracht werden, tiefenpsychologische Zusammenhange erkennen lassen. Die Gruppenpsychotherapie kann auch eine Ich-Stärkung bewirken. Bei extremen Ich-Schwächen kann es wiederum zu Einbußen an Selbstgefühl kommen. Weitere Kennzeichen der Gruppenpsychotherapie sind, dass unbewusste Gefühle aus der Latenz hervorgehoben werden, dass die mannigfaltigen Interaktionen das realitätsintensive Geschehen der Gruppe bedingen und die bessere Aktivierung der Phantasietätigkeit.

Der Traum des Einzelnen kann ihm in der Gruppe den Weg weisen. Der Traum in der Gruppenanalyse stellt nicht nur eine via regia zum Unbewussten dar, wie Freud es von der Einzelanalyse her betrachtet, sondern führt auch zu einer Verbindung der anderen Mitglieder mittels einer gleichzeitigen Aktivierung unbewusster Phantasien. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, das Gruppengeschehen in die richtigen Bahnen zu lenken, falls es sich zu verlieren droht und es zu interpretieren unter Mitarbeit aller Beteiligten.

Julian Poser, 11/3

7. Resümee

Die Auseinandersetzung mit dem ausgewählten Thema war sehr interessant und reich an Erkenntnissen. Uns war die Schwierigkeit bei der Bearbeitung durchaus bewusst. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Traumdeutung ein Bereich der Wissenschaft darstellt. Auch wenn diese Ansicht schon von jeher kritisiert wurde, sind wir der Meinung, dass die Traumdeutung ernst zu nehmen ist. Es ist verständlich, dass zu früherer Zeit keine Kenntnisse über den Zusammenhang zwischen Traum und Gehirn vorhanden waren. Dennoch war eine wissenschaftliche Herangehensweise durchaus erkennbar. Dies zeigt sich an den Fortschritten, die besonders die Wissenschaftler aus dem Zeitalter der Antike vorweisen konnten. Mit zunehmender Erforschung des Gehirns und dessen Funktion und Arbeitsweisen erlangte man ein besseres Verständnis für die Psyche des Menschen. Damit stellten sich viele Thesen früherer Zeiten als wahr heraus, besonders die wichtigen Deutungen von Sigmund Freud, die zu jeder Zeit auch ihre Gegner hatten.

Doch auch in der Gegenwart ist man stets darum bemüht, mittels vielfältiger Experimente weitere Erkenntnisse zu erlangen. Sehr viele verschiedene Forschungsgruppen sind damit beschäftigt, die Einblicke in dieses Themengebiet weiter zu vertiefen.

Stefanie Danner, Julian Poser, Juliane Sondermann

8. Begriffserklärungen

1. Die Geschichte der Traumdeutung

- Sumer: Land in Mesopotanien südlich von Babylon - Uruk: Stadtstaat in Sumer

2. Über den Traum

- Somatisch: den Körper betreffend (hier: Reize des Körpers, von ihm ausgehend)28
- Subjektive Netzhauterregung: Erregung der lichtempfindliche Sinneszellen der Netzhaut, von Wünschen und Vorstellungen beeinflusst29
- Hypnagogisch: einschläfernd, zum Schlaf führend; den Schlaf betreffend30

4. Die Traumarten

- Luzid: lat. durchsichtig, klar, verständlich

5. Die Traumsymbole

- Präkognitiv: voraussehend, übersinnliches Vorherwissen der Zukunft31

6. Psychoanalyse

- Psychopathologisch: Hier: Theor ie von psychischen Abweichungen und Erkrankungen32

- Latenter Trauminhalt: durch Analyse und Deutung gefundenes Material und dadurch entstandener Inhalt des Traumes

- Manifester Trauminhalt: Traum, wie er in der Erinnerung vorliegt - Kognition: Wahrnehmung, Erkenntnis33

9. Selbstständigkeitserklärung

Hiermit erklären wir eidesstattlich, dass wir die vorliegende Arbeit selbstständig angefertigt und keine anderen als die genannten Hilfsmittel verwendet haben. Insbesondere versichern wir, dass wir alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht haben.

Jena, den 18.05.2001

10. Literaturverzeichnis

1 Freud, Sigmund: „Die Traumdeutung". Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1991.

2 Freud, Sigmund: „Essays". Bd. 1 - 3. Österreichische Bibliothek. Verlag Volk und Welt. Berlin 1988.

3 Schwarz, Aljoscha A. / Schweppe, Ronald P.: „Abenteuer Traum - Weg zum kreativen Träumen". Humboldt Verlag.

4 Gackenbach, Jayne & Bosveld, Jane: „Herrscher im Reich der Träume - kreative Problemlösunen durch luzides Träumen". Aurum Verlag.

5 Fink, Georg: „Traumdeutung - Mit großem Lexikon der Traumsymbole". Bassermann Verlag.

6 Zeitschrift: „Vivian"

7 Freud, Sigmund: „Zur Dynamik der Übertragung". Fischer Verlag. Frankfurt am Main 1992.

8 Freud, Sigmund: „Kleine Beiträge zur Traumlehre". Internationaler Psychoanalytischer Verlag. Leipzig, Wien, Zürich 1925.

9 Kemper, Werner: „Der Traum und seine Bedeutung". Rohwohlt Verlag. Hamburg 1955.

10 Wendt, Harro: „Traumbearbeitung in der Psychotherapie". Georg Thieme Verlag. Leipzig 1985.

11 Schöpf, Alfred: „Sigmund Freud". Verlag C. H. Beck. München 1982.

12 Battegay, Raymond u. Trenkel, Arthur: „Der Traum aus der Sicht verschiedener psychotherapeutischer Schulen". Verlag Hans Huber. Bern, Stuttgart, Toronto 1987.

13 Büchseuschütz, B.: „Der Traum im Altertum". Berlin 1868.

12 Bertelsmann Universallexikon in 20 Bänden. Gütersloh 1991.

13 CD-ROM. Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998. Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

14 Sigmund-Freud-Museum Wien.

http://freud.t0.or.at/freud/index-d.htm. Datum und Autor des Eintrags unbekannt

[...]


1 Altes Testament

2 Altes Testament

3 Genesis 41, 16

4 Aus „Traumdeutung" von Georg Fink, Textfragment aus Chester Beatty-Papyrus

5 Aus „Traumdeutung" von Georg Fink, Zitat nach Homer

6 Aus „Traumdeutung" von Georg Fink, Zitat nach Plutarch

7 Aus „Traumdeutung" von Georg Fink, Zitat nach Sueton

8 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Haffner

9 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Weygandt

10 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Jessen

11 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach J.G.E Maaß

12 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Hildebrandt

13 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Hildebrandt

14 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Strümpell

15 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Volkelt

16 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Hildebrandt

17 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Strümpell

18 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Binz

19 Aus „Traumdeutung" von Sigmund Freud, Zitat nach Scholz

20 Emile Coné

21 Goethe

22 Stephen LaBerge

23 Stephen LaBerge

24 Bruce Marcot

25 Vincent MacTiernan

26 Aus Sigmund Freud: „Essays", Bd. 2, S. 230

27 Aus „Die Traumdeutung" von Sigmund Freud

28 Microsoft ® Encarta ® 99 EnzyklopÄdie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

29 "Auge", Microsoft ® Encarta ® 99 EnzyklopÄdie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

30 Microsoft ® Encarta ® 99 EnzyklopÄdie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

31 Microsoft ® Encarta ® 99 EnzyklopÄdie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

32 Microsoft ® Encarta ® 99 EnzyklopÄdie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

33 Microsoft ® Encarta ® 99 Enzyk lopÄdie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Details

Seiten
31
Jahr
2001
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106552
Note
14
Schlagworte
Traumdeutung

Autor

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Titel: Schlafen und Träumen. Traumarten und Traumdeutung nach Sigmund Freud