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Motorische Entwicklung des Kindes

Referat / Aufsatz (Schule) 2002 8 Seiten

Psychologie - Entwicklungspsychologie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Definition Grundmotorik
1.2 Prinzipien der motorischen Entwicklung

2. Entwicklung der Motorik
2.1 Reflexe
2.2 Sensomotorik
2.3 Entwicklungsstufen im Säuglingsalter
2.4 Sinne in der motorischen Entwicklung
2.5 Grundspiele

3. Störungen
3.1 organisch bedingte
3.2 seelisch bedingte
3.3 erworbene
3.4 Lea-Test-Sehuntersuchung

4. Förderungsmöglichkeiten

5. Wertung

6. Quellen

Definition Grundmotorik:

- Gesamtheit aller Bewegungsabläufe eines Organismus

- wird unterteilt in Grobmotorik und Feinmotorik

Grobmotorik

-Bewegungen von Rumpf, Bauch, Becken, Rücken, Schultern, Armen, Beinen und Kopf

-z.B. Baby hebt den Kopf, dreht sich von der Rückenlage auf den Bauch, krabbeln, sich setzen, gehen und laufen

-Kind versucht, die Bewegungen solange durchzuführen, bis es sicher in dieser Bewegung ist

Bsp: Kind macht erste Schritte ->fällt ->steht auf und versucht es weiter

Feinmotorik

- Bewegungen von Finger, Zehen und des Gesichtes(Augen, Mund, Stimme und Mimik)

- Stimme und Mimik geben Auskunft über Befinden des Kindes Bsp: Kind folgt neugierig mit Augen der Bewegung eines farbenfrohen Gegenstandes und will danach greifen

Die 5 Prinzipien der motorischen Entwicklung

Entwicklungsrichtung

- Entwicklung verläuft von oben nach unten (beginnt beim Kopf und endet bei den Füssen)

->Bewegungen im Kopfbereich eher möglich als im Fußbereich

- je näher die Muskeln am Gehirn, desto mehr reifen sie

Wechselseitige Vorherrschaft

- Neugeborenes bewegt zunächst beide Arme und Beine gemeinsam ->lassen sich erst viel später und unabhängig voneinander bewegen

- Bsp:Säugling schleudert grundsätzlich immer beide Arme nach außen ->es gelingt ihm erst viel später gleichzeitig ein Arm nach innen und ein Arm nach außen zu bewegen

Funktionelle Asymmetrie

- beim Vorherrschen von best. Muskelpartien dominiert immer eine best. Körperseite

- Bsp:stärkere Beachtung der rechten Körperseite führt zu Rechtshändig-keit

Individuelle Reifung

- Geschwindigkeit der motor. Entwicklung und Ausprägung von Körper- gliedern und

Organen nach Größe und Stärke sind individuell untersch.

Selbstregulierende Fluktation

- Organismus gestaltet aufgrund von eigenen Informationen über den Stand der

Entwicklung selbst das weitere Reifungsgeschehen

2.Entwicklung der Motorik

- bereits ungeborene Kinder bewegen sich im Mutterleib
- z.B. Kind dreht sich, windet sich, streckt sich und tritt oder stößt die Mutter gegen die Gebärmutterwand
- bewegt sich zum Teil schnell und rhythmisch und zeigt spezifische, auslösbare

Reaktionen(=Reflexe)

2.1.Defintion Reflex:

- direkte und unmittelbare Reaktion auf einen Reiz

- Neugeborene verfügen über eine Reihe von Reflexen und koordinieren Bewegungen z.B.

Strampeln

- Reflexe sind z.B. Atmungsreflex, Saugreflex, Suchreflex(bei Berührung der Wange),

Greifreflex und Schreitreflex, der nach ca. 8 Wochen wieder verschwindet

- dies sind biologisch notwendige und lebenserhaltende Reflexe

- erste Lebensjahr ist die Zeit der intensivsten Bewegungsreifung

- Kind lernt neben anderen Bewegungen das Sitzen, Stehen und Gehen

- im etwa 4.Monat zeigen sich die ersten gesteuerten Bewegungen und es lernt erste

Koordinationsbewegungen von Auge und Hand, die sich zum Greifen entwickeln

- dies ist eine Verbindung von sensorischen und motorischen Leistungen (=Sensomotorik)

- S. bedeutet die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen aufgrund von

Sinnesrückmeldungen z.B. beim Greifen

Einzelne Entwicklungsstufen

Nach der Geburt:

- dreht in Bauchlage von allein Kopf zur Seite(Halsmuskeln reifen zuerst)

- bewegt in Rückenlage Arme und Beine gleichmäßig

- Auftreten des Greifreflex und Palma-Reflex(Sägling ballt die Faust, sobald seine

Handfläche berührt wird)

- Arme und Beine sind angezogen, Hände und Füsse geballt, da die Beugemuskeln besser gereift sind als die Streckmuskeln

1.-4.Monat:

- Entwicklung des Kopf-Haltens

- Streckmuskeln reifen aus

- Greifen bildet sich besser aus

- kann sich allmählich allein auf die Seite drehen

5.-8.Monat:

- versucht, sich auf die Beine zu stellen, wenn es zum Sitzen hochgezogen wird, und

stemmt sich mit den Zehen gegen die Unterlage

- greift gezielter nach Spielsachen

- steckt alles in den Mund

- "Sphinxstellung": stützt sich in der Bauchlage mit gestreckten Armen ab

- stützt sich im Sitzen mit den Armen seitlich ab, hält Balance

- ergreift mit den Händen die eigenen Füsse und steckt sie in den Mund

- hält das Fläschen selbst

- kann mit einer Hand mach Spielzeug greifen und sich gleichzeitig mit der anderen abstützen

- "Vierfüsslerstand": stützt sich in Bauchlage mit gestreckten Armen ab und hebt das

Gesäß an

- beginnt zu "robben"

9.-10.Monat:

- kann frei sitzen und sich nach vorne beugen, ohne umzufallen

- ergreift Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger im "Scherengriff"

- setzt sich aus der Bauchlage allein auf

- kann kurzzeitig stehen, wenn es sich festhält

- beginnt zu krabbeln

- greift im "Pinzettengriff"

11.-12.Monat:

- zieht sich an Möbeln hoch

- macht mit Hilfestellung die ersten Schritte

- versucht die ersten freien Schritte, ohne sich festzuhalten

- hält sich mit einer Hand im Stehen fest und hebt mit der anderen Gegenstände auf

15.Monat:

- kann fei stehen

- kann ohne Hilfe gehen

- fängt an, Ball zu rollen

- beginnt, Würfel aufeinander zu setzen

18.Monat:

- steigt Treppen, wenn es sich festhalten kann

- bückt sich, ohne umzufallen

- klettert

- zieht beim Gehen einen Gegenstand hinter sich her oder schiebt etwas

- geht rückwärts

- trinkt aus der Tasse und isst mit dem Löffel

bis 2 Jahre:

- steigt Treppen, auch ohne sich festzuhalten, zieht jedoch noch ein Bein nach

- kann einen Gegenstand mit dem Fuß anstoßen, ohne umzufallen

- kann rasch laufen, hüpfen und sich drehen

- das Ausmaß der Rückbildung im Alterist stark vom Ausmaß der Bewegung in

jüngeren Jahren abhängig

Sinne in der motorischen Entwicklung

- in Entwicklung spielen Sinne eine große Rolle

- Tastsinn

- wird auch taktiler Sinn genannt

- hat mit Berührungen zu tun

- durch die Haut nimmt das Kind die Umwelt wahr->fühlt und ertastet Gegenstände

- große Bedeutung für die geistige und körperliche Entwicklung

- enger und positiver Körperkontakt eines Säuglings mit der Mutter trainiert diesen Sinn und wirkt sich positiv anregend aus

- Aufgaben: Empfinden von Druck und Druckänderung, von Vibration und Spannung, von Kälte und Wärme und von Schmerz

- Gleichgewichtssinn

- sorgt für Regulierung des Gleichgewichts

- hinter dem Ohr befindet sich ein kleines bogenförmiges Gebilde, das mit einer Flüssigkeit gefüllt ist

- in den Bogengängen befinden sich mehrere 1000 Sinneszellen und feine Härchen

- bewegt sich der Kopf so, bewegt sich auch die Flüssigkeit in den Bogengängen

- feine Härchen schwingen und geben ihre Informationen an die Sinneszellen weiter

- Aufgabe: Drehbewegungen von Kopf und Körper zu erfassen und zu verarbeiten

- weitere Sinne sind Sehen, Hören, Riechen und Schmecken

- um Balance zu halten, ist das Zusammenspiel von Gleichgewichtssinn, Tastsinn,

Tiefenwahrnehmung und Sehen notwendig

---->Kinder brauchen Möglichkeit, diese Sinne anzuregen und zu entwickeln

--->nur so lernen sie, Balance zu halten

Grundspiele in der Motorik

- sind universelle und angeborene Spiele, die jedes Kind beherrscht

- kommen aus eigenen Antrieb

- mit G. wird die Grundmotorik des Kindes entwickelt und verfeinert

- knüpfen automatisch an den verschiedenen Entwicklungsstufen an

- haben oft einen sozialen Inhalt

- Bsp:Ball werfen, mit Wasser spielen, mit Klötzen bauen, Fangen spielen, ziehen und

schieben, schubsen und klettern, balancieren und schaukeln

- Bsp2:Kind schaukelt und summt dabei eine selbsterfundene Melodie --->es trainiert

damit den eigenen Rhythmus und gleichzeitig das Gleichgewicht

- Kinder machen sich ihre eigenen Spielregeln und fügen sich ein

- G. haben hohen Wert und stärken die Bewegungs- und Persönlichkeits- entwicklung des

Kindes

- wichtigste Elemente in jeder Art von Spiel und Sport sind: Balance, Über-

kreuzbewegungen und Rhythmus

- in allen G. kommt die bilaterale Integration vor(=Zusammenarbeit beider Körperseiten)

Störungen in der Entwicklung der Motorik

organisch bedingte Störungen

Spastische Lähmungen:

- durch Schädigungen der Großhirnrinde und der Nervenbahnen

- es kommt zur Lähmung beider beider Arme oder Beine oder der ganzen Körperseite

- oft verbunden mit einer Störung des Lageempfindens und der Koordination sowie mit

einer Intelligenzverminderung

Kinderlähmung(Poliomyelitis)

- als Folge von Krankheiten und einer Entzündung des Gehirns oder der Gehirnhäute

- beschädigt Muskulatur zur Bewegung und gelegenheitlich auch die Atemmuskulatur

Epilepsie

- äußert sich in Krampfanfällen mit Bewusstlosigkeit, gefolgt von Zuckungen, Starre und

Schaum vor den Mund oder auch in kurzzeitiger Abwesenheit bei starrem Gesichtsausdruck seelisch bedingte Störungen

- köperliche Anfälle und Lähmungen können Symptome dieser Störung sein

- nervöse Zuckungen, z.B. im Gesicht(Ticks) bzw. am ganzen Körper

- Unruhe in den Bewegungen erworbene Störungen

- sind meist Verzögerungen(Retardierungen) in der motorischen Entwicklung

- durch Einschränkungen des natürlichen Bewegungsdranges aufgrund enger räumlicher

Verhältnisse, sozialer Gegebenheiten, mangelnden Ansporns und mangelnder

Anregungen zur Bewegung

- Bsp:bei hospitalisierten Kindern, um die man sich zu wenig kümmert

- zu erkennen sind: unzureichende Entwicklung der Körpermuskulatur,

Kreislaufschwächen, organische Leistungsschäden, Haltungsschäden und psychische Verstimmtheit

- Störung im Bereich der Motorik bedeutet immer eine Beeinträchtigung anderer Persönlichkeitsmerkmale, da sich aus der Wechselwirkung

Folgestörungen in den kognitiven, psyichischen, emotionalen und sozialen Entwicklungen ergeben

Lea-Test-Sehuntersuchung bei Säuglingen

- bei der Untersuchung des Sehens für die Kommunikation versucht man folgende Frage zu beantworten: - gebraucht das Kind ein zentrales Sehen,

- hat das Kind einen normalen Blickkontakt

->Abbildung A zeigt 3 Monate altes Baby, das schon eine visuelle Kommunikation zu seiner Bezugsperson zeigt

- in Abbildung B hat ein 5 Monate altes Baby eine Spaltbildung in beiden Augen

- >es sieht so aus als würde das Baby an dem Gesicht des Erwachsenen vorbeisehen

- >es ist durch den abweichenden Blickkontakt gestört

- weitere mögliche Störungen könnte auch eine Akkomodationsstörung sein

- >Akkomodation:Scharfeinstellung des Auges durch Anpassung der Augenlinse an die Entfernung des Gegenstandes

- hier scheint das Kind den Augenkontakt zu vermeiden und deshalb den Kopf zur Seite zu wenden, wenn die Mutter ganz nahe war ->man setzte dem Baby nun eine Lesebrille auf, woraufhin das Kind einen normalen Blickkontakt herstellte ->es zeigte nach einigen Sekunden auch ein soziales Lächeln

- solch eine Akkomodationsstörung tritt bei Kindern mit motorischen Störungen auf sowie bei Down Syndrom Kindern

- Hiding Heidi Test: man beobachtet so die Folgebewegungen eines Kindes

- Bsp:man setzt einen Säugling vor eine Scheibe, die wie eine Mauer aussieht->man nimmt nun einen Stab und bewegt ihn hinter der Scheibe von der einen zur anderen

Seite->Kind verfolgt mit den Augen den Stab->wenn man nun den Stab hinter der Mauer anhält->setzen bei einem Kind mit normalen Folgebewegungen die Augenbewegungen fort->Augen bewegen sich dann in Blickrichtung des Mauerrands an der anderen Seite>dies ist ein Zeichen für vorhandene Augenmotorik

Förderungsmöglichkeiten der Motorik

- in den ersten Lebensjahren ist eine Förderung der motorischen Entwicklung möglich und erforderlich

Bsp:ein Kind braucht, um gehen zu lernen, feste Knochen und eine ausgereifte Beinmuskulatur, die den körper stützen kann -> es braucht aber auch die Anregung durch Eltern und andere Personen um diese Muskulatur zu betätigen und zu gehen

- Kind wird dazu angeregt und ermuntert, sich zu bewegen bzw. sportlich aktiv zu sein Bsp:Kind bekommt Spielsachen gezeigt, die es ergreifen soll oder zu denen es hinkrabbeln oder hingehen soll

- Kind kann sich frei bewegen, sein Bewegungsdrang wir dnicht durch Ermahnungen oder tadel unterdrückt oder durch einengende Kleidung oder Schuhe gehemmt

- bei all seinen sportlichen oder motorischen Tätigkeiten werden für das Kind Erfolgserlebnisse arrangiert

- Kind erhält bei körperlichen Störungen medizinsche oder heilpädagogische

Behandlungen, z.B.krankengymnastik

- gesunde Ernährung

- Förderung der Grobmotorik durch Bewegungsspiele(z.B.Fangen), Ball-spiele,

Babyschwimmen, usw.

- Förderung der Feinmotorik durch Fingerspiele, Kneten mit Plastilin, Malen, Falten, usw.

- bei allen Förderungsmöglichkeiten muss der Reifungszustand des Kindes

beachtet werden, damit das Kind nicht überfordert wird

Wertung

Nine

- Meinung, dass man das Kind von Geburt an fördern sollte, vor allem in den ersten

Lebensjahren, aber auch im Jugendalter

- dies ist wichtig, um den Bewegungsdrang des Kindes zu befriedigen und mögliche

Störungen zu vermeiden

- außerdem fördert es die geistige Entwicklung, z.B. Kommunikation & Kontakt zu anderen

Kindern

ich

- bin der gleichen Meinung wie Janine und finde aber auch, dass man auch über das

Jugendalter hinaus etwas für den Körper tun sollte, damit man in Bewegung bleibt

- erstens:es hält fit und man bleibt gesünder

- zweitens: ist das Ausmaß der Rückbildung im Alter stark von der Bewegung in den jüngeren Jahren abhängig

Quellen

- Psychologie-Lehrbuch Hobmaier

- www.grundmotorik.de

- www.medizinfo.com

- www.uni-duesseldorf.de

- www.lea-test.sgic.fi

Details

Seiten
8
Jahr
2002
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106405
Note
13 Punkte
Schlagworte
Motorische Entwicklung Kindes

Autor

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Titel: Motorische Entwicklung des Kindes