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Dürrenmatt, Friedrich - Die Physiker

Referat / Aufsatz (Schule) 2002 15 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Autor
1.2. Inhalt
1.3. Beschränkung

2. Hauptteil
2.1. Biographie
2.2. Verhältnisse
2.2.1. Manuskripte
2.2.2. Familie
2.2.3. Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd
2.2.4. Monika
2.2.5. Newton und Einstein
2.2.6. Salomo
2.3. Charakter

3. Schlussteil

4. Anmerkungsverzeichnis

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Autor

Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 in Konolfingen, im Kanton Bern, geboren. Sein Vater war Pfarrer und sein Grossvater war ein konservativer Nationalrat und Dichter. Friedrich Dürrenmatt besuchte ein Gymnasium und studierte anschliessend Philosophie, Literatur und Naturwissenschaften. Mit dem Schreiben begann er während des Zweiten Weltkrieges, den er, in der Schweiz lebend, durch Zeitungen und Rundfunk erlebte. Seine ersten Werke haben eine schauerliche Note an sich. In seinem gesamten Schaffen der damaligen Zeit sind makabere und absurde Begebenheiten zu finden. Die ersten Dramen von Dürrenmatt erschienen nach dem Zweiten Weltkrieg. Friedrich Dürrenmatt errang mit seinen gesellschaftskritischen Werken viele Ehrungen und Ehrentitel. In allen diesen Stücken ist eine grausame und machthungrige Hauptperson. Er versuchte als einer der Ersten, die noch keine fünf Jahre zurückliegende Vergangenheit aufzuarbeiten und dem Trauma, das der Zweite Weltkrieg bei allen Menschen hinterliess, ein Ende zu bereiten. 1946 heiratete er die Schauspielerin Lotti Geissler, 1947 kam Sohn Peter zu Welt. Dürrenmatt geriet 1951, durch seine Zuckerkrankheit, der Geburt seiner Tochter Ruth und einigen Misserfolgen in finanzielle Bedrängnis. Er begann 1950 für eine Zeitung an einem Fortsetzungsroman zu schreiben. Der Roman wurde ein grosser Erfolg, es war sein erster Kriminalroman. Sein zweiter Kriminalroman war eine Fortsetzung des Ersten. Nach seinen Erfolgen als Kriminalautor begann sich Dürrenmatt mehr mit Gesellschaftsproblemen zu beschäftigen. Es entstanden die wahrscheinlich wichtigsten Werke Dürrenmatts: „Der Besuch der alten Dame“(1956) und „Die Physiker“ (1962). Als Hintergrund zu den Stücken zählen der Abwurf der Atombombe am Ende des Zweiten Weltkrieges, die Kuba-Krise, der kalte Krieg und wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Atomenergie. Im Januar 1983 starb seine Frau Lotti und im Mai 1984 heiratete er die Filmemacherin, Schauspielerin und Journalistin Charlotte Kerr. Friedrich Dürrenmatt starb am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.

1.2. Inhalt

„Die Physiker“ spielt in einem Irrenhaus. Während im neugebauten Teil die Prominenten wohnen, leben im alten Teil nur noch drei Patienten. Es sind drei Physiker. Gründerin und Leiterin des Irrenhauses ist Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd. Auf dem Boden des Salons liegt die Leiche einer Krankenschwester. Der Inspektor befragt die Oberschwester zur Person des Täters und zur Person des Opfers. Der Täter ist Ernst Heinrich Ernesti, einer der drei Physiker. Er hält sich für Einstein. Als Herbert Georg Beutler, der sich für Newton hält, erfährt, dass Einstein eine Krankenschwester erdrosselt hat, kann er es nicht glauben, er jedoch hat auch schon eine Krankenschwester ermordet. Der Inspektor ermahnt Frl. Doktor Mathilde von Zahnd, dass der Staatsanwalt männliche Pfleger anstellen möchte, wegen den Morden.

Lina, die Ex-Frau von Johann Wilhelm Möbius, der vorgibt ihm erscheine Salomo, besucht mit den drei Kindern und ihrem neuen Mann, Missionar Rose, Möbius, um sich von ihm zu verabschieden. Sie möchte Möbius mitteilen, dass sie mit ihrer Familie auswandern wird und davor, wollte sie den Kindern ihren Vater bekannt machen. Möbius ist über den Besuch nicht erfreut und beschimpft seine Ex-Frau, worauf sie und die Familie das Irrenhaus verlassen. Schwester Monika muss Möbius beruhigen. Monika und Möbius unterhalten sich, wobei sie ihm ihre Liebe gesteht. Sie sagt ihm, dass sie das Irrenhaus verlassen können. Möbius wird es zuviel und er erdrosselt Monika. Nach dem dritten Mord übernehmen männliche Pfleger die Arbeit im Irrenhaus.

Am nächsten Tag überrascht Newton die anderen Zwei mit einem Geständnis. Er sagt, dass er Alec Jaspar Kilton ist, der Begründer der Entsprechungslehre. Er ist ins Irrenhaus eingeschlichen um Möbius auszuspionieren. Er arbeitet für einen Geheimdienst. Nach diesem Geständnis gibt auch Einstein zu, dass er nicht verrückt ist. Er ist Joseph Eisler, der Entdecker des Eisler-Effekts, und auch er arbeitet für einen Geheimdienst. Er ist nur im Irrenhaus um Möbius auszuspionieren. Zuletzt gesteht noch Möbius, dass er nur im Irrenhaus ist, um seine Entdeckungen von der Menschheit fernzuhalten, denn die Folgen könnten verheerend sein. Newton und Einstein wollen Möbius überreden mit ihnen zu kommen. Möbius hatte den Ernst der Lage vorhin erkannt und die Manuskripte verbrannt. Möbius bittet Newton und Einstein in Irrenhaus zu bleiben. Da erscheint Frl. Doktor Mathilde von Zahnd und sagt, dass man das Gespräch abgehört hat. Ausserdem erzählt sie, dass sie die Manuskripte jahrelang fotokopiert hat. Dies alles habe sie im Auftrage Salomos gemacht. Hier zeigt sich, dass Frl. Doktor Mathilde von Zahnd verrückt geworden ist. Für die drei Physiker heisst das, dass sie im Irrenhaus bleiben müssen.

1.3. Beschränkung

Ich beschränke mich bei meiner Probefacharbeit auf die Person von Möbius. Ich analysiere seine Verhältnisse zu anderen Personen, seine Biographie und seinen Charakter.

2. Hauptteil

2.1. Biographie

Möbius ist ein vierzigjähriger, etwas unbeholfener Mann. Er ist seit 15 Jahren im Irrenhaus und sein Zustand bleibt seit Jahren unverändert. Er war ein Waisenkind und lernte als 15-jähriger Junge, als Gymnasiast, seine Ex-Frau Lina kennen. Er war arm und seine Ex-Frau ermöglichte ihm das Abitur und später das Studium der Physik, wo er einer der Besten war. Er schrieb sogar eine Dissertation. An seinem 20. Geburtstag haben Lina und er geheiratet. Vier Jahre später kam Adolf-Friedrich, der älteste Sohn, zur Welt. Endlich stand eine Professur in Aussicht, da wurde Johann Wilhelm Möbius „krank“. An der Universität winkte Ruhm, in der Industrie Geld. Er war sich bewusst, dass wenn er seine Arbeiten veröffentlicht hätte, dass das der Umsturz der Wissenschaft und das Zusammenbrechen des wirtschaftlichen Gefüges zur Folge gehabt hätte. Deshalb liess er seine akademische Karriere fahren, die Industrie fallen und überliess seine Familie ihrem Schicksal, während er vorgab, dass ihm König Salomo erschiene und ins Irrenhaus abwanderte. Das machte Möbius nur, um seine Entdeckungen vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten, denn er ist sich bewusst, was die Folgen sein könnten.

2.2. Verhältnisse

2.2.1. Manuskripte

Möbius gibt an, dass Salomo ihm die Entdeckungen diktiert habe. Er habe sie nur notiert. Alle glauben ihm das, besonders Monika. Sie glaubt, dass Möbius von Salomo auserwählt ist und er mit den Manuskripten unbedingt an die Öffentlichkeit gehen soll. Sie hat sogar ein Treffen mit Professor Scherbert organisiert, der die Manuskripte überprüfen will.

Newton und Einstein sind seht erstaunt, als Möbius ihnen sagt, dass er die einheitliche Feldtheorie gefunden habe.

„Einstein: Zum Lachen. Da versuchen Horden gut besoldeter Physiker in riesigen staatlichen Laboratorien seit Jahren vergeblich in der Physik weiterzukommen, und Sie erledigen das en passant im Irrenhaus am Schreibtisch.“8

Newton fragt ihn, nur so zum Spass, ob er das System aller möglichen Erfindungen auch gefunden habe. Möbius meint dazu ganz trocken, dass er sie aus Neugierde auch aufgestellt habe. Alle möchten die Manuskripte vermarkten, Monika, Newton, Einstein und auch Frl. Doktor Mathilde von Zahnd. Sie alle kennen jedoch die Folgen nicht. Möbius ist der wichtigste Mann, seine Manuskripte sind jedoch wichtiger. Newton und Einstein wollten einander sogar mit den Revolvern bekämpfen, nur damit sie an die Manuskripten kommen. Da muss Möbius gestehen, dass er sie soeben verbrannt hat. Möbius erklärt sein Verhalten so:

„Es gibt Risiken, die man nicht eingehen darf: Der Untergang der Menschheit ist ein solches. Die Vernunft forderte diesen Schritt. Unsere Wissenschaft ist schrecklich geworden, unsere Forschungen gefährlich, unsere Erkenntnisse tödlich.“9

Seine ganzen Vorsichtsmassnahmen waren jedoch vergebens, denn Frl. Doktor Mathilde von Zahnd hat Möbius‘ Manuskripte alle fotokopiert . Als Newton, Einstein und Möbius das erfahren, wissen sie, dass das das Ende der Welt bedeutet.

2.2.2. Familie

Möbius hat zu seiner Familie keinen Kontakt, da er seit 15 Jahren in der Anstalt lebt. Seine drei Söhne hat er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen. Seine Familie kommt ihn besuchen, um sich gleich wieder von ihm zu verabschieden, sie wandern nämlich aus. Seine Ex-Frau möchte nur das Beste für Möbius und ihre Kinder. Dass sich seine Frau Sorgen macht sieht man hier:

„Lina Rose zu Frl. Doktor: Wie geht es meinem Johann Wilhelmlein?“6

Obwohl sie sich von ihm scheiden liess, kümmerte sie sich immer um ihn. Sie hat ihm den Aufenthalt im Irrenhaus und auch das Studium finanziert. Als Möbius das erste Mal seit langem mit seinen Söhnen spricht, werden bei ihm Erinnerungen wach. Er möchte auch gleich wissen, was sie werden wollen. Der jüngste Sohn möchte auch Physiker werden. Möbius verbietet es ihm jedoch, weil er Angst um seinen Sohn hat. Der neue Mann von seiner Ex-Frau, Herr Rose, wird ihm vorgestellt. Möbius hat inzwischen sogar vergessen, dass er von Lina geschieden ist. Es freut ihn jedoch, dass seine Frau einen so tüchtigen Mann und seine Kinder einen so tüchtigen (Stief-)Vater haben. Als die Knaben ihm etwas auf der Blockflöte vorspielen, rastet er aus. Er jagt sie fort. Das machte er nur, um ihnen den Abschied zu erleichtern.

„Möbius: Schiebt ab! Für immer!...“7

Dieses Zitat zeigt, dass die Familie Möbius jetzt mit gutem Gewissen vergessen kann.

2.2.3. Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd

Frl. Doktor Mathilde von Zahnd und Möbius haben nicht so ein inniges Verhältnis.

„Frl. Doktor: Für wen sich meine Patienten halten, bestimme ich.“5

Dieses Zitat zeigt, dass Frl. Doktor Mathilde von Zahnd meint, sie habe die Macht über ihre Patienten. Jedoch zeigt sich, dass die Irren die Macht über sie haben, denn sie ruinieren den Ruf der Anstalt durch ihre drei Morde. Frl. Doktor Mathilde von Zahnd hatte davor immer Angst. Im Laufe des Stückes stellt sich heraus, dass Frl. Doktor Mathilde von Zahnd eine intelligente, aber falsche Person ist. So gesteht sie, dass sie Möbius jahrelang betäubt hat und dass sie die Aufzeichnungen von Salomo fotokopierte. Salomo habe sie dazu gezwungen, weil Möbius ihn verraten hat. Sie hat sich dadurch ein Vermögen verdient. Frl. Doktor Mathilde von Zahnd hetzte sogar die drei Krankenschwestern auf die Verrückten, um sie unschädlich zu machen. Das zeigt, dass sie nicht gerade friedvoll miteinander umgehen, sondern dass Frl. Doktor Mathilde von Zahnd Möbius immer nur ausgenutzt hat.

2.2.4. Monika

Monika pflegt Möbius seit zwei Jahren. Als sich Möbius und Monika das erste Mal ungestört unterhalten, gesteht sie ihm ihre Liebe, nachdem er ausgerastet ist, weil seine Familie ihn besuchte. Möbius und Monika müssen auch gleich voneinander Abschied nehmen, denn ab dem nächsten Tag übernehmen Pfleger die Arbeit im Irrenhaus. Möbius und Monika liebten sich und genau das wurde ihr zum Verhängnis. Möbius hat sie mit einer Vorhangskordel ermordet. Er entschuldigt den Mord so: Sie hätte auch gewollt, dass er die Manuskripte veröffentlicht und das ist ja bekanntlich nicht in Möbius‘ Interesse. Sie wollte ihn aus dem Irrenhaus nehmen, sie wollte ihn heiraten, er hätte frei sein können. Vor Frl. Doktor Mathilde von Zahnd entschuldigt er den Mord jedoch so: Salomo habe es ihm befohlen. Es ist immer Salomo Schuld, bei Frl. Doktor Mathilde von Zahnd, weil sie Möbius die Informationen gestohlen hat und auch bei Möbius, weil er Monika ermordete. Vor dem Inspektor sagt er, dass er ihn bittet ihn zu verhaften. Das zeigt, dass es ihm doch irgendwie leid tut. Als Monika hinaustransportiert wird, schreit Möbius. Er spielt, dass es ihm leid tut. Monika machte Möbius Vorwürfe, dass er Salomo nicht geheimgehalten hat. Sie glaubt, er müsse dafür büssen. Monika kann es nicht glauben, dass Möbius sie fortschickt. Möbius möchte gar nicht, dass Monika ihn liebt, weil er weiss, dass es nur Schwierigkeiten bringt. Doch Monika gibt nicht so schnell auf. Sie möchte sich für ihn aufopfern. Schliesslich gesteht auch Möbius Monika, dass er sie liebt. Es ist jedoch fraglich, ob er sie liebt. Wieso bringt er sie kurze Zeit später um? Wieso sagt er ihr, dass er sie liebt? War es nur ein Akt der Höflichkeit? Gleichzeitig, als er Monika die Liebe auch gesteht, warnt er sie, denn die anderen Zwei haben auch Krankenschwestern ermordet - aus Liebe. Dies ist jedoch nur eine Ausrede, denn er hat Angst vor der Entdeckung und der Veröffentlichung der Manuskripte und vor den Folgen. Schwester Monika zweifelt an, dass er verrückt ist. Sie glaubt, dass er nicht verrückt ist, weil jeder Irre von sich behauptet, dass er nicht verrückt ist. Sie glaubt ihm, dass ihm König Salomo erscheint. Wieso? Macht Liebe blind? Ist sie verrückt? Am Schluss, als er die anderen Zwei überreden konnte dazubleiben, stossen sie an und Möbius gedenkt Monika.

„Deine Liebe segne die Freundschaft, die wir drei Physiker in deinem Namen geschlossen haben. Gib uns Kraft, als Narren das Geheimnis unserer Wissenschaft treu zu bewahren“4

Dies ist das letzte Mal, als Möbius von Monika spricht. Es klingt ein bisschen wie bei einer Beerdigung, wenn man endgültig Abschied von jemandem nimmt. Mit dem „Geheimnis unserer Wissenschaft“ spielt Möbius natürlich auf sein Geheimnis, die Manuskripte, an.

2.2.5. Newton und Einstein

Newton, Einstein und Möbius pflegen ein freundschaftliches Verhältnis. Da jedoch jeder in eine Rolle geschlüpft ist, weiss man nicht so genau, wie gut sie sich wirklich verstehen. Sie wohnen zwar im gleichen Teil des Irrenhauses, wissen aber nicht so viel voneinander, denn jeder lebt zurückgezogen in seiner eigenen Welt. Erst gegen Ende des Stückes, als sich Einstein und Newton zu erkennen geben, zeigt sich wie gut sie sich wirklich verstehen. Besonders gut sieht man das bei dieser Stelle:

„Möbius: Ihr müsst bei mir im Irrenhaus bleiben.

Einstein: Ich bleibe.

Newton: Ich bleibe auch.“1

Dass Newton und Einstein Möbius den Gefallen erweisen, zeigt, dass sie Freunde geworden sind. Für Möbius ist es die einzige Chance unentdeckt zu bleiben. Newton und Möbius müssen es sich gut überlegen, da draussen die Geheimdienste auf Informationen warten. Newton ist erst unzufrieden.

„Ihre persönlichen Gefühle in Ehren, aber Sie sind ein Genie und als solches Allgemeingut. Sie drangen in neue Gebiete der Physik vor.[...]Sie haben die Pflicht, die Türe auch uns aufzuschliessen, den Nicht-Genialen“2

Möbius bittet sie, ihren Geheimdiensten zu sagen, dass sie sich geirrt hätten. Er sei wirklich verrückt. Ein weiteres Argument, das Möbius nennt, dass sie drinnen bleiben, ist, dass sie Mörder sind und draussen würden sie verhaftet werden. Hier gesteht Newton, dass er Schwester Dorothea nur umgebracht hat, weil seine Mission in Frage stand. Bevor Möbius sie endgültig zur Überzeugung bringt, tut er jedoch so, als interessiere er sich für die Geheimdienste und stellt Fragen, um Newton und Einstein Hoffnungen zu machen. Er interessiert sich nicht für das Geld, sondern für die Freiheit, die er bei den Geheimdiensten hätte. Jedoch muss er erfahren, dass er bei beiden Geheimdiensten keine Freiheiten hat, dass er ihnen völlig ausgeliefert ist. Newton und Einstein sind sogar bereit, falls sich Möbius nicht entscheiden kann, sich mit den Revolvern zu bekämpfen. In diesem Augenblick muss Möbius ihnen gestehen, dass er die Manuskripte verbrannt hat. Einstein erkennt dann richtig, dass sie ihm endgültig ausgeliefert sind. Möbius sieht dies als seine Chance und bittet die Beiden, mit ihm im Irrenhaus zu bleiben.

Möbius möchte natürlich auch wissen wie denn Newton und Einstein auf seine Spur gekommen sind.

„Newton: Ich las zufällig Ihre Dissertation über die Grundlagen einer neuen Physik. Zuerst hielt ich die Abhandlung für eine Spielerei. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte es mit dem genialsten Dokument der neueren Physik zu tun. ich begann über den Verfasser nachzuforschen und kam nicht weiter. Darauf informierte ich den Geheimdienst, und der kam dann weiter.“3

Hier sieht man wie fasziniert Newton von Möbius ist. Er würde auch alles machen um ihn für seinen Geheimdienst zu gewinnen. Er hätte sogar sein Leben gelassen. Natürlich hat Einstein die Dissertation auch nicht kalt gelassen. Auch er ist fasziniert von Möbius und seinen Manuskripten.

Am Schluss als Frl. Doktor Mathilde von Zahnd den Raum betritt und erzählt, dass Newton und Einstein aufgeflogen sind, halten die Drei wieder zusammen, obwohl sie jetzt gezwungener Massen im Irrenhaus bleiben müssen - ein Leben lang.

2.2.6. Salomo

„Salomo ist ein König. Einst war er unermesslich reich, weise und gottesfürchtig. Ob seiner Macht erzitterten die Gewaltigen. Er war ein Fürst des Friedens und der Gerechtigkeit. Aber seine Weisheit zerstörten seine Gottesfurcht und als er Gott nicht mehr fürchtete, zerstörte seine Weisheit sein Reichtum.“10

So ist es auch bei Möbius. Er ist sehr weise und seine Weisheit kann die Welt zerstören.

Möbius gesteht Frl. Doktor Mathilde von Zahnd, dass er Salomo nur erfunden hat, um seine Entdeckungen geheimzuhalten. Monika macht Möbius Vorwürfe, dass er Salomo nicht verschwiegen hat. Sie glaubt, dass Möbius Salomo verraten hat. Sie glaubt ihm sogar, dass Salomo ihm echt erscheint. Sie denkt, dass Möbius auserwählt ist und die Manuskripte veröffentlichen soll. König Salomo hat befohlen, dass Möbius Monika umbringt. Salomo ist der eigentliche Held dieser Komödie, denn durch Salomo konnte Möbius die Manuskripte geheimhalten und er kam nicht ins Gefängnis als er Monika ermordete. Er konnte die Manuskripte jedoch nur solange geheimhalten, bis Salomo Frl. Doktor Mathilde von Zahnd erschien. So traf genau das durch Salomo ein, was Möbius durch Salomo verhindern wollte.

2.3. Charakter

Möbius ist ein Überredungskünstler. So konnte er Newton und Einstein dazu bewegen im Irrenhaus zu bleiben und nichts den Geheimdiensten zu berichten:

„Newton: Möbius! Sie können von uns doch nicht verlangen, dass wir ewig - Möbius: Meine einzige Chance, doch noch unentdeckt zu bleiben. Nur im Irrenhaus dürfen wir noch denken. In der Freiheit sind unserer Gedanken Sprengstoff.

[...]

Newton: Gibt es wirklich keinen anderen Ausweg?

Möbius: Keinen.

Einstein: Ich bleibe.

Newton: Ich bleibe auch. Für immer.“11

Ein anderes Argument das er aufbringt ist, dass sie Mörder sind, weil sie die Krankenschwestern töteten und in der Freiheit Mörder verhaftet werden. In einer anderen Szene, als Möbius Monika vor der Liebe warnt, zeigt sich auch, dass er gut überreden kann.

Daran, dass Möbius ein guter Schauspieler ist, kann man wohl nicht zweifeln. Er hat echt Talent. Er spielte Newton, Einstein, Frl. Doktor Mathilde von Zahnd, Schwester Monika und seiner Familie 15 Jahre lang, die Geschichte mit Salomo vor. Niemandem kamen irgendwelche Zweifel. Schwester Monika glaubt es ihm sogar, sie glaubt ihm zumindest an die Möglichkeit. Beim Mord an Monika sagt Möbius, dass Salomo den Mord befahl, auch niemand zweifelte daran. Das zeigt, dass er sehr glaubenswürdig erscheint.

Möbius ist neugierig, denn er wollte sehr genau über die Geheimdienste bescheidwissen, obwohl er von Anfang an wusste, dass er weder zu Newtons noch zu Einsteins Geheimdienst gehen wird. Möbius stellte auch nur aus Neugierde das System aller möglichen Erfindungen auf. Er wollte nur die Auswirkungen studieren. Möbius ist sehr vernünftig, denn obwohl in der Industrie Geld und an der Universität Ruhm winkte, dachte er an die Folgen der Arbeiten und entschied sich lieber sein ganzes Leben eingeschlossen zu sein als die Menschheit zu ruinieren. Er sagt auch, dass es Risiken gibt, die man nicht eingehen darf und der Untergang der Menschheit ist ein solches.

„Möbius: Die Vernunft forderte diesen Schritt. Unsere Wissenschaft ist schrecklich geworden, unsere Forschung gefährlich, unsere Erkenntnisse tödlich.“12

Er kam ins Irrenhaus, weil er vorgab Salomo erscheine ihm. Das machte er nur um seine Entdeckungen geheimzuhalten. Diese Handlung weist auch eine grosse Vernunft auf. Dass er vernünftig ist, zeigt sich auch, als Möbius nicht aus dem Irrenhaus fliehen will, weil er und die Menschheit sicherer sind, wenn er weiter im Irrenhaus bleibt.

Möbius ist der Entdecker grosser Formeln. Hunderte anderer Physiker haben es versucht, Möbius hat es geschafft, d. h. dass er sehr intelligent ist, einfach ein Genie. Das tolle daran ist, dass er kein bisschen abgehoben ist, und immer an die Folgen gedacht hat.

3. Schlussteil

Dürrenmatt thematisiert im Buch „Die Physiker“, dass man durch kleine Formeln, die ganze Welt zerstören kann. Wenn alle Wissenschaftler jedoch so verantwortungsbewusst wären, wie Möbius, wären da natürlich keine Sorgen nötig. Ich finde, dass Möbius ein wirklich intelligenter, verantwortungsbewusster Mensch ist, denn ins Irrenhaus wären die wenigsten gegangen, wenn man reich und berühmt hätte werden können. Möbius muss auch ein guter Schauspieler sein, denn er hat 15 Jahre lang, allen vorgespielt, dass ihm Salomo erscheine und er hat keinen Fehler gemacht, denn sonst wäre er sofort aufgeflogen. Auf Möbius herrschte ein enormer Druck nichts falsches zu sagen oder zu machen. Ich finde es eine erstaunliche Leistung von Möbius wie er Newton und Einstein dazu überredete im Irrenhaus zu bleiben, denn auch sie hätten reich und berühmt werden können. Beachtlich ist natürlich auch, dass Newton und Einstein sich überreden liessen. Trotzdem geht die Geschichte nicht glücklich aus, denn Frl. Doktor Mathilde von Zahnd fotokopierte alle Aufzeichnungen von Möbius. So traf genau das durch Salomo ein, was Möbius durch Salomo verhindern wollte. Eigentlich wäre es jetzt unnötig im Irrenhaus zu bleiben, doch sie können nicht mehr fliehen, denn das Irrenhaus ist von Wärtern umstellt, so sind sie trotzdem gezwungen zu bleiben.

4. Anmerkungsverzeichnis

5. Literaturverzeichnis

Dürrenmatt, Friedrich: Die Physiker. Zürich (Diogenes) 1998

1 S. 75/76

2 S. 68

3 S. 64

4 S. 77

5 S. 25

6 S. 32

7 S. 42

8 S. 69

9 S. 73/74

10 S. 86/87

11 S. 75/76

12 S. 74

Details

Seiten
15
Jahr
2002
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106366
Note
Schlagworte
Dürrenmatt Friedrich Physiker

Autor

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Titel: Dürrenmatt, Friedrich - Die Physiker