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Schnitzler, Arthur - Liebelei

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 6 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Autor

Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. Er war Jude und fühlte sich dadurch immer halb fremd und halb zu Hause. Er befasste sich hauptsächlich mit erotischen Problemen und mit der Darstellung schwieriger seelischer Zustände (z.B. aus Liebe in den Tod). Die Beziehung zwi- schen Mann und Frau war immer wieder Hauptthema seiner Werke, gerade weil er Schwierigkeiten mit den weiblichen Geschöpfen hatte. Einige seiner Stücke wurden zensuriert und durften auch nicht aufgeführt werden, wie z.b. „Der grüne Kakadu“, „Der Reigen“ und „Professor Bernhardi“. Er gilt als Vertreter der Wiener Moderne. Schnitzler verfügte über eine scharfe psychologische Einführung und Darstel- lung. Er hatte einen impressionistischen* Schreibstil. Arthur Schnitzler starb am 21. Oktober 1931 in Wien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* impressionistischer Stil:

- Sichtbarmachung von Stimmungen
- Wiedergabe des augenblicklichen subjektiven Eindrucks
- Drama und Roman als Darstellung des Seelenzustandes

Uraufführung: 9. Oktober 1895 im Burgtheater in Wien

Entstanden: 1894, Wiener Moderne

Ort: Wien

Personen :

- Christine Weiring
- Hans Weiring (ihr Vater)
- Mizi Schlager (Modistin)
- Fritz Lobheimer (junger Mann)
- Theodor Kaiser (junger Mann)
- Katharina Binder (Frau eines Strumpfwirkers)

Zum Stück

Das Drama „Liebelei“ von Arthur Schnitzler ist in drei Akte eingeteilt und entsteht in der Epoche der Wiener Moderne. Der Schauplatz im ersten Akt, ist Fritzens und im zweiten und im dritten Akt, Christines und ihres Vaters Wohnung. Das Milieu ist der gehobene Mittelstand und das Arbeitermilieu. Das Stück handelt von einer innigen Liebe einer jungen, bürgerlichen Frau zu einem Mann aus besserer Gesellschaft. Lei- der wird ihre Liebe nicht erwidert. Erst als es zu spät ist, merkt auch er, dass er sich bei ihr wohlfühlt.

Inhalt

In Fritz ’ Wohnung: Theodor will seinen Freund Fritz von einer alten Liebe ablenken und organisiert ein Abendessen mit zwei Damen, Mizi und Christine. Christine bringt einen Blumenstrauß für Fritz mit, um ihm zu zeigen, wie gern sie ihn hat. Beim und nach dem Abendessen unterhalten sich die vier ausgezeichnet, als plötzlich der Ehemann der ehemaligen Geliebten von Fritz bei der Tür hereinkommt und ihm seine Liebesbriefe an dessen Frau auf den Tisch wirft. Der Herr fordert von Fritz die Liebesbriefe von seiner Gattin, welche er ihm aber nicht gibt. Daraufhin lässt Fritz den Herren wissen, dass er die Herausforderung zu einem Duell annimmt.

In der Dachwohnung von Christines Vater: Christine sagt zu ihrem Vater, dass sie Kopfschmerzen habe. Nachdem Mizi und Christine sich allein in der Wohnung befinden, erklärt Christine ihr, dass Fritz sie sitzen lassen hat. Mizi versucht sie zu trösten. Als Fritz, nachdem Mizi gegangen ist, doch kommt, und Christine versucht zu erklären, dass er sie liebt, kommt Theodor dazu und gibt vor, dass er und Fritzfür einige Tage auf das Gut seiner Eltern für einige Tage fahren. Mit einem "Leb wohl" verabschiedet sich Fritz von Christine.

In der Wohnung der Weirings: Christine erzählt Mizi, dass sie ihre Liebe zu Fritz ihrem Vater gebeichtet hat. Herr Weiring, der erfahren hat, dass Fritz bei einem Duell ums Leben gekommen ist, versucht Christine auf die schönen Seiten des Lebens aufmerksam zu machen, um ihre Fixiertheit auf Fritz etwas zu schwächen. Trotzdem ahnt Christine etwas von dem Unglück. Voller Entsetzen erfährt sie, dass Fritz bei einem Duell wegen einer anderen Frau ums Leben gekommen ist. Christine stürzt sich danach aus dem Fenster.

Charakteristiken:

Christine Weiring

Christine ist ein schüchternes, herziges, hübsches und liebes Mädchen. „ Sie ist wirk- lich ein Schatz. So anhänglich, so lieb “ (S 109) Christine sehnt sich nach einem Part- ner, der sie wirklich liebt. Als sie Fritz kennen lernt, glaubt sie, die wahre Liebe ge- funden zu haben. Doch für Fritz ist sie nur ein Abenteuer, bei dem er sich erholen kann. „ Wie ich mich nach so einer Zärtlichkeit ohne Verpflichtung gesehnt habe, an dem ich mich von den ewigen Aufregungen und Martern erholen kann. “ (S 108) Ihre Freundin Mizi stellt keine Forderungen an die Beziehung zu Theodor, doch Christine ist um einiges sensibler. Sie weiß, dass sie nur eine Art „Zeitvertreib“ für ihn ist. . „ Hab keine Angst, Fritz ... ich weißja, dass es nicht für immer ist. “ (S 116) Trotzdem liebt sie ihn innig. „ Du bist mein Alles, Fritz ... Ich weißes ... Ich hab dich lieb. “ (S 116)

Als sich Fritz, bei ihren letzten Treffen so herzlich von Christin verabschiedet, beginnt sie auf eine längere Beziehung zu hoffen. Fritz drückt sie an sein Herz „Leb wohl!“ (S 150)

Einige Tage später muss Christine jedoch durch Dritte erfahren, dass ihr Geliebter wegen einer anderen gestorben ist, verspürt sie einen furchtbaren Schmerz. In diesem Moment begreift sie, dass sie doch nur eine „Liebelei“ war. „ Ich bin ihm nichts gewesen als ein Zeitvertreib - und für eine andere ist er gestorben -! Und ich - hab ’ ihn angebetet! ... Er hat von mir fortgehn können, mit einem Lächeln und sich für eine andere niederschießen lassen... “ (S 159)

Um die alte Liebe zu vergessen, stürzt sie sich aus Angst vor der Wiederkehr dieses Schmerzes in den Tod.

Fritz Lobheimer

Fritz hat eine Affäre zu einer verheirateten Frau. Doch diese Beziehung kann er nicht aufrecht halten, weil ihr Mann etwas davon erfahren hat. "Hier sind ihre Briefe. Ich bitte um die, die sie erhalten haben " (S 125) Um sich von seinem Liebeskummer etwas abzulenken fängt er eine Liebelei mit Christine an. Jedoch ist es für ihn nur eine Art Entspannung und für Christine die wahre Liebe.

"Wenn ich nur wüsste dass du mich gern hast - da wär ja alles ganz gut." (S 129) Fritz vereinbart hinter Christines Rücken ein Duell mit dem Mann der verheirateten Frau. Theodor muss ihm versprechen Christine nichts zu sagen. "Dass sie das gar nichts angeht." (S 127) Er fällt bei diesem Duell und hinterlässt die verzweifelte Christine. "... für diese Frau die er geliebt hat - Ihr Mann - ja, ihr Mann hat ihn um- gebracht" (S 158)

Theodor Kaiser

Theodor ein fescher, wohlhabender Wiener Student, der mit der lebenslustigen Mizi liiert ist, ist der beste Freund von Fritz Lobheimer. Er hat Angst um ihn, dass dieser „ eines Tages mit jener Frau auf und davon geht oder sogar getötet wird “ (S. 107) und empfiehlt ihm als Erholung von der strapaziösen "Liebestragödie" mit einer verheirateten Frau aus der "guten" Gesellschaft - eine kleine, unverbindliche "Liebelei" mit Christine Weiring.

„ Erholen! Das ist der tiefere Sinn. Zum Erholen sind sie da. Drum bin ich auch immer gegen die sogenannten interessanten Weiber. Die Weiber haben nicht interessant zu sein, sondern angenehm. “ (S. 109)

Am liebsten verbringt Theodor mit Mizi und Christine ein stimmungsvolles Soiree - bei Kerzenlicht, leiser Klaviermusik und belangloser Konversation in Fritzens Woh- nung.

„ Siehst du, Fritz, solche Abende sind meine Schwärmerei. Da fühl ich mich behag lich “ (S. 117)

Theodor ist eben ein Mann für den Frauen nur eine Art Spielzeug darstellen. Er lässt sich auf eine Beziehung nur aus reinem Vergnügen ein, ohne dabei treu zu sein und auf die Frau Rücksicht zu nehmen.

„ Wenn wir heute das letzte Mal mit denen zusammen wären, wir wären doch nicht weniger fidel, was? “ (S. 117)

Es ist für ihn auch eine Art Schutzmechanismus um nicht verletzt werden zu können.

„ Du musst dein Glück suchen, wo ich es bisher gesucht und gefunden habe, dort, wo es keine großen Szenen, keine Gefahren, keine tragischen Verwicklungen gibt, wo der Beginn keine besonderen Schwierigkeiten und das Ende keine Qualen hat, wo man lächelnd den ersten Kuss empfängt und mit sehr sanfter Rührung scheidet. “ (S. 109)

Mizi Schlager

Mizi, die Freundin von Christine, die ein Jahr lang in einem Modistengeschäft gearbeitet hat und auf Wunsch ihrer Mutter wieder eintreten soll, ist eine enttäuschte Frau, die nicht mehr an die wahre Liebe glaubt.

„ ... er ist ein Mann wie die anderen und alle zusammen sind ´ s nicht eine böse Sund` wert, so setzt du dir weißGott was für Sachen in den Kopf. Ich sag ´ s ja immer: Den Männern soll manüberhaupt kein Wort glauben. “ ( S. 142)

Sie betrachtet die Beziehung zum Mann vornehmlich unter dem Aspekt von Sicherheit und Profit und findet die "schöne" und "prachtvoll" eingerichtete Wohnung von Fritz imponierend. „ Lauter so schöne Sachen haben sie da! ... “ (S. 111) Zur Zeit ist Mizi mit Theodor zusammen, sie weiß aber auch, dass dies nur eine kurz andauernde Romanze ist

„ Weg werden sie ja sein. -Aber zurückkommen werden sie halt nicht - zu uns we nigstens nicht. “ (S. 152)

Ihr ist es im Gegensatz zu Christine auch egal, wie lang die Beziehung anhält.

„ Na ja - ob heut oder morgen - oder in einem halben Jahr, das kommt doch schon auf eins heraus. „ (S. 153)

Hans Weiring

Herr Weiring ist ein sehr einfühlsamer und verständnisvoller Vater, der seine Tochter über alles liebt.

"... ich weiß, dass ich dich lieb hab, dass du mein einziges Kind bist" (S 156)

Er lässt seiner Tochter ihre Jugend genießen, denn er will einen alten Fehler nicht noch einmal wiederholen. Herr Weiring hat seine Schwester immer vor allem Glück und Unglück zu bewahren versucht und bereut es jetzt nach ihrem Tod sehr, weil er ihr nicht das Recht richtig leben zu können gab.

"... das junge Mädel ist so allmählich das alte Fräulein geworden, - da hab ich erst zu spüren angefangen, was ich eigentlich getan hab!" (S 138)

Nachdem Christine erfahren hat, dass Fritz tot ist, weil er sich wegen einer anderen Frau duelliert hat, ist ihr Schmerz zu groß. Nach ihrem Tod quält sich Herr Weiring mit Vorwürfen, warum er nicht versucht hat Christine vor der Liebe zu Fritz zu schüt- zen.

Er sieht durchs Fenster ins Leere. "Sie kommt nicht wieder - sie kommt nicht wie der!" Er sinkt laut schluchzend zu Boden. (S161)

Katharina Binder

Sie glaubt nicht an das Glück der Liebe und wirft Christine ihre Beziehung zu Fritz vor. Sie ist der Meinung, dass eine Frau damit glücklich sein soll, dass sie einen Mann bekommt, wie sie Herrn Binder, der einen guten Beruf hat, denn mehr ist ihr nicht bestimmt. „ Wenn mein Mann auch ein Strumpfwirker ist, er ist ein honetter und ein braver Mann,über den ich mich nie zu beklagen gehabt hab ’ ... “ (S. 137)

Interpretation

Arthur Schnitzler wollte mit diesem Drama wohl darauf aufmerksam machen, dass Liebe ein sehr dehnbarer Begriff ist. Von echter, tief verwurzelter Liebe bis zu einer oberflächlichen Liebelei. Er wollte auch darauf hinweisen, dass Einsicht oft zu spät kommt und der Tod schneller sein kann. Auch das Problem der Ständeklausel wird indirekt angesprochen. Schnitzler selbst hatte Probleme mit der Beziehung zu Frauen, gerade deshalb versuchte er auch diese in seinem Werk zu verarbeiten. Außerdem war Arthur Schnitzler, ein Mensch der etwas von Psychologie verstand.

Eigene Meinung

Uns hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es die Gefühle der Menschen und ihre „Be- ziehungen“ zu Männern oder Frauen sehr genau behandelt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in das Verhältnis zwischen Frauen und Männer der damaligen Zeit. Es handelt aber nicht nur von vorübergehenden Romanzen, sondern auch von der falsch verstandenen Liebe, für die Christine sogar bis in den Tod gegangen ist.

Details

Seiten
6
Jahr
2001
Dateigröße
611 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106251
Note
eins
Schlagworte
Schnitzler Arthur Liebelei

Autor

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Titel: Schnitzler, Arthur - Liebelei