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Lawrence, Louise - Children of the dust - Der Jugendroman - Geeignete Literatur für den gymnasialen Englischunterricht?

Facharbeit (Schule) 2002 22 Seiten

Englisch - Literatur, Werke

Leseprobe

Gliederung

1. Einführung
a. Hinführung zum Thema
b. Kurze Inhaltsangabe

2. Warum das Thema „Atomkrieg und dessen mögliche Folgen“?
a. Warum „Children of the dust“?
b. Das Werk im Aspekt politischer Jugendbildung
c. Was wäre im Ernstfall? - Eine Authentizitätsbetrachtung

3. Überprüfung des Romans anhand offizieller Richtlinien für Jugendromane
a. Vorgaben der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS)“
b. Gegenüberstellung des Buches mit dem Lehrplan für den Englisch-Unterricht an bayerischen Gymnasien
c. Britische Maßstäbe für Jugendliteratur verglichen mit „Children of the dust“

4. Kernfrage: Eignung von „Children Of The Dust“ für den gymnasialen Englischunterricht
a. Zusammenfassung wichtiger Kriterien
b. Über die Eignung für den Unterricht
c. Klassenempfehlung

5. Schlussbemerkungen - Reaktionen von Schülern, die den Roman im Unterricht behandelt haben

6. Anhang
a. Übersichtskarte zum Buch
b. Quellenverzeichnis
c. Bestätigung über die selbständige Anfertigung der Facharbeit

1. Einführung

a. Hinführung zum Thema

Der Erziehungsauftrag an Schulen, insbesondere an Gymnasien in Bayern und der Bundesrepublik bekommt eine immer größer werdende Bedeutung. So ergeht nicht nur die Forderung, dass Schüler im Laufe ihrer Schulzeit ein gewisses Maßan Allgemeinbildung, sondern auch über den Unterricht hinaus etwas über grundlegende Verhaltensweisen, den Umgang mit anderen, Gemeinschaft und Verantwortung, sowie über Schlüsselqualifikationen für das spätere Berufsleben erfahren.

In einer Zeit des wachsenden Anspruchs an den Bildungsauftrag der Schulen ändern sich auch die Maßstäbe der Unterrichtsinhalte. Unter diesem Aspekt ergeben sich sehr spezielle Maßstäbe, welche Kriterien die im Unterricht zu behandelnde Literatur erfüllen soll.

Ganz anders und vergleichsweise offen sind jedoch die offiziellen Anforderungen an das Genre Jugendbuch. Im Wesentlichen sind hier vor allem der erzieherische Charakter (dieser kann sich auf alle denkbaren Lebensbereiche beziehen) und eine jugendgerechte sprachliche Aufbereitung (das heißt: keine obszönen Ausdrücke o.ä.) zu nennen. Die Beschreibung von roher Gewalt und natürlich deren Propagierung findet selbstredend in Jugendbüchern absolut keinen Platz.

Unter den verschiedensten Gesichtspunkten soll nun in der vorliegenden Facharbeit erörtert werden, inwiefern das Buch „Children of the dust“ von Louise Lawrence den verschiedensten Erwartungen an Literatur für die Jugend entspricht. Vor allem der pädagogische Wert des Romans im Hinblick auf politische Jugendbildung soll hier zur Geltung kommen. Dies beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Entstehungszeit, bzw. der weltanschaulichen Überzeugung der Autorin selbst und nimmt dann Bezug auf offizielle Maßstäbe der Indizierungsstelle BPjS1, britischen Ansprüchen an Jugendliteratur und den Lehrplan für den Englisch-Unterricht. In der Zusammenfassung wird „Children of the dust“ auf Tauglichkeit für den gymnasialen Englischunterricht überprüft, woran sich die Meinung von Schülern, die das Buch bereits im Unterricht behandelten, anknüpft.

Und tatsächlich: Die nähere Beschäftigung mit diesem außerordentlich gelungenen Werk von Louise Lawrence wirft eine Fülle unterschiedlicher Facetten des menschlichen Miteinanders und einer pazifistischen Weltanschauung auf, die in vielerlei Hinsicht das Verständnis und den Horizont eines Schülers erweitern kann, wie im Folgenden erläutert werden soll.

b. Kurze Inhaltsangabe

Louise Lawrence beschreibt in ihrem Roman das Schicksal der Familie Harnden während und nach einem Atomschlag, der sich über ganz Großbritannien erstreckt und den nur ein sehr kleiner Teil der britischen Bevölkerung überlebt. Zum Zeit des Angriffs ist Vater Bill nicht zuhause bei seiner Familie, er lebt Jahrzehnte weiter, nachdem er durch Zufall Unterschlupf in einem Atomschutzbunker findet. Der Rest der Familie, Mutter Veronica, Sarah, Catherine und William, überlebt den Angriff zwar in ihrem Haus, nach einigen Wochen sterben sie. Nur Catherine kann durch ihre Intuition überleben, indem sie das verseuchte Wasser nicht trinkt. Sie wird von ihrer Schwester Sarah zu dem autark lebenden Freund der Familie gebracht, dem Farmer Johnson, wo sie unter den härtest denkbaren Bedingungen weiterlebt. Mit dem ca. 30 Jahre älteren Mann zeugt sie Jahre später sieben Kinder, von denen sechs wegen schwerwiegenden genetischen Defekten sterben. Ihrem einzig lebendigem Kind Lilith sind aber schwere Mutationen, sowie eine übersinnliche Feinfühligkeit anzumerken, was als Folge der atomaren Strahlung anzusehen ist.

Bill Harnden zeugt mit einer Klon-Expertin im Bunker eine Tochter: Ophelia. Die Bunkerbewohner sind über Jahrzehnte bemüht, ansatzweise wieder die Vorkriegszustände herzustellen, dies scheitert jedoch, wie im dritten Kapitel zu sehen ist: Hier wird das Bild der Welt gezeichnet, wie es 60 Jahre nach der atomaren Zerstörung Großbritanniens aussehen könnte. Es ist von behaarten Mutanten die Rede, die in einer grauen Welt leben, zusammen mit einer Minderheit, die das ist, was vor dem Atomschlag als Mensch verstanden werden konnte.

2. Warum das Thema „Atomkrieg und dessen mögliche Folgen“

a. Warum „Children of the dust“?

„Children of the Dust“ erschien erstmals 1985, also in den letzten Jahren des Kalten Krieges. In den Jahren davor war die politische Diskussion eng mit der Angst vor Atomwaffen verbunden. Louise Lawrence hat diese Angst selbst verspürt, Ihre Kinder nahmen regelmäßig an Protestmärschen teil2. Dies war für Lawrence, die seit den 70er Science Fiction, Fantasy oder Gruselgeschichten schreibt, die Inspiration, eine Erzählung zu schreiben, die von einem Atomschlag auf Großbritannien und dessen Folgen ausgeht. Wenn es nun darum geht, zu erörtern, ob der fiktive Atomkrieg geeignete Jugendliteratur ist, soll an dieser Stelle zunächst ein Zitat von L. Lawrence angeführt werden:

„ I write for teenagers; the books contain fantasy elements in a realistic setting - a combination of ordinary human characters influenced by extraordinary forces. Each story also touches upon some wider contemporary issue, such as violence, religion, the role of women, life after death, the conflict of science and nature. [ … ] ”

Wir sehen also, dass es der Autorin am Herzen liegt, in einem greifbaren, gängigen Szenario ihre handelnden Personen in Szene zu setzen. Ihr Roman deckt dabei mehrere der genannten Themenbereiche ab:

- Gewalt: Atomwaffen; zwischenmenschliche, ins tierische abdriftende Gewalt aus Hunger und Verzweiflung; Kindermord; Suizid)
- Religion: direkte Frage nach Gott; ethischer Aspekt: Mutanten; Bibel: Schöpfungsbericht; christl. Weltanschauung
- Die Rolle der Frau: Im gesamten Roman haben Frauen die führende, verbindende Funktion, wie z.B. Sarah, die „auserwählte“ Catherine, Erica, Lilith
- Der Konflikt zwischen Natur und Wissenschaft: Klonen, ansatzweiser Versuch der Wiederherstellung der „alten Welt“ durch die Wissenschaft => Vereitelung durch die Realität.
- Leben nach dem Tod: Dieses Thema ist im Roman nur im religiösen Aspekt aufgegriffen, wie etwa das Weiterleben im Himmel

So ist also erkennbar, dass die Autorin einige für ihre Zeit sehr bedeutsamen Themen aufgegriffen hat. So hat der Roman einen sehr ernstzunehmenden politischen Bildungscharakter, auf den im nächsten Punkt näher eingegangen werden soll.

b. Das Werk im Aspekt politischer Jugendbildung

In „Children of the dust“ wird der angenommene politische Konflikt zwar nicht beschrieben (wir können allerdings davon ausgehen, dass hier auf den Kalten Krieg angespielt wird), trotzdem ist für die Besprechung im Unterricht die sachliche politische Diskussion wohl nicht wegzudenken.

Bis zum 11.9.2001, 15.00 MEZ, konnte man der Auffassung sein, dass der im Buch beschriebene politische Konflikt in gewissen Zügen überholt war, denn immerhin war der Kalte Krieg zu diesem Zeitpunkt 11 Jahre vorbei. Aus diesem erlangte die Autorin jedoch ihre Inspiration für den Roman. So erschien es bei oberflächlicher Betrachtung, dass sich in der globalen Politik westliche und östliche Staaten innerhalb einer mehr oder weniger einigen Bündnispolitik annäherten (=>erwägter NATO-Beitritt Russlands, G7-Staaten + Russland, Dialog über Menschenrechte in China, Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea etc.). So schien der mögliche Einsatz schwerer Sprengwaffen in weitere Ferne gerückt.

Nach den Attentaten auf zwei herausragende Symbole der westlichen Welt, das World Trade Center und das Pentagon, stellte sich jedoch schnell heraus, dass der neue Feind unserer Zivilisation nicht (Wettrüst-)Konflikte und Kriege zwischen den Ländern sind, sondern ein nicht einzuschätzender terroristischer Apparat (Auch der Konflikt zwischen Indien und Pakistan hängt damit zusammen, genauso wie der Nahost-Konflikt nun unter diesem Aspekt gesehen werden muss.). Es eröffnet sich hier eine neue Dimension der politisch bildenden Begleitarbeit, die im Unterricht zu „Children of the dust“ zu leisten ist. Da das Buch auch emotional eine große Wirkung hat (eine Schülerin berichtete sogar von Albträumen), werden Schüler dessen Besprechung zwangsläufig auf eine politische Diskussion hinlenken. So lässt sich also feststellen, dass die Behandlung des Romans im Unterricht nicht nur sehr mit den Fächern Sozialkunde und Geschichte korrespondiert, sondern auch im EnglischUnterricht (und das nicht nur aus aktuellem Anlass) ein hohes Maßan Begleitarbeit im Hinblick auf das moderne demokratische Staatsverständnis3, die globale Bündnispolitik (vereinte Nationen, NATO), sowie die grassierende Bedrohung des terroristischen Untergrunds erfordert.

c. Was wäre im Ernstfall? - Eine Authentizitätsbetrachtung

Eine Frage, die sich beim Lesen des Romans aufdrängt ist, ob die Beschreibung des Verhaltens und der Auswirkungen bei einem Atomschlag auch der Realität entspricht. Die Tatsache, dass es sich hier um einen Roman der Kategorie „Fiction“ handelt, ist jedoch nicht außer Acht zu lassen und man muss erkennen, dass die Frage nach Authentizität daher nicht allzu sehr ins Gewicht fallen sollte.

Für diesen Teil der Facharbeit wurde eine Erörterung von Joachim Kohnen mit dem Titel „Deutschland 1966: Ernstfall Dritter Weltkrieg“4 herangezogen. Der in der Arbeit beschriebene Fall lässt sich natürlich problemlos auf Großbritannien übertragen. Es ist zu vermuten, dass die Arbeit von Kohnen wie auch „Children of the dust“ auf den Erkenntnissen der Atomdetonationen von Hiroshima und Nagasaki basiert. Hier sah man die realen Auswirkungen einer Atombombe von 20 Kilotonnen (KT) Sprengkraft. Geht man davon aus, dass nun eine einzige Bombe mit 20 KT detoniert, wäre folgendes der Fall:

„ Aus dem Detonationszentrum entwickelt sich in Sekundenbruchteilen eine Kugel hei ßer, leuchtender Gase mit einer Temperatur von mehreren Millionen Grad Celsius ... Der Feuerball sendet eine thermische Strahlung aus, die sich aus Licht- und W ärmestrahlung zusammensetzt und sich gradlinig mit Lichtgeschwindigkeit (300 000 km/sec) nach allen Richtungen ausbreitet.[...] Die absolute Todeszone w ären demnach etwa 1380 Meter mit schwerer Strahlenkrankheit und bis zu 100% Todesf ällen (wenn der Tod nicht schon durch Hitze oder Druckwelle eintritt). In 1420 Metern Entfernung w äre noch eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 50 % (bezogen auf die Verstrahlung) gegeben. Dabei geht die Vorschrift allerdings von dem akuten Geschehen zur Zeit des Angriffs aus und berücksichtigt sehr wahrscheinlich nicht sp ätere Todesf älle, wie sie noch nach Jahrzehnten durch die Rückstandsstrahlung verursacht auftreten können. “ 5

Dies ist das höllische Szenario bei der Explosion einer Atombombe von 20 KT. Joachim Kohnen bemerkt weiter, dass im Falle eines „Dritten Weltkrieges“ hunderte von Atombomben ein Land treffen könnten und jede einzelne könne durchaus die tausendfache Kraft besitzen, wenn man den heutigen Entwicklungsstand berücksichtigt. Wäre die beschriebene Situation im Buch Realität, können wir davon ausgehen, dass in einer Stadt wie London oder Bristol buchstäblich kein Stein mehr auf dem anderen stehen würde Im konkret beschriebenen Fall, von dem Louise Lawrence ausgeht, sind die Symptome der Verstrahlung durchaus realistisch:

„ Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen [...] Haarausfall, Entzündungen des Magen-Darmkanals, Durchf älle, Haut- und Gewebsblutungen, Ver änderung des Blutbildes, Abmagerung und Ausbruch von Infektionskrankheiten [...] Tod. “ (a.a.O.)

Wenn wir nun davon ausgehen, dass in Bristol eine Atombombe detoniert, so würde in der Ortschaft Gloucester (=>Anhang: Karte) folgende Regelung greifen:

„ Schutz bestehe grunds ätzlich in „ Deckungen “ , und zwar im „ Ausnutzen vorhandener natürlicher und künstlicher Deckungen “ und im „ Herstellen künstlicher Deckungen “ - also „ Duck and cover “ . Empfohlen werden Garagen, trümmersichere Kellerr äume, Löcher und Gr äben, ggf. mit Balken und Brettern als behelfsm äßiger Decke. Auch die Kleidung biete Schutz, allerdings nur in genügendem Abstand. “

Die Schutzmaßnahmen, die im ersten Kapitel von „Children of the dust“ beschrieben sind, wären also korrekt. Hier fällt schon auf, dass man sogar in einer Ortschaft, die ca. 50 km vom Detonationszentrum (Nullpunkt, NP) mit dem Tod innerhalb weniger Wochen zu rechnen hat und zwar als Folge der Strahlung. An dieser Stelle sei noch bemerkt, dass sämtliche Helfer und Sanitäter in der angenommenen Situation nur sich selbst helfen könnten, was folgendes Zitat verdeutlicht:

„ Vor der verbleibenden Rückstandsstrahlung schützen sich die Helfer mit Arbeitsanzügen, abgedichtet an Hals, Armen und Beinen, mit Schals, Handschuhen und ABC-Schutzmasken. Die Gammastrahlung trifft sie allerdings in voller St ärke, sobald sie abgedichtete R äume (mit 50cm Betonw änden) verlassen. Das müssen sie aber, wenn sie helfen sollen. Eine Situation, in der die Helfer hilflos werden. “

Diese Auszüge zeigen die Ausweglosigkeit, in der sich Veronica, Sarah, Catherine und William befinden. Das langfristige Überleben von Catherine ist daher sehr anzuzweifeln, auch wenn Sie das mit dem „Dust“ verseuchte Wasser nicht getrunken hat. Es geht aus der Erörterung Kohnens weiter hervor, dass die Helfer und Sanitäter im Ernstfall nur sich selbst und sonst niemandem helfen könnten6. Es ist davon auszugehen, dass im Radius mehrerer hundert Kilometer apokalyptische Zustände ausbrechen würden, die ein Autor sich nicht vorzustellen vermag.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im zweiten Kapitel muss die Authentizität weit mehr hinterfragt werden. Es ist hier die Rede vom „Avon Bunker“, der 750 Menschen über 2 Jahre mit allen lebensnotwendigen Dingen versorgt. Auch andere Bunker dieser Größenordnung werden erwähnt. Zur Entstehungszeit des Buches konnte das unter keinen Umständen möglich sein. Hierzu soll nun ein Beispiel herangezogen werden7 8:

Von 1960 bis 1972 wurde im Auftrag der Bundesregierung ein sogenannter „Ausweichsitz für Verfassungsorgane“ südlich von Bonn errichtet. Joachim Kohnen nennt diesen Bunker mit insgesamt 19 km langen Tunneln, die in 5 Teile gegliedert sind und ca. 3000 Personen Schutz gewähren, den größten Atombunker der Welt („Dienststelle Marienthal“ oder „Rosengarten“ genannt). Davon ist mittlerweile nicht mehr auszugehen, denn zum Beispiel in Washington D.C. sind auf der Achse vom Capitol Hill bis zum Weißen Haus auf 12 Stockwerken in gigantischeren Dimensionen die bombensicheren Notfall- Entscheidungsstellen des Pentagons und der CIA untergebracht9. Auf jeden Fall werden solche Bunker, wie sie Louise Lawrence beschreibt, nur für die obersten Verfassungsorgane gebaut, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Eine Überlebenszeit von 2 Jahren wäre aber nicht gegeben. Im „Rosengarten“ hätten zwar 3000 Personen leben können, aber das maximal für 30 Tage. Da keine gegenteiligen Beispiele vorliegen (der Entwicklungsstand solcher Bunker wird natürlich geheimgehalten), ist also festzustellen, dass das 2. Kapitel im Buch nicht authentisch ist, zumal Louise Lawrence das Beispiel „Rosengarten“ ja auch noch nicht zur Verfügung stand. Wir müssen davon ausgehen, dass solche „Kapseln“ nur für die führenden politischen Persönlichkeiten eines Staates offen sind, und das nur, um noch letzte Entscheidungen auf den Weg zu bringen und nicht um zu überleben. Ebenso ist eine solche Fülle von Bunkern, wie sie Louise Lawrence beschreibt wohl auszuschließen, denn der immense Finanz- und Bauaufwand könnte vor der Bevölkerung nicht geheimgehalten werden.

Lesen Sie zu diesem Abschnitt auch das entsprechende Kapitel In Joachim Kohnens Arbeit durch. Hier erhalten Sie weitere aufschlussreiche Informationen über die Dienststelle Marienthal. Auch im Internet werden hierzu viele Informationen angeboten: www.dienststellemarienthal.de

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieser Gang führt zu 936 Schlafräumen und ist 1,2 km lang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Kanzlerbett

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kommandozentrale

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Operationssaal

Zum dritten Kapitel kann man hinsichtlich der Authentizität an dieser Stelle keine Aussagen machen. Dies wäre Thema einer ganzen Dissertation. Sicher ist, dass die extreme Strahleneinwirkung das menschliche Erbgut nachhaltig und schwerwiegend verändern würde; ob sich das in dieser Weise ausprägt, kann man letzten Endes in diesem Rahmen nicht verbindlich sagen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: „Children of the dust“ S. 176

3. Überprüfung des Romans anhand offizieller Richtlinien für Jugendromane

a. Vorgaben der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS)“

10 Das Wirken der Prüfstelle stützt sich auf Art. 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland:

"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äu ßern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug änglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gew ährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."

Dies wird eingeschränkt durch den Artikel 2, der die freie Entfaltung der Persönlichkeit vorsieht. Da sich dies hauptsächlich auf die Kindererziehung bezieht, ist also die Existenz der Bundesprüfstelle nicht zuletzt dazu notwendig, einen Kompromiss zwischen Art. 2 und Art. 5 GG zu finden. Die Stelle zensiert nicht, sie indiziert und wird auf Anträge von einer der über 800 berechtigten Stellen tätig. Ihre Aufgabe fasst die BPjS so zusammen:

„ Jugendgef ährdende Medien auf Antrag von Jugendministern und - ämtern strafbewehrten Verboten zu unterwerfen, damit sie nur noch Erwachsenen, nicht aber Kindern zug änglich sind. Förderung wertorientierter Medienerziehung Förderung von Selbstkontrolle der Gewerbetreibenden Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Probleme des Jugendmedienschutzes. “

Ausgeschlossen vom Indizierungsverfahren der BPjS sind Video- und Kinofilme, die von der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) mit einer Altersempfehlung versehen werden. Die Arbeit der FSK ist also für diese Facharbeit nicht relevant.

Die BPjS setzt für ihre Indizierungsarbeit folgenden Maßstab an:

„ Schriften, die geeignet sind, Kinder oder Jugendliche sittlich zu gef ährden, sind in eine Liste aufzunehmen. Dazu z ählen vor allem unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewaltt ätigkeit, Verbrechen oder Rassenha ßanreizende sowie den Krieg verherrlichende Schriften".

Folgende Kategorien werden als schwer jugendgefährdend eingestuft:

„ [...] rassistische, den Holocaust leugnende Medien, gewaltverherrlichende, gewaltverharmlosende Medien und solche, die Gewalt in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellen; pornographische Medien und sonstige offensichtlich schwer jugendgef ährdende Medien, z.B. solche, die den Drogenkonsum verherrlichen oder verharmlosen. “ „ Schwer jugendgef ährdende Medien gelten kraft Gesetzes als indiziert. Die Abgabe- und Verbreitungsbeschr änkungen gelten also auch ohne Indizierung durch die Bundesprüfstelle. “

Wenn man diese Richtlinien auf „Children of the dust“ anwendet, wird deutlich, dass der Gewalt-Aspekt hier am ehesten naheliegt. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man sagen, dass das Buch sehr wohl eine große und vernichtende Gewalt beschreibt. Man muss jedoch sehen, dass dies mit einer pazifistischen Intention geschieht, die Jugendlichen lehren und nicht hetzen will. An keiner Stelle des Buches wird konkret rohe Gewalt beschrieben, genauso wie sich verwerfliche Ausdrücke nicht finden11.

Anhand der Vorgaben der BPjS ist also im Buch kein Anhaltspunkt zu bemerken, durch den man das Werk als „jugendgefährdend“ bezeichnen könnte.

b. Gegenüberstellung des Buches mit dem Lehrplan für den Englisch-Unterricht an bayerischen Gymnasien

(ausgehend vom Lehrplan für das Fach Englisch als 2. Fremdsprache)

Der Lehrplan sieht für die zehnte Jahrgangsstufe Literatur vor, in deren Rahmen „Children of the dust“ passen könnte:

„ Durch Schulung ihrer methodischen F ähigkeiten sollen sie [die Schüler] gr ößere Selbst ändigkeit bei der Texterschlie ßung [...] gewinnen, sowie ihr Urteilsvermögen entwickeln. [...] die Schüler [sollen] gerade literarische Texte auch unmittelbar in ihrer emotionalen und ästhetischen Wirkung erleben können. Durch ihre Vielschichtigkeit sind literarische Texte besonders geeignet, [...] zum Gespr äch anzuregen und das Nachdenkenüber Wertfragen zu fördern. “ 12

Das Buch, das ja eine sehr emotionale Wirkung beinhaltet, könnte man also schon für diese Jahrgangsstufe vorsehen, allerdings nur in sprachlicher Hinsicht. Vor allem bei der sprachlichen Untersuchung wäre der Roman nützlich, inklusive der Klärung einiger wichtiger Begriffe. Hier sollte allerdings die Thematik mit dem Fach Sozialkunde eng korrespondieren, da Schüler dieser Jahrgangsstufe in ihrer politischen Meinungsbildung noch nicht festgelegt sind und es hier zu einer überzeichneten Einschätzung der globalen Politik kommen könnte. Für die zehnte Klasse ist allemal eine Hinführung zur englischen Literatur vorgesehen, wobei aufgrund dieser Vorgabe die Behandlung von „Children of the dust“ eher fraglich erscheint.

Blättert man im Lehrplan nun zum Stoff der elften Klasse ist hier eine bessere Eignung zu erkennen: Der Lehrplan sieht hier die Arbeit mit Originaltexten vor, sowie deren selbständige Erschließung mit geeigneten Hilfsmitteln13. Der Roman würde sich hier sehr gut als Einstieg in die englische Literatur eignen, wenn man bedenkt, dass die Sprache nicht sehr anspruchsvoll gehalten ist. Auch der Punkt „ Techniken des Wörterlernens bei lehrwerkunabh ängiger Wortschatzarbeit14 würde in der Buchbesprechung zur Geltung kommen, da die Bedeutung vieler Worte mit sprachlichem Einfühlungsvermögen erschlossen werden kann. Es ist jedoch auch zu bemerken, dass sich selbst in der elften Klasse Schüler ihrem englischen Sprachvermögen noch nicht sicher sind und deshalb sehr schnell die Lust an der Lektüre verlieren könnten, sofern sie die spannende Handlung nicht sofort fesselt. Im Gegenzug kann natürlich auch das Buch sprachlich nicht sehr sichere Schüler dazu anregen, sich selbst mit Grammatik und Wortschatz zu beschäftigen und das Fach Englisch mitsamt der Literatur neu zu entdecken. Dies liegt bei der großen emotionalen Überzeugungskraft des Buches sehr nahe: So heißt es auch im Lehrplan: „ Die Besch äftigung mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Darstellung und Deutung der Wirklichkeit soll dazu beitragen, die Schüler zur Wertsch ätzung der Literatur zu führen.15 Dieser Punkt wird durch „Children of the dust“ erfüllt, wobei sich jedoch die Frage aufwirft, wie schwerwiegend die politische Hintergrundinformation im Englischunterricht eingebracht wird. Diese ist nämlich zwingend notwendig, weil z.B. die dramatische Handlung zwingend die Frage aufwirft, ob so ein Szenario heute noch denkbar ist. Dies verlangt nicht zuletzt sehr viel von dem/der Lehrer/in, weshalb meiner Einschätzung nach die Lehrkraft auch im Fach Geschichte eine fundierte Kompetenz aufweisen sollte.

In der Kollegstufe ist für den Grundkurs wie auch für den Leistungskurs die gleiche Art von Literatur vorgesehen. In der zwölften Jahrgangsstufe umfasst dies hauptsächlich Dramen von Shakespeare bzw. ein Drama aus dem 19./20. Jahrhundert. Grundsätzlich ist Kollegiaten, bei denen eine fundierte Kenntnis der englischen Sprache sowie die erforderliche Reife zur Behandlung komplexer Sachverhalte vorausgesetzt wird, der Roman im Unterricht zu empfehlen. Jedoch sieht der Lehrplan der Jahrgangsstufe 12 für „Children of the dust“ nicht den notwendigen Spielraum vor, da die Besprechung eines Romans des 19./20. Jahrhunderts erst für die Abiturklasse im Grund- und Leistungskurs festgelegt ist.

c. Britische Maßstäbe für Jugendliteratur verglichen mit „Children of the dust“

In diesem Abschnitt soll nun kurz erläutert werden, was in Großbritannien von Jugendliteratur erwartet wird. Hier wäre die Altersempfehlung niedriger anzusetzen, da man ja selbstverständlich davon ausgehen kann, dass zumindest kein sprachliches Verständnisproblem vorliegt. Man muss sich auch fragen, inwiefern britische Schüler schon in niedrigen Klassen in ihrem Wissen weiter fortgeschritten sind, zumal dort der Unterricht wesentlich umfangreicher ist.

So heißt es zum Beispiel in dem Buch „Writing for Children“ von Margaret Clark (siehe auch Literaturverzeichnis):

„ As readers acquire increasing confidence and become more fluent, so their appetites grow for more and more stories for all kinds [...] and you can assume that the range of subject-matter you can consider is almost limitless ” 16

Es wird hier deutlich, dass Jugendliche Impulse von der Literatur benötigen, um ein breit gefächertes Interesse an den verschiedensten Themen zu erhalten. Genauso ist hier die Aufgabe und der Sinn von Jugendliteratur herausgestellt: So ist es offenkundig wichtig, Menschen in ihrer Entwicklungsphase auf vertretbare Wege zu bringen, was im sprachlichen Bereich anfängt und sich in der Meinungsbildung ausprägt. Wie wahr ist doch der Satz, den mir einmal ein angehender Pädagoge gesagt hat: „In dieser Zeit ist das ‘Eisen’ noch warm. Da wird vieles auf den Weg gebracht“.

Im Bezug auf den Roman heißt es im besagten Sachbuch:

„ [...] you have to remember that an imaginary setting must be both convincing and inviting - whether for the thrill of being frightened by the horror of the place or the comfort of escaping from your usual surroundings to somewhere more congenial ” 17

Hier wird erklärt, dass Jugendliteratur keine weitgehende Authentizität erfordert. Das Lehrreiche liegt, wie schon erwähnt, in Anstößen, die das Interesse zur Thematik fördern. Im Abschnitt 2c wurde deutlich, dass man das Buch nicht als überaus authentisch bezeichnen kann, dies ist aber auch gar nicht dessen Absicht: Die Initialen der drei Kapitel Sarah, Ophelia und Simon ergeben SOS. Zur Aussage des Buches äußert sich die Autorin nun in folgender Weise:

„ The whole book is an SOS aimed at young people “ 18

Wir sehen also, dass hier keine Studie über das Thema “Was wäre im Ernstfall eines Atomangriffs?“ vorliegt, sondern dass Louise Lawrence alarmieren will. Sie nutzt das Medium Jugendbuch, um heranwachsende Generationen zu lehren, nicht zuletzt auch im ethischen und religiösen Aspekt.

Den unmittelbaren Lerneffekt zeigt Nicholas Tucker in seinem Buch „The Child and the Book“ auf:

„ It would be a mistake [ … ] to see children ´ s literary needs [ … ] only in terms of pleasurable fantasy. [ … ] The image of human beings suggested by such stories and other novels that begin to portray the more dangerous complexities of adult behaviour, may often be upsetting to children who still hanker after an idealistic view of things. But no child can or should remain indefinitely blinkered from all unpalatable truths, and novels for older children which touch on these things may still usually hold out some hope as well, to counter the possibility of total despair. ” 19

Der Autor von “The Child and the Book” erklärt also die Bedeutung von Jugendbüchern in einem weiteren Aspekt: Durch Leseerfahrung und durch das damit geweckte Interesse werden Kinder und Jugendliche in ihren Ansichten angeregt, was zum Reifungsprozess entscheidend beiträgt. So wird gerade der junge Leser von einer naiv-visionären Ansicht direkt oder indirekt (z.B. durch lehrreich formulierte negative Beispiele, wie uns eines in „Children of the dust“ vorliegt) zu einer kritischen aber realistischen Einschätzung des Menschen und seiner Welt gebracht. Dies bringt uns nun zur Kernfrage dieser Facharbeit: Es soll nun im Folgenden untersucht werden, ob und in welcher Klasse das Buch „Children of the dust“ im gymnasialen Englischunterricht behandelt werden sollte.

4. Kernfrage: Eignung von „Children of the dust“ für den gymnasialen Englischunterricht (Englisch als 2. Fremdsprache)

a. Zusammenfassung wichtiger Kriterien

Zu Beginn der Facharbeit stellte sich heraus, welches Ziel das Buch verfolgt: Die Autorin möchte Impulse geben, die die kommende Generation dazu ermuntern sollen, mehr aus dieser Welt zu machen. Klares Signal des Buches sind die Initialen der drei Kapitel „SOS“ als dringender und eilender Ruf nach Frieden und der Verhinderung eines Desasters, das die Menschheit in den Abgrund stürzen könnte.

Dies steht in Verbindung mit der aktuellen Politik. Heute stellt sich den Industriestaaten mehr und mehr die Herausforderung durch den internationalen Terrorismus. Die darauf aufbauenden Konflikte zwischen den Ländern lassen auch den Ruf von Louise Lawrence lauter und aktueller klingen, als man das noch vor etwa einem halben Jahr zu denken vermochte. Deshalb ist auch die politische Diskussion bei der Besprechung des vorliegenden Romans wohl unumgänglich.

Das Kapitel über die Authentizität des Buches zeigt auf, dass man sich wohl in der Realität das beschriebene Szenario anders und (so erschütternd es ist) noch um ein Vielfaches verheerender vorzustellen hat. Dies sieht man nicht nur daran, dass die im Buch beschriebene Zahl an Schutzvorrichtungen gegen Atomschläge in Wirklichkeit viel geringer ist, sondern dass auch nach dem heutigen Entwicklungsstand Atombomben vermutlich die tausendfache Sprengkraft besitzen könnten20, als das z.B. in Hiroshima und Nagasaki der Fall war. Die Tatsache, dass in gewisser Hinsicht die Authentizität weniger gegeben ist, hat nicht schwer ins Gewicht zu fallen, da es sich ja bei „Children of the dust“ um „Fiction“ handelt. Frappierend ist nur, dass trotz des verheerenden Szenarios, wie es Louise Lawrence beschreibt, der Ernstfall wohl immer noch unterschätzt ist.

Im dritten Kapitel sollte aufgezeigt werden, wie „Children of the dust“ in die offiziellen Maßstäbe für Jugendliteratur passt. Hier sollte deutlich werden, dass generell der Lesestoff für junge Menschen in nicht geringem Maßzur Prägung und Reifung beiträgt. Es wurden auch schon im Ansatz erste Bemerkungen gemacht, in welche Klassen das Buch passen könnte.

Dies führt uns nun zur zentralen Fragestellung dieser Facharbeit.

b. Über die Eignung für den Unterricht

Ausgehend von den Erkenntnissen, die bis hierher dargestellt sind, ist nun zu sagen, dass das Buch für die Schule tauglich ist.

Es ist unverkennbar die Absicht der Autorin, junge Menschen zu lehren und zwar in ihrem Entwicklungsprozess. Der Roman, der berührt und anregt, verfolgt das klare Ziel, zum Frieden aufzurufen und die Wichtigkeit klarer demokratischer Prinzipien und der globalen (Bündnis-)Politik herauszustellen. Auch der aktuelle Anlass versagt es einem, dieses Buch einem reifenden Menschen nicht an die Hand zu geben. Die Buchbesprechung ermöglicht es, den schon in der Verfassung des Freistaates Bayern enthaltenen Auftrag nach der Lehre demokratischer Grundordnung, aufbauend auf Ethik, Sprache, Kultur und Tradition, gerecht zu werden.21

Die Form und die Ausdrucksweise ist der sprachlichen Kompetenz von Schülern der Oberstufe gerecht, passt also genau in die Lebensphase, in der sich Schüler konkrete Meinungen über Politik und Kultur bilden, und sie so einen Maßstab zur Hand haben, der Grundsätzliches über die Werte der westlichen Welt aussagt.

c. Klassenempfehlung

Um eine möglichst realitätsnahe Einschätzung geben zu können, ist dieser Abschnitt zwangsläufig eng mit dem Lehrplan für das Fach Englisch verknüpft und folglich auch mit den in Kapitel 3b erlangten Erkenntnissen.

Anhand des Lehrplans passt das Buch frühestens in der elften Klasse zu den Vorgaben des Lehrplans. Aber nicht zuletzt auch deswegen, dass sich Schüler ab dieser Jahrgangsstufe verstärkt mit Wertfragen und Politik beschäftigen, kann wohl die Besprechung des Romans hier sinnvoll sein. Meiner Einschätzung nach würde das Buch allerdings besser in die Kollegstufe passen, da hier ja klar geregelt ist, einen Roman aus dem 19./20. Jahrhundert zu besprechen. Dann würde sich jedoch erst in der Abiturklasse die Möglichkeit zur Buchbesprechung bieten. Dies würde dann zu einer Zeit geschehen, in der die Schüler schon grundlegende Erkenntnisse und erste Reifungsprozesse hinter sich haben. Ferner ist auch die Frage, inwieweit man überhaupt noch von einem Jugendbuch sprechen kann, wenn man es nur Abiturienten zumutet.

So ist es also sinnvoll, aufbauend auf den bisherigen Erkenntnissen, das Buch „Children of the dust“ in der elften Klasse zu besprechen. Da hier die Schüler, wenn man vom Lehrplan ausgeht, den ersten richtigen Einstieg22 in die Arbeit mit ausführlicheren Originaltexten haben, sollte die Buchbesprechung allerdings (wie schon früher erwähnt) idealerweise von einer Lehrkraft erfolgen, die im geschichtlichen Bereich ein kompetenter Ansprechpartner ist.

So ist also festzuhalten, dass das Buch „Children of the dust“ als Jugendbuch tauglich für die Schule ist und in der elften Klasse von einer geschichtlich versierten Fachlehrkraft Englisch besprochen werden sollte.

5. Schlussbemerkungen

a. Reaktionen von Schülern, die den Roman im Unterricht behandelt haben

Abschließend sollen nun einige persönliche Einschätzungen von Schülern angegeben werden, die das Werk in der elften Klasse behandelt haben:

„Ich war positiv überrascht, dass so eine Thematik im Unterricht behandelt wird. Bei dem Buch ist ja auch richtig Action dabei. Das hat mich irgendwie gefesselt. Ich finde es auch schön, dass man es sehr leicht verstehen kann, weil es unkompliziert geschrieben ist. Natürlich hat mich die Handlung vom Gefühl her schon irgendwie sehr berührt.“

„Ich fand das Buch eigentlich langweilig. Da passiert ja irgendwie nichts. Ich hab´ vor sechs Jahren „Die Wolke“23 gelesen und das fand ich einfach interessanter. Ich finde auch, dass das Buch eher trocken und nüchtern geschrieben ist. Das gefällt mir nicht so.“

„Ich fand das Buch schon ganz toll. Einmal hatte ich sogar einen Albtraum, aus dem ich dann schweißgebadet aufgewacht bin. Als ich das Buch ungefähr zur Hälfte gelesen hatte, kamen die Ferien und wir sind in den Urlaub gefahren. Ich hab´s dann nicht mehr weitergelesen.“ [!]

6. Anhang - a. Übersichtskarte zum Buch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

b. Quellenverzeichnis

1. Lawrence, Louise: “CHILDREN OF THE DUST” Cambridge University Press, Cambridge 1996

2. Clark, Margaret: “WRITING FOR CHILDREN” Second Edition, A & C Black (Publishers) Limited, London 1997

3. Tucker, Nicholas: “THE CHILD AND THE BOOK” Cambridge University Press, Cambridge 1981

4. Amtsblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst “Lehrplan für das bayerische Gymnasium - Fachlehrplan für Englisch“ Ausgegeben am 27. Januar 1992

5. Verfassung des Freistaates Bayern - Mit Änderungen durch die Gesetze (bis 20. Februar 1998)

6. Kohnen, Joachim: „DEUTSCHLAND 1966: ERNSTFALL DRITTER WELTKRIEG“ http://www.hausarbeiten.de/rd/archiv/geschichte/gesch-text683.shtml - Zuletzt überprüft am 31.1.2002 16.00

7. Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) http://www.jugendmedienschutz.de/sec3/item3a.htm 31.1.2002 16.30

8. Bildnachweis:

- S. 10/11: www.dienststellemarienthal.de
- S. 11 unten: „Children of the dust“ - Resource notes S. 176
- S. 21: “Children of the dust” - Resource notes S. 162

Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Quellenverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

Ettal, den 31.1.2002

[...]


1 Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften

2 Children of the dust => Resource Notes : S. 163

3 Siehe auch: Children of the dust Kap. 2: Frage nach Demokratie und Wiederherstellung des britischen Staates, S. 75 Zeilen 24-26, S. 76 Zeilen 32-35, S. 77 Zeile 1, S. 78 Zeilen 34-35

4 http://www.hausarbeiten.de/rd/archiv/geschichte/gesch-text683.shtml

5 Kap. 2.1 a.a.O.

6en - Verhalten beim Angriff“ a.a.O.

7

8 Bildquelle: www.dienststellemarienthal.de

9 Diese Information erhielt ich bei einem Besuch der US-Hauptstadt. Selb genauere Informationen nicht erhältlich.

10 Vgl: http://www.jugendmedienschutz.de/sec3/item3a.htm (12.9.2001 - 19.37h) => Anhang

11 Der Satz „GENERAL MACALLISTER IS A FASCIST PIG...“ auf S. 78 ist hier mit Wohlwollen auszuklammern

12 S. 143 a.a.O.

13 vgl. S. 99 a.a.O.

14 vgl. S. 99 a.a.O.

15 S. 101 a.a.O.

16 S. 35 a.a.O.

17 S. 42 a.a.O.

18 „Children of the dust“ - Anhang “Resource Notes” S. 169

19 S. 163-164 a.a.O. Siehe auch: Literaturverzeichnis

20 Siehe auch: Joachim Kohnen „Deutschland 1966: Ernstfall Dritter Weltkrieg“ Kap 2.1

21 vgl. dazu Art. 131 Abs 2+3 der Verfassung des Freistaates Bayern

22 siehe S. 99 Lehrplan

23 Anm: Dieses Jugendbuch wurde von Gudrun Pausewang geschrieben und handelt von Kindern, die den SuperGAU des Atomkraftwerkes in Grafenrheinfeld (nähe Schweinfurt) aus weiterer Entfernung und die anschließende Massenpanik miterleben. Ich selbst habe das Buch auch gelesen und wahrscheinlich könnte es für manche interessanter sein, weil die Handlung greifbarer und gängiger ist (abgesehen davon, dass es auf deutsch geschrieben ist).

Details

Seiten
22
Jahr
2002
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106154
Note
14
Schlagworte
Lawrence Louise Children Jugendroman Geeignete Literatur Englischunterricht

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Titel: Lawrence, Louise - Children of the dust - Der Jugendroman - Geeignete Literatur für den gymnasialen Englischunterricht?