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In der Natur gibt es kein Gleichgewicht

Referat / Aufsatz (Schule) 2002 17 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort - Greenpeace-Artikel

2. These

3. Ausarbeitung

4. Materialsammlung

5. Quellen der Materialsammlung

1. Vorwort - Artikel der Greenpeace-Internet-Seite

Artikel gekürzt

Greenpeace-Aktivisten prangern in Porto Alegre den US-Präsidenten George W. Bush als Klimasünder an

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

"Ein System, in dem die Industrie allein auf Profite aus ist, zerstört die Natur", sagte Leipold1 auf einer Pressekonferenz. "Die Ärmsten verarmen weiter, damit die Reichen noch reicher werden. Das ist nicht zu akzeptieren." Leipold verlangt, auf dem Gipfel in Johannesburg im August 2002 eine radikale Umkehr der bisherigen Politik einzuleiten. Dringend notwendig seien neue politische Leitlinien, die strengen sozialen und ökologischen Kriterien entsprechen. "Die Welt braucht wieder das Primat der Politik statt der Ökonomie, damit Armutsbekämpfung, Ökologie und Frieden tatsächlich eine Chance haben", so Leipold.

Zehn Jahre nach dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio den Janeiro geht die Umweltzerstörung ungehemmt weiter. Seit 1992 wurden weltweit Urwälder vernichtet, deren Fläche 13- mal so groß ist wie alle deutschen Wälder zusammen. Trotz aller Versprechungen sind klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen seit Rio um acht Prozent angestiegen. Die Meere werden weiter leergefischt, die Ozonschicht schwindet und Chemikalien aus der Industrie vergiften die Natur.

Als Hauptverantwortliche für den unzureichenden Schutz der Umwelt in den letzten zehn Jahren nannte Leipold die USA, Kanada und Australien. Diese drei Staaten haben nicht nur das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz ausgehebelt, sondern auch das in der BaselKonvention verankerte Verbot von Giftmüllexporten und das Biosafety-Protokoll über gentechnisch veränderte Organismen so stark abgeschwächt, dass Umwelt und Menschen ernsthaft gefährdet sind.

Im Zuge der Globalisierung hat sich die weltweite Ungerechtigkeit noch weiter verschärft. "Millionen Menschen leben in Armut, während 20 Prozent der Weltbevölkerung 80 Prozent der Ressourcen verbrauchen und 80 Prozent des Mülls produzieren", sagte Leipold. "Nur eine gerechtere Verteilung kann in Zukunft Kriege um knappe Ressourcen verhindern."

Zeitgleich zur Pressekonferenz Gerd Leipolds kletterten Greenpeace-Aktivisten am Freitag auf eines der Wahrzeichen Porto Alegres, einem alten Schornstein, und befestigten dort ein Transparent. Auf dem Plakat prangerten sie den US-Präsidenten George W. Bush als einen der Hauptschuldigen für den fortschreitenden Klimawandel an.

02.02.2002 www.greenpeace.de

2. These :

„In der Natur gibt es kein Gleichgewicht“

Der Normalzustand der Natur ist nicht das Gleichgewicht, sondern die Pause zwischen zwei Katastrophen.

Feuer, Frost, Fluten und Stürme wirbeln das Leben auf der Erde mit Macht durcheinander. Dazu kommen noch globale Desaster mit Langzeitwirkung, wie Eiszeiten oder gigantische Vulkanausbrüche, die für Dekaden den Himmel verdunkeln. Im Laufe der Evolution kam es fünfmal zu einem weltweiten Massensterben von Pflanzen und Tieren. 99 Prozent der Arten, die jemals auf der Erde gelebt haben, starben aus.

In der Natur gibt es keine Endzustande, und würde bei jeder Störung der Naturhaushalt zusammenbrechen, hätte sich keine Evolution vollziehen können. Denn Weiterentwicklung erfolgt aus Ungleichgewichten heraus. Wo ein Gleichgewicht herrscht, verändert sich nichts.

3. Ausarbeitung

In der Natur gibt es kein Gleichgewicht (mehr)

Das natürliche Gleichgewicht ist zu einem rechten Schlagwort geworden, wenn man von Umwelt und deren Zerstörung redet. Aber - existiert es überhaupt?

Ein Gleichgewicht ist ein Zustand der Ruhe, der Erstarrung oder der harmonischen Schwingung um einen Mittelpunkt. (A1) Im Gleichgewichtsstadium besitzt das System eine Pufferkapazität, die es bei Störungen von außen zunächst trotzdem im Gleichgewicht hält. (A1+) Die Entwicklung der uns umgebenden Natur ist meiner Meinung nach alles andere als ein Gleichgewicht.

Seit langer Zeit ist die Schwingung immer stärker geworden und sie steigt noch weiter an. Wenn man nur einmal die letzten 500 Jahre betrachtet kann man erkennen wie sich die Rasse Mensch über den ganzen Planeten verbreitet hat und dabei schon einen gewaltigen Teil der Natur stark verändert und sogar zerstört hat. Ich denke, dass der Mensch den größten Teil dazu beigetragen hat, dass die Natur noch weiter aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Wenn man das erkennt, sollte die Forderung nach einem solchen Gleichgewicht absurd sein. Es hat noch nie ein echtes Gleichgewicht gegeben, seit es den zivilisierten Menschen gibt gibt es das Gleichgewicht gar nicht mehr! Es ist einleuchtend, dass Mensch und Natur im steten Wechselspiel stehen, seit Menschen nicht mehr eine unbedeutende Randerscheinung der Natur sind. Jede Veränderung der einen Seite zwingt zu Veränderungen auf der anderen Seite. Und da die Reaktionen die Aktionen nie genau ausgleichen, tritt ein Schwingen ein zwischen menschlichen Aktionen, Reaktionen der Natur und wieder daraus folgenden menschlichen Aktionen. Jede menschliche Aktion ist Aufwand. Um diesen Aufwand klein zu halten, muss die menschliche Gesellschaft dafür sorgen, dass das Schwingen zwischen Aktion und Reaktion so gering wie möglich wird.

Wenn in der Politik vom Thema Gleichgewicht gesprochen wird ist höchstens eine Minimierung der Schwingungen gemeint. Anders ist das wenn Wissenschaftlern oder Umweltschützern diesen Begriff verwenden. Es gibt keinen idealen zustand der Ruhe oder des gleichmäßigen Schwingens.

Aber die Geschwindigkeit, mit dem sich die Natur verändert ist zu verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlich gewesen. Im Moment ist es so hoch wie noch nie.!(A8) Dank seiner Fähigkeiten kann der Mensch noch mithalten und sich den Veränderungen der Natur anpassen, jedenfalls im Großen und ganzen. Auch kleinen Tieren und Pflanzen gelingt das durch schnellen Generationswechsel und hoher Anzahl von Individuen. Je größer ein Lebewesen ist, je länger es lebt, desto schwieriger wird die Anpassung. Zum Beispiel sind Bären und Auerochsen in Europa ausgestorben und den Fichten droht ein ähnliches Schicksal.(A2-7) Auf das Fehlen von Partnern und natürlichen Feinden reagiert das Ökosystem wiederum erheblich: Eine Überzahl von Füchsen sorgt für die Verbreitung der Tollwut da kein Wolf deren Population einschränkt.(A9,10)

Tatsächlich sind es zwei Effekte die sich überlagern.

Erstens: Das allgemeine Tempo der Evolution hat sich in der letzten Million Jahren um das Millionenfache (!) erhöht.

Zweitens: Die Schwingungen zwischen menschlichen Aktionen und Reaktionen der Natur haben sich in den letzten 10.000 Jahren auf ein Maß entwickelt, das heute einen erheblichen Anteil menschlicher Leistung bindet.

Irgendwann wird der Zeitpunkt erreicht sein, wo die verfügbare menschliche Arbeit nicht mehr ausreichen wird, die Reaktionen der Natur auszugleichen. Dann wird aus dem Umweltproblem eine Umweltkrise.

Die Verschlechterung wird dann nicht mehr schleichend sondern Schlagartig vonstatten gehen (A8)(Puffer ist aufgebraucht).

Wenn man wollte, könnte man diese Vorstellung sicher mit Zahlen unterlegen und genau sagen wann und wie stark diese Verschlechterung sein wird, man könnte dieses sicher in Computer simulieren. Das würde allerdings bedeuten das man das Problem zugeben müsste und das wiederum würde bedeuten das die jetzige Lenkung der Gesellschaft durch die Politik falsch ist. Es ist wohl klar das keine jetzige Regierung dieses täte.

Einzelne Wissenschaftler aber verfügen nicht über die Möglichkeiten, den Zustand der Natur komplex genug zu erfassen, um sagen zu können: Am Freitag, dem 13. Juli 2013 wird der Golfstrom nach Afrika abschwenken ... und wenn schon: Ihr Ruf würde im Dröhnen des Regierungsbasses einfach untergehen.

Doch eigentlich braucht man keine Regierung oder Wissenschaftler um zu sehen das es kein Gleichgewicht in der Natur gibt, es genügt ein Blick in die Zeitung in den man jede Woche etwas über ein neues Naturunglück oder einen neuen Wetterrekord lesen kann. Zum Beispiel haben wir die letzten Jahre jedes mal eine neue Höchsttemperatur erreicht. Als Beispiel dieses Jahr am 02.02.2002 war das wärmste Februarwochen-ende seit Anfang der Wetteraufzeichnung mit 17,3 °C in Cottbus. Wenn die Temperaturen weiter von Jahr zu Jahr ansteigen wir es wohl bald in einer Klimakatastrophe enden und die Erde ist zum Teil Wüste und zum Teil mit Eis bedeckt. (A11-18)

Ich frage mich wenn es ein Gleichgewicht in der Natur geben würde, könnte es weiter bestehen obwohl wir soviel dagegen machen?

Wir kennen noch nicht eine Auswirkungen unseres Handelns, da die verschiedenen Zusammenhänge in dem Systemen viel zu Komplex sind um die vielleicht jemals erfassen zu können.

Wollen wir wirklich noch mehr fossile Brennstoffe verbrauchen, noch mehr Öltanker auf Grund laufen lassen und noch mehr Emissionen an die Luft abgeben nur damit wir einwenig Geld sparen obwohl wir doch heut die Technik und damit die Möglichkeiten haben die Ökosphäre zu schonen.(A19-25) Ein guter Schritt in die richtige Richtung ist die Ökosteuer, die zur Zeit zwar noch nicht ganz in die Umwelt fliest aber sie sorgt schon dafür, dass das Benzin, Öl und der Diesel teuerer wird und damit weniger verbraucht wird, was wiederum dafür sorgt das es weniger Emissionen gibt.

Das liegt unter anderem an der kurzen Lebenszeit des Menschen im Vergleich zum Zeitbedarf globaler ökosystemarmer Veränderungen. Der evolutionäre Egoismus des Menschen geht kaum über seinen eigenen Horizont (vielleicht noch dem der Kinder) hinaus. Das kann jeder in seinem Umfeld betrachten, wenn man jemanden erzählt dass das Erdöl nur noch 50 Jahre reichen wird, hört man oft Sätze wie „Ist mir doch egal, dann lebe ich doch Eh nicht mehr“ oder „nach mir die Sintflut“.

Ich denke es gibt zwei wichtigen Sachen die die Regierung machen kann und muss damit die Umwelt wieder in ein Gleichgewicht kommt. Erstens: Die Regierung, und damit auch wir, müssen dafür sorgen das die Kinder und Jugendlichen, wie auch schon wir im Fach Wirtschaftswissenschaften, auf die Probleme mit und um die Umwelt aufmerksam gemacht werden und es müssen Lösungswege gezeigt werden. Das geht am besten in der Schule in einem extra Fach was optimal ab der Grundschule jedes Jahr wieder kommen müsste. Zweitens: Es müssen mehr Gesetze und Steuern gegen die Umweltzerstörung erlassen werden, weil damit am besten die umweltverträglichen Techniken gefördert werden. Denn wir sind ja immer darauf aus soviel Geld wie nur irgend möglich zu sparen.

Wenn wir mit den Rohstoffen der Erde nachhaltig umgehen, dafür sorgen dass die Tierwelt so gut wie nur möglich geschützt wird, keine Giftstoffe mehr produzieren und wenn wir uns nicht noch weiter auf dem Planeten ausbreiten, nur dann können wir es schaffen das die Natur wieder in ein natürliches Gleichgewicht kommt, doch das würde nicht von heute auf morgen gelingen es bräuchte viele hundert Jahre.

Der Tropenwald bräuchte 500 Jahre, um das nachzubilden, was wir in einem Tag roden!

4. Materialsammlung

Artikel 1

ökologisches Gleichgewicht

Die Erhaltung des Zustandes eines ökologischen Systems unter den Bedingungen wechselnder Außeneinflüsse, d. h. die Wiederherstellung eines Ausgangszustandes auch nach starken Veränderungen. Das ökologische Gleichgewicht ist ein dynamisches Gleichgewicht (Fließ - Gleichgewicht, Homöostase), das gekennzeichnet ist durch ein ständiges Pendeln um einen mittleren Zustand. Mechanismen der Regulation, die zum ökologischen Gleichgewicht führen, sind vor allem die vielfältigen (Nahrungs-)Beziehungen der Bestandteile des Systems untereinander. Schwankungen z. B. der Bevölkerungsdichte einzelner Bestandteile (Fluktuationen, auch Gradationen) sind allein noch nicht Zeichen eines gestörten ökologischen Gleichgewichts. Im Verlaufe der Entwicklung ökologischer Systeme lösen verschiedene Zustände mit jeweils eigenem ökologischen Gleichgewicht einander, u. U. gesetzmäßig (Sukzession), ab.

Artikel 1+

Wissenschaftl. Theorie aus Literatur Universitäts-Bibliothek

Artikel 2

Waldzustand bleibt kritisch: 64 Prozent geschädigt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Berlin (dpa) - Der Zustand der Wälder in Deutschland bleibt kritisch. Nur 36 Prozent der Bäume sind ohne sichtbare Schäden, 64 Prozent sind leicht oder deutlich geschädigt, Eiche und Buche am nachhaltigsten. Dies ist die Bilanz des Waldschadensberichts 2001, den das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag in Berlin vorlegte.

Der Zustand der Waldbäume habe sich zwar seit 1996 «stabilisiert», dennoch litten die Wälder weiterhin unter zu hohen Schadstoffbelastungen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Agrarministerium, Gerald Thalheim.

Am ärgsten setzen nach wie vor Landwirtschaft und Verkehr den Wäldern in Deutschland zu. Obwohl sich die Luftbelastung durch Schwefeldioxid «entscheidend verbessert» hat, beeinträchtigen nach wie vor Stickstoffemissionen - etwa durch Dünger und Gülle - die Bäumen heftig. Insgesamt hat sich binnen Jahresfrist der Anteil der ungeschädigten Bäume von 35 auf 36 Prozent erhöht. Thalheim wies aber darauf hin, dass kurzfristige Betrachtungen nicht aussagekräftig seien, da die Ergebnisse auch durch von Jahr zu Jahr schwankende Faktoren wie Witterungseinfluss oder Schädlingsbefall beeinflusst würden.

In Deutschland wiesen zuletzt 22 Prozent der Bäume «deutliche Schäden» auf: Sie haben mehr als ein Viertel ihrer Blätter oder Nadeln verloren. Für 42 Prozent der Bäume, die durch gelichtete Kronen auffallen, gilt die Warnstufe. Am stärksten geschädigt zeigten sich wie schon in den Vorjahren Eichen und Buchen: Nur 21 Prozent der Eichen und 25 Prozent der Buchen gelten derzeit als gesund. Ein Drittel von ihnen ist «deutlich geschädigt», die Kiefer dagegen mit 14 Prozent die am wenigsten betroffene Baumart. Im vergangenen Jahr seien entsprechend dem langjährigen Durchschnitt zwei Prozent des Waldbestandes zur Holznutzung gefällt worden. Etwa drei Prozent dieser Bäume war abgestorben. Thalheim dämpfte Hoffnungen auf nachhaltige Besserung oder gar Entwarnung: Es sei nicht zu erwarten, dass es zu einer raschen Entspannung der Situation komme. Jahrzehntelange Schadstoffeinträge aus Verkehr, Landwirtschaft und Industrie setzten als «kritische Altlast» der Baumgesundheit zu. Schadstoffe aus übersäuerten Waldböden gelangten nach und nach ins Grundwasser. Die Regierung werde deshalb konsequent ihre Schadstoffminderungs-Politik fortsetzen. Im Bereich der Landwirtschaft setze das Ministerium auf Verringerung der Nutzviehdichte und naturnahe Waldbewirtschaftung. Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zeigt der zum 15. Mal vorgelegte Bericht, dass der Wald durch negative Umweltfaktoren weiter stark belastet wird. Er leide «besonders unter den direkten und indirekten Folgen der Luftverschmutzung». Es sei zu begrüßen, dass Agrarministerin Renate Künast (Grüne) ihre begonnene Agrarwende mit der Beendigung der Waldvergiftung koppeln wolle. Dies sei ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Trinkwasser und Menschen.

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) warf der Bundesregierung mangelhafte Luftreinhalte- und Klimaschutzpolitik vor. Auch wenn der Bericht erstmals von einer grünen Landwirtschaftsministerin vorgelegt worden sei, komme damit «noch lange nicht mehr Grün in Deutschlands Wälder», sagte DNR- Präsident Hubert Weinzierl. In Wirklichkeit handele es sich um einen Krankenbericht, der ein «deprimierendes Bild» zeichne. Für die Umweltschutzorganisation Robin Wood ist die Massentierproduktion «einer der Hauptschuldigen am Waldsterben».

Artikel 3

Stündlich weltweit drei Tier- und Pflanzenarten weniger

Stündlich sterben weltweit drei Arten von Tieren oder Pflanzen aus. Damit verschwinden im Jahr über 27.000 Arten von der Erde. Auf diese Entwicklung haben Teilnehmer eines Umweltsymposium des ZDF und der Stiftung Euronatur am Donnerstag in Mainz hingewiesen. Mainz (dpa) - Besonders im Vorfeld des 2. Weltumweltgipfels im August in Johannesburg sei es wichtig, die Bevölkerung in Deutschland über den dramatischen Artenschwund zu informieren, erklärte der Chef von «ZDF.umwelt», Volker Angres. Besonders erschreckend sei auch der Verlust bei Nutzpflanzen und -tieren, betonte der Präsident der Stiftung Euronatur, Claus-Peter Hutter: «Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind rund 75 Prozent aller Nutzpflanzensorten verschwunden. Waren es früher mehrere Tausend, ernährt sich der Mensch heute nur noch von rund 150.» Es sei paradox, dass mit der Gentechnik «an der Schöpfung herumgedoktert» werde und neue Arten kreiert würden. Bestens bewährte, an die jeweiligen Regionen angepasste Nutztiere und Pflanzen seien dagegen aus Geschäftemacherei vom Aussterben bedroht. Auch in Indien sei die Vielfalt von Nutzpflanzen erschreckend zurück gegangen, berichtete Vandana Shiva, international bekannte Globalisierungskritikerin, aus ihrem Land. Die grüne Revolution habe dafür gesorgt, dass von ehemals 10 000 Reissorten heute nur noch zehn genutzt würden. Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, sprach sich klar für den Erhalt der biologischen Artenvielfalt aus. Nur sie garantiere in der Dritten Welt wirtschaftliche Entwicklung und trage somit zur Selbsterhaltung der gesamten Menschheit bei. Artenvielfalt und kulturelle Vielfalt seien «extrem eng miteinander verbunden».Mit dem Symposium wollte das ZDF nach Angaben von Angres einen neuen Akzent in Sachen Umwelt setzen, nachdem der Sender im Januar 2001 mit «ZDF.umwelt - Natur» das einzige wöchentliche Umweltmagazin im deutschen Fernsehen gestartet habe. Die Highlights des Symposiums sollen am 27. Januar in «ZDF.umwelt» zusammengefasst werden. Am 28. Januar, 19.00 Uhr, wird sich ARTE in einem ebenfalls von der ZDF-Umweltredaktion produzierten 45-minütigen «Umwelt- Special» mit der Rettung bedrohter Wildtiere beschäftigen.

Artikel 4

Bevölkerungswachstum beschleunigt Artenverlust

Mindestens die Hälfte der heute etwa zehn Millionen Arten wird in den nächsten Jahrhunderten aussterben. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) als Herausgeberin der deutschen Übersetzung gemeinsam mit dem WWF Deutschland heute in Berlin vorstellt. Eine der Hauptursachen für die Zerstörung von Lebensräumen ist das rapide Bevölkerungswachstum in den artenreichen Regionen. Das Artensterben ist heute bis zu 1000 Mal schneller als in Zeiten, in denen der Mensch noch nicht in die Natur eingegriffen hat. Rund ein Viertel aller Säugetierarten, ein Zehntel aller noch lebenden Vogelspezies und fast ein Drittel aller Fischarten sind der Studie zufolge bedroht. Die meisten Arten sterben infolge menschlichen Handelns aus, insbesondere durch Verschmutzung, Übernutzung, Krankheiten, das Eindringen exotischer Spezies und dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Hauptursache ist jedoch die Zerstörung von Lebensräumen, so die Autoren der Studie „Mensch, Natur!“ Richard Cincotta und Robert Engelman.Vor allem in den so genannten „Biodiversität-Hotspots“ - Gebieten, die sich durch einen besonders großen Artenreichtum auszeichnen - wächst die Bevölkerung rasant. Nahezu ein Fünftel der Weltbevölkerung - rund 1,1 Milliarden Menschen - lebt hier.

Artikel 5

Viren: Massensterben britischer Frösche

Großbritannien wird von einem Virus heimgesucht, das Millionen von Fröschen tötet. Wie die Umweltbehörden und der "Froglife Trust" berichten, ging das Sterben von Südost-England aus und hat sich jetzt bis nach Schottland ausgeweitet.(jkm) - Das Virus löst Blutungen aus, schädigt die Haut der Tiere und verstümmelt ihre Extremitäten. Befallene Frösche sterben einen langsamen, qualvollen Tod. Londoner Zoologen haben inzwischen über 62.000 tote Frösche untersucht. Sie schreiben im "BBC Wildlife Magazine", das Virus könne von importierten Goldfischen eingeschleppt worden sein. Der Verdacht stützt sich auf die Tatsache, dass sich Anfang der 80er Jahre die britischen Zierfisch- Importeure neue Quellen in den USA und Israel erschlossen. Bis dahin stammten importierte Goldfische überwiegend aus Italien. Die Goldfische aus den USA könnten sich das Virus von wilden Ochsenfröschen eingefangen haben, die auf Futtersuche gern in Fischzuchten eindringen. Die Verbindung vom britischen Virus zum amerikanischen Ochsenfrosch könne aber noch nicht eindeutig bestätigt werden, schränken die Wissenschaftler ein. In Großbritannien wurden erste infizierte Frösche Ende der 80er Jahre entdeckt; seitdem breitet sich die Krankheit immer weiter aus und erreichte im letzten Jahr einen Höhepunkt. Den Zoologen gehen mittlerweile die Forschungsgelder aus. Rund eine Million Pfund seien nötig, um das Froschsterben weiter zu untersuchen, sagte Tom Langton vom "Froglife Trust" gegenüber der BBC. Die Chancen auf Förderung schätzt er selbst schlecht ein: "Weil die Tiere nicht genießbar sind, gibt es kein Frosch- Ministerium. Folglich wird unsere Untersuchung auch nicht von der Regierung gefördert." Hält das Massensterben an, könnte dies Auswirkungen auf alle Ökosysteme haben, in denen Frösche Teil der Nahrungskette sind.

Artikel 6

Wissenschaftler beklagen rasante Zerstörung der Artenvielfalt

Frankfurt/Main (dpa) - Mindestens 20 Millionen Tier- und Pflanzenarten bevölkern nach Schätzungen von Experten die Erde. Die meisten davon sind wissenschaftlich noch nicht beschrieben, und viele werden vor dem Aussterben nicht einmal entdeckt werden, fürchten Wissenschaftler. Forscher und Naturschützer beklagen einen rasanten Verlust der natürlichen Artenvielfalt. Täglich gingen viele Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren, kritisierten Forscher am Montagabend zum Auftakt der «Woche der Biodiversität» im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main. Verantwortlich sei der Mensch mit seinem rücksichtslosen Raubbau an der Natur. Rund sechs Milliarden Menschen leben derzeit auf der Erde. Eine gewaltige Zahl, die nach Erwartungen von Forschern schon bald auf acht oder neun Milliarden wachsen wird. Aber die Spezies Mensch ist nur eine von 1,8 Millionen Arten, die bisher wissenschaftlich beschrieben sind. Bekannt sind eine Million Insektenarten, darunter etwa 140000 verschiedene Fliegen. Bei den Wirbeltieren sind 45000 Arten bekannt, dazu zählt unter 4000 anderen Säugetieren auch der Mensch.«Seit Homo Sapiens auftritt, sorgt er für Artensterben», sagte der Biodiversitätsforscher Karl Eduard Linsenmair von der Universität Würzburg in einer Talk-Show, die der TV-Sender 3sat zur Sendung am Dienstagabend aufzeichnete. Mit Waffentechnik und überlegener Sozialstruktur habe der Mensch viele Beutetiere übermäßig genutzt und schließlich ausgerottet. Bis heute betreibe er Raubbau, vor allem in Entwicklungsländern. So seien die Philippinen noch vor 100 Jahren weitgehend bewaldet gewesen - heute seien gerade noch drei Prozent Wald übrig.

Katastrophal für die Artenvielfalt seien die vergangenen 30 Jahre gewesen, sagte Georg Schwede, Geschäftsführer der Umweltstiftung WWF. 30 Prozent der biologischen Vielfalt seien in dieser kurzen Zeit verloren gegangen. Schwede sieht den Grund aber nicht in den Entwicklungsländern: Immer größer sei der «ökologische Fußabdruck» der Bewohner der Industriestaaten geworden - damit meint Schwede die Fläche, die ein Mensch braucht, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Dieser «Fußabdruck» sei in den USA zwölf Mal größer und in Europa immerhin noch sechs Mal größer als in Afrika. «Das hält die Welt nicht aus», sagte Schwede und forderte globales Umdenken. Wachstum müsse vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden.

Das Lob, das Hans Olaf Henkel, früherer Präsident des Bundes der Deutschen Industrie (BDI), der deutschen Industrie für Leistungen im Umweltschutz aussprach, akzeptierte Schwede nicht: Es genüge nicht, Flüsse nur sauberer zu machen. 85 der natürlichen Flusslandschaften in Deutschland seien zubetoniert und weit entfernt von heiler Natur.

Henkel, der seit diesem Jahr Präsident der Leibniz- Wissenschaftsgemeinschaft ist, sprach sich für effizientes, intensives Wirtschaften auf kleinen Flächen aus, damit die Vielfalt auf anderen Flächen erhalten werden könne. Eine Agrarwende mit dem Ziel «zurück zu den Schrebergärten» werde nicht funktionieren. Das will auch Naturschützer Schwede nicht: Die einfache Formel «klein ist fein» sei nicht die Rettung. Nicht die Größe sei aber entscheidend, sondern die Nachhaltigkeit - ökonomisch, ökologisch und sozial.

Artikel 7

Waldzustand bleibt kritisch: 64 Prozent geschädigt

Berlin (dpa) - Der Zustand der Wälder in Deutschland bleibt kritisch. Nur 36 Prozent der Bäume sind ohne sichtbare Schäden, 64 Prozent sind leicht oder deutlich geschädigt, Eiche und Buche am nachhaltigsten. Dies ist die Bilanz des Waldschadensberichts 2001, den das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag in Berlin vorlegte.Der Zustand der Waldbäume habe sich zwar seit 1996 "stabilisiert", dennoch litten die Wälder weiterhin unter zu hohen Schadstoffbelastungen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Agrarministerium, Gerald Thalheim. Am ärgsten setzen nach wie vor Landwirtschaft und Verkehr den Wäldern in Deutschland zu. Obwohl sich die Luftbelastung durch Schwefeldioxid "entscheidend verbessert" hat, beeinträchtigen nach wie vor Stickstoffemissionen - etwa durch Dünger und Gülle - die Bäumen heftig. Insgesamt hat sich binnen Jahresfrist der Anteil der ungeschädigten Bäume von 35 auf 36 Prozent erhöht. Thalheim wies aber darauf hin, dass kurzfristige Betrachtungen nicht aussagekräftig seien, da die Ergebnisse auch durch von Jahr zu Jahr schwankende Faktoren wie Witterungseinfluss oder Schädlingsbefall beeinflusst würden. In Deutschland wiesen zuletzt 22 Prozent der Bäume "deutliche Schäden" auf: Sie haben mehr als ein Viertel ihrer Blätter oder Nadeln verloren. Für 42 Prozent der Bäume, die durch gelichtete Kronen auffallen, gilt die Warnstufe. Am stärksten geschädigt zeigten sich wie schon in den Vorjahren Eichen und Buchen: Nur 21 Prozent der Eichen und 25 Prozent der Buchen gelten derzeit als gesund. Ein Drittel von ihnen ist "deutlich geschädigt", die Kiefer dagegen mit 14 Prozent die am wenigsten betroffene Baumart. Im vergangenen Jahr seien entsprechend dem langjährigen Durchschnitt zwei Prozent des Waldbestandes zur Holznutzung gefällt worden. Etwa drei Prozent dieser Bäume war abgestorben.Thalheim dämpfte Hoffnungen auf nachhaltige Besserung oder gar Entwarnung: Es sei nicht zu erwarten, dass es zu einer raschen Entspannung der Situation komme. Jahrzehntelange Schadstoffeinträge aus Verkehr, Landwirtschaft und Industrie setzten als "kritische Altlast" der Baumgesundheit zu. Schadstoffe aus übersäuerten Waldböden gelangten nach und nach ins Grundwasser. Die Regierung werde deshalb konsequent ihre Schadstoffminderungs- Politik fortsetzen. Im Bereich der Landwirtschaft setze das Ministerium auf Verringerung der Nutzviehdichte und naturnahe Waldbewirtschaftung. Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zeigt der zum 15. Mal vorgelegte Bericht, dass der Wald durch negative Umweltfaktoren weiter stark belastet wird. Er leide "besonders unter den direkten und indirekten Folgen der Luftverschmutzung". Es sei zu begrüßen, dass Agrarministerin Renate Künast (Grüne) ihre begonnene Agrarwende mit der Beendigung der Waldvergiftung koppeln wolle. Dies sei ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Trinkwasser und Menschen. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) warf der Bundesregierung mangelhafte Luftreinhalte- und Klimaschutzpolitik vor. Auch wenn der Bericht erstmals von einer grünen Landwirtschaftsministerin vorgelegt worden sei, komme damit "noch lange nicht mehr Grün in Deutschlands Wälder", sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. In Wirklichkeit handele es sich um einen Krankenbericht, der ein "deprimierendes Bild" zeichne. Für die Umweltschutzorganisation Robin Wood ist die Massentierproduktion "einer der Hauptschuldigen am Waldsterben".

Artikel 8

Es geht immer flotter in die Klimakatastrophe

Klima kippt: Süddeutschland bald eine Wüste?

Unser Planet heizt sich auf. Überschwemmungen, Dürren und Wüstenbildungen sowie Naturkatastrophen wie Hurrikane häufen sich. Der Klimawandel ist im vollen Gange. Das bestätigen seit langem alle wissenschaftliche Untersuchungen. Millionen von Menschen sind bereits betroffen und es werden noch mehr. Die Ursache ist unsere ständige Gier nach Energie. Der hohe Energieverbrauch, vor allem in den Industrieländern, steigert die Konzentration der natürlichen Treibhausgase und sorgt für eine Erwärmung der Atmosphäre. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Mineralöl und Gas wächst seit Beginn der Industrialisierung stetig. Das hat weitreichende Folgen für das Weltklima. Europa: Klimazonen verschieben sich Mit steigender Erwärmung verschieben sich die Klimazonen in Europa. Viele Tiere und Pflanzen werden wegen des rapiden Klimawandels nicht in der Lage sein, sich den neuen Lebensbedingungen anzupassen. Einige Arten werden deshalb aussterben. Der durch die Erwärmung steigende Meeresspiegel wird die Küsten an der Nord- und Ostsee überfluten. Und nicht nur das, die Flüsse werden ebenfalls betroffen sein. Hochwasser wird eine ständige Gefahr für die Menschen vor allem in Nordwesteuropa darstellen. Südeuropa wird dagegen mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Versandungen und Wüstenbildungen könnten bei einer steigenden Erwärmung des Mittelmeerraumes heimsuchen und für Wasserknappheit sorgen. Sollte das Klima tatsächlich kippen, sind die gesamten Auswirkungen nicht absehbar. So könnte es durchaus sein, dass Südeuropa statt einer Wüstenbildung mit sibirischer Kälte zu kämpfen hat. Denn möglicherweise bleibt uns der Golfstrom, der hier für ein gemäßigtes Klima sorgt, bei einem Klimawandel nicht erhalten. Auch wenn wir im Winter wegen Frost und Schnee zittern, ist eine Klimaveränderung auch bei uns bereits sichtbar. Seit 1988 registrieren die Klima-Forscher ununterbrochen "zu warme" Jahre. Bei einer anhaltenden Klimaerwärmung müssen wir mit immer milderen und regenreicheren Wintern rechnen. Die in letzter Zeit sich häufenden Wetter-Rekorde sind Ausdruck der fortschreitenden Klimaveränderung. Allein in Deutschland werden ständig neue Rekorde aufgestellt. So war der Oktober 2001 mit durchschnittlich 12,6 Grad der wärmste in Deutschland seit 100 Jahren. Dennoch müssen wir vorerst nicht auf unsere Jahreszeiten verzichten. Denn auch bei einer globalen Erwärmung bleibt uns durch den unterschiedlichen Einfallswinkel der Sonne innerhalb eines Jahres die Temperaturdifferenz zwischen Sommer und Winter erhalten. Weltweite Folgen sind verheerend Schmelzende Gletscher führen zu einem steigenden Meeresspiegel. Experten vermuten, dass ca. 50 Prozent der Weltbevölkerung von überfluteten Regionen betroffen sein werden. Auch die wasserreichen Flüsse werden zu ständigen Hochwasserkatastrophen führen. Im Gegensatz dazu führt die Aufheizung der Erde zu einer Ausbreitung der Wüsten und somit zu einer steigenden Hungersnot. 1,7 Milliarden Menschen leiden bereits unter Wasserknappheit, Experten schätzen, dass im Jahr 2025 an die fünf Milliarden Menschen betroffen sein werden. Dabei trifft es Entwicklungsländer wie Afrika besonders hart. Und dass obwohl der schwarze Kontinent gerade mal mit drei Prozent an der weltweiten Emission beteiligt ist. Die größten Umweltverschmutzer in Sachen CO2-Ausstoß sind mit Abstand die USA und Kanada. Die globalen Auswirkungen sind bereits zu spüren Die stetige Erwärmung der Ozeane führt zu einer Veränderung von Großwetterlagen. So sind nicht nur die Menschen Floridas oder Mittelamerikas von ständigen tropischen Wirbelstürmen betroffen. Auch in Europa kamen allein durch Sturmtief Lothar unzählige Menschen in der Flutkatastrophe in Italien und England ums Leben.

Artikel 9

Killeralge breitet sich an der kroatischen Adria aus

An der kroatischen Adriaküste breiten sich aus den Tropen eingeschleppte giftige Algen aus. Wissenschaftler seien an mehreren Stellen auf die Algen gestoßen, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina. Die als Killeralgen bezeichneten Unterwassergewächse verdrängen das Seegras und schränken insgesamt die Artvielfalt ein.

Artikel 10

Australische Quallen bedrohen den Golf von Mexiko

Sie sind dreimal größer als im heimischen Australien, treten millionenfach auf engstem Raum auf, bedrohen die Garnelenpopulationen und keiner weis so genau, wie das alles geschehen konnte. Vermutet wird ein Zusammenhang mit Standard-Sündebock El-Niño-Phänomen

Artikel 11

Es geht immer flotter in die Klimakatastrophe

Klima kippt: Süddeutschland bald eine Wüste?

Unser Planet heizt sich auf. Überschwemmungen, Dürren und Wüstenbildungen sowie Naturkatastrophen wie Hurrikane häufen sich. Der Klimawandel ist im vollen Gange. Das bestätigen seit langem alle wissenschaftliche Untersuchungen. Millionen von Menschen sind bereits betroffen und es werden noch mehr. Die Ursache ist unsere ständige Gier nach Energie. Der hohe Energieverbrauch, vor allem in den Industrieländern, steigert die Konzentration der natürlichen Treibhausgase und sorgt für eine Erwärmung der Atmosphäre. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Mineralöl und Gas wächst seit Beginn der Industrialisierung stetig. Das hat weitreichende Folgen für das Weltklima. Europa: Klimazonen verschieben sich. Mit steigender Erwärmung verschieben sich die Klimazonen in Europa. Viele Tiere und Pflanzen werden wegen des rapiden Klimawandels nicht in der Lage sein, sich den neuen Lebensbedingungen anzupassen. Einige Arten werden deshalb aussterben. Der durch die Erwärmung steigende Meeresspiegel wird die Küsten an der Nord- und Ostsee überfluten. Und nicht nur das, die Flüsse werden ebenfalls betroffen sein. Hochwasser wird eine ständige Gefahr für die Menschen vor allem in Nordwesteuropa darstellen. Südeuropa wird dagegen mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Versandungen und Wüstenbildungen könnten bei einer steigenden Erwärmung des Mittelmeerraumes heimsuchen und für Wasserknappheit sorgen. Sollte das Klima tatsächlich kippen, sind die gesamten Auswirkungen nicht absehbar. So könnte es durchaus sein, dass Südeuropa statt einer Wüstenbildung mit sibirischer Kälte zu kämpfen hat. Denn möglicherweise bleibt uns der Golfstrom, der hier für ein gemäßigtes Klima sorgt, bei einem Klimawandel nicht erhalten. Auch wenn wir im Winter wegen Frost und Schnee zittern, ist eine Klimaveränderung auch bei uns bereits sichtbar. Seit 1988 registrieren die Klima-Forscher ununterbrochen "zu warme" Jahre. Bei einer anhaltenden Klimaerwärmung müssen wir mit immer milderen und regenreicheren Wintern rechnen. Die in letzter Zeit sich häufenden Wetter-Rekorde sind Ausdruck der fortschreitenden Klimaveränderung. Allein in Deutschland werden ständig neue Rekorde aufgestellt. So war der Oktober 2001 mit durchschnittlich 12,6 Grad der wärmste in Deutschland seit 100 Jahren. Dennoch müssen wir vorerst nicht auf unsere Jahreszeiten verzichten. Denn auch bei einer globalen Erwärmung bleibt uns durch den unterschiedlichen Einfallswinkel der Sonne innerhalb eines Jahres die Temperaturdifferenz zwischen Sommer und Winter erhalten.

Weltweite Folgen sind verheerend

Schmelzende Gletscher führen zu einem steigenden Meeresspiegel. Experten vermuten, dass ca. 50 Prozent der Weltbevölkerung von überfluteten Regionen betroffen sein werden. Auch die wasserreichen Flüsse werden zu ständigen Hochwasserkatastrophen führen. Im Gegensatz dazu führt die Aufheizung der Erde zu einer Ausbreitung der Wüsten und somit zu einer steigenden Hungersnot. 1,7 Milliarden Menschen leiden bereits unter Wasserknappheit, Experten schätzen, dass im Jahr 2025 an die fünf Milliarden Menschen betroffen sein werden. Dabei trifft es Entwicklungsländer wie Afrika besonders hart. Und dass obwohl der schwarze Kontinent gerade mal mit drei Prozent an der weltweiten Emission beteiligt ist. Die größten Umweltverschmutzer in Sachen CO2-Ausstoß sind mit Abstand die USA und Kanada.

Die globalen Auswirkungen sind bereits zu spüren

Die stetige Erwärmung der Ozeane führt zu einer Veränderung von Großwetterlagen. So sind nicht nur die Menschen Floridas oder Mittelamerikas von ständigen tropischen Wirbelstürmen betroffen. Auch in Europa kamen allein durch Sturmtief Lothar unzählige Menschen in der Flutkatastrophe in Italien und England ums Leben.

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Klimawandel ist in vollem Gang

Immer mehr Menschen werden voraussichtlich Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen oder Stürme zum Opfer fallen. Darauf haben Klimaforscher anlässlich des von der UN ausgerufenen «Internationalen Tages zur Verhinderung von Naturkatastrophen» am (morgigen) Mittwoch hingewiesen. «Vielen Menschen wird wegen der massiven Klimafolgen die Lebensgrundlage entzogen», sagte Hans- Joachim Schellnhuber, Direktor am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einem am Dienstag verbreiteten Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.So gebe es in Afghanistan die längste Dürreperiode seit Menschengedenken. «In einige Landesteilen hat es seit drei Jahren nicht mehr geregnet», sagte der Wissenschaftler. Solche veränderten Lebensbedingungen führten oft zu Flucht oder auch zu sozialen, in Gewalt endende Konflikte.

Die Hauptursache für den überwiegend von Menschen gemachten Klimawandel sei die Erwärmung der Erdatmosphäre aufgrund des hohen Kohlendioxidausstoßes (CO2), insbesondere der Industrieländer. «Es existiert eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die mittlere globale Oberflächentemperatur um etwa drei bis sechs Grad Celsius ansteigen wird», sagte Schellnhuber. Zum Vergleich: In den vergangenen hundert Jahren hat sich die Erde nur um 0,6 Grad erwärmt. Der Klimawandel sei bereits im vollen Gange und könne nur noch durch eine drastische CO2-Reduktion abgemildert werden. Die globale Erwärmung führe zu einem verstärkten Abschmelzen der Polkappen und damit zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Urlaubsparadiese wie die Seychellen drohten in den nächsten Jahrzehnten zumindest teilweise unterzugehen. «Wir brauchen so etwas wie einen globalen Marshall-Plan», forderte Schellnhuber. Neben Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel wie Deichbau müsse beispielsweise auch geklärt werden, wo die Menschen lebten, deren Land überflutet und deren Lebensgrundlage zerstört sei. Auch die Münchener Rückversicherung, die weltweit Schäden von Naturkatastrophen finanziell absichert, macht bereits seit einigen Jahren eine starke Zunahme von Naturkatastrophen aus. «Wir haben in den 90er Jahren dreimal mehr große Naturkatastrophen registriert als in den 60er Jahren», sagte Thomas Loster von der Forschungsgruppe GeoRisiken, Wetter-/Klima Risiken bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft.

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Die Wüste erobert China

China stemmt sich mit Macht gegen die Ausbreitung der Wüsten. Doch den aufwändigen Forst- Programmen sind nur lokale Erfolge beschieden. Insgesamt wächst die Wüste ungebremst.(jkm) - Dies geht aus der jetzt veröffentlichten Statistik der staatlichen Forstbehörde hervor. Demnach waren Ende 1999 in China 2,7 Millionen Quadratkilometer Fläche von Wüsten bedeckt - 27,9 Prozent des gesamten Landes. Die von Wüsten betroffene Fläche wuchs innerhalb von fünf Jahren um 52.000 Quadratkilometer, schreibt die chinesische Zeitung "People´s Daily". Feng Jiaping, Sprecher der staatlichen Forstbehörde, gab die Zahlen offiziell bekannt. Sie stammen aus der zweiten großen Wüsten-Studie nach einer ersten landesweiten Erfassung im Jahr 1994.Von der Wüstenbildung betroffen sind demnach 471 Bezirke im Norden und Westen Chinas. Die Gegenden liegen in den autonomen Regionen der Inneren Mongolei, Ningxia, Tibet und Xinjiang, in den westlichen Provinzen Gansu, Qinghai und Shaanxi sowie den nördlichen Provinzen Hebei und Shanxi. Versandungen werden für weitere 18,2 Prozent des Landes vermeldet. Betroffen sind 1,74 Millionen Quadratkilometer. Der Sand konnte allerdings innerhalb der letzten fünf Jahre durch umfangreiche Aufforstungen um 57.000 Quadratkilometer zurückgedrängt werden. Als Ursachen für die Versandung gelten die zu hohe Beanspruchung der Böden, Überweidung, Abforstung und veraltete Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft. Längere Trockenzeiten in Folge des Klimawandels könnten die Wüstenbildung zusätzlich fördern, befürchten die Forscher. Der Sommer 2000 wurde in China zu einer der schlimmsten Dürrezeiten der letzten 50 Jahre.

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Steigende Temperaturen: Wird die Erde zum grünen Treibhaus?

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Pflanzenwachstum in der nördlichen Hemisphäre deutlich verstärkt. Als möglichen Grund für die grüne Pracht vermuten Wissenschaftler steigende Temperaturen durch den Treibhauseffekt. Ein grüner Gürtel legt sich um den Globus. Oberhalb des 40. nördlichen Breitengrades - eine Linie von New York über Madrid bis nach Peking - wird die Vegetation seit 1981 immer dichter, so das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Nasa. Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die jährlichen Wachstumsperioden der Pflanzen um mehrere Tage verlängert haben. Ein Zusammenhang mit steigenden Temperaturen ist offenbar, meinen die Forscher. "Beim Vergleich der Temperaturen und der Satellitendaten über die Vegetation stellten wir fest, dass die jährlichen Änderungen von Pflanzenwachstum und Vegetationsperiode eng mit den jährlichen Temperaturveränderungen einhergehen", sagte der Wissenschaftler Liming Zhou von der Boston University. Die Wachstumsgebiete, so die Wissenschaftler, hätten sich in den vergangenen 20 Jahren nicht verändert. Erhöht hat sich die Vegetationsdichte. Möglicherweise gedeihen die Pflanzen durch die Treibhausgase besser und filtern dadurch mehr Kohlenstoff aus der Luft.

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Wüstenbildung: Ein Viertel der Erdoberfläche bedroht

Ein Viertel der Erdoberfläche ist nach UN-Angaben von einer weiteren Ausbreitung der Wüsten bedroht. Davon sei mehr als eine Milliarde Menschen in knapp 100 Ländern betroffen, teilte der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) am Montag zum Auftakt der UN- Wüstenkonferenz in Genf mit. 135 Millionen Menschen seien durch Verödung des Bodens bereits obdachlos geworden. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich jedes Jahr auf rund 42 Milliarden USDollar (90 Milliarden Mark/46 Milliarden Euro).In Genf tagt bis zum 12. Oktober die Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung. Die Konvention ist eines der drei aus dem Umweltgipfel in Rio hervorgegangenen Abkommen. Es trat Ende 1996 in Kraft und wurde bisher von 176 Staaten ratifiziert.

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Ein Drittel der Lebensräume ist durch den Klimawandel bedroht

Durch Verschiebung der Klimaregionen sind zahlreiche Tier- und vor allem Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, da sie sich nicht schnell genug anpassen können bzw. nicht oder nur langsam wandern. Während der ansteigende Meeresspiegel in wärmeren Gefilden zum Problem wird, sind hier hauptsächlich die gemässigten bis polaren Zonen betroffen (Bericht bei BBC Online, Zusammenfassung und Studie (23 Seiten) zum Download bei WWF International, alles in englisch).Klimaerwärmung hat mehr Heuschnupfen zur FolgeTraubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), eine der Hauptursachen für Heuschnupfen im Herbst, produziert dopplelt so viel Pollen wie noch vor 100 Jahren. Es sei mit einer weiteren Verdopplung zu rechnen, wenn die CO2-Konzentration weiterhin ansteige. Schon jetzt seien Pflanzen in der Nähe von Strassen und anderen CO2-Quellen bis zu drei Mal grösser (Meldung bei Natural Resources Defence Council, englisch).

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Immer mehr und größere Löcher im Regenwald

In den letzten 50 Jahren wurde der Regenwald unseres Planeten etwa halbiert. Die Zerstörung geht unvermindert weiter - zur Zeit jährlich um 0,8 Prozent oder um 16,1 Millionen Hektar. Am stärksten betroffen sind Brasilien, Argentinien, Kongo, Indonesien, Mexiko, Nigeria, Sudan, Myanmar (Burma), Sambia und Simbabwe. Die wichtigsten Ursachen, so die FAO , die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft in Rom, seien Hunger, Korruption und Armut. Hinzu kommen in tropischen Gebieten in den letzten Jahren Stürme und Waldbrände. So seien in den neunziger Jahren vor allem in Indonesien und Äthiopien riesige Waldflächen durch Brände verloren gegangen; in Europa und Nordamerika durch Stürme. Die FAO will die Zerstörung der Regenwälder, die in Jahrtausenden gewachsen sind, aufhalten. Sie fordert eine kontrollierte Waldnutzung sowie Maßnahmen gegen illegalen Holzschlag und eine ökologische Waldbewirtschaftung. Die ökologisch bewirtschafteten Wälder machen weltweit erst zwei Prozent aus - wachsen aber rasch, erklärte die FAO .

Artikel 18

Ozonloch über der Arktis

Der britische Forscher Jonathan Shanklin rechnet damit, dass bis 2020 über dem Nordpol ein ebenso grosses Ozonloch entsteht, wie es heute über der Antarktis zu beobachten ist. Shanklin hatte 1985 dieses Ozonloch entdeckt. Ozonabbauende Chemikalien sind nicht schuld, sondern eine Rückkopplung bei der Klimaerwärmung. Bericht bei BBC

Artikel 19

Altreifen sollen als Recycling-Rohstoff Karriere machen

Mit einem neuen Recycling-Verfahren will die Technische Universität Chemnitz das Entsorgungsproblem von Altreifen lösen. Bereits 1998 war es den Kunststofftechnikern um Günter Mennig gelungen, aus Altreifen einen brauchbaren Kunststoff zu entwickeln. Nun bringt die Universität gemeinsam mit sächsischen Firmen ein erprobtes Recycling-Verfahren auf den Markt. In Deutschland ist die Verwertung von ausgedienten Gummimaterialien hingegen ein großes Problem. So türmen sich jedes Jahr rund eine Million Tonnen mehr Gummiabfälle auf deutschen Deponien. Abgefahrene Autoreifen stellen dabei mit 600.000 Tonnen den Löwenanteil dar. Bisher ließ sich vulkanisiertes Gummi nicht wiederverwerten. Die Chemnitzer Wissenschaftler entwickelten jedoch einen Verfahren, das aus Altreifenmehl und Polypropylen einen neuartigen Kunststoff erstellt. Das Produkt ist ein äußerst stabiler und formbarer Werkstoff, der zur Gruppe der Thermoplastischen Elastomere (TPE) gehört. Aufgrund der hohen Zugfestigkeit und des guten Dehnungsverhalten, sagt er dem Altgummi eine große Zukunft im Automobilbau voraus, denn hier werden schlag- und stoßbelastbare Bauteile benötigt

Artikel 20

Energiesparen im Haushalt lohnt sich

Verbraucher können bei den Energieausgaben zu Hause viel Geld sparen. Durch richtiges Heizen, eingeschränkten Warmwasserverbrauch und sparsamen Einsatz von elektrischen Geräten könnten die Ausgaben um jährlich 720 Mark (370 Euro) pro Haushalt reduziert werden, teilt der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) mit. So reichten in Wohnräumen Temperaturen von 20 Grad aus, 15 Grad sollten es in Nebenräumen sein und 24 Grad im Bad. Um Kosten zu sparen, dürften Heizkörper nicht von Möbeln verdeckt werden. Außerdem sollten die Fenster nicht bei aufgedrehter Heizung geöffnet werden, so der Verband weiter. Auch wer dusche, anstatt zu baden und auf angemessene Temperaturen beim Kochen achte, spare bei den Energieausgaben.

Artikel 21

Erdgasautos sind auf der ökonomischen und ökologischen

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat sich Bundesumweltminister Jürgen Trittin am 20. September für eine breite Markteinführung des Kraftstoffes Erdgas ausgesprochen. Bei seinem Besuch des Sonderstandes Erdgasfahrzeuge, eine gemeinsame Aktion der Gaswirtschaft, Automobil- und Mineralölindustrie, erklärte Trittin: "Die Voraussetzungen für einen Durchbruch dieser modernen, umweltfreundlichen Antriebstechnik sind geschaffen. Mit der ökologischen Steuerreform hat die Bundesregierung die Mineralölsteuerbegünstigung für Erdgas bis 2009 festgeschrieben und für Investitionssicherheit gesorgt." Erdgas sei damit wesentlich kostengünstiger als Benzin oder Diesel.

In dem Bestreben der Gas-und Mineralölwirtschaft nach einem flächendeckenden Erdgas- Tankstellennetz sieht der Umweltminister damit den Kraftstoff Erdgas auf dem richtigen Weg: "Das sind die richtigen Signale, um den Erdgasantrieb für die Verbraucher attraktiv zu machen und damit die Umwelt- und Gesundheitsbelastungen des Verkehrs zu reduzieren".

Eine positive Resonanz gab es auch bei den über 500 Besuchern, die täglich zum Sonderstand Erdgasfahrzeuge auf der IAA strömten. Hier standen ihnen fachkundige Gesprächspartner zur Verfügung, die über die ökonomischen und ökologischen Vorteile der Treibstoffalternative Erdgas Auskunft gaben. Auf besonderes Interesse stießen dabei sowohl die breite Modellpalette als auch die zahlreichen finanziellen Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs durch viele lokale Gasversorger. Die anfängliche Mehrinvestition für ein Erdgasauto kann sich nämlich durch die Förderung und den geringen Erdgaspreis schnell in einen finanziellen Vorteil wandeln.

Artikel 22

"Grüner" Strom schützt die Umwelt

Seit der Liberalisierung des Strommarktes steht es jedem Kunden frei, den Stromanbieter zu wechseln. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, den so genannten grünen Strom zu beziehen. Jeder Stromverbraucher fördert so erneuerbare Energien und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Dem BUND zufolge können sich die Verbraucher an den Gütesiegeln EnergieVison und Grüner Strom Label orientieren. Diese Siegel werden nur vergeben, wenn der gelieferte Strom tatsächlich zur Umweltentlastung beitrage. Der Verein Grüner Strom Label vergebe dabei zwei unterschiedliche Gütesiegel: Gold steht für Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien, ein Prozent des Stromes muss aus Solaranlagen stammen. Silber zeichne Strom aus, der zu fünfzig Prozent aus der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Koppelung kommen darf. Wer sich an den Gütesiegeln orientiert, weiß zudem laut BUND, woher der Strom kommt. Die Kunden erhalten genaue Angaben über die Art und Zusammensetzung der gelieferten Energie.

Artikel 23

Magnetische Kühlschränke gegen den Treibhauseffekt

Mit neuartigen magnetischen Kühlschränken und Klimaanlagen wollen niederländische Forscher den Treibhauseffekt bremsen und die Ozonschicht schonen. Ein Team um Ekkes Brück von der Universität Amsterdam hat ein billiges Material gefunden, das sich mit Hilfe von Magneten effektiv bei Zimmertemperatur kühlen lässt. Es könne klimaschädliche Kühlmittel überflüssig machen und zugleich helfen, Energie zu sparen, schreiben die Wissenschaftler im britischen Fachjournal "Nature" (Bd. 415, S. 150) vom Donnerstag.Das Kühlmaterial der Holländer besteht aus einer Mischung der Elemente Mangan, Eisen, Phosphor und Arsen. In einem Magnetfeld besitzt es eine innere Ordnung, die außerhalb des Feldes sofort zerfällt. Bei diesem Zerfall der Ordnung kühlt sich das Material stark ab. Kühlschränke auf Basis dieses so genannten magnetokalorischen Effekts könnten 1,5 Mal so effektiv arbeiten wie die besten herkömmlichen Geräte, heißt es in "Nature".Bei bisher bekannten Materialien sei ein solcher magnetokalorischer Effekt nur unterhalb der normalen Zimmertemperatur und bei sehr starken Magnetfeldern beobachtet worden. Je nach Mischungsverhältnis der Zutaten lässt sich der Kühleffekt bei dem neuen Stoff bei Temperaturen zwischen -70 und 80 Grad Celsius hervorrufen.

Dazu sind zwar immer noch Magnetfelder von etwa zwei Tesla nötig, die rund 100000 Mal stärker sind als das Erdmagnetfeld. Sie lägen aber im Bereich kräftiger Dauermagneten, schreiben die Forscher. Dank seiner exzellenten Eigenschaften und sehr niedriger Materialkosten sei die neue Mischung daher ein attraktiver Kandidat für kommerzielle Haushaltskühlschränke und für Klimaanlagen.

Artikel 24

Recyclingpapier preisgünstig und alltagstauglich

Recyclingpapiere sind in der Regel 10 bis 15 Prozent preisgünstiger als vergleichbare Frischfaserpapiere. Das teilt der Informationsdienst Wissenschaft (idw) unter Hinweis auf eine gemeinsame Studie des Naturschutzbundes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und des Öko-Institutes in Freiburg mit. Die Untersuchung belege die Alltagstauglichkeit von Recyclingpapier. Recyclingpapier führe nicht öfter als Frischfaserpapier zu Papierstaus oder dem Verlaufen von Tinte. Auch sei die Papierfarbe ansprechend, Reißfestigkeit und Alterungsbeständigkeit seien ebenfalls mit dem Frischfaserpapier vergleichbar. Die Untersuchung basiert dem idw zufolge auf Praxiserfahrungen der sechs Großunternehmen AOK München, der Bertelsmann Services Group, der Commerzbank in Bielefeld, der Hamburg-Mannheimer Versicherung, Karstadt und des Otto Versandes.

Artikel 25

Schmierfähigkeit von schwefelarmem Dieselkraftstoff durch Zusatz von Biodiesel verbessert

Biodiesel ist als Schmiermittel in schwefelarmem Dieselkraftstoffen geeignet. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Energie- und Umwelttechnik der Universität Rostock, das neuartige Schmierstoffzusätze zu Dieselkraftstoffen untersuchte. Mit der seit 1996 geltenden europäischen Norm für Dieselkraftstoffe ist die deutliche Absenkung des Schwefelgehalts auch für deutsche Hersteller zur Pflicht geworden. Schwefelarme Kraftstoffe produzieren erheblich weniger umweltschädliche Abgase und verlängern zum anderen die Lebensdauer von Fahrzeug-Katalysatoren. Allerdings zeichnen sich Schwefelverbindungen auch durch besonders gute Schmiereigenschaften aus. Unverzichtbar vor allem für die Einspritzanlagen im Motor, da deren beweglichen Teile permanent vom Kraftstoff geschmiert werden müssen. Um einem Verschleiß der Motorsysteme entgegenzuwirken sind Zumischungen von Additiven, die eine höhere Eigenschmierfähigkeit besitzen, erforderlich. Was liegt da näher, als es mit Biodiesel zu versuchen, der von Natur aus einen sehr geringen Schwefelgehalt und trotzdem gute Schmiereigenschaften aufweist.Das Forscherteam der Universität Rostock untersuchte verschiedene Mischungsverhältnisse in Dauerlaufuntersuchungen und Belastungszyklen der Motoren. Ab einer Zumischung von 1 % RME (Rapsölmethylester) zu schwefelarmem Dieselkraftstoff kommt es zu einer wesentlichen Verbesserung der Schmiereigenschaften.Biodiesel stellt damit eine interessante und umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Additiven dar, um die Schmierfähigkeit von schwefelarmem Diesel zu verbessern.

5. Quellen der Materialsammlung:

Quellen aller Artikel der Materialsammlung:

www.dva.de

www.sonnenseite.com

www.stuttgarter-zeitung.de

www.vistaverde.de

www.web.de ➔ Nachrichten der dpa

www.wetter.de ➔ Reportagen

www.wissen.de

www.yahoo.de ➔ Schlagzeilen der dpa

Literatur aus Universitätsbibliothek der BTU-Cottbus

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1 Gerd Leipold = Geschäftsführer von Greenpeace-International

Details

Seiten
17
Jahr
2002
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106136
Note
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Titel: In der Natur gibt es kein Gleichgewicht