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Sucht/ Prävention

Referat (Ausarbeitung) 2001 10 Seiten

Medizin - Neurologie, Psychiatrie, Süchte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Sucht Begriffsdefinition Sucht/ Abhängigkeit

2. Entstehung und Entwicklung von Abhängigkeit
2.1 Psychosoziale Aspekte von Sucht 6 2.2 Hin tergründe
2.3 Konsum und Sucht
2.4 Die soziale Wirkung von Drogen

3. Prävention
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Ziele der Suchtprävention

4. Betriebliche Suchtprävention
4.1 Ziele der betrieblichen Suchtprävention
4.2 2 Kosten und Nutzen einer betrieblichen Suchtprävention 11 4.3 Zahlen und Fakten am Beispiel des Alkoholkonsums am 12 Arbeitsplatz
4.3.1 Der Einf luss des Alkohols auf die Leistungsfähigkeit und 13 Arbeitssicherheit
4.3.2 Der Alkohol und das Unfallrisiko

Literaturnachweis

1 Sucht - Begriffsdefinition Sucht/ Abhängigkeit

Unter Sucht versteht man den seelischen und/ oder körperlichen Zustand/ Drang sich eine bestimmte Droge zuführen zu müssen. Der Begriff, Sucht ist auf das griechische Wort ,,siech" zurückzuführen. Siech bedeutet krank, somit meint dieser Begriff zum einen Krankheit, wie z. B., Gelbsucht, Schwindsucht, Magersucht, etc. und zum Anderen ein Auffälliges Verhalten, wie z.B., Habsucht, Eifersucht oder Tobsucht.

Inzwischen ist der Begriff Sucht von der World Health Organisation( WHO), durch den Begriff Abhängigkeit ersetzt worden, obwohl der Begriff Sucht noch in einer Vielzahl der einschlägigen Fachliteratur auftaucht. Ich werde in meinem Referat beide Begriffe verwenden, da keiner von beiden falsch ist. Weiterhin wird zwischen zwei Arten der Abhängigkeit unterschieden, zum einen die physische- (körperliche), und zum anderen die psychische (seelische) Abhängigkeit. Eine physische Abhängigkeit besteht, wenn zur Erzielung derselben Wirkung steigende Mengen benötigt werden (Toleranzbildung), und sich beim Absetzen des Mittels körperliche Entzugssymptome äußern. Die Entzugssymptome variieren je nach der Art des Suchtmittels, wie z. B., Tremor (zittern) der Hände und Schweißausbrüche bei einem Alkoholabhängigen, innere Unruhe, Gliederschmerzen, grippige Symptome bei einem Heroinabhängigen.

Die psychische Abhängigkeit kann als ein übermächtiges und unwiderstehliches Verlangen nach einer Droge oder eines Mittels weiterhin zu konsumieren (zu sich nehmen) verstanden werden, dass sogar soweit gehen kann, dass die Droge das ganze Denken und Handeln eines Abhängigen bestimmt. Die psychische Abhängigkeit ist weitaus tiefgreifender als die physische, die mit Medikamenten behandelt werden kann.

Weiterhin wird zwischen der nicht stoffgebundenen Abhängigkeit, wie z.B. die Spielleidenschaft, der Workaholic oder der Kleptomane, und der stoffgebundenen Abhängigkeit, wie z.B. von Genussmitteln( Koffein, Nikotin, Teein), Alkohol, Medikamente und illegale Drogen (Heroin, LSD, Kokain, Exctasy) unterschieden.

Die Abhängigkeit/ Sucht kann als dominierendes Verlangen oder zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesen sein auf bestimmte Substanzen charakterisiert werden. Dies kann von einer einfachen Gewohnheit bis zu einer süchtigen Persönlichkeitsentwicklung reichen.

WHO- Klassifikationen von unterschiedlichen Formen der A bhängigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kriterien für Missbrauch und Abhängigkeit von psychotropen Substanzen

Abb.4 Entnommen aus: Positionspapier 2001 Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren 2001, S. 8

2. Entstehung und Entwicklung von Abhängigkeit

2.1 Psychosoziale Aspekte von Sucht

Wie und warum kann es zu einer Abhängigkeit führen? Warum nehmen Menschen überhaupt Drogen?

Eine Vielzahl von Wissenschaftlern und Praktiker haben versucht eine einschlägige und überzeugende Antwort auf diese Fragen zu finden. Eng gesehen muss dieser Versuch als gescheitert angesehen werden, zwar gibt es eine Vielzahl von Informationen, Untersuchungen und Erkenntnissen, aber einen zwingenden kausalen Zusammenhang zwischen verursachenden Faktoren und süchtigem Verhalten kann nicht benannt werden. Es lassen sich aufgrund vieler erhobener anamnesitischer Daten häufig plausible und auch stimmige Gründe dafür finden, wie sich süchtiges oder abhängiges Verhalten entwickeln konnte. Diese Gründe sind auch sehr wichtig und hilfreich für die Gestaltung therapeutischer Konzepte und Prozesse und für die Entwicklung sinnvoller Präventionsmaßnahmen.

Eine Entwicklung von einer Drogenkarriere vorherzusagen ist trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht möglich. Die Erfahrungen gehen darauf hinaus, dass unter ähnlichen oder sogar gleichen Umständen und Rahmenbedingungen( z.B. Scheidung, Broken- Home- Situation, Vergewaltigung) die eine Person ein süchtiges Verhalten zeigt, und die andere Person an widrigen Lebensumständen gute Lebenstechniken entwickelt und reift.

Nach wie vor berufen sich die Praktiker und Wissenschaftler darauf, dass süchtiges Verhalten ein diffuses und verzwicktes Ursachenbündel zugrunde liegt, dass es sich um multifaktorielle Bedingungsgefüge, wie z.B. Familie, soziales Umfeld, Arbeitsplatz, usw. handelt, und dass aus einem komplexen Wechselspiel zwischen Droge und Umwelt süchtiges Verhalten resultiert(vgl. H. Schwehm 1994, S.9).

,,Eine Antwort auf die Frage warum Menschen Drogen konsumieren kann möglicherweise derjenige finden, der sich auf die komplexe Beziehung zu eben diesen Menschen einlässt"(H. Schwehm 1994, S. 9)

2.2 Hintergründe

Wer sich mit Drogen und dem Phänomen Sucht/ Abhängigkeit auseinandersetzt, wird in einen Dschungel von Hypothesen, wissenschaftliche Erkenntnisse, moralische Vorurteile, kulturgeschichtlichen Vergleichen, soziologischen und ökonomischen Strategien und anthropologischen Diskursen hineingeführt.

Trotz aller Unterschiede der einzelnen Drogen, ihre unterschiedlichen Wirkungsweisen und ihr mehr oder weniger hohen Suchtpotentiale, bleibt im Hinblick auf die kulturell unterschiedlichen Konsummuster und Abhängigkeitsformen die Einsicht, dass nicht die einzelnen Drogen das Problem sind, sondern der Mensch der sie konsumiert, und die Lebensumstände unter denen die einzelnen Drogen eingenommen werden.

Die Drogen sind nicht das Problem, sondern die Menschen, die anscheinend keine Chance hatten, sinnvolle Grenzen kennen und achten zu lernen im Umgang mit ihrem Körper, ihrer Seele und Ihrem Geist. Im Umgang mit Konsum und Genuss, im Erleben von Extase und Transzendenz oder die das Gefühl für die Grenzen ihrer menschlichen Existenz verloren haben.

Die alte paracelsische Weisheit, dass nicht die Droge das Gift ist sondern die Dosis, wird immer wieder bestätigt. Die Abhängigkeit kommt demnach nicht von außen in Gestalt der Droge auf den Menschen zu, sondern sie ist in jedem Mensch selbst verborgen, in seinem gestörtem Verhältnis zwischen Körper und Geist, zur Umwelt, zu seinen Mitmenschen und zu seinen Lebensbedingungen. Des Weiteren gehen soziologische Untersuchungen und Ursachenforschung von einer Infarktgesellschaft aus, die im hochgradigen Maß suchtgefährdet ist(H. Schwehm 1994, S. 11ff).

Die Menschen sind heutzutage dem Stress einer ständigen Reizüberflutung nicht gewachsen, und können geistig mit dem technologischem Fortschritt nicht mehr Schritt halten( Zeitinfarkt, Verkehrsinfarkt, Ökoinfarkt, Herzinfarkt, Suchtinfarkt).Sie verlieren durch die Verbreitung der Single - Haushalte immer mehr den sozialen Kontakt, sie verlieren den Kontakt zu wichtigen Bezugspersonen und zeigen in ihrer Freizeit immer extremere Verhaltensmuster um sich ablenken zu können, da der Arbeitsplatz immer höhere Anforderungen an sie stellt. Dabei verlieren sie noch den Kontakt zu ihrem Körper anstatt auf ihn zu hören wird er immer mehr strapaziert.

2.3 Konsum und Sucht

Die Werbeindustrie lässt sich immer ausgefallenere Webespots, die uns eine schöne heile Welt vorspielt einfallen. Konsum, Mode und Werbung tritt in der modernen Konsumgesellschaft an die Stelle notwendiger personaler Identitätsentwicklung. Heutzutage bestimmen die Mode, die Trends, die Marken und Logos den Prestige und den Status einer Person. Die Identität wird zurückgedrängt und zur Warenmarke umfunktioniert, sie ist nicht mehr ein Ergebnis von langwieriger Erziehungs- und Beziehungsarbeit. Dabei tritt die schnelle und unmittelbare Befriedigung immer mehr in den Vordergrund, das Gefühl für die Zukunft schwindet.

Anstrengung und Erholung, Anspannung und Entspannung, Lust und Langeweile. Diese Beispiele machen deutlich wie sich das Leben zwischen verschiedenen Polaritäten entwickelt.

,,Spannungsloses Leben führt zum Beziehungstod, bei Dauerspannung brennt die Sicherung durch" (H. Schwehm 1994, S. 11). Die Bedürfnisse nach stimmigen Verhältnissen wird in der hochmodernen Konsumgesellschaft bedrohlich manipuliert: Das Baby wird durch das Babyphon überwacht, die Spieluhr spielt das Abendlied, der aufziehbare Wiegemechanismus hält das Babybett in Bewegung, dass ist Zuwendung ohne notwendige persönliche Präsenz.

Abenteuer müssen in unserer heutigen multimedialen Welt nicht mehr selbst erlebt werden, der Knopfdruck auf die Fernbedienung oder das Internet reicht heutzutage schon aus, um mit fast allen Sinnen in eine vom Menschen hergestellte Scheinwelt abzutauchen.

Drogen können diese Abenteuer natürlich auch ersetzen, sie verschaffen einen Status, eine Rolle, eine Abhebung von der Masse, und das damit verbundene Selbstbewusstsein, sie bieten einen direkten Weg zur Bedürfnisbefriedigung, sie bieten einen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung oder zwischen Lust und Langeweile. Der Weg den Drogen anbieten muss nicht über Leid, oder Frustrations- und Problembewältigung gehen.

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Details

Seiten
10
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783640043163
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v106037
Note
gut
Schlagworte
Sucht/ Prävention

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Titel: Sucht/ Prävention