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Gotthelf, Jeremias - Die schwarze Spinne

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 16 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS:

1. Einleitung

2. Jeremias Gotthelf
2.1 Biographie
2.2 Werke

3. Inhaltsangabe des Buches

4. Epocheneinordnung

5. Interpretation
5.1 Quellen Gotthelfs
5.2 Aufbau der Novelle
5.2.1 Rahmenerzählung
5.2.2 Binnengeschichten
5.2.3 Binnengeschichten & Rahmenerzählung
5.3 Personen
5.4 Symbolgehalt
5.5.1 Ort der Handlung

6. Zusammenfassung/Rückblick

7. Bibliographie

8. Anhang

1 Einleitung

Ich habe diese Novelle von Jeremias Gotthelf gewählt, da ich in meiner Gymnasiumszeit in Tanzenberg dieses Buch zu lesen hatte, und ich von diesem Werk fasziniert wurde. Dieser Autor verstand es Bücher zu schreiben wo jedes Detail so lebensecht wirkt und deshalb so modern wirkt. Wenn man dieses buch ließt glaubt man gar nicht das es 1841 geschrieben würde. Zuerst fand ich es ziemlich langweilig aber als dann der Großvater mit der eigentlichen Geschichte beginnt konnte ich mich von diesem Buch nicht mehr trennen und habe es gleich 2 mal gelesen. Einerseits ist es sehr schwer zu lesen aber wenn man sich daran gewöhnt hat wird man das ganze Buch leicht verstehen.

2 Jeremias Gotthelf

2.1 Lebenslauf

Jeremias Gotthelf wurde als Albert Bitzius am 4. Oktober 1797, als Sohn eines Pfarrers und einer Beamtin geboren. Der Name Bitzius hat seinen Ursprung in einem kleinen Dorf am Genfersee, von wo seine Vorfahren nach Bern gewandert waren. Gotthelf verbrachte seine Jugend in Utzendorf, wohin man seinen Vater als Pfarrer versetzt hatte. Auf dem großen Pfarrhof seiner Eltern erhielt er den umfassenden Einblick in das Bauernleben, welchen er später für seine Werke nutzte und er erlernte landwirtschaftliche Fähigkeiten.

Gotthelf hatte das Privileg eines Gymnasiumbesuchs an der ,,Grünen Literaturschule" in Bern. Er studierte Theologie und macht sein Schulmeisterexamen. Nebenbei unterrichtete er als Geschichtslehrer in seinem früheren Gymnasium. Als er das Examen bestanden hatte, wurde er Vikar, also ein evangelischer Theologe nach dem ersten Examen, der einem Pfarrer hilft, bevor er selbst Pfarrer wird, unter der Aufsicht seines Vaters in dessen Kirche in Utzendorf.

Ein Jahr später besuchte er dann an die Universität Göttingen, um seine theologischen Studien und seine Allgemeinbildung zu erweitern.

Er reiste durch Norddeutschland, seine einzige Auslandreise, und kehrte mit Gelbsucht aus Berlin zurück ins Vikarsamt. Als sein Vater starb, konnte Gotthelf sein Amt nicht übernehmen, weil er noch keine fünf Jahre Kirchenhelferdienst abgeleistet hatte. Er wurde Vikar in der großen Pfarrgemeinde Herzogenbuchsee. Nach dem Antritt des geistlichen Amtes widmete er sich einer starken pädagogischen Tätigkeit auf dem Gebiet der Schulbetreuung und Lehrerausbildung, wobei er sich auch noch politisch engagierte. Drei Jahre später wurde er als Vikar in die Heilig-Geist-Kirche nach Bern berufen, wo er pädagogische Predigten hielt. Als er sich aktiv an der Politik beteiligte wurde er 1831 ins Emmental nach Lützelflüh versetzt , wo er als Pfarrer und als Seelsorger die Bauern betreute.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1833 heiratete Bitzius dann Henriette Zehnder mit welcher er drei Kinder hatte. Es waren zwei Mädchen und ein Junge

Das älteste Mädchen, Henriette, heiratete einen Pfarrer und wurde auch Schriftstellerin. Albert der zweitälteste, wurde Pfarrer und Regierungsrat von Bern. Das Jüngste Kind, Cécile heiratete ebenfalls einen Pfarrer.

3 Jahre später wendete er sich mit 39 Jahren an mit seinem ersten Roman, Der Bauernspiegel, an die Öffentlichkeit. Aus diesem Roman stammt auch sein Pseudonym ,,Jeremias Gotthelf".

Ein Jahr vor seinem Tod machte er, bereits Schwerkrank, eine 3-Wöchige Kur. Dies war sein längster Aufenthalt außerhalb von Lützelflüh seit er dorthin gezogen war. Am 22. Oktober 1854 starb Jeremias Gotthelf an der Folge einer Lungenembolie in den frühen Morgenstunden im Alter von 57 Jahren in Lützeflüh (Kanton BE).

2.2 Werke

Nach seinem ersten Roman, Der Bauernspiegel, folgten weitere Romane, einige Predigten und Erzählungen. Ebenfalls beinhaltet sein Lebenswerk Novellen, wie ,,Die schwarze Spinne" oder ,,Wie Joggeli eine Frau sucht".

Inhaltlich und stilistisch reflektiert Gotthelfs Werk seine sich verändernde Haltung in der Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und theologischen Problemen seiner Zeit, seinen Frontwechsel vom Liberalismus zur späteren Unterstützung der patriarchalischen, konservativgefärbten Staatsordnung. Seine Stilfärbung reicht vom humorvollen, mal sachlichen, mal ironischen Stil bis zum bissigen höhnischen Ausdruck.

Seine erste Schaffenszeit war vor allem sozialkritisch, pädagogisch, idealistisch und liberal. Dies war von 1837, seinem ersten Roman ,,Der Bauernspiegel", bis zu Gotthelfs einziger größeren theologischer Schrift über Erziehung und Bildung, ,,Die Armennot" 1940.

Werke der ersten Schaffungszeit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gotthelfs zweite Schaffenszeit erstreckt sich von 1841-45. Sie beinhaltet große Romane und kleinere Erzählungen mit Sagenkern; wie sämtliche Facetten des Bösen überwunden werden können.

Zweite Schaffenszeit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dritte Schaffenszeit

Gotthelfs dritte Schaffenszeit beinhaltet vor allem Werke des sozialen und erzieherischen Realismus. Er kehrt zurück zur Selbstbescheidenheit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gotthelf erleidet eine Schwächung der Herzmuskulatur, erkrankt an Wassersucht und empfindet ein suchtähnliches Schlafbedürfnis:

Er schreibt noch kleinere novellistische Stücke von 1851-53

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jeremias Gotthelf stirbt am 22.10.1854 in Lüztelflüh

3 Inhaltsangabe des Buches

In einem sonnigen Tal steht ein Haus in wo eine Taufe stattfinden soll und in der Küche wird schon fleißig an den Vorbereitungen des Essens gewerkt. Die Chefin des Hauses befiehlt allen sie sollen nur das Beste verwenden. Den Kaffee nicht zu schwarz rösten, den Käse auf dem schönsten Teller anrichten damit ja nicht irgendjemand sagen konnte sie hätte gespart.

Schließlich fehlte nur noch die Gotte (Taufpatin) um den Weg zur Kirche antreten zu können. Diese jedoch war sehr nervös und bekam den Kaffee nicht runter der ihr vorgesetzt wurde, kam jedoch nicht darum herum auch noch von der Züpfe (Gebäck als Zopf geflochten) zu essen.

Nach diesem Unfreiwilligen Mal, zog die kleine Prozession los. Sie bestand aus der Gotte und den zwei Paten, dem Vater und dem Großvater. Die Nervosität der Gotte rührte daher, dass sie den Namen des Kindes nicht wusste. Sie konnte nur hoffen, dass der Pfarrer ihn nicht vergessen hatte. Denn normalerweise musste der Vater des Kindes der Gotte den Namen vor der Taufe nennen und diese hatte dann die Aufgabe ihn dem Pfarrer flüstern. Doch in der Kirche angekommen, erwies sich, dass sie umsonst Panik hatten, denn der Junge wurde auf den Namen Hans Uli getauft. Der Gotte fiel einen Stein vom Herzen und wieder zuhause, genoss auch sie das mit viel Liebe zubereitete Essen. Als man die erste Portion gegessen hatte schlug der Götti vor, sich ein bisschen die Beine zu vertreten. So setzte sich die ganze Schar unter die blühenden Bäume und genossen das schöne Wetter und die Aussicht auf das schöne Haus. Erst als eine der Frauen fragte warum da so ein wüster, schwarzer Fensterpfosten stehe wurde die Stille unterbrochen. Der Großvater überlegte eine Weile und begann dann eine Geschichte zu erzählen.

Vor ca. 600 Jahren lebten hier Ritter von der übelsten Sorte, die unter der Herrschaft von Hans von Stoffeln, der aus dem Schwabenland kam, hier ihr Unwesen trieben. Sie kannten keine Barmherzigkeit, und auf die Bedürfnisse der Bauern wurde nicht eingegangen.

Der oberste Ritter (Hans von Stoffeln) befahl eines Tages den Bauern, auf dem ca. 1 ½ Stunden entfernten Bärhegenhubel ein großes Schloss zu bauen. Er nahm jedoch keine Rücksicht auf die Ernte, Heuet und Aussaat der Bauern und auf Alter und Schwachheit der Leute. Alle Dorfbewohner mussten mühsam Stein um Stein auf den Hügel schleppen.

Als dann endlich der letzte Stein platziert war, hofften die Bauern, die unterdessen Hunger litten, auf ein Geschenk zum Dank. Doch der von Stoffeln befahl ihnen einen Schattengang für den Sommer an zulegen. Sie sollten erwachsene Buchen von Münneberg nach Bärhegen bringen und dort pflanzen. Die Bauern, nach dieser Eröffnung völlig niedergeschlagen, setzten sich an den Wegrand und weinten. Da kam der Grüne, was damals ein anderes Wort für den Teufel war, und machte ihnen den Vorschlag, dass sie die Buchen nur unten an den Hügel bringen müssten und er sie dann im Austausch gegen ein ungetauftes Kind auf den Hügel bringe und dort pflanze. Er lässt die Männer rat suchen bei ihren Frauen und traf sich mit ihnen in drei Nächten wieder an demselben Platze.

In den nächsten drei Tagen ging so ziemlich alles schief was schief gehen konnte. Die Zugtiere waren völlig erschöpft und das Gespann brach unter dem Gewicht der Buchen zusammen. Christine, eine Lindauerin, bezeichnete die Männer als Feiglinge bei ihrer Sitzung mit den Frauen am Abend, weil sie vor dem Grünen davongelaufen waren und machte sich darum in der dritten Nacht selbst auf den Weg.

Die Männer saßen unbewusst an der gleichen Stelle wie vor drei Tagen und weinten wieder bitterlich als Christine auftauchte. Als dann der Grüne kam, rannten die Männer davon, und Christine blieb als einzige zurück. Sie einigte sich mit dem Grünen darauf dass er das erste Neugeborene Kind bekomme und im Austausch die Buchen auf den Hügel bringe.

Zur Besiegelung dieses Bundes gab ihr der Grüne einen Kuss auf die Wange.

Christine jedoch glaubte ihn immer noch überlisten zu können um ihm das Kind nicht geben zu müssen. Bei ihrer Rückkehr jedoch erzählte sie niemandem von dem Kuss. Als sie von ihrer Abmachung erzählte begann eine junge Frau zu weinen, doch niemand beachtete sie. Der Pfarrer des Ortes wusste lange nichts, bis es fast soweit war, dass die junge Frau ihr Kind gebären sollte. Dann endlich erzählte ihm eine Frau die ganze Sache. Der Pfarrer kam sofort und es gelang ihm das Kind vor dem Grünen zu retten. Alle jubelten und auch Christine war unter ihnen. Doch als der Pfarrer das Neugeborene taufte war es ihr als hätte jemand ein glühendes Eisen auf die Stelle gedrückt wo der Grüne sie geküsst hatte. Die Schmerzen nahmen immer mehr zu von Stunde zu Stunde. Sie fragte alle was da auf ihrer Wange zu sehen sei und bekam immer die gleiche Antwort, dass da nichts sei. Bis sie ein altes Weib fragte, dass ihr antwortete, ein kaum merklicher Fleck säße dort. Der Fleck jedoch wuchs stetig weiter und quälte Christine mit großen Schmerzen. Je näher die Geburt des nächsten Kindes kam umso mehr schmerzte der Fleck. Er dehnte sich aus und schmerzte immer schrecklicher, bis er Beine und kurze Haare bildete und sich in eine giftige Kreuzspinne verwandelte. Bei der Taufe des zweiten Kindes wurden Christines schmerzen unerträglich und die Spinne auf ihrem Gesicht weitete sich aus bis sie plötzlich fühlte wie ein Haufen kleiner giftiger Spinnen über sie hinweg in den Wiesen verschwanden. Daraufhin hörte man das Vieh brüllen und als man am nächsten Tag nachsehen ging lag es Tot im Stall. Die Bauern versuchten alles um die Spinnen zu töten, doch weder mit Stein noch mit Stock schafften sie es.

Als ein drittes Kind geboren werden sollte, schickte die Mutter ihren kleinen Jungen los, um den Priester zu benachrichtigen. Auch ihr Mann machte sich auf den Weg zum Priester, er aber beeilte sich nicht weil auch er sich fürchtete vor der schwarzen Spinne und sie endlich loshaben wollte.

Als sich dann kein Pfarrer zeigte und das Kind geboren wurde, stürzte Christine in das Haus der jungen Mutter und entriss ihr das neugeborenes Kind. Der Himmel verdunkelte sich augenblicklich und Blitz und Donner brachen herein als ihr Mann endlich ganz gemütlich beim Priester ankam, dieser wollte sich sofort auf den Weg machen, doch der Ehemann sagte, dass es nicht eile. Doch der Priester ließ sich nicht beirren und folgte dem Weg nach Kilchstalden. Unterhalb der Kapelle schimmerte in des Blitzes Scheine eine rote Feder. Da wusste der Pfarrer was los war und stürzte sich sofort zwischen den Grünen und Christine, entriss dieser das Neugeborene sprach die höchsten drei heiligen Namen aus und sprengte Heiliges Wasser auf den Säugling, wobei er auch Christine traf. Da schrumpfte Christine mit lautem Zischen zusammen und löste sich so weit auf, dass nur noch die schwarze, hochaufgeschwollene Spinne aus ihrem Gesicht übrig blieb. Die Spinne wuchs nun überdimensional. Da fasste der Priester die Spinne mit der Hand, schleuderte sie weg und eilte sofort zur Mutter zurück mit dem Kind im Arm. Als die Mutter das Kind sah, erwachte wieder Leben in ihr. Doch Priester sah plötzlich lauter schwarze Flecken auf seiner Hand. Als er von dem Haus zurückkehrte, traf er den Vater des Kindes mit der Spinne auf dem Kopf. Da sprach der Priester hochheilige Worte zu der Spinne, die zusammen sackte und langbeinig davon kroch. Doch der Ehemann und der Priester starben an den Vergiftungen der Spinne.

Die Spinne vergiftete von nun an die Leute die ihr in den Weg traten und alle fürchteten der nächste zu sein der unter Qualen starb.

Man engagierte einen neuen Pfarrer doch der saß meistens bei den Rittern am Tisch. Der Pfarrer war auch da, als sich die Spinne auf den Kopf des Ritter von Stoffeln hockte und die gesamte Ritterschaft ebenso wie alle anderen. Kein Haus blieb verschont außer das von Christine. Die junge Mutter die in dem Haus wohnte erinnerte sich an die früheren Methoden zum fangen der Geister und schnitzte dann ein Loch in den Balken neben ihr und einen Pflock dazu. Als sich die Spinne dann blicken ließ, packte sie sie mit der rechten Hand und stopfte sie in das Loch und starb ebenso wie die anderen. Doch von nun an war der Schrecken verschwunden.

Der Großvater hörte auf zu erzählen und die Taufgäste wurden zu Tische gebeten. Doch Niemand will sich in die nähe des Pfostens setzten. Schließlich setzt sich der Großvater an diesen Platz und das Essen wird serviert. Er deutet an, dass man nichts zu befürchten hätte, wenn er an Gott glaube. Als der Götti jedoch fragte ob die Spinne nie aus dem Loch gekommen sei begann der Großvater die Geschichte zu Ende zu erzählen.

Mit der Spinne ging es gut solange gottesfürchtige Menschen in diesem Hause lebten. Als jedoch nach ein paar Generationen Hochmut und Hoffart in das Tal einkehrte, wurden auch große prunkvolle Häuser gebaut. Im Haus mit der gefangenen Spinne war eine kräftige Frau Meister, sie glich in ihrer Art Christine und ihr Sohn, Christen, hatte ein gutes Gemüt und war stets hilfsbereit. Doch der Frau war das alte Haus ein Dorn im Auge, sie wollte auch ein neues, großes Haus besitzen und fing an sich ein neues zu bauen ihr Sohn jedoch war von Anfang an dagegen gewesen, denn im Gegensatz zu seiner Mutter glaubte er an die Sage welche ihm von der Großmutter erzählt wurde. Als dann das neue Haus fertig gebaut war, rauchte und zischte es aus dem Loch, in dem die Spinne saß. Man wollte im alten Haus ein seltsames Schnurren gehört haben, aber die Frau achtete nicht darauf und das alte Haus wurde dem Gesindel zur Verfügung gestellt. Dieses quälte jedoch das Vieh und verspottete jeden Gottesdienst. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer und man plagte auch die Mägde in diesem Haus. Als diese den leeren Drohungen trotzten, stach einer mit dem Messer in den Korken, der das Loch verstopfte, und drohte es zu öffnen.

Als es gegen Weihnachten ging, trat ein fürchterlicher Sturm ein, und niemand vom Haus ging damals zur Kirche. Sie tranken Wein und wurden immer grausamer. Da steckte wieder jemand das Messer in den Zapfen und zog diesen aus dem Loch. Ein roter Glutstrom floss heraus, und ihm folgte die schwarze, giftige Spinne. Als Christen in das Haus trat, sah er nur noch Tote am Boden liegen mit aufgeschwollenen, schwarzen Gesichtern. Da wusste er sofort, was geschehen war. Ein kleiner Junge kroch hinter dem Kamin hervor, er war der einzige Überlebende in diesem Hause und schilderte den Vorgang. Ein Wehgeschrei ertönte im ganzen Tal. Die Spinne war noch schneller und giftiger als je zuvor. Sie lauerte den Beerdigungszügen auf und vernichtete alle Anwesenden. Schnell war der Sündenbock gefunden, es sollte Christen sein, der für das Gesindel Verantwortung zu tragen hatte. So zog er mit seinen Kindern wieder ins alte Haus zurück, schnitt einen neuen Zapfen auf das Loch zu und wartete auf die Spinne. Mitten im Schrecken sollte ein wildes Weib ein Kind gebären. Jemand sollte den Pfarrer benachrichtigen, doch man fand keinen Boten. Es getraute sich niemand auf die Strasse. Dem Vater blieb nichts anderes übrig, als sich selber auf den Weg zu machen. Stunde um Stunde verging, ohne dass er zurückkehrte. Die Frau wurde sehr wütend und beschuldigte Christen, daran Schuld zu haben. Auch er sollte sich nun auf den Weg machen. Die Frau drückte ihm das Neugeborene in den Arm und schickte ihn mit Fluchen auf den Weg. Christen rannte mit dem Kind in Richtung Sumiswald. Plötzlich bemerkte er neben sich ein Kind, das ihm folgte. Plötzlich glühte es mitten auf dem Weg, und die Spinne setze sich vor ihn. In einem Busch sah er eine rote Feder. Da drückte er das Neugeborene in die Arme des Kindes und sprach zu dem Jungen er solle das Kind zum Priester bringen, packte die Spinne und rannte zum Haus zurück. Als ihn die Frau ohne Kind kommen sah, schlug sie auf ihn ein, doch Christen eilte weiter ins Haus, und stopfte die Spinne in das ursprüngliche Loch und verschloss es mit dem Zapfen. Kurze Zeit später starben er und die Frau, die mit der Spinne auch in Berührung gekommen war. Der Junge schaffte es mit dem Neugeborenen zum Priester zu gelangen so dass es getauft werden konnte. Als der Priester mit dem Kind zurückkam, fand er das neue Haus niedergebrannt und niemand wusste die Ursache dafür. Jetzt war es der Dorfbevölkerung bewusst, was Christen für sie getan hatte, und sie beteten von nun an und der Respekt vor Gott war zurückgekehrt.

Nach diesem zweiten Teil der Geschichte schweigt der Großvater und fährt dann nach einer kurzen Pause fort. Er erklärt dass ihm da bewusst wurde, dass weder seine Kinder noch seine Großkinder etwas zu befürchten hätten, solange sie sich vor Gott fürchten. Da das alte Haus inzwischen baufällig geworden war sollten sie dringend ein neues bauen doch sie fürchteten sich vor der spinne. Er hat jedoch den Rat bekommen, dass sie doch ein neues Haus bauen können nur, dass der Bauplatz und sowie das alte Holz mit der Spinne und der alte Sinn hinter dem Holz erhalten bleiben müsse. So habe er also das alte Holz mit eigenen Händen ins neue Haus versetzt ohne dass sich Spinne gerührt hatte.

Nun ging der Tag langsam zur Neige und die Taufgesellschaft verabschiedete sich und ging nachdenklich Heimwärts.

4 Epochenbeschreibung

Jeremias Gotthelf wird von der heutigen Literaturgeschichtsschreibung als früher Vertreter dem Poetischen Realismus zugeordnet, welcher von 1850 - 1890 war. Diese Zuordnung geschieht vor allem aufgrund seiner konkreten zeitlichen und örtlichen Lokalisation des Geschehens, seiner Figurenbeschreibung, der zum Teil sogar reale Zeitgenossen zugrunde liegen. Ebenso wie der Beschreibung ihrer typischen Sitten und Gebräuche, ihren nachvollziehbaren Verhaltensweisen sowie auch seiner Auseinandersetzung mit den sozialen, ökonomischen, politischen und sittlich-religiösen Themen seiner Zeit. Im deutschen Sprachraum hatten die Revolutionsjahre von 1848/49 die Menschen politisch tief aufgewühlt. Zwar war die Revolution gescheitert, aber sie hatte zumindest die geistigen Kräfte des Bürgertums geweckt, und dieses Erwachen, das mit einem wirtschaftlichen und sozialen Wandel verbunden war, fand seinen Ausdruck auch in der Dichtung dieser Zeit, die nach neuen Ausdrucksformen suchte. Die Dichter dieser Zeit versuchten, das Ganze aus einer objektiven Sichtweise darzustellen, so dass die persönlichen Ansichten eingeschränkt wurden. Doch der Leser sollte durch den Dichter Natur und Menschen sehen und kennen lernen. Bei diesen Zielsetzungen stand das Erzählen im Vordergrund.

In dieser Epoche erlebte die Epik eine besondere Blüte mit Adalbert Stifter, der vom Biedermeier in den poetischen Realismus überleitet. Seine Erzählungen schildern von Menschen in der Gemeinschaft und der Natur und lassen den Grundriss einer Weltordnung erkennen, in der wir überall den Finger Gottes erkennen können und in der das sittliche Gesetz das ewige Fundament bildet. Aus dem Staunen der Natur leitet er zur Ehrfurcht vor Gott, dem Schöpfer allen Lebens, während Lyrik und Drama stärker zurücktraten.

Es ist die große Zeit des Romans, es wurden aber auch einige der schönsten Erzählungen der deutschen Literatur geschrieben. So schuf beispielsweise Fritz Reuter die ersten Romane in plattdeutscher Mundart.

In der Schweiz traten C.F. Meyer, Gottfried Keller und Jeremias Gotthelf mit zahlreichen Novellen und Romanen hervor, wie in Deutschland Theodor Storm und in Österreich Marie-Ebner von Eschenbach. Die großen Dichter entwickelten sich unabhängig voneinander. Sie unterschieden sich durch die landschaftliche Besonderheit von Stoff und Sprache, gehörten aber innerlich zusammen in ihrer sachtreuen Schilderungskunst, ihrer Liebe zur beseelten Wirklichkeit und ihrer bürgerlichen Humanität. Ihre bevorzugte literarische Ausdrucksform war der Roman, in dem sich die Fülle der Wirklichkeit frei entfalten kann. Otto Ludwig gab dieser Epoche den Namen ,,poetischer Realismus".

Viele Dichter zeigten in diesen Jahren eine besondere Vorliebe für Geschichte und Kulturgeschichte. Historische Romane waren schon in der Romantik geschrieben worden. In einer Zeit jedoch, die soviel Vorliebe für Geschichte zeigte, blühte auch die Ballade. Besonders C.F. Meyer und Th. Fontane benutzten diese Dichtungsgattung und schufen berühmte Werke wie ,,Die Füße im Feuer" oder ,,Archibald Douglas". Die Lyrik dieser Jahre steht noch etwas unter dem Einfluss der Romantik. Sie betont das persönliche Erlebnis häufig in der Begegnung mit der Natur, wie das "Abendlied" von G. Keller oder das ,,Oktoberlied" von Th. Storm beweisen.

Jeremias Gotthelf schildert in seinen Erzählungen, in welchen er Schriftdeutsch und heimische Mundart unbekümmert mischt, seine Berner Bauern mit genauem Wissen der heimischer Sitten, die mit einem Reichtum an Lebenserfahrungen ausgestattet wurden. Zugleich ist er auch verwurzelt in den sittlichen Lehren des Christentums. Das junge Deutschland 1830-1850 ging dieser Epoche voraus, in der Gotthelf ,,Der Bauernspiegel", sein erster Roman, schrieb. Dieser Stil beinhaltet Klassik, Realismus, Idealismus und Materialismus nebeneinander. Karl Gutzkow schilderte das Ziel dieser Epoche: Der Zweck unserer Zeit ist der Bürger, nicht mehr der Mensch.

Dem poetischen Realismus folgte der Naturalismus von 1880 - 1900. In dieser Epoche achtet man vor allem darauf die möglichst unveränderte ,,hautnahe" Wiedergabe der Wirklichkeit darzustellen. Die Autoren sahen sich als Texthersteller, die wissenschaftlich exakt vorgingen. Berühmte Naturalisten waren G. Hauptmann und E. Zola sowie H. Ibsen.

5 Aufbau

5.1 Quellen Gotthelfs

Gotthelf hat verschiedene Quellen verarbeitet in ,,Die schwarze Spinne" wie nachfolgend erklärt wird.

Als erstes verwendete er eine Viehseuchensage, nach der das Tiersterben durch eine schwarze Spinne verursacht wurde. Ebenso verwendete er die örtliche Überlieferung über das Unheil dass der Schwarze Tot auch Pest genannt in Sumiswald und Umgebung angerichtet hatte.

Eine Rittersage, welche an den Namen des Deutschritters Hans von Stoffeln anknüpft und dessen Wappen man noch heute in der Kirche zu Sumiswald besichtigen kann. Auch eine Emmentaler Sage, welche von einem seltsamen fremden Weib erzählte, eine Lindauerin, die einst als Frau eines Kriegers nach Trüb im Emmental, gekommen ist und dort durch ihre fremdartigen Sitten das Missfallen der einheimischen Bevölkerung hervorgerufen hatte.

In diese Sagenbruchstücke integriert, hat Gotthelf noch das Motiv des Teufels als Jäger sowie das des Teufelspaktes, welches Goethe schon in ,,Faust" in Form einer Wette verwendete.

5.2 Aufbau

Die Schwarze Spinne ist eine typische Novelle. Wie alle Novellen besteht sie aus einer Rahmenerzählung und Binnengeschichten. In diesem Fall sind es 2 Binnengeschichten. Als die Spinne zum ersten Mal auftaucht vor 600 Jahren und ihre Wiederkehr vor Rund 200 Jahren, zur Zeit der historischen Pestepidemie von 1434. Die Taufgeschichte wird dann als Rahmengeschichte bezeichnet, weil sie erst das ganze Buch vollkommen macht.

5.2.1 Rahmenerzählung

Die Rahmenerzählung besteht aus drei Teilen. Der erste Teil umfasst folgende aufeinander folgende zeitlich abgegrenztes Geschehen:

1.Die Umgebung
2.Der Hof und seine Bewohner
3.Ankunft und Bewirtung der Paten
4.Der Weg zur Kirche
5.Der Heimweg
6.Das Taufessen
7.Im Garten

Der zweite Ziel umfasst das Abendessen der Taufgesellschaft, welches in gedrückter Stimmung verläuft. Ebenfalls deutet der Großvater den Zweck seiner Spinnengeschichte an.

Im dritten Teil erklärt der Großvater beim Abendessen seinen Gästen ausführlich, warum er die Spinnengeschichte erzählt hat.

5.2.2 Binnengeschichten

Der Aufbau der Beiden Spinnenepisoden ist dreigliedrig und wird gegliedert in

1. Auslösung des Bösen
2. Freisetzung und Herrschaft des Bösen
3. Bannung des Bösen

Mit dieser Gliederung ähnelt er der Struktur eines Dramas.

4.2.3 Binnengeschichten/Rahmenerzählung

Die beiden Binnengeschichten stehen der Rahmenerzählung in ihrer Bedeutung gegensätzlich Gegenüber. Während die Rahmenerzählung, erzählt im Sinne des Lichtes, der Reinlichkeit und des Guten auf die herkömmliche christliche Heilsordnung bezogene Daseinsordnung mit dem Großvater als Vorsteher führt seine Geschichte die Zuhörer und die Leser in die Welt der Finsternis, des Unheils und in die Unordnung des Teufels. Also steht die Daseinsordnung der Unordnung des Teufels gegenüber. Die beiden Binnengeschichten wiederum stehen sich manchmal gleich und manchmal in Entgegengesetzter Bedeutung gegenüber.

Aufbauschema insgesamt:

Rahmenerzählung Idylle am Morgen Anfang

Frühstück Mahlzeit

Taufe Taufe

Mittagessen Mahlzeit

Binnengeschichte 1. Spinnengeschichte Spinnengeschichte Rahmenerzählung Abendessen Mahlzeit

Binnengeschichte 2. Spinnengeschichte Spinnengeschichte Rahmenerzählung Nachtessen Mahlzeit

Idylle in der Nacht Schluss

5.3 Personen

Großvater

Der Großvater geht langsam und gebeugt mit seinem Stock. Doch er ist alt und strahlt Würde und Ruhe aus. Seine Aufgabe ist es, aufzupassen, damit die Traditionen von Generation zu Generation weitergegeben und beachtet werden. Deshalb erzählt er der Taufgesellschaft die Geschichte mit der Spinne. Er selber achtet strengstens auf die Tradition und bestätigt die Spinnengeschichte mit seinen Erfahrungen, da er manchmal ein Schnurren der Spinne hört.

Großmutter

Sie ist sehr weise und überzeugt, dass solange Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist in diesem Hause sind, die Spinne ruhig bleiben wird. Sie nimmt Rücksicht auf andere und ist um das Wohlergehen ihrer Familie und ihrer Gäste besorgt. Ebenso erkennt sie, das sich die Zeit ändert doch sie beklagt dies nie.

Gotte

Sie ist eine kräftige Frau und möchte auch den andern klar machen, dass sie fähig ist, für sich und eine Familie gerade zu stehen. Ihre Meinung vertritt sie auch, wenn die Mehrheit sich dagegen ausspricht. Doch ist sie abergläubisch und glaubt den alten Frauen. Sie ist bescheiden und nicht gewohnt, verwöhnt zu werden. Sie nimmt ebenfalls Rücksicht auf andere und verachtet die Männer der neuen Zeit.

Christine

Sie stammt aus Lindau am Bodensee, hat wilde, schwarze Augen und fürchtet sich weder vor Gott noch Menschen. Sie ist gerne mit Männern zusammen. Wahrscheinlich sind ihr die Frauen zu fein und zu ängstlich. Heute wäre sie eine emanzipierte Kämpferin. Sie bezichtigt die Männer der Faulheit, als diese die Bäume nicht den Hügel hinauf tragen mögen, und verspottet sie als feige vor dem Teufel. Dagegen geht sie den Vertrag mit dem Teufel ein, mit den anfänglichen Hintergedanken, ihn zu überlisten. Damit rettet sie vorerst die Bevölkerung vor den Rittern. Als ihr dann klar wird, dass dies nicht geht, versucht sie die Männer zu überreden, den Vertrag einzuhalten. In Berührung mit Weihwasser schrumpft sie zusammen, bis nur noch die Spinne auf ihrem Gesicht übrig bleibt.

Der Grüne

Er verkörpert den Teufel in Person, mit schwarzem Gesicht, roter Feder, feurigem Bart und spitzer Nase. Er ist eine sehr hinterlistige Gestalt. Er nimmt die Form der Spinne an, als er kein ungetauftes Kind bekommt. Die bösen Gedanken fördern die Kraft und Macht des Teufels. Wer mit ihm in Berührung kommt, spürt ein Brennen und ist schon vergiftet. Mit Gewalt lässt er sich nicht töten, nur der gute Glaube kann ihn bannen. Dank ihm finden die Menschen den Weg zu Gott und zum Glauben zurück. Der Fluss durch Sumiswald heißt ,,Grünen".

Mutter des 1. geborenen Kindes

Sie ist noch jung und weint, als sie vom Vertrag des Teufels über ihr ungeborenes Kind hört. Sie ist eine ängstliche, einfühlsame Person und getraut sich nicht zu melden. Der Priester segnet das Haus mit kräftigen Bannsprüchen, und sie gebar ihr Kind ohne große Problem.

Vater des 2. geborenen Kindes

Er lässt sich von Christine überreden, sein Kind dem Teufel zu opfern. Mit seinem Gewissen ist er im Reinen, indem er den Priester ganz langsam holen geht und weiß dass in der Zwischenzeit sein Kind dem Teufel übergeben wird. Auf dem Weg zum Priester kommt er in einen Konflikt mit sich selber, entschließt sich dann, den Plan von Christine doch durchzuführen. Doch auch er wird auch ein Opfer der Spinne.

Mutter des 2. geborenen Kindes

Ihre Angst ist groß, als sich kein Priester zeigt. So schickt sie ihren kleinen Sohn, den Priester holen und als Christine ihr das Neugeborene entnimmt, fällt die Mutter in Ohnmacht. Doch sobald sie ihr Kind wieder heil zurück bekommt, geht es ihr wieder gut. Sie kriegt die Spinne zu fassen und stopft sie in ein Loch ein, das sie in ein Holz gemacht hat um ihr Kind zu schützten.

Vater des 3. geborenen Kindes

Er macht sich mutig auf den Weg, um den Priester von der Geburt zu benachrichtigen. Doch die Spinne erwischt ihn unterwegs und er stirbt ohne sein Kind im Reich Gottes zu wissen.

Mutter des 3. geborenen Kindes

Sie ist sehr hart und gemein zu Christen, als ihr Mann nicht mit dem Priester zurück kommt. Als Christen jedoch auch noch ohne Kind zurück kommt, fährt sie in an und holt sich durch die Berührung der Spinne in Christens Hand den Tod.

Mutter von Christen

Sie ist eine schlaue und kräftige Frau, aber keine Lindauerin, obwohl sie der Christine in vielen Dingen stark gleicht. Sie neigt zu Hochmut, ganz im Gegenteil zu ihrem Sohn Christen. Ihr Mann ist gestorben und nun erzieht ihren Sohn sehr streng. Sie schämt sich, im alten Haus zu leben, und baut ohne Rücksicht auf Tradition und Rat der Großmutter ein neues Haus.

Christen

Er ist im Gegenteil zu seiner Mutter sehr fromm und zeigt Respekt vor Gott. Als im alten Haus die Spinne wieder ausbricht, wird ihm die Schuld zugeschoben, und er nimmt sie auf sich.

Deshalb opfert er sich für das Wohl der Bevölkerung und seiner Kinder. Die Bauern bemerken jedoch erst nach Christens Tod, dass er keine Schuld trug und dass er eine große Tat vollbracht hat.

1.Priester

Der erste Priester steht hinter seiner Dorfbevölkerung und kämpft mit allen heiligen Mitteln gegen das Böse. Er mahnt die Bevölkerung vor der Gotteslästerung und tauft die Kinder sofort nach der Geburt zum Schutz vor dem Teufel. Er denkt nicht an die Rettung seines Lebens, sondern opfert sich für die andern. Das sind für Gotthelf die wahren Helden.

2. Priester

Er kommt gegen Bezahlung in das Dorf. Er ist nicht so fromm wie sein Vorgänger und feiert lieber mit den Rittern im Schloss bei Wein und gutem Essen und wird somit auch ein Opfer der Spinne, als sie im Schloss wütete.

Hans von Stoffeln

Anfangs ist er ein grausamer, harter Ritter, der die Dorfbevölkerung nur schuften ließ denn Barmherzigkeit kennt er keine. Seine eigenen Ritter beeinflussen ihn sehr und hetzen ihn zu neuen Schikanen gegen die Einwohner auf. Als er durch die Spinne darauf kommt, dass alle Menschen vor Gott gleichgestellt sind, ist es bereits zu spät für eine Umkehr. Er wird von der Spinne beim Essen umgebracht.

Der Polenritter

Er ist noch sehr jung, aber der Wildeste von allen Rittern. Er ist Heide und fürchtet weder Gott noch Teufel. Sein Wille war, die Spinne zu töten, doch er sah sie nicht einmal bevor er starb.

Gesindel

Es lebt nun im alten Haus von Christens Mutter und wird immer rücksichtsloser. Es verspottet die Kirchgänger, plagt Vieh und neckt die Nachbarn. Es quält die Mägde und droht ihnen mit der Spinne im Loch, bis die Mägde den Drohungen nicht mehr glauben schenken. Da steckt der gröbste der Gruppe ein Messer in den Zapfen und zieht ihn heraus.

Kinder

Es fällt auf, dass Kinder, wenn sie näher beschrieben werden, in Form von kleinen Jungen auftreten. So wird schon in der Rahmenerzählung ein Kind getauft. In den Kindern liegt für Gotthelf die Hoffnung auf Besserung der Zustände. Die Erwachsenen haben die Aufgabe, ihnen auf den rechten Weg zu helfen. In der ersten Binnengeschichte schickt eine junge Frau bei einsetzenden Wehen ihren Sohn auf das Feld, um Hilfe zu holen. Die Kinder werden vom Bösen verschont und auch als einziger beobachtet ein kleiner Junge unverletzt den Teufel beim Bau des Schattenganges. Die Erwachsenen opfern sich für ihre Kinder und Christen zieht mit seinen Kindern in das alte Haus und bereitet sich auf die Spinne vor.

5.4 Symbolgehalt

Vieles dreht sich um Gott und Teufel (gut und böse). Die Geschichte beschreibt die Situation der Bauern um das 13. Jahrhundert, als sie einen bösen Herrn als Herrscher hatten.

In dieser Situation verzweifeln sie, sie sind mutlos, kraftlos, passiv, feige und ratlos. Sie finden keinen Trost mehr bei Gott und verfallen dem Teufel, der ihnen Hilfe verspricht. Durch diesen Teufelspakt wird die Lage aber nur noch schlimmer. Das Bauernvolk wird immer gottloser, egoistischer und falscher. Die Angst, Gut und Leben zu verlieren, ist größer als die Angst, seine Seele zu verlieren. Die Taufe ist eine heilige Kulthandlung, welche im Zeichen Gottes geprägt ist. Die Furcht vor dem Nicht-Getauftwerden ist groß, denn nach dem bäuerlich-frommen Aberglauben ist ein Mensch vor der Taufe vom Teufel besessen. Die Taufe steht als Sinnbild der inneren immer fortdauernder Reinigung.

Bis ins 19. Jahrhundert fürchteten die Menschen die Konsequenzen die das Missachten des Taufens nach sich ziehen konnte. Man glaubte, sie bedeute den Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft. Eine ,,namenslose Angst" ergreift die Figuren in den Binnengeschichte. Es ist der Wahnsinn in welchen die Spinne alle treibt.

In der 2. Binnengeschichte erleidet Christen nach der 2. Einpflocklung den Opfertod. Wie Jesus nimmt Christen die Schuld der Menschen auf sich, um die Menschen von allem Übel zu befreien.

Die Bestrafung der Gemeindemitglieder welche sich dem Bösen verschrieben haben erfolgt nicht nur über den Tod selbst, sondern über die Art und Weise wie der Tod sei holt. Und sie bleiben unerlöst in der Hölle.

Das Motiv des Teufelsbundes bildet das Gegenstück zur christlichen Taufe, bei welcher die Täuflinge in die Gemeinschaft Gottes aufgenommen werden. Bei dieser Novelle agiert Christine nun als Vermittlerin zwischen dem Teufel und den Menschen. Das Böse welches in Form der Spinne in Christines Gesicht wächst ist sozusagen das Ersatzkind aus der feurigen Hölle welches sie während dem Packt mit dem Teufel mit ihm gezeugt hat durch den Kuss. Christine wird bei der Besprühung mit dem Weihwasser des Priesters endgültig entmenschlicht und ein Mitglied des Teufels Reich, was sie im wirklichen Leben immer schon gewesen war. Dadurch, dass die gottlose unchristliche Frau, welche als symbolische Nachfolgerin von Christine ein Kind bekommt, bekommt die Novelle die typische Wendung. Christen entreißt dann der Mutter das Kind und führt es durch Taufen dem Reich Gottes zu.

5.5 Ort der Handlung

Die Geschichte spielt in Sumiswald. Sumiswald ist ein Dorf im Emmental in der nähe von Lützelflüh. Der Schlosshügel bei Sumiswald wir Bärhegen genannt und befindet sich ca. 1.5 Stunden entfernt. Munneberg ist der Standort der Buchen für die Errichtung des Schattenganges.

6 Rückblick

Zusammengefasst kann man sagen, dass Gotthelf mit der schwarzen Spinne ein Meisterwerk der schweizerischen Literatur geschaffen hat wie es ihm so schnell keiner nachmachen wird.

Die Idee die Pest als schwarze Spinn zu bezeichnen ist einmalig und macht die ganze Inszenierung umso spannender. Ich hoffe, dass es auch in Zukunft in dieser modernen Welt noch solche Ideen und Werke gibt.

7 Bibliographie

7.1 Primärliteratur

Jeremias Gotthelf Die schwarze Spinne Reclam Verlag ISBN 3-15-006489-9

7.2 Sekundärliteratur

"Jeremias Gotthelf. "Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation.

Internetseiten:

http://gutenberg.aol.de/autoren/gotthelf.htm

http://gutenberg.aol.de/gotthelf/spinne/spinne.htm

http://www.bboxbbs.ch/Home/gymer/daten/deutsch/literaturgeschichte.htm http://www.gotthelf.ch

By Robert Kulterer

Details

Seiten
16
Jahr
2001
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105951
Note
Schlagworte
Gotthelf Jeremias Spinne Thema Die schwarze Spinne

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Titel: Gotthelf, Jeremias - Die schwarze Spinne