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Der Afghanistan-Konflikt im Zeichen des Kalten Krieges

Ausarbeitung 2002 10 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe

GLIEDERUNG

0 Allgemeine Einleitung

1 Afghanistan von 1973-1979
1.1 Afghanistan in den Jahren 1979-1989
1.2 Entwicklung zum Bürgerkrieg ab 1989
1.3 Der Stellvertreterkrieg
1.4 Machtinteressen der unmittelbaren Nachbarn Afghanistans am Beispiel Pakistan:

2 Die Auswirkungen des Krieges in Afghanistan
2.1 Die wirtschaftliche Lage
2.2 Brennpunkt Bildung
2.3 Brennpunkt Flüchtlinge
2.4 Brennpunkt Menschenrechte

3 Ausblick

4 Literaturverzeichnis

0 Allgemeine Einleitung

Das Thema Afghanistan als ein prägender Konflikt nach dem Zweiten Weltkrieg erwies sich aufgrund des aktuellen Krieges (2001/2002) als äußerst brisant. Um ein Verständnis für die komplexen Vorgänge in Afghanistan seit 1979 zu bekommen, sollte man viele verschiedene Aspekte betrachten. Nach Jochen Hippler lässt sich das ,Phänomen' Krieg nur begreifen, "wenn man seine politischen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe versteht.[[[1]]]"

Ziel des Referates ist es, dies in Ansätzen zu versuchen.

Der islamische Staat befindet sich nunmehr seit 23 Jahren in einem permanenten Kriegszustand. Afghanistan gehörte laut einer UNO-Definition Anfang der 1970er Jahre zu den 25 ärmsten Ländern der Erde. Das Land war wirtschaftlich kaum entwickelt. Die sozialen Lebensbedingungen waren von Armut und Hunger geprägt und entsprachen in ihrer komplexen Problematik den politischen und wirtschaftlichen Zuständen.

1 Afghanistan von 1973-1979

Im Jahr 1973 wurde der König Mohammed Zahir in einem Militärputsch gestürzt. Die Republik wurde ausgerufen, Daud Khan übernahm die Macht und versprach der Bevölkerung, den sozialen Fortschritt voran zu treiben. Dies blieben jedoch leere Versprechungen, im April 1978 ("Aprilrevolution") wurde daher das Daud-Regime von der sozialistisch[[[2]]] orientierten Demokratischen Volkspartei (DVPA) unter Taraki zu Fall gebracht. Die DVPA wollte eine Landreform, eine Bildungsreform und erste Maßnahmen zur Industrialisierung durchführen.

Das Problem bestand darin, dass dies ohne Rücksichtnahme auf die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen geschehen und mit Zwang und Gewalt durchgesetzt werden sollte. Der der sozialistischen Staatsidee immanente Atheismus stieß auf energischen Widerstand, es kam zu einer zunehmenden Radikalisierung der vorhandenen Opposition durch die Mudschaheddin ("Gotteskrieger") die den Einfluss des "anti-islamischen" (Sellen, 1997) Regierungskurses beenden wollten. Dies spitzte den innerafghanischen Konflikt dramatisch zu.

Im Jahr 1979 wurden gleich zwei amtierende Präsidenten (Taraki / Amin) ermordet, die Sowjetunion[[[3]]] setzte daraufhin Barak Karmal als Premier ein (bis 1986).

1.1 Afghanistan in den Jahren 1979-1989

Auf Ersuch der DVPA marschierten sowjetische Truppen im Dezember 1979 in Afghanistan ein, um die bestehende sozialistische Herrschaft zu sichern. Auch ein Übergreifen der islamischen Widerstandsbewegung auf sowjetische Gebiete sollte verhindert werden. Aus sowjetischer Sicht war die militärische Intervention völkerrechtlich mit dem Freundschafts- und Beistandspakt von 1978 legitimiert, stieß jedoch außerhalb des Warschauer Paktes auf entschiedene Ablehnung.

Die sowjetischen Soldaten (insgesamt mehr als eine halbe Millionen von 1979-1989) sollten den offenen Bürgerkrieg beenden, den fortschreitenden Zerfall Afghanistans verhindern und den Fortbestand einer handlungsfähigen prosowjetischen Regierung in Afghanistan sichern. Diese Ziele wurden trotz des intensiven militärischen Engagements nicht ansatzweise erreicht und der zunächst innerafghanische Konflikt weitete sich auf einer internationalen Ebene aus.

Aus westlicher Sicht bedeutete der Einmarsch der Sowjetunion außerdem eine strategische Gefahr für die Sicherung der Rohstoffversorgung des Westens mit Erdöl und Erdgas, da bereits Pläne über Pipelines von Turkmenistan und Usbekistan aus durch Afghanistan zum Indischen Ozean vorlagen.

Auf die militärische Intervention des Kontrahenten Sowjetunion reagierte die amerikanische Regierung unter Präsident Reagan mit einem enormen Aufrüstungs- und Ausbildungsprogramm für die Mudschaheddin. Auch Saudi-Arabien und Pakistan beteiligten sich neben den USA an der Umstrukturierung der Mudschaheddin zu einer schlagkräftigen bewaffneten Organisation durch massive Waffenlieferungen, Militärberatung und Finanzierung. Bis 1990 sollen die Mudschaheddien-Organisationen mit "rund 10 Milliarden Dollar[[[4]]]" von den oben genannten Ländern finanziert worden sein. Eine langfristige Verwicklung der UdSSR in einen verlustreichen Krieg würde die UdSSR ökonomisch schwächen, nach Innen destabilisieren und ihren Einfluss und Ansehen in der Weltöffentlichkeit mindern.

Die Psychologische Kriegsführung der US-Regierung zielte darauf ab, die Wahrnehmung des Krieges in der Öffentlichkeit zu beeinflussen. Erfolgreich versuchten die Amerikaner, die Mudschaheddin als Befreiungsbewegung gegen fremde sowjetische Invasionstruppen darzustellen. Der Krieg wurde als "guter Krieg" deklariert, der den "Weltkommunismus"

bekämpfen sollte.[[[5]]] Dass die hochgerüsteten Bürgerkriegsparteien schwere Menschenrechtsverstöße gegen die Zivilbevölkerung begingen, war den ausländischen Mächten bekannt.

Das Ziel der USA, die Ökonomie der Sowjetunion durch einen möglichst langen und verlustreichen Krieg zu schwächen, war schon bald erreicht.

Die UdSSR hatte den Kampfeswillen des afghanischen Volkes und die außenpolitischen Folgen der Intervention krass unterschätzt und war in ein heilloses politisches Durcheinander verstrickt worden. Der sowjetische Einsatz führte zu einer Verstärkung der wirtschaftlichen Krise im eigenen Land (durch Unterhalt der über 100.000 Soldaten / Logistik / Waffen / Versorgung der Verletzten und Verkrüppelten / Verlust von Soldaten / immense außenpolitische Kosten etc.), der Machtwille der sowjetischen Eliten war bald zermürbt. Zehn Jahre lang wurde ein sinnloser Krieg geführt, der tatsächlich zu einem enormen Prestigeverlust von Moskau führte und die Implosion der UdSSR beschleunigte. Die eigene Bevölkerung empfand den Krieg als "lähmende Belastung"[[[6]]], schon bald hatte man die Einsicht bekommen, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen war, vor allem, weil der DVPA die entscheidende Unterstützung im afghanischen Volk fehlte. 1986 wurde der amtierende Präsident Karmal von dem kommunistischen Präsidenten Nadschibullah ersetzt, der Afghanistan bis 1992 regierte.

Die entscheidende politische Wende begann bereits ein Jahr früher (1985) mit der Wahl Gorbatschows zum Generalsekretär des ZK der KpdSU. Dieser leitete unter den Stichworten "Glasnost" und "Perestroika" eine Kampagne zur Reform der sowjetischen Gesellschaft ein. Im Rahmen dieser Reform wurde u.a. der Abzug der Truppen aus Afghanistan durchgeführt und Abrüstungsverhandlungen mit Reagan und Bush geführt. Gorbatschow hatte damit entscheidende Maßnahmen zur Beendigung des Kalten Krieges ergriffen und bekam 1990 den Friedens- nobelpreis.

Mit dem Abzug der Sowjets verloren auch die USA und deren Verbündeten nach und nach das Interesse an Afghanistan. Das Land wurde als politischer Scherbenhaufen zurückgelassen.

1.2 Entwicklung zum Bürgerkrieg ab 1989

Die Jahre nach dem sowjetischen Rückzug waren für Afghanistan eine Chance, die von den Führern jedoch nicht genutzt wurde. Stattdessen entwickelten sich neue politischer Konflikte und bewaffneten Auseinandersetzungen um die Macht. Das Regime des seit 1986 regierendenden Präsident Nadschibullah brach 1992 zusammen. Ohne sowjetische Hilfe konnte sich Nadschibullah nicht an der Macht halten. Die Mudschaheddin rückten immer weiter vor und nahmen schließlich Kabul ein. Der gemeinsame "Heilige Krieg" und der Sieg über die sogenannten "Ungläubigen" hatte die Mudschaheddin in einer Allianz miteinander verbündet, doch ihres gemeinsamen feindlichen Gegners beraubt, gingen die Machtinteressen der einzelnen nun miteinander konkurrierenden Parteien sehr weit auseinander. Der Zusammenbruch des Regimes gilt als Auslöser für den 1992 ausbrechenden Bürgerkrieg , der trotz ungeheurer Brutalität von der Weltöffentlichkeit weitestgehend unbeachtet blieb. Der neue Präsident Rabbani konnte nicht verhindern, dass der Stellvertreterkrieg nun mit anderen Marionettenspielern weitergeführt wurde. Aus diesem Machtkampf gingen 1994 die fundamentalistischen Taliban als vorläufige Sieger hervor, die binnen zwei Jahren 3/4 des Landes und auch die westafghanische Stadt Herat sowie die Hauptstadt Kabul eroberten. Viele Afghanen sahen die Taliban als Hoffnungsträger, die nach dem langen Krieg wenigstens die ersehnte politische Stabilität und den Frieden schaffen könnten.

1.3 Der Stellvertreterkrieg

Die externe Einflussnahme der UdSSR und den USA mit ihren jeweiligen Verbündeten gilt als entscheidende Eskalationsstufe vom Bürgerkrieg zum Stellvertreterkrieg. Afghanistan als ohnehin konfliktträchtige Region (seit jeher Vielvölkerstaat in Zentralasien, in dem die unterschiedlichen Regionalinteressen aufeinanderprallen) wurde im Rahmen der Ost-West- Auseinandersetzungen instrumentalisiert und für die eigenen Interessen (Prestige und Macht) der beiden Supermächte missbraucht.

1.4 Machtinteressen der unmittelbaren Nachbarn Afghanistans am Beispiel Pakistan:

Auch die unmittelbaren Nachbarn Afghanistans versuchten, den Krieg für die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen zu nutzen.

So war Pakistan (ebenfalls ein Vielvölkerstaat) und dessen Geheimdienst ISI beispielsweise an der Aufrüstung der Mudschaheddin wesentlich beteiligt, indem sie als Verbündete der USA die Gelder und Waffen für die Regierung verteilten und die Mudschaheddin in pakistanischen Trainingslagern ausbildeten.

Pakistan hatte großes Interesse an einer leicht beeinflussbaren afghanischen Regierung, um durch indirekte Herrschaft zu einer regionalen Großmacht aufzusteigen und somit zum bevorzugten Wirtschaftspartner der GUS-Staaten zu werden.

Eine sichere Landverbindung durch Afghanistan und eine anerkannte, politisch stabile Regierung wären die Vorraussetzungen für die Öffnung lange blockierter Handelswege gewesen. Gleichzeitig versuchte Pakistan, den Einfluss von Iran einzudämmen.

Allerdings wurden diese Ziele nicht erreicht, Pakistan hatte stattdessen in den Jahren 1979 - Juni 2001 mit rund 2 Millionen Flüchtlingen[[[7]]] die Hauptlast eines Aufnahmelandes zu tragen, was katastrophale Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft hatte.

2 Die Auswirkungen des Krieges in Afghanistan

2.1 Die wirtschaftliche Lage

Afghanistan befand sich in jeder Hinsicht in einer Krise. So wirkte sich der Krieg verständlicherweise auch destruktiv auf die Wirtschaft aus. Zwei gegenläufige Effekte kompensierten diese Auswirkungen: Zum einen die Produktion von Drogen, zum anderen der Waffenhandel. Beides stellten die wichtigsten Erwerbsquellen für die afghanische Bevölkerung dar. So wurden 1999 in Afghanistan mit 4500 Tonnen rund 75% der weltweiten Opiumproduktion hergestellt. Die Schaffung alternativer Anbaumöglichkeiten (z.B.: Getreide) wird besonders durch die landesweite Verminung extrem erschwert. Auch der Waffenhandel florierte im kriegszerstörten Afghanistan. Genau dies wird als Schlüsselproblem der Kriegsökonomie gesehen: "Wenn die einzigen nennenswerten Einnahmequellen eines Landes, seiner Bevölkerung oder seiner Machteliten direkt oder indirekt aus dem Krieg resultieren, während die zivilen Verdienstmöglichkeiten zerstört wurden - dann ist die Rückkehr zum Frieden besonders schwer."[[[8]]]

2.2 Brennpunkt Bildung

Seit über 2 Jahrzehnten gibt es in Afghanistan keine reguläre Schulausbildung. Dadurch lässt sich die enorm hohe Analphabetenquote von über 90% vor allem bei Kindern und Jugendlichen erklären . Berechtigterweise wird dieser Mangel an Bildung als eines der Hauptprobleme des Landes angesehen und auch als Grund dafür, dass es so sehr vom Ausland abhängig ist. Man bezeichnet den Bildungsnotstand auch als "größtes Hindernis für den Wiederaufbau des Staates ". Der Aufbau eines Netzwerkes von Schulen ist äußerst wichtig, schließlich ist Bildung nicht nur ein Entwicklungsfaktor, sondern auch Menschenrecht. Dieses wurde von den Taliban während ihrer Herrschaft in den 1990er Jahren neben unzähligen anderen Menschenrechten konsequent missachtet. Schulen für Mädchen wurden geschlossen, Frauen der Zugang zu Bildung verboten. Dabei betont der Islam geradezu „die Gleichheit, die Gerechtigkeit und die Bildung, sowohl für Männer als auch für Frauen.[[[9]]]“ Dieses rigorose Vorgehen der Taliban provozierte internationale Kritik.

In den 1980er Jahren wurden zwar Schulen betrieben, allerdings nur solche, die unter dem Einfluss der Sowjets und der sozialistischen Regierung waren. Dies war der Grund, warum die meisten Afghanen jene Schulen boykottierten. Man schickte die Kinder eher in den illegal betriebenen Islamunterricht der Mudschaheddin, wo jedoch weder klassisches Wissen noch anspruchsvolle religiöse Bildung vermittelt wurden.

Den Flüchtlingskindern im Iran war es lange Zeit nicht erlaubt, dortige Schulen zu besuchen, da sie als illegal angesehen wurden. Später jedoch versuchten einige iranische und afghanische Frauen dem Bildungsnotstand zu begegnen und gründeten Grundschulen, wo Lesen und Schreiben auf dem Stundenplan standen.

2.3 Brennpunkt Flüchtlinge

Die militärische Intervention der UdSSR im Jahr 1979 löste eine massive Flüchtlingswelle im Land aus. Mehrere Millionen Flüchtlinge, davon überproportional viele Frauen und Kinder, suchten in den Nachbarländern, hauptsächlich in Pakistan oder im Iran, Schutz vor schweren Menschenrechtsverletzungen und Kämpfen zwischen den bewaffneten Gruppen, die das humanitäre Völkerrecht systematisch missachteten.

Afghanistans Bevölkerung wird auf 25 Millionen Einwohner geschätzt, davon leben mehr als 6 Millionen als Flüchtlinge im Ausland .

Diese große Anzahl an Flüchtlingen und deren Integration stellt die Aufnahmeländer oft vor kaum lösbare Probleme. Pakistan ist beispielsweise selbst ein Land mit einer schwachen Wirtschaft und einer hohen Zahl an Arbeitslosen. Zudem befürchten sie eine Verstärkung von unerwünschten fundamentalistisch religiösen Vorstellungen im eigenen Land.

Im Iran lebt noch heute "die größte Flüchtlingsbevölkerung der Welt ." Dort konnte sich die Mehrheit der afghanischen Flüchtlinge eine Zeit lang frei in der iranischen Gesellschaft bewegen und hatten viele Jahre lang Zugang zum staatlichen Bildungssystem, zum Arbeitsmarkt und zu medizinischen Einrichtungen. Dies hatte zur Folge, dass z.B. die Stellung der afghanischen Frauen im Iran verbessert wurden, da die meisten einheimischen Mädchen zur Schule gehen und erwerbstätig sein können. Nur 1% der Flüchtlinge wurde bis 1997 in Lagern untergebracht.

Die Rückkehr von Flüchtlingen ist mit vielen Problemen verbunden.

-Das Afghanistan der 80er Jahre unterscheidet sich stark von der heutigen Realität. Viele Dörfer sind heute menschenleer, die Infrastruktur von öffentlichen Einrichtungen ist zerstört und die früher fruchtbaren Felder sind zu gefährlichen Mienenfeldern geworden. Aus diesen Gründen kehren viele Afghanen nicht in die verwüstete Heimat zurück, was wiederum den Wiederaufbau verlangsamt.

-Das seelische Dilemma der Flüchtlinge lässt sich mit einem Sprichwort in Paschto wohl gut beschreiben: ,Außerhalb seiner Heimat ist selbst ein König nicht mehr als ein Bettler.'

-Viele afghanische Familien leben seit Jahren im Ausland, haben Kinder dort groß gezogen und zur Schule gehen lassen. Die Rückkehr in das zerstörte Land würde in den meisten Fällen wohl kaum eine Verbesserung der Lebenssituation bedeuten.

-Interessanterweise kehren hauptsächlich die Afghanen aus den ländlichen Regionen ins Heimatland zurück, wo der Krieg oftmals nicht mit voller Härte zugeschlagen hatte. Flüchtlinge mit einer Grund- oder Weiterbildung kehren oftmals nicht in die Heimat zurück, was sich für ein Land, in dem eine Analphabetenquote von über 90% existiert, sehr negativ auswirkt.

"Warum sollte irgend jemand in ein Land zurückgehen wollen, das vollkommen zerstört ist und in dem noch dazu weiterhin an verschiedenen Fronten der Krieg tobt? Im besten Falle steht Afghanistan eine ungewisse Zukunft bevor. Frieden ist ein in immer größere Ferne entschwindender Schimmer am Horizont. Es kann kaum überraschen, dass die afghanischen Flüchtlinge es deshalb vorziehen, vorerst in ihrem Asylland zu bleiben[[[10]]] ".

2.4 Brennpunkt Menschenrechte

Ein weiterer Brennpunkt in Afghanistan sind die groben Menschenrechtsverletzungen, die seit Jahrzehnten an der traurigen Tagesordnung stehen. Die gesamte Zivilbevölkerung ist ständig der potenziellen Gefahr ausgesetzt, misshandelt, gefoltert, vergewaltigt oder gefangengenommen zu werden oder durch Mienen, Bombenangriffe und wahllosen bewaffneten Übergriffen verletzt, verstümmelt oder getötet zu werden. Auch öffentliche Hinrichtungen, Steinigungen und ganze Massaker an der Zivilbevölkerung sind gang und gäbe.

3 Ausblick

Alle Anrainerstaaten haben heute ein Interesse an einer Stabilisierung Afghanistans, damit die Flüchtlinge zurückkehren können und wirtschaftlicher Wiederaufbau beginnen kann. Die Absicherung des Übergangsprozesses durch ein Mandat der UN und breiten internationalen Konsens gibt den Afghanen zumindest eine Chance, ihrem Land eine Ordnung für einen Interessenausgleich und Konfliktlösung nach Innen zu geben.

Die internationale Friedenstruppe kann aber gewiss nur symbolische Wirkung entfalten.

4 Literaturverzeichnis

Amnesty International: Menschenrechte in Trümmern, http://www.amnesty.de/de/j_afgh.htm

Baraki, Martin: Ursachen, Verlauf und Perspektive des Afghanistan-Konfliktes. In: Kalaschnikow - Das Politmagazin. Ausgabe 13, Heft 2/99, 85ff. http://www.arena.revolte.net/baraki/text/a13baraki.html

Colville, Rupert: Die ungewisse Zukunft der afghanischen Frauen. In: Flüchtlinge 2/97 - Leben in Afghanistan / http://www.unhcr.de/pubs/fl297/972_12.htm

Erbe, Barbara: Gewalt im Namen der Religion,http://www.amnesty.de/de/j_afgh1.htm,

Frankfurter Rundschau: Miras Kinder werden Hilfsarbeiter oder Schmuggler http://www.fr-aktuell.de/fr/102/t102003.htm Hippler, Jochen: „Bis zum letzten Afghanen“http://www.naher-osten.de/Zeitungs- Artikel/USA_und_Afghanistan/usa_und_afghanistan.html

Hippler, Jochen: Ökonomie des Krieges. http://www.naher-osten.de/Zeitungs- Artikel/Kriegswirtschaft_-_Afghanistan/kriegswirtschaft_-_afghanistan.html

Hippler, Jochen: Konflikte und Krisenprävention. http://www.naher- osten.de/Aufsatze/Konflikte_und_Krisenpravention/konflikte_und_krisenpravention.html

Nachrichten n-tv: Afghanistan: Ein Land der traurigen Rekorde. 20.09.2001; http://www.n-tv.de/2722927.html

Rau, Peter:Hauptfeind Afghanistan - made by CIA. http://www.jungewelt.de/frameit.php?/2001/09-22/003.shtml

Schetter, Conrad: Afghanistan zwischen Chaos und Machtpolitik. In: Politik und GesellschaftOnline2/1998http://www.fes.de/ipg/ipg2_98/artschetter.html

Sellen, Albrecht: Geschichte II, 2. Aufl., Donauwörth 1997, S.144f

[...]


1 Hippler, Jochen: Ökonomie des Krieges.Rheinischer Merkur,5. Oktober 2001, S. 14

2 Sozialismus: Lehre des Karl Marx; Vorstufe des Kommunismus. Eine politische Bewegung, die versucht, die kapitalistische Ordnung zu verändern.

3 Sowjetunion: Union der sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR); europäisch asiatischer Staatenbund (1922-1991), gegründet von Lenin.

4 "Der lange Krieg - Vom König zur Konferenz. In: Frankfurter Rundschau 26.11.2001

5 Rau, Peter:Hauptfeind Afghanistan - made by CIA. http://www.jungewelt.de/frameit.php?/2001/09-22/003.shtml

6 Sietz, Henning: Der Krieg, der nicht zu gewinnen war In: "Die Zeit" Nr. 40 vom 27. September 2001, S. 92

7 Quelle: UNHCR The UN Refugee Agency; 25.September 2001

8 Hippler, Jochen: Ökonomie des Krieges. Rheinischer Merkur, 5. Oktober 2001, S. 14

9 Quelle: Colville, Rupert: Die ungewisse Zukunft der afghanischen Frauen. In: Flüchtlinge 2/97 - Leben in Afghanistan / http://www.unhcr.de/pubs/fl297/972_12.htm

10 (Quelle: http://www.unhcr.de/pubs/fl297/972_01.htm)

Details

Seiten
10
Jahr
2002
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105708
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
Schlagworte
Afghanistan-Konflikt Zeichen Kalten Krieges

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