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Südafrika - eine historische Entwicklung

Facharbeit (Schule) 1998 53 Seiten

Geschichte - Afrika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Ureinwohner

2 Kolonialzeit
2.1 Portugal
2.2 Niederlande
2.3 Großbritannien

3 Great Treck - Burenrepubliken

4 Burenkrieg
4.1 Vor dem Krieg
4.2 Die Burenoffensive
4.3 Die erste britische Offensive
4.3.1 Der Marsch zur Entsatzung Kimberleys
4.3.2 Die Lage in Natal
4.4 Die zweite britische Offensive
4.4.1 Die Rückeroberungen im Kaphochland
4.4.2 Die Entsatzung Ladysmiths
4.4.3 Die Eroberung Bloemfonteins
4.4.4 Die Einnahme der Burenrepubliken
4.5 Der Guerillakrieg
4.6 Der lang ersehnte Frieden

5 Die Südafrikanische Union
5.1 Die Gründung der Südafrikanischen Union
5.2 Die Position im 1. Weltkriege
5.3 Politische Machtverhältnisse zwischen 1924 und 1948
5.4 Von der Union zur Republik

6 Inder

7 Gesetzliche Deckung des rassendiskriminierenden Systems
7.1 Die Trennung der Rassen
7.2 Die soziale bzw. „kleine“ Apartheid
7.3 Die Homelandpolitik bzw. „große“ Apartheid
7.4 Die Arbeitswelt
7.5 Das Bildungswesen
7.6 Der Polizeistaat

8 Kräfteverhältnisse im Lager der Weißen in der Republik

9 Frontstaaten
9.1 Südwestafrika - Namibia
9.2 Rhodesien - Simbabwe
9.3 Angola

10 Der Widerstand gegen den Apartheidsstaat

11 Die wirtschaftliche Situation Südafrikas

12 Die Kirche

13 Südafrika im internationalen Licht
13.1 Internationale Kritik und Sanktionen
13.2 Standpunkt Österreichs gegenüber der Apartheid

14 Der Anbruch einer neuen Zeit
14.1 Das Umschwenken zum Reformkurs
14.1.1. Die Zulassung schwarzer Gewerkschaften
14.1.2. Die Verfassung von 1984
14.2 Das Ende des Apartheidstaates
14.3 Die ersten freien Wahlen
14.4 Die neue Verfassung
14.5 Die Probleme der neuentstandenen Gesellschaftsordnung

Bibliographie

1. Ureinwohner

Durch zahlreich gefundene Felszeichnungen, besonders in der nördlichen Kapprovinz und in der Umgebung der Olduvaischlucht in Tansania, vermutet man die Geburtsstätte der Menschheit am afrikanischen Kontinent.

Die gemeinsamen Vorfahren der San bzw. Buschmänner und der Khoikhoi bzw. Hottentotten, die einen wesentlichen Teil der ursprünglichen Bevölkerung des Gebietes des heutigen Südafrika bilden, sind steinzeitliche Jäger und Sammler. Sie bevölkern die Region der Großen Seen im mittleren Ostafrika und später auch das Gebiet zwischen den Drakensbergen im Osten und der Atlantikküste im Westen. Ihre Lebensweise ist kaum auf materiellen Besitz ausgerichtet, und Begriffe wie Feindschaft oder Gier scheinen ihnen fremd.

Aus den im Süden lebenden Menschen entwickelt sich das Volk der San, die sich am Stand der Sonne und der Beschaffenheit des Sandes orientieren. An den Spuren im Sand erkennen sie Vierfüßler, Vögel und Insekten nach Größe, Geschlecht und Körperbau. Während die jungen Männer oft tagelang auf der Jagd sind, suchen Frauen und Kinder nach Nahrung im Wüstensand. Den alten Leuten kommt der Großteil der Arbeit im Lager zu. Sie reparieren Waffen, bereiten Gifte für die Jagd zu, oder gerben Tierhäute. Musik, Tanz und Spiel sind wesentliche Bestandteile ihrer Lebensweise. Alte Menschen werden, sobald sie den Strapazen des gemeinschaftlichen Lebens nicht mehr gewachsen sind, nach dem Bau einer Schutzhütte mit allen entbehrlichen Dingen zurückgelassen.

Nach und nach treffen bantusprachige Stämme aus dem Norden in der Region ein. Als erstes kommen die Khoikhoi, die das Gebiet entlang der Westküste landeinwärts besiedeln. Obwohl die San und die Khoikhoi die selben Vorfahren haben, und sich somit physiologisch kaum voneinander unterscheiden, und sogar einige Lebensweisen voneinander übernehmen, bewirken die verschiedenen angeeigneten Fähigkeiten, wie z. B. die Viehhaltung, eine kulturelle Auseinanderentwicklung.

Die Khoikhoi leben in wohlorganisierten Stammesformationen, und entwickeln Methoden zur Kriegführung.

Als vor etwa 1500 Jahren weitere Bantu-Völker aus dem Norden mit ihren Viehherden nach Süden ziehen, kommt es zum Konflikt um das fruchtbare Land mit den dort bereits ansässigen Völkern. Die Bantu gehen als Sieger hervor. Durch die Vermischung mit den Khoikhoi und den Hottentotten, aber auch durch die Ansiedlung in verschiedenen Regionen, entstehen Hunderte von verschiedenen Stämmen. Die vier Hauptgruppen der afrikanischen Bevölkerung sind Nguni, Sotho, Venda und Shangaan-Tsonga.

Die Sprachen der Nguni, zu denen unter anderem die Zulu, Xhosa, Swasi und Ndebele gehören unterscheiden sich zwar teilweise, doch sie sind untereinander verständlich. Die Xhosa leben vorwiegend in den Gebieten des heuten Transkei und Ciskei. Die Zulu besiedeln das heutige Kwazulu-Natal. Ihr Königreich hat bis heute überlebt. Ein weiteres Königreich ist das heute unabhängige Swasiland.

Die Ndebele leben im heutigen Transvaal. Die farbenfrohen geometrischen Motive auf ihren Häusern sind auch heute noch charakteristisch für diese Gegend.

Das als Gazankulu bezeichnete Gebiet im Nordosten des Transvaal aber auch Teile Simbabwes und Moçambiques bewohnen die Shangaan-Tsonga, die eine reichhaltige Folklore haben.

Das Volk der Venda lebt im äußersten Nordosten des Transvaal zwischen den Soutpansbergen und dem Limpopo.

Die Sotho setzen sich aus Tswana, auch als West-Sotho bekannt, und Süd-Sotho zusammen. Die Tswana lassen sich im Gebiet um Mafikeng und Mmabatho nieder. Die Süd-Sotho stellen die Bevölkerung des Königreichs von Lesotho und des ehemaligen Homelands Qwa-Qwa im östlichen Oranje Freistaat dar.

Die bereits entstandenen politischen Systeme entwickelten sich weiter. An deren Spitze stehen Häuptlinge. Ihre Macht hängt von der Anzahl der Ehefrauen, der Größe der Viehherden, etc. ab.

Das inzwischen entdeckte Wissen über Metallverarbeitungsprozeduren brachte den Stämmen zusätzliche Handelsmöglichkeiten, und vergrößerte das militärische Potential. Dadurch wird es überhaupt erst möglich, daß die Urbevölkerung in den folgenden Jahrhunderten erbitterten

Widerstand gegen die weißen Eindringlinge leisten kann.1

2. Kolonialzeit

Es gibt 3 wesentliche Gründe, die dazu beitragen, daß die europäischen Reiche Positionen als Weltmächte erreichen:

ŠDie Kirchen nehmen eine wesentliche Machposition im Staat ein, und machen es der weitgehend religiösen Bevölkerung unmöglich, sich von den Eroberungszügen, die unter dem Deckmantel der Christianisierung geführt werden, fernzuhalten.

ŠDie Fähigkeit sich Erfindungen anderer Völker und Kulturen anzueignen, wie z. B. das Anfertigen von Landkarten und das Nutzen von Schießpulver, trägt maßgeblich zur militärischen Überlegenheit bei.

ŠDer Hunger nach Macht und Wohlstand veranlaßt viele, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Verschiedene Staaten, die sich selbst als die zivilisierte Welt betrachten, haben Anteil an den Entdeckungen in der Region des südlichen Afrika.

2.1. Portugal

Die ersten Europäer in diesem Gebiet sind die Portugiesen, als 1488 eine kleine Flotte, die auf der Suche nach einem Seeweg zu den Reichen im Osten ist, unter Bartholomäus Diaz das Kap erreicht. Sie treffen auf kleine Gruppen von Khoikhoi. Die Einwohner der weiten Inlandgebiete bleiben ihnen aber verborgen. Im November 1497 landet ein Geschwader unter Vasco da Gama in der heutigen St. Helenabucht und in der Mossel Bay. Dem Küstenabschnitt, den er „am Weihnachtstage 1497 - dem ‘dies natalis Domini’ - sichtet“2gibt er den Namen Natal.

Bei einem Angriff der Portugiesen 1510 auf einen Khoikhoi-Kral sterben 58 Seefahrer einschließlich einer Reihe von Adeligen und dem Vizekönig von Portugiesisch Indien.

Danach vermieden die Portugiesen den südlichen Teil des Kontinents, und verlegten ihre

Anlegestellen statt dessen an die Küsten Angolas und Moçambiques.

Das Kap stellt aber auch für andere Staaten einen strategisch wichtigen Punkt auf dem Weg nach Osten dar.

2.2. Niederlande

Die Holländer, die gerade dabei sind, sich als internationale Händler zu etablieren, gründen 1652 einen Stützpunkt ihrer East India Company. Dieser soll den passierenden Schiffen mit Lebensmitteln, Wasser und einer Verpflegungsstation für die kranken Seeleute dienen. Der erste Kommandant am Kap ist Jan van Riebeek.

Auf Anweisungen des Vorstandes in Amsterdam sind die Holländer zunächst bemüht, ihre freundliche Gesinnung zu demonstrieren. Sie hoffen darauf, daß sie Vieh und andere Lebensmittel im Tauschhandel mit der Urbevölkerung erwerben können. Vermutlich wären die Holländer mit der Basis alleine zufrieden, wenn sie ausreichen würde, die nötigen Produkte für die Versorgung ihrer Schiffe herzustellen, doch nach wenigen Jahren wird den Angestellten der East India Company, vorwiegend junge Männer aus den Niederlanden und Deutschland, gestattet, sich außerhalb des Stützpunktes anzusiedeln. Sie werden zu Siedlern und der erste Schritt zur Kolonie am Kap ist getan. 1679 gründet Riebeeks Nachfolger Simon van der Stel das Dorf Stellenbosch und 1687 Drakenstein. Um die Population zu vergrößern, werden im Auftrag der Kompaniebehörden holländische Waisenmädchen in heiratsfähigem Alter angesiedelt.

Die Europäisierung schreitet mit dem Eintreffen von französischen Hugenotten, die der religiösen Verfolgung nach Aufhebung des Ediktes von Nantes entfliehen wollen, 1688 weiter fort.

Als die Khoikhoi die Absicht der Weißen, zu bleiben, erkennen, beginnen sie den Tauschhandel mit ihrem Vieh zu verweigern. Die Folge sind Kämpfe zwischen den Ureinwohnern und Truppen der East India Company, die sich das Vieh gewaltsam aneignen. Sie nutzen von nun an die Flüsse und das Land ohne Rücksicht auf die dort ansässigen Khoikhoi, und nehmen ihnen somit ihre Lebensgrundlagen.

Die einzelnen Sippen beginnen gegeneinander zu kämpfen, um sich die materiellen Vorteile des Handels mit den Holländern zu sichern. Sie begeben sich damit aber in immer größere Abhängigkeit von den Einwanderern. Die Urbevölkerung wird als Arbeitskraft beim Bestellen des Landes und im Militärdienst eingebunden.

Das politische System der Khoikhoi ist nicht stark genug, um ausreichenden Widerstand zu leisten. Der Abstieg dieses Volkes ist unaufhaltsam.

Da der Bedarf an Arbeitskräften mit der einheimischen Bevölkerung bald nicht mehr gedeckt werden kann, werden bereits in der ersten Periode der Besiedelung durch die Europäer Sklaven aus den östlichen Teilen des Reiches, wie z. B. aus Indonesien, und aus anderen afrikanischen Regionen, wie z. B. aus Madagaskar oder Ostafrika, in die Kapregion gebracht. Diese haben keinerlei Rechte und auch ein Übertreten zum christlichen Glauben bringt ihnen keine Vorteile. Sklaven, die Eigentum der East India Company oder der Stadtbewohner sind, haben die Möglichkeit Handel zu betreiben. Sklaven auf Farmen der Weißen werden jedoch streng kontrolliert. Frauen dürfen nicht heiraten, sondern müssen statt dessen den weißen Farmern als Konkubinen dienen.

Am Kap entwickelt sich eine Gesellschaft, die in verschiedene Wertigkeitsstufen unterteilt wird. Es bildet sich eine weiße Schicht - die Buren. Sie sind hauptsächlich holländischer Abstammung, doch sie vermischen sich rasch mit anderen Immigranten, wie z. B. Franzosen und später auch Deutschen. Freie Schwarze sind zahlenmäßig und kämpferisch immer weit davon entfernt, die Hindernisse für ein freies Entfalten aus dem Weg zu räumen. Die weiße Bevölkerung schafft es trotz Streitigkeiten untereinander, ihre Vorherrschaft durch Gesetzte zu erhalten, und durch Immigranten aus Europa weiter auszubauen. Noch vor Ende des 18. Jahrhunderts stehen 17 000 Sklaven nur 14.000 weißen Bürgern gegenüber.

Zwischen 1751 und 1771 überwinden die Siedler unter Gouverneur Ryk Tulbagh das Faltengebirge. Die Burensiedlungen, und somit auch die Gültigkeit der Gesetze, dehnen sich im Landesinneren immer weiter aus.

Durch die steigende Anzahl der Weißen in den Territorien der Urbevölkerung kommt es zwischen 1779 und 1877 zu zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, den sogenannten Kaffern- bzw. Grenzkriegen, zwischen der dort ansässigen Urbevölkerung und den Buren.

Als 1793 116 der 120 Siedlungsplätze zwischen Kowie- und Swartkopfluß von den Xhosa überfallen und ausgeplündert werden, die Behörden es jedoch nicht schaffen, den Siedlern ausreichend Unterstützung zukommen zu lassen, löst ein Großteil der Bevölkerung ihre Bindung zur der East India Company.

2.3. Großbritannien

Als Folge der Kriegswirren in Europa, und da die East India Company unter anderem durch Korruption im Zusammenbruch begriffen ist, nützen die Briten 1795 die Gelegenheit, um das Kap zu besetzen. Die neuen Regenten sind weitgehend ebenso autoritär wie die Holländer, welche die Herrschaft über das Land 1803 durch den Frieden von Amiens wieder zurückerhalten.

Die Engländer kommen 1806, nach Wiederausbruch des englisch-französischen Konfliktes, erneut, und nehmen das Kap wieder in Besitz. Sie setzten einen Gouverneur, der in Besitz von Legislative und Exekutive ist, und nur dem Kolonialministerium in London gegenüber verantwortlich ist, ein.

Im Anschluß an den Pariser Frieden von 1814 wird das Gebiet endgültig britische Kolonie. Die Inlandgrenzen sind jedoch unklar und sie verändern sich ständig. Ab 1820 werden mehrere tausend englische und deutsche Siedler an der Ostgrenze der Kolonie, in der Hoffnung den dort vorhandenen Widerstand der Xhosa rein zahlenmäßig zu brechen, angesiedelt.

Die Neuankömmlinge aus Europa kommen im Gegensatz zu den, von den Errungenschaften der Französischen Revolution völlig unbeeinträchtigten, Buren mit liberaleren Vorstellungen eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens in das Land nördlich des Kaps. Sie kämpfen für politische Freiheiten, die bis dahin in der Region undenkbar waren. Im Laufe der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts erreichen sie die Pressefreiheit.

1828 wird Englisch trotz der zahlenmäßigen britischen Unterlegenheit offizielle Landessprache.

1833 strebt eine Kampagne die Befreiung der Sklaven und Leibeigenen in der Kapkolonie an, den obwohl der Sklavenhandel 1807 im gesamten britischen Empire verboten wird, bleiben die Arbeitskräfte der Farmer praktisch Sklaven, da die Buren eine Aufenthalts- und Paßverordnung durchsetzten, die für Arbeitskräfte der Weißen einen festen Wohnsitz und einen Arbeitspaß anordnet. Nun fällt die bis dahin noch erlaubte Sklavenhaltung unter britischen Bann, doch der Druck der Arbeitgeber auf die Regierung schränkt die Effektivität dieser Liberalisierungsmaßnahmen auf ein Minimum ein.

1853 wird erreicht, daß alle Bewohner der Region, unabhängig von deren Hautfarbe, ihre Vertreter in die Regierung wählen können. Da aber, wie zu dieser Zeit allgemein üblich, nur Bürger mit eigenem Besitz wahlberechtigt sind, kann nur ein verschwindend kleiner Teil der schwarzen Bevölkerung seine Stimme abgeben.3

3. Great Treck-Burenrepubliken

Unter der burischen Bevölkerung reift seit dem Eintreffen der Briten am Kap die Idee, ihre Wohnsitze aus dem Machtbereich der Kolonialbehörden weiter ins Landesinnere zu verlegen. Gelegentlich tätigen einzelne Familien den Verkauf ihrer Grundstücke, und ziehen mit ihren Viehherden in bislang unbekannte Gebiete im Landesinneren.

Zwischen 1836 und 1838 verlassen Tausende Buren, auch als Voortrekker bekannt, in mehreren Gruppen das Kap.

Unter dem Kommando selbstgewählter Führer überqueren sie den Oranje und den Vaal. Sie glauben, daß das Hinterland, infolge der Vernichtungskriege des Zuluhäuptlings Shaka gegen alle anderen Bantustämme, unbewohnt ist, und lassen sich nieder. Sie stoßen jedoch auf heftigen Widerstand der Matabele unter ihrem Führer Mzilikazi. Nach mehreren Kämpfen können die Buren unter Hendrik Potgieter 1837 den Widerstand brechen, und das Gebiet für sich in Anspruch nehmen.

Um sich wirtschaftlich und politisch völlig unabhängig entfalten zu können, nehmen sie wegen dem freien Zugang zum Meer auch Natal in Besitz.

Die ersten blutigen Zusammenstöße erfolgen jedoch schon kurz nach Eintreffen der Voortrekker, als einige Burenfamilien bei Bloukrans von plündernden Zulueinheiten getötet werden.

Nachdem der Burenführer Piet Retief und seine Kameraden bei Weenen während Verhandlungen mit Shakas Mörder und Nachfolger Dingane über einen Landankauf in einen Hinterhalt gelockt, und regelrecht hingerichtet werden, rächen sich 402 Voortrekker unter Generalkommandant Andries Pretorius am 16. Dezember 1838 am Blood River an der ZuluNation, indem sie eine 12.000 Mann starke Armee der Zulus niedermetzeln. Dies ist für sie der letzte Beweis ihrer göttlichen Sendung.

Die Buren waren gerade dabei, eine unabhängige Republik um Pietermaritzburg zu gründen, als sie 1842 von den in Natal ankommenden Briten in diesem Vorhaben gestoppt werden.

Daraufhin ziehen sich die meisten Buren über die Drakensberge auf die Hochebene des

Transvaal zurück und Natal wird durch den Zuzug von etwa 4000 britischen Siedlern zwischen 1848 und 1851 zu einer Kolonie entwickelt.

1848 besetzen die Briten das Gebiet zwischen Oranje und Vaal, und gründen die Orange River Sovereignty. Nun bleibt den Buren nur mehr das Gebiet zwischen Vaal und Limpopo zur Gründung einer eigenständigen Burenrepublik.

1852 wir die Unabhängigkeit der Republik Transvaal (=Südafrikanische Republik) von den Briten im Zandrivier-Vertrag (=Sandriver Convention) anerkannt.

1854 entschließt sich die britische Regierung, alle Besitzansprüche nördlich des Oranje aufzugeben und durch die Konvention von Bloemfontein wird die zweite Burenrepublik - der Oranje Freistaat - gegründet.

Der dort lebende Stamm der Basutos wird von den Buren derart unterdrückt, und von allen Bürgerrechten ausgeschlossen, daß Häuptling Moschesch das Angebot der Briten, sich unter ihren Schutz zu stellen, annimmt. 1868 wird das Basutoland, welches das Gebiet des heutige Lesotho ausmacht, von Großbritannien annektiert, und an die Kapkolonie angeschlossen. Mit dem Tod von Potgieter 1852 und von Pretorius 1854 ist die Vortrekker-Zeit beendet. Die Buren sind zwar völlig verarmt, doch sie haben ihr Ziel, die Errichtung unabhängiger Burenrepublicken, erreicht.4

4. Burenkrieg

4. 1. Vor dem Krieg

Als die inneren Probleme, wie etwa die Auseinandersetzungen mit den kriegerischen Stämmen, der neu entstandenen Republiken weitgehend gelöst sind, und sich die Lebensbedingungen der Buren laufend verbessern, entwickelt sich im Laufe der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts ein neuer Konfliktpunkt zwischen den Buren und den Briten. Auslöser sind die Diamantenfunde nahe Kimberley 1867. Diese erwecken bei den Buren zunächst kaum Interesse, doch als Tausende Schürfer, sogenannte Glücksritter, in die Region strömen, entbrennt der Streit um die Besitzrechte. Der stellvertretende Gouverneur von Natal

Zum Beispiel Südafrika, red. v. Ekkhard Launer. Göttingen: Lamuv. 1990.

R. W. Keate wird als Schiedsrichter eingesetzt. Seine Entscheidung fällt zugunsten der Kapkolonie aus und der Landstrich um Kimberley wird 1877 von Großbritannien annektiert. Cecil John Rhodes ist einer der Glücksritter. Er wird zum Millionär, und versucht in den folgenden Jahren seine Vorstellung von einem Weltreich unter der britischen Krone zu realisieren.

Als in Transvaal die ersten Goldvorkommen entdeckt werden, ist es Rhodes Bestreben, das Gebiet zu erwerben, doch vergeblich.

Der Kolonialminister in London Lord Carnavon sieht in den unabhängigen Burenrepubliken Hindernisse für den Erfolg seiner Expansionspolitik und da Missionare sich über die ungerechte Behandlung der Schwarzen durch die Buren beklagen, scheinen ihm angemessene Maßnahmen gerechtfertigt. Er schickt den Staatssekretär von Natal Shepstone mit dem Auftrag nach Pretoria, Transvaal zu annektieren, wenn er der Überzeugung sei, daß ein Großteil der weißen Bevölkerung damit einverstanden ist. Nach erfolglosen Verhandlungen übernimmt Shepstone die Verwaltung des Gebietes. Als alle Bemühungen der Buren, vor allem von Paul Krüger, ihre Unabhängigkeit auf friedlichem Weg wiederzuerlangen, scheitern, erklären sie Transvaal für einen unabhängigen Staat unter der Herrschaft von Paul Krüger, Marthinus Pretorius und General-Kommandant Piet Joubert, und greifen im Dezember 1880 zu den Waffen. Die Buren belagern Städte, und verhindern das Eintreffen der britischen Verstärkung aus Natal, indem sie die Drakensbergpässe besetzen. Es folgt eine Reihe von heftigen Schlachten.

Die schwere Niederlage in der Schlacht von Majuba Hill veranlaßt den liberalen britischen Premierminister Gladstone, Friedensverhandlungen zu eröffnen. In der Konvention von Pretoria im August 1881 erhält Transvaal das Recht zur Selbstregierung unter Vorbehalten zurück.

1883 wird Paul Krüger der 1. Präsident der Südafrikanischen Republik. Für sein Volk ist er der Inbegriff des Afrikanertums, aber bei den nach der Entdeckung der weltweit größten Goldvorkommen am Witwatersrand 1886 zu Tausenden ins Land strömenden Glücksjägern - den sogenannten Uitlanders - wächst seine Unbeliebtheit ständig, da er die Gefahr, daß die Buren von allen wichtigen Positionen im Staat durch die neue Bevölkerung verdrängt werden könnten, durch Einschränkung des Wahlrechts und beliebige Vergabe von Monopolen abzuwenden versucht. Im Verlauf seiner Amtszeit werden immer wieder Korruptionsvorwürfe gegen ihn und seine Mitarbeiter erhoben. Diese haben als Folge, daß seine Position nicht immer gefestigt ist.

Auf britischer Seite gewinnt Cecil Rhodes immer mehr an Einfluß. Er erhält von seiner

Regierung einen Freibrief, der es ihm ermöglicht, die British South Africa Company (BSAC) zu gründen, und damit seine Expansionspläne in die Tat umzusetzen. Rhodes schafft es, die beiden Burenrepubliken völlig zu isolieren. Er wird politisch immer mächtiger, und 1890 sogar als Premierminister der Kapkolonie eingesetzt.

Auf der einen Seite können sich die Regierungen des Oranje-Freistaats und der Südafrikanischen Republik nicht zu einem Abkommen über eine militärische Allianz durchringen, während auf der anderen Seite die Forderungen der von Rhodes unterstützten Uitlanders nach vollen bürgerlichen Rechten immer lauter und der Ärger über die unterdrückenden Methoden Krügers immer massiver werden.

Auf Drängen Rhodes genehmigt das Kolonialministerium den Einfall vom 29. Dezember 1895 von 500 Angehörigen der BSAC im Transvaal. Da die erhoffte Unterstützung der Uitlanders weitgehend ausbleibt, müssen sich diese allerdings bereits am 2. Jänner des neuen Jahres der burischen Bürgerwehr ergeben.

Die direkte Konfrontation ist zwar nur von kurzer Dauer, aber sie hat weitreichende Folgen: ŠCecil Rhodes verliert sein Amt als Premierminister.

ŠDie Polarisierung innerhalb der weißen Bevölkerung in der Region wird weiter verstärkt. ŠDer Oranje-Freistaat unter dem Präsidenten Marthinus Theunis Steyn und Transvaal rücken näher zusammen. Sie schließen einen Freundschaftsvertrag und ein offensives und defensives militärisches Bündnis.

ŠPaul Krügers Position im Transvaal wird wieder gefestigt.

Trotz der bitteren Niederlage halten die Briten an ihrem Bestreben, die einzige Macht in der Region zu werden, fest. Realisiert soll dieses Vorhaben von dem aus Großbritannien kommenden Hochkommisar Sir Alfred Milner werden. Dieser hat den Plan, sich erst mit der Lage im Laufe eines Jahres vertraut zu machen, um dann gezielter vorgehen zu können. Milners Absicht wird vorerst nur von Präsident Steyn wahrgenommen, doch nach Ablauf des einen Jahres muß auch Krüger erkennen, daß erneut Gefahr von den Briten droht, denn Milner nimmt sich besonders der Probleme der Uitlanders in den Burenrepubliken an. Milner schreibt in einem Brief an den liberalen Abgeordneten im Unterhaus Joseph Chamberlain: „Es gibt keinen Ausweg - entweder Transvaal reformieren oder Krieg.“5Krüger erahnt Milners Absicht, bewußt einen Krieg zu provozieren, und beginnt im Mai 1899 im Rahmen der Konferenz von Bloemfontein nach und nach auf seine Forderungen einzugehen, doch als die Forderungen immer mehr werden, bricht Gastgeber Steyn die Verhandlungen ab.

Als im September des selben Jahres britische Truppen entlang der Grenzen der Republiken stationiert werden, senden Krüger und Steyn ein Ultimatum, das den Abzug der Truppen und das Abdrehen der Schiffe auf hoher See fordert, an die britische Regierung. Nachdem das Ultimatum, wie Krüger und Steyn erwartet haben, zurückgewiesen wird, erfolgt am 11. Oktober 1899 die offizielle Kriegserklärung.

4.2. Die Burenoffensive

Der Krieg beginnt am 12. Oktober, als eine burische Patrouille unter General Jacobus Herculaas Koos de la Rey südlich von Mafikeng, das einen strategisch wichtigen Punkt in der Kapkolonie an der Eisenbahnlinie nach Norden darstellt, eine Eisenbahngarnitur, die den Stadtbewohnern die notwendige Munition liefern soll, zerstört.

Im Gegensatz zu Großbritannien mit seiner Tradition und militärischen Macht besitzen die Burenrepubliken keine offizielle Armee. In den Bureneinheiten kämpfen Männer, die nicht selten von ihren Frauen, welche sich großteils auch an den Kämpfen beteiligen, begleitet werden. Sie haben mit Ausnahme der Polizei und der Artillerie keine einheitliche Uniform, doch ihr Vorteil ist, daß sie das Land kennen, und der Gedanke an eine Unterwerfung durch die Briten sie anspornt.

Die erste Stadt, die die Buren belagern, ist Mafikeng. Es gelingt ihnen unter General Pieter Arnoldus Cronjé aber nicht, sie in ihren Besitz zu bringen, da das von Robert Stephenson Smyth Baden-Powell geplante Verteidigungssystem kaum größere Verluste auf der Seite der Briten zuläßt.

Koos de la Rey und andere Burenführer sind jedoch erfolgreicher. Sie können das Gebiet entlang der Bahnlinie nach Süden ohne großen Widerstand bis vor Kimberley in ihren Besitz nehmen. In der reichsten Stadt der Region wird ebenfalls der Belagerungszustand ausgerufen. Kurz nach Kriegsausbruch verlagert sich der Hauptschauplatz der Kämpfe nach Natal. Die Briten hatten es versäumt, die Gebirgsbarriere zwischen den Burenrepubliken und Natal zu nützen. Viele der in diesem Gebiet stationierten Posten der Briten wissen noch nicht einmal von der Kriegserklärung und daher fällt es den Buren nicht schwer, die Drakensberge zu überwinden. Als die Briten von den eindringenden Bureneinheiten erfahren, nehmen nur wenige die Gefahr ernst und die Buren können weite Gebiete erobern.

Die erste empfindliche Niederlage erleiden die Buren, als die Briten unter Generalleutnant Sir John Denton Pinkstone French die Stadt Elandlaagte von dem Belagerungszustand zu befreien versuchen. Sie müssen sich auf die umliegenden Berge zurückziehen. Dort kommt es zu einer Entscheidungsschlacht, die die Briten unter großen Verlusten für sich entscheiden können, aber anstatt die geschwächten Buren endgültig aus der Region zu vertreiben, ziehen sich die britischen Truppen nach Ladysmith zurück, um dort einer möglichen Belagerung vorzubeugen.

Als Truppen der Buren unter Christiaan de Wet, Kommandant des Oranje-Freistaats, und Louis Botha, der noch eine wichtige Rolle in der Geschichte Südafrikas spielen wird, aber tatsächlich bis vor die Stadt kommen, werden die Briten besiegt und es kommt zur befürchteten Belagerung.

Ab dem 1. November überschreiten burische Truppen des Oranje-Freistaats auch die Grenze zur Kapkolonie. Sie nehmen ein unvorbereitetes Dorf nach dem anderen ein und immer mehr Kapburen schließen sich den Einheiten an.

Es herrscht noch nicht einmal ein Monat Krieg, doch die Buren haben bereits weite Gebiete der britischen Kolonien eingenommen.

4.3. Die erstebritische Offensive

Das Kriegsministerium in London hatte einen Feldzugsplan, der ein Vorstoßen der Briten entlang der Eisenbahnlinie in die Burenrepubliken vorsieht, ausgearbeitet, den nun General Sir Redvers Henry Buller in die Tat umsetzen soll, doch die Besetzung weiter Teile der Kolonien veranlaßten ihn dazu, seine Streitkräfte in drei Einheiten zu unterteilen, um die Belagerten Städte in Natal zu befreien, und gleichzeitig den burischen Eroberungen im KapHochland Einhalt zu gebieten.

Großbritannien erhält tatkräftige Unterstützung von den kanadischen, australischen und neuseeländischen Streitkräften.

Die Burengeneräle hingegen haben mit einem für sie völlig neuem Problem zu kämpfen: Viele ihrer Leute sind kampfesmüde oder verwundet.

4.3.1. Der Marschzur Entsatzung Kimberleys

Mit der Entsatzung Kimberleys ist Generalleutnant P. S. Lord Methuen beauftragt. Seine Truppen sind am Oranje ca. 4. km südlich von Kimberley stationiert. Auf dem Weg nach Kimberley ereignen sich einige schwere Gefechte mit Bureneinheiten, doch obwohl die Verluste auf der britischen Seite weitaus höher sind, als jene der Buren, kann Methuen diese Auseinandersetzungen für sich entscheiden, da der burische Kriegsrat sich für einen Rückzug nach Magersfontein entscheidet, um auf Verstärkung zu warten, und vor Kimberley aus der Verteidigung eine Entscheidung herbeizuführen.

Nachdem Methuens Truppen Magersfontein erreichen, und die umliegenden Hügel unter Beschuß nehmen, glaubt er, die Verteidigungsstellungen der Buren vollständig vernichtet zu haben, doch diese hatten Schützengräben angelegt, und somit den Angriff beinahe unbeschadet überstanden. Als die Briten nun vorstoßen wollen, werden sie von den Buren überrascht, und erleiden eine vernichtende Niederlage.

4.3.2. Die Lagein Natal

Da die Buren gegen die belagerten Städte in Natal keine entscheidenden Aktionen unternehmen, weil sie mit der fixen Kapitulation rechnen, ändert sich an der Situation lange Zeit beinahe nichts. Erst als Buller von den katastrophalen Niederlagen in der Kapkolonie erfährt, setzt er die von ihm befehligten Truppen in Natal in Bewegung, um hier eine Entscheidung herbeizuführen, um schnell in sein Hauptquartier nach Kapstadt zurückkehren zu können.

Auf dem Weg nach Ladysmith steht Buller den burischen Truppen unter Botha gegenüber. Bullers Plan ist es die feindlichen Stellungen zu umgehen, um keine Zeit für die Entsatzung zu verlieren, doch Bothas Einheiten bilden eine über 13 km lange Front und obwohl die Briten unerschütterlich kämpfen, können die Buren einen weiteren Sieg erringen.

In weniger als einer Woche (10.-15. Dezember 1899) fordern die Schlachten im Kaphochland und in Natal Verluste von über 3000 Mann der britischen Armee. Dieser Zeitraum ist den Briten als die „Schwarze Woche“ bekannt.

Nachdem das Vertrauen in die Überlegenheit der stärksten und mächtigsten Armee, die von einer Handvoll Bauern geschlagen wurde, verloren geht, erholt sich die britische Öffentlichkeit schnell, und der Patriotismus erreicht Höhen wie nie zuvor.6In den Wochen danach erreichen 20 000 Freiwillige und 20 000 reguläre Truppen das Land am Kap. Die britischen Einheiten sind weitgehend demoralisiert, doch die Buren nützen diese Chance nicht. Abgesehen von einigen kleinen Gefechten, versäumen sie es die geschwächten Briten zu überrollen, und somit weiter in die Kapregion vorzustoßen bzw. die belagerten Städte in Natal einzunehmen.

Nach der Schwarzen Woche wird Lord Frederick Sleigh Roberts of Kandahar anstatt Buller als Oberbefehlshaber der britischen Armee in Südafrika eingesetzt. Roberts will, daß Buller vorerst in der Defensive bleibt, für diesen aber ist die Entsatzung Ladysmiths zur fixen Idee geworden. Am 10. Jänner 1900 beginnt Buller mit einer 30 000 Mann starken Truppe den Marsch von Chieveley nach Ladysmith. Die Einheit ist mit einem gewaltigen und größtenteils unnötigen Troß unterwegs, und benötigt deshalb für eine Distanz von 35 km fast eine Woche. Dies ermöglicht es den Buren schnelle und gründliche Vorbereitungen zu treffen und sie schlagen zwei Angriffe zurück. Buller ist über diese Fehlschläge wütend, und befiehlt einen dritten Angriff. Der Schauplatz soll der Spion Kop, welcher der größte Berg in der Region ist, sein. Die nun folgende Schlacht vom 24. Jänner 1900 wird eine der blutigsten des Krieges. Während Botha herbeieilt, um seine demoralisierten Leute zu unterstützen, wechseln die Erfolge ständig zwischen den Konfliktparteien. Durch die unüberschaubare Lage wissen weder Buren noch Briten, wer siegen würde, doch obwohl auf der Seite der Briten immer wieder Verstärkungen eintreffen, kann Louis Botha zuletzt noch eine kleine Streitmacht sammeln, und den entscheidenden Sieg erringen. Dies ist auch möglich, da Buller merkt, daß seine Truppen ein weiteres schweres Gefecht nicht mehr durchstehen würden, und den Rückzug befiehlt.

Auch alle weiteren Versuche Bullers, Ladysmith zu erreichen, und sie zu entsatzen, schlagen fehl.

Nun baut Roberts darauf, den erbitterten Widerstand der Buren brechen zu können, indem er direkt in die beiden Burenrepubliken vordringt, in der Hoffnung, daß die Buren die von ihnen belagerten Städte aufgeben würden, um ihr Heimatland verteidigen zu können.

4.4. Die zweitebritische Offensive

Roberts stehen nun über 180 000 Mann aus dem ganzen Empire zur Verfügung, mehr als die gesamte Bevölkerung der beiden Burenrepubliken.

4.4.1. Die Rückeroberung enim Kaphochland

Roberts bindet durch geschickte Täuschungsmanöver die verhältnismäßig kleinen Bureneinheiten an verschiedenen Orten. Er beauftragt French mit der Entsatzung Kimberleys. Dieser hat 6000 Kavalleristen zur Verfügung, mit denen er es schafft, seinen Verfolger Christiaan de Wet abzuschütteln. Als die Burenstellungen um Kimberley von der gigantischen herannahenden Kavallerie-Division erfahren, flüchten sie, denn sie können keine Hilfe von Cronjés Truppen bei Magersfontein erwarten, da diese selber einen heftigen Angriff von Lord Methuen abzuwehren haben.

Am 15 Februar ist Kimberley frei. Nach Monaten von großen Verlusten und ernüchternden Niederlagen können die Briten endlich einen bedeutenden Erfolg verbuchen. Auch bei Magersfontein zeichnet sich für die Buren unter Cronjé keine entscheidende Verbesserung der Lage ab und deshalb wollen sie sich nach Bloemfontein zurückziehen. Im Schutz der Dunkelheit verlassen 5000 Burensoldaten mit ihren Frauen und Kindern ihre Verteidigungsanlagen, und schaffen es, die britischen Stellungen zu durchdringen. Wegen der mit ihrem gesamten Besitz beladenen Ochsenwagen kommen sie nur sehr schleppend vorwärts. In der Nähe von Paardeberg wird der Konvoi am 17. Februar von den sich von Kimberley entfernenden Truppen Frenchs angegriffen. Als auch noch weitere britische Truppen unter General Lord Kitchener ankommen, drängen Cronjés Männer auf eine Flucht, doch dieser will nicht aufgeben, und fordert Hilfe an.

Kitchener, der als gnadenlos bekannt ist, übernimmt den Befehl, und greift die Wagen der Buren an.

Der Druck auf die Buren wird durch das Eintreffen von Verstärkung aus Bloemfontein und von De Wets Truppen etwas vermindert, doch sie haben große Verluste zu verbuchen und Cronjé lehnt jede Möglichkeit eines Rückzugs oder der Kapitulation strickt ab. Die gnadenlose Schlacht geht weiter.

Als die Briten erfahren, daß sich auch Frauen und Kinder in dem Burenlager befinden, bieten sie an, ihnen sicheres Geleit zu gewähren, doch dies wird schroff abgelehnt. Daraufhin setzen die Briten ihre gesamte verfügbare Feuerkraft ein, doch mehr noch als die erbitterten Angriffe setzen den Buren Krankheit und Hunger zu.

Als alle Rettungsversuche der Buren scheitern, stimmt Cronjé am 27. Februar, dem Jahrestag der Schlacht am Majuba Hill, der Kapitulation zögernd zu. Für die Briten ist dieser Erfolg die Rache für die Niederlage von 1881.

In den Republiken ist die Stimmung äußerst düster und die meisten der Burensoldaten gehen nach Hause. Das gesamte bereits eroberte Gebiet im Westen, mit Ausnahme der immer noch belagerten Stadt Mafikeng, ist nun wieder in britischen Besitz. Man braucht Zeit, um die Moral wieder aufzubauen.

4.4.2. Die Entsatzung Ladysmiths

Während im Westen die Schlacht bei Paardeberg tobt, plant Buller einen erneuten Angriff auf Ladysmith. Da sein Vormarsch aber ziemlich schleppend ist, können die Buren unter Botha gewarnt werden und sie verstärken ihre Truppen. Viele Bureneinheiten werden aber nach Paardeberg abgezogen und daher kann er nur 5000 Mann aufbieten.

Buller greift am 17. Februar die Burenstellungen um die besetzte Stadt an, und kann unter großen Verlusten den anfänglichen Widerstand der Buren brechen.

Botha ist es unmöglich die Flucht seiner Leute zu verhindern, und will Ladysmith bereits aufgeben, als General Piet Joubert eintrifft, um die Moral wieder zu heben. Buller rechnet nur mehr mit einer kleinen Nachhut der Buren, und hat deshalb keine Eile mit seinem Vormarsch, doch die Buren können sich neu sammeln, und greifen die vorrückenden Briten an. Dieser Angriff dauert 4 Tage, bis Botha am 25. Februar einer Feuerpause zustimmt, um Verwundete zu versorgen und die Toten zu begraben. Die Briten haben 1400 Mann verloren.

Während des Waffenstillstandes zieht Buller seine Truppen zurück und die Buren glauben schon gewonnen zu haben, als Bullers Truppen am 27. Februar, begeistert über den Sieg bei Paardeberg, erneut angreifen, und den Sieg erringen.

Nun kann selbst Joubert nichts mehr an der Stimmung unter seinen Leuten ändern und er ordnet die Aufgabe Ladysmiths an.

„Vor noch kaum vierzehn Tagen war Großbritannien allgemein verspottet worden, jetzt Befanden sich die Armeen an jeder Front auf dem Vormarsch.“7

4.4.3. Die Eroberung Bloemfonteins

Roberts ist der Überzeugung, daß die Einnahme Bloemfonteins, die Hauptstadt und das Herz des Oranje-Freistaates, unweigerlich den Zusammenbruch der Buren nach sich ziehen wird.8 Christiaan de Wet will den Vormarsch der Briten auf Bloemfontein unbedingt aufhalten, und läßt seine Truppen entlang einer 35 km langen Linie westlich der Stadt in Stellung gehen. Am 7. März befiehlt Roberts den Angriff auf die Stellungen De Wets. Die Buren, unter ihnen auch Präsident Paul Krüger, der De Wet an diesem Morgen besucht, sind von diesem Angriff völlig überrascht, und ziehen sich nach Bloemfontein zurück und Roberts kann mit seinen 40 000 Mann ungehindert vorrücken.

Präsident Steyn und De Wet planen zwar die Verteidigung der Stadt, doch nachdem eine Bürgerabordnung um eine friedliche Übergabe bittet, wird die Stadt am 13. März 1900 an Lord Roberts übergeben.

Die Buren wenden sich nun an die europäischen Mächte. Obwohl die Sympathien auf der Seite der Buren liegen, ist keine Großmacht bereit, direkt einzugreifen. Statt dessen werden große Geldsummen bereitgestellt. Es stellen sich aber auch zahlreiche Freiwillige aus Irland, den Niederlanden, Rußland, Italien oder Deutschland zur Verfügung, um unter den Buren zu kämpfen.

Der Großteil der Burengeneräle ist mittlerweile besiegt, oder aber zu alt, um zu kämpfen. Sie werden von jüngeren und wagemutigeren Männern ersetzt. Louis Botha wird nun Generalkommandant der Streitkräfte Transvaals, und Christiaan de Wet gewinnt im OranjeFreistaat immer mehr an Bedeutung.

4.4.4. Die Einnahme der Burenrepubliken

Einige kleinere, aber siegreiche Überfälle der Einheiten De Wets auf britische Truppen machen den General berühmt, und lassen die Moral der Buren enorm steigen. Im April 1900 belagern die Buren Wepern. Nach 16 Tagen können die Briten das Dorf zwar befreien, doch ihre Hoffnung, gleichzeitig auch De Wet in eine Hinterhalt locken zu können, und somit den burischen Widerstand endgültig zu brechen, geht nicht in Erfüllung. Nach und nach können sich die Briten wieder sammeln, und brechen am 3. Mai von Bloemfontein aus auf, um weiter nach Osten vorzurücken. Die Buren können dies zwar z. B. durch Brückensprengungen verzögern, aber bald fällt auch die neue Hauptstadt des Oranje- Freistaats, Kroonstad, an die Briten.

Im Westen ist nur mehr Mafikeng im Besitz der Buren. Die Lebensbedingungen dort sind katastrophal. Als Roberts erfährt, daß die Stadt nicht mehr lange würde standhalten können, beauftragt er General Hunter mit der Befreiung Mafikengs. Hunters Truppen treffen auf die Burenstellungen und es entbrennt eine heftige Schlacht. Als die Buren jedoch erkennen, daß ihre gesamte Front im Zusammenbruch begriffen ist, ziehen sie sich zurück. Am 16. Mai 1900 ist die erste belagerte Stadt wieder frei.

Nun können sich alle britischen Truppen auf die Eroberung des Transvaal konzentrieren. Baden-Powell bereiteten den Angriff vom Westen, rhodesische Truppen unter Carrington vom Norden und Buller vom Westen vor. Roberts Truppen rücken schnell vom Süden aus vor, während Frenchs Kavallerie die Verteidigungslinien der Buren aufklärt.

Botha arbeitet eilig einen Verteidigungsplan für Johannesburg aus, doch als seine Soldaten

von der immer näher rückenden Kavallerie Frenchs hören, verlieren viele von ihnen die Nerven. Die ersten Angriffe der Briten können zwar noch abgewehrt werden, doch die Stadt wird am 31. Mai 1900 an die Briten übergeben.

Nun marschieren die Briten auf Pretoria. Präsident Krügers Berater legen ihm nahe, die Stadt zu verlassen. Nachdem er den Rat befolgt, bricht in Pretoria das Chaos aus. Geschäfte werden geplündert und riesige Menschenmassen verlassen fluchtartig die Stadt. Am 5. Juni marschieren Roberts Truppen in Pretoria ein.

Nach der Annexion des Oranje-Freistaats am 24. Mai und der Südafrikanischen Republik am

1. September durch Großbritannien glaubt die ganze Welt an ein Ende des Krieges, aber man unterschätzt die Zähigkeit und die Entschlossenheit der Buren - verkörpert durch ihre Führer, vor allem durch Louis Botha und Christiaan de Wet.9

4.5. Der Guerillakrieg

Auf Drängen von Präsident Steyn verläßt Präsident Krüger am 11. September sein Land, und kommt nach Europa. Hier plädiert er leidenschaftlich für die Sache der Buren, doch immer noch von der Macht der Briten eingeschüchtert, erreicht er wenig mehr als verständnisvolle Achtung. Schalk Willem Burger ist der neue amtierende Präsident.

Während viele Buren ihre Waffen niederlegen, oder von den Briten gefangen genommen werden, und sogar in anderen Teile des Empires in Lager kommen, werden die verbleibenden Buren-Streitkräfte in drei Gruppen geteilt: Botha kommandiert Ost-Transvaal, De la Rey West-Transvaal, und De Wet den Oranje-Freistaat. Sie übernehmen nun die Guerillataktik, und greifen Züge an, zerstören Eisenbahnlinien und durchschneiden Telegraphendrähte. Für die Briten ist nun De Wets Gefangennahme von größter Bedeutung. Roberts stellt 30 000 Mann für die Verfolgungsjagd nach De Wet bereit, doch dieser schafft es immer wieder, seinen Verfolgern knapp zu entkommen. Er gilt bis heute als einer der genialsten Guerilla- Kämpfer.

Da die Buren nicht mit einem eindeutigen Sieg über die Briten rechnen können, ist es ihre Hoffnung, wenn sie den Krieg in die Länge ziehen, ein bereits erschöpftes England zermürben zu können, und die Briten dazu zu bringen, sich auf vernünftige Bedingungen einzulassen.

Die Buren durchstreifen das ganze Land, um die Männer zu überreden, wieder zu den Einheiten zurückzukehren, und darum sind bald wieder 8000 Mann einsatzbereit. Nach einem Treffen der Burenführer schließt sich sogar Präsident Steyn De Wets Truppen an. Man entscheidet sich, daß die Kommandos in der Nähe ihrer Wohnorte tätig sein sollen, da sie dann mit der Umgebung vertraut, und immer in Verbindung mit ihren Familien sind. Die Buren greifen immer wieder britische Lager oder Städte an, doch sie sind nur selten erfolgreich, da die Briten binnen kurzer Zeit Verstärkung schicken können. Am 28. November 1900 übergibt Roberts sein Kommando an Lord Horatio Herbert Kitchener, der im Krieg nicht mehr als eine Arbeit sieht, die so schnell und wirksam wie möglich getan werden muß. Um dem Guerillakrieg der Buren ein Ende zu bereiten, sieht er sich gezwungen, zu einer Politik überzugehen, die ihm zwar verhaßt ist, doch in der er die einzige Chance sieht, seine Arbeit gewissenhaft zu erledigen. Er läßt Farmhäuser niederbrennen, und alle Ernten, Vorräte und Wagen der Buren vernichten.10 Vor Weihnachten 1900 ordnete Kitchener die Internierung von Frauen und Kindern der Buren samt ihren schwarzen Dienern an. Da in den Lagern unzählige Menschen auf engstem Raum leben, entsteht der Begriff des Konzentrationslagers. Die Lebensbedingungen werden rasch unerträglich. Es gibt kaum medizinische oder sanitäre Versorgung, Wasser und Verpflegung sind knapp, und es grassieren Epidemien. Als die Lagerverhältnisse in Europa bekannt werden, wird Kitchener selbst in Großbritannien barbarischer Methoden beschuldigt.11 Am Beginn des Jahres 1901 zeigen verstärkte Aktivitäten der Buren an allen Fronten, daß nach wie vor Krieg zwischen den Buren und den Briten herrscht, doch als Königin Viktoria am 22. Jänner stirbt, betrauern nicht nur die Briten, sondern auch die Buren ihren Tod. Als die Buren wegen den miserablen Lebensbedingungen an ihrem moralischen Tiefpunkt angelangt sind, nützt dies Kitchener, für eine Konferenz am 28. Februar mit Louis Botha in Middelburg. Diese Friedensgespräche erreichen zwar wenig, doch die gegenseitige Abneigung zwischen Botha und De Wet, der solche Gespräche heftig bekämpft, wächst weiter.

Kitchener sieht sich gezwungen, mit noch größerer Härte gegen die Zivilbevölkerung vorzugehen, denn auf militärischem Weg kann er nicht mehr tun, als seine 250 000 Soldaten auf das gesamte Gebiet zu verteilen.

Einige Burenkommandos durchstreifen auch die Kap-Kolonie, und greifen britische Garnisonen an. Einer Einheit unter General Jan Christiaan Smuts gelingt es, mehrere Ortschaften in den reichen Kupferminengebieten zu besetzen. Die sich den Buren anschließenden Kapholländer, die gefangen genommen werden können, werden sofort ausnahmslos zum Tode verurteilt.

Botha tätigt auch in Natal wieder Angriffe, doch ohne große Gewinne zu erzielen. Den Briten gelingt es, die Buren immer wieder mit plötzlichen Angriffen zu überraschen, und Tausende von Buren, die wegen Erschöpfung und allgemeiner Kriegsmüdigkeit nicht mehr standhalten können, gefangen zu nehmen, doch Botha, De la Rey und De Wet sind nach einem Jahr Guerillakrieg noch immer frei.

De la Rey ist im West-Transvaal bisher unbesiegt, auch, weil ein Großteil der Briten mit der Verfolgung Bothas und De Wets beschäftigt ist. Am 7. März 1902 unternimmt De la Rey einen Überraschungsangriff auf Methuens Streitmacht, und fügt ihr die größte Niederlage im Guerillakrieg zu. Viele, unter ihnen auch Methuen selbst, werden gefangen genommen. Methuen, der für das Niederbrennen vieler Häuser und für die Verwüstung weiter Gebiete verantwortlich ist, erwartet keine Gnade von den Buren, doch De la Rey begegnet ihm mit größter Höflichkeit, läßt seine Wunden behandeln, und läßt ihn schließlich sogar wieder frei. Dies erweist sich als sehr kluger Schritt, denn die Hinrichtungen und die Grausamkeiten gegen die gesamte Bevölkerung hören sofort auf.

4.6. Der lang ersehnte Frieden

Kriegsmüdigkeit und die Überzeugung, daß niemand einen entscheidenden militärischen Sieg erringen könne, veranlassen die Buren und britische Generäle bei einer Konferenz eine Lösung zu finden. Am 9. April beginnen in Klerksdorp einleitende Gespräche. Es finden aber noch immer kleinere Gefechte statt, und unter den Burenführern kommt es zu heftigen Diskussionen, denn während einige einer Kapitulation zustimmen, sind andere entschlossen weiterzukämpfen. Schließlich werden Smuts und Hertzog ermächtigt, Friedensverhandlungen einzuleiten.

Der Friede von Vereeniging, benannt nach dem Verhandlungsort, wird am 31. Mai 1902 in Pretoria von den Briten Kitchener und Milner und von den Buren Burger, Botha, De la Rey, De Wet, Hertzog und 5 weiteren Burenführern unterzeichnet. Er beinhaltet, daß die Buren einwilligen, ihre Waffen niederzulegen, und auszuliefern, von weiterem Widerstand abzusehen, und die englische Souveränität über ihre Gebiete anzuerkennen. In weiterer Folge würde die Militärverwaltung durch eine Zivilverwaltung ersetzt, und den Buren die Selbstverwaltung gewährt werden. Außerdem wird Holländisch als Unterrichtssprache anerkannt und umfangreiche Wiederaufbauhilfen werden zugesichert.

Kurz nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages besuchen De Wet, Botha und De la Rey Europa, um Geld zu sammeln. Sie werden überall als Helden gefeiert und reich beschenkt, auch in England. König Eduard VII. will sie sogar zum Ritter schlagen, doch sie lehnen höflich ab.

Stephanus Johannes Paulus Krüger wird nach seinem Tod am 14. Juli 1904 von der Schweiz nach Pretoria überführt, und in einer beeindruckenden Zeremonie beigesetzt. Weite Teile des Landes sind von den Kriegswirren in Mitleidenschaft gezogen worden und der Krieg hatte in beinahe allen Familien Opfer gefordert, doch die Erinnerungen an gemeinsame Leiden und das Wissen, einem der mächtigsten Reiche über 2 Jahre Widerstand geleistet zu haben, sind Basis für ein neues starkes burisches Nationalgefühl.

5. Die Südafrikanische Union

5.1. Die Gründung der Südafrikanischen Union

Da Milner, der seinen Regierungssitz lieber in der Uitlander-Stadt Johannesburg, als in Pretoria, haben will, keinen Erfolg mit der Einführung seiner neuen Verwaltung hat, und immer unbeliebter wird, wird er schließlich abberufen, und im Dezember 1906 von Louis Botha als Regierungschef in Transvaal und im Juni 1907 auch im Oranje-Freistaat ersetzt, und den ehemaligen Burenrepubliken somit wieder die Selbstregierung innerhalb des britischen Empires zugesprochen. Großbritannien möchte zwar den Zusammenschluß der vier Gebiete, doch nur mit der Zustimmung aller beteiligten. Die Buren, die die Mehrheit der weißen Bevölkerung in der gesamten Region bilden, stehen dieser Idee eines einheitlichen Staates anfangs skeptisch gegenüber, stellen jedoch im Laufe der Zeit fest, daß ihre Mehrheit in einem vereinten Südafrika erst richtig an Bedeutung gewinnen könnte.

Als 1908 am Kap eine von den Buren gestützte Regierung an die Macht kommt und Natal wegen der Kosten des Wiederaufbaus in immer größere finanzielle Schwierigkeiten kommt, erklären sich die Briten bereit, ein vereintes Südafrika auch dann zu akzeptieren, wenn die Buren darin eine dominante Rolle spielen würden.

Am 31. Mai 1910 schließen sich die vier autonomen Kronkolonien (Kapkolonie, Oranje- Freistaat, Transvaal und Natal) zur Südafrikanischen Union, mit Regierungssitz in Pretoria, Parlament in Kapstadt und Obersten Gerichtshof in Bloemfontein, zusammen. Die Einigung zwischen den Briten und den Buren erfolgt völlig auf Kosten aller Nicht- Weißen. Zu diesem Zeitpunkt leben etwa 1,2 Millionen Weiße und 4,6 Millionen Farbige in dieser Region.

Nach den ersten Wahlen vom 15. September 1910 wird Louis Botha Ministerpräsident, gestützt von der South African Party (SAP).

Da James Barry Munnick Hertzog mit Bothas Politik der Versöhnung mit den Briten nicht einverstanden ist, tritt er schon bald aus der Regierung aus, und gründet 1913 die Nationale Partei (NP).

5.2. Die Position im 1. Weltkriege

Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges hoffen radikale Buren, daß ihre Führer die günstige Situation für eine Rückgewinnung ihrer Unabhängigkeit nützen würden, doch die Regierung steht eindeutig auf der Seite Großbritanniens. Es kommt zur Rebellion eines Teiles der Bevölkerung. Die regierung setzt haupsächlich burische Truppen zur Niederschlagung der Aufstände ien, um die gegenseitige Feindschaft nicht zusätzlich zu fördern. Die Kämpfe fordern eine Reihe von Erschießungen und Inhaftierungen. Das Verhalten der Regierung führt zu einer ständig steigenden Zahl der Parlamentssitze der Nationalen Partei.

Nachdem sich die innenpolitische Situation wieder beruhigt, steht im April 1915 ein Heer für die Eroberung Südwestafrikas zur Verfügung. Die deutschen Truppen können bereits nach kuzer Zeit besiegt werden und am 9. Juli des selben Jahres erfolgt die deutsche Kapitulation. Südafrika sendet auch Truppen nach Europa und Ostafrika, doch weitere Gebietseroberungen bleiben aus.

Da das Land auf seiten der Sieger am Krieg teilnimmt, ist Südafrika nach dem Krieg angesehenes Mitglied der internationalen Gemeinschaft. Der endgültige Erwerb Südwestafrikas scheitert am Übereifer seines Vertretters bei der Friedenskonferenz, Smuts, denn als dieser ein Mandatssystem für die ehemaligen feindlichen Gebiete, mit Oberaufsicht des Völkerbundes, vorschlägt, wrid dies vom amerikanischen Präsidenten Wilson aufgegriffen, und auf die Kolonialgebiete ausgedehnt. Allerdings konnte sich Südafrika Südwestafrika für alle praktischen Zwecke angliedern.12

5.3. Politische Machtverhältnisse zwischen 1924 und 1948

Nach Bothas Tod 1919 wird Jan Christiaan Smuts neuer Ministerpräsident, doch nachdem er den Bergarbeiterstreik von 1922, mit dem arme weiße Arbeiter gegen die Bevorzugung billiger schwarzer Arbeitskräfte protestierten, mit brutalsten Mitteln niederschlägt, muß er bei den Wahlen 1924 schwere Verlust hinnehmen.

Die Nationale Partei kann nach diesen Wahlen gemeinsam mit der Labour-Partei eine Koalitionsregierung bilden. Nun ist mit James Barry Munnik Hertzog als Ministerpräsident zum ersten Mal ein burischer Nationalist an der Macht. Hertzog gelingt es, das Wirtschaftswachstum enorm zu steigern, und es somit möglich zu machen, eine Reihe von Arbeitsplätzen für Weiße zu schaffen. Sein außenpolitisches Ziel ist keinesfalls das Verlassen des Commonwealth, denn das würde zu Unruhen unter der britischen Bevölkerung führen, sondern das Erreichen weitgehender Unabhängigkeit von Großbritannien. Er erreicht für Südafrika, gemeinsam mit anderen Ländern des Commonwealth, 1926 mit der Balfour-Deklaration eine Gleichstellung der Kolonien mit dem Mutterland. Bei den Wahlen von 1933 können die NP und die SAP große Gewinne erringen. Sie schließen sich 1934 zur Vereinigten Partei (United Party - UP) zusammen. Dies führt zu enormer Unzufriedenheit auf den äußersten Flügeln beider ehemaligen Parteien, die sich schließlich auch abspalten. Während der abgespaltete Teil der SAP bedeutungslos bleibt, wird die neu gegründete burische Partei, die Gereinigte Nationale Partei (Gesuiwerde Nasionale Party - GNP), unter dem Führer Daniel François Malan, in den folgenden Jahren noch an Bedeutung gewinnen. Malans Ziel ist es, auch die letzte Bindung mit Großbritannien aufzulösen.

Bei den Wahlen von 1938 kann die GNP erstmals Sitze im Parlament erringen, von einer gefestigten Machposition ist sie aber noch weit entfernt. Jan Christiaan Smuts ist ab diesem Zeitpunkt erneut Ministerpräsident.

Anders als im Ersten Weltkrieg, entschließt sich Südafrika im Zweiten Weltkrieg eigenständig für den Kriegseintritt. Seine Truppen kämpfen vor allem in Nordafrika und in Italien.

Auch wenn es nun zu keiner offenen Rebellion kommt, die Buren fühlen sich weitgehend hintergangen, und ihre Interessen wiederum hinter die der Briten gestellt. Herzog verläßt die Regierung, und schließt sich 1940 gemeinsam mit 38 anderen Abgeordneten der UP der GNP an. Der unbestrittenen Führer dieser neuen Wiederhergestellten Nationalen Partei (Herenigde Nasionale Party - HNP), die sich ab 1951 wieder nur mehr Nationale Partei nennt, ist Malan. Wegen zahlreicher interner Streitigkeiten kann die Partei bei den Wahlen 1943 nur die Stimmen eines kleinen Teils der Bevölkerung erringen und Smuts mit seiner UP bleibt weiterhin an der Macht.

In den ersten Nachkriegsjahren kann, trotz der positiven Wirtschaftslage, ein Großteil der Kriegsheimkehrer keinen Arbeitsplatz finden. Da die aktuelle Regierung keine maßgebliche Verbesserung der Arbeitsülatzsituation erreichen kann, bietet sich Malans NP bei den Wahlen 1948 als Alternative für alle, die in der Verschärfung der Rassenpolitik eine Chance für eine bessere „weiße“ Zukunft sehen, an.

Der Wahlausgang ist knapp, aber die NP kann mit den Mandaten der, mit ihr verbündeten, kleinen rechtsgerichteten Parteien eine absolute Mehrheit erreichen.

Malan folgt als burischer Nationalist einer Reihe von Burengenerälen als Ministerpräsident.

5.4. Von der Union zur Republik

Als Malan bereits 1954 sein Amt aus Altersgründen niederlegt, folgt ihm Johannes Gerhardus Strydom.

Unter Strydom beginnt die immer stärkere Isolation Südafrikas sowohl gegenüber den westlichen Industrienationen, als auch gegenüber den Staaten am afrikanischen Kontinent, deren Einladung zur Konferenz der unabhängigen afrikanischen Staaten 1957 ebenso abgelehnt wird, wie alle ihre Angebote zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Das oberste Ziel ist die burische Alleinherrschaft und die Einführung der Republik, um auch die letzte Abhängigkeit von Großbritannien zu beseitigen.

Strydoms Nachfolger wird 1958 Hendrik Frensch Verwoerd. Er kann 1960 mit der Zustimmung von einer knappen Mehrheit von 52,3% der Wahlberechtigten eine entsprechende Verfassungsänderung vornehmen.

Am 31. Mai 1961, dem Jahrestag des Friedens von Vereeniging, scheidet Südafrika aus dem Commonwealth aus, und die Republik wird proklamiert.

6. Die Inder

Ab den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts werden in Natal riesige Zuckerohrplantagen angelegt. Da sich jedoch kaum Schwarze Arbeitskräfte für die beschwerliche und gering bezahlte Arbeit finden, beginnen die Briten in ihrer indischen Kolonie Arbeiter anzuwerben. Die ersten Inder treffen 1860 in Natal ein. Sie haben ähnlichen Status wie Sklaven, da sie sich verpflichten 5 Jahre lang für geringen Lohn zu arbeiten. Nach und nach kommen auch freie indische Händler, doch die Angst bei den hauptsächlich britischen Geschäftsleuten vor der Konkurrenz wächst schnell. Man beginnt den freien Indern Steuererschwernisse in den Weg zu legen, um sie zur Annahme von abhängiger Arbeit zu zwingen. 1911 wird die indische Einwanderung generell gestoppt, doch die Bevölkerung ist inzwischen auf etwa 152 000 Inder angewachsen.

Indische Händler beginnen schon bald nach ihrer Ankunft in Südafrika sich zu organisieren. Einer ihrer wichtigsten Interessensvertretter ist der Anwalt M. K. Gandhi. Er entwickelt seine Form des gewaltlosen Widerstands, die er später in Indien in größerem Rahmen einsetzt. Sein Protest gegen die diskriminierenden Maßnahmen der Weißen besteht in Boykotten, Protestmärschen, etc. Seinen größten Erfolg erreicht er im Juni 1914, als er mit Smuts ein Abkommen aushandelt, das den Indern steuerliche Vergünstigungen bringen soll, doch auch jetzt verbesserte sich der Status der Inder nicht.

In den folgenden Jahren versucht die südafrikanische Regierung die Inder zur Rückwanderung zu bewegen, doch nur die Wenigsten gehen freiwillig.

1946 weisen sie den Vorschlag Smuts, einige weiße Abgeordnete ins Parlament wählen zu können, zurück..

Kampagnen passiven Widerstands werden von der indischen Regierung, die Südafrika bereits in der UNO kritisiert, unterstützt.

Erst 1962 ist die südafrikanische Regierung bereit, die Inder offiziell als südafrikanische Bevölkerungsgruppe anzuerkennen.

7. Gesetzliche Deckung des rassendiskriminierenden Systems

Der Begriff der Apartheid wir von der Nationalen Partei kurz vor dem Zweiten Weltkrieg erstmals als Übersetzung des englischen „segregation“ verwendet. Er findet sich jedoch keineswegs im Niederländischen oder im älteren Afrikaans. Ist er zuerst ein auf den burischen Nationalismus beschränkter Begriff, wird er im Laufe der Jahre immer mehr zum Synonym für eine rassistische Ideologie.

Die religiöse Rechtfertigung ist ein wesentlicher Bestandteil der Apartheid-Politik. Die Buren sehen sich bereits seit den Anfängen der Besiedelung Südafrikas durch sie als das von Gott auserwählte Volk. Isoliert von Europa und somit vom Zeitalter der Aufklärung finden sie eine Rechtfertigung für ihr Vorgehen gegen die sogenannten Heiden: „So sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht und alle ihre Säulen zerstören, daß ihr also das Land einnehmet und darin wohnet, denn euch habe ich das Land gegeben, daß ihr’s einnehmet.“13

7.1. Die Trennung der Rassen

1949 werden Mischehen zwischen Weißen und Schwearzen mit dem „Mixed Marriage Act“ verboten. Ein Jahr später fällt auch der Geschlechtsverkehr mit einem Nichtweißen unter Bann. 1967 werden sogar im Auslang geschlossene Mischehen für ungültig erklärt. Politiker begründen die Einführung dieser Gesetze mit der Wahrnung vor den Gefahren der „Bastardisierung“, doch eigentlich geht es nur um die Durchsetzung ideologischer Dogmen. Um in weiterer Folge den einzelnen Rassen verschiedene Lebensräume zu zuteilen, wird die gesamte Bevölkerung 1950 mit dem „Population Registration Act“ obligatorisch in drei Rassengruppen unterteilt: Weiße, Farbige (Coulordes) und Schwarze. Später werden Farbige noch uin Mischlinge und Asiaten unterteilt. Da eine genaue Unterteilung kaum möglich ist, werden im Zweifelsfall sogar Familien auseinandergerissen.

7.2. Die soziale bzw. „kleine“ Apartheid

Diese Form der Rassendiskriminierung wird vorallem in den fünfziger Jahren mit dem „Seperate Amenities Act“ perfektioniert. Sie verhindert alle Gelegenheiten, sowohl private als auch öffentliche, bei denen sich Weiße und Schwarze begegnen könnten. Diese Trennung umfaßt kulturelle Veranstaltungen, Verkehrsmittel, Hotels, Restaurantes, Sport bis hin zu Parkbänken und Badestränden, deren Benützung immer nur einer bestimmten Rasse erlaubt ist. Selbst bestimmte Ambulanzen sind nur Weißen vorbehalten.

Zwar steht hinter all diesen Maßnahmen nicht in erster Linie der materielle, sondern wiederum der ideologische, Gedanke, doch die Gewinne, die sich aus diesen Regelungen ergeben, sind beträchtlich.

7.3. Die Homelandpolitik bzw. „große“ Apartheid

Während Buren und Briten um die Vorherrschaft im südlichen Afrika kämpften, war es einigen Farbigen gelungen Boden zu erwerben, doch als nun Friede zwischen den beiden Völkern herrscht, wird unter ihnen die Angst vor dem Verlust des Landes wach. Der zusätzliche Mangel an billigen Arbeitskräften führt 1913 zum Erlaß des „Native Land Act“, ein Gesetz, das die Besitzverhältnisse klar zugunsten der Weißen regeln soll. Es beinhaltet das Verbot des Bodenerwerbs für Schwarze in Gebieten der Weißen. Sie dürfen aber weiterhin dort wohnen, falls sie als Arbeitskräfte gebraucht werden. 67,3 % der Bevölkerung wurden mit diesem Gesetz anfänglich auf 7,3 % des Landes zusammengepfercht. Das Gesetz wird zwar 1936 dahingehend geändert, daß die Reservate auf 13,8 % des gesamten Staatsgebietes vergrößert werden, doch das den Schwarzen zugeteilte Land liegt hauptsächlich in unfruchtbaren Regionen.

Mit der Abschiebung der Schwarzen in Reservate wird die Wanderarbeit begünstigt und der Bestand an billige Arbeitskräften, deren Familien sich in den Homelands durch Landwirtschaft ernähren können, somit gesichert.

Nach 1948 wird das System der Rassentrennung perfektioniert. Alle nicht benötigten Leute werden durch den „Group Areas Act“ von 1950 in die Homelands abgeschoben und die Schwarzen verlieren ihre letzten Rechte in den weißen Gebieten.

Mit dem „Bantu Authorities Act“ von 1951 erhalten die Reservate mehr Selbstverwaltungsrechte, zugleich steigert sich aber auch der Einfluß der Regierung, die die meisten Häuptlinge als Träger der Befugnisse selbst einsetzt.

Es kommt immer wieder zu Rebellionen, die von schwer bewaffneten Armee-Einheiten niedergeschlagen werden können. Die Unruhen können erst ab Mitte der sechziger Jahre weitgehend unterdrückt werden.

Mit dem „Promotion of Bantu Self-Government Act“ von 1959 will Ministerpräsident Verwoerd die Homelands, auch Bantustans genannt, in unabhängige Staaten umwandeln. Die Einteilung erfolgt nach sprachlichen und ethnischen Gesichtspunkten, da die schwarzen Volksgruppen einzeln somit nicht wesentlich zahlreicher als die Weißen sind. Als durch die Entkolonialisierungsbewegung in Afrika auch an Südafrika zunehmend internationale Kritik aufkommt, setzt die Regierung ihren eigenen „Entkolonialisierungsplan“ um.

1976 wird Transkei als erster Staat unabhängig. Es folgen 1977 Bophuthatswana, 1979 Venda und 1981 Ciskei. Diese neuen Nationen werden aber von keinem anderen Staat anerkannt.

Südafrika rechtfertigt nun die diskriminierenden Behandlungsweisen der, im weißen Südafrika lebenden, Schwarzen mit deren Ausländerstatus.

Nachdem es zu immer stärkeren Protesten der Homelandbewohner kommt, weigern sich schließlich deren Führer, die Unabhängigkeit anzutreten und der Entkolonialisierungsprozeß gerät ins Stocken.

Im Rahmen der Homeland-Politik kommt es zu großangelegten Zwangsumsiedelungen. Offizielle Angaben und private Schätzungen über die Anzahl der Deportationen reichen von 450 000 bis 3,5 Millionen Personen. Schwarze Gebiete in der Nähe von Städten, sogenannte Townships, die nicht weiter als 75 km vom nächsten Homeland entfernt sind, werden aufgelöst, und aus deren Bewohnern werden Pendler. Die Bevölkerung der Homelands steigt von ursprünglichen 4,1 Millionen (1960) auf 12,8 Millionen (1985).14

Die Deportierten werden gewöhnlich in schlechten Notunterkünften, weit entfernt von allen Verdienstmöglichkeiten, einquartiert. Sie sind von privater oder staatlicher Unterstützung abhängig. Ein Großteil der Homelandbewohner ist stark unterernährt und die Sterblichkeit ist sehr hoch.

Als die 1950 eingesetzte Tomlinson-Kommision, welche für alle Belange der Homelands zuständig ist, staatliche Maßnahmen gegen die schlechten Lebensbedingungen in den Reservaten fordert, geht die Regierung kaum darauf ein, da Hilfsmaßnahmen weißen wahlberechtigten Steuerzahler sehr unpopulär wären.

Als die Homlands immer mehr zu ländlichen Slums, und somit auch zu potentiellen Unruhegebieten, werden, versucht man, an den Grenzen zu den Reservaten Industriegebiete zu errichten, doch staatliche Unterstützungen können die Standortnachteile nicht aufwiegen. Der Versuch, die Bevölkerung zuerst zu verteilen, und dann die Wirtschaft danach zu lenken, schlägt fehl, und ist schon nach kurzer Zeit defizitär.

Wahrscheinlich wäre es billiger, einen Großteil der Homelandbewohner in den Städten anzusiedeln, doch man will auf keinen Fall die Idee der „weißen Städte“ aufgeben.

7.4. Die Arbeitswelt

Die südafrikanische Wirtschaft ist auf dem Zusammenwirken aller Rassen aufgebaut. Würde man auch in diesem Lebensbereich die vollständige Rassentrennung durchsetzen, würde die Wirtschaft binnen kurzer Zeit zusammenbrechen. Deshalb ist hier die Unterordnung Grundprinzip, d. h. ein Weißer darf nie Untergebener eines Nichtweißen sein. Da hier ohnehin bereits ein umfassendes System vorliegt, muß dieses nur mehr perfektioniert werden. Darum werden die Zuzugskontrollen verschärft, und alle überflüssigen Personen möglichst in die Reservate abgeschoben. Hierfür wurde 1952 der „Abolition of Passes Act“ erlassen, der jedem erwachsenen Schwarzen das Mitsichführen eines Passes vorschreibt. In weiterer Folge wird mit dem „Native Laws Amendement Act“ die Schwarze Bevölkerung in verschiedene Kategorien unterteilt. Man unterscheidet zum Beispiel Arbeitsfähige und tatsächlich arbeitende Personen voneinander.

Ohne Arbeit darf sich ein Schwarzer nur 72 Stunden in städtischen Gebieten aufhalten. Das zwingt viele, die erste Arbeit zum angebotenem Lohn anzunehmen, um nicht verhaftet oder abgeschoben zu werden.

Bestimmte Kategorien von Schwarzen erhalten, entgegen aller Dogmen der Apartheidideologie; dauerndes Wohnrecht in weißen Gebieten. Dies geschieht vor allem zum Nutzen der Industrie, die bei bestimmten Berufsgruppen eine gewisse Stabilität der Arbeiterschaft benötigt bzw. sind ist dieser Teil der Bevölkerung auch leichter unter Kontrolle zu halten.

Dieses System der Paßgesetze und der Zuzugskontrollen wird im Laufe der Jahre zum verhaßtesten Teil des Apartheidsystems. Die Verhaftungen betragen jährlich Hunderttausende.

Am 1. Juli 1986 werden die Paßgesetze und die Zuzugskontrollen zwar abgeschafft, doch die staatliche Kontrolle ist damit nicht beendet.

Die Situation der schwarzen Bevölkerung in den Städten wird immer instabiler. Wanderarbeiter, die ihre Familien in den Reservaten zurücklassen müssen, gehen außereheliche Beziehungen in ein. Dies führt zu einer steigenden Zahl von alleinstehenden berufstätigen Müttern.

Die Kriminalität steigt ständig und der Anteil der illegal in den Städten lebenden Schwarzen ist kaum noch abzuschätzen.

7.5. Das Bildungswesen

Während es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei Privatschulen am Erhalter der Schule liegt, Nichtweiße am Unterricht teilnehmen zu lassen, sind an staatlichen Schulen für Weiße generell Schüler anderer Rassen nicht zugelassen.

Beinahe alle Schulen für Weiße sind staatlich, die für Inder und Farbige nur zu einem geringen teil. Für Schwarze existieren praktisch keine Schulen. Weiters gibt es auch keine allgemeine Schulpflicht. Diese besteht nur für Weiße.

Bildungseinrichtungen für Nichtweiße, deren Qualität meistens sehr gering ist, werden weitgehend privat, oder von Missionen geführt. Der Staat übernimmt jedoch einen Großteil der Kosten, ohne in die jeweiligen Lehrpläne Einsicht nehmen zu können. 1953 wird von der Regierung unter Ministerpräsident Malan der „Bantu Education Act“ zur Schaffung eines vollständig getrennten Bildungswesens erlassen. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt der Staat alle Privat- bzw. Missionsschulen, oder kürzt die staatlichen Zuschüsse. Klassen mit 60 Schülern sind keine Seltenheit. Weiße Lehrer dürfen nun an nichtweißen Schulen nicht mehr unterrichten. Dies führt zum weiteren Absinken des schwarzen Bildungsniveaus.

Mit diesen restriktiven Maßnahmen will man nicht zuletzt verhindern, daß sich eine westlich gebildete schwarze Mittelschicht bildet, die ständig neue Führungskräfte für die Opposition liefert.

Ein wichtiger Punkt für den Staat ist die Unterrichtssprache. So wird nach 8 Jahren Unterricht

in der Muttersprache, zur Hälfte in Englisch und zur Hälfte in Afrikaans unterrichtet. Dies überfordert aber Lehrer in gleicher Weise wie Schüler, die ihre eigene Sprache als Hindernis für das Bestehen in der Gesellschaft sehen.

Neben dem Rassismus fließt auch der burische Nationalismus in die Bildungspolitik der Nationalen Partei ein, denn sie kann die generelle Trennung der weißen Schulen in englichebzw. afrikaanssprachige durchsetzen.

7.6. Der Polizeistaat

Da mit Widerstand von allen Rassen gerechnet wird, wird seit bereits seit den Anfängen der Rassendiskriminierung in Südafrika am Aufbau eines schlagkräftigen Polizeiapparates gearbeitet.

1950 findet die Regierung eine plausible Rechtfertigung für die Verschärfungen der Polizeikontrollen. Im Verlauf des Kalten Krieges wird, unter dem Deckmantel der Bekämpfung des Kommunismus, mit dem „Suppression of Communism Act“ ein Vorgehen gegen alle staatsfeindlichen Aktivitäten gerechtfertigt. Dieses Gesetz wird zwar 1976 in „Internal Security Act“ umbenannt, doch von der offiziellen Propaganda werden weiterhin alle Aktivitäten gegen die Regierung, ob vom Inland oder vom Ausland, als kommunistische Verschwörungen dargestellt.

Die Regierung beginnt nach belieben Organisationen zu verbieten, bzw. Personen unter Bann zu stellen.

Die Polizei erhält immer weitreichendere Befugnisse. Sie darf Personen ohne Anklage immer länger inhaftieren, in bestimmten Fällen ist sogar eine unbegrenzte Haft möglich. Die Stärke der Polizei beträgt zwar nur etwa 50 000 Mann, doch diese verhältnismäßig geringe Zahl an Polizisten wird mit verstärkt willkürlicher und brutaler Vorgehensweise kompensiert. Berichte über Mißhandlungen und Folterungen sind keine Seltenheit. Außerdem kommt es zu mysteriösen Todesfällen von Menschen in Polizeigewahrsam. Gerichte sind auf Grund der steigenden Macht der Polizei und der staatlichen Personalpolitik in ihrer Unabhängigkeit stark eingeschränkt.

8. Kräfteverhältnisse im Lager der Weißen in der Republik

Nachdem Verwoerd 1966 von einem geisteskranken Parlamentsdiener ermordet wird, übernimmt Balthazar Johannes Vorster das Amt als Ministerpräsident. Während seiner Amtszeit wird das Gewicht der burischen Bevölkerung, die bisher weitgehend im staatlichen Sektor tätig ist, in der Privatwirtschaft vergrößert. Es bleibt jedoch nach wie vor hinter dem der Briten zurück.

Als immer mehr internationale Sanktionen gegen Südafrika verhängt werden, wird der öffentliche Sektor enorm ausgeweitet, und somit die burische Position in der Wirtschaft gestärkt. Dies führt zu einem immer höheren, dem britischen ähnlichen, Lebensstandard der burischen Mittel- und Oberschicht. Da diese auch die NP dominieren, wird Partei für die britische Bevölkerung, für die nur die Grundzüge des Apartheidsystems entscheidend sind, akzeptierbar.

Die burische Unterschicht hingegen ist von vielen speziellen Privilegien, die das System für sie bringt, abhängig. Dieser Teil der Bevölkerung schließt sich den, 1982 von der Regierung unter, dem seit 1978 regierenden, Pieter Willem Botha abgespaltenen, Abgeordneten, die die „Konsevative Partei - KP“ gründen, an. Die Konsevativen werden innerhalb weniger Jahre zur zweitstärksten Macht im Parlament.

Bei den Wahlen 1987 erhalten sie 26,6% der Stimmen. Die NP erreicht 52,3%, und bleibt somit ungefährdet an der Spitze.

Mittlerweile ist die NP also keine eine umfassende Burenpartei mehr, sondern die Beibehaltung der weiße Vorherrschaft nun ist ihr oberstes Ziel.

9. Frontstaaten

Die Politik der Rassendiskriminierung bleibt nicht auf das Staatsgebiet Südafrikas beschränkt. Die Nation am Kap spielt auch eine wesentliche Rolle in der Geschichte der umliegenden Staaten.

9.1. Südwestafrika - Namibia (ab 1968)

Als „Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika“ wird das Gebiet 1884 vom deutschen Reich in Besitz genommen. Bereits unter der deutschen Besetzung werden die Ureinwohner rücksichtslos unterdrückt. Es kommt zu mehreren blutig niedergeschlagenen Aufständen. Der Großteil der Urbevölkerung wird zu heimatlosen Wanderern, oder flieht in nördlichere Gebiete.

Während des 1. Weltkrieges wird die deutsche Kolonialverwaltung von südafrikanischen

Streitkräften abgesetzt, und kommt unter alliierte Militärhoheit. 1922 wird Südafrika ein offizielles Mandat über dieses Gebiet vom Völkerbund übertragen. Das Mandat verlangt von Südafrika, „das materielle und geistige Wohlergehen und den sozialen Fortschritt des Volkes von Namibia zu fördern“15, doch bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren wird Südwestafrika als eine Provinz in das südafrikanische Staatsgebiet eingegliedert, und der Bevölkerung das System der Rassendiskriminierung aufgezwungen. Weiße Farmer können sich im Land verstärkt niederlassen und den verschiedenen Rassen werden Gebiete zugewiesen.

1924 erheben sich die Bondelswarts, ein Hottentottenstamm, der während des Ersten Weltkrieges auf der Seite Südafrikas gekämpft hatte, wegen der Besteuerung der Hunde, die unentbehrlich für die jagenden Bondelswarts sind. Der Aufstand wird mit Unterstützung von Flugzeugen blutig niedergeschlagen. Über hundert Männer, Frauen und Kinder werden getötet. Der Völkerbund nimmt dies mit Unruhe zur Kenntnis.

Ab 1946, als Südafrika die UNO als Nachfolgeorganisation des Völkerbunds und somit auch deren Kontrolleinrichtungen über die Erfüllung der Mandatspflichten nicht anerkennt, werden mehrere Klagen gegen Südafrika beim Internationalen Gerichtshof eingebracht. Diese bleiben jedoch ohne Erfolg. Eine 1960 von Liberia und Äthiopien angestrengt Klage wird im Juli 1966 abgelehnt. Die Richter sind der Meinung, daß Südafrika Südwestafrika keineswegs der Treuhandaufsicht der UNO unterstellen muß, jedoch ebensowenig berechtigt ist, den völkerrechtlichen Status des Landes zu verändern.

Im Oktober des selben Jahres entzieht die Vollversammlung der Vereinten Nationen Südafrika nach massivem Drängen afrikanischer und asiatischer Länder das Mandat. Die Verwaltung Südwestafrikas wird einer UN-Treuhandverwaltung übertragen, doch die Südafrikanische Regierung unter Smuts weigert sich, dem Folge zu leisten, und wegen scheinbarer Handlungsunfähigkeit dieser Treuhandverwaltung, bleibt Südafrika in Südwestafrika weiterhin präsent. Obwohl die UN-Vollversammlung mehrmals wirksame Maßnahmen gegen die rechtswidrige Besetzung fordert, bleiben diese, nicht zuletzt um das strategisch wichtige Rohstoffe exportierende Land am Kap nicht zu destabilisieren, aus. Während sich der internationale Druck gegen die Besetzung Südwestafrikas verstärkt, formieren sich auch im Land selbst Oppositionsgruppierungen. 1960 bildet sich die wichtigste dieser Gruppen - die SWAPO (South West African People’s Organization). Sie vertritt zunächst hauptsächlich die Interessen von Ovambo-Arbeitern, doch unter dem, seit 1959 in Angola im Exil lebenden, Vorsitzenden Samuel Nujoma schließen sich ihr auch andere Bevölkerungsgruppen an. Da die Änderung der südafrikanischen Politik auf friedlichem Weg nicht erreicht wird, nimmt die SWAPO ab 1966 den bewaffneten Kampf gegen die Regierung in Pretoria auf.

1968 bestätigt der UN-Sicherheitsrat den Mandatsentzug, welcher 1971 auch vom Internationale Gerichtshof bekräftigt wird. Dies verstärkt die internationale Isolierung Südafrikas. Die SWAPO wird 1973 als einzige Vertretung des namibischen Volkes anerkannt.

1975 findet in Windhuk die sogenannte „Turnhallenkonferenz“ statt. Südafrika initiiert ein Treffen von elf ethnischen Gruppen, um über ein politisch unabhängiges Namibia, d. h. unter „Beibehaltung des De-facto-Apertheidsystems und der ökonomischen Abhängigkeit von Südafrika“16, zu verhandeln.

Die SWAPO ist von der Teilnahme ausgeschlossen, und ruft daher zum Boykott der Wahlen im Dezember 1978 auf. Die Wahlen gewinnt mit 82% der abgegebenen Stimmen die „Demokratische Turnhallenallianz - DTA“ unter Dirk Mudge. Das Ergebnis wird von der UNO, da die Wahlen nicht unter ihrer geforderten Aufsicht stehen, nicht anerkannt. Bereits 1983 wird die DTA-Rergierung von einem südafrikanischen Generaladministrator abgelöst, da Mudge aus Protest gegen südafrikanische Beeinflussung sein Amt niederlegt.

Während der sechziger und siebziger Jahre gibt es gelegentliche militärische Auseinandersetzungen zwischen SWAPO-Guerillas und südafrikanischen Truppen. 1972 verübt die SWAPO von Sambia aus einige Sabotageakte im Capri-Zipfel. Als die Kämpfe im südlichen Afrika mit dem Bürgerkrieg in Angola internationale Ausmaße erreichen, betrachtet die UNO Vollversammlung alle politischen Lösungsversuche als gescheitert. Sie verabschiedet 1978 eine Resolution, die die Unabhängigkeit Namibias ermöglichen soll. Diese kann die verfeindeten Gruppen jedoch nicht zu einem Einlenken bewegen. Erst als die sowjetische Außenpolitik unter Gorbatschow Ende der achtziger Jahre eine Wende erfährt, entspannt sich die Lage im südlichen Afrika.

Im Dezember 1988 unterzeichnen die Konfliktparteien ein Abkommen, das unter anderem den Beginn des Unabhängigkeitsprozesses Namibias ab dem 1. April 1989 und dessen Abschluß mit den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung unter UNO-Aufsicht im November 1989 vorsieht.

Bei diesen Wahlen erreicht die SWAPO 57% der Stimmen und die DTA kommt auf 29%. Weiters sind die „United Democratic Front - UDF“ und die weiße Nationalpartei „Aktion Christlich National - ACN“ im Parlament vertreten.

Ein Problem bildet jedoch noch der unter südafrikanischer Souveränität stehende einzige Tiefseehafen Namibias - die Walfischbucht. Südafrika würde den Status des Gebiets als Freihafen prinzipiell akzeptieren, jedoch einer völligen Souveränitätsabtretung nicht zustimmen.

Am 16. Februar wird, der aus dem Exil zurückgekehrte, Samuel Nujoma zum ersten Präsidenten der Republik Namibia gewählt.

Am 21. März wird Namibia unter Anwesenheit zahlreicher Politiker aus aller Welt, darunter der südafrikanische Staatspräsident de Klerk und Nelson Mandela, in die Unabhängigkeit entlassen und Nujoma von UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar als Staatspräsident vereidigt. Der letzte Konfliktpunkt, die Walfisch-Bucht, wird am 28. Februar 1994 an Namibia übergeben.

9.2. Rhodesien - Simbabwe

Die Briten unter dem Premier am Kap Cecil Rhodes haben den Traum von einem zusammenhängendem Reich, das sich vom Kap bis an die Mittelmeerküste erstrecken soll. Der erste Schritt dazu ist die weiße Besiedelung Rhodesiens, die 1890 beginnt. Die ersten zehn Jahre sind gekennzeichnet durch heftigen Widerstand der afrikanischen Bevölkerung. Die Eroberung und Besetzung wurde hauptsächlich im Interesse der British South Africa Company vorangetrieben. Man vermutet große Mineralvorkommen und daher wird die Industrialisierung verstärkt gefördert. Da sich die Erwartungen großer Rohstoffreserven allerdings nicht erfüllen, widmet man sich ab Beginn des 20. Jahrhunderts wieder mehr der Landwirtschaft. Die weiße Bevölkerung eignet sich einen Großteil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche an. Die soziale Betreuung der schwarzen Bevölkerung liegt weitgehend bei Missionaren.

Im September 1923 wird die Verwaltung durch die British South Africa Company beendet. Die kleine, vorwiegend weiße Wählerschaft spricht sich gegen einen Beitritt als fünfte Provinz der Südafrikanischen Union aus, sondern entschließt sich zur Bildung einer Kolonie der britischen Krone mit Selbstverwaltung und Aufsicht über Polizei und Militär.

Großbritannien hat das Recht, bei Vergehen gegen die schwarze Bevölkerung einzugreifen, macht von diesem Recht jedoch nie Gebrauch.

Obwohl das spätere Simbabwe von Südafrika unabhängig ist, wird die Politik der Kolonie stark von den diskriminierenden Theorien und Praktiken Südafrikas beeinflußt, und große Teile der südafrikanischen Rassengesetzgebung bilden die Vorlage für rhodesische Gesetze.

9.3. Angola

Das Land ist seit dem 16. Jahrhundert portugiesische Kolonie, und im Prinzip verfolgen die Portugiesen die Politik der Rassendiskriminierung mit der gleichen Brutalität, wie die Südafrikaner, doch mit dem Militärputsch vom 24. April 1974, der dem diktatorischen Regime Portugals unter Marcello Gaentanos ein Ende bereiten soll, soll auch die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung und in weiterer Folge die Unabhängigkeit der beiden Kolonien Angola und Moçambique durchgesetzt werden. Die jungen, progressiven Offiziere überlassen Moçambique der Front für die Befreiung Moçambiques FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique), und Angola der Volksbewegung zur Befreiung Angolas MPLA (Movimento Popular de Libertação de Angola). Beide vertreten die marxistische Ideologie und sind eng an Moskau orientiert.

Die MPLA führt zwar einen bewaffneten Kampf gegen die westlich orientierte FNLA (Frente Nacional de Libertação de Angola) und die UNITA (União Nacional para a Independência Total de Angola), kann sich aber mit Hilfe militärischer Unterstützung Moskaus und Kubas durchsetzen. Ihr Führer Agostino Neto ruft am 11. November 1975 die Volksrepublik Angola aus.

Gemeinsam mit dem amerikanischen Geheimdienst CIA, der die marxistische MPLA in Angola nicht an der Macht sehen will, plant Südafrikas Verteidigungsminister Pieter Willem Botha die „Operation Zulu“. Der Plan sieht vor, daß südafrikanische Truppen vom Süden und die FNLA vom Norden aus vorstoßen, doch als die FNLA an den, von Moskau unterstützten, Truppen der MPLA scheitert, und auch die weitere Unterstützung des CIA ausbleibt, müssen sich die südafrikanischen Streitkräfte nach Namibia zurückziehen, doch in den folgenden Jahren führen verschiedene Organisationen und somit das ganze Land einen Bürger- bzw. Stellvertreterkrieg, der ohne die Unterstützung durch Südafrika, den USA, Kuba oder Moskau niemals diese Dimensionen hätte erreichen können.

1978 kann die MPLA den Krieg für sich entscheiden und während der Regierungszeit des amerikanischen Präsidenten Carters verbessern sich die Beziehungen zwischen den USA und Angola, doch die ab Jänner 1981 amtierende Regierung Ronald Reagans versorgt im Zuge ihrer globalen antikommunistischen Politik die UNITA wieder mit Waffen. Auch Südafrika greift wieder direkt in die Auseinandersetzungen in Angola ein. Das Ziel ist es, durch Luftangriffe und Besetzung weiter Gebiete die Infrastruktur zu zerstören, und die MPLARegierung zu schwächen. Es kann aber keine der verfeindeten Mächte eine wesentliche Überlegenheit erringen. 1984 kommt es zu einer Waffenstillstands- und Rückzugsvereinbarung, die den Abzug der Südafrikanischen Truppen und die Kontrolle der SWAPO-Guerillas durch Angola beinhaltet, doch bereits 1985 greift Südafrika wieder auf der Seite der UNITA in den Machtkampf in Angola ein.

Die Vermittlungsbemühungen der UNO und des Staatssekretärs des US-Außenministeriums, Chester Crocker während der achtziger Jahre bleiben lange erfolglos.

Der schließlich doch erzielte Erfolg der Verhandlungen zwischen Angola, Kuba und Südafrika ist, wie bei den Verhandlungen um die Unabhängigkeit Namibias, wesentlich dem Kurswechsel der Sowjetunion unter Gorbatschow zu zuschreiben.

Am 22. Dezember 1988 werden die zwei Abkommen von New York unterzeichnet. Sie beinhalten den Abzug der kubanischen Truppen innerhalb von 27 Monaten und die Schritte bis zur Unabhängigkeit Namibias.

Nach dem Abzug der südafrikanischen und der kubanischen Truppen wird der Krieg in Angola wieder zum reinen Bürgerkrieg.17

10. Der Widerstand gegen den Apartheidsstaat

Die bedeutendste Organisation des schwarzen Widerstandes wird 1912 unter dem ursprünglichen Namen „South African Native National Congress“ gegründet, aber bereits 1923 erfolgt die Umbenennung in „African National Congress“.

Der ANC ist zunächst eine Bewegung der städtischen Mittelschicht, die sich, weitgehend erfolglos, mit Petitionen, Protesten, Zeitungen und Versammlungen gegen die Rassendiskriminierung zu wehren versucht. Obwohl die schwarze Bevölkerung weder eine einheitliche Sprache, noch eine gemeinsame Religion hat, entwickelt sich der ANC im Verlauf des Zweiten Weltkrieges, durch die immer Massiver werdende Diskriminierung zu einer Massenbewegung, die kein gänzlich schwarzes Südafrika, sondern die Gleichberechtigung aller Rassen erreichen will.

1943 wird erstmals das Wahlrecht für alle Schwarzen gefordert.

Ein Jahr später bildet sich die ANC-Jugendliga, die ein härteres Vorgehen im Kampf um die Gleichstellung der Rassen befürwortet. Man will es aber weiterhin beim gewaltlosen Widerstand belassen. Innerhalb weniger Jahre gehören die Gründungsmitglieder der Jugendliga Nelson Rolihlahla Mandela, Walter Sisulu und Oliver Tambo zu den wichtigsten Führungspersönlichkeiten des ANC.

1949 wird von der ANC-Führung ein Aktionsprogramm verabschiedet, das die schwarze Bevölkerung zu Boykotten, Streiks und zivilem Ungehorsam aufruft.

Anfang der Fünfziger Jahre, mittlerweile liegt die Zahl der Mitglieder bei etwa 100 000, organisiert Mandela die Kampagne zur Nichtbeachtung der Apartheidgesetze. Tausende betreten verbotenerweise Bahnhöfe oder Postämter. Dies führt zu 8500 Festnahmen und die Regierung verbietet Mandela per Bannerlaß die Mitgliedschaft im ANC, die Teilnahme an Versammlungen und das Verlassen Johannesburgs.

Am 26. Juni 1955 findet in Kliptown in der Nähe Johannesburgs ein Volkskongreß statt, zu dem Angehörige aller Bevölkerungsgruppen eingeladen sind, statt. Ziel ist es, ein Grundsatzdokument zu verabschieden, das die Forderungen nach Umverteilung des Landbesitzes, die Nationalisierung der Bodenschätze, Ausbildung, Kultur, Wohnung, Gesundheitsdienst für alle, etc. beinhaltet. Am Ende des Treffens wird die sogenannte Freiheitscharta, die noch heute Grundlage der Politik des ANC ist, von 3000 Delegierten angenommen.

1956 werden 156 Kongreßteilnehmer, unter ihnen auch Mandela, verhaftet und des Hochverrats, sowie des Verstoßes gegen das „Gesetzt zur Unterdrückung des Kommunismus“ angeklagt. Der folgende Prozeß endet 1961 mit einem Freispruch aller Angeklagten.

Mittlerweile entbrennt im ANC eine Auseinandersetzung zwischen jenen, die eine Gleichberechtigung aller Rassen anstreben, und jenen, die eine Vorherrschaft der Schwarzen anstreben. Dies führt 1958 zur Abspaltung der sogenannten Afrikanisten, die unter der Führung von Robert Sobukwe den „Pan Africanist Congress - PAC“ gründen. Die nun neu entstandene Konkurrenz fördert den Aktionismus.

Gewalt im südlichen Afrika, hrsg. v. Hans W. Florin. Frankfurt, Main: Otto Lembeck Verlag. 1971.

Beide Gruppierungen planen für 1960 große Kampagnen gegen die Paßgesetze. Am 21. März

versammeln sich Schwarze vor der Polizeistation von Sharpeville, einer Schwarzensiedlung bei Vereeniging. Wegen einigem Gedränge fühlt sich die Polizei bedroht, und beginnt in die Menge zu schießen. 69 Menschen werden getötet, und 180 werden verletzt. Ein Großteil der Opfer sind Frauen und Kinder. Dieses Massaker zieht die internationale Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf Südafrika und die Regierung geht ab nun mit noch größerer Entschlossenheit gegen die schwarze Bevölkerung vor.

Nach zahlreichen Demonstrationen im ganzen Land wird über weite Teile der Ausnahmezustand verhängt.

Mit dem folgenden Verbot des ANC und des PAC am 8. April sehen diese sich gezwungen, in den Untergrund oder ins Exil auszuweichen.

Beide Organisationen nehmen nun den bewaffneten Kampf auf. Der ANC gründet den „Speer der Nation - Umkhonto we Sizwe“, der seine Anschläge weitgehend auf staatliche Einrichtungen beschränkt. Der militärische Flügel des PAC, Poqo (Xhosa-Wort: allein, rein), hingegen versucht mit spektakulären, blutigen Attentaten einen Umsturz herbeizuführen. Dem südafrikanische Geheimdienst gelingt es aber bereits nach einiger Zeit, die gesamte Führung der Widerstandsbewegungen entweder ins Exil zu treiben, oder zu verhaften. 1963 gelingt es der Polizei etwa das Hauptquartier von Umkhonto we Sizwe in Rivonia einzunehmen. Daraufhin wird ein großer Teil der Führungskräfte zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Nelson Mandelas Urteil zu fünf Jahren Haft von 1962 wird nun nachträglich wegen Sabotage in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt. Mit diesem Schlag kann die Polizei den organisierten Widerstand vorläufig brechen. Als die Situation für schwarze Schüler und Studenten gegen Ende der sechziger Jahre immer schlechter wird und sie am Arbeitsmarkt kaum konkurrenzfähig sind, bildet sich die erneut eine organisierte Bewegung - „Black Consciousness - Schwarzes Bewußtsein“. Sie hat ihren Ursprung in der „South African Students Organisation“, die sich 1968 um Steve Biko formiert. 1972 wird die „Black People’s Convention gegründet. Sie sieht in der Rückbesinnung auf die eigenen schwarzen Traditionen die einzige Möglichkeit die Freiheit zu erlangen. Für diese Organisation gelten alle Diskriminierten als schwarz. Da die Black People’s Convention kein konkretes politisches Programm hat, die Rassenunterschiede aber betont, unternimmt die Regierung zunächst kaum etwas gegen diese Bewegung, doch schon 1973 beginnt sie die Führer zu verhaften oder zu bannen.

Mit der Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache verschlechtert sich die Situation für

Schwarze am Bildungssektor abermals. Am 16. Juni 1976 kommt es in Soweto (South Western Township) nahe Johannesburg zu einer Demonstration, an der sich etwa 15 000 Schüler beteiligen. Als die Polizei beginnt, in die unbewaffnete Menge zu schießen, werden zwei Kinder getötet. Daraufhin dehnt sich der Protest spontan auf das ganze Land aus. Schüler und Studenten übernehmen weitgehend die Macht in den Townships, boykottieren Schulen oder brennen sie sogar nieder. Die Polizei geht überall mit brutalsten Mitteln gegen die kaum bewaffneten Kinder und Jugendlichen vor. Die offizielle Zahl der Opfer liegt bei 575 Toten und 2389 Verletzten. Südafrikas Ansehen im Ausland fällt auf einen Tiefpunkt.

Die Regierung versucht sich des Problems zu entledigen, indem sie alle Organisationen, die mit den Unruhen in Verbindung stehen, verbietet. Der Führer des Black Consciousness, Steve Biko, stirbt 1977 in Polizeigewahrsam an den Folgen von Mißhandlungen. Tausende Jugendliche fliehen ins Ausland, oder stellen sich für bewaffnete Aktionen des ANC oder des PAC zu Verfügung. Sie werden in anderen afrikanischen Ländern für Sabotage- und Guerillaaktionen ausgebildet.

Am Ende der siebziger Jahre erfolgt unter den Schwarzen einen immer stärkere Polarisierung der Klassen. Die Gegensätze zwischen städtischer und ländlicher Bevölkerung, sowie die Unterschiede im Bildungsniveau werden immer massiver, und führen zu zahlreichen Auseinandersetzungen. Diese werden vom Staat durch Spitzel, Provokateure und Schlägertrupps zusätzlich gefördert. Die Spannungen eskalieren 1984, und breiten sich über das ganze Land aus. Über weite Teile wird der Ausnahmezustand verhängt. Die Anschläge des ANC richten sich nun auch vermehrt gegen zivile Einrichtungen, wie etwa Einkaufszentren. Während zu Beginn der Auseinandersetzungen ein Großteil der Opfer von der Polizei getötet wird, steigt im Laufe der Zeit die Zahl derer, die durch Kämpfe rivalisierender Organisationen umkommen. Mit besonderer Härte wird gegen Personen vorgegangen, die der Kollaboration beschuldigt werden. Die Verbrennung bei lebendigem Leibe durch die sogenannte Halskrause erlangt hier tragische Berühmtheit.

Die Unruhen klingen erst gegen Ende 1986 ab.

11. Die wirtschaftliche Situation Südafrikas

Südafrika hat die bedeutendste und die fortschrittlichste Wirtschaft am afrikanische Kontinent. Basiert sie anfangs noch hauptsächlich auf dem Gold- bzw. Diamantenbergbau, wird sie im Laufe des 20. Jahrhunderts immer breitgefächerter.

In den sechziger Jahren sind Wirtschaftswachstum und Inflation noch vergleichbar mit anderen entwickelten Wirtschaften, aber bereits in den Siebzigern gerät die südafrikanische Wirtschaft ins Stocken, und verschlechtert sich in den kommenden Jahren rapide. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre steigt die Inflation, der Rand unterliegt einer stetigen Abwertung. Die Regierung beginnt die lokale Industrie von der internationalen Konkurrenz abzuschirmen, indem sie Importhemmnisse durch Sanktionen gegen den Handel und alle eventuellen ausländischen Investoren schafft.

Nachdem das System der Apartheid immer mehr internationale Kritik auf sich zieht, und schließlich auch die finanziellen Unterstützungen vom Ausland ausbleibt, werden immer mehr staatliche Gelder in den Versuch, völlig autark zu werden, investiert. Mit der Freilassung Mandelas und der klar erkennbaren Absicht der Regierung, einen liberalen Kurs einzuschlagen, beginnt Südafrika in die internationale Gemeinschaft zurückzukehren und die Wirtschaft erholt sich bereits bis 1993 spürbar. Nach den Wahlen vom April 1994 lassen sich viele ausländische Konzerne vom eindeutigen Willen des „Gouvernment of National Unity“, eine sinnvolle Basis für die Zukunft Südafrikas zu schaffen, ermutigen, Investitionen zu tätigen.

Trotz allen Fortschritts unterliegt das Vertrauen aller, sowohl das der Konsumenten als auch das der Produzenten, in die Wirtschaft des Landes ständigen Schwankungen, die beim kleinsten Anzeichen sozialer oder politischer Instabilität erfolgen.

12. Die Kirche

Am Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Großteil der Kirchen, hauptsächlich englisch- und afrikaanssprachig, von Weißen dominiert. Diese stehen den Segregationsmaßnahmen zwar oft kritisch gegenüber, jedoch die untergeordnete Stellung der Schwarzen ist auch für sie selbstverständlich.

Als die Rassenpolitik nach 1948 aber verschärft wird, suchen die Burenkirchen, allen voran die „Nederduitse Gereformeerde Kerk - NGK“, nach einer wenigstens teilweisen theologischen Rechtfertigung.

1957 versucht die Regierung die Rassentrennung auch in den Kirchen durchzusetzen, doch nachdem dies sogar Kritik von der NGK nach sich zieht, werden die Forderungen nicht erzwungen. Im alltäglichen Leben ergeben sich aber dennoch durch die getrennten Wohngebiete getrennte Gottesdienste.

Nichtweißen ist es das Aufsteigen in höhere hierarchische Positionen nur in den Kirchen möglich. Dies geschieht anfangs zwar nur relativ selten, doch als die Kirche die einzige Organisation wird, der umfassende Verbindungen mit der Außenwelt erhalten bleiben, passiert dies immer öfter. Die bedeutendsten Fälle sind die Wahl Allan Boesaks zum Präsidenten des Reformierten Weltbundes 1982 und die Ernennung Desmond Tutus zum nationalen Oberhaupt der Anglikaner 1986.

13. Südafrika im internationalen Licht

13.1. Internationale Kritik und Sanktionen

Die Bedeutung Südafrikas in der Weltpolitik während der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert ist eher gering, doch als sich die politischen Verhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg verschärfen, gerät das Land in eine immer bedeutendere Rolle in der Staatengemeinschaft. Nach und nach wird es zum international am längsten und am meisten geächteten Land der Welt.

Während der Großteil der asiatischen und afrikanischen Kolonien seine Unabhängigkeit erhält, behält Südafrika das System der Rassendiskriminierung bei, und verschärft es sogar noch.

Die südafrikanischen Regierungen bemühen sich um eine enge Bindung an den Westen. Sie schicken ein kleines Truppenkontingent in den Koreakrieg. Außerdem versuchen sie vergebens in das westliche Verteidigungsbündnis NATO aufgenommen zu werden. Ironischer Weise stammt die Präambel der Vereinten Nationen, in denen Südafrika zu einem der meist verachteten Staaten wird, von Ministerpräsident Smuts entworfen wird. Die ersten Angriffe auf das Land kommen von Indien bereits 1946, wegen der Situation der südafrikanischen Inder. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichen die Angriffe auf Südafrika 1973, als die Generalversammlung der UNO die Apartheid als Verbrechen deklariert und es ab 1974 von der Teilnahme an ihren Aktivitäten ausschließt.

Auf Grund der strategischen und wirtschaftlichen Position Südafrikas kann man sich jedoch auf keine umfassenden internationalen Aktionen einigen. Das Land wird aber vor allem auf sportlicher und kultureller Ebene boykottiert. 1964 erfolgt der Ausschluß von den Olympischen Spielen und dem internationalen Fußball.

1977 wird erstmals in der Geschichte der UNO ein vom Sicherheitsrat empfohlenes Waffenembargo für alle Mitgliedsländer verpflichtend durchgesetzt.

In Zeiten akuter innenpolitischer Krisen kommt es verstärkt zum Abfließen ausländischem Kapitals, doch die Auswirkungen. auf die wirtschaftliche Lage Südafrikas sind wesentlich geringer, als jene eines koordinierten, umfassenden, weltweiten Boykotts. Um den Druck der internationalen Maßnahmen zu verringern, startet man den Versuch, sich weitgehend autark zu machen. Dem Ausbleiben der Waffenlieferungen behilft man sich zum Beispiel mit dem Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie, die nach einiger Zeit den außenpolitischen Stellenwert durch den Export eigener Waffen wieder steigert. Die Hoffnungen Südafrikas auf Gebietserweiterungen werden durch die Isolation jedoch vollständig zerstört, da Großbritannien die ursprünglich für die Eingliederung in das südafrikanische Staatsgebiet vorgesehenen Hochkommissariatsgebiete Betschuanaland (Botswana), Basutoland (Lesotho) 1966 und Swaziland 1968 in die Unabhängigkeit entläßt. Nachdem in ganz Afrika die Entkolonialisierung um such greift, ist es Südafrikas Ziel, die neuen Staaten zu destabilisieren, und in eine größtmögliche wirtschaftliche Abhängigkeit von sich selbst zu bringen. Dies gelingt auch weitgehend, doch das neu erwachte Selbstbewußtsein der Bevölkerung in diesen Gebieten bringt mit sich, daß keine der neuen Nationen tiefere Beziehungen mit Südafrika eingehen will.

Als im Laufe der achtziger Jahre der Widerstand in Südafrika gegen die Apartheid immer deutlicher wird, erhöht sich auch die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und dadurch steigt der Druck auf die Regierungen, endlich greifende Sanktionen gegen Südafrika zu verhängen. Nachdem Teile der Bevölkerung und Organisationen der westlichen Industrienationen Firmen und Banken, die Handel mit dem weißen Südafrika betreiben, boykottieren, verhängen auch über 80 Länder offizielle Wirtschaftssanktionen gegen das Land am Kap.

ŠEG-Länder: Verbot von Neuinvestitionen; Importverbot für südafrikanische Krügerrand- Goldmünzen, Eisen und Stahl; Einstellung aller Öltransporte nach Südafrika, über EG- Länder; Lieferverbot für para-militärische Ausrüstung; Verbot neuer Verträge in nuklearen Bereichen; Beschränkung der kulturellen, wissenschaftlichen und sportlichen Kontakte; ŠSkandinavische Länder: völliger Handelsboykott gegen Kohle, Eisen und Stahl, Goldmünzen, landwirtschaftliche Produkte und strategische Mineralien; Unterbrechung des Luftverkehrs; Verbot von Neuinvestitionen; ŠUSA: Importverbot für Uran, Kohle, Stahl, Textilien und Agrarprodukte; Verbot von Neuinvestitionen und Krediten; Verweigerung der Landerechte für südafrikanische Fluggesellschaften; ŠJapan: weitgehende Anlehnung an EG-Beschlüsse; Verbot von Direktinvestitionen; Appell gegen Kredite und Anleihen an die südafrikanische Regierung und gegen Tourismus nach Südafrika; keine Visumserteilung für südafrikanische Touristen; ŠCommonwealth: Verbot des Flugverkehrs mit Südafrika; Verbot von Neu- und Reinvestitionen; Importverbot von Agrarprodukten, Uran, Kohle, Eisen und Stahl; Verbot von Tourismuswerbung, neuer Kredite und Anleihen für den privaten und öffentlichen Sektor; Rückzug aller Konsulareinrichtungen; Verkaufsverbot für Computer an die Polizei, Streit- und Sicherheitskräfte Südafrikas;18

13.2. Standpunkt Österreichs gegenüber der Apartheid

1977 wird die „Anti-Apartheid-Bewegung Österreich“ gegründet, doch erst 1985, nachdem im Juli über ganz Südafrika der Ausnahmezustand verhängt wird, zeigen sich erstmals deutliche Reaktionen der österreichischen Öffentlichkeit. Es gab zwar auch vorher diverse Initiativgruppen oder Jugendorganisationen, die verschiedene Aktivitäten starteten, ab diesem Zeitpunkt nehmen diese aber rasch zu. Die Gewerkschaftsjugend und die Katholische Jugend starten den Protest gegen Banken, die noch immer südafrikanische Goldmünzen verkaufen. Über 60 Organisationen, unter ihnen die Sozialistische Jugend, die Katholische Frauenbewegung, der Hauptausschuß der Österreichischen Hochschülerschaft oder Die Gruppe Revolutionärer Marxisten, rufen zur großen Wiener-Anti-Apartheid-Demonstration auf. Besonders ungewöhnlich ist die Veröffentlichung einer Petition an die Bundesregierung, die von vielen berühmten Österreichern und vor allem von sechs sozialistischen Abgeordneten, unter ihnen Staatssekretärin Johanna Dohnal und der für internationale Belange zuständige SP-Sektretär Peter Jankowitsch, unterzeichnet wird.

Als schließlich sogar der UN-Sicherheitsrat zu Boykotten rät, und einige Staate bereits zu Maßnahmen gegen Südafrika greifen, entschließt sich auch Österreich Sanktionen zu verhängen:

Škeine Neuinvestitionen des Staates oder öffentlicher Unternehmen ŠImportverbot für Krügerrand- bzw. andere südafrikanische Goldmünzen Škeine staatliche Haftung mehr für Exportkredite nach Südafrika Škeine Beteiligung öffentlicher Unternehmen an Ausschreibungen für Nuklear-Projekte ŠExportverbot für Computerausrüstung, die von den südafrikanischen Polizei- und Sicherheitskräften benutzt werden könnten ŠEinschränkung der sportlichen und kulturellen Kontakte

14. Der Anbruch einer neuen Zeit

14.1. Das Umschwenken zum Reformkurs

14.1.1. Die Zulassung schwarzer Gewerkschaften

Die ersten unabhängigen schwarzen Gewerkschaften gründen sich zwar bereits 1973, doch sie werden vom Staat nicht anerkannt. Da sie jedoch von zahlreichen Unternehmen als Verhandlungspartner akzeptiert werden, wir ddem Staat das Vorgehen gegen sie erschwert. 1979 entschließt sich die Regierung, schwarze Gewerkschaften den weißen unter der Bedingung, daß alle ihre Mitglieder registriert werden, sie unter staatlicher Aufsicht stehen und auf jegliche politische Betätigung verzichten, gleichzustellen.

Zunächst ist Wanderarbeitern und Pendlern die Mitgliedschaft in den Gewerkschaften verboten, doch auch dieses Verbot wird 1979 aufgehoben.

Diese Organisationen stehen in der Regel auch Angehörigen aller anderen Rassen offen und daher steigert sich die Mitgliederzahl von anfängliche 14 000 bis 1986 auf etwa 1 124 000 Personen.

1985 schliesen sich 34 Gewerkschaften zum größten südafrikanische Gewerkschaftsdachverband - COSATU (Confederation of South African Trade Unions) zusammen.

Der Staat gibt auf Grund der gestiegenen Bedeutung der Gewerkschaften den Versuch, diese zu zerschlagen endgültig auf. Stattdessen unterscheidet er immer deutlicher zwischen gewerkschaftlichen und politischen Aktivitäten.

14.1.2. Die Verfassung von 1984

Auf politischer Ebene geht man zunächst eher zurückhaltend mit Veränderungen um. 1984 tritt iene Verfassung in Kraft, die die Befugnisse des Staatspräsidenten, der zugleich auch die funktionen des Ministerpräsidenten inne hat, enorm ausbaut. Die Bedeutung der Parteien nimmt ab. Unternehmer, Wirtschaftsverbände, Armee und Polizei gewinnen jedoch mehr Einfluß.

Die bedeutendste Neuerung ist die Einführung des Drei-Kammern-Parlaments. Weiße, Mischlinge und Inder haben selbstgewählte Vertretungen und einen eigenen Ministerrat. Dieses neue System bringt aber keineswegs eine Gleichberechtigung, da die Finanzhoheit, von der alle staatlichen Entscheidungen abhängig sind, weiterhin fest in weißen Händen bleibt.

Das grundsätzliche Absicht, die hinter dieser neuen Verfassung steckt, ist also die formale Gleichberechtigung, die die weiße Vorherrschaft aber unangetastet läßt. Daher ist die Aktzeptanz unter der neuen Verfassung bei den Mischlingen und den Indern weitgehen gering.

14.2. Das Ende des Apartheidstaates

Nachdem P.W. Botha bereits im Februar 1989 auf Grund eines Schlaganfalles sein Amt als Vorsitzender der NP zurücklegt, tritt er im August auch als Staatspräsident zurück. Sein Nachfolger ist Frederik Willem de Klerk.

Er beginnt bereits kurz nach seinem Amtsantritt mit Lockerungen der Apartheidgesetze. Im Oktober werden die ersten politischen Häftlige, unter ihnen Walter Sisulu, aus der Haft entlassen.

Kurze Zeit später wird das Verbot des ANC, des PAC und der Kommunistischen Partei aufgehoben und am 11. Februar 1990 wird Nelson Mandela nach 27 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Die Regierung nimmt Gespräche mit dem ANC über die Zukunft des Landes auf. Der Ausnahmezustand wird aufgehoben und der ANC beendet offiziell seinen bewaffneten Kampf.

Bis zum 18. Juni 1991 werden alle Gesetze über die Rassentrennung bzw. -klassifizierung aufgehoben.

Tausende ANC-Anhänger kehren aus dem Exil nach Südafrika zurück.

Mit der weitgehenden Aufhebung der Rassendiskriminierung werden die internationalen

Sanktionen aufgehoben.

14.3. Die ersten freien Wahlen

Nachdem mehr als zwei Drittel der weißen Bevölkerung im Rahmen eines Referendums am 17. März 1992 ihre Zustimmung zur Reformpolitik De Klerks geben, werden die ersten freien Wahlen für April 1994 angesetzt.

Während dieser Periode, in der Regierung und ANC bereits an einer neuen Verfassung arbeiten, kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen unter der Zivilbevölkerung. Teile der weißen Bevölkerung fühlen sich hintergangen und befürchten, daß die Schwarzen bittere Rache nehmen werden. Weiße Extremisten bewaffnen sich.19Im April 1993 wird der Kommunistenführer Chris Hani von einem Rechtsextremen erschossen. Das Land droht vorübergehend in einen Bürgerkrieg zu schlittern. Aber auch unter der schwarzen Bevölkerung herrschen Spannungen. ANC und IFP kämpfen um die Vormachtstellung unter den Schwarzen im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen.

Mandela und De Klerk, denen am 10. Dezember 1993 der Friedensnobelpreis verliehen wird, ersuchen um die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen Südafrika, und wollen ausländische Investoren anwerben.

Am 22. Dezember wir deine Übergangsverfassung verabschiedet, die erstmals allen Südafrikanern das Wahlrecht gibt.

Vom 26. - 29. April finden die ersten freien Wahlen statt. Es handelt sich um Abstimmungen über die Vertreter in der Nationalversammlung und in den Provinzparlamenten. Sie verlaufen weitgehend friedlich und die Wahlbeteiligung liegt bei 65% der wahlberechtigten Bevölkerung.

Bei den Provinzwahlen kann der ANC in sieben der neun neuen Provinzen die Mehrheit erringen. Im West-Kap gewinnt die NP und in Kwazulu-Natal die IFP. Der ANC erreicht landesweit 62,65% der abgegebenen Stimmen. 6 weitere Parteien können ihre Vertreter in die Nationalversammlung schicken.

Die 400 Mitglieder der Nationalversammlung werden am 9. Mai in Kapstadt vereidigt. Sie wählen Nelson Mandela zum Präsidenten der Republik Südafrika. Dieser wird am 10. Mai 1994 in Pretoria vereidigt. Vizepräsidenten werden Thabo Mbeki (ANC) und Frederik W. de Klerk.

Mandela bildet eine Regierung der Nationalen Einheit („Government of National Unity - GNU“). Seinem Kabinett gehören neben Mitgliedern des ANC auch Vertreter der NP unter De Klerk und der IFP unter Innenminister Mangosuthu Buthelezi an.20

14.4. Die neue Verfassung

Am 24. Mai 1994 tritt die Verfassunggebende Versammlung, bestehend aus 400 Abgeordneten der Nationalversammlung und 90 Mitgliedern des Senats, in Kapstadt zusammen. Ihre Aufgabe ist es die endgültige Verfassung der Republik Südafrika auszuarbeiten.

Nach 18 Monaten wird der Öffentlichkeit ein Arbeitsentwurf vorgestellt. Bis zum 20. Februar 1996 erhalten Bevölkerung und Interessengruppen das Recht, zum Inhalt Stellung zu nehmen.

Am 8. Mai wird das Grundgesetz von der Verfassunggebenden Versammlung mit 421 der 490 möglichen Stimmen verabschiedet. Nach der Prüfung durch den Verfassungsgerichtshof müssen noch einige Passagen geändert werden, doch nach einer neuerlichen Abstimmung und der darauf folgenden Prüfung wird die endgültige Verfassung am 10. Dezember 1996 in Sharpeville von Präsident Mandela unterzeichnet und am 4. Februar 1997 tritt sie in Kraft.

Präambel zur endgültigen Verfassung:

„Wir, die Menschen Südafrikas, erkennen die Ungerechtigkeit unserer Vergangenheit; ehren diejenigen, die für Gerechtigkeit und Freiheit in unserem Land gelitten haben; respektieren diejenigen, die dafür gearbeitet haben, unser Land aufzubauen und zu entwickeln; und vertreten die Auffassung, daß Südafrika allen gehört, die darin leben, vereint in unserer Vielfalt.

Daher stimmen wir, über unsere frei gewählten Vertreter, dieser Verfassung als dem höchsten Gesetzt der Republik zu, um die Spaltung der Vergangenheit zu heilen und eine Gesellschaft aufzubauen, die auf demokratischen Werten, sozialer Gerechtigkeit und grundlegenden Menschenrechten beruht; um die Grundlagen für eine demokratische und offene Gesellschaft zu legen, in der die Regierung auf dem Willen der Menschen basiert und jeder Bürger gleichermaßen vom Gesetzt geschützt ist; um die Lebensqualität aller Bürger zu verbessern und das Potential einer jeden Person freizusetzen; um ein geeintes und demokratisches Südafrika aufzubauen, das in der Lage ist, seinen rechtmäßigen Platz als souveräner Staat in der Familie der Nationen einzunehmen. Gott schütze unsere Menschen.

Gott segne Afrika.“21

Die neue Verfassung beinhaltet: ŠParlament:

Nationalversammlungmit mindestens 350 und höchstens 400 Abgeordneten Nationalrat der Provinzenmit 90 Delegierten, von denen 10 aus jeder Provinz kommen ŠAllgemeines Wahlrecht für alle Südafrikaner ab dem vollendeten 18. Lebensjahr ŠPräsident als Staats- und Regierungschef, der von der Nationalversammlung gewählt wird ŠVizepräsident, der vom Präsidenten ernannt wird ŠKabinett, das sich aus Präsident, Vizepräsident und den Ressortministern zusammensetzt Šneun Provinzen mit eigener Verfassung und Parlament mit mindestens 30 und höchstens 80 Abgeordneten; einer Legislaturperiode von 5 Jahren; Regierung mit Ministerpräsident und zwischen 5 und 10 Ministern ŠKommunalverwaltung mit exekutiver und legislativer Gewalt und Stadt- und Gemeinderäten ŠCharta der Grundrechte ŠUnabhängige Justiz ŠVerfassungsgericht mit Gerichtspräsident, Vizepräsident und neun Richtern Šelf Amtssprachen: Englisch, Afrikaans, Zulu, Xhosa, Tsuana, Nordsotho, Süssotho, Venda, Suati, Tsonga, Ndebele Štraditionelle Führer auf allen Regierungsebenen vertreten ŠVolksstaat-Rat arbeitet Konzepte für die Bildung eines „Afrikaaner-Homelands“ aus22

Bibliographie

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Zum Beispiel Apartheid, red. v. Ingeborg Wick. Bornheim, Merten: Lamuv. 1987.

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[...]


1Die Informationen zu diesem Kapitel stammen aus: Gewalt im südlichen Afrika, hrsg. v. Hans W. Florin. Frankfurt, Main: Otto Lembeck Verlag. 1971. Ludwig, Klemens: Sie suchten Schutz in der Wüste. In: Einst waren wir ein freies Volk. hrsg. v. Käthe Recheis. Stuttgart, Wien: Hoch. 1989. Post, Laurens van der: Das Herz des kleinen Jägers. In: Einst waren wir ein freies Volk. hrsg. v. Käthe Recheis. Stuttgart, Wien: Hoch. 1989. Schmidt, Werner: Südafrikanische Union. Bonn: Kurt Schröder Verlag. 1958. South Africa at a glance 95/96, hrsg. v. Editors Inc. o.O. 1996. South Africa Yearbook. N.N. 3rd edition. Pretoria: South African Communication Service. 1996. Wunderschönes Südafrika, hrsg. v. Simon, Atkinson. Augsburg: Bechtermünz Verlag. 1996

2Schmidt, Werner: Südafrikanische Union. Bonn: Kurt Schröder Verlag. 1958. S.16.

3Die Informationen zu diesem Kapitel stammen aus: Gewalt im südlichen Afrika, hrsg. v. Hans W. Florin. Frankfurt, Main: Otto Lembeck Verlag. 1971. Schmidt, Werner: Südafrikanische Union. Bonn: Kurt Schröder Verlag. 1958. South Africa at a glance 95/96, hrsg. v. Editors Inc. o.O. 1996. South Africa Yearbook. N.N. 3rd edition. Pretoria: South African Communication Service. 1996. Wunderschönes Südafrika, hrsg. v. Simon, Atkinson. Augsburg: Bechtermünz Verlag. 1996.

4Die Informationen zu diesem Kapitel stammen aus:

Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. Schmidt, Werner: Südafrikanische Union. Bonn: Kurt Schröder Verlag. 1958. South Africa at a glance 95/96, hrsg. v. Editors Inc. o.O. 1996. South Africa Yearbook. N.N. 3rd edition. Pretoria: South African Communication Service. 1996.

5Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S.17.

6Vgl. Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S. 82.

7Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S. 118.

8Vgl. Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S. 119.

9Vgl. Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S. 139.

10Vgl. Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S. 159. 11Vgl. Meintjes, Johannes: Der Burenkrieg. Wels, München: Welsermühl Verlag. 1979. S. 168.

12vgl. Fisch, Jörg: Geschichte Südafrikas. 2. Auflage. München: Deutscher Taschenbuch Verlag. 1991. S.236.

13vgl. Moses 4, 33

14vgl. Fisch, Jörg: Geschichte Südafrikas. 2. Auflage. München: Deutscher Taschenbuch Verlag. 1991. S. 316.

15Zum Beispiel Apartheid, red. v. Ingeborg Wick. Bornheim, Merten: Lamuv. 1987. S. 42.

16Billing, Peter: Der Konflikt um die Unabhängigkeit Namibias. In: Konflikte seit 1945. Daten-Fakten-Hintergründe. Schwarzafrika. hrsg. v. Frank R. Pfetsch. Freiburg, Würzburg: Ploetz. 1991. S.17.

17Die Informationen zu diesem Kapitel stammen aus: Konflikte seit 1945. Daten-Fakten-Hintergründe. Schwarzafrika. hrsg. v. Frank R. Pfetsch. Freiburg, Würzburg: Ploetz. 1991. Roth, Thomas: Südafrka. Die letzte Chance. Stuttgart, Wien: K. Thienemanns Verlag. 1991. Zum Beispiel Apartheid, red. v. Ingeborg Wick. Bornheim, Merten: Lamuv. 1987.

18Zum Beispiel Apartheid, red. v. Ingeborg Wick. Bornheim, Merten: Lamuv. 1987. S. 89ff.

19vgl.: Dietrich, Johannes: Bleiche Weiße. Die Übergangsregierung besiegelt das Ende der Apartheid nach 350 Jahren weißer Herrschaft. In: Profil. Das unabhängige Zeitschriftenmagazin Österreichs. 25Jg. Nr. 1. 3.Jänner 1994. Wien. Wirtschafts-Trend Zeitschriftenverlag. S. 51.

20vgl.: South Africa at a glance 95/96, hrsg. v. Editors Inc. o.O. 1996. S. 16.

21Das ist Südafrika, hrsg. v. d. Südafrikanischen Botschaft.

22Das ist Südafrika, hrsg. v. d. Südafrikanischen Botschaft. S.

Details

Seiten
53
Jahr
1998
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105494
Note
Schlagworte
Südafrika Entwicklung

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Titel: Südafrika - eine historische Entwicklung