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Hornby, Nick - High Fidelity

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhalt:

1.) Zum Autor

2.) Zusammenfassung

3.) Analyse

4.) Interpretation

5.) Kommentar

1.) Zum Autor:

Nick Hornby wurde 1957 in London geboren und lebt auch heute wieder dort mit seiner Familie. Er studierte in Cambridge englische Literatur. Bevor er sich voll und ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Lehrer und schrieb nebenberuflich für diverse Zeitungen und Zeitschriften, was er auch heute noch tut, so zum Beispiel für GQ, Time Out, Elle, etc.

Sein Debüt als Schriftsteller gab er 1992 mit dem Buch „Fever Pitch“, welches auf anhin ein Riesenerfolg war. Darauf folgte 1995 „High Fidelity“, welches an die Erfolge anschloss. 1998 erschien „About a boy“ und in diesem Jahr schrieb Hornby sein neustes Buch „How to be good“, in welchem er erstmals aus der Sicht einer Frau schreibt. Neben seinen eigen Büchern ist auch eine Sammlung von Geschichten von ihm und seinen Freunden erschienen. Alle seine Bücher hatten und haben weltweiten Erfolg und wurden auch schon mehrfach ausgezeichnet.

2.) Zusammenfassung

Rob Fleming ist mittedreissig und lebt im Norden von London, er betreibt dort ein Plattengeschäft, welches „Championship Vinyl“ heisst. In diesem Geschäft beschäftigt er zwei Angestellte namens Dick und Barry, welche gleichzeitig auch seine engsten Freunde sind. Diese Drei gehören zur Gruppierung der Plattensammler, oder schon eher zu den Plattenfetischisten, für welche eine Person, die nicht mindestens 500 Platten ihr eigen nennen kann, nicht tolerierbar ist.

Das Buch beginnt relativ unkonventionell mit dem Auszug von Laura, der Freundin von Rob. So sitzt er nun alleine in seiner Wohnung und macht sich Gedanken, wie sein Leben weitergehen soll und warum eigentlich immer er verlassen wird. Er stellt also eine Top Five der schmerzlichsten Trennungen auf und entschliesst sich daraus heraus die Gründe, warum er immer verlassen wird, herauszufinden.

Noch bevor die ganze Aktion startet, lernt er ein paar Tage später die Sängerin Maria La Salle kennen und ist sofort von ihr fasziniert. Diese Faszination scheint auch sie zu empfinden und so kreuzen sich ihre Wege schon bald wieder. Auch die Geschichte mit Laura ist noch nicht abgeschlossen, denn jedes Mal wenn sie sich bei ihm meldet versucht er sie zurück zu gewinnen, auch bekommt er von Liz, einer Arbeitskollegin von Laura, Unterstützung. Sie ist es auch, welche ihn davon in Kenntnis setzt, dass Laura nun bei Ray wohnt. Dieser Ray lebte bis vor kurzem in der Wohnung über ihm, seine Musik, die Gerüche, die aus seiner Wohnung kamen und die Geräusche, welche er beim Sex machte, mochte er damals schon nicht und jetzt erst nicht. Er spricht Laura sofort darauf an, als er sie das nächste Mal trifft und natürlich muss er auch fragen, ob der Sex mit ihm besser ist, denn dies ist für ihn wirklich entscheidend. Er sieht darin einen Grund, weshalb er von ihr verlassen wurde. Als sie ihm mitteilt, dass sie bisher noch nicht mit ihm geschlafen hat, ist für ihn alles in Ordnung, sogar so in Ordnung, dass er gleich mit Maria schläft. Nach der Nacht mit ihr, beginnt er damit seine Top Five Trennungen wieder aufleben zu lassen, was heissen will, dass er jede Exfreundin nochmals treffen will, um so herauszufinden warum er immer verlassen wird.

Der erste Name ist Alison Ashworth, mit ihr hatte er eine Beziehung über sechs Stunden, das heisst drei mal zwei Stunden nach der Schule, bis sie ihn dann für Kevin Bannister sitzen liess. Die Angelegenheit mit ihr ist schnell geklärt, da ihre Mutter Rob berichtet, dass sie mit

Kevin nun in Australien le bt und mit ihm verheiratet ist. Ist hier ein Fehler von Rob zu erkennen? Nein, also kann das Problem hier nicht bei ihm liegen. Weiter geht es also... Nummer Zwei auf der Liste ist Penny Hardwick, sie war so eine nette Person, mit netten Eltern, guten Noten und guten Manieren, doch liess sie ihn nie ihre Brüste berühren, was das Einzige war, was ihn damals interessierte, also machte er mit ihr Schluss. Zwei Woche nachdem er sie verlassen hatte, erfuhr er von Chris Thomson, dass dieser mit ihr geschlafen hatte. Das Treffen mit verläuft eigentlich ganz harmlos, bis zu dem Punkt an dem er sie daraufanspricht warum sie ihn verlassen hatte. Er erzählt ihr die ganze Geschichte mit seinem Frauenproblem, worauf sie das Lokal verlässt, verständlich, weil ja schliesslich er sie verlassen hatte.

Nummer Drei ist Jackie Allen, sie war die Freundin seines Freundes Phil, welche er nach langer Vorbereitung diesem ausspannte. Sie lebt, wie wäre es anders zu erwarten mit Phil zusammen und für Rob sind sie die langweiligsten Menschen im Südosten Englands, was heisst, dass auch dieses Kapitel abgeschlossen ist.

Sarah Kendrew, sie war die Frau vor Laura und mit ihr war er eigentlich nur zusammen, weil alle mit jemandem zusammen waren. Beide waren kurz zuvor verlassen worden und so hatten sie sich gegenseitig arrangiert, bis sich die Verbindung dann quasi von selbst auflöste. Genauso durchschnittlich wie die Beziehung ist dann auch das Treffen mit ihr, sie ist immer noch die gleiche Person und deshalb auch völlig uninteressant für Rob.

Mit ihr ist die Liste nun fast komplett, fehlt nur noch Charlie Nicholson und damit auch der grösste Brocken. Er lernte sie auf der Fachhochschule kennen und sie war einfach ein Nummer zu gross für ihn. Jede Minute in der er mit ihr zusammen war, fühlte er sich verunsichert und ständig war er in Angst, dass er von einem ihrer Kollegen ausgestochen werden könnte. Schliesslich geschah genau dies und sie liess ihn für Marco sitzen. Nachdem er ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen hatte, meldet sie sich dann endlich im Laden und lädt ihn dann zu sich zum Essen ein. Das Treffen stellt sich als Falle für ihn heraus, denn es sind mehrere Freunde von ihr da. Alle gut angezogen, mit guten Jobs, doch sind sie auch absolut nicht auf seiner Wellenlänge. Nachdem alle weg sind stellt er schliesslich Charlie die Frage warum er von ihr verlassen wurde. Die Antwort lässt sich relativ einfach sagen, nämlich das er einfach zu normal gewesen sei, doch ist das ja keine Neuigkeit für ihn.

Einen Monat nach dem Rob von Laura verlassen wurde, kommt sie vorbei um noch einige Sachen abzuholen, es scheint als wäre die Sache zwischen den Beiden langsam geklärt, obwohl Rob immer noch verbittert ist, doch dann zirka ein Woche später ändert sich alles, als der Vater von Laura stirbt.

Laura meldet sich daraufhin bei ihm, um ihn für die Beerdigung einzuladen. Diese verläuft für Rob relativ schlecht, das heisst, dass er nicht mit Laura in Kontakt treten kann und nach einem Streit mit Liz verlässt er den Anlass dann auch. Als er an einer verlassenen Bushaltestelle wartet kommt Laura vorbei und nimmt ihn mit. Für sie scheint das Ganze erst als Ablenkung gedacht, doch schlussendlich rettet dieses Ereignis die ganze Beziehung. In den darauf folgenden Wochen sprechen die Beiden sehr oft über alle möglichen Dinge und es kommt eigentlich alles wieder ins Lot. Rob macht Dinge, welche er sonst nie macht, weil er sie hasst, nun geht er zum Beispiel mit ihr zu einem Arbeitskollegen von ihr essen. Solche Dinge hätte er früher nie getan, doch nun macht er sie für sie. Die Beiden sehen sich auch gemeinsam ein Konzert von Maria an, doch natürlich weiss Laura nicht von dem, was zwischen den Beiden war. Laura beginnt damit, Rob für Dinge zu animieren, wie zum Beispiel einem Konzert von Maria in seinem Laden. Sie bringt ihn sogar so weit, dass er wieder anfängt als DJ zu arbeiten, wie er es in der Zeit, als sie sich kennen lernten, noch getan hatte und sie organisiert deshalb auch gleich eine Party. Sie regt ihn auch an endlich einmal an seine Zukunft zu denken, etwas was er über Jahre hinweg nicht mehr gemacht hatte.

Rob verguckt sich noch kurzzeitig in eine Journalistin, welche mit ihm ein Interview macht und macht dann Laura aus einem schlechten Gewissen heraus einen nicht besonders ernst gemeinten Heiratsantrag. Sie lehnt ab, doch ist dies für Beide kein Weltuntergang, denn so wie jetzt alles läuft ist es gut und so soll es auch bleiben...

3.) Analyse

An diesem Buch sind mir fünf verschiedene Aspekte besonders aufgefallen, welche für mich entscheidend sind und dieses Buch ausmachen. Ich denke ihre Bedeutungen sind unterschiedlich zu bewerten, doch haben alle etwas mit Rob zu tun und haben Einfluss auf sein handeln.

Der erste Punkt sind seine Freunde , obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob er wirklich welche hat. Seine, meiner Ansicht nach, wichtigsten Personen sind Dick und Barry, doch sind sie ja nicht nur Freunde, sondern auch seine Angestellten. Diese Tatsache erlaubt auf irgendeine Weise kein normales Verhältnis. Sie sind vielleicht auch deshalb keine wichtigen Bezugspersonen für ihn. Er würde nie mit ihnen über seine Beziehungsprobleme sprechen, ich denke auch, dass er sich gar nicht mit ihnen abgeben würde, wenn sie nicht bei ihm angestellt wären und er nicht auch so plattenverrückt wäre. Die Beiden sind für mich sowieso völlig verschieden von ihm. Dick ist zu still, während Barry genau das Gegenteil davon ist, nämlich viel zu laut und aufbrausend. Was aber alle Drei und vielleicht alle (Platten)- Freaks gemeinsam haben, ist die Verklemmtheit. Es scheint wirklich so zu sein, was mir bei allen „Extremisten“ aufgefallen ist, dass sich diese nur unter ihresgleichen öffnen können und sonst eher verschlossen oder eben sogar verklemmt sind.

Seine anderen, wie er sie nennt, Freunde Dan und Steve, welche er an seinem Geburtstag anruft und trifft sind ebenfalls keine Personen mit denen er sich aussprechen könnte. Die einzige Person mit der er vielleicht über Laura und seine andern Gefühle sprechen könnte, wäre Maria. Anfangs ist sie nur eine Liebschaft für ihn, doch dann nach einer gewissen Zeit könnte man sie wirklich als eine Freundin bezeichnen, mit der er durchaus auch über seine Gefühle sprechen könnte. Meiner Meinung nach ist Rob, aber überhaupt nicht der Typ Mensch, der es mag sich anderen Leuten mitzuteilen und mit ihnen über seine Gefühle sprechen will. Es stellt sich die auch die Frage, ob er dies vielleicht auch gar nicht kann.

Ein weiterer Punkt ist sein Lebenswandel und damit verbunden die Musik. Er ist total von der Musik gefesselt, was heissen will, dass er nicht nur in einem Plattengeschäft arbeitet, sondern dass auch seine ganze Wohnung voll Platten ist. Bei jeder Situation fällt ihm ein dazu passender Songtitel ein. Er ist ein richtiger Plattenfreak und dies auch mit all den negativen Eigenschaften, die da wären, dass man sich übertrieben für etwas begeistert. Ich denke die Songs geben ihm etwas, was er selbst nicht hat oder sie drücken für ihn etwas aus, was er nie im Stande wäre auszudrücken. Ich will dies nicht negativ werten, da er durch die Musik auch auf Gedanken kommt, welche er sonst nie hätte. Neben der Musik hat sein Leben, besonders als ihn Laura verlässt keinen weiteren Inhalt. Er kümmert sich nicht um einen besseren Job oder um was sich in der Zukunft abspielen soll. Er lebt total in den Moment hinein, ohne sich darum zu sorgen, was morgen sein könnte. Ich denke dieser Lebenswandel bringt auch Laura dazu sich zu trennen, weil sie sich im Gegensatz zu Rob weiter entwickelt hat. Er will das anfangs nicht wahrhaben, muss dann aber durch die Trennung die schmerzhafte Erfahrung machen, dass es so ist. Er sieht sich dann auch gezwungen etwas zu ändern, somit ist das Leben am Beginn des Buches völlig verschieden im vergleich zu dem am Ende des Buchs. Ich bin der Meinung, dass wenn sich nic hts geändert hätte, Laura niemals wieder zurück gekommen wäre und somit die Beziehung (und auch Rob) am Ende gewesen wäre.

Als nächsten Punkt wäre die Vergangenheitsaufarbeitung zu nennen, welche er in Form von Treffen mit Exfreundinnen betreibt. Diese Reisen in seine Vergangenheit prägen ihn innerhalb des Buches extrem, da er durch sie herausfindet was er wirklich will. Ich denke erst durch diese Treffen, wird ihm bewusst, was er mit Laura hat und obwohl sie von der sozialen Stellung her nicht besonders gut zusammenpassen würden. Dies ist ja auch ein Punkt, welchen er als möglichen Grund für die Trennung ansieht. Laura, die sich von einer kleinen Anwältin heraufgearbeitet hat zu jemandem, der gut verdient, während er gerade so über die Runden kommt. Es scheint mir fast, dass er einen kleinen Sozialkomplex hat, weil er im Gegensatz zu Anderen seit Jahren sein durchschnittliches Leben führt. Ich denke hier besonders an sein Treffen mit Charlie und ihren Freunden. Rob macht sich dort Gedanken, ob er nun wirklich am richtigen Ort sei. Ihm ist sofort klar, dass er nicht gut hineinpasst, doch wenn man sich darüber Gedanken macht passt er auch nicht mit Laura zusammen, da sie wie gesagt eigentlich eine höhere soziale Stellung einnimmt.

Seine Treffen scheinen mir auch eine Art der Flucht vor seinem Trennungsschmerz zu sein, um eine Mauer um sich zu bauen. Ich habe nicht das Gefühl, dass er ernsthaft sich vornimmt, seine Beziehungen zu analysieren und dann quasi ein besserer oder beziehungsfähiger Mensch zu werden. Den Weg, welchen er wählt ist wie so oft in seinem Leben nicht zukunftsorientiert, sondern auf die Vergangenheit bezogen. Er könnte nach der Trennung auch einfach in die Zukunft schauen, doch fürchtet er sich wohl zu sehr davor.

Sprechen wir von Furcht im Zusammenhang mit Rob, so komme ich auch gleich zu nächsten Punkt, der Zukunft oder der Angst vor Veränderungen. Seine Ansicht dazu verändert sich im Verlauf des Buches drastisch, nämlich von einer völligen Verschlossenheit zu einer Offenheit. In der Zeit vor der Trennung lebte er ständig in Angst, was ihm die Zukunft wohl bringen würde und so lebte er dann auch. Dies zeigte sich beispielsweise in seinem Beruf, wo er ja bekanntlich nicht besonders erfolgreich war. Auch machte er sich nie besondere Gedanken über das Heiraten oder das Kinder kriegen, wie es seine Mutter ihm mehrmals vorwarf. Laura, aber auch Charlie teilen ihm mit, dass sie es vermissten, dass er sich nicht für die Zukunft interessierte. Dies war bei Laura noch anders als sie sich kennen lernten, dort war er noch offen für neues. Ich denke, er hatte Angst davor, dass sich durch eine Veränderung bei ihn sich auch die ganze Beziehung (negativ) verändern würde. Was er aber völlig vergas war, dass sich Laura ständig veränderte, sie war nicht mehr die gleiche, wie zu der Zeit als sie sich kennen lernten. Sie fürchtete sich nicht vor Veränderungen, welche die Zukunft bringen kann, sondern war offen und empfänglich dafür. Seine Angst vor der Zukunft gesteht er gegen Ende des Buches auch selber ein, doch ist er dort quasi schon von seinem Problem befreit, da er sich endlich wieder und auch durch Laura inspiriert wieder für Neues beziehungsweise für die Zukunft interessiert. Er beginnt nicht nur wieder als DJ zu arbeiten und organisiert einen Verkaufstag mit Maria, sondern er wird auch wieder offener für andere Menschen. Ich denke da an den Abend, als er mit Laura zu einem Kollegen von ihr essen geht. Solche banalen Dinge hätte er früher nie getan, doch das wiederaufflammen der Beziehung bringt ihn dazu auch einmal über seinen Schatten zu springen.

Der letzte Punkt schlussendlich ist die Liebe , die in diesem Buch eine ganz besondere und tragende Rolle spielt. Die Liebe, als wahrscheinlich unfassbarstes und unerklärlichstes Gefühle erklärt am Schluss eigentlich alles. Wie sonst könnte man erklären, dass Rob sich so schlecht fühlt als er verlassen wird, oder warum braucht Laura etwa vier Anläufe um all ihr Zeug aus der Wohnung zu schaffen? Fakt ist, dass man solche Dinge nicht tut, wenn man nicht noch starke Gefühle sprich Liebe für einander empfindet.

Man kann sich auch fragen, wie kommen zwei so verschiedene Persönlichkeiten zusammen und vor allem, was hält sie noch zusammen, wenn sich die eine Person noch mehr von der anderen distanziert. Was ich damit meine ist, dass sich Laura wie bereits erwähnt verändert hat und nun sicher höhere Ansprüche bezüglich Beruf, Kultur und auch Lebensstandart haben könnte. Doch bleibt sie ja aus irgendeinem Grund in dieser kleinen, fast etwas ärmlich wirkender Wohnung, mit einem Typen, der nur Musik im Kopf hat und ein nichtrentables Plattengeschäft betreibt. Doch stellt sich auch die gleiche Frage bei ihm, denn betrachtet man seine Reaktion beim Besuch bei Charlie, so ist er ja eher abgeneigt, gegenüber Leuten, welche mehr verdienen, kulturell aktiver sind oder in schönen Wohnungen leben. Er ist sich dort einfach im klaren, dass er nicht dazu passt, doch was ist mit Laura? Sie würde vom Einkommen und von den Ansprüchen eher in eine solche Gesellschaft passen und so dann auch nicht zu ihm. Doch lebt sie nicht so und spricht auch nicht so, nein sie lebt mit ihm zusammen und ist glücklich damit und er ist es auch. Dies alles nur aus einem Grund, nämlich weil sie sich lieben. Ich denke dies war immer der Fall, auch als Laura auszog. Sie zog nicht aus, weil sie ihn nicht mehr liebte. Sie ging, weil sie an Rob Dinge vermisste, wie beispielsweise mangelnde Zukunftsperspektiven und die fehlende Offenheit. Doch, so bin ich überzeugt, liebte und liebt er sie immer, obwohl er mit Maria schlief und sich auch kurzzeitig in die Musikjournalistin verguckte. Ich denke es ist irgendwie seine Art und ich denke auch wir haben solche schwachen Momente, in denen wir uns vielleicht in jemanden vergucken, doch hat dies ja im Endeffekt nichts zu bedeuten. Er macht ihr auch deshalb einen nicht ganz ernst gemeinten, Heiratsantrag, da er einfach genug hatte, dass er sich ständig auch von anderen Frauen angezogen fühlte. So hoffte er wohl, dass wenn er verheiratet wäre solchen Situationen aus dem Weg gehen könnte, doch geht dies nicht und auch er ist sich dem bewusst. Ich denke das entscheidende ist, dass sie ihn liebt und er ebenso sie und am Schluss bleibt zu mindest für mich kein Zweifel offen, dass es nicht so ist. So bringt eben die Liebe als unbeeinflussbare Kraft die Beiden wieder zusammen, deshalb ist ihre Bedeutung enorm hoch. Die Liebe zwischen den Zwei scheint viel wichtiger zu sein, als welche Musik jemand hört oder welchem sozialen Status dieser jemand hat. Dies wird ja dann am Schluss auch dem verschlossenen Freak Rob klar.

4.) Interpretation

Ich sehe das ganze Buch eigentlich als eine Art von Versuch, ein paar der schwierigsten und unberechenbarsten Dinge des Lebens anhand von Beispielen zu erklären. Themen wie Liebe und Beziehung, welche in Buch besonders im Vordergrund stehen, spielen wahrscheinlich im Leben von uns Allen eine mehr oder weniger wichtige Rolle. Ich glaube jeder, der schon mal verlassen wurde oder jemanden verlassen hat, kann sich, obwohl er vielleicht kein Plattensammler ist, mit Rob oder Liz identifizieren. Ich bin der Meinung, dass auch wenn er Briefmarkensammler wäre, man mit ihm leiden würde und ihm nachempfinden könnte. Die Tatsache, dass er Platten sammelt ist nicht ausschlaggebend, da er sich auch sonst Gedanken machen würde über Liebe und Beziehung. Allerdings sind Songs seine Art Dinge zu erklären oder zu umschreiben. Während einer vielleicht an ein spezielles Buch denkt, wenn er verlassen wird, kommen seine Gedanken auf einen Songtitel. Es ist also meiner Meinung nach nicht wichtig, ob man auch ein solcher Musikexperte ist wie Rob oder nicht. Als Beispiel dazu ein Auszug aus einem Interview mit Nick Hornby aus dem Tages Anzeiger vom 13 Oktober 2001 welches diese Annahme auch bestätigt:

TA : Fast alle lieben Fussball - da leuchtet der Massenzuspruch für ihren Erstling „Fever Pitch - Ballfieber“ ein. Aber es gibt nicht genug Männer, die mehr als tausend Platten besitzen wie Rob in „High Fidelity“. Wird das Stoffliche nicht überschätzt?

N.H. :Die ersten zwei Bücher handeln sicher nicht von Fussball und Musik. Das stimmt, die breite Leserschaft liesse sich so nicht erklären. Ganz besonders für„High Fidelity“gilt: Die

am wenigsten geeigneten Leser sind ausgerechnet jene, die zu viel Ahnung von Popmusikhaben. Sie verstehen die Witze nicht! Meine Mutter ist in mancher Hinsicht die bessereLeserin von„High Fidelity“als jemand, der zweitausend Platten besitzt. TA: Das müssen Sie mir jetzt erklären.

N.H. :Ein„High Fidelity“- Leser hatte mir einen Brief geschrieben, der den Verdacht der Unzulänglichkeit erhärtet. Im Buch nervt sich der Protagonist Rob köstlich bei einem Nachtessen mit Leuten, die angeblich nicht einmal wüssten, wer der Leadsänger der Wailers war. Mein Briefschreiber nun wollte Folgendes klargestellt wissen: Er nehme doch an, dass ich mit den Wailers nicht etwa gar Bob Marley and the Wailers gemeint habe. Den würden ja wirklich alle kennen! Kenntnisreich machte er mich darauf aufmerksam, dass ich nurüber die Seattle - Band aus den Sechzigern geschrieben haben könne. So jemand kann das Buch gar nicht begreifen.

Betrachtet man den Inhalt des Buches, so fällt einem sicher besonders die Art von Rob auf, wie er mit seinen Problemen umgeht. Ich denke nicht jeder geht mit Beziehungen so extrem um wie Rob, doch scheint mir sein Weg durchaus einleuchtend. Ich denke sicher auch an mich selbst, aber es ist ja eigentlich allgemein üblich, dass man nach den Fehlern sucht, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Für mich ist ebenfalls klar, dass man dann meist den Fehler nicht bei sich selbst sucht oder dies nicht ernsthaft genug. Es fällt Jedem leichter den Fehler und somit auch den Grund für das Scheitern der Beziehung bei Anderen zu suchen. Klar ist der Weg über die Treffen mit den Exfreundinnen ein etwas unkonventioneller, doch lässt sich Rob eh in kein Schema reindrücken. Er ist ja wirklich kein 08-15 Typ dies zeigt sich nicht nur bei seinen Freunden, welche meiner Ansicht nach noch musikverrückter sind als er, sondern auch bei seinem Lebenswandel und seinen anfänglichen Zukunftsaussichten. Ich denke 95 Prozent der Leser des Buches haben weder diesen Lebenswandel, noch wünschen sich seine Zukunft. Ich gehöre auch dazu, aber trotzdem kann ich mich auf eine Weise mit ihm anfreunden und mit ihm mitfühlen, besonders in punkto Liebe bin ich mit ihm einig. Ich denke dies macht seine Person so einmalig für den Leser, er stirbt fast als er verlassen wird, nicht nur weil sein Stolz gekränkt ist, sondern auch, weil er Laura ganz einfach liebt. Ich denke diese Menschlichkeit wird m Buch so beschrieben, wie es realistisch auch erlebt wird. Damit meine ich aber auch den Hass und die Wut, welche er und auch der Leser empfindet. Auch die Leere und die Angst vor der Zukunft, die er fühlt, als er plötzlich wieder allein ist, all dies sind Punkte , die wir alle doch auch kennen. Ich denke diese Nähe, welche uns geboten wird, zeigt uns eigentlich wie ein Spiegel, wie schmerzhaft eine Trennung sein kann, doch auch wie wunderbar ein wiedererwecken der Gefühle sein kann.

5.) Kommentar

Wie man sicher schon aus der Analyse und der Interpretation herauslesen konnte, bin ich ein absoluter Fan von Nick Hornby und ganz besonders von diesem Titel. Ich muss sagen, dass ich anfangs eher skeptisch war, als ich mir die Geschichte in groben Zügen vorstellte. Ich dachte das ganze sei zu spezifisch ausgerichtet auf Plattenfans. Wie sich dann aber im Verlauf des Buches herausstellte war meine Sorge unbegründet. Die Geschichte ist wie bereits in der Analyse festgehalten nicht nur für Sammler, sondern eher für ganz normal Leser gedacht und auch geschrieben. Ich finde auch den Stil, in welchem das Buch geschrieben ist sehr aus dem Leben begriffen. Für mich entstand nicht das Gefühl, dass ich einfach das Buch lese sondern, dass mir jemand seine Geschichte erzählt, welche mir selbst genauso gut wiederfahren könnte. Ich bin mir im klaren, dass dieses Buch kein Meilenstein in der Weltliteratur darstellt, doch denke ich ist es ein wirklich gutes Buch und mit dieser Meinung scheine ich auch nicht ganz alleine zu sein. Etwas, was mir beim Film, welcher ebenfalls sehenswert ist, aufgefallen ist ist, dass Rob und die ganze Geschichte bei Frauen weniger gut ankommt als bei männlichen Zuschauern. Ich kann den Grund dafür nicht wirklich finden, doch habe ich diese Feststellung machen müssen. Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung und ich kann das Buch eigentlich nur weiterempfehlen.

Details

Seiten
8
Jahr
2001
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105232
Note
Schlagworte
Hornby Nick High Fidelity

Autor

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Titel: Hornby, Nick - High Fidelity