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Anarchosyndikalismus in Spanien - Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939

Ausarbeitung 1999 5 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege

Leseprobe

Anarchosyndikalismus in Spanien - Der Spanische Bürgerkrieg 1936-39

Zeittafel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1868: Proklamation der 1. Spanischen Republik

1868: Fanelli, ein Abgesandter Bakunins, kam nach Spanien und begeisterte durch seine Reden die Arbeiter für die Idee des Anarchismus.

1888: Gründung der UGT

1890: Einführung des Wahlrechts für Männer

1910: Gründung der CNT

1923: Beginn der Diktatur von Primo de Rivera. Verbot oppositioneller Gruppen, z.B. der CNT

1927: Gründung der FAI

1929: Scheitern der Diktatur: Primo de Rivera tritt zurück.

1930: Scheitern der Monarchie: Alfons XIII dankt ab. Spanien wird wieder Republik.

1933: Wahlsieg der Rechten (CEDA)

1935: Gründung der POUM

Februar 1936: Die rechte Regierung setzt Neuwahlen an. Die linke Volksfront gewinnt die Wahl.

Mai 1936: Saragossa-Kongreß: Wiedervereinigung der CNT und FAI. Ein radikales FAInahes Programm wird verabschiedet.

17.7.1936: Franko stellt sich an die Spitze einer Militärrevolte in Spanisch-Marokko, am nächsten Tag greift der Militärputsch auf das Festland über. Nach wenigen Tagen ist ein Drittel Spaniens in der Hand der Putschisten. Rücktritt der linksliberalen Regierung Quiroga.

18.7.1936: Der Widerstand der AnarchsitInnen und RepublikanerInnen in Barcelona beginnt. Da man den Militärputsch erwartet hatte, konnte man ihn hier zunächst erfolgreich abwehren. Gleichzeitig werden die Betriebe kollektiviert, obwohl offiziell noch eine republikanische Regierung herrscht, liegt die Macht bei CNT/FAI, POUM, UGT. Regierung Barrio nimmt die Geschäfte gar nicht auf.

19.07.1936: Linksrepublikanische Regierung Giral.

24.7.1936: Von Barcelona aus setzen sich die Milizen Richtung Aragon in Bewegung, um die faschistischen Truppen zurückzuschlagen. (später ergänzt durch die Internationalen Brigaden) August 1936: auf republikanischer Seite werden Reservisten rekrutiert, das ist der Beginn des Endes der Milizen.

Sep. 1936: Regierung des Linkssozialisten Caballero. Die CNT tritt der Regierung Kataloniens bei.

01.10.1936: Die CNT stimmt der Auflösung des Zentralrats der Milizen zu.

04.12.1936: Eintritt der CNT in die Zentralregierung mit drei Ministerposten (gegen den Willen der Basis)

Mai 1937: Unruhen in Barcelona. Kommunistische Einheiten versuchen, die von der CNT geleitete Telefonzentrale zu besetzten. Am 7.Mai entsendet die Zentralregierung Polizeitruppen nach Barcelona.

Mai 1937: Sturz des Regierungschefs Caballero durch die Kommunisten, an seine Stelle tritt der gemäßigte Negrin. Austritt der anarchistischen Minister.

Juni 1937: Verhaftung des POUM-Vorstandes. Ermordung Andres Nin`s .

Juli 1937: Eine resolution der FAI lehnt die politische Tätigkeit im Staat nicht mehr schlechthin ab.

September 1937: regierungstruppen greifen die Gebäude der CNT/FAI an.

1938: Aufhebung der Kollektivierungen und Enteignungen.

März 1939: Sieg Francos. Die Regierung flieht nach Frankreich

Die Situation in Spanien vor dem Bürgerkrieg:

Bis zum ersten Weltkrieg war Spanien hauptsächlich ein agrarwirtschaftlich strukturiertes Land. Das Land war vor allem in Händen der Großgrundbesitzer, was zur Folge hatte, daß dort ein riesiges Potential eines verarmten Landproletariats existierte.

In einigen Gegenden, wie Katalonien, Asturien entwickelten sich dagegen Industriegebiete. Gerade diese beiden verschiedenen Strukturformen waren die zentralen Zentren der anarchistischen Bewegung in Spanien.

Zahlreiche Bauernrevolten erschütterten das Land und auch in den Industriezentren kam es immer wieder zu Streiks und Aufständen. Diese wurden jedoch immer nach kürzester Zeit, mit allen Mitteln, von der Staatsgewalt unterdrückt.

Die Kirche, die im wesentlichen die Großgrundbesitzer stützte, erlebte eine immer stärkere Entfremdung von der Bevölkerung. Auf der Seite der Aristokratie befand sich auch die Armee, die als eigene Macht im Lande, oft ein Repressionsmittel der politisch Herrschenden war. Gewalt war ein primäres Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Staatsstreich (Pronunciamentio) zur üblichen Methode des Regierungswechsel.

Aus dem Programm der CNT (1910)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die militärische Dimension:

1.Phase: Juli 1936 bis Frühjahr 1937

Die „Aufständischen“ können die Hälfte des Landes unter ihre Kontrolle nehmen. Gleichzeitig scheitern jedoch die Angriffe gegen Madrid. Auf der Seite der Republikaner kämpfen neben den verbliebenen Heeresteilen, Teilen der Zivilgarde und der Sturmgarde vor allem die Milizen der Arbeiterparteien und Gewerkschaften. Das Verfehlen der militärischen Ziele der „Aufständischen“ sowie die Massenmobilisierung zeigen, daß sich der Staatsstreich zum Bürgerkrieg entwickelt hat.

2.Phase: Frühjahr 1937 bis Frühjahr 1938

Nach den gescheiterten Angriffen auf Madrid gelingt es Franco den Norden Spaniens unter seine Kontrolle zu bekommen. Gleichzeitig Aufbau einer zentralisierten Staatsapparates auf dem Gebiet der Nationalen und Restauration des Staates auf Seiten der Republikaner.

3.Phase: Frühjahr 1938 bis Dezember 1938

Die Nationalen können ans Mittelmeer vordringen und Katalonien von der Restrepublik abschneiden. Nach der Schlacht am Ebro verfügen die Republikaner über kaum weitere Reserven.

4.Phase: Dezember 1938 bis 1 April 1939

Die Franquisten können in Katalonien und in Madrid einziehen, damit ist der Krieg beendet.

Die internationale Dimension:

Durch die Politik der internationalen Nichteinmischung werden die Republikaner deutlich geschwächt, da die Deutschen und Italiener das Abkommen unterlaufen, um die nationale Seite zu unterstützen. Schließlich wird die Republik nur von Mexico und der Sowjet Union unterstützt (Waffen und Internationale Brigaden). Der hohe Einfluß der Sowjetunion (Militärberater, Geheimdienste, Waffenlieferungen) ist eine Bedingung für den Aufstieg der PCE.

Die politische Dimension:

Entgegengesetzte Entwicklungen auf den beiden Seiten: Auf der Seite der Nationalen treibt Franco die totalitäre Vereinheitlichung aller Kräfte voran, während auf der Seite der Republikaner ein Prozeß der Desintegration zu beobachten ist, der mit der Restauration der Staatsmacht verbunden ist. Die 1.Phase des Bürgerkrieges ist durch die Revolution und deren Zurückdrängung gekennzeichnet. Mit der sozioökonomischen Revolution entstehen eine Vielzahl von Komittees und Basisorganisationen, die von den Kommunisten der PCE abgelehnt werden. In Katalonien nimmt das von der CNT beherrschte Zentralkomitee der Antifaschistischen Milizen (Aragon:Verteidigungsrat) quasi alle Regierungsfunktionen wahr und drängt die Generalidad zurück. Endgegen ihren Prinzipien entscheiden sich angeshene Anarchosyndikalisten in der Staatsregierung mitzuarbeiten, was zu erbitterten Auseinandersetzungen führt. Demzufolge gibt es sowohl innere wie äußere Faktoren für Das Scheitern der anarchistischen Revolution: Das Vorantreiben der Revolution wird zu einer Machtfrage, die die Anarchisten in Widersprüche verwickelte. Gleichzeitig agitieren der PCE, PSUC und der bürgerlichen Linken gegen die CNT/FAI und POUM. (Maitage 1937, Sturz der Regierung Caballero)

Schritte zur Regierungsbeteiligung der CNT/FAI:

1. Anifaschistisches Zentralkomitee u.a.
2. Nationaler Verteidigungsrat als Gewerkschaftsregierung?.
3. Eintritt in die Regierungen ab Sep./Nov. 1936
4. Legalisierung der revolutionären Errungenschaften führte in den meisten Fällen zur Kontrolle der Basisorgane. Domestizierung der Revolution. Gleichzeitig übernimmt die CNT Vorstellungen der PCE zur Nationalisierung des Eigentums und der zentralen Lenkung der Wirtschaft durch den Staat
5. Juli 1937: Resolution der FAI lehnt den Staat nicht mehr schlechthin ab.

Die ökonomische Dimension:

Mit dem Ausbruch des Bürgerkrieges beginnt auf dem republikanischen Gebiet die soziale Revolution, die hauptsächlich von der CNT/FAI getragen wurde. Parallel dazu entstehen überall räteähnliche Selbstverwaltungsorgane. Das führt zu Spannungen zwischen der revolutionären Linken und den Verfechtern der bürgerlichen Republik, die immer mehr Übergewicht bekommen.

Charakteristika der Revolution: insgesamt flexibles Vorgehen, Kollektivierung von Land und Betrieben, Arbeiterkontrolle, Rücksicht auf ausländische Betrieb, Tauschhandel vs. Geldhandel usw.

Probleme der Revolution: Mangelnde Reflexion über die Bedingungen der Revolution bei der CNT, Widerstand der PCE usw., Zusammenhang von Krieg und Revolution, Gebietsverluste, Ausgleichskassen zwischen den Kollektiven, Regionalföderationen, geringe Zeitdauer.

Abkürzungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Literatur:

1. Kleinspehn, Th./ Mergner, G.: Mythen des spanischen Bürgerkrieges. Grafenau, 1996.
2. Schumann, M./ Auweder, H.: A las barricadas. Grafenau, 1987.
3. Bernecker, W.L.: Krieg in Spanien. Darmstadt, 1997.
4. Souchy, A.: Nacht über Spanien. Grafenau, 1987.
5. Bohl, A.: Revolution in Spanien. München, 1988.
6. Vilar, P.: Der Spanische Bürgerkrieg, 1999.
7. Enzensberg, H.-M.: Der kurze Sommer der Anarchie. Frankfurt a.M., 1977.
8. Thomas, H.: der spanische Bürgerkrieg. Berlin, 1962.
9. Tunon de Lara, M. u.a.: Der Spanische Bürgerkrieg, Frankfurt a.M., 1987.

Details

Seiten
5
Jahr
1999
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105173
Note
Schlagworte
Anarchosyndikalismus Spanien Spanische Bürgerkrieg Hauptseminar Thesenpapier

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Titel: Anarchosyndikalismus in Spanien - Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939