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Max Weber - Verstehende Soziologie

Hausarbeit 2002 18 Seiten

Soziologie - Methodologie und Methoden

Leseprobe

1.Inhaltsverzeichnis

2. Max Weber - Werk und Leben

3.Verstehende Soziologie

4. Klassiker der Soziologie im Vergleich
4.1 Emile Durkheim - Ein kurzer Einblick
4.2 Max Weber im Vergleich mit Emile Durkheim

5. Schlußwort

6.Literaturverzeichnis

2. Werk und Leben

Max Weber wird am 21. April 1864 in Erfurt geboren, sein Vater war ein nationalliberaler Politiker und später Abgeordneter. Diese nationalliberale Einstellung im Elternhaus prägte Weber entscheidend für sein späteres Leben.

Weber studierte Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte in verschiedenen Städten, seine Studienzeit wurde aber durch den Wehrdienst unterbrochen. Er promovierte mit Auszeichnung in Jura und die Habilitation folgte drei Jahre später in römischem Recht und Handelsrecht. Im Alter von 28 Jahren veröffentlicht Weber im Auftrag des Vereins für Sozialpolitik die Studie „Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland“, diese Schrift bestätigte seinen wissenschaftlichen Ruf. In dieser Schrift fordert Weber die Schließung der deutschen Grenzen gegen das Eindringen polnischer Arbeiter, da er der Meinung war, dass gesunde Bevölkerungsverhältnisse eine grundlegende Voraussetzung für eine jede Volkswirtschaft sind.[1]

Im Jahre 1893 heiratete Weber Marianne Schnitger, die spätere Frauenrechtlerin, eine der Hauptfiguren der Frauenbewegung.

Ein Jahr später wird er zum Professor der Nationalökonomie an der Universität Freiburg/Breisgau berufen, in seiner dortigen Antrittsvorlesung legte er den Grundstein für sein später entwickeltes Werturteilsfreiheitpostulat der Wissenschaften. 1897 übernimmt Weber den Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Heidelberger Universität, diesen muß er jedoch wegen einer Erkrankung aufgeben, insgesamt sieben Jahre kann er nur eingeschränkt arbeiten, in dieser Zeit unternimmt er mehrere Reisen durch Europa und Amerika.

Erst nach dieser Zeit publiziert Weber wieder, er veröffentlicht unter anderem die Schriften „Die `Objektivität´ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“ sowie „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. In der erstgenannten Schrift stellt Weber dar, dass es nicht Aufgabe einer Erfahrungswissenschaft sei, bindende Normen und Ideale zu ermitteln. In letzterer zeigt er auf wie die Religion das wirtschaftliche Verhalten prägt, die Protestanten haben laut Weber eher kapitalistische Produktionsweisen. Im protestantischen Glauben ist die Auserwähltheit bereits vorbestimmt und zeigt sich durch gottgefälliges Verhalten, nämlich Arbeit, und dessen Erfolg, der Wohlstand des Einzelnen zeigt also seine Erwählung durch Gott. Den Ertrag seiner Arbeit, d.h. die innerweltliche Askese, soll der Protestant jedoch nicht für den Privatgebrauch nutzen, sondern neu investieren, ganz im Sinne des Kapitalismus, wie Weber überzeugend darlegt. Der Kommunismus entsteht demnach vor allem in protestantischen Gebieten, nicht in katholischen, da besonders der kalvinistische Geist innerweltliche Askese predigt und somit die Anhäufung von Kapital begünstigt.[2]

Zusätzlich zur Veröffentlichung seiner eigenen Schriften, war er Mitherausgeber der Zeitschrift „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“. Er trug maßgeblich zur Verfestigung der Soziologie als eigenständige Disziplin bei und trieb ihre Professionalisierung voran.

Max Weber war Mitbegründer der „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“, im Jahre 1909, dadurch wurde klar, daß er sich auch als Soziologe verstand, obwohl er eine juristische Ausbildung hat und sich bisher hauptsächlich mit nationalökonomischen Fragen befaßte.

3 Jahre später kam es jedoch zum Austritt Webers aus der DGfS, da er im Methodenstreit der Nationalökonomie entschieden die Werturteilsfreiheit jeder wissenschaftlichen Forschung vertrat.[3] Das Werturteilsfreiheitpostulat ist die Forderung an Wissenschaftler und Professoren, objektive Tatsachen und subjektive, wertende Aussagen durch Kennzeichnung von Werturteilen zu trennen.[4]

Inzwischen begann Weber mit seinen religionssoziologischen Studien, in denen er den Zusammenhang von Wirtschaftsform und religiöser Gesinnung sucht, wie schon in obengenannter Schrift zur protestantischen Ethik.

1913 begann er mit der Arbeit an seinem Hauptwerk „Wirtschaft und Gesellschaft“, welches erst nach seinem Tod 1922 erschien, in diesem Werk führt er unter anderem den Idealtypus als soziologischen Unterscheidungsbegriff ein, es ist ein umfassendes Werk von 800 Seiten, welches sich mit der soziologischen Systematik beschäftigt und als Grundriß der Sozialökonomie bezeichnet werden kann. Im gleichen Jahr (1913) erschien, in der Zeitschrift „Logos - internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur“ die Schrift „Über einige Kategorien der verstehenden Soziologie“, in dieser Schrift geht es um die verständliche Deutung des Ablaufs von Zusammenhängen und Regelmäßigkeiten im menschlichen Verhalten, spezifisches Objekt der verstehenden Soziologie ist das Handeln einschließlich des gewollten Unterlassens und Duldens, Webers verstehende Soziologie werde ich in einem eigenen Kapitel gesondert darstellen.

Während des ersten Weltkrieges äußert sich Weber zunehmend zur Tagespolitik, er trifft bei einer Tagung auf die Schriftsteller Richard Dehmel und Ernst Toller, doch im Gegensatz zu den jungen Pazifisten im Umkreis Tollers, trat er für ein Durchstehen des Krieges ein, forderte aber gleichzeitig die Parlamentarisierung.[5]

1919 wurde Weber nach München berufen, er reiste als Sachverständiger der deutschen Delegation nach Versailles zu den Friedensverhandlungen. Da Weber den Eindruck gewann, daß die Friedenspolitik des Versailler Vertrages sehr zu Gunsten der Siegermächte ausfiel, verließ er die Verhandlungen vor Abschluß und beschäftigt sich in seiner Schrift „Zur Prüfung der Schuldfrage“ kritisch mit dem Versailler Vertrag und dem ersten Weltkrieg.[6]

Weber stirbt 1920, im Alter von 56 Jahren an einer Lungenentzündung.

Abschließend kann man zusammenfassend sagen, daß Weber ungewöhnlich viel zur deutschen Geistesgeschichte beigetragen hat. Er war Begründer der verstehenden Soziologie, leistete bedeutende Beiträge zur Religions-, Herrschafts- und Rechtssoziologie sowie zur Entwicklung des modernen rationalen Kapitalismus. In der Wissenschaftstheorie leistete er einen besonderen Beitrag durch die Vertretung des Werturteilsfreiheitpostulat. Er kann mit Recht als ein Klassiker der Soziologie bezeichnet werden, da er einen bedeutenden Beitrag zu deren Entwicklung geleistet hat.

[...]


[1] www.t-online.de/home/Winfried.Krauss/wleben.de

[2] www.unet.univie.ac.at

[3] Philosophisches Lexikon

[4] www.club-der-toten-soziologen.de Stichwortverzeichnis

[5] www.dhm.de/lemo/html/biografien/WeberMax/

[6] www.t-online.de/home/Winfried.Krauss/wleben.de

Details

Seiten
18
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638169035
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10500
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – FB Soziologie
Note
Leistungsnachweis
Schlagworte
Weber Verstehende Soziologie Einführung

Autor

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Titel: Max Weber - Verstehende Soziologie