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Ernest Hemingways Konzept von "Grace under Pressure" in der Kurzgeschichte "The Old Man and the Sea"

Seminararbeit 2001 12 Seiten

Amerikanistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsangabe:

Einführung

Hemingways Konzept von “Grace under Pressure“

“The Old Man and the Sea“

Hemingways Konzept von “Grace under Pressure“ aufgezeigt anhand seiner Kurzgeschichte “The Old Man and the Sea“

Schluss

Bibliographie

Einführung

In dieser Hausarbeit wird es sich im Wesentlichen um die folgenden Aspekte und Teilaspekte drehen: mein Versuch wird es sein, Hemingways Kurzgeschichte “The Old Man and the Sea“, die 1952 zum ersten Mal bei Scribner in New York veröffentlicht wurde, in Bezug auf Hemingways selbst erschaffenes, und in einem Interview mit Dorothy Parker zum ersten Mal erwähntes, Konzept von “Grace under Pressure“ zu betrachten und zu analysieren.

Hierbei wird es mir vor allem um die Frage gehen, in wieweit der oft zitierte und sogenannte “Hemingway Code“, in Bezug auf seine Protagonisten auch bekannt als “Code Hero“[1], in dieser Kurzgeschichte eine Rolle spielt.

Ferner wird untersucht werden, in wieweit dieses Konzept Teil der Kurzgeschichte oder gar eigentlicher Inhalt dieser Erzählung ist.

Um in dieser Weise verfahren zu können, werde ich den Versuch unternehmen, den Inhalt und das Resultat von Hemingways Konzept aufzuzeigen und zu erklären, um es anschließend, auf die von mir gewählte Kurzgeschichte, anzuwenden.

Ich habe mir gerade diese Kurzgeschichte ausgesucht, weil ich sie für eine sehr ausdrucksstarke und symbolische Erzählung von Hemingway halte.

Hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, daß Hemingway, gerade auch für dieses Werk, im Jahre 1954 den Literatur Nobelpreis erhielt, für “his mastery of the art of narrative, most recently demonstrated inThe Old Man and the Sea.“[2]

Und auch Hemingway selbst sollte an dieser Stelle zu Wort kommen dürfen: “It’s as though I had gotten finally what I had been waiting for all my life“,[3]resümierte er über sein eigenes Werk.

In Anbetracht seiner eigenen Aussage, wird die Bedeutung dieser Kurzgeschichte in meinen Augen noch verstärkt. Dies war es, glaubt man Hemingways Worten, was er sein ganzes, schriftstellerisches Leben lang erreichen wollte.

Hemingways Konzept von “Grace under Pressure“

Dorothy Parker: “Exactly what do you mean by ‘guts’?“ Ernest Hemingway: “I mean grace under pressure.“[4]

Gegenüber seiner damaligen Interviewpartnerin, Dorothy Parker, benannte Hemingway sein selbst erschaffenes Konzept und gab damit seinem persönlichen Thema eine Bezeichnung bzw. einen Namen. Die durchaus zentrale Thematik von “Grace under Pressure“ ist in vielen Werken Hemingways auszumachen.

Sie äußert sich durch die Art und Weise, in der Hemingways Protagonisten ihren persönlichen, oft tragischen „Kampf“ führen. Hierbei ist entscheidend, daß dieser Kampf, auch wenn es sich um einen ausweglosen handelt, dennoch mit Stolz, Mut und Grazie gekämpft wird.

Hemingway geht davon aus, daß es für jede Person essentiell ist, persönliche Ängste zu überwinden und sich dem eigentlichen Kampf, der für jeden ein anderer sein kann, zu stellen. Für viele seiner Protagonisten trifft diese Form der inneren Auseinandersetzung mit Ängsten, und dem Aufspüren des eigenen Mutes, zu.

Bei dem Konzept “Grace under Pressure“ handelt es sich um einen Kode, dessen Regeln Hemingways Protagonisten folgen. Kenneth G. Johnston beschreibt diesen Kode zusammenfassend als: “... a personal code of conduct, self-imposed, characterized by courage, stoicism, dignity, and honor. It is a set of inviolable rules by which the code hero imposes order and meaning on a chaotic world.“[5]

Hinter diesem Konzept steht der Gedanke, daß die Bedeutung des eigenen Charakters sich vor allem durch das Maß des, in einer schwierigen oder gar Lebens entscheidenden Situation eingesetzten, Mutes auszeichnet. Diesen Mut und Stolz aufzubringen, ist der eigentliche Kampf den Hemingways Protagonisten kämpfen. Ihn nicht zu kämpfen, bedeutet, daß: “... the protagonist ceases to be an individual and becomes part of the mass.“[6]Ein Kampf gilt erst dann als verloren, wenn er nicht geführt wurde: “Defeat means yielding to doom without a struggle, abandoning, in effect, the pride that makes it worthwhile to be a man.“[7]

Verstärkt wird dieser Charakterkampf in den Situationen, die es allein zu bewältigen gilt oder in denen es um Leben oder Tod geht. An dieser Stelle zeigt sich die eigentliche Qualität des Kampfes in ihrer reinsten Form: “To find any truth a man must be alone, alone with his senses and the seen world.“[8]

Der Druck unter dem der Charakter steht, ist am höchsten und vielleicht gerade deshalb am aussagekräftigsten, wenn es um das Ringen mit dem Tod geht. Dieser Kampf benötigt besonders viel Mut, und ist er gewonnen, verstärkt sich seine Bedeutung um so mehr (hierbei sei angemerkt, daß der Sieg über den Tod nicht gleichbedeutend mit „leben“ sein muß. Es kann sich auch um den Sieg über die Angst vor dem Tod handeln.). Die Bedeutung eines Charakters wird mit dem siegreichen Todeskampf aufgewertet: “There is just one catch to the fact that life receives its real meaning when set over against death.“[9]

Resultierend aus diesem Lebenskonzept ergibt sich die Tatsache, daß ein geführter Kampf zwar physisch oder für das Umfeld als verloren angesehen werden kann, er aber im spirituellen Sinn als Gewinn zählt. Es geschieht in diesen Situationen, daß ein Charakter an Stärke und Aussagekraft dazu gewinnt. Dieser Gewinn zeichnet sich jedoch nicht durch Ruhm aus. Viel mehr geht es hierbei darum, daß “a person who abides by the code is motivated, not by a desire to win glory or admiration of others, but by a deep sense of personal honor and integrity.“[10]

An dieser Stelle sollte Hemingway noch einmal selbst zu Wort kommen dürfen. Eine seiner bekanntesten Aussagen, welche sein Konzept von “Grace under Pressure“ wohl am besten zu beschreiben mag, ist ein Zitat aus der noch zu behandelnden Kurzgeschichte “The Old Man and the Sea.“ Santiago, der Code Hero dieser Hemingway Geschichte, kommt zu dem Schluß, daß des Menschen Existenz nicht auf der Niederlage beruht, sondern sich durch die Tatsache auszeichnet, daß “a man can be destroyed but not defeated.“[11]

“The Old Man and the Sea“

Hemingways Kurzgeschichte handelt von dem alten Fischer Santiago, der vierundachtzig Tage in Folge auf See fährt, ohne einen Fisch zu fangen. In den ersten vierzig Tagen wird er von dem Jungen Manolin begleitet. Diesem wird jedoch von seinen Eltern befohlen das Boot zu wechseln, da der alte Mann nun unabänderlich als “salao“[12]bezeichnet werden muß. Dies bedeutet so viel wie ‘vom Pech verfolgt’ zu sein. Dem Jungen tut der alte Mann leid, und er hilft ihm, wo er nur kann. Dieser nimmt die Hilfe dankbar, und ohne sie als Stolzverlust abzuwerten, an. Trotz des Mißerfolgs beim Fischen, hat Manolin den Glauben in das Können des alten Fischers nicht verloren. Und auch Santiago selbst gibt die Hoffnung und die Zuversicht auf einen großen Fang niemals auf. Er erinnert sich noch an Zeiten, in denen er siebenundachtzig Tage nichts gefangen hat.

Santiago lebt alleine in einer kleinen Hütte, denn seine Frau ist verstorben. Dennoch erscheint er nicht als einsam. Er ist der geborene Fischer, willensstark, zuversichtlich und furchtlos, was sich in seiner gesamten Lebensweise widerspiegelt.

Die Vorbereitungen auf eine erneute Ausfahrt werden getroffen, und Santiago verläßt den Hafen am fünfundachtzigsten Tag - “a lucky number“[13]- allein. Auf seiner Reise wird er nur von den Bewohnern des Ozeans begleitet, die ihm zur Unterhaltung und Zwiesprache dienen.

Santiago ist auf der Suche nach einem großen Fisch. Er weiß, daß er weit auf das offene Meer hinausfahren muß, um diesen zu finden. Nach langer, oft mühseliger Warterei widerfährt ihm das Glück, daß ein gewaltiger Marlin anbeißt. Dieser ist so groß, daß er die Länge seines Bootes übertrifft. Es entwickelt sich ein Zweikampf zwischen den beiden, der tagelang andauert. Nur mit großer Ausdauer, Mut und Willenskraft gelingt es Santiago schließlich diesen Kampf für sich zu gewinnen. Er vertäut den Marlin an der Seite seines Bootes, da dieser unter keinen Umständen ins Innere paßt.

Aus dieser Tatsache erwächst ein erneutes Problem, das Santiago schnell erfaßt - angriffslustige Haie haben es auf seine beachtliche Beute abgesehen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Nur der sichere Hafen kann seinen Fang vor den Meeresräubern beschützen.

Anfänglich stellt sich Santiago mit allen Mitteln dem ausweglosen Kampf. Doch als ihm sämtliche Verteidigungswaffen für dieses gefährliche Unterfangen verloren gehen, sieht er ein, daß er den physischen Kampf nicht gewinnen kann.

Körperlich vollkommen erschöpft läuft er in den Hafen ein. Der Marlin ist bloß noch ein abgefressenes Skelett. Doch Santiago kehrt nicht als gebrochener Mann nach Hause, “it is easy when you are beaten, he thought. I never knew how easy it was. And what beat you, he thought. ‘Nothing,’ he said aloud. ‘I went out too far.’“[14]

Bereits am nächsten Tag plant er mit Manolin seine nächste Ausfahrt. Und nur eine kleine Andeutung in Bezug auf seine körperliche Verfassung, läßt vermuten, daß nur seine physische Kondition dieser erneuten Ausfahrt im Wege stehen könnte.

Hemingways Konzept von “Grace under Pressure“ aufgezeigt anhand seiner Kurzgeschichte “The Old Man and the Sea“ Hemingways Konzept vom Code Hero trifft auch auf seinen Protagonisten Santiago, in der Kurzgeschichte “The Old Man and the Sea“, zu.

Santiago ist ein alter Mann, der geistig aber ungebrochen ist. Es scheint, daß ihn das Glück beim Fischen verlassen hat. Sogar sein Segel “looked like the flag of permanent defeat.“[15]Wenige, außer er selbst und der Junge Manolin, glauben noch an seinen Erfolg beim Fischen.

Doch gerade sein fester Wille und seine unbezwingbare Hoffnung sind hier entscheidend, und für seinen Charakter bezeichnend.

Alles äußerliche an ihm ist alt, außer seine Augen, “they were the same colour as the sea and were cheerful and undefeated.“[16]Diese Augen strahlen aus, wie es um Santiago in Wahrheit steht.

Santiagos ist ein eher einfacher Mann. Er ist Zeit seines Lebens Fischer gewesen, benötigt zum Leben nicht viel mehr als das Meer, sein Boot und eine kleine Hütte. Was ihn zum Code Hero werden läßt, sind weder seine großen Fischerfolge, noch sein stattliches Aussehen oder gar ein Bewußtsein über seine Stärken. Gerade die Unbedarftheit und Gradlinigkeit, mit der er sein Leben führt, machen ihn zum Helden seiner eigenen Geschichte. “One can be instructed in the code, (...), but more often it is instinctively adopted by such ‘primitives’ as Santiago, the old fisherman (...).“[17]

Was ihn unbezwingbar macht, sind seine Hoffnung und sein fester Glaube. Er weiß, daß es Zeiten im Leben eines Fischers gibt, in denen ihm das Glück eines Fanges verwehrt ist, in denen das Meer sich ihm verweigert. Diese Zeiten können zwar unberechenbar sein, aber die Hoffnung verliert er durch diese Erkenntnis dennoch nicht, denn sein Glaube besagt, “it is silly not to hope.“[18]

Diesen Glauben betont er häufig, auch in Gesprächen mit Manolin, dem er die rhetorische Frage stellt, “but we have (faith). Haven’t we?“[19]Und Manolin beweist ihm immer wieder, wie unbeirrbar er an die Fähigkeiten des alten Mannes glaubt.

An dieser Stelle sollte die Freundschaft zwischen Manolin und Santiago etwas genauer betrachtet werden. Santiago ist für den Jungen zum einen der Lehrer und Mentor. Von ihm hat Manolin alles gelernt, was er über das Fischen weiß. Er schaut zu dem alten Mann auf und bewundert ihn für sein Können und seine Erfahrung. Zum anderen kümmert er sich rührend um Santiago, fast wie ein Vater sich um den eigenen Sohn kümmert. Er sorgt für ihn in allen Teilen des alltäglichen Lebens, von der Essensaufnahme über die Kleidung, bis hin zu geschäftlichen Besorgungen für den Fischfang. Santiago nimmt diese liebevolle Hilfsbereitschaft dankbar, und ohne Stolzverlust, an: “it was not disgraceful and it carried no loss of true pride.“[20]

Santiagos Gefühle für den Jungen sind unverkennbar. Als er auf See ist und den Marlin fängt, wünscht er sich des öfteren, Manolin wäre an seiner Seite. Zusammen ergänzen sie sich in ihren Schwächen und können diese minimieren.

Auf Grund der Umstände, fährt Santiago am achtundfünfzigsten Tag allein auf Fischfang. Von Anfang an weiß er, daß er zu weit auf das offene Meer hinausfährt.

Dieses Wissen, das auf Erfahrung beruht, hält ihn dennoch nicht von seinem Unternehmen ab. “My big fish must be somewhere“[21], weiß er schon zu Beginn der Fahrt.

Und tatsächlich bleibt der große Fang nicht lange aus. Relativ zügig muß Santiago jedoch erkennen, daß nicht eindeutig ist, wer hier wen gefangen hat. Der Marlin zieht das Boot langsam, aber beständig, hinter sich her. “Santiago knows his ordeal has begun the moment the fish demonstrates that he, not Santiago, is in control.“[22]

Ihm wird bewußt, daß er in eine Situation geraten ist, über die er nicht die Kontrolle besitzt. Diese Situation wirft zwar viele Fragen auf, vor allem technischer Natur, aber Santiago gibt sich seinem Schicksal nicht bloß hin, sondern sagt sich: “I’ll do something. There are plenty of things I can do.“[23]

Schon an dieser Stelle wird deutlich, daß er sich wissentlich dem Kampf stellt, noch ohne dessen Bedingungen zu kennen. “A continuing element in Santiago’s heroism is his knowledge that he is up against a force far more powerful than himself, and his attendant resolution to fight it anyway, and to the death - his own or his adversary’s.“[24]

Immer deutlicher wird Santiago, daß er und der Fisch diesen Kampf jeder für sich austragen müssen. Keiner von beiden kann Hilfe erwarten. Es ist ein Kräftemessen, welches nur das tödliche Ende einer der beiden Konkurrenten beinhalten kann: “To have any significant experience the Hemingway hero must, in one sense or another, for one reason or another (...), be ‘beyond all people.’[25]Any peace he makes with the world will be personal rather than social.“[26]

Santiago wünscht sich zwar fortlaufend Manolin wäre an seiner Seite, aber er akzeptiert, daß er diesen Kampf für sich alleine kämpfen und gewinnen muß.

Am Vormittag des dritten Tages ermüdet der Marlin. Er schwimmt an die Wasseroberfläche, und Santiago erlegt ihn mit seiner Harpune.

Nun beginnt Santiagos tragischer Kampf gegen die Meeresräuber. Den ersten Hai kann er noch leichthändig töten. Doch ihm wird bewußt, daß er am Ende nicht siegen wird. Er ist zu weit aufs offene Meer hinaus gefahren. Der Marlin blutet und zieht weitere Haie an. Gegen diese Übermacht ist Santiago, der keine geeignete Waffe mehr besitzt, ohnmächtig.

Doch er stellt sich auch diesem Kampf. Tatenlos zu zusehen, wie sein stolzer Fang langsam verspeist wird, kann und will er nicht: “He knows his fight is lost from the start; he strikes at the sharks ‘with resolution and complete malignancy’[27]but with little hope. Yet even without hope, he is defining himself by the force of his struggleagainstcatastrophe.“[28]

Sein Kampf gewinnt dadurch noch an Qualität. Er kämpft nicht, um als Sieger hervorzutreten. Seine Motivation liegt vielmehr darin, seinen persönlichen Stolz dadurch zu bewahren, daß er mit allen Mitteln kämpft, obwohl es ausweglos ist.

Santiago verspürt keine Angst, obwohl auch diese Situation tödlich für ihn ausgehen könnte. Er akzeptiert seine Lage und die Konsequenzen, ein Resultat seiner eigenen Entscheidung. Diese innere Einstellung macht ihn zum typischen Hemingway Code Hero: “Santiago microscopes Hemingway’s own philosophy of life as a struggle nobody can win; nevertheless there’s pride to be gained in losing gallantly.“[29]Dies erklärt, warum Santiago bis zum Ende weiter kämpft.

Hemingways Kurzgeschichte endet mit der Heimkehr Santiagos. Den anderen Dorfbewohnern erscheint es, als hätte er seine größte Niederlage eingesteckt, als hätte ihn dieser Kampf zerbrochen. Doch im Umgang mit Manolin wird deutlich, daß er zwar völlig erschöpft ist, jedoch keine Spur von Verzweiflung an ihm sichtbar wird. Er ist als Gewinner aus diesem Kampf herausgetreten, denn er hat seinen Stolz verteidigen können. Er ist zwar körperlich zerstört, “but not defeated.“[30]

Schluss

Die Kurzgeschichte “The Old Man and the Sea“ zeigt sehr deutlich, daß wesentliche Elemente aus Hemingway’s Konzept von “Grace under Pressure“ wieder aufgenommen und neu verarbeitet wurden.

Hemingways zentrale Thematik vom Kampf den es um des Stolzes willen zu kämpfen gilt, tritt in dieser Kurzgeschichte prägnant in den Vordergrund. Verstärkt und dramatisiert wird dieser Kampf insbesondere durch die Tatsache, daß es sich um einen Todeskampf zwischen Konkurrenten handelt, die - auf ihre Art - ähnlich gute Voraussetzungen für einen Sieg haben. Fast gleichwertig stehen sich hier die Gegner gegenüber, was die Qualität des Sieges verstärkt. Dennoch spielt auch hier der spätere Verlust des Fanges keine Rolle mehr, denn der Kampf wurde ehrlich und bis zum Ende geführt. Das Regelwerk von “Grace under Pressure“ wird vom Protagonisten eingehalten, und erbringt ihm den Sieg in spiritueller Form.

Hemingways Protagonist, Santiago, verfügt über all die Qualitäten, die einen tragischen Helden zu einem Code Hero im Stile Hemingways machen. Er ist bescheiden, aber stolz. Alle Umstände sprechen gegen ihn, aber er erkämpft sich das Wesentliche durch großen Mut und Ausdauer. Sein Glauben und seine Hoffnung versiegen niemals, auch dann nicht, wenn er nach außen als geschlagen angesehen wird.

Ich denke, daß die behandelte Kurzgeschichte auf Hemingways Konzept basiert. In ihr manifestieren sich alle Qualitäten, die Hemingways Lebensphilosophie beinhaltet. Wenn von “Grace under Pressure“ gesprochen wird, sollte dabei der Blick auf den schönen und graziösen Kampf des alten Mannes niemals fehlen.

Bibliographie

Capellán, Angel.Hemingway and the Hispanic World, Michigan: University of Michigan Research Press, 1985.

Dillon-Malone, Aubrey.Hemingway - The Grace and the Pressure, London: Robson Books, 1999.

Hemingway, Ernest. In an interview with Dorothy Parker: New York: the New Yorker, 30.11.1929.

Hemingway, Ernest.The Old Man and the Sea, Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH Co., 2000.

Johnston, Kenneth G.The Tip of the Iceberg: Hemingway and the Short Story, Greenwood: Penkevill Publishing Co., 1987.

Killinger, John.Hemingway and the Dead Gods. A Study in Existentialism, Lexington: University of Kentucky Press, 1960.

Tanner, Tony.The Reign of Wonder: Naivety and Reality in American Literature, Cambridge: Cambridge University Press, 1965.

Waldhorn, Arthur.A Reader’s Guide to Ernest Hemingway, New York: Farrar, Straus and Giroux, 1972.

Wilhelm, Peter.The Nobel Prize, London: Springwood Books, 1983.

Williams, Wirt.The Tragic Art of Ernest Hemingway, Lousiana: Lousiana State University Press, 1981.

Young, Philip.Ernest Hemingway, Minneapolis: 1959.

[...]


[1]Philip Young,Ernest Hemingway, Minneapolis: 1959, pp. 10-11.

[2]Peter Wilhelm,The Nobel Prize, London: Springwood Books, 1983, p. 104.

[3]Angel Capellán, Hemingway and the Hispanic World, Michigan: University of Michigan Research Press, 1985, p. 112.

[4]Ernest Hemingway in an interview with Dorothy Parker: New York: the New Yorker, 30.11.1929.

[5]Kenneth G. Johnston:The Tip of the Iceberg: Hemingway and the Short Story, Greenwood: Penkevill Publishing Co., 1987, pp. 85-89.

[6]John Killinger:Hemingway and the Dead Gods, Lexington: University of Kentucky Press, 1960, p. 25.

[7]Arthur Waldhorn:A Reader’s Guide to Ernest Hemingway, New York: Farrar, Straus and Giroux, 1972, pp. 192-193.

[8]Tony Tanner:The Reign of Wonder: Naivety and Reality in American Literature, Cambridge: Cambridge University Press, 1965, pp. 228-248.

[9]John Killinger:Hemingway and the Dead Gods, p. 25.

[10]Kenneth G. Johnston:The Tip of the Iceberg: Hemingway and the Short Story, pp. 85-89.

[11]Ernest Hemingway:The Old Man and the Sea, Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH Co., 2000, p. 86.

[12]Ebd., p. 3.

[13]Ebd., p. 10.

[14]Ebd., p. 100.

[15]Ebd., p. 3.

[16]Ebd., p. 4.

[17]Kenneth G. Johnston:The Tip of the Iceberg: Hemingway and the Short Story, pp. 85-89.

[18]Ernest Hemingway:The Old Man and the Sea, p. 87.

[19]Ebd., p. 4.

[20]Ebd., p. 7.

[21]Ebd., p. 26.

[22]Wirt Williams:The Tragic Art of Ernest Hemingway, Lousiana: Lousiana State University Press, 1981, p. 177.

[23]Ernest Hemingway:The Old Man and the Sea, p. 36.

[24]Wirt Williams:The Tragic Art of Ernest Hemingway, p. 177.

[25]Ernest Hemingway:The Old Man and the Sea, p. 41.

[26]Tony Tanner:The Reign of Wonder: Naivety and Reality in American Literature, pp. 228-248.

[27]Ernest Hemingway:The Old Man and the Sea, p. 85.

[28]Wirt Williams:The Tragic Art of Ernest Hemingway, pp. 180-181.

[29]Aubrey Dillon-Malone:Hemingway - The Grace and the Pressure, London: Robson Books, 1999.

[30]Ernest Hemingway:The Old Man and the Sea, p. 86.

Details

Seiten
12
Jahr
2001
ISBN (Buch)
9783640119493
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104976
Note
Schlagworte
Ernest Hemingways Konzept Grace Pressure Kurzgeschichte

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Titel: Ernest Hemingways Konzept von "Grace under Pressure" in der Kurzgeschichte "The Old Man and the Sea"