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Mit Kindern durchs Kirchenjahr

Skript 2001 10 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

1. Erzählende Theologie (nach H. Jaschke)

Kinder und Geschichten

- Entwicklungspsychologische Kenntnisse auch im inhaltlichen Bereichanwenden · Kindgemäß ist oft Moralisierung, deshalb gut in die Welt der Kinder einfühlen

- Kindsein ist die Eingewöhnung in die individuellen Existenz und eingewobensein in einen Zusammenhang der Schutz gewährt

- Auch Erzählungen und Geschichten haben diese doppelte Dynamik = Umhüllung in Gebeten und Riten => Fordert Fragen und Zweifel heraus

- Kindsein ist ein Konflikt

- Das Kind bringt schon seinen Lebensplan mit, den es in den ersten Jahren in der Familie entwickelt hat ð Die Kinder sind in ihrem Denken durch viele Geschichten geformt

- Neue Geschichten werden in die innere Welt eingewoben = Gleichgewicht Das Kind in der Erzählerin

- Sich einbringen, um dem Kind nahe zu sein, dadurch, dass sie sich auf die Geschichte einlässt und sich dann auf das eigene Kindsein besinnt

- Sich dabei auch mit dem eigenen Unbewussten auseinandersetzen = Hoffnungsquelle, dass man auch mit

Unsicherheit und Gebrochenen weiterzugehen

Theologie als Erzählgemeinschaft · Das Schweigen hat seinen Raum

- Man rückt tiefer in sich hinein und trifft sich mit dem anderen => ein wir entsteht

- Theologie für Kinder ist Erzählgemeinschaft, weil Kinder nicht belehrt, sondern ernstgenommen werden wollen · Das Kind in der Familie „WIR“ eingebettet, dort wird ihm Religion und ein Gottesbild als Lebensstil vermittelt · Sich bewusst machen, dass religiöse Sprache Gefühle deutet

- Dem Kind helfen, die Fragen, die sich ihm stellen zu beantworten

- Kind braucht Mut, um die Schwelle des Unbekannten zu überschreiten Die inneren Bilder

- Kommunikation und innere Bilder verbinden Erzähler und Hörer miteinander

- Verstehen geschieht durch die Übereinstimmung der grundlegenden Bilder

- Bilder sind kollektive Mächte in Mythen, Märchen und Umgangssprache

- Jedes Familienmitglied trägt Bilder in sich über den anderen, sowie ihre Werte

- Innere Bilder sind die Grundlage für die „WIR“ Erfahrung, ohne die eine Gemeinschaft nicht denkbar ist Kinder und biblische Bilder

- Wichtig ist das Bild der Schwelle

- das Kind kommt mit ca. 10 Jahren in eine Krise und löst sich von der Familie ð Themen: Abschiednehmen, Zurücklassen

- Ist das Kind mutlos, fällt es in eine frühkindliche Verhaltensweise zurück => es will verwöhnt werden und ist trotzig

- Jesus reinigt diese Bilder als Übergang, indem er

- sein eigenes Leben als ständigen Abschied lebt, als Weg

- den Menschen nie verurteilt

- heilende Bilder in der Seele wachruft (Gleichnis vom Reich Gottes)

- Jesus belehrt die Kinder nicht, er nimmt sie in den Arm Jesus-Geschichten

Fragen: Was sagt mir dieser Text? Inwieweit trifft er auch schon ein Kind?

- Zwei Formen von biblischen Geschichten:

- 1. Geschichten, die Jesusselbst erzählt hat

- der zeitgeschichtliche Rahmen muss aktualisiert werden ð Bilder im Gespräch entfalten

- 2. Geschichten, die den Einbruch des göttlichen zum Inhalt haben

- alttestamentliche Bildersprache (Engel, Träume)

- Jesus den Auferstandenen bekennen (Glaubensgeschichten)

1. Staatsexamen Herbst 2001: Religion - Mit Kindern durchs Kirchenjahr 2

- Manche Geschichten können die Kinder auch nicht rational verstehen, sie muss man in sich wirken lassen

- Epiphaniegeschichten = Matthäus, Lukas, Johannes, Ostererfahrung und Wundererzählungen (sie sind unfassbar)

- Was das Evangelium zu sagen hat kann zur teilweise zur Sprache kommen Grunderzählungen: Jesus auf dem Weg treffen

- Schwellengeschichte (Lk 24 Emmaus-Jünger): Angst Traurigkeit => Jesus tritt hinzu und nimmt sie weg · Brot brechen: Im Sich-Mitteilen erkennen sie ihn

- Ein Aufbrechen der durch die Angst bedingten Schwerfälligkeit

- Das Ziel des Weges ist nur in Bilder ausdrückbar, sie verbinden alle und sind doch persönliche Gabe Die Kunst des Erzählens

- Erzählen heißt vergegenwärtigen

- Theologie hat Erzählstruktur, weil es Erfahrungen mit Gott sind

- Nur dort, wo sich die Erfahrung immer wieder ereignet, gibt es Überlieferung · Geschichte kommt von Geschehen

- Den eigenen Lebenszusammenhang hineinlesen Innere Bilder lebendig werden lassen

- Durch das Erzählen wird der Hörer in das Geschehen hineingezogen ð durch die Identifikation mit den Personen

- alle tragen diese Urbilder in sich

- Bilder können durch negative Erfahrungen verunstaltet werden

- sie sind dann keine heilenden Symbole mehr, z.B. Vater · Erzählen bringt die innere Bilderwelt in Bewegung = gefühlsgeladen · die Bilder beanspruchen die seelischen Kräfte

- spricht ganzheitlich an

Frage: Kann die Verunstaltung der Symbole durch das Erzählen aufgehoben werden? · Therapeutische Funktion: 3 wesentliche Aspekte:

- Zuwendung

- Symbol

- Sprache

- diese Aspekte leisten zusammen Geburtshilfe, um die Leben spendende Kraft der inneren Bilder

wieder freizusetzen

Erzählen heißt sich zuwenden

- die Zuwendung soll in drei Phasen geschehen:

- 1. Phase:

- mit der ganzen Person der Geschichte zuwenden ð sie innerlich aneignen, das innere Kindsein finden

- die Geschichte nicht wörtlich nehmen, sie erweitern oder kürzen, wo sie sich nicht finden kann

- 2. Phase:

- mit der ganzen Person den Hörern zuwenden

- sie sagt JA zu den Kindern = heilsame Erfahrung

- erst so wenden sich die Kinder ihr zu und dem was sie erzählt

- 3. Phase:

- die Kinder beantworten die Zuwendung und konzentrieren sich ð Erzählerin und Erzählung als Einheit

- Sie tritt zurück und lässt freien Raum Erzählen heißt Symbole sehen lassen · Jesus wird im Symbol gegenwärtig · Das Symbol ist mehr als ein Zeichen

- die sichtbare Wirklichkeit verweist auf eine andere unsichtbare Wirklichkeit ð beim religiösen (Glaubenssymbol) ist es Gott

- Ein Text als Symbol für das ganze der Gottesbotschaft · Symbole sehen lassen heißt:

- Ausdrucksformen so wählen, dass in der geschilderten Situation eine menschliche Grundbefindlichkeit repräsentiert wird und die Situation auf das helfend-ermutigende, beruhigende Jesus-Symbol hin offen ist

1. Staatsexamen Herbst 2001: Religion - Mit Kindern durchs Kirchenjahr 3

- Emmaus-Jünger: symbolisiert das menschliche Leben (Traurigkeit, enttäuschte Hoffnung, Bestürzung)

- Das Jesus-Symbol ist der Wanderer, der aus dieser Traurigkeit herausholt und Mut macht

- In anderen Erzählungen ist das Symbol Verheißung, Unruhe oder unbestimmte Sehnsucht

- Zum „Sehen-Lassen“ muss eine Geschichte anschaulich erzählt werden

- Kindgemäß erzählen:

- die Situationen sollen in der Welt des Kindes vorkommen, es soll sich darin wieder finden, um sich und dem Kindsein symbolisch zu begegnen

- es heißt auch spannend erzählen

- eine Geschichte brauch deutliche gestalten, die in der Geschichte herausgefordert werden

- vier Phasen einer Geschichte (nach Walter Neidhard „Erzählung zur Bibel“):

- 1. der Held wird einleitend präsentiert:

- die Beziehung des Hörers zum Helden wird geknüpft

- Identifizierung => Notwendige innere Wandlung wird angedeutet

- 2. das Thema wird verdeutlicht:

- das Problem muss gelöst werden ð es fordert alle Kräfte des Helden

- 3. Auftauchen von Hindernissen (Krisen):

- die Aufgabe übersteigt die Kräfte des helden ð der Hörer bangt um ihn

- 4. Höhepunkt und Lösung:

- die Gefahr wird abgewendet

- der Held erfüllt die Aufgabe oder unterliegt

- die Aufregung des Hörers verwandelt sich in Freude oder ergriffene Anteilnahme

- dies ist ein Grundmodell des menschlichen Reifungsweges, das auch in Märchen enthalten ist

- ich bin gespannt, was aus dem Helden wird, so werde ich meiner eigenen Person als Wanderer bewusst

- Ausdrucksform der Spannung ist auch die Offenheit einer Erzählung, die Lösung wird oft im anschließenden Gespräch gefunden

- Die Spannung erhöht sich dort, wo um das Problem gerungen wird, die Widerstände sich auftürmen

- Erweiterung der Sachinformation geschieht durch längere Dialoge, auch innere Monologe des Helden (bei knappen biblischen Texten) Angemessene Sprache

- Erzählung ist Dichtung und Sprache, sie ist symbolisch verdichtet

- Die Bilderwelt hat in der Sprache der Logik, Wissenschaft und Technik keinen Platz mehr

- Eine bilderreiche Sprache ruft die inneren Bilder wach und ermöglicht „unmittelbare Sinnbeziehung“ · Bilder sprechen für sich, deshalb kann die Sprache einfach sein => direkte Rede erhöht die Spannung · Die Sprache muss die (innere) Welt des Kindes ausdrücken, Gedanken, Gefühle, Hoffungen · Die Sprache der Evangelien ist keine den heutigen Kindern angemessene Sprache · Dabei darf die Botschaft nicht verkürzt oder verfälscht werden · Die Kinder und Jugendlichen sollen angesprochen werden

- Ich trete als Erzähler an die Stelle des biblischen Erzählers, ich übernehme die selbe Verantwortung und habe dieselbe Freiheit zur Umgestaltung wie er.

2. Definition Kirchenjahr

Das Leben der Gemeinde im Kirchenjahr

- Die gottesdienstlichen Feiern im Kreislauf des Jahres bilden zusammen das lithurgische Jahr, meist Kirchenjahr genannt

- Fundament und Kern dieses Jahres ist die regelmäßige Feier des Sonntages Der Sonntag - Tag des Herrn und seiner Kirche

- Weil Christus nach dem Bericht der Evangelien an einem Sonntag auferstanden und zu den Seinen gekommen ist, versammelt sich die Gemeinde an diesem Tag, um das Wort Gottes zu hören, an der Eucharistie teilzunehmen, des Leidens und der Auferstehung und der Herrlichkeit des Herrn zu gedenken und ihm zu danken · Die Gläubigen werden dadurch immer wieder an die Hingabe Christian den Vater und in seine Auferweckung hineingenommen; ihre Jüngerschaft wird lebendig, Kirche wird spürbar

- Die regelmäßige Feier des Sonntags ist die Mitte allen Lebens in der Kirche, das feste Gerüst des Kirchenjahres

1. Staatsexamen Herbst 2001: Religion - Mit Kindern durchs Kirchenjahr 4

- Der Sonntag ist seit apostolischen Zeiten der Ur-Feiertag, der die Gemeinde wieder zusammenführt · Durch die beiden Festkreise ist eine Reihe von Sonntagen in ihrem Inhalt näher festgelegt ð außerhalb der Festkreise bleiben 33-34 Sonntage

- es sind die Sonntage zwischen Epiphanie und Fastenzeit und zwischen Pfingsten und Advent

- am Sonntag nach Pfingsten feiert die Kirche das Fest der heiligsten Dreifaltigkeit

- Gott hat sich in Jesus als der dreifaltige Gott offenbart (der Vater, der Sohn und der Hl. Geist)

- Die Kirche nimmt schon in der Zeit ihrer Pilgerschaft am geheimnisvollen Leben des dreieinigen Gottes teil

- In der Liebe des Hl. Geistes bringt sie durch Christus dem Vater alle Herrlichkeit und Ehre dar · Der letzte Sonntag im Jahreskreis, feiert Christus, den König der Welt Die beiden Festkreise - Ostern

- Unter den Sonntagen des Jahres wird seit ältester Zeit einer besonders herausgenommen ð der Ostersonntag, als höchster Feiertag des Jahres

- in einem Triduum, das vom Abend des Gründonnerstag bis zum Ostersonntag reicht, feiert die Kirche das beseligende Leiden und Sterben, die Grabesruhe und die Auferstehung des Herrn

- die Osterfreude entfaltet sich in der 50tägigen Osterzeit, die mit Pfingsten schließt

- zur Osterfeier hin führt eine 40tägige Vorbereitungszeit, die österlich Buß- und Fastenzeit

- diesem Osterfestkreis ist eine weitere Kirchenjahreszeit nachgebildet, die dem Geheimnis der Menschwerdung geweiht ist

- ihre beiden Hochfeste sind Weihnachten am 25.12. und die Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am

06.01.

- der Vorbereitung auf die weihnachtlichen Feste dient der Advent Der Advent

- der Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem Advent

- er umfasst 3-4 Wochen, beginnend mit dem Sonntag nach dem 26.11.

- in diesen Wochen soll die Gemeinde sich auf die beiden weihnachtlichen Hochfeste vorbereiten, an denen das erste Kommen des Gottessohnes zu uns Menschen gefeiert wird

- dadurch wird unsere Erwartung auch hingelenkt auf die 2. Ankunft (adventus) Christi am Ende der Tage

- Advent ist also geprägt von hingebender und freudiger Erwartung

- Familie sammelt sich um den Adventskranz, dessen Kreisform den Zusammenhalt und dessen wachsendes Licht die zuversichtliche Erwartung ausdrückt

- Brauch: „Frauentragen“ => Bild der Gottesmutter wird jeden Tag zu einer anderen Familie gebracht Die Adventssonntage

- Der erste Sonntag ist in den Texten geprägt von der Wiederkunft Christi am letzten tag

- Am zweiten und dritten Sonntag steht die Gestalt Johannes des Täufers vor uns, der die Wege für das Kommen des Herrn bereiten wird

- Der letzte Sonntag stellt uns Maria, die Mutter und Jungfrau, die uns Christus geboren hat, vor.

- Die erste Lesung in den Adventsmessen ist immer aus den Büchern der Propheten benommen, z.B. Jesaja Quatember und Vorbereitungswoche vor Weihnachten

- Die erste Woche im Advent soll als Quatemberwoche die Gemeinde durch besondere Gottesdienste in den Advent einführen

- Die letzten 8 tage vor Weihnachten, ab 17.12., wollen auf das Geburtsfest des Herrn vorbereiten Die weihnachtliche Festzeit

- Im 4. Jhdt. musste und wollte die Kirche die Gottheit Christi gegen alle Leugner festlich bekennen ð so entstanden die beiden großen Feste der Weihnachtszeit

- die römische Kirche hat den 25.12. gewählt, den heidnischen Festtag des unbesiegbaren Sonnengottes

- sie feierten damit Christus als die wahre Sonne, der in seiner Geburt der Weltaufgegangen ist, der im Tod nicht untergehen konnte und der wiederkommt in Herrlichkeit

- die Kirche des Ostens hat den 06.10. bevorzugt

- mit ihnen Feiern wir an diesem tag die Erscheinung (Epiphanie) des Herrn, das Kommen Christi als König der Welt

1. Staatsexamen Herbst 2001: Religion - Mit Kindern durchs Kirchenjahr 5

- wahrnehmbar ist diese Epiphanie in der Huldigung der Weisen vor dem Neugeborenen Kind, in der Stimme des Vaters bei der taufe Jesu im Jordan und in den ersten Wunderzeichen des Herrn · das weihnachtliche Grundgeheimnis wird weiterentfaltet

- am Sonntag nach Weihnachten => Fest der Hl. Familie

- am 8. tag nach Weihnachten (Neujahr) => es wird der Namensgebung Jesu und der Gottesmutter gedacht

- am Sonntag nach der Epiphanie => Evangelium von der Taufe Jesu

- am 40. tag nach Weihnachten (02.02.) => Feier der Darstellung des Herrn im Tempel (feierlicher Einzug ins Gotteshaus mit brennenden Lichtern = Lichtmess)

- die Familie feiert Weihnachten vor und nach dem Weihnachtsgottesdienst (Christmette) ð sie versammeln sich vor der Krippe, die das Gesehen der Hl. Nacht darstellt

- und sie versammeln sich um den Christbaum, der uns an den Baum des Lebens und an Christus als Licht der Welt erinnert

- Grund des Feierns: Geschenke => Gott hat uns seinen Sohn geschenkt Dreikönig (Epiphanie)

- Nach altem Brauch zieht man betend durch die Wohnung, sprengt geweihtes Wasser in die Räume und lässt Weihrauch duften

- An die Türen werden mit Kreide die Jahreszahl, Kreuze und die Buchstaben C M B geschrieben (christus massionem benedicat = Christus segne diese Wohnung)

- Sternsinger ziehen durch die Straßen und bitten um eine Gabe für die Weltmission Die Fastenzeit

- Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40tägige Bußzeit zur Vorbereitung auf die Osterfeier

- 40 Jahre ist das Volk des Alten Bundes durch die Wüste gezogen, um das Land der Verheißung ehrenvoll betreten zu können

- 40 Tage verbrachte Moses auf dem Berg, um die Gebote Gottes entgegenzunehmen

- 40 Tage wanderte Elia fastend und betend durch die Wüste, bis er am Horeb Gott in geheimnisvoller Weise erfahren durfte

- 40 Tage fastete Jesu in der Wüste, widerstand dem Versucher und verkündete dann die Botschaft vom Reich Gottes

- daher bereiten wir uns 40 Tage auf die Osterfeier vor, um Tag und Auferstehung würdig zu feiern Taufe und Buße

- in der österlichen Bußzeit werden die Taufbewerber auf ihre taufe vorbereitet

- mit ihnen zusammen besinnt sich die Gemeinde der schon Getauften auf die eigene Taufentscheidung und erneuert sie

- alle hören eifriger als sonst das Wort Gottes

- Ruf zur Umkehr, Aufforderung zu tätiger Liebe

- Im Sakrament der Buße werden sie mit der Kirche und mit Gott versöhnt

- Die Gemeinde sammelt sich täglich zur Eucharistie, damit sie wie Elija in der Kraft der Gottesspeise dem österlichen Ziel zuwandern kann

- So gehen alle mit Christus den Weg nach Jerusalem, den Weg des Kreuzes zur Auferstehung Aschermittwoch und die Fastensonntage

- Der geheimnisvolle Aufbruch zur österlichen Bußzeit erfolgt am Aschermittwoch · Brauch: man verzichtet an diesem tag auf Fleisch und isst nur einmal

- Alle lassen sich in einem Gottesdienst Asche auf das Haupt steuen zum Ausdruck ihrer Bereitschaft und Umkehr · Die Woche nach dem ersten Sonntag dient als Quatemberwoche der Einführung der Gemeinde in die Fastenzeit ð der 1. Sonntag ist geprägt durch das Evangelium von der Versuchung des Herrn

- der 2. Sonntag lässt im Evangelium von der Verklärung schon das österliche Ziel aufleuchten

- die Themen der anderen Sonntage wechseln mit den verschiedenen Lesejahren

- im 1. Jahr deuten sie die taufe in den drei großen Bildern des Johannesevangeliums: vom Wasser des Lebens (Samariterinnen am Jakobsbrunnen), vom Licht der Welt (Heilung des Blinden) und vom Sieg des Lebens über den Tod (Auferstehung des Lazarus)

- die alttestamentlichen Lesungen der Fastensonntage geben einen Durchblick durch die Heilsgeschichte: die Schöpfung, die Erwählung und Führung des Gottesvolkes und die Ankündigung des Heils durch die Propheten

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Das Leiden des Herrn

- In den Gottesdiensten der Fastenzeit noch mehr aber im persönlichen gebet und den gemeinsamen Andachten (Kreuzweg, Ölbergandacht, schmerzhafter Rosenkranz) betrachten wir das Leiden und Sterben Christi

- wir lernen dadurch unseren eigenen Lebensweg verstehen als gemeinsames Schicksal mit dem Herrn, der sein Kreuz getragen und dadurch die Welt erlöst hat

- die Bereitschaft, mit dem Herrn für die Rettung der Welt zu leiden, muss sich in tatkräftigem Einsatz gegen Not und Ungerechtigkeit bewähren => Caritas und die anderen Hilfswerke der Kirche gegen Hunger und Not in der Welt eng zur Fastenzeit

Die Karwoche

- 8 Tage vor dem Osterfest ist Jesus feierlich in Jerusalem eingezogen, um dort nach dem Willen des Vaters für die

Menschen zusterben und auferweckt zu werden

- darum beginnt mit dem Palmsonntag die „Hl. Woche“ (Karwoche, Trauerwoche)

- sie ist jedoch mehr: sie feiert den Sieg Christi über Sünde und Tod (vgl. Palmsonntag => königlicher Einzug des Herrn)

- mit der Abendmesse am Gründonnerstag beginnt das österliche Triduum Palmsonntag

- Name: von Palmzweigen, mit denen die Kinder von Jerusalem christus bei seinem Einzug begrüßt haben

- Gemeinde zieht an diesem Tag in festlicher Prozession zum Gotteshaus, um dort die Eucharistie, das Sterben und den österlichen Sieg des Herrn zu feiern, als Ausblick auf das Oster-Triduum

- bei der Prozession tragen alle gesegnete Zweige

- Brauch: die Zweige werden dann nach Hause mitgenommen und aufgehängt, damit sie uns an das von Christus neu erworbene Leben erinnern

Die drei österlichen Tage vom Tod

- Die Feier des Todes und der Auferstehung dauert drei volle tage (von Donnerstagabend bis Sonntagabend) ð Triduum = Höhepunkt des Kirchenjahres

- Am Donnerstag wird während des ganzen Tages keine Messe gefeiert (Ausnahme: Ölweihe, in der der Bischof die Öle weiht für Taufe, Firmung, Priesterweihe...)

- Gründonnerstagabend:

- abends versammelt sich die Gemeinde mit all ihren Priestern und Diakonen und feiert zum Gedächtnis des letzten Abendmahls die feierliche Eucharistie

- das Evangelium von der Fußwaschung erinnert uns an den Dienst, den der Herr an uns tut und auch wir einander leisten sollten

- deshalb bringen die Gläubigen zur Gabenbereitung ihre Spenden für die Armen

- zur Vertiefung der Verkündung kann der Priester an Vertretern der gemeinde die Fußwaschung vornehmen

- Karfreitag:

- an Karfreitag und Karsamstag keine Eucharistie

- nachmittags versammelt sich die Gemeinde im Gottesdienst und gedenkt dankbar des Herrenleidens

- Gottesdienst besteht aus drei Teilen: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier (Gemeinde soll auch am Todestag an der lebensspendenden Frucht seines Sterbens teilhaben)

Osterzeit

- Österliche Freude wird 7 Wochen lang gefeiert und am 50. Tag (Pfingsten) abgeschlossen · Lied dieser Zeit: Halleluja (lobt Gott!)

- Bei allen Gottesdiensten brennt die Osterkerze und macht die Gegenwart des Auferstandenen in seiner Gemeinde bewusst

- In dieser Zeit der Erfüllung liest die Kirche nur ais dem NT (Apostelgeschichte, Offenbarung) · Ihren besonderen Charakter erhalten die Sonntage durch das Evangelium: ð Erscheinung des Auferstandenen, Verheißung des Hl. Geistes

- Am 40. Tag feiert die Kirche Christi Himmelfahrt entsprechend dem Bericht der Apostelgeschichte, dass Jesus unser Anwalt zur Rechten des Vaters erhöht ist

- durch seinen Geist, den uns Christus am Pfingsttag gesandt hat, um seine Kirche vor aller Welt zu offenbaren, bleibt und wirkt er in ihrer Mitte bis ans Ende der Zeit

- er ruft sie Sonntag für Sonntag zusammen, damit sie von seinem Geist erfüllt, seinen Dienst an der Welt weiterführt zu Ehre des Vaters

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Pfingsten

- am Samstag vor Pfingsten wird als Evangelium das hohepriesterliche Gebet Jesu verkündet

- die anschließende Woche (Quatemberwoche), gemäß dem Gebet des Herrn wird in dieser Woche v.a. um die Einheit der Kirche gebetet

- Kirche betet in den tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten um den Hl. Geist, der Kraft und Mut zum Zeugnis für Christus den Auferstandenen schenkt

- er allein bringt der Kirche Einheit und brüderliche Gemeinschaft

- der Pfingstsamstag schließt als der 50. Tag die Osterzeit ab und öffnet zugleich das Tor in den Kreis des Jahres und in den Alltag der Christen, damit auch dieser vom Geist des Herrn geprägt ist

Aufbau der Messfeier

- Hl. Messe hat zwei Hauptteile:

- Wortgottesdienst (Schriftlesung mit Auslegung, Gebet) ð Eucharistie (Hochgebet, Kommunion)

- Das ganze ist eingerahmt von einem eigenen Eröffnungsteil und von der Entlassung

3. Der Weihnachtsfestkreis

3.1 Zeit des Advents

Geschichtliche Entwicklung der Adventszeit

- Die Anfänge liegen im 5. Jhdt (Antiochien) => ab dem 11. November ein dreimaliges wöchentliches Fasten · 5. Jhdt. wird eine Liturgie für Rom bezeugt: Gregor der Große setzt die Zahl der Adventssonntage auf 4 fest ð Der Franziskanerorden trägt zur Verbreitung bei auch außerhalb Roms

- Allgemeine Vorschrift durch Pius V. 1570

- die Advents- und Weihnachtszeit eröffnet die Heilsereignisse · Zur Thelogie:

- es wird in der Fastenzeit eine dreifache Schicht deutlich: memoria, mysterium und prophetia

- memoria: Erinnerung des ehemaligen Geschehens; das Warten auf den Messias, dieses Warten ist aber für die Christen mit der Geburt beendet

- mysterium: Heilsgeschehen hier und heute. Das Warten auf das Kommen des Messias, das am Fest der Geburt Christi Gegenwart wird

- prophetia: Der Christ wartet mit dem Gottesvolk auf die Zweite Weihnacht => das Endgültige Kommen

- Advent als Zeit der Vorfreude auf das Fest

3.1.1 Vorüberlegungen

Was bedeutet Advent:

- Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest

- Kinder sind in dieser Zeit wesentlich offener für Geschichten, die vom Geheimnis, von Hoffnung und Erwartung und von Gott sprechen

- „Zeit der Kinder“ => viele Weihnachtssing- und -erzählbücher, die alles Ereignisse, wie Nikolaus... miteinbeziehen

- Advent bedarf immer der Deutung

- die Erzählungen sollen sich zwar wiederholen, dennoch soll es nicht durch die Wiederholungen abflachen

- Höhepunkte im Advent: St. Barbara, Nikolaus, Maria Empfängnis ð Einstieg in das Thema ist leicht

- Problem: eigentliche Theologie dieser Zeit kindgemäß zu entfalten Zeit des Wartens:

- Anknüpfung an die Haltung, in der Kinder diese Wochen bis Weihnachten erleben Frage: Was heißt nun die Adventszeit für Kinder?

- Advent = Vorbereitung auf die Ankunft Christi in unserem Leben und am Ende der Zeit ð Wachsamkeit für das Kommen

- Es geschieht nicht spektakulär, sondern meist leise und unauffällig

- Wir müssen lernen sensibel dafür zu werden und auf kleine Zeichen zu achten · Heute ist die Adventszeit leider häufig nur Stress für die Kinder

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- v.a., wenn nicht genug Geld da ist für Geschenke und der existentielle Druck sehr hoch ist ð diese Kinder nehmen nur diese Seite auf und hoffen, dass die ganze Sache bald vorbei ist Kinder und die biblischen Texte zum Advent:

- die Eigenart der adventlichen Texte soll vermittelt werden => sprechen vom Ankommen Gottes

- 1. Texte der Propheten: sie wollen den im Exil lebenden Verbannten Hoffnung machen, dass es einmal anderes

sein wird, dass Gott dem Leiden ein Ende setzt

- 2. Texte im NT: sie sind voll von Erwartung

- Maria und Johannes der Täufer verkörpern die Haltung des Wartens und Vorbereitens

- Um sie den Kindern nahe zu bringen: Spiel zur Identifizierung (=> nicht zu früh deren Theologie)

3.1.2 Erzählbausteine: Bilder des Wartens

1. Adventssonntag: Warten in Angst und Hoffnung · Thema des 1. Adventssonntages ist das Wachen

- es ist die innere Einstellung, die der Adventszeit als Zeit des Wartens auf die Ankunft Christi vorausgeht

- besonders Lukas legt wert auf die Mahnung zu wachen und nicht in den irdischen Sorgen und Vergnügen zu ersticken

- Angst und Hoffnung sind hierbei eine spannungsvolle Einheit

- Angst, weil es die Wirklichkeit der Nacht, des Bösen und damit die Möglichkeit des Nein zu Gottes Angebot gibt

- Hoffnung, weil auch diese Angst aufgehoben ist in Gottes Verheißung, dass er der Retter ist · Didaktisch Wichtig:

- Wachen (innerliches Bewusstsein für den stets Möglichen Anruf) ó Resignation (sich abgefunden haben, z.B. mit den Sorgen des Alltags => auch Kinder haben diese Haltung)

2. Adventssonntag: Wartenlernen, um Kraft zu sammeln - Johannes der Täufer · Die Evangelientexte des 2. Adventssonntages sprechen vom Auftreten des Täufers ð Beziehung zu Jesus und seine Einordnung in den Heilsplan Gottes ð Bußpredigt des Täufers steht im Vordergrund der Adventstexte ð Ankündigung des nahen Gerichts und Bußruf

- Keine Botschaft für Kinder, denn es besteht die Gefahr des Moralisierens

- Man muss sinnvollen Verzicht für die Kinder so begründen, dass dieser als Chance angesehen werden kann, Kraft zu sammeln für einen wichtigen Schritt nach vorne

- Adventszeit und Fastenzeit = Vorbereitungszeit, in der man verzichten lernen muss

3. Adventssonntag: Auf einen anderen Warten? - Johannes und Jesus

- Anfrage des Täufers aus dem Gefängnis durch seine Jünger an Jesus, ob er der „Kommende“ sei und das Zeugnis Jesu nur bei Matthäus und Lukas

- diese Texte zeigen, dass die Person des Täufers im ersten Nachdenken über Jesus eine erhebliche Rolle spielt

- Selbstzeugnis Jesu wird für den gefangenen Johannes zum Stein des Anstoßes

4. Adventssonntag: Warten auf ein Kind - Maria

- Um zu sagen, wer jemand ist, haben die Menschen damals die „Entstehungsgeschichte“ derer erzählt, die für sie so wichtig waren: Mose, Samuel (beide AT), Johannes der Täufer, Jesus (beide NT)

- Schon die besonderen Umstände weisen darauf hin, dass mit der zu erwartenden geburt eines Kindes nicht nur ein bewusster, vielleicht intensiv gehegter Wunsch von Eltern in Erfüllung geht, sondern ihr Leben auch bereichert

- C.G. Jung zeigte, dass das Kind als „Archetyp“ zu den zentralen heilenden Urbildern der Seele gehört ð Als Ganzheitssymbol schenkt es dem Menschen die Hoffnung eines rettenden Anfangs, der auch in größter Not möglich ist!

- Damit wird das Bild des Lebens die wirksamste Kraft gegen den Zerfall des Lebens im Tode

- In der Vorgeschichte bei Lukas (Kindheitsgeschichte) geht es in erster Linie nicht um die historische Erinnerung,

sondern um das Angewiesensein des Menschen auf Gott

- deshalb haben schon die Kirchenväter betont, dass es letztlich Christus ist, der im Herzen jedes Menschen geboren werden muss, damit die Sehnsucht nach dem Kind an ihr Ziel komme · Texte um Maria v.a. Begegnung Maria und Elisabeth) zwei wesentliche Aspekte:

- Schwangerschaft als zeit des Wartens

1. Staatsexamen Herbst 2001: Religion - Mit Kindern durchs Kirchenjahr 9

- Hinwachsen und Hinreifen auf die Bestimmung dieses einzigartigen Lebens

1.-4. Adventssonntag: Warten auf die Wende

- Alle Prophetentexte haben eine exilische bzw. nachexilische Bearbeitung erfahren

- diese tiefgreifende Erfahrung des Volkes Israel hat sich auch in den anderen Texten niedergeschlagen

- allen gemeinsam ist, dass sie eine notvolle Situation mit Hoffnungsbildern haben, um den Bedrängten Mut zu machen

- dazu gehören die klassischen Texte, wie Jes. 7+9, wo ein Kind als Heilbringer angekündigt wird Advent/Weihnachten: Hoffnungszeichen Kind

- die meisten texte der Weihnachtsliturgie sich theologisch sehr hoch reflektiert und nicht dazu geeignet, mit den Kindern Weihnachten zu erschließen

- die „klassische“ Weihnachtsgeschichte nach Lk 2 wird in der Regel entweder auf die Herbergssuche hin zentriert, oder es wird das Erleben des Hirten und ihr Besuch an der Krippe im Spiel vergegenwärtigt

- wenn man die Thematik von Weihnachten im Religionsunterricht der ausklingenden Adventszeit mehr sein soll, als eine Vorwegnahme der kindlichen Aktivitäten an den Festtagen zu hause und in der Kirche (z.B. Krippenspiel...), dann ist es sinnvoll, die „Theologie der Menschwerdung“ in die Zusammenhänge, die den Kindern bereits vertraut sind mitein zubinden

- besonders geeignet ist der Weihnachtstext Joh 1 der das „Nahegekommensein“ Gottes in der

Schöpfung behandelt

- oft wird in den ersten Wochen des Schuljahres das Thema Schöpfung behandelt, so kann von dort zum Thema Advent übergeleitet werden

- hier wird dann der Ruf des Menschen nach Umkehr laut

- so wie die Menschen mit der Schöpfung und mit sich selbst umgehen, kann es nicht weitergehen

- im Kind wird uns ein Symbol der Hoffnung geschenkt, gegen alle Mutlosigkeit, Zweifel und Blindheit · Erzählbaustein:

- wenn Gott selbst ein Kind wurde, dann muss er Kinder besonders lieben

- was liebt er an Kindern so, dass er selbst zum Kind wurde, um den Menschen neue Hoffnung zu geben?

3.2 Weihnachten Weihnachtszeit:

- Anfängliches Schwanken der Tradition (in Ägypten und Palästina wurde die Geburt im Mai gefeiert) · Die ersten Kalender weisen den Todestag auch als Geburtstag aus

- Der 25. Dezember wurde erst 354 n.Chr. erwähnt

- Am 25. Dezember wurde immer wieder die Geburt der unbesiegten Sonne, des römischen Kaisers, gefeiert

- deshalb hat man bewusst Jesu Geburt auf diesen Tag gelegt, um das heidnische Fest von innen her zu überwinden

- am 25.03. ist der Tag der Empfängnis und der Todestag von Jesu ð von dort her hat man den 25.12. berechnet

- hierzu ist allerdings kein Zeugnis bekannt

- das Wort „Weihnachten“ bedeutet bei uns Heilige Nacht · Theologie des Festes:

- die geburt ist prophetisch angekündigt „Verheißung und Erfüllung“ strukturieren die Kindheitserzählung

- ein Nebenmotiv ist die Verbindung mit der Geburt Johannes des Täufers ð mit Christus bricht die Zeit der Erfüllung und Vollendung an

- das Weihnachstevangelium wird von der Prophetie und dem Helleren, leuchtenderen der apokalyptischen Erfüllung angestrahlt

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3.2.1 Vorüberlegungen

Die Feier des Weihnachtsfestes:

- Weihnachten ist das Familienfest, dass sich am stärksten in das Bewusstsein der Kinder einprägt ð sogar noch als Erwachsene werden sie sich an diese Zeit erinnern

- bis heute wird das Alleinsein an Weihnachten als etwas sehr schmerzliches empfunden

- daher versucht man Weihnachten immer in der „Großfamilie“ möglichst geschlossen zu feiern

- Weihnachten als „Fest der Liebe“ ist für die Kinder auch das Fest der großzügigen Geschenke

- dagegen schwindet zunehmend das Bewusstsein, ein religiöses Fest zu feiern, trotz Mitternachtsmesse ð Geschenke gehören aber genauso dazu, wie der Weihnachtsbaum und die -lieder

- Weihnachtsbaum und Krippe können Ansatzpunkte für Kinderfragen sein und bieten die Gelegenheit, über den eigentlichen Sinn des Festes zu sprechen

- WEIHNACHTEN: Geburt Jesu als verheißenen Heilbringers „Neuwerdung“:

- Weihnachtsfest beinhaltet eines der tiefsten Sehnsüchte des Menschen: die Sehnsucht nach Neuwerdung ð diese Sehnsüchte werde nicht erfüllt

- diese Erwartungen sind meist unbewusst

- gerade während und unmittelbar nach den Festtagen kommt es häufig zu Streit bis zur Gewalttätigkeit einerseits und zu Missmut, depressiven Stimmungen bis zu Suizidversuchen andererseits ð Kinder sind auch Opfer dieser Enttäuschungen, sie wünschen sich auch, dass das, was bisher belastend war sich ändert => die Eltern sollen sich nicht streiten, sie Mutter soll nicht traurig sein... ð Sie wünschen sich sehr konkret, dass sich bestimmte Dinge ändern

- Das Kind Jesus ist deshalb in erster Linie nicht der Hoffnungsanker, sondern der Jesus, von der die Weihnachtsbotschaft sagt, dass er der Retter ist Zugänge zu den biblischen Weihnachtstexten:

- Texte des Weihnachtsfestes gehören zu den anspruchsvollsten

- sie wollen die Bedeutung Jesu als Gottes Sohn und als verheißener Messias und Retter darlegen · dazu haben Kinder aber keinen Zugang

- beim eigentlichen Weihnachtsevangelium mögen die Hirten, die Engel und das Kind in der Krippe zwar faszinieren, den Sinn der texte erschließen die Kinder aber nicht

- in den Krippenspielen wird die Aussage in Lk 2,7 („Sie legte ihn in eine Krippe, weil keine Herberge da war“) zu einer Herbergssuche ausgeweitet

- das bietet Gelegenheit, die Weihnachtsbotschaft auf die heutigen sozialen Probleme hin auszuweiten und die Einführung auf Weihnachtsstimmung und Geschenke zu durchbrechen

- dann wird Weihnachten als Familienfest in den Blick genommen

- Geht es bei der Heiligen Familie wirklich um eine Idylle von sorgenden Eltern und gehorsamen Kind?

- Nein, auch hier geht es um das Neue, das mit Jesus in diese Welt gekommen ist: dass unser Ursprung Gott ist, der Vater, dem wir alle „gehören“

3.2.2 Erzählbausteine: Fest der Neuwerdung

Fest der Heiligen Familie: ich gehöre zu Euch

- In den Weihnachtsfestkreis gehört das Fest der Hl. Familie (= christologische Zentralaussage)

- dieses Fest ist mit dem Text vom Auffinden des 12jährigen Jesus im Tempel verbunden (kann aber auch beim Thema Maria oder Muttertag besprochen werden)

- diese Legende (Lk 1-2) bereitet den Leser auf das Besondere der Person Jesu vor: Er, der Sohn Gottes, ist voller Weisheit, die jene der Schriftgelehrten bei Weitem übertrifft

- die Schriftstellen des AT zeigen ihn in der Tradition seines Volkes verwurzelt, aber gleichzeitig auch als den, der Gott seinen Vater kennt wie niemand sonst

- Kein Kind gehört seinen Eltern, sondern muss freigegeben werden (Botschaft dieses Textes) ð Kind ist „Gottes Kind”

Details

Seiten
10
Jahr
2001
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104875
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Schlagworte
Feste Kirchenjahr Kinder

Autor

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Titel: Mit Kindern durchs Kirchenjahr