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Das Gotteshaus bei Juden, Christen und Muslimen. Erarbeitet für den Unterricht

Examensarbeit 2003 72 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Die Funktion und Bedeutung von Medien im Unterricht
1.2 Unterrichtsbausteine
1.2.1 Unterrichtsbausteine für Klasse
1.2.2 Unterrichtsbausteine für Klasse
1.2.3 Unterrichtsbausteine für Klasse

2 Die Synagoge
2.1. Die Geschichte der Synagoge
2.1.1 Vom Stiftszelt zum Tempel
2.1.2 Vom Tempel zur Synagoge
2.2 Die wesentlichen Elemente der Synagoge
2.2.1 Der Gebetsraum
2.2.2 Die Bima
2.2.3 Die Thorarolle
2.2.4 Der Amud
2.2.5 Die Ewige Lampe
2.2.6 Die Mikveh

3 Die Kirche
3.1 Die Anfänge der Kirche
3.2 Die Basilika im Wandel der Zeit
3.2.1 Die Reformation und ihre Auswirkungen auf den Kirchenbau
3.3 Die wesentlichen Elemente der Kirche
3.3.1 Der Altar
3.3.2 Das Taufbecken
3.3.3 Der Ambo
3.3.4 Das Ewige Licht
3.3.5 Die Empore

4 Die Moschee
4.1 Die Entstehung der Moschee
4.2 Die wesentlichen Elemente der Moschee
4.2.1 Das Minarett
4.2.2 Der Mihrâb
4.2.3 Der Minbar
4.2.4 Der Kursi
4.2.5 Die Empore
4.2.6 Der Waschraum
4.2.7 Die Teil- und Ganzwaschung
4.2.8 Die Bedeutung des Wassers

5 Resümee

6 Literaturverzeichnis
6.1 Printmedien
6.2 Elektronische Medien

7 Bildnachweis
Anlage für wissenschaftliche Hausarbeit

1 Einleitung

Das Thema der vorliegenden Arbeit „Das Gotteshaus bei Juden, Christen und Muslimen - erarbeitet für den Unterricht“ ist auf persönliches Interesse an den drei großen monotheistischen Weltreligionen zurückzuführen. Nach den Terroranschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 und dem sich permanent zuspitzenden Nahost-Konflikt, stehen jedoch insbesondere der Islam und das Judentum auch im Zentrum des öffentlichen Interesses. Angesichts der gegenwärtigen Konflikte scheint das Vorhaben des reformierten Bildungsplans für den evangelischen Religionsunterricht an Realschulen, der 2004 in Kraft treten soll, umso bedeutender: „Der evangelische Religionsunterricht will SchülerInnen für Achtung und Toleranz gegenüber Menschen anderer Religionen und Kulturen sowie für ein respektvolles Zusammenleben mit ihnen gewinnen“.

Die Entwurfsfassung/Stand: 21. November 2002 des Bildungsstandards für evangelische Religionslehre an Realschulen sieht für die verschiedenen Klassen folgende Zielsetzungen vor:

Klasse 6: „Die Schülerinnnen und Schüler

- wissen, dass Jesus Jude war, und kennen wesentliche Elemente der Glaubenspraxis von Juden und der jüdischen Feste.
- können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Judentum und Christentum aufzeigen.“

Klasse 8: „Die Schülerinnen und Schüler

- kennen die Entstehungsgeschichte und die fünf Grundpfeiler des Islams.
- kennen ausgewählte Korantexte.
- können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Islam und Christentum erklären.“

Klasse 10: „Die Schülerinnen und Schüler

- kennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam.
- sind in der Lage, mit Menschen anderer Religionen zu sprechen und ihre Einstellungen zu erfragen.
- sind in der Lage, ihren eigenen Standpunkt in Auseinandersetzung mit anderen Religionen oder Weltanschauungen zu erkennen und zu artikulieren.“

In dieser Arbeit sollen daher nicht die Unterschiede, sondern vielmehr die Gemeinsamkeiten der Gotteshäuser im Judentum, Christentum und Islam herausgestellt werden.

Die vorliegende Arbeit besteht aus drei Teilen: einem schriftlichen Teil in Printform, einer Website und einem DVD-Film (diese liegen jeweils in Form einer CD-ROM bei). Der DVD-Film und die Website sind als Einheit gedacht. Durch die Verwendung unterschiedlicher Medien soll eine umfassende und zeitgemäße Wissensvermittlung erfolgen. Der schriftliche Teil skizziert den geschichtlichen Hintergrund und präsentiert ausgewählte Elemente der jeweiligen Gotteshäuser.

Sowohl die Website (insbesondere durch das Autorenmodul „Hot Potatoes“1 ) als auch der DVD- Film wurden speziell für die Anwendung im Religionsunterricht der Klassen 6-10 der Sek. I konzipiert. Der DVD-Film soll die SchülerInnen visuell an das Thema heranführen und ihnen einen Überblick über die wichtigsten Elemente der Gotteshäuser im Judentum, Christentum und Islam geben. Die Website gibt den SchülerInnen die Möglichkeit, das durch die Website und den DVD-Film erworbene Wissen interaktiv und handlungsorientiert anzuwenden, und ihre erarbeiteten Kenntnisse anschließend mit Hilfe eines Lückentextes, eines Kreuzworträtsels und einer Zuordnungsübung zu überprüfen. Das Ergebis dieser Aufgaben wird dann automatisch via E-Mail an die Lehrkraft gesendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: Bsp. Einer Übungsaufgabe (Lückentext) im Internet

1.1 Die Funktion und Bedeutung von Medien im Unterricht

Der Einsatz von audiovisuellen Medien in der Schule hat eine lange Tradition. Bereits in den 20er Jahren wurden Schulfunk und später Schulfernsehen im Unterricht eingesetzt2 . Mittlerweile ist der Einsatz dieser Medien in der Schule nicht mehr wegzudenken. Dies ist nicht zuletzt auf den Wandel in der Informations- und Kommunikations- Technologie in den 90er Jahren zurückzuführen, der sich auf viele Bereiche des Lebens, und damit auch auf den Schulalltag ausgewirkt hat. Neue Medien/Multimedia kombinieren unterschiedliche Codesysteme (Text, Bilder, Grafiken, Film etc.) und sprechen gleichzeitig die auditiven und visuellen Sinnensorgane an3 . Dem Lehrer steht heute eine Vielzahl von neuen Medien zur Verfügung, wie z.B. computergestützte Lernprogramme, Personal Computer, Internet, digitale Fotografie, digitales Video (DVD) und Bildbearbeitung. Das breite Spektrum an völlig neuen Hilfsmitteln gibt dem Lehrer heute unzählige Möglichkeiten, diese Medien im Unterricht einzusetzen. In den letzten Jahrzehnten wurden audiovisuelle Medien überwiegend als Enrichment eingesetzt, als Auflockerung und Belebung des Unterrichts4 . Hierbei trat der Lehrer hinter das Medium zurück, behielt jedoch seine lenkende Rolle bei. Zur Einstimmung der Schüler auf das Thema wurden audiovisuelle Medien am Anfang einer Unterrichtsreihe verwendet, zu späteren Zeitpunkten dienten sie auch der Motivation.

Der Schwerpunkt lag hierbei auf einer passiv-rezeptiven Rolle der Schüler. Durch das Aufkommen der Massenmedien hat sich ein neuer Schwerpunkt beim Einsatz der audiovisuellen Medien herausgebildet. Die Medien selbst werden zum Gegenstand des Unterrichts. Da sie Informationen gleichzeitig über Sprache und über visuelle Eindrücke vermitteln, können Informationen besser aufgenommen werden. Denn die Befürchtung, ,, dass sich Bild und Ton mehr blockieren als ergänzen, was zu einer Reduzierung der Verarbeitungsleistung führen kann"5 , bestätigt sich nicht. Die Effektivität von audiovisuellen Medien ist dennoch umstritten, da ihre Wirkung auf Lernprozesse nicht eindeutig geklärt ist. Trotzdem kann die Verwendung dieser Medien im Unterricht eine positive emotionale Wirkung haben, da die Lehrperson für den Zeitraum des Einsatzes entlastet wird. Die Aufmerksamkeit der Schüler wird auf das Medium gelenkt und richtet sich nicht mehr ausschließlich auf den Lehrer. Eventuell vorhandene Spannungen im Lehrer-Schüler- Verhältnis treten in den Hintergrund.

Defizite der audiovisuellen Medien können im didaktischen, methodischen, formalen, inhaltlichen oder organisatorischen Bereich liegen. Probleme im inhaltlichen Bereich ergeben sich u.a. dadurch, dass der Hauptanteil der audiovisuellen Medien (Filme, CDs u.s.w) mittlerweile kommerziell produziert wird. Der Lehrende hat immer weniger Einfluss auf den Inhalt der Hilfsmittel und vertritt indirekt die Interessen der Industrie.

Im organisatorischen Bereich wäre als problematisch anzuführen, dass ein audiovisueller Medieneinsatz häufig mit hohem zeitlichen und organisatorischem Aufwand verbunden ist. Dieser ist aber innerhalb der traditionellen Grenzen des Stundenplans kaum zu leisten. Defizite im didaktischen Feld ergeben sich daraus, dass dem Lehrkörper bisher anscheindend nicht genügend mediendidaktische und - pädagogische Kompetenzen vermittelt werden.6 Auch im methodischen Bereich herrscht ein Mangel an verwertbaren Theorien zum Einsatz von audiovisuellen Medien.

Für bestimmte Aufgaben und Situationen im Unterricht - Wiederholung, Übung, Erfolgskontrolle - ist nicht ausreichend Material vorhanden. Dies führt dazu, dass audiovisuelle Medien auf die Funktionen der Darbietung und Motivation beschränkt werden. In den letzten Jahrzehnten ist die Medienvielfalt im täglichen Leben jedoch extrem angestiegen und macht neue Ansätze zum Umgang mit Medien erforderlich.

Der Einsatz von neuen Medien ist ebenfalls nicht unproblematisch. Dies liegt zum einen an den hohen Anschaffungskosten für die Hardware, zum anderen wird die Einbindung der Medien in den Unterricht dadurch erschwert, dass hierfür speziell ausgestattete Räume genutzt werden müssen. Dies ist mit einen hohem Organisationsaufwand für die Lehrperson verbunden. Darüber hinaus setzt der Umgang mit den neuen Medien ein hohes Maß an technischem Wissen voraus. Schüler und Lehrer müssen sich dieses Know-how aneignen und sich ständig ,weiterbilden'.

Im Umgang mit Multimedia ist der Lehrende stark gefordert. Die Faktoren, die bereits beim Einsatz von konventionellen audiovisuellen Medien kaum zu überblicken waren, haben sich bei den neuen Medien vervielfacht. Da es sich nicht mehr um eine Ein-Weg- Kommunikationssituation handelt, müssen völlig neue Unterrichtskonzepte erarbeitet werden. Dies wirkt sich sowohl auf die Inhalte und Ziele, als auch auf die Methodik im Unterricht aus.

Ein Beispiel für neue Unterrichtsziele beim Einsatz von audiovisuellen Medien und Multimedia könnte die Vermittlung von folgenden Kompetenzen sein:7

1. Medien bewusst wahrnehmen, d.h. der ,,Veroberflächlichung" entgegenwirken und Inhalte analysieren
2. Technische Kompetenz , d.h. Medien korrekt anwenden können
3. Semantische Kompetenz, die Fähigkeit Gestaltung und Bildsymbolik entschlüsseln und kritisch bewerten zu können
4. Pragmatische Kompetenz, die Fähigkeit mit Medien zu kommunizieren und Medien aktiv zu verwenden.

Im Idealfall wäre der Unterricht also nicht mehr lehrerzentriert, sondern schülerzentriert. Die Inhalte werden nicht länger von der Lehrperson vorgegeben, sondern ergeben sich aus den Erfahrungen und dem Handlungsbedarf der Schüler. Ziel ist es, dass die SchülerInnen selbständig eine Idee entwickeln oder aus einem Problem einen Handlungsbedarf ableiten.

Wissensvermittlung könnte durch eigenständige Recherchen stattfinden: durch die Dokumentation von Projekten, durch die Durchführung von Video-Konferenzen oder durch Bildbearbeitung.

Für den Einsatz audiovisueller Medien zum Zweck der Wiederholung, des Einübens und der Leistungsüberprüfung müsste jedoch mehr didaktisches, fächerbezogenes Material zur Verfügung stehen.

Genau hier setzt diese Wissenschaftliche Hausarbeit an. Sie soll u.a. dazu beitragen, diesem Mangel entgegenzuwirken.

1.2 Unterrichtsbausteine

Ziel des Bildungsplanes für den ev. Religionsunterricht an Realschulen in Baden-Württemberg ist, dass die SchülerInnen am Ende von Klasse 10 die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei großen monotheistischen Weltreligionen, u.a. die Elemente im Gotteshaus und deren Gebrauch im Gottesdienst, kennen und vergleichen können.

Folgende Unterrichtsbausteine skizzieren einige Möglichkeiten, das Judentum, das Christentum, den Islam und deren Gotteshäuser im Unterricht vorzustellen.

1.2.1 Unterrichtsbausteine für Klasse 6

Am Ende von Klasse 6 sollen die SchülerInnen „wesentliche Elemente der Glaubenspraxis von Juden der jüdischen Feste, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Judentum und dem Christentum aufzeigen können“.

Baustein 1:

- Glaubenspraxis von Juden
- Wie praktiziert der Jude seinen Glauben? Spezielle Darstellung von Riten innerhalb und außerhalb der Synagoge ( Teilvorstellung des DVD-Films :“Das Gotteshaus bei Juden Christen und Moslems : die Synagoge“).
- Welche Feste feiern die Juden?

Baustein 2:

- Glaubenspraxis von Christen
- Wie praktiziert der Christ seinen Glauben, innerhalb und außerhalb der Kirche?
- Welche Feste feiern die Christen?

Baustein 3:

-Gemeinsamkeiten zwischen dem Judentum und dem Christentum
- Gegenüberstellung der Riten im Judentum und dem Christentum. Was ist gleich?
- Welche Unterschiede zeigen sich in der praktischen Ausübung des Glaubens im Judentum und im Christentum (evtl. Unterschiede im Gottesdienst und den Elementen des jeweiligen Gotteshauses).
- Die Geschichte des Judentums

1.2.2 Unterrichtsbausteine für Klasse 8

Die SchülerInnen sollen am Ende von Klasse 8 „die Entstehungsgeschichte, die fünf Grundpfeiler des Islams und ausgewählte Korantexte kennen. Außerdem sollen sie die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen dem Islam und dem Christentum erklären können“.

Baustein 1:

- Die Entstehungsgeschichte des Christentums
- Von Abraham (AT) bis Jesus (NT)
- Die 10 Gebote
- Die Bibel

Baustein 2:

- Die Entstehungsgeschichte des Islam
- Von Abraham über Jesus bis Muhammad
- Die fünf Grundpfeiler des Islam
- Der Koran

Baustein 3:

- Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Islams und des Christentums
- Textvergleich von Bibel- und Koranstellen. Was fällt auf?
- Entstehungsgeschichte des Koran der Bibel und der Gesetzesrolle
- Besuch einer Moschee und einer Kirche

1.2.3 Unterrichtsbausteine für Klasse 10

Am Ende von Klasse 10 sollen die SchülerInnen „die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam kennen. Sie sollen in der Lage sein, sich mit Menschen anderer Religionen zu unterhalten und ihre Einstellung zu erfragen. Außerdem sollen sie ihren Standpunkt in der Auseinandersetzung mit anderen Religionen oder Weltanschauungen erkennen und artikulieren können“.

Baustein 1:

- Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei monotheistischen Religionen
- Besuch einer Synagoge
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten :
- Heilige Bücher
- Einrichtungen in den Gotteshäusern (DVD-Film und Website)
- Riten
- Evtl. philosophische Ansätze

Baustein 2:

- Sprechen mit Menschen anderer Religionen und deren Einstellung erfahren
- Diskussion mit einem Rabbi, einem Pfarrer und einem Imam
- Evtl. Besuch von islamischen, christlichen und jüdischen Familien

Baustein 3:

- Erkennen des eigenen Standpunktes in Auseinandersetzung mit anderen Religionen oder Weltanschauungen
- Diskussion des eigenen Standpunktes

Bevor der eigene Standpunkt über andere Religionen oder Weltanschauungen gebildet werden kann, muss den SchülerInnen ein Einblick in andere Religionen gewährt werden. Dazu lässt der vorläufige Bildungsplan in Klasse 7 und 9 Raum.

Diese Unterrichtsbausteine stellen längst nicht alle Möglichkeiten dar, die drei monotheistischen Weltreligionen und ihre Gotteshäuser im Religionsunterricht vorzustellen. Sie sollen als Anregung dienen.

2 Die Synagoge

2.1 Die Geschichte der Synagoge

2.1.1 Vom Stiftszelt zum Tempel

Abraham (Avraham) war nach jüdischer Überlieferung der erste Mensch, der Gott als den Einzigen, Allmächtigen, den Schöpfer allen Seins erkannte. Gott schloss mit Abraham einen ewig währenden Partnerschaftsbund (1 Gen,17), ebenso mit dessen Sohn Isaak (Yitzchaq) und dessen Sohn Jakob (Yaaqov). Jakob erhielt nach einem Kampf mit einem Boten Gottes, einem Engel, den Ehrennahmen Israel (Yissrael), was so viel wie „Streiter Gottes“8 bedeutet.

Aus den zwölf Söhnen Jakobs9 entstanden zwölf Stämme, die später das Volk Israel, die Israeliten bildeten, mit denen Gott einen weiteren Bund am Sinai schloss. Im Verlauf der Geschichte gingen zehn der zwölf Stämme verloren. Übrig blieben der Stamm Juda (Yehuda) und der Stamm Levi, die in der Folge gemeinsam als „Juden“ bezeichnet wurden.

Im Laufe der Zeit waren die Nachkommen Israels nach Ägypten gekommen und dort in Knechtschaft und schwerste Erniedrigung gezwungen worden. Auf Weisung und mit Hilfe Gottes führte Moses (Masche) die Israeliten von dort heraus in die Freiheit. In dieser Wüstenwanderungszeit wurde ein einendes Heiligtum erforderlich. Auf Anweisung Gottes baute Moses daraufhin das sog „Stiftszelt“ bzw. die „Stiftshütte10 “, deren grundlegender Aufbau seither die Gotteshäuser der Israeliten bestimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2: Stiftshütte mit Zaun11

Die Stiftshütte wurde das Zentrum, um das sich die zwölf Stämme scharten.

Sie war durch einen Vorhang an der Ostwand betretbar. Den Kern bildete eine Art transportables Blockhaus aus vergoldeten Brettern und Balken, das durch ein Zeltdach aus kostbarsten Stoffen und drei Überdecken verhüllt wurde. Ein weiterer Vorhang trennte das Allerheiligste vom Heiligen mit dem Rauchopferaltar, dem Schaubrottisch12 und einem goldenen siebenarmigen Leuchter, dessen Kerzen die ganze Nacht hindurch brannten. Im Allerheiligsten befand sich die Bundeslade, mit den heiligen Tafeln. Es durfte nur vom Hohepriester am Versöhnungstag betreten werden. Ein mit Tüchern bedeckter Zaun grenzte einen heiligen Bezirk um die Stiftshütte herum ab13 .

[...]


1 http://www.hotpotatoes.de

2 vgl. Hagemann 1978. Seite 26

3 vgl. Strittmatter 2000. Seite 100

4 vgl. Hagemann, 1978

5 Strittmatter, 2000. Seite 86

6 vgl. Sacher 1994. Seite 67

7 vgl. Maier 2001. Seite 47ff

8 Einer, der mit Gott kämpft und für Gott streitet.

9 Aser, Benjamin, Dan, Gad, Issakar, Joseph, Juda, Levi, Naphtali, Ruben, Simeon und Zebulon

10 Nach Martin Luther

11 Aus: www.mdr.de/sachsen/synagoge

12 Schaubrot: Brot oder Kuchenfladen, die im Heiligtum auf dem „Schaubrottisch“ niedergelegt wurden. (vgl.: 2 Moses 25,23-30; 1Sam 21,7; 1Kön 7,48) [Reclams Bibellexikon 5. Auflage 1992]

13 Vgl.: Exodus 26,15-30; 36,20-34

Details

Seiten
72
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638168861
ISBN (Buch)
9783638697743
Dateigröße
3.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10472
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg – Theologisches Institut
Note
1
Schlagworte
Gotteshaus Juden Christen Moslems monotheistische Weltreligionen

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