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AIDS und die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika - Wege aus der Krise

Seminararbeit 2000 32 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A - Einführung
A – 1 - Historischer Überblick
A – 2- Wirkungsweise, Übertragung und Krankheitsverlauf des HI-Virus
A – 3 - AIDS in Afrika - Ein Überblick
A – 4 - AIDS als private oder öffentliche Aufgabe

B - Theorie zur wirtschaftlichen Modellierung von AIDS
B – 1- Epidemietheorie
B – 2 - CGE-Modell
B – 3 - Wege aus der Krise

C - Empirische Untersuchungen zu AIDS in Afrika
C – 1 - Epidemiesimulation
C – 2- CGE-Simulation
C – 3 - Politikwirksamkeit

D - Konklusion

E - Appendix:
E – 1 - Bibliographie
E – 2 - Karten - Diagramme - Tabellen

A - Einführung

A – 1 - Historischer Überblick

Der Begriff AIDS wurde Anfang der 80ger Jahre gebildet[1]. Die Abkürzung steht für Acquired Immune Deficiency Syndrom und erklärt ein damals neues und unbekanntes Krankheitsbild, in dem die Immunabwehr von Patienten rapide zusammenbricht. Als Folge sterben die Patienten innerhalb von 6 Monaten bis zu 2 Jahren[2] an Krankheiten, die normalerweise durch die körpereigene Abwehr unterdrückt werden können. Die

Krankheit trat anfänglich überwiegend bei Homosexuellen und Drogenabhängigen Kreisen auf. Augenscheinlich stark betroffen waren westliche Industriestaaten, insbesondere die USA. Durch das Untersuchen der Todesfälle und deren Verbindung untereinander wurde bald klar, daß die mysteriöse Krankheit eine ausgesprochen lange Latenzzeit aufweist. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit vergehen im Schnitt 8 bis 10 Jahren[3]. Das starke Wachstum der auftretenden

Krankheitsbilder, in Kombination mit der langen Phase zwischen Ansteckung und Ausbruch und dem anfänglich geringen Wissen über Ursache und Herkunft, führte zu einem starken öffentlichen Interesse an AIDS. In Folge wurden im medizinisch- wissenschaftlichen Bereich enorme Anstrengungen unternommen, um den Erreger der Krankheit, falls es sich um einen solchen handeln sollte, aufzudecken. Im Jahre 1983 wurde ein Virus mit dem Namen HIV[4] von Luc Montagnier[5] (Paris) entdeckt und bald darauf als Erreger von AIDS ausgemacht.

A – 2- Wirkungsweise, Übertragung und Krankheitsverlauf des HI-Virus

Das HI-Virus ist wie die meisten anderen Viren lediglich eine Hülle um eine Erbinformation speichernde Nukleinsäure. Es besitzt weder Zellstruktur noch eigenen Stoffwechsel, sondern repliziert sich über lebende Wirtszellen. Dabei wird der Wirt zerstört (lythischer Vorgang). Das HI-Virus benötigt zum Andocken an den Wirt das CD4 Molekül, welches beim Menschen auf den T-Helferzellen, den Makrophagen, den Langerhanszellen der Haut und den Gliazellen des zentralen Nervensystems vorkommt. Die T-Helferzelle nimmt eine zentrale Stellung in der Regulation des Immunsystems ein. Deshalb führt ihr Ausfall zu Störungen der Infektabwehr bei Infizierten[6]. Die Weiterverbreitung geschieht über Blut, Sperma, Muttermilch und andere Körperflüssigkeiten[7]. Jedoch nicht, oder nur in sehr seltenen Fällen, über Speichel.

AIDS wird hauptsächlich (in 75% der Fälle weltweit[8]) durch Geschlechtsverkehr übertragen und wird deshalb den Sexually Transmitted Diseases (STD) zugeordnet. An zweiter Stelle der Übertragung steht die Mehrfachbenutzung von Spritzen unter Drogenabhängigen (in China und Teilen Südostasiens ist dies sogar der Hauptan- steckungsweg). Weitere häufige Übertragungsarten sind Blutkonserven, ungenügend gereinigte medizinische Geräte, sowie die Übertragung zwischen infizierter Mutter und Kind. Die Mutter-Kind Übertragung (Mother-to-Child-Transmission) kann auf zwei Weisen geschehen. Zum einem bei der Geburt durch Ansteckung über den Geburts- kanal oder anschließend über die Muttermilch. Die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung des Kindes über die Mutter beträgt nach einer Studie[9] von Ruth Nduti (University of Nairobi) annähernd 40%, falls keine medizinische Vorsorge getroffen wird, und ist somit sehr hoch. Durch die für Entwicklungsländer hohen Kosten der medizinischen

Prävention, hat die Mother-to–Child-Transmission in Afrika einen vergleichsweise hohen Anteil[10]. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit über den ungeschützten Geschlechtskontakt liegt pro Kontakt im Schnitt bei ca. 1%[11], variiert aber stark in

Abhängigkeit der verwendeten Sexualpraxis. Je höher die Wahrscheinlichkeit von über den Kontakt ausgelöste Hautverletzungen und damit verbundene Blutübertragung ist, desto höher ist die Ansteckungsgefahr. Deshalb bergen der homosexuelle Geschlechtsverkehr, aber auch Vergewaltigungen, höhere Gefahren.

Der Verlauf der Krankheit wird in drei Stufen unterteilt. In der ersten Stufe, die mit Beginn der Ansteckung eintritt, der sogenannten akuten HIV Infektion, verliert der Körper innerhalb kurzer Zeit sehr viele T-Zellen. In etwa der Hälfte der Fälle[12] kommt es zu grippeartigen Symptomen, die im Normalfall ca. 3 Wochen andauern.

Mit dem anschließenden Beginn der zweiten Stufe stellt sich der Körper durch vermehrte Produktion von T-Zellen auf die neue Situation ein. Weiterhin werden Antikörper gegen HIV gebildet. Da die meisten HIV-Tests auf Messung dieser Antikörper beruhen, ist es erst jetzt möglich, die Krankheit zu diagnostizieren. Die zweite Stufe dauert im Schnitt zwischen 8 und 10 Jahren. In sehr armen Ländern wird die Dauer der zweiten Stufe mit nur 5 Jahren angegeben. Bei Kleinkindern, insbesondere bei Babys, die sich über die Gebärmutter oder über die Muttermilch infizieren, liegt die Gesamtdauer der Krankheit noch niedriger[13]. Aber auch Extremfälle von Infizierten, die 20 Jahre ohne Ausbruch der Krankheit leben, sind nachweisbar. Für den Verlauf der Infektion spielen Rahmenbedingungen wie Ernährung, körperliche Konstitution, Umfeld, möglicherweise auch genetische Faktoren eine Rolle. Im Laufe der zweiten Stufe sinkt die Anzahl der T-Helferzellen von anfänglich 800-1000 pro Kubikmillimeter Blut jährlich um ca. 50 – 70. Weiterhin verringert sich die Nachweisbarkeit der Antikörper.

Unterhalb von 200 Helferzellen / mm3 Blut wird der Körper stark anfällig für opportunistische Krankheiten, Infektionen, die der Körper mit intakter Immunabwehr bekämpfen könnte. Mit Ausbruch dieser Krankheiten beginnt die dritte, klinische Stufe, das eigentliche AIDS. Der Erkrankte stirbt an einer Krankheit oder einer Kombination von Krankheiten[14]. Insbesondere in Entwicklungsländern führt die geringe medizinische Ausstattung und schlechtere Ausbildung seitens des medizinischen Personals zu Fehldiagnosen, was wiederum zu fehlerhafter Statistik[15] führt. Gerade die Fehlerhaftigkeit der Statistik[16] wird gerne als Argument derer verwendet, die ein anderes politisches Vorgehen[17] gegen AIDS fordern oder sogar andere Ursachen[18] für AIDS proklamieren. Manche Menschen sehen AIDS auch als Strafe Gottes für menschliche Unmoral[19].

A – 3 - AIDS in Afrika - Ein Überblick

Seit den Auswirkungen des Ölschocks, mit seiner verheerenden Wirkung auf Afrika[20], in den 80er Jahren, hat die Wirtschaft zu Beginn der 90er Jahre angefangen sich zu stabilisieren. Das pro Kopf BSP als Wohlstandsindikator nahm im geringen Maße wieder zu. Doch gleichzeitig zeigten sich vermehrt auftretende AIDS-Fälle. Im Gegen- satz zu anderen Ländern fehlten in Afrika, insbesondere in südafrikanischen Ländern

(SSA), oft sowohl Geld, als auch der politische Wille zur Durchsetzung von Gegen- maßnahmen[21]. Der neueste Weltbankreport nennt ernüchternde Zahlen. Im Jahre 1999 leben bereits 25 Mio. von 35 Mio. AIDS-Infizierten in Südafrika[22]. Alleine die Neu- infektionen im Jahre 1999 betrugen hier 4,0 Mio. Fälle[23]. In sieben Ländern sind mehr als 20%[24] der Erwachsenen infiziert. In Botswana sind es sogar 35,8%. 95% der 13,2 Mio. AIDS-Waisen leben in Afrika[25]. Manche Gebiete sind regelrecht entvölkert. Wie auch vorhergesagt wurde hat die Zahl der infizierten Frauen[26], die der Männer erstmals überstiegen.

Die wirtschaftlichen und sozialen[27] Auswirkungen sind nur schwer abschätzbar, werden jedoch enorm sein. Noch ist das Bevölkerungswachstum positiv, weil das Sterben erst zeitverzögert eintreten wird. Der Produktionsausfall durch Verlust an Menschen könnte zu einer Armutsspirale führen. Die hohe öffentliche Verschuldung und der geringe Lebensstandard verengen den politischen Handlungsspielraum.

Dennoch gibt es Zeichen der Hoffnung. Einige Länder konnten bereits Erfolge im Kampf gegen die Infektion erzielen, insbesondere Uganda, Senegal[28] sowie Madagaskar[29]. Senegal hat bereits 1986 Maßnahmen ergriffen und somit den Anteil HIV-Infizierter unter 2% der Gesamtbevölkerung halten können. Uganda hat von 1990 bis heute den Anteil von 14% auf unter 8% drücken können.

A – 4 - AIDS als private oder öffentliche Aufgabe

Es stellt sich jedoch die Frage, ob AIDS überhaupt gelöst werden muß. Möglicherweise wirken ja auch hier Gesetze des freien Marktes und eine Lösung ergibt sich aus dem Zusammenspiel der Märkte. In diesem Falle hätte ein staatliches Ein- greifen vielleicht fatale negative Wirkung? Nach der finanzwissenschaftlichen Theorie[30] gibt es drei Staatsaktivitäten: Allokation, Verteilung und Stabilisierung.

Allokation: Unter allokativen Gesichtspunkten läßt sich die AIDS-Infektion auch als externer Effekt betrachten. „Ein externer Effekt tritt dann auf, wenn eine Transaktion zwischen zwei Tauschpartnern einen negativen Effekt auf eine dritte Partei ausübt.“[31]. Durch die Ansteckung einer Person erhöht sich das Ansteckungsrisiko für den restlichen gesunden Teil der Bevölkerung. Da es keinen Marktpreis gibt, der die gesunde Bevölkerung für ein erhöhtes Risiko kompensiert, kommt es zu Markt- versagen, und Grund für staatliches Eingreifen ist gegeben[32]. Es läßt sich über die Externalität ein wirtschaftswissenschaftlich begründeter Anspruch auf staatlichen

Schutz für den Rest der Bevölkerung ableiten. Da eine AIDS-Epidemie z.B. auch zu erhöhter Tuberkuloseinfektion bei der gesunden Bevölkerung führen kann, läßt sich der Schutzanspruch auch auf Nebenschauplätze erweitern[33].

Womit ließe sich ein Anspruch auf staatliche Hilfe von bereits HIV-Infizierten begründen? Helfen kann die Klärung der Frage, ob es sich bei einer AIDS-Erkrankung um ein privates oder ein öffentliches Gut handelt. Nach Thurow[34] ist die Behandlung von Krankheiten ein privates Gut und nichts ist privater als der Tod. Aber für den Fall, daß eine staatliche Fürsorge HIV-Infizierter die Nicht-Infizierten schützt, läßt sich der Schutzanspruch auch auf die, vor denen geschützt werden muß, erweitern.

Insbesondere staatliche Aufklärungspflicht, aber auch die staatliche Betreibung der HIV-Diagnose (z.B.: über kostenlose Tests) werden begründbar[35], da sie zwar auf HIV- Infizierte angewendet werden, aber indirekt auf Nicht-Infizierte wirken.

Eine Besonderheit der HIV-Epidemie ist die lange asymptotische Phase der Er- krankung. In der zweiten Stufe muß der Infizierte nicht zwangsläufig über das Vor- handensein von HI-Viren in seinem Körper informiert sein oder er teilt sein Wissen der Umgebung nicht mit. Somit gibt es für seine Umgebung keine Signale über die von ihm ausgehende Gefahr. Der Markt ist damit asymmetrisch bzw. nicht perfekt informiert und als Folge kommt es zu Wohlfahrtsverlusten[36]. Über staatliches Eingreifen kann die Transparenz erhöht werden. Das ist auch ein Grund für staatlich angeordnete Bluttests[37].

Verteilung: Das Verteilungsargument besagt, daß der Staat für einen gewissen Aus- gleich zwischen Arm und Reich sorgen soll. Ableiten läßt sich daraus die Begründung für das Vorhandensein des Sozialstaats. Haben die Eltern eines ungeborenen Kindes die Wahl zwischen der Geburt des Kindes in eine Welt ohne soziale Sicherheit und eine Welt mit sozialer Sicherheit, so werden sie in Anbetracht der Unsicherheit über spätere Lebensumstände des Kindes zu einer Welt mit einem zumindest geringen

Anteil sozialer Komponenten tendieren[38]. Der Sozialstaat rechtfertigt die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für Bedürftige[39]. Im Sinne der Gerechtigkeit gibt es keinen Grund warum der Sozialstaat nicht auch für AIDS-Infizierte gelten sollte, sobald diese als bedürftig gelten. Die höhere Bedürftigkeit HIV-Infizierter entsteht während der zweiten Stufe der Infektion über den Bedarf nach Medikamenten und medizinischer Betreuung, in der dritten Stufe zusätzlich durch den erlittenen Arbeitsausfall und den damit verbundenen Verlust der Selbstversorgung.

Stabilisierung: Das Stabilisierungsargument tritt dann in Kraft, wenn der Staat über seine Maßnahmen (oder ihr Ausbleiben) die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen kann. Die epidemische Komponente von HIV und die damit verbundene Priorität zur frühen Eindämmung legt eine staatliche Aufgabe nahe. Zwar ist staatliche Intervention begründet, doch diese muß nicht auf allen Ebenen stattfinden. Die einzelnen öffent- lichen Aufgaben können auch an private Organisationen delegiert werden.

B - Theorie zur wirtschaftlichen Modellierung von AIDS

Für die wirtschaftliche Modellierung von AIDS gibt es zwei unterschiedliche Möglich- keiten. Im herkömmlichen Verfahren werden anhand mathematischer Modelle Einflussparameter erhoben oder statistisch geschätzt und in die Zukunft übertragen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der computergestützten Simulation. Die Modell- problematik wird in prozedurale Schritte gefasst. In einem iterativen Schritt dienen die Ergebnisse eines Simulationsdurchlaufes als Input für den nächsten Durchgang[40]. Im folgenden Kapitel werden schwerpunktmäßig Modelle aus dem Simulationsverfahren betrachtet, sowie auch Kombinationen aus beiden. Der letzte Abschnitt widmet sich den Lösungsmöglichkeiten aus theoretischer Sicht.

B – 1- Epidemietheorie

Um den wirtschaftlichen Einfluss von AIDS zu modellieren, muß man zuerst die Aus- breitung verstehen. AIDS ist eine Epidemie, und für alle Epidemien gibt es gemein- same Grundmerkmale. Es handelt sich um drei Faktoren[41].

- Die Anzahl der Perioden, innerhalb derer eine Person infiziert ist
- Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung über einen Kontakt
- Die Anzahl der Kontakte der infizierten Person mit Nichtinfizierten pro Periode

Die Besonderheit an AIDS gegenüber anderen Epidemien ist die lange asymptotische Phase[42]. Dafür ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit geringer als beim Ebolavirus oder der Pest. Die Anzahl der Infizierten wird als die Prävalenz, die Anzahl der Neu- infizierten als die Inzidenz einer Epidemie bezeichnet. Der Tod von Infizierten reduziert die Prävalenz, während sie über die Inzidenz steigt. Gleicht der Tod in seiner Höhe genau die Inzidenz aus, so bleibt die Prävalenz konstant und man ist im Steady State. Gibt es Bevölkerungswachstum, dann kann der Anteil Infizierter an der Gesamtbevölk- erung sogar zurückgehen auch wenn die Zahl in Absolutbeträgen steigt.

Der Verlauf einer ungebremsten Epidemie verläuft exponentiell[43]. Dennoch ist gerade zu Beginn der Ausbreitung die Vorhersage sehr schwer, weil der Zufall eine große Rolle spielt. Ausgehend von einer einzigen Prävalenz kann eine sehr frühe gegenüber einer sehr späten Inzidenz die Epidemie zeitlich stark nach verlagern. Erst mit Verlauf der Epidemie steigt die Vorhersagewahrscheinlichkeit[44].

In der Realität gibt es viele verschiedene Gruppen, mit unterschiedlichen Verhaltens- mustern. Empirische Daten belegen unterschiedliche Ausbreitungsmuster der Epi- demien für unterschiedliche Strukturen[45]. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, werden Gruppen mit unterschiedlichen Kontaktverhalten und Ansteckungsrate model- liert. Dabei spielen 2 Faktoren eine Rolle[46].

- Das Ausmaß, mit dem Individuen Kontakte mit Partnern haben, die gleichermaßen aktiv sind, wird mit der Assortativität beschrieben.
- Das Ausmaß, mit dem sexuell aktive Individuen Kontakte mit Partnern haben, die sexuell weniger aktiv sind, wird mit der Disassortativität beschrieben.

Häufig breitet sich AIDS Epidemien erst in sehr abgegrenzten Gruppen aus wie z.B. unter Homosexuellen, Fixern und Prostituierten[47]. In der empirischen Forschung wird zur Beurteilung einer Epidemie nicht der Anteil infizierter an der Gesamtbevölkerung, sondern in bestimmten Subpopulationen untersucht. Hauptkern bilden dabei Gruppen, die ein hohes Risikopotential in der Verbreitung haben. Anschließend wird das Fortschreiten der Epidemien in Kategorien eingeteilt, welche die gefährlichen Unter- gruppen betreffen.

[...]


[1] Confronting the AIDS Epidemic: Epidemological Issues S. 79

[2] Confronting AIDS S.17

[3] Confronting the AIDS Epidemic: Fact and Fiction S. XVI

[4] = Human Immune Deficiency Virus

[5] In dieser Frage herscht noch immer Uneinigkeit, weil auch Prof. Gallo (Baltimore) die Entdeckung für sich beansprucht. Montagnier hat anscheinend den Virus früher entdeckt, ist aber erst später damit an die Öffentlichkeit getreten. Inzwischen wird die Entdeckung meistens Beiden zugesprochen.

[6] Zusammenfassung aus Kayser/Bienz/Eckert: Medizinische Mikrobiologie Thieme 1993 ; Classen/Diehl/Kocksiek: Innere Medizin Urban & Schwarzenberg 1994

[7] Confronting AIDS S.18

[8] Confronting AIDS S.18

[9] Durban S.93

[10] World Bank Report [2000] S. 8

[11] Mead Over, [Juni 1992] S. 2

[12] Confronting AIDS S. 19

[13] Armstrong S.11

[14] Tuberkulose, Lungenerkrankungen, Pilzinfektionen sowie AIDS-typische Krebserkrankungen sind die am häufigsten diagnostizierten Todesursachen. Einige der Krankheiten sind fast gänzlich unbekannt bei Nicht-HIV-Infizierten (z.B.: Pneumocystis Carinii Infektion, einer Parasitären Lungenerkrankung). Andere führen durch eine starke generelle Verbreitung der Erreger (z.B.: Tuberkulose in Entwicklungsländern. Tritt in 40%-60% der AIDS-Fälle auf.) zur häufigen Infektion von HIV-Infizierten. AIDS-typische Krebserkrankungen und deren Todesfolge ist wiederum typisch für Länder mit guter medizinischer Versorgung, weil hier andere Krankheiten medikamentös besser bekämpft werden können. Quelle: Confronting AIDS S. 20

[15] z.B.: Mögliche Koinfektionen, mit Cytomegaloviren oder Mycobakterien werden von häufig nicht erkannt. Confronting AIDS S.20 Fußnote

[16] Confronting AIDS S. 86

[17] http://abnews.go.com/sections/living/SecondOpinion/secondopinion_69.html

[18] Ein sehr prominenter Vertreter ist der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki. Quelle: Durban S.91

[19] Latham [1993] aus Confronting the AIDS Epidemic: Fact and Fiction S.xvi

[20] Fengler S.9

[21] Confronting the AIDS Epidemic: AIDS Campaign in Nigeria S. 106

[22] siehe Karte. Appendix Anhang 1

[23] World Bank Report [2000] S. 8

[24] World Bank Report [2000] S. 9

[25] World Bank Report [2000] S. 27

[26] World Bank Report [2000] S. 11

[27] Kevin Cock (CDC) beschreibt die sozialen Folgen in Afrika mit „silence, stigma, disrimination, denial“. Durban S. 91

[28] Durban S.93

[29] Confronting AIDS S. 95

[30] R. Musgrave [1995] Theory of Public Finance

[31] „..., whenever a transation between two parties imposes negative Effekts, or externalities, on a third party ...“ Quelle: Confronting AIDS S. 3

[32] „government intervention to prevent and control STDs is socially is desirable“ Mead Over [1999] S.1

[33] Der negative externe Effekt der HIV-Positiven führt bei HIV-Negativen zu 25% höherer Ansteckung. Schätzung der Weltbank. Quelle: Weltbankreport [2000] S 31

[34] Thurow S.191: „Once a society gets beyond basic public health measures and communicable diseases, medical care does not generate externalities. Death is the most private of all activities, and an individual's health has no nonmarket economic effects on the general population.“

[35] Mead Over [2000] S.4

[36] Akerlof

[37] Mead Over [2000] S.4

[38] Schleier der Ungewissheit J. Rawls S. 159ff

[39] Anmerkung: Läßt man über Ländergrenzen hinweg eine globale Sicht der Verteilung zu, so kann man hierüber den Grundcharakter der Entwicklungshilfe rechtfertigen

[40] Das erste Verfahren ähnelt in seiner Richtung eher einer Top-Down Methode. Daten in Form endogene Parameter (wie z.B.: die gesamtwirtschaftliche Entwicklung) werden auf den Zusammenhang mit Einzelfaktoren (z.B: Bevölkerungswachstum) überprüft. Das zweiten Verfahren entspricht in dieser Analogie eher einem Bottom-Up Verfahren. Das Zusammenspiel exogener Parameter wird auf Mikroebene beobachtet und in Algorithmen abgebildet. Anschließend untersucht man in einer Simulation, ob das Ergebniss der Realität entspricht. Der Vorteil liegt in der besseren Spezifikationsmöglichkeit von Interaktionen. Aber je komplexer das Zusammen- spiel abgebildeter Einflussfaktoren wird, desto schwieriger wird es anschließend die Ursache für die Simulationsresultate zu definieren. Diese Verfahrensart produziert eine Blackbox. Den Extremfall bilden Neuronale Netze. Es ist im Nachhinein oft nicht mehr möglich die Ursache für die Resultate zu verstehen, auch wenn die Ergebnisse in der Genauigkeit alle anderen Methoden übertreffen. Häufig lassen sich jedoch Effekte beobachten, die zu einem besseren Verständnis des Gesamtablaufes führen können.

[41] Confronting AIDS S. 57

[42] z.B.: AIDS im Vergleich zur Pest. Erste Symptome der Pestinfektion treten manchmal innerhalb von Stunden auf (Lungenpest) Quelle: PM – Peter Moosleitners Magazin - September 2000 S.46

[43] Duisenberg S. 2 ff

[44] = Gesetz der großen Zahlen: Mit Zunahme der Fälle nimmt die Standardabweichung ab.

[45] Beispiele: Confronting AIDS S. 71; Confronting the AIDS Epidemic: Epidemiology Affecting Special Population Group S. 93

[46] Confronting AIDS S. xxii

[47] Auch typisch für den HI-Virus ist die Verbreitung entlang von Hauptverkehrsstraßen über Lastwagenfahrer, bzw. über Subpopulationen, die sich mobil im Einsatz befinden wie Militär und Polizei. Vgl. Confronting AIDS S. 167

Details

Seiten
32
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783640029983
ISBN (Buch)
9783656068037
Dateigröße
822 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104687
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Schlagworte
AIDS Entwicklung Afrika Wege Krise Schwerpunktseminar

Autor

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Titel: AIDS und die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika - Wege aus der Krise