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Die Bewegungsaufgabe als Maßnahme der Unterrichtsdifferenzierung in der Primarstufe

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 18 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der Aufgabenstellung für Lernprozesse im Sportunterricht

3. Definition Bewegungsaufgabe

4. Zweck der Bewegungsaufgabe

5. Die Bewegungsaufgabe als Möglichkeit der Differenzierung im Sportunterricht

6. Einsatz und Einführung von Bewegungsaufgaben

7. Problematik der Bewegungsaufgabe

8. Kritische Bewertung des Einsatzes von Bewegungsaufgaben

9. Resümee

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Vorliegende Arbeit soll zeigen, inwiefern die Bewegungsaufgabe als Maßnahme der Unterrichtsdifferenzierung in der Primarstufe eingesetzt werden kann. Zunächst werde ich allgemein die Bedeutung der Aufgabenstellung für Lernprozesse im Sportunterricht darstellen, um dann den Begriff „Bewegungsaufgabe“ genauer zu definieren und den Zweck der Bewegungsaufgaben im Unterricht darzulegen.

Im Hauptteil der Arbeit werde ich die Möglichkeiten der Differenzierung durch Bewegungsaufgaben aufzeigen und versuchen die Frage zu beantworten, wann Einsatz und Einführung von Bewegungsaufgaben sinnvoll sind.

Im abschließenden Teil werde ich die Probleme, die Söll beim Einsatz von Bewegungsaufgaben sieht, wiedergeben, um dann zu einer kurzen, kritischen Bewertung des Einsatzes von Bewegungsaufgaben im Unterricht der Primarstufe zu kommen.

Eine ausführliche Auflistung von Beispielen für Bewegungsaufgaben habe ich ausgespart, da dies den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit habe ich auf die weibliche Personalform bei Verwendung von Begriffen wie „Schüler“, „Lehrer“ etc. verzichtet.

2. Bedeutung der Aufgabenstellung für Lernprozesse im Sportunterricht

Die Wahl der im Unterricht verwendeten Methode ist von verschiedenen Faktoren abhängig und wird vom Lehrer vorgenommen. Sowohl die institutionellen als auch die allgemeinen und speziellen Voraussetzungen der Schüler müssen dabei berücksichtigt werden. Das Lernziel, die Lernprozessstufe, die Entwicklungsstufe der Schüler und der Medieneinsatz sind Faktoren des Unterrichts, die Einfluss auf die Wahl der methodischen Maßnahme nehmen sollten.

Auch der unterrichtliche Kontext sollte die Wahl der Methode beeinflussen. Da bestimmte Sachverhalte des Sportunterrichts nicht mit einer bestimmten Methode erlernt werden können, muss auf die Methodenvielfalt geachtet werden. Für die Methodenvielfalt spricht auch der Motivationsfaktor: abwechslungsreich gestellte Aufgaben motivieren die Schüler und stellen gleichzeitig sicher, dass Schüler verschiedene Zugangswege zu Sachverhalten erhalten. Verschiedene Methoden erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schüler „erreicht“ wird.[1]

Methodische Maßnahmen sind die eigentlichen Aktionen des Lehrers im Unterricht. Mit Hilfe dieser Maßnahmen sollen die Schüler neue Bewegungsfertigkeiten erlernen oder bereits gelernte Bewegungen üben. Die Handlungen der einzelnen Schüler und die der gesamten Gruppe sollten vom Lehrer insofern unterstützt werden, dass Fertigkeiten möglichst optimal ausgebildet werden.[2]

Brehm führt aus, dass die Aktionsformen des Lehrers verschiedene Aufgaben zu erfüllen haben. Zum einen sollen die Aktionsformen des Lehrers zu einer Vorstellung von der Aufgabe und meist auch zu einer richtigen Lösung führen. Des weiteren soll der Fokus des Schülers auf die bedeutsamen Aspekte einer Fertigkeit gelenkt werden und der Schüler soll verstehen, warum gerade dieser Aspekt besonders wichtig ist. Die Aktionsform des Lehrers soll außerdem den Verstehensprozess beim Schüler unterstützen. Ein Beispiel hierfür könnte sein, dass der Lehrer immer wieder die gleichen Schlüsselwörter verwendet, damit der Schüler nicht durch unterschiedliche Erklärungen verunsichert wird. Da sportliche Fertigkeiten oft auch ein gewisses Risiko beinhalten, muss der Lehrer mit seiner Aktionsform der „Sicherung des Lernenden“ dienen, sofern dies durch die gestellte Aufgabe notwendig ist. Brehm stellt weiter fest, dass der Lehrer durch seine Aktionsform zum Modell oder Vorbild der Schüler werden soll. Dies kann zum einen durch Beherrschen der sportlichen Fertigkeiten, zum anderen durch sportliches Handeln oder durch sein Verhalten insgesamt geschehen. Abschließend weist Brehm darauf hin, dass der Lehrer darauf achten muss, dem Schüler Erlebniswerte des Sports zu vermitteln.

Bereits bei der Planung sollte der Lehrer überlegen, welche Methode zu der gerade durchzunehmenden Lehreinheit passt. Die „methodische Grobstruktur des Unterrichtablaufes“[3] sollte schon während der Planung bestimmt werden.

3. Definition Bewegungsaufgabe

Die Bewegungsaufgabe ist eine der zentralen methodischen Maßnahmen, die das induktive Lehrverfahren bietet. Ein bestimmter Sollwert wird erst festgelegt, nachdem die Schüler selbst Lösungen gesucht und ausprobiert haben und dann miteinander verglichen haben. Mit dem Unterrichtsprinzip der Bewegungsaufgabe wird die Absicht verfolgt, den Schüler von sich aus auf die Problemlösung stoßen zu lassen. Der Schüler soll angeregt werden zu überlegen, zu versuchen und zu üben.

Man unterscheidet zwischen freien und gebundenen Bewegungsaufgaben. Die freie Bewegungsaufgabe lässt den Freiraum zur eigenen, vom Lehrer und der Lerngruppe anerkannten Lösung, während die gebundene Bewegungsaufgabe zu einer bestimmten Problemlösung hinführen will. Der Schüler soll zu einem vorgeschriebenen Ziel gelangen (auch wenn ihm dies nicht unbedingt vorher bekannt gegeben werden muss), also eine beabsichtigte Bewegungsgestalt ausführen. Die Bewegungsaufgabe ist eine der methodischen Varianten, die einen „offenen Lernweg“ ermöglichen, der aber (im Falle der gebundenen Bewegungsaufgabe) zu einem „festen Ziel“ führen soll.

Heymen und Leue weisen darauf hin, dass eine eindeutige Abgrenzung zu anderen methodischen Maßnahmen nicht eindeutig möglich sei und dass die Bewegungsaufgabe meist mit einer Präsentation des Erarbeiteten verbunden ist.[4]

Die Bewegungsaufgabe gehört nach Fetz in die Untergruppe der verbalen Hilfsmittel, zu denen er außerdem die Bewegungsbeschreibung, -erklärung, -vorschrift, -korrektur, -anweisung, -geschichte zählt. Als weitere Untergruppen bezeichnet er optische, rhythmisch-akustische, psychische und materiale Hilfsmittel. Hanebuth hingegen unterscheidet nur zwischen formaler und freier Schulung. Die Bewegungsaufgabe gehört demnach zur freien Schulung. Brehm wiederum ordnet die Aktionsformen des Lehrers den Punkten „Sagen“, „Zeigen“ und „Sichern und Helfen“ zu, wobei die Bewegungsaufgabe dann zum Punkt „Sagen“ ebenso wie Vorsagen, Erklären, Korrigieren und Verstärken gehört.[5]

[...]


[1] Vgl.: Heymen, Norbert/ Leue, Winfried (2000): Planung von Sportunterricht

[2] Vgl. Brehm, Walter (1998): Mit Hilfe welcher Aktionsformen können Fertigkeiten im Sport gelehrt werden? In: Bielefelder Sportpädagogen: Methoden des Sportunterrichts

[3] Vgl. Heymen/Leue

[4] Ebd.

[5] Vgl. Brehm

Details

Seiten
18
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638168816
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10466
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Fachbereich Sport, Erziehungswissenschaft, Psychologie
Note
1,3
Schlagworte
Sportunterricht

Autor

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Titel: Die Bewegungsaufgabe als Maßnahme der Unterrichtsdifferenzierung in der Primarstufe