Lade Inhalt...

Thema AIDS in der Dritten Welt

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 11 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. AIDS in der Dritten Welt
2.1 HIV und AIDS – Erreger und Krankheit
2.2 AIDS-Verbreitung in den Entwicklungsländern
2.3 Folgen für die Entwicklungsländer
2.4 AIDS-Bekämpfung

3. AIDS-Bekämpfung am Beispiel des Misereor-Projektes "Ganzheitliche AIDS- Bekämpfung" in Sambia
3.1 Misereor
3.2 Misereor Projekt-Nr. 157-6/56: "Ganzheitliche AIDS-Bekämpfung" in der Diözese Ndola (Sambia)

4. Zukunftsaussichten

5. Literaturverzeichnis

Abschlußerklärung

1. Einleitung

AIDS zählt heute zu einer der am weiten verbreitetsten und auch gefürchtetsten Krankheiten. Das liegt wohl daran, das bis heute keine vollständige Heilung für diese tödliche Krankheit gefunden werden konnte. Da AIDS sich hauptsächlich durch sexuelle Kontakte verbreitet, ist es eine Gefahr für jeden von uns und niemand ist immun gegen das tödliche Virus. Es hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer weltweiten Pandemie entwickelt. Im Jahre 2000 waren weltweit bereits an die 50 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. In den letzten 20 Jahren sind über 15 Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit gestorben.

Vor allem in den Entwicklungsländern ist die Konzentration der HIV-Infizierten erschreckend hoch. Heute leben bereits 90% aller HIV-Kranken in den Ländern der Dritten Welt. Laut Schätzungen der World Health Organization (WHO) infizieren sich täglich 16000 Menschen, 95% davon in den Entwicklungsländern. Es wird befürchtet, dass AIDS noch am Anfang seiner Ausbreitung steht. Ähnlich wie es sich in den vergangenen Jahren besonders in den afrikanischen Ländern explosionsartig verbreitet hat, werden in naher Zukunft vergleichbar extreme Entwicklungen in den armen Ländern Asiens vermutet.

Um das zu verhindern, ist es unbedingt nötig, dem Virus entgegen zu wirken. Im folgenden wird zunächst die Wirkungsweise des HIV-Virus und der Hergang der AIDS-Erkrankung näher beschrieben, aber auch die Ursachen für die extrem hohe Verbreitung von AIDS in den Entwicklungsländern, die Auswirkungen auf die soziale und wirtschaftliche Situation der betroffenen Staaten und schließlich auch die zur Eindämmung der Pandemie notwendigen Maßnahmen zur AIDS- Bekämpfung und Prävention untersucht. Diese Maßnahmen werden an einem Projekt der Hilfsorganisation Misereor veranschaulicht.

2. AIDS in der Dritten Welt

2.1 HIV und AIDS – Erreger und Krankheit

Der Begriff AIDS ist die Abkürzung für "Acquired Immune Defiency Syndrome", also für eine erworbene Abwehrschwäche des Körpers. Diese Abwehrschwäche wird durch das Immunschwä- chevirus HIV (Human Immodefiency Virus = Menschliches Immunschwäche-Virus) übertragen.

Das HI-Virus, ein Retrovirus, ist außerhalb des Körpers nicht lebensfähig, und wird hauptsächlich durch den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen. Da die Viruskonzentration in Blut und Sperma am höchsten ist, sind Hauptübertragungswege der ungeschützte Geschlechtsverkehr, der gemeinsame Spritzengebrauch beim Konsum intravenöser Drogen, die Übertragung des Virus' von einer infizierten Mutter auf ihr ungeborenes Kind und verseuchte Blutkonserven, die z. B. während Operationen zum Einsatz kommen. Zwar kann HIV auch in anderen Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Tränenflüssigkeit, Schweiß, Nasensekret und Urin nachgewiesen werden, durch die niedrige Virenkonzentration ist eine Infektion hier jedoch ausgeschlossen.

Sobald HIV, auf welchem Weg auch immer, in das menschliche System eingedrungen ist, verteilt es sich über die Blutbahn im ganzen Körper. Die für den Befall einer Zelle notwendige Oberflä- chenstruktur besitzen hauptsächlich bestimmte Zellen des Immunsystems, die sogenannten T- Helferzellen und Makrophagen. Das Virus dringt in die Zelle ein und implantiert seine eigenen Erbinformationen enzymatisch in den Kern, so dass diese nicht mehr von den zelleigenen Informationen unterschieden werden können. Die Wirtszelle wird gezwungen, neue Viren zu produzieren und kann so ihrer ursprünglichen Aufgabe, dem Schutz des Immunsystems, nicht mehr nachkommen.

Eine Infektion mit dem HI-Virus ist noch nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung an AIDS. Der Zeitraum zwischen Infektion und dem Krankheitsausbruch, die sogenannte Inkubationszeit, in der das Virus langsam die Abwehrkräfte des Körpers vernichtet, bis das Immunsystem schließlich zusammenbricht, kann bis zu zehn Jahre dauern. Erst kurz vor dem Ausbruch von AIDS folgt das symptomatische Stadium der HIV-Infektion. Es ist durch langanhaltendes Fieber, Pilzbefall, Nervenerkrankungen und ähnliches gekennzeichnet.

Also besitzt die HIV-Infektion jahrelang keine spezifischen Symptome. Aus diesem Grund sind sich viele Menschen einer Infektion gar nicht bewußt. Ein einwandfreier Gesundheitszustand nach außen ist demzufolge nicht unbedingt ein Zeichen für einen HIV-freien Körper. Die einzige Sicherheit dafür liefert der HIV-Test.

Der Standard-HIV-Test ist derzeit der Antikörpernachweis. Gegen viele Bestandteile des HI-Virus bildet das menschliche Immunsystem Antikörper, die bei Infizierten in der Regel im Blutserum nachgewiesen werden können.

Es sind zwei verschiedene Arten des HI-Virus bekannt. HIV-1 ist weltweit nachweisbar, während HIV-2 hauptsächlich in Westafrika und Indien vorkommt.

Als Endstadium einer HIV-Infektion folgt unweigerlich der Ausbruch der eigentlichen AIDS- Erkrankung. Die körpereigene Abwehr bricht nahezu vollkommen zusammen. Erreger, die einem gesunden Menschen nicht schaden, oder höchstens harmlose Infektionen auslösen, sind für AIDS- Kranke lebensgefährlich. Das Immunsystem kann die Erreger nicht abwehren und sie vermehren sich ungehindert. Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten haben Gelegenheit, sogenannte opportunistische Infektionen auszulösen und auch Krebs kommt verstärkt zum Ausbruch, da keinerlei Abwehr gegen Krebszellen stattfindet.

Da AIDS für unsere Generation ein stets präsentes Thema geworden ist, scheint es kaum vorstellbar, dass diese Krankheit noch vor 20 Jahren vollkommen unbekannt war. 1980 traten in den USA, hauptsächlich in homosexuellen Kreisen, die ersten Fälle dieser bis dahin unbekannten Krankheit auf. Jahre vergingen bis 1984 ein Virus als Überträger identifiziert wurde. Bis heute ist noch immer keine vollständige Heilung möglich. Medikamente und Therapien existieren zwar, doch auch die können den unvermeidlichen Hergang einer HIV-Erkrankung lediglich verzögern, nicht aufhalten. Eine Erkrankung an AIDS führt unweigerlich zum Tod.

2.2 AIDS-Verbreitung in den Entwicklungsländern

In den Entwicklungsländern sind 90% der HIV-Infektionen auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr zurückzuführen.

Neben dem Problem der fehlenden Aufklärung und der Tabuisierung des Themas AIDS ist die in den Entwicklungsländern herrschende Armut einer der Hauptgründe für weite Verbreitung der Immunschwächekrankheit: Schlechte medizinische Versorgung begünstigt Erkrankungen wie Tuberkulose und Malaria, die den Ausbruch von AIDS beschleunigen. In Afrika südlich der Sahara haben über zwei Drittel der Bevölkerung keinen Zugang zu wichtigen Medikamenten, mit denen Infektionen bekämpft werden könnten, die einen Nährboden für AIDS bilden.

Die Familie hat in den Entwicklungsländern einen hohen Stellenwert. Sie ersetzt die nicht vorhandene staatliche soziales Netz. Erkrankt ein Verwandter, ist es eine Selbstverständlichkeit, diesen aufzunehmen und zu pflegen und im Todesfall seine Kinder aufzuziehen.

In einem System ohne soziales Netz geraten mehr alleinstehenden Müttern und Jugendlichen in Not als hierzulande. So bleibt Frauen (seltener auch Männern) oft keine andere Möglichkeit, als sich durch Prostitution das Existenzminimum zu sichern. Sie sind von den Forderungen der Freier nach ungeschütztem Verkehr abhängig.

Der Verkauf von Blut ist ebenfalls eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Jedoch selbst mit ausländischer Finanzhilfe kann nur ein kleiner Teil des in Entwicklungsländern gegebenen Blutes auf HIV und andere Krankheitserreger getestet werden. Infektionen durch verseuchtes Blut sind also hier keine Seltenheit.

Hohe Arbeitslosigkeit zwingt viele Männer zu Wanderarbeit. Beispiele dafür sind Minenarbeiter in Afrika, Fischer in Thailand, Seeleute auf den Philippinen und Bauarbeiter in Brasilien. Hierbei suchen sie Arbeit in weit von der Heimat entfernten Gebieten, wobei sie oft monatelang von ihrer Familie getrennt sind. Hier verbringen die Männer ihre freie Zeit mit Alkohol und Prostituierten. Wenn sie anschließend zu ihren Familien zurückkehren, geben sie eventuelle Geschlechtskrankheiten, also auch AIDS an ihre Frauen weiter.

[...]


Details

Seiten
11
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783640028993
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104575
Note
3
Schlagworte
Thema AIDS Dritten Welt

Autor

Zurück

Titel: Thema AIDS in der Dritten Welt