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Die Wissenskluft im digitalen Zeitalter - Ein Überblick

Hausarbeit 2001 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

- Einleitung

- Was ist Wissenskluft?

- Wodurch kommt sie zustande?

- Was ist das Schlimme an der Wissenskluft

- Wissenskluftforschung

- Wissenskluft in Deutschland - Fakten & Initiativen

- Wissenskluft international

- Digital Divide

- Ausblick

1. Einleitung

„Es soll vor allen Dingen weitesten Kreisen des Volkes gute Unterhaltung und Belehrungsmöglichkeiten in der Weise verschafft werden, da mittels des drahtlosen Telephons allen Bevölkerungsschichten und nicht nur den Wohlhabenden, die sich den Luxus eines eigenen Empfängers erlauben können, ermöglicht wird, Vorträge künstlerischer, wissenschaftlicher und sozialer Art auf drahtlosem Wege zu hören“, so hat Hans Bredow bei der Einführung des Rundfunks den Medien einen Auftrag gegeben (zit. Nach Lenk, 1997, S. 59). Peter Winterhoff-Spurk sieht darin die Hoffnung, dass die Medien den kulturell und bildungsmäßig unterprivilegierten Bevölkerungsschichten eine Nachbesserung ihres Wissens ermöglichen (Winterhoff-Spurk, 1999).

“Die Bedeutung der Massenkommunikation für das Funktionieren jedes demokratischen Systems wird von Politikern, aber auch Journalisten immer wieder betont: Fernsehen, Radio und Presse schaffen durch ihre Information die Voraussetzungen, die es dem Bürger erlauben, sich demokratisch an seinem Staat zu beteiligen.” (Bonfadelli, 1994, S.17)

Den Medien wird also grosse Bedeutung zugewiesen, wenn es um die Kluft zwischen bildungsarmen und bildungsreichen Bevölkerungsschichten geht. Es komt also demnach der Medien- und Kommunikationspolitik die Aufgabe zu, eine Verkleinerung bzw. Schliessung der Kluft vornazutreiben - falls das überhaupt nötig ist.

Die vorliegenden Hausarbeit hat das Ziel, den Begriff „Wissenskluft“ zu definieren, zu klären, warum und wie dieses Phänomen auftritt und warum es dem Demokratiebegriff widerspricht. Zusätzlich soll ein kurzer Überblick über den Stand der empirischen Forschung zum Thema gegeben werden, und der aktuelle Stand der Wissenskluft national und international wird aufgezeigt. Anschliessend wird ein Fazit in Form eines Ausblicks auf die zukünftige Entwicklung der Wissenskluft gezogen.

2. Was ist Wissenskluft?

Bei wachsendem Informationsfluss in ein Sozialsystem tendieren die die Bevölkerungssegmente mit höherem sozioökonomischem und/ oder Bildungsstatus zu einer rascheren Aneignung dieser Information als die status- und bildungsniedrigeren Segmente. Dadurch nimmt die Wissenskluft zwischen diesen Segmenten tendenziell zu (Bonfadelli, 1994). Diese Definition geht zurück auf die Forschung von drei amerikanischen Wissenschaftlern - Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien, die ihre Ergebnisse zur Wissenskluft 1970 in der Zeitschrift Public Opinion Quaterly veröffentlichten.

Das potenziell für alle zugängliche Informationsangebot der Medien wird also höchst unterschiedlich aufgenommen und genutzt. Also entsteht eine sich ständig ausweitende Schere zwischen dem Wissen von gut situierten Bildungsbürgern und dem der gesellschaftlich schwächeren Schichten.

Die Wissensklufthypothese geht davon aus, dass der Wissenszuwachs bei Personen mit größerem Einkommen und einer höheren Bildung relativ größer ist. Sie nutzen das Informationsangebot schneller und effizienter. Das heißt aber nicht, dass statusniedrigere Bevölkerungsschichten unwissend bleiben, ihr Wissenszuwachs ist nur kleiner und langsamer (Bonfadelli, 1994). Der Züricher Professor Heinz Bonfadelli hat das Wissenskluft-Paradigma wie folgt visualisiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Bonfadelli, 1994, S. 63)

Besonders bei abstrakten und ich-fernen Themen besteht die Gefahr, dass diese Kluft zwischen den statusniedrigen und -höheren sich vergrößert.

- Die Kurzzeiteffekte der Wissenskluft sind dadurch gekennzeichnet, dass Personen mit höherer Bildung von Ereignissen schneller erfahren als Personen mit tieferer Bildung.
- Die Langzeiteffekte bestehen darin, dass sich die Korrelation zwischen Bildung und Wissensstand vergrößert d.h. die Wissensklüfte verstärken sich mit der Zeit noch mehr (Guntern, 1997).

Bei der Mediennutzung gibt es unterschiedliche Rezeptionsmuster bei unterschiedlichem Bildungsniveau: Mit steigender formaler Bildung werden Medien informationsorientierter, mit größerer Aufmerksamkeit und kompetenter genutzt. Bei den Rezipienten mit tieferem Bildungsniveau gibt es eine Orientierung hin zur Unterhaltung.

Aufgrund ihres umfassenderen Hintergrundwissens, das zudem in komplexeren kognitiven Strukturen organisiert ist, und differenzierterer kognitiver Strategien, sind höher Gebildete auch besser in der Lage, jeweils die wesentliche Information aus den medienvermittelten Botschaften zu synthetisieren und diese in die bei ihnen schon bestehende kognitive Struktur zu bringen (Bonfadelli, 1994, S.135).

3. Wodurch kommt sie zustande?

- Sozialisationsprozesse: Die Basis für Wissensklüfte entsteht schon früh in der Familie. Kinder von unterprivilegierten Eltern lesen weniger, was sich hemmend auf die Entwicklung einer stabilen Bildung auswirkt. Das Lesen fördert das Denken in Zusammenhängen und führt zu größerem Hintergrund- und Strukturwissen. Dieses Vorwissen erleichtert die Aufnahme von neuen Informationen und erhöht die Aufmerksamkeit für weitere themenbezogene Medieninformationen.
- Funktionsorientierte Mediennutzung: Mit steigender Bildung erhöht sich die informationsorientierte Medienzuwendung. Auch werden innovative Medieninhalte von den statushöheren Segmenten schneller beachtet.
- Relevante Kontakte: Die statushöheren Bevölkerungsschichten verfügen über mehr Kontakte zu statushohen Bevölkerungsschichten, was zu einem größeren Informationsfluss führt.

(Guntern, 1997)

Werner Wirth (1995, S. 197-241) skizziert drei Ausprägungen von Wissenskluft:

- Angebotsbedingt: Der Informationsfluss steigt v.a. in solchen Kanälen, die überwiegend von Personen mit besserer formaler Bildung genutzt werden.
- Nutzungsbedingt: Personen mit höherer Bildung neigen stärker dazu, das vorhandene Informationsangebot auch wirklich zu nutzen (vgl. auch Fritz & Burkart, 1987).
- Rezeptionsbedingt: Personen mit höherer Bildung tendieren dazu, die genutzten Informationen effizienter zu rezipieren als Personen mit geringerer Bildung, so dass Wissensklüfte zwischen den beiden Gruppen tendenzielle eher grösser werden.

4. Was ist das Schlimme an der Wissenskluft?

Die Wissenskluftperspektive steht im Widerspruch zur Demokratietheorie, die vom informierten Bürger ausgeht. Trotz der wachsenden Informationsflut hat sich die Chancengleichheit im Informationszugang und in der Informationsverwendung kaum erhöht. Der Anteil der Bürger, der sich dank der medienvermittelten Informationen aktiv informiert bleibt klein (Guntern, 1997).

Nur, wer einen hohen Wissenstand hat, kann in der Gesellschaft einen guten Platz einnehmen. Mehr als die Hälfte des Bruttosozialprodukt der OECD-Länder basiert auf der Produktion und Verteilung von Wissen (World Bank, 1998). Länder, und das gilt heruntergebrochen genauso für Einzelpersonen, die an diesem Markt nicht mithalten können, sind nicht mehr wettbewerbsfähig und es besteht die Gefahr, das diese Gruppen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

5. Wissenskluftforschung

Implizit lassen sich Befunde zur Wissensklufthypothese in sehr vielen empirischen Untersuchugen finden, eine Liste von 100 in Frage kommenden Studien ist bei Bonfadelli (1994, S. 420-461) zu finden. Im Folgenden nur ein kurzer Abriss:

Wie bereits in Abschnitt 1 erwähnt, geht die früheste - und heute noch gültige - Definition von Wissenkluft auf drei amerikanische Wissenschaftler der Minnesota-Universität zurück. Die Forscher begründen ihre Aussagen auf empirischen Forschungen, die implizit den durch die Wissensklufthypothese behaupteten Sachverhalt beinhalten. Tichenor et al. Formulieren dazu zwei Ausgangshypothesen:

„1. Over time, acquisition of knowledge of a heaviliy publicized topic will proceed at a faster rate among better educated persons than among those with less education.“
“2. At a given point in time, there should be a higher correlation between acquisition of knowledge and education for topics highly publicized in the media than for topics less highly publicized.”

(in: Bonfadelli, 1994, S.6ff)

Zur Untersuchung dieser Hypothesen ziehen die drei Amerikaner eine Studie von Richard W. Budd, Malcolm S. McLean und Alene M. Barnes heran. Diese hatten 1964 die Verbreitung von zwei Meldungen mit hoher Publizität untersucht: 1. der Rücktritt von Nikita Chruschtschow und den Fall Walter Jenkins (WAS DAS?). In einem Zeitraum von 48 Stunden nach Bekanntwerden dieser Nachrichten untersuchten die Wissenschaftler per telefonischen Interviews die Verbreitung der Informationen. Zusätzlich werten Tichenor et al. Mit einer Sekundäranalyse eine Umfrage des American Institute for Public Opinion aus, in der zwischen 1949 und 1969 zu drei Themen Fragen gestellt wurden: Korrekte Identifikation von Erdsatteliten, Glaube an die Möglichkeit einer Mondlandung und die Überzeugung, dass Rauchen Lungenkrebs verursache.

Beide Analysen ergaben Ergebnisse konsistent zur Wissensklufthypothese. Absolut nahm der Informationsstand der Befragten im Zeitverlauf bei jedem Thema zu, gleichzeitig vergrösserten sich die Korrelationen zwischen Bildung und Wissensstand, die Wissensklüfte verstärkten sich (vgl. Bonfadelli, 1994, S. 68).

Angela Fritz und Roland Burkart (1987) haben den Wahlkampf zur Nationalratswahl 1986 in Österreich untersucht. Um den Wissenstand zu erafssen, wurde nach Zielen und Forderungen der Grünen Alternativen Partei gefragt. Im Ergebnis wird festgehalten, dass zum ersten die Anzahl der genutzten Medien mit dem Bildungsstand korreliert, dabei v.a. die Nutzung der Zeitung. Über die Nutzung aller untersuchten Medientypen hinweg (Fernsehen, Radio, Print) ergibt sich, dass besser Gebildete mehr wissen als weniger Gebildete, wobei der Wissensvorsprung der höher Gebildeten mit der Zahl der genutzten Medien wächst. „Der Vorsprung der hoch Gebildeten scheint sich durch die zusätzliche Nutzung von Printmedien zu vergrössern, da sie daraus offensichtlich einen grösseren Informationsgewinn ziehen können als die weniger Gebildeten.“ (Fritz & Burkart, 1987).

Schönbach (1983) stellt die Wissensklufthypothese allerdings in Frage. In einer Analyse des Europa-Wahlkampfes 1979 vergleicht er die politische Wirkung von Presse und Fernsehen im Hinblick auf das Wahlwissen (Kenntnis, Datum, Zahl der Abgeordneten), das EG_Wissen (Kenntnis der Mitgliedsländer), die Auffassung von Europa als Thema und das Wissen um die Images der Parteien. Der Wissenschaftler findet heraus, dass zu Beginn des Wahlkampfes zwar noch diejenigen an Wissen dazugewinnen, die schon interessiert sind, am Ende sich dieser Effekt jedoch umgekehrt und nun die lernen, die eigentlich uninteressiert sind. Schönbach stellt fest: „..wird die sog. ‚knowledge-gap’-Hypothese in Frage gestellt: Im Falle der Europawahl haben offenbar nicht in erster Linie die bereits Kenntnisreichen, weil Gebildeten, an der Politik und an Europa Interessierten hinzugelernt und damit die Wissenslücke zu den wenig Informierten vergrössert.“ (Schönbach, 1983, S. 110)

Genova und Greenberg (1979) kommen ebenfalls zu einem Ergebnis, das der ursprünglichen Annahme der Wissensklufthypothese widerspricht, nämlich dass Bildung und Wissenszuwachs stark korrelieren. Sie untersuchen, ob es kognitive Unterschiede als Bildungseffekte sind, die Wissensklüfte erzeugen, oder ungleiche Motivation. Sie untersuchen zwei Medienereignisse, die in den USA eine hohe Publizität hatten: der Streik der National Football League und der Prozess des Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Richard Nixon. Untersucht wurde das Faktenwissen (Namen, Orte, Zahlen, spezifische Ereignisse) und das Strukturwissen (wie und warum, Beziehungen, Hintergründe). Die Forscher fanden heraus, dass Interesse und Bildung beide mit Wissen korrelieren, dabei aber das Interesse eine höhere Korrelation aufweist.

6. Wissenskluft in Deutschland - Fakten & Initiativen

6.1 W3B-Studie 2000 der Internet-Nutzer

1995 hatten fast alle (94,5%) Internet-Nutzer ein abgeschlossenes Abitur. Im Herbst 2000 sind es “nur” noch 52,7%, die Anteile der Schulabschlüsse Hauptschule und Mittlere Reife sind auf 5,4% bzw. 32,4% gestiegen. Damit liegen die Abiturienten immer noch klar vorn.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Höchster bereits absolvierter Abschluss einer Berufsausbildung von Internet-Nutzern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6.2 Sonstige Zahlen

Horst W. Opaschowski erklärt, dass in Deutschland die Kluft zwischen den bildungshöheren und den bildungsniedrigeren Schichten immer größer wird (Opaschowski, 1999). Letztere nennt er Medien-Analphabeten. Nur 6% der Hauptschulabsolventen nutzen regelmäßig einen PC zu Hause für private Zwecke, lediglich 2% von ihnen sind in der Lage, im Internet zu surfen. Opaschowski befürchtet die Herausbildung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft der Medien-Analphabeten und der Bildungselite.

6.3 Der Standpunkt der Bundesregierung

Der Bundesregierung ist klar, dass die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg in der Zukunft ist.

„Die Informations- und Kommunikationstechnologien werden alle Lebens- und Gesellschftsbereiche beeinflussen und umfassende Veränderungen überkommener Strukturen herbeiführen. Neben ihren technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagentreten zunehmend ihre kultur- und gesellschaftspolitischen Konsequenzen in den Vordergrund der politischen Diskussion.“ (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2000).

Es bestehen jedoch bei allen Anwenderschichten - Haushalten, kleinen und mittleren Unternehmen, der öffentlichen Hand, in Bildungseinrichtungen - erhebliche Defizite. Deshalb muss der Nutzen der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien stärker als bisher breiten Anwenderkreisen nahe gebracht werden. Allen Bevölkerungskreisen muss der Zugang zum Internet ermöglicht und Hilfestellung durch die Vermittlung von Medienkompetenz gegeben werden. Deshalb gibt es folgende Initiativen:

6.4 Initiativen der Bundesregierung

6.4.1 10-Punkte-Programm

Die Bundesregierung stellt in einer Pressemitteilung vom 18.9.00 fest, dass die Fähigkeit zur Nutzung des Internets so wichtig wird wie Lesen und Schreiben. Deswegen will sie für die Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechniken in Bildung, Ausbildung und Weiterbildung sorgen. Vorrangige Maßnahmen dabei:

- Alle Schulen werden bis zum nächsten Jahr mit PC und Internetzugang ausgestattet;
- Die Entwicklung der erforderlichen Software für Schule, Hochschule und berufliche Bildung wird breitflächig gefördert;
- Die Kapazitäten in der IT-Ausbildung werden bis 2003 auf 60.000 Plätze ausgeweitet, die Zahl der Informatikstudienplätze schnellstmöglich verdoppelt;
- Zusammen mit der Wirtschaft erfolgt eine gezielte Förderung von Frauen bei der IT- Ausbildung, um den Frauenanteil bis 2005 auf 40 Prozent zu verdreifachen;
- Anforderungen und Abschlüsse in der IT-Weiterbildung werden praxisnäher ausgerichtet und vereinheitlicht;
- Alle öffentlichen Büchereien erhalten einen Internetzugang; bereits im kommenden Jahr wird in jeder zweiten öffentlichen Bücherei ein kostenloser Internetzugang bereitgestellt.

Diese Maßnahmen sind Punkt 1 eines Zehn-Punkte-Programms, das weiterhin folgende Punkte beinhaltet:

- Förderung des PC-Sponsoring:

Die -undesregierung begrüsst die Initiative von Unternehmen, Schulen und Bildungseinrichtungen Computer zur Verfügung zu stellen. Die kostenlose Überlassung von Computern an Bildungseinrichtungen oder gemeinnützige Vereine soll deshalb nicht mit einer Umsatzsteuer belegt werden.

- Internetführerschein für Arbeitslose:

Um d-e Chancen von Arbeitslosen auf Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt steigen, wenn sie Qualifikationen für neue Kommunikationstechnologien aufweisen. Die Bundesanstalt für Arbeit ermöglicht den Einstieg ins Internet für Arbeitslose.

- Stärkung des Wettbewerbs im Ortsnetz - weiter sinkende Preise:

Durc- den verstärkten Einsatz von Regulierungsinstrumenten soll der Wettbewerb im Ortsnetz weiter gefördert werden, damit die Telefonkosten niedrig bleiben.

- Keine Besteuerung der privaten Nutzung des Internets:

Arbeitgeber werden nicht mit einer Lohnsteuer belastet, wenn sie ihren Arbeitnehmern die Nutzung von Computern und des Internets am Arbeitsplatz und zu Hause ermöglichen.

- EGovernment - BundOnline 2005:

Alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung sollen bis zum Jahr 2005 online verfügbar sein.

- Förderung des eCommerce:

Die Bundesregierung will die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkerhs durch folgende Maßnahmen unterstützen:

- schnelle Einführung der elektronischen Signatur um Rechtssicherheit im Internet zu schaffen
- Vorschriften zum Schutz geistigen Eigentums und zur Vermeidung unlauteren Wettbewerbs
- Verbesserung von Verbraucher- und Datenschutz durvh schnelle Umsetzung der europäischen eCommerce-Richtlinie

- Sicherheit im Internet:

Alle rechtlichen Möglichkeiten sollen genutzt werden, um die Verbreitung von fremdenfeindlichem, antisemitischem und neonazistischem Gedankengut im Internet zu verhindern.

- Eigenverantwortung der Wirtschaft stärken:

Die Bundesregierung begrüßt die Bestrebungen der Wirtschaft zur Selbstregulierung. · Informationskampagne “.deutschland erneuern”:

Das zukünftige Deutschland-Portal im Internet soll alle wesentlichen Informationen über Deutschland allen Nutzern liefern.

( Pressematerial vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2000)

6.4.2 D21

Ist eine Initiative, die 1999 von führenden deutschen Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik und Gerhard Schröder gegründet wurde. Ziel ist es, “die Kräfte von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zu bündeln, um Deutschland in den Zukunftsbranchen der Informationstechnologien eine Spitzenstellung in Europa zu sichern.” Im Rahmen dieses Programms läuft auch die “Green Card” Aktion, bei der ausländische IT-Experten nach Deutschland geholt werden sollen.

“Die Initiative D21 entspricht dem Leitbild eines aktivierenden Staates, in dem Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam optimale Bedingungen für den Wandel ins Informationszeitalter entwickeln.” (www.bundesregierung.de, 2000a)

6.4.3 Schulen ans Netz

Die Initiative läuft auf Betreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Telekom AG.

Ziel der Initiative war es bei ihrem Start 1996, innerhalb von drei Jahren 10.000 Schulen an das weltweite Netz anzuschließen. Die Deutsche Telekom verstärkte die Initiative, indem sie alle 44.000 Schulen Deutschlands kostenlos mit einem Internetzugang, einem ISDN- Anschluss und einem Guthaben für die Nutzung des Fernmeldenetzes ausstatten will. Derzeit hat die Deutsche Telekom AG bereits 23.000 Schulen ans Internet angeschlossen. “Die Aktion läuft damit planmäßig und wird dazu führen, dass im Jahr 2001 alle Schulen über einen Internetzugang verfügen können.” (www.bundesregierung.de, 2000b)

6.4.4 Frauen ans Netz

Diese Initiative bietet Frauen kostenlose Internet-Einstiegsseminare anbietet. Die Regierung schreibt dieser Initiative zu, dass sich seit ihrem Start im September 1999 die Internet- Nutzung durch Frauen verdoppelt hat. Heute stellen sie 40 Prozent aller Internet-User in Deutschland. Mehr als 40.000 Frauen wurden seit Herbst 1999 im Rahmen der Aktion geschult. (www.bundesregierung.de, 2000c)

Exkurs: Wichtig ist, dass die Wissenskluft in Deutschland auch erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Große Betriebe mit einer ausgebauten Informationsinfrastruktur haben bessere Chancen am Markt als Mittelständler, die u.U. über nicht so viel Wissen verfügen. Auf der anderen Seite haben mittelständische Unternehmen mit Hilfe von Information und Kommunikation die Chance, auf dem Markt großen Unternehmen ernsthafte Konkurrenz zu bieten.

7. Wissenskluft international

Wissen wird mittlerweile als Rohstoff angesehen, der ebenso wichtig ist, wie natürliche Ressourcen.

"Für die Länder an der Spitze der Weltwirtschaft hat sich das Verhältnis zwischen Wissen und Ressourcen so stark zu ersterem hin verschoben, daß Wissen zum wichtigsten Faktor wurde, der den Lebensstandard bedingt - mehr als Land, Maschinen und Arbeit. Heute sind die technisch am weitesten fortgeschrittenen Länder wissensbasiert. Und wenn sie neuen Reichtum aus ihren Innovationen erzeugen, schaffen sie gleichzeitig auch Millionen von wissensbasierten Arbeitsplätzen in einem Netz an Disziplinen, das über Nacht entstanden ist: Wissensingenieure, Wissensmanager, Wissenskoordinatoren." (Rötzer, 1999)

Wie wichtig Wissen ist:

“Knowledge can make the difference between sickness and helath, between poverty and wealth.” (Carl Dahlmann, World Bank, 1998)

Zur Veranschaulichung folgende Grafik:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im nördlichen Teil der Welt produzieren 20% der Weltbevölkerung mehr als 90% des Wissens, während die restlichen 80% kaum 10% dazu beitragen. Das spiegelt sich auch in den Ausgaben für Forschung und Entwicklung: Der Süden trägt zum Gesamtaufkommen von 470 Mrd. US-Dollar ebenfalls nur 10% bei, Tendenz sinkend.

Knowledge for Development - World Development Report der World Bank 1998/99:

Neue Kommunikationstechnologien und sinkende Computerkosten lassen Distanzen und Grenzen leicht überwindbar werden. Eigentlich könnten sogar kleine afrikanische Dörfer am weltweiten Wissen teilhaben. Aber: das rapide Wachstum von Wissen erhöht die Gefahr, dass arme Länder und Gemeinschaften noch weiter in der internationalen Entwicklung zurückfallen, als sie das ohnehin schon sind.

“In our enthusiasm for the Information Super Highway we must not forget the villages and slums without telephones, electricity or safe water, the primary schools without pencils, paper or books. For the poor, the promise of the new information age - knowledge for all - can seem as remote as a distant star.” (James D. Wolfensohn, World Bank, 1998)

Viele Entwicklungsländer haben nicht das Potential, um sich das viele neue ökonomische, technische und soziale Wissen anzueignen. Das Aneignen dieses Wissens ist kostspielig, dadurch können natürlich eher die reichen Länder davon profitieren.

Ein Beispiel aus dem Ausland: Haushalte, die von einer Person ohne Bildung geführt werden, haben eine Armutsrate von 68%. Wenn eine Grundausbildung vorliegt, sinkt die Rate schon auf 54%, bei weiterführender Bildung sind es noch 41% und bei Universitätsbildung nur noch 12%.

Internationale Programme zur Verkleinerung der Wissenskluft konzentrieren sich u.a. auf:

- Die Deregulation von Telekommunikationsdiensten (Brasilien)
- Regierungsinitiativen zur Förderung von innovativen IT Anwendungen und Informationsdiensten (Ägypten)
- Staatliche Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien (Brasilien, Indien, Malaysien)

(Lent, 2000)

Aber: Das Investieren in die Technik allein reicht nicht aus um ökonomisches Wachstum und soziale Verbesserungen zu erreichen. Die Leute müssen auch damit umgehen können, die Techniken müssen den Bedürfnissen des Landes angepasst sein und Computer lösen noch nicht das Problem der Illiteralität.

Chrisanthi Avgerou (1995) schlägt folgende Maßnahmen vor:

- das Anlegen von Datenbanken
- Subventionen für die effektive Anwendung der Technologien in wichtigen wirtschaftlichen Sektoren
- die Kreation einer ausreichenden Infrastruktur für Telekommunikation
- das Weiterentwickeln und Ausbilden der nötigen Fertigkeiten zum Umgang mit den Technologien
- Subvention von technisch relevanten Industrien
- soziale und rechtliche Maßstäbe um die Entwicklung in die richtige Richtung zu leiten

Die Frage an dieser Stelle ist, ob Regierungen zuerst in die Verbesserung z.B. der gesundheitlichen Situation investieren, oder zuerst Techniken ins Land holen?

Der Weltbank-Bericht empfiehlt folgende Maßnahmen, um die Kluft zu überbrücken:

- Entwicklungsländer sollten Maßnahmen treffen, die die Kluft überwinden, die sie von den reichen Ländern trennen. Das kann z.B. geschehen durch die Investition in Ausbildung und technische Weiterbildung, den offenen Handel fördern, der ausländische Investoren und Patente ins Land bringt, den Wettbewerb im Telekommunikationssektor fördern und das inländische Wissen anwenden und ausbauen.
- Regierungen, multilaterale Institutionen, regierungsfremde Organisationen und der private Sektor müssen zusammenarbeiten, um den Mechanismus zu stärken, der gebraucht wird um Probleme in der Informationsbeschaffung aus dem Weg zu räumen.Solche Mechansimen sind u.a. Produktstandards, aber auch innovative Ansätze zur Generierung von Wissen durch Austausch unter einander.
- Regierungen müssen akzeptieren, dass Wissensklüfte und Informationsprobleme nicht grundsätzlich ausgemerzt werden können. Sie müssen erkennen, dass Wissen im Kern von Entwicklungsbemühungen steht.

(World Bank, 1998)

8. Digital Divide

Der Begriff Digital Divide bezeichnet die Lücke zwischen denen, die effektiv neue Informations- und Kommunikationsmittel nutzen können, und denen, die es nicht können. Grundsätzlich ist es in der Welt wie in Deutschland auch: wer ein hohes Einkommen und eine hohe Bildung hat, nutzt das Internet eher als andere Bevölkerungsgruppen. In den Staaten ist es bei Leute mit einem niedrigeren Einkommen weniger als halb so wahrscheinlich, dass sie einen Computer und/oder einen Internetanschluss haben (www.digitaldividenetwork.org). Auch wenn fallende Internetpreise dazu beitragen können, dass diese Lücke geschlossen werden kann, gibt es u.a. noch einen anderen wichtigen Faktor, der das wieder verhindert: das Analphabetentum in der Welt. Analphabeten werden nie einen Computer nutzen können, sie werden auch nicht am Weltwissen teilhaben können. Im UN Entwicklungsbericht 1999 heisst es:

„Even if telecommunications systems are installed and accessible, without literacy and basic computer skills, people will have little access to the network society.“ (zit. nach Denny, 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: UNESCO, 1999

Es macht gar keinen Sinn, afrikanische Schulen ans Netz zu bringen, wenn sie keine Elektrizität haben (Beispiel: Computer in der Wüste). Technische Lösungen wären u.U. verfrüht. Ein Mitarbeiter der britischen wohltätigen Organisation Oxfam:

“The first challenge is to provide children with a decent quality, basic education and the scale of this challenge appears to have escaped internet advocates.” (zit. nach Denny, 2000)

Entwicklungsländer haben insgesamt nur etwa 5% aller Computer. Südasien, wo 23% der Weltbevölkerung leben, hat weniger als 1% aller Internet-Nutzer. 40% aller Menschen in Entwicklungsländern haben noch nie telefoniert (Denny, 2000). Der afrikanische Kontinent hat ungefähr so viele Telefonanschlüsse wie die Niederlande. In Afghanistan gibt es weniger als einen Telefonanschluss pro 1000 Einwohner. Die Entwicklungsländer können also nicht wirklich vom Internet profitieren. Aber nach Ansicht der Leute, die sich mit der Wissenskluft beschäftige, haben sie keine andere Chance. Eine Initiative dazu ist Digital Divide Network. Das Ziel des Networks ist es, mit Hilfe vom Kommunikationstechnologien die Lebensqualität aller Gemeinschaften zu erhöhen: Sie sollen mit den Mitteln und Fähigkeiten ausgestattet werden, mit denen sie ihr sozioökonomisches, bildungstechnisches und kulturelles Potential voll ausschöpfen können.

“The purpose of the DDN is to enable and facilitate the sharing of ideas, information and creative solutions among industry partners, private foundations, nonprofit organizations and governments.” www.digitaldividenetwork.org

Der Vorteil von Entwicklungsländern bei der Schaffung einer Informationsinfrastruktur ist, dass keine überalterten Netze erneuert werden müssen, sondern neueste Glasfasernetze verlegt werden können, wie das in Gambia geschehen ist.

Auch in Deutschland gibt es einen digital divide. Klaus Merten (1997) sieht “eine neue, kommunikativ zu erklärende Klassengesellschaft am Horizont der Kommunikationsevolution (aufscheinen)”. Das obere Segment der Bevölkerung kann sich das Internet sowohl finanziell als auch bildungsmäßig leisten, damit wird der Wissensvorsprung dieser Schicht wieder erweitert.

Elektronische Kommunikation erfordert im Vergleich zu traditionellen Medien sogar noch mehr Kompetenz - das kann für einige Teile der Bevölkerung eine schwer überwindbare Barriere bedeuten. Folgende Kompetenzen sind von Nöten:

- technische Kompetenz zur Nutzung der Geräte
- Orientierungswissen zum Finden relevanter Informationen
- Beurteilungskompetenz für die Qualität, Wichtigkeit und Konsequenz von Informationen.

9. Ausblick

Wie könnte die Wissenskluft verkleinert werden?

Wissensklüfte können sich nach einer gewissen Zeit von selber wieder schliessen. Man spricht von dabei von Deckeneffekten. Die statushöheren Segmente haben nach einer gewissen Zeit alle von einer Nachricht erfahren. Wenn die Nachricht aber weiterhin verfügbar bleibt, haben die statusniedrigeren Segmente die Möglichkeit mit der Zeit aufzuholen.

Die Wissenklüfte verkleinern sich, wenn man die statusniedrigeren Segmente anregen könnte, sich vermehrt durch Printmedien zu informieren. Bildungsnachteile können ebenfalls ausgeglichen werden, wenn die statusniedrigeren Segmente vermehrt in Organisationen und Verbänden mitwirken würden. Dadurch hätten sie Zugang zu vielfältigeren Informationen (Guntern, 1997).

Medienpädagogische Initiativen sollen in Deutschland dazu beitragen, die Kluft zu schliessen. Einige der Intiativen sind unter Punkt 6 beschrieben. Winterhoff-Spurk (1999) betont, dass die Erziehung - von kindern genauso wie von Erwachsenen - zu einer Medienkompetenz folgendes beachten muss: der Begriff Medien umfasst sowohl die neuen als auch die alten Medien, Tele-Working, Tele-Shopping, Online-Dienste, Internet, Multimedia genauso wie Fernsehen, Radio, Telefon, Zeitungen etc. Kompetenz unterteilt Winterhoff-Spurk in Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz. Die Sachkompetenz bezieht sich dabei auf die Fähigkeit des Individuums zur technischen Handhabung von Kommunikationstechnologie. Selbstkompetenz sind die persönlichkeitsbezogenen Grundfähigkeiten wie reflexive Medienrezeption, Differenzierbarkeit von Realität und Fiktion etc. Bei der Sozialkompetenz geht es um Fähigkeiten wie die sozial angemessene Nutzungsfähigkeit von Medien. Diese Kompetenzen fasst er zusammen als Informationskompetenz (Umgang mit Informationstechnologien) und Medienkompetenz (Umgang mit Massenmedien). Sollen Initiativen und Aktionen zur Verbesserung bzw. Schaffung von Medienkompetenz in der Bevölkerung Nutzen bringen und u.U. sogar die Wissenkluft verringern, müssen beide Arten von Kompetenz gefördert und ausgebildet werden, und zwar bezogen auf alle Medien. Winterhoff-Spurk (1999) rät, amerikanischen Beispielen zu folgen, wo mit verschiedenen Projekten zur „media literacy“ und „visual literacy“ erfolgreich an der Bildung von Medienkompetenz gearbeitet wird.

Weniger positiv ist Horst Opaschowski. Er spricht von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft der User und Loser (vgl. Merten, 1997). Zwei Auswege werden aufgezeigt: Die Entwicklung neuer technischer Systeme muss gefördert werden, deren Handhabung so einfach ist, dass sie jeder nutzen kann. Zweitens muss mehgr in neue Lernprogramme investiert werden, die den kompetenten Mediennutzer zum Ziel haben. Die Bevölkerungsgruppen, die sich neue Kommunikationstechnologien nicht leisten können, müssen finanzielle Unterstützung erhalten.

Winterhoff-Spurk hat dagegen eine gemäßigtere Ansicht. Er bilanziert:

„Die Wissenskluft- oder differenz existiert zwar, sie ist aber kein unabwendbares Schicksal der sozial- und bildungsmäßig unterprivilegierten Schichten.“ (1999)

Es scheint ganz offensichtlich, dass die Bildung von Medienkompetenz ein Schlüssel ist, um die Wissenskluft zu schliessen bzw. zumindest zu verkleinern. Dabei müssen aber - ganz nach Winterhoff-Spurk - alle Facetten beachtet werde: sowohl alle Medien als auch alle nötigen Formen von Kompetenz, wobei ich die Informationskompetenz für besonders wichtig halte. Informationen müssen nicht nur aufgenommen, sie müssen eben erst ausgewählt und dan verarbeitet und angewendet werden.

Im Falle der internationalen Kluft zwischen Entwicklungs- und entwickelten Löndern dürften Initiativen zur Medienkompetenz erstmal wenig hilfreich sein. Das Analphabetentum in der Welt ist so ausgeprägt, dass erst diese Wurzeln beseitigt werden müssen, bevor Medienkompetenz überhaupt in Frage kommt. Neben Bemühungen zur Verbesserung der Bildung und der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Kleidung, medizinischer Hilfe, sanitären Vorrichtungen etc. Darf aber die Investition in neue Kommunikationstechnologien nicht vergessen werden. Investiert man nicht, wird die Kluft irgendwann so breit, dass sie nicht mehr schliessbar ist. Ausserdem gibt es die begründete Hoffnung, dass moderne Technologien den Wohlstand in den Entwicklungsländern verbessern können, was wiederum eine Verbesserung der Versorgungslage zur Folge hat.

Die Frage ist also nicht, ob zuerst in Technologien investiert werden soll oder zuerst in die allgemeine Situation der Bevölkerung. Beides muss gleichzeitg geschehen. Finanzierbar ist das nicht allein von den Entwicklungsländern. Aber wie man wohlhabende Länder davon überzeugen soll, dass sie ärmere Länder genauso unterstützen sollten wie deutsche Schüler - das bleibt eine in dieser Hausarbeit ungelöste Frage.

Literatur

Avgerou, C. (1995). How can information enable developing countries to integrate into the global economy? In: Palvia, C.P., Palvia, S.C. & Roche, E.M. (eds.). Global Information Technology and Systems Management. London: Macmillan.

Bonfadelli, H. (2000). Medienwirkungsforschuhng II. Anwendungen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Konstanz: UVK Medien.

Bonfadelli, H. (1994). Die Wissenskluftperspektive. Massenmedien und gesellschaftliche Information. Konstanz: Ölschläger.

Bundesregierung (2000a). D21 steht für Deutschland im 21. Jahrhundert. www.bundesregierung.de, 21.09.2000.

Bundesregierung (2000b). Schulen ans Netz läuft planmäßig. www.bundesregierung.de, 02.08.2000.

Bundesregierung (2000c). Aktion „Frauen ans Netz“ startet in die dritte Runde. www.bundesregierung.de, 02.10.2000.

Denny, C. (2000). Internet Promises Salvation - Or an Even Bigger Knowledge Gap. In: The Guardian, 01.02.2000.

Fritz, A. & Burkart, R. (1987). Informationsvermittlung im Wahlkampf. Analyse am Beispiel der Grünen Alternativen Wahlbewegung anlässlich der österreichischen Nationalratswahl 1986. In: Media Perspektiven, 12/1987, S. 771-781.

Genova, B.K.L & Greenberg, B.S. (1979). Interests in News and the Knowledge Gap. In: Public Opinion Quarterly, 43, S. 79-91.

Guntern, S. (1997). Die Wissensklufthypothese. http://visor.unibe.ch/~media/summer97/

Lenk, C. (1997). Die Erscheinung des Rundfunks. Opladen: Westdeutscher Verlag.

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Details

Seiten
20
Jahr
2001
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104363
Note
Schlagworte
Wissenskluft Zeitalter

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Titel: Die Wissenskluft im digitalen Zeitalter - Ein Überblick